Fifa, Uefa und IOC Geld stinkt nicht, oder?

Geht es um Fußball, verlieren die Schweizer Politiker den Verstand.

Fühlt sich wohl in Zürich: Fifa-Präsident Sepp Blatter

Fühlt sich wohl in Zürich: Fifa-Präsident Sepp Blatter

Pascal Couchepin sprach Klartext: »Das wäre eine unverzeihbare Dummheit.« Der Bundespräsident empörte sich über die Idee der Eidgenössischen Steuerverwaltung, die Gemeinnützigkeit und Steuerpflicht internationaler Sportverbände in der Schweiz zu hinterfragen. Das war 2008. Couchepins Worte taten ihre Wirkung – die Arbeiten wurden gestoppt.

Geht es um Sport und Fußball im Speziellen, verlieren Schweizer Politiker von links bis rechts den Verstand. Hartgesottene Ordnungspolitiker erfasst der Schlendrian.

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So bezahlen das Internationale Olympische Komitee (Hauptsitz: Lausanne), die Europäische Fußballunion Uefa (Nyon) und der Internationale Fußballverband Fifa (Zürich) sowie 50 weitere Verbände bis heute in der Schweiz zwar Abgaben, aber kaum Steuern. Sie sind als privater Verein, nicht als Firma organisiert. Die Uefa sparte bei der Europameisterschaft 2008 damit allein 290 Millionen Franken, die Fifa in den vergangenen vier Jahren 177 Millionen. Sämtliche Vorstöße, diese Steuergeschenke abzuschaffen, scheiterten im Parlament.

Letztmals im März 2010, als der Nationalrat eine Initiative von EVP-Politiker Ruedi Aeschbacher bachab schickte. Denn der Fußball begeistert Wirtschaftsfreunde wie Sozialromantiker. Die Bürgerlichen beschwören seine Imagewirkung und Anziehungskraft. »Mit diesen Verbänden würden Hunderte von Steuerpflichtigen aus der Schweiz abwandern«, warnte einst Finanzminister Hans-Rudolf Merz. Die Ratslinke glaubt an die Hohlformel »Sportförderung ist Friedensförderung«. Das Land betreibt eine spätrömische Sportpolitik: Brot und Spiele. Da ist es egal, wenn die EM 2008 den Steuerzahler statt 3,5 Millionen Franken 180 Millionen kostet und der Bundesrat einen schönfärberischen Abschlussrapport publiziert. »Ich finde es in Ordnung, wenn man den Bericht ein bisschen beschönigt, weil es wirklich ein toller Anlass war«, sagte dazu SVP-Ständerat Christoffel Brändli in der Ratsdebatte.

Aber Steuergeschenke allein halten Sportfunktionäre nicht bei Laune. Die laxe Korruptionsbekämpfung in der Schweiz lockt ebenso. Als die eidgenössischen Räte 2004 das Korruptionsstrafrecht revidierten, wurden die Sportverbände »vergessen«. Einzelne Kommissionsmitglieder bedauerten die Ausnahme, aber niemand stellte in der Debatte einen Antrag, diese Löcher zu stopfen. Mit dem jüngsten Geklüngel im Weltfußballverband hat die Stimmung sich aber gedreht. SP-Nationalrätin Anita Thanei will die passive Bestechung von Sportfunktionären unter Strafe stellen. Ihr Vorstoß erhält Applaus von allen Seiten.

Leser-Kommentare
    • FranL.
    • 14.06.2011 um 19:00 Uhr

    An Seppls Seite, oder glauben Sie wirklich, die beiden würden nicht von Papa Blatter profitieren?

    Eine Leser-Empfehlung
    Antwort auf
  1. Ohne Verstand handeln die Steuerpolitiker in der Schweiz mit Sicherheit nicht. Es sei denn man misst Verstand an ethischen Grundsätzen. Das wäre dann aber etwas ganz Neues.

    • vjrott
    • 15.06.2011 um 9:30 Uhr

    Petition gegen Steuerbefreiung der Fifa "Schluss mit Steuerbefreiung für die FIFA"

    Unterschreiben können alle, unabhängig von Alter und Nationalität.

    Die Petition an CH-Bundesrat und CH-Parlament fordert die Aufhebung der Steuerprivilegien für die Fifa, die in Zürich ihren Hauptsitz hat.

    "Die Unterzeichnerinnen und Unterzeichner dieser Petition fordern von Bundesrat und Parlament die Aufhebung der Steuererleichterungen und Steuerbefreiungen für den Weltfussballverband FIFA."

    ---------
    Unterschriften online:
    www.fifawatch.ch

    ---------
    NZZ-Artikel:
    www.nzz.ch/~/petition_geg...

    Eine Leser-Empfehlung
  2. 4. [...]

    [...]

    Entfernt wegen unsachlicher Inhalte. Die Redaktion/er

    • Neon
    • 15.06.2011 um 14:50 Uhr

    Alles Hokupokus!
    Fussball: Vereine und Verbaende setzen Miliarden Euros um, jedes Jahr ueberall in Westeuropa. Was da noch steuerbefreiungswuerdig ist entzieht sich meiner Kenntnis. Da diese Milliarden von Amateuren verwaltet werden ist das alles keine Ueberaschung und kein Wunder.
    Bedauerlich ist das die FIFA Repraesentanten aus 3.weltlaendern jedes Clischee bedienen. Die koennen dann auch schon mal der Korruption ueberfuehrt werden und bleiben dann dennoch aus Mitleid im Amt, oder wie?
    (Jack Warner, persoenlicher Handel Eintritsskarten WM2006)

  3. Entfernt. Bitte beteiligen Sie sich mit sachlichen Beiträgen an der Diskussion. Die Redaktion/sc

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