Léon Bloy "Blutschweiß" Jeder tote Preuße ist ein Happy End

Eigentlich wollte ich über Léon Bloy schimpfen, aber seine Geschichten aus "Blutschweiß" haben mich tagelang umgetrieben.

Hier haben wir eine Sammlung von dreißig Erzählungen über den Deutsch-Französischen Krieg 1870/71, an dem der Autor, Léon Bloy, selbst als Freischärler teilgenommen hat. Das Buch entstand rund zwanzig Jahre nach seinem Kriegserlebnis. Léon Bloy (1846 bis 1917) ist eine grelle, widersprüchliche und zerrissene Gestalt. Ein erzkatholischer Fanatiker, ein Bürgerschreck und Polemiker, der fast sein ganzes – selbstverständlich in Armut und Elend verbrachtes – Leben hindurch leidenschaftlich für eine Rückkehr zum Urchristentum kämpfte. Der »bellende Hund Gottes«. Und dieses Gebell begegnet einem schon in der Vorrede zu diesem Band:

Wenn Frankreich glücklich ist, ist der Rest der Welt ausreichend glücklich, selbst wenn er dieses Glück mit Knechtschaft oder Auslöschung erkaufen muss.

Aber wenn Frankreich leidet, dann ist es Gott, der leidet, dann ist es der schreckliche Gott, der für die ganze Welt agonisiert, indem er BLUT SCHWITZT.

Und dann, in den Geschichten, die darauf folgen, bellt es weiter, etwas subtiler freilich, aber immer noch deutlich. Das Glockengeläut eines Heiligen Krieges. Der Übersetzer Alexander Pschera fasst es in seinem Nachwort zusammen: »So ist der Deutsch-Französische Krieg für Léon Bloy keine militärische Auseinandersetzung zweier Nationen, sondern ein sich in vielfachen Zeichen und Chiffren verkleidendes mystisches Geschehen – ein Geschehen, das die Spuren göttlichen Wirkens in das menschliche Schicksal einzeichnet. Der Krieg ist ein Wehen des Heiligen Geistes.«

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Clemens Setz
Clemens Setz

Der 28-jährige Grazer Schriftsteller ist Preisträger der diesjährigen Leipziger Buchmesse. Seine beiden Romane Söhne und Planeten (2007), Frequenzen (2009) und sein Erzählband Die Liebe zur Zeit des Mahlstädter Kindes wurden von der Kritik sehr gelobt.

Da ich kein erfahrener Rezensent von Büchern bin, habe ich natürlich an dieser Stelle schon mal begonnen, Notizen zu schreiben und mich über diese Dinge lustig zu machen. Bis ich gemerkt habe, dass ich es mir dadurch zu leicht mache. Es erinnert an das, was Henry Rollins einmal über das Kritisieren des damaligen amerikanischen Präsidenten George W. Bush gesagt hat: »Making fun of him is like punching out an eight-year old. Satisfying – but you can’t make a career out of it.«

Außerdem erinnerte ich mich an jenes verlockende Borges-Zitat auf dem Buchumschlag, in dem der große argentinische Dichter mit seinem Lob für Bloys vollendeten »schwarzen Humor« zitiert wird. Vielleicht ist das alles irgendwie auch als Parodie gemeint? Dieser Ausweg leuchtete kurz am Horizont auf, aber er rückte während der Lektüre des ganzen Buches nicht näher. Und doch war das, was ich gelesen hatte, nachdem ich mit dem Buch fertig war, nicht einfach nur ein ultrapatriotisch und heilsgeschichtlich gefärbtes Kriegsbuch. Einige Geschichten haben mich ja sogar begeistert, haben mich – wie man so schön sagt – umgetrieben, tagelang beschäftigt. Aber eigentlich wollte ich doch über sie schimpfen.

Mein erster Lösungsversuch für dieses Rätsel war derjenige der »historischen Kuriosität« beziehungsweise des »faszinierenden Dokuments«. In Blutschweiß sieht man ja die Pathologie des religiös inspirierten Patriotismus wirklich gut dargestellt, sagte ich mir, dieses Denken wurde fast nirgends sonst so grell und überdeutlich dargestellt. Es gibt keinen Zweifel daran, dass das in beinahe jeder Geschichte zelebrierte Preußengemetzel tatsächlich Léon Bloys Vorstellung von einem echten Happy End darstellte. Die nackte, brüllende Unausweichlichkeit dieser erzählerischen (und, im Falle Bloys, wohl auch weltgeschichtlichen) Logik begegnet einem in so grotesken Geschichten wie Die vierundzwanzig Ohren des Gueule-de-Bois. Sie erzählt von einem harten und unbeugsamen Draufgänger, der zusammen mit seinen beiden treuen und eingeschworenen Kumpanen zwölf preußische Soldaten umbringt, die das Haus eines Holzschuhmachers besetzt haben und dessen Familie grausam foltern. Gueule-de-Bois gehört zu dem klassischen Figurenarsenal dieses Buches: so geradlinig und zäh und kampfbereit wie Chuck Norris. Der Name fällt mir nicht ohne Grund ein.

Leser-Kommentare
  1. ...für ähnliche aber weitaus harmlosere Texte angefeindet.

    Aber solange es um tote Deutsche geht, ist es "in Ordnung", ähnlich dem Film "Inglorious Basterds", der in Form einer hiesigen Produktion als "Volksverhetzung" verboten wäre, ginge es um die Verbrechen der Kommunisten, wie Stalin, Mao oder Pol Pot.

    • hmber
    • 15.06.2011 um 13:18 Uhr

    Die Bewertung eines Werkes dessen Schriftsteller sich leztendlich auf einen Krieg vor etwa 140 Jahren bezieht, kann so nicht durchgeführt werden. Durch zwei nachfolgende Kriege von denen jeder eine Apokalypse darstellt, wurde das Denken der Menschen so verändert, dass uns heute jeglicher Zugang zu der damaligen Zeit fehlt. Dass als Quintessenz nur der Hass auf den Anderen übrig bleibt, so sehe ich die Aussprüche: Jeder tote Preusse ist ein Happy End, kann nicht , auch nicht im geringsten, als Beispiel für schriftstellerische Tätigkeit heran gezogen werden. Auch war nicht jeder Krieg so einseitig schuldbeladen wie der zweite Weltkrieg. In so fern sollte man versöhnlichere Töne anschlagen als hier geschen. Das ist auch nicht mit Sprechblasen wie "als Parodie" gemeint zu rechtfertigen. Das Werk zeigt den ganzen Hass eines Mannes auf die Andersdenkenden, verbrämt mit religiösen Zügen. Das kann man auch auf heutige religiöse Extremisten ummünzen. Durch solches geistiges Gut gelangen wir in Zeiten wo der Nachbar den Nachbarn erschlägt, erschiesst, oder sonstwie zu Tode bringt, geschehen in Jugoslawien und an vielen Orten in Afrika und an anderen Punkten der Welt. In Arabien geschieht es zum jetzigen Zeitpunkt, In Irland führte es dazu, dass man Bomben auf Schulkinder warf. Es sollte eine Zeit einkehren, wo wir mit unseren Nachbarn konstruktiv und friedlich zusammen leben. Der wirkliche grosse Fehler im Krieg 1870/71 war, dass das deutsche Reich in Versailles ausgerufen wurde.

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    Die Gründung des kleindeutschen Nationalstaats hat die französische Vorherrschaft auf dem Kontinent bis zur russischen Grenze endgültig beendet. Frankreich war in diesem Raum vom 13. Jahrhundert an, von einer spanischen Unterbrechung im 16. Jahrhundert abgesehen, die mit Abstand stärkste Macht. Die Erfahrung, dass die traditionelle Machtposition Frankreichs in Europa nun unumkehrbar vernichtet wurde, muss ein unglaublicher Schock für die französische Elite gewesen sein, deren Selbstbild vom eigenen Land nicht mehr aufrechtzuerhalten war. Durch die Emanzipation des deutschen Mitteleuropas, das vom seit Jahrhunderten machtarmen Raum zum nationalen Machtstaat ähnlich den Ländern Westeuropas transformiert wurde, wurde Frankreich zum peripheren Randstaat von sekundärer Bedeutung. Selbst wenn das deutsche Kaiserreich nicht im Spiegelsaal des Versailler Schlosses ausgerufen worden wäre und die Deutschen auf Gebietsgewinne verzichtet hätten, wäre Frankreich nach den Regeln der Macht geradezu dazu gezwungen gewesen, nach Möglichkeit ein Bündnis gegen Deutschland einzugehen.

    Frankreich hatte den Krieg unter einem operettenhaften Vorwand erklärt, nachdem Preußen bereits in allem, was ursprünglich streitig war, nachgegeben hatte. Um in Mitteleuropa klar zu machen, wer das Sagen hat.
    Wenn zu diesem Krieg eine deutsche (Mit-)Schuld konstruiert wird, dann nur, um die deutsche Urschuld irgendwie hinzubekommen, egal wie viel Tatsachenverdrehung nötig ist.

    Im Übrigen verstehe ich auch nicht, wieso es ein Fehler war, das Deutsche Reich in Versailles zu proklamieren. Versailles war der Ort, an dem jahrhundertelang die französische Expansion Richtung Deutschland geplant wurde. Es ging ja nur darum, dies symbolisch von Deutschland zu nehmen. Wenn die Franzosen aufgrund ihres Chauvinismus nicht verkraften konnten, dass es mal umgekehrt ging und deshalb den nächsten Krieg vorbereiten wollten, war das ihr Problem. Verstehe nicht, wieso Deutsche immer so viel Verständnis für die anderen aufbringen.

    Ebenso verstehe ich nicht, wie diese als "historischer Horroroman" verbrämten antideutschen Gewaltphantasien hier eine Faszination auslösen. Es ist doch offensichtlich, dass da nur jemand seine Phantasien ausgelebt hat, der sich in der Realität im Krieg höchstens SIEBZIG mal in die Hose gemacht hat.^^

    Aber manche glauben ja auch, Inglorious Basterds sei Satire, so als ob die Millionen von Kino-Zuschauern in Übersee anschließend in ihrem Loft bei einem Glas Rotwein darüber philosophieren, was für eine gelungene Satire auf den Krieg der Film doch gewesen sei.^^

    Die Natur des Menschen ist immer noch wie vor 140 jahren!

    Entfernt. Bitte reagieren Sie auf andere User sachlich. Danke. Die Redaktion/ew

    Die Gründung des kleindeutschen Nationalstaats hat die französische Vorherrschaft auf dem Kontinent bis zur russischen Grenze endgültig beendet. Frankreich war in diesem Raum vom 13. Jahrhundert an, von einer spanischen Unterbrechung im 16. Jahrhundert abgesehen, die mit Abstand stärkste Macht. Die Erfahrung, dass die traditionelle Machtposition Frankreichs in Europa nun unumkehrbar vernichtet wurde, muss ein unglaublicher Schock für die französische Elite gewesen sein, deren Selbstbild vom eigenen Land nicht mehr aufrechtzuerhalten war. Durch die Emanzipation des deutschen Mitteleuropas, das vom seit Jahrhunderten machtarmen Raum zum nationalen Machtstaat ähnlich den Ländern Westeuropas transformiert wurde, wurde Frankreich zum peripheren Randstaat von sekundärer Bedeutung. Selbst wenn das deutsche Kaiserreich nicht im Spiegelsaal des Versailler Schlosses ausgerufen worden wäre und die Deutschen auf Gebietsgewinne verzichtet hätten, wäre Frankreich nach den Regeln der Macht geradezu dazu gezwungen gewesen, nach Möglichkeit ein Bündnis gegen Deutschland einzugehen.

    Frankreich hatte den Krieg unter einem operettenhaften Vorwand erklärt, nachdem Preußen bereits in allem, was ursprünglich streitig war, nachgegeben hatte. Um in Mitteleuropa klar zu machen, wer das Sagen hat.
    Wenn zu diesem Krieg eine deutsche (Mit-)Schuld konstruiert wird, dann nur, um die deutsche Urschuld irgendwie hinzubekommen, egal wie viel Tatsachenverdrehung nötig ist.

    Im Übrigen verstehe ich auch nicht, wieso es ein Fehler war, das Deutsche Reich in Versailles zu proklamieren. Versailles war der Ort, an dem jahrhundertelang die französische Expansion Richtung Deutschland geplant wurde. Es ging ja nur darum, dies symbolisch von Deutschland zu nehmen. Wenn die Franzosen aufgrund ihres Chauvinismus nicht verkraften konnten, dass es mal umgekehrt ging und deshalb den nächsten Krieg vorbereiten wollten, war das ihr Problem. Verstehe nicht, wieso Deutsche immer so viel Verständnis für die anderen aufbringen.

    Ebenso verstehe ich nicht, wie diese als "historischer Horroroman" verbrämten antideutschen Gewaltphantasien hier eine Faszination auslösen. Es ist doch offensichtlich, dass da nur jemand seine Phantasien ausgelebt hat, der sich in der Realität im Krieg höchstens SIEBZIG mal in die Hose gemacht hat.^^

    Aber manche glauben ja auch, Inglorious Basterds sei Satire, so als ob die Millionen von Kino-Zuschauern in Übersee anschließend in ihrem Loft bei einem Glas Rotwein darüber philosophieren, was für eine gelungene Satire auf den Krieg der Film doch gewesen sei.^^

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  2. 3. [...]

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    • hmber
    • 15.06.2011 um 13:41 Uhr

    Ich halte nichts von Verschwörungstheorien.

    • hmber
    • 15.06.2011 um 13:41 Uhr

    Ich halte nichts von Verschwörungstheorien.

    • hmber
    • 15.06.2011 um 13:41 Uhr

    Ich halte nichts von Verschwörungstheorien.

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  3. Die Gründung des kleindeutschen Nationalstaats hat die französische Vorherrschaft auf dem Kontinent bis zur russischen Grenze endgültig beendet. Frankreich war in diesem Raum vom 13. Jahrhundert an, von einer spanischen Unterbrechung im 16. Jahrhundert abgesehen, die mit Abstand stärkste Macht. Die Erfahrung, dass die traditionelle Machtposition Frankreichs in Europa nun unumkehrbar vernichtet wurde, muss ein unglaublicher Schock für die französische Elite gewesen sein, deren Selbstbild vom eigenen Land nicht mehr aufrechtzuerhalten war. Durch die Emanzipation des deutschen Mitteleuropas, das vom seit Jahrhunderten machtarmen Raum zum nationalen Machtstaat ähnlich den Ländern Westeuropas transformiert wurde, wurde Frankreich zum peripheren Randstaat von sekundärer Bedeutung. Selbst wenn das deutsche Kaiserreich nicht im Spiegelsaal des Versailler Schlosses ausgerufen worden wäre und die Deutschen auf Gebietsgewinne verzichtet hätten, wäre Frankreich nach den Regeln der Macht geradezu dazu gezwungen gewesen, nach Möglichkeit ein Bündnis gegen Deutschland einzugehen.

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    dass Frankreichs Aufstieg zur größten Macht in Europa erst mit dem Ende des 30jährigen Krieges und den damit verbunden Raubzügen Frankreichs in Deutschland - inkl. Landnahme (Elsaß, Lothringen) - begann. Mit dem erworbenen Vermögen konnte Ludwig XIV zum "Sonnenkönig" aufstiegen, während Deutschland, abgesehen von Preußen, am Boden lag, und weiter von Ludwigs Truppen geplündert wurde (Steyer, etc.). Davor war Deutschland kulturell viel weiter entwickelt als Frankreich, und auch wesentlich wohlhabender, wie z.B. die Reisebeschreibungen von Montagne zeigen. Während Frankreich nach dem 30jährigen Krieg Machtpolitik betrieb, setzten die Deutschen zu kulturellen Höhenflügen in Musik, Literatur und Wissenschaften an. Erst mit dem Aufstieg Preußens änderten sich wieder die Machtverhältnisse, wie Sie zurecht schreiben.

    dass Frankreichs Aufstieg zur größten Macht in Europa erst mit dem Ende des 30jährigen Krieges und den damit verbunden Raubzügen Frankreichs in Deutschland - inkl. Landnahme (Elsaß, Lothringen) - begann. Mit dem erworbenen Vermögen konnte Ludwig XIV zum "Sonnenkönig" aufstiegen, während Deutschland, abgesehen von Preußen, am Boden lag, und weiter von Ludwigs Truppen geplündert wurde (Steyer, etc.). Davor war Deutschland kulturell viel weiter entwickelt als Frankreich, und auch wesentlich wohlhabender, wie z.B. die Reisebeschreibungen von Montagne zeigen. Während Frankreich nach dem 30jährigen Krieg Machtpolitik betrieb, setzten die Deutschen zu kulturellen Höhenflügen in Musik, Literatur und Wissenschaften an. Erst mit dem Aufstieg Preußens änderten sich wieder die Machtverhältnisse, wie Sie zurecht schreiben.

  4. Frankreich hatte den Krieg unter einem operettenhaften Vorwand erklärt, nachdem Preußen bereits in allem, was ursprünglich streitig war, nachgegeben hatte. Um in Mitteleuropa klar zu machen, wer das Sagen hat.
    Wenn zu diesem Krieg eine deutsche (Mit-)Schuld konstruiert wird, dann nur, um die deutsche Urschuld irgendwie hinzubekommen, egal wie viel Tatsachenverdrehung nötig ist.

    Im Übrigen verstehe ich auch nicht, wieso es ein Fehler war, das Deutsche Reich in Versailles zu proklamieren. Versailles war der Ort, an dem jahrhundertelang die französische Expansion Richtung Deutschland geplant wurde. Es ging ja nur darum, dies symbolisch von Deutschland zu nehmen. Wenn die Franzosen aufgrund ihres Chauvinismus nicht verkraften konnten, dass es mal umgekehrt ging und deshalb den nächsten Krieg vorbereiten wollten, war das ihr Problem. Verstehe nicht, wieso Deutsche immer so viel Verständnis für die anderen aufbringen.

    Ebenso verstehe ich nicht, wie diese als "historischer Horroroman" verbrämten antideutschen Gewaltphantasien hier eine Faszination auslösen. Es ist doch offensichtlich, dass da nur jemand seine Phantasien ausgelebt hat, der sich in der Realität im Krieg höchstens SIEBZIG mal in die Hose gemacht hat.^^

    Aber manche glauben ja auch, Inglorious Basterds sei Satire, so als ob die Millionen von Kino-Zuschauern in Übersee anschließend in ihrem Loft bei einem Glas Rotwein darüber philosophieren, was für eine gelungene Satire auf den Krieg der Film doch gewesen sei.^^

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    • hmber
    • 15.06.2011 um 23:06 Uhr

    Ich würde einmal die Zeitspanne von dem Bau des Versailler Schlosses mit seinem Spiegelsaal durch Ludwig den XIV, den Sonnenkönig und der Ausrufung des Deutschen Reiches genauer nachrechnen, bevor ich den Begriff Jahrhunderte verwenden würde.

    • hmber
    • 15.06.2011 um 23:06 Uhr

    Ich würde einmal die Zeitspanne von dem Bau des Versailler Schlosses mit seinem Spiegelsaal durch Ludwig den XIV, den Sonnenkönig und der Ausrufung des Deutschen Reiches genauer nachrechnen, bevor ich den Begriff Jahrhunderte verwenden würde.

  5. dass Frankreichs Aufstieg zur größten Macht in Europa erst mit dem Ende des 30jährigen Krieges und den damit verbunden Raubzügen Frankreichs in Deutschland - inkl. Landnahme (Elsaß, Lothringen) - begann. Mit dem erworbenen Vermögen konnte Ludwig XIV zum "Sonnenkönig" aufstiegen, während Deutschland, abgesehen von Preußen, am Boden lag, und weiter von Ludwigs Truppen geplündert wurde (Steyer, etc.). Davor war Deutschland kulturell viel weiter entwickelt als Frankreich, und auch wesentlich wohlhabender, wie z.B. die Reisebeschreibungen von Montagne zeigen. Während Frankreich nach dem 30jährigen Krieg Machtpolitik betrieb, setzten die Deutschen zu kulturellen Höhenflügen in Musik, Literatur und Wissenschaften an. Erst mit dem Aufstieg Preußens änderten sich wieder die Machtverhältnisse, wie Sie zurecht schreiben.

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    Die Zersplitterung Deutschland im Vergleich zu den westeuropäischen Monarchien begann ja nicht erst nach dem Dreißigjährigen Krieg, sondern bereits zu spätstaufischer Zeit. Deutschland konnte das entscheidende 13. Jahrhundert anders als Frankreich nicht zur Ausbildung eines zentralisierten Königreichs nutzen, vielmehr bildeten sich seitdem quasi-souveräne Staaten heraus. Damals entschied sich, dass Deutschland ein mitteleuropäisches Land und kein Teil Westeuropas wurde. Mit dem Wegfall Deutschlands als Machtfaktor - in spätkarolingischer, ottonischer und salischer Zeit war das Ostfränkische Reich bzw. das regnum teutonicum das mächtigtse Königreich des katholischen Europas, mit den Staufern begann der Niedergang - stand Frankreich konkurrenzlos da. Sicherlich gab es ökonomisch reichere Gebiete - allan voran Oberitalien und die Niederland - doch waren diese klein und noch dazu staatlich zersplittert. Frankreich war bereits im Spätmittelalter die europäische Macht schlechthin. Ein deutscher Monarch wie Otto I. konnte sich als Herrscher betrachten, dem in Europa niemand ebenbürtig war, selbst große Herrscher des Spätmittelalters wie Karl IV. mochten aufgrund des Kaisertitels noch eine gewisse Vorrangstellung beanspruchen, realpolitisch waren sie jedoch auf ihre Hausmacht angewiesen und dem französischen König unterlegen.

    Auch den kulturellen Einfluss Deutschlands auf die Romania würde ich vor 1750 als gering einstufen, auch für die Zeit vor dem Dreißigjährigen Krieg. Für Ost- und Nordeuropa diente Deutschland dagegen immmer als Filter, durch den die Ideen Westeuropas gehen mussten bevor sie den Norden und Osten Europas erreichten. Wie viele deutsche Renaissanceschriftsteller werden denn heute noch gelesen? Deutschland kann sicherlich keinen Vergleich zu den französischen und italienischen Dichtern der Zeit standhalten. Wir haben um 1600 auch keinen Shakespeare hervorgebracht. Unsere Barockliteratur ist ebenfalls international weitgehend unbekannt. Ich würde soweit gehen zu sagen, dass man sich vor den Zeiten Goethes im Westen Europas praktisch nicht mit der deutschen Literatur beschäftigte. Das kulturelle Aufblühen Deutschlands begann erst in der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts.

    Die Zersplitterung Deutschland im Vergleich zu den westeuropäischen Monarchien begann ja nicht erst nach dem Dreißigjährigen Krieg, sondern bereits zu spätstaufischer Zeit. Deutschland konnte das entscheidende 13. Jahrhundert anders als Frankreich nicht zur Ausbildung eines zentralisierten Königreichs nutzen, vielmehr bildeten sich seitdem quasi-souveräne Staaten heraus. Damals entschied sich, dass Deutschland ein mitteleuropäisches Land und kein Teil Westeuropas wurde. Mit dem Wegfall Deutschlands als Machtfaktor - in spätkarolingischer, ottonischer und salischer Zeit war das Ostfränkische Reich bzw. das regnum teutonicum das mächtigtse Königreich des katholischen Europas, mit den Staufern begann der Niedergang - stand Frankreich konkurrenzlos da. Sicherlich gab es ökonomisch reichere Gebiete - allan voran Oberitalien und die Niederland - doch waren diese klein und noch dazu staatlich zersplittert. Frankreich war bereits im Spätmittelalter die europäische Macht schlechthin. Ein deutscher Monarch wie Otto I. konnte sich als Herrscher betrachten, dem in Europa niemand ebenbürtig war, selbst große Herrscher des Spätmittelalters wie Karl IV. mochten aufgrund des Kaisertitels noch eine gewisse Vorrangstellung beanspruchen, realpolitisch waren sie jedoch auf ihre Hausmacht angewiesen und dem französischen König unterlegen.

    Auch den kulturellen Einfluss Deutschlands auf die Romania würde ich vor 1750 als gering einstufen, auch für die Zeit vor dem Dreißigjährigen Krieg. Für Ost- und Nordeuropa diente Deutschland dagegen immmer als Filter, durch den die Ideen Westeuropas gehen mussten bevor sie den Norden und Osten Europas erreichten. Wie viele deutsche Renaissanceschriftsteller werden denn heute noch gelesen? Deutschland kann sicherlich keinen Vergleich zu den französischen und italienischen Dichtern der Zeit standhalten. Wir haben um 1600 auch keinen Shakespeare hervorgebracht. Unsere Barockliteratur ist ebenfalls international weitgehend unbekannt. Ich würde soweit gehen zu sagen, dass man sich vor den Zeiten Goethes im Westen Europas praktisch nicht mit der deutschen Literatur beschäftigte. Das kulturelle Aufblühen Deutschlands begann erst in der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts.

  6. ""Wir stehen heute im Felde gegen den 12. oder 15. Überfall und Eroberungskrieg, den Frankreich seit 200 Jahren gegen Deutschland ausführt. 1814 und 1815 suchte man Bürgschaften gegen Wiederholung dieser Friedensstörungen in der schonenden Behandlung Frankreichs. .....
    Wir müssen dem Druck ein Ende machen, den Frankreich seit zwei Jahrhunderten auf das ihm schutzlos preisgegebene Süddeutschland ausübt, und der ein wesentlicher Hebel für die Zerstörung der deutschen Verhältnisse geworden ist. Frankreich hat sich durch die konsequent fortgesetzte Aneignung deutschen Landes und aller natürlichen Schutzwehren desselben in den Stand gesetzt, zu jeder Zeit mit einer verhältnismäßig kleinen Armee in das Herz von Süddeutschland vorzudringen, ehe eine bereite Hilfe da sein kann. Seit Ludwig XIV., unter ihm, unter der Republik, unter dem ersten Kaiserreich haben sich diese Einfälle immer und immer wiederholt; und das Gefühl der Unsicherheit, welches sie zurückgelassen, und die Furcht vor einer Wiederholung dieses Schrecknisses zwingt die süddeutschen Staaten, den Blick stets auf Frankreich gerichtet zu halten. Wir können nicht immer auf eine außerordentliche Erhebung des Volkes rechnen und der Nation nicht ansinnen, stets das Opfer so starker Rüstung zu tragen."

    ... das unterscheidet sich massiv von den heutigen Geschichtsbüchern....

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    politische Korrekte, nicht die Wahrheit. Fakten interssieren sie nicht sonderlich, sondern vielmehr moralisch theologische Positionen und Missionierungen von uns Deutschen!

    Bitte verzichten Sie auf Pauschalaussagen. Danke. Die Redaktion/ew

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    Bitte verzichten Sie auf Pauschalaussagen. Danke. Die Redaktion/ew

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