Deutschlandkarte Moscheen
Kein Amt führt Buch über die Moscheen in Deutschland. Wo sich die meisten Moscheen befinden, zeigt unsere Karte.
Es ist schwierig, die Moscheen in Deutschland zu zählen. Kein Amt führt über sie Buch. Dem Humangeografen Thomas Schmitt ist es nun gelungen, sie doch zu zählen, wenigstens diejenigen, die man von außen erkennen kann – mittels einer Bilderrecherche im Internet. (Um die Karte zu vergrößern, klicken Sie bitte hier)
Eine Hilfe waren auch die Zeitungsarchive, denn es gibt keinen Moscheebau ohne Moscheebaudiskussion. Wobei inzwischen die Parteien, wenn sie nicht gerade rechtsextrem sind, den Bau befürworten. Streit gibt es eher um die Höhe der Minarette.
Die Verteilung der Moscheen entspricht etwa dem Bevölkerungsanteil der Türken und Araber (die ungefähr seit den Achtzigern bauen, seitdem sie wissen, dass sie bleiben).
Wobei die meisten Moscheen nicht in Großstädten stehen, sondern in den Vororten, etwa rings um Stuttgart. Dort sind die Grundstücke billiger, die Moscheen werden fast immer durch Spenden bezahlt.
Wie sehr gehört der Islam zu Deutschland? Moscheen stehen oft in Gewerbegebieten. In eine richtig gute Innenstadtlage hat es noch keine geschafft.
- Datum 06.06.2011 - 15:51 Uhr
- Serie Deutschlandkarte
- Quelle ZEITmagazin, 9.6.2011 Nr. 24
- Kommentare 2
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Lieber Herr Stolz,
Ihrem letzten Satz muß ich widersprechen. In einer der besten Hamburger Lagen befindet sich die Imam-Ali-Moschee, Schöne Aussicht 36. Ein Besuch lohnt sich auch für Nicht-Moslems, vielleicht verbunden mit einem Alsterspaziergang am Pfingstwochenende?
Grüße aus Bremen,
Sebastian Siebrecht
Lieber Herr Stolz,
Moscheenstreit in ganz Deutschland?
Nein, in einem kleinen Städtchen im Allgäu wurde vor 9 Monaten (09/2010) eine neugebaute Moschee, samt 10 Meter hohem Minarett eröffnet, ohne dass es vorher große Meinungsverschiedenheiten gab.
Woran das liegt? Vielleicht daran, dass sich hier in Marktoberdorf (Ostallgäu) dank vieler muslimischer Industriearbeiter (FENDT-Traktoren) und zweier angesehener Pfingstfestivals (Musica Sacra bzw. Internat. Kammerchorwettbewerb) ein beschaulich-weltoffenes Klima des Neben- und Miteinanders von Muslimen und Christen entwickelte. Auch so kann 'Bayern' sein.
- Ohne Aufschrei in der regionalen Zeitungslandschaft blieb dieser Neubau nur auch dem Humangeografen Thomas Schmitt verborgen: Die Marktoberdorfer Moschee fehlt leider (noch) in Ihrer Deutschlandkarte!
Mit Grüßen aus dem grünen Allgäu
Matthias Trautner,
Marktoberdorf
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