Charité Berlin Berliner Schachzüge
Bildungsministerin Schavan möchte sich mit der Einrichtung einer "Bundesuniversität" profilieren. Erhält die altehrwürdige Charité in Berlin als Erste diesen Status?
Es war ein wohlkalkulierter Vorstoß. Das Berliner Universitätsklinikum Charité sei ja eine hervorragende Einrichtung, »international hoch anerkannt«, schmeichelte Annette Schavan im ZEIT-Interview Anfang Mai. Es folgte das Aber: »Allein in Berliner Trägerschaft wird sie sich nicht gut weiterentwickeln können.« Und die Ministerin hatte auch gleich eine Lösung: Eine »dauerhafte gemeinsame Trägerschaft von Bund und Land«, das sei es, was ihr für die Zukunft einiger herausragender Universitäten vorschwebe. Allen voran: die Charité.
Das laute Nachdenken der Bundesbildungsministerin hatte den erwünschten Effekt: Schon am Tag danach überboten sich die Berliner Tageszeitungen mit Berichten über die »Bundes-Uni Charité«, der zuständige Senator Jürgen Zöllner (SPD) erklärte, eine solche Chance dürfe sich Berlin nicht entgehen lassen, und die Charité selbst ließ verlautbaren, man sei »stolz, von Ministerin Schavan in dieser für Deutschlands Zukunft so wichtigen Frage« ins Auge gefasst worden zu sein. Kaum jedoch war die erste Begeisterung verhallt, begann das kollektive Spekulieren: Was genau hatte Schavan eigentlich vorgeschlagen? Und vor allem: für wann? Von Schavan ist seit dem Interview kein Wort mehr zu dem Thema zu hören. Für den Moment sei alles gesagt, befindet ihr Sprecher.
Tatsächlich? Kaum ein Wort regt die Fantasie der Bildungsexperten derzeit so an wie der Begriff der »Bundesuniversität«. Zwar wäre die Charité genau genommen nur eine medizinische »Bundesfakultät« und keine Volluniversität, dennoch hat Schavan mit ihren Äußerungen den Geist aus der Flasche gelassen. Denn je näher das Ende der bis 2017 laufenden Exzellenzinitiative rückt, desto lauter wird die Frage: Wie geht es danach weiter?
Schließlich war die Exzellenzinitiative der Versuch, vonseiten des Bundes aus Schwerpunkte in der Hochschulpolitik zu setzen und damit auch das seit 2006 geltende Kooperationsverbot für Bund und Länder zu umgehen (siehe Kasten). Die in den vergangenen Jahren gekürten Eliteuniversitäten sollten zu Aushängeschildern werden, die weit über die Grenzen Deutschlands hinaus Strahlkraft entwickeln und weltweit die besten Köpfe anziehen. Das Problem ist nur: 2017 ist Schluss mit dem Bundeswettbewerb. Will man den Rückfall in die hochschulpolitische Kleinstaaterei vermeiden, muss dringend eine neue Idee her.
»Für den Bereich der Universitäten ist Schavans Vorstoß der erste ernst gemeinte Versuch einer Antwort aus der Politik überhaupt«, sagt Wedig von Heyden, ehemaliger Generalsekretär des Wissenschaftsrats und ein Kenner der deutschen Bildungslandschaft. Er hält es für »einen klugen Schachzug, dass Schavan ausgerechnet die weltbekannte Charité vorgeschlagen hat«. Auch dass Schavan sich selbst jetzt Stillschweigen in der Sache verordnet hat, gefällt von Heyden. »Sie will das Gesagte arbeiten lassen.«
Besonders kräftig arbeitet es bei Jürgen Zöllner, dem scheidenden Berliner Wissenschaftssenator. Nach den Abgeordnetenhauswahlen im Herbst will der 66-Jährige sein Amt abgeben, er hat also nicht mehr viel Zeit. »Ich würde mich freuen, wenn wir das möglichst dieses Jahr noch über die Bühne bringen«, sagt er. Daran zeigt sich, wie gewieft Schavans Vorstoß ist: Nach Gütekriterien hätte sie auch Heidelberg oder die Medizinische Hochschule Hannover nennen können. Doch ihr geht es weniger um Medizin als um Machbarkeit. »Bei der Charité klingt nicht nur der altehrwürdige Name gut, bei der Charité kann der Bund als Retter auftreten«, sagt Anke Burkhardt vom Institut für Hochschulforschung in Wittenberg.
Angesichts eines Investitionsstaus an der Charité von geschätzten 1,6 Milliarden Euro greift Berlin dankbar nach jeder Hilfe. Außerdem arbeitet die Charité schon heute eng mit dem größtenteils vom Bund finanzierten Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in Berlin-Buch zusammen. Problemlos ließe sich nach dem Vorbild des vor zwei Jahren gegründeten Karlsruhe Institute of Technology ein gemeinsames Dach über die Einrichtungen ziehen, und das ohne Grundgesetzänderung. Die Finanzströme blieben weiter getrennt: Das Land finanzierte die universitäre Lehre, der Bund unterstützte die Forschung an der Charité.
Die Sache hat nur einen Haken: Eine echte Bundesuniversität wäre das nicht. Weder kämen die Studenten in den Genuss der Gelder aus Schavans Haushalt, noch würde der Bund in irgendeiner Form Mitträger einer Hochschule. »Ich kann mir nicht vorstellen, dass Frau Schavan einen solchen Schnellschuss machen will, der aus Sicht des gesamten Wissenschaftssystems mehr Schaden als Nutzen bringen könnte«, sagt der Ingenieurwissenschaftler Wolfgang Marquardt, der seit vier Monaten Vorsitzender des Wissenschaftsrats ist. »Insofern verstehe ich den Vorschlag der Ministerin nicht wortwörtlich, sondern als Denkanstoß zu einer grundlegenden Befassung.« Der Wissenschaftsrat arbeite gerade einen Bericht zu den Finanzbeziehungen zwischen Bund und Ländern im Bereich der Wissenschaft aus; darin werde man »gegebenenfalls eine Verfassungsänderung« vorschlagen. Drängen lasse man sich aber nicht. Vor 2013 sei mit keinem Beschluss zu rechnen.
- Datum 17.06.2011 - 16:08 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 16.6.2011 Nr. 25
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Der Bund mischt sich in Sachen ein, die ihn nichts angehen. In anderen Ländern haben die Kommunen Krankenhäuser verkauft - in Berlin will auch hier der Bund Milliarden investieren. Warum kann Berlin nicht einmal ein Krankenhaus betreiben?
Wieso geht das den Bund nichts an? Ich lebe in Deutschland, und ich will mich in diesem Land mobil bewegen können. Diese elende Kleinstaaterei kotzt doch eigentlich jeden an, aber dagegen unternommen wird nichts. Jaja, die Verfassung und die Ewigkeitsklausel. Für alle Zeit zum Förderalismus verdammt - okay. Aber muss es unbedingt in der Bildungspolitik sein? Das ist eines der wenigen Felder, die nun wirklich eindeutig in die Hand des Bundes gehören. Da gäbe es ganz andere Felder, in denen Länder effektiver Handeln könnten als der Bund, jedoch liegt da die Kompetenz eben auch verkehrt herum verteilt. Ein einziger Saftladen ist dieses Land geworden, mit seiner Überblähten Bürokratie und tausend Zuständigkeiten. Und da, wo es explizit geregelt ist, verbaut man es sich selbst...
Wieso geht das den Bund nichts an? Ich lebe in Deutschland, und ich will mich in diesem Land mobil bewegen können. Diese elende Kleinstaaterei kotzt doch eigentlich jeden an, aber dagegen unternommen wird nichts. Jaja, die Verfassung und die Ewigkeitsklausel. Für alle Zeit zum Förderalismus verdammt - okay. Aber muss es unbedingt in der Bildungspolitik sein? Das ist eines der wenigen Felder, die nun wirklich eindeutig in die Hand des Bundes gehören. Da gäbe es ganz andere Felder, in denen Länder effektiver Handeln könnten als der Bund, jedoch liegt da die Kompetenz eben auch verkehrt herum verteilt. Ein einziger Saftladen ist dieses Land geworden, mit seiner Überblähten Bürokratie und tausend Zuständigkeiten. Und da, wo es explizit geregelt ist, verbaut man es sich selbst...
Wieso geht das den Bund nichts an? Ich lebe in Deutschland, und ich will mich in diesem Land mobil bewegen können. Diese elende Kleinstaaterei kotzt doch eigentlich jeden an, aber dagegen unternommen wird nichts. Jaja, die Verfassung und die Ewigkeitsklausel. Für alle Zeit zum Förderalismus verdammt - okay. Aber muss es unbedingt in der Bildungspolitik sein? Das ist eines der wenigen Felder, die nun wirklich eindeutig in die Hand des Bundes gehören. Da gäbe es ganz andere Felder, in denen Länder effektiver Handeln könnten als der Bund, jedoch liegt da die Kompetenz eben auch verkehrt herum verteilt. Ein einziger Saftladen ist dieses Land geworden, mit seiner Überblähten Bürokratie und tausend Zuständigkeiten. Und da, wo es explizit geregelt ist, verbaut man es sich selbst...
Schauen Sie sich doch mal in Frankreich um. Dort gibt es eine Bundes-Elite-Uni: Die École Superieur. Und die Absolventen dieser Eliteuni bilden dann letztendlich nahezu alle Posten in MInisterien und in Großkonzernen. Die Lobbyarbeit wird unterstützt, es entstehen hunderter Seilschaften, die das Land lähmen und die Bildung sowie die politische Entscheidungskraft auf eine winzige Gruppe mit meist sehr reichen Eltern beschränken. Das sollte in Deutschland auf keinen Fall passieren. Bundesuni ist völliger Unfug!
Da haben Sie Unrecht. Schließlich wurde und wird auf Teufel komm raus an allen Universitäten die Bologna-Reform durchgezogen. Deren Ziel war bereits die Vereinheitlichung der Standards und zwar uuropaweit.
Wenn Schavan nun Bundesunis zur Vereinheitlichung der Lehre will, dann kann das nur bedeuten, dass sie selbst Bologna a) versemmelt hat und b) Bologna selbst nicht mehr ernst nimmt oder sogar c) den Ländern Bologna zumutet, um im Bund selbst dann wieder ein antieuropäisches eigenes Süppchen zu kochen.
Egal was zutrifft, es gereicht Schavan und ihrer Idee von der Bundesuni nicht zum Ruhm sondern nur zur Schande!
Schauen Sie sich doch mal in Frankreich um. Dort gibt es eine Bundes-Elite-Uni: Die École Superieur. Und die Absolventen dieser Eliteuni bilden dann letztendlich nahezu alle Posten in MInisterien und in Großkonzernen. Die Lobbyarbeit wird unterstützt, es entstehen hunderter Seilschaften, die das Land lähmen und die Bildung sowie die politische Entscheidungskraft auf eine winzige Gruppe mit meist sehr reichen Eltern beschränken. Das sollte in Deutschland auf keinen Fall passieren. Bundesuni ist völliger Unfug!
Da haben Sie Unrecht. Schließlich wurde und wird auf Teufel komm raus an allen Universitäten die Bologna-Reform durchgezogen. Deren Ziel war bereits die Vereinheitlichung der Standards und zwar uuropaweit.
Wenn Schavan nun Bundesunis zur Vereinheitlichung der Lehre will, dann kann das nur bedeuten, dass sie selbst Bologna a) versemmelt hat und b) Bologna selbst nicht mehr ernst nimmt oder sogar c) den Ländern Bologna zumutet, um im Bund selbst dann wieder ein antieuropäisches eigenes Süppchen zu kochen.
Egal was zutrifft, es gereicht Schavan und ihrer Idee von der Bundesuni nicht zum Ruhm sondern nur zur Schande!
Nachdem die Frau meine gesamte Bildungskarriere nachhaltig negativ beeinflusst hat (von der Grundschule übers Abi bis zum Dilpom) und ich am eigenen Leib gespürt hab was für einen Bulls*it rauskommt, wenn die Frau am Lenkrad sitzt (soziale Selektion, assozialer Druck auf Lehrer, Studiengebühren, Elitebafög) [...]
Nicht nur ihre Person als ganzes lehne ich ab, sondern jede ihrer Entscheidungen, jede Idee die aus ihr rausquillt und alles wofür sie steht und wer wobei auch immer neben ihr steht.
Weg mit der Frau aus allen öffentlichen Ämtern und dem öffentlichen Leben! Sie kann von mir aus einen katholischen Landfrauenrentnertreff leiten - irgendwo ganz weit weg!
Teil entfernt. Bitte achten Sie darauf, Ihre Kritik sachlich zu äußern. Danke. Die Redaktion/lv
Lieber ray_block,
Sie schreiben, Ihre "gesamte Bildungskarriere [sei] nachhaltig negativ beeinflusst" worden.
Ob dies tatsächlich von anderer Seite aus verschuldet wurde, kann ich nicht beurteilen - ebenso wenig vermag ich zu beurteilen, wie weit Sie selbst zum Ergebnis Ihrer Selbstdiagnose beigetragen haben könnten (Stichworte: Eigenverantwortlichkeit, Selbstverantwortung des Lernenden usw.).
In jedem Fall beurteilen kann ich aber, dass Sie im Ergebnis Recht haben:
Ihre Wortwahl und Ausdrucksweise bestätigt Ihre Selbstdiagnose von der eigenen arg mangelhaften Bildungskarriere eindrucksvoll und nachhaltig. Ihre Neigung zur wüsten Beschimpfung von Menschen können Sie wahrscheinlich darauf zurückführen.
Andererseits ist Ihr Wortschatz doch so klein auch wieder nicht - allein die Sammlung der illustren Adjektive, mit denen Sie Schavan belegen (ich meine alles vor dem Wort "Miststück"), spricht doch für Ihr Sprachgefühl; ebenso die Verwendung des "rausquillen".
Vielleicht ist ja doch nicht alles in der Bildung an Ihnen vorbei gegangen. Wenn jetzt noch das ein oder andere Quentchen zwischenmenschlicher Umgangsformen dazukäme, können Sie doch eigentlich stolz auf sich sein.
Herzlichst
am Rande
Sie sind mir, unbekannterweise, äusserst sympathisch. Zumindest was Frau Schavan betrifft, teilen wir unsere Einschätzung.
Ich habe auf verschiedenen Wegen auch schon mit Frau Schavan zu tun gehabt. Dabei muss ich Ihnen (auch wenn ich die Wortwahl nicht teilen möchte) inhaltlich ein großes Stück weit recht geben.
Ihre Reaktionen auf meine inhaltlichen Äußerungen zeugten leider von großer Arroganz und Nicht-Interesse an bereits bestehendem und wissenschaftlich fundierten, allgemein anerkannten, Erkenntnissen. Und dies auch leider auf Kosten großer Teile der Bevölkerung.
Noch schlimmer waren allerdings viele Dinge, die ich aus meinem Bekanntenkreis über ihren Umgang mit den Menschen gehört habe.
Frau Schavan sollte sich mal darauf konzentrieren, mehr mit ihren Mitmenschen zu kooperieren und bereits vorhandene Erkenntnisse besser zu nutzen, anstatt ihren eigenen Kopf auf Teufel komm raus durchzusetzen.
Was die Bundesuni angeht. Sie sollte endlich mal versuchen die strukturellen Problem der deutschen Hochschullandschaft zu lösen. Es gehen nicht ohne Grund viele gute Wissenschaftler ins Ausland oder verlassen die Wissenschaft.
Einige Tipps: Besseres System als freie Hochschulwahl (zuviele freie Studienplätze, gleichzeitig zu wenige in anderen Studiengängen), Stärkung des akademischen Mittelbaus (viel zu hohe Risiken für Post-Docs),Anreizprobleme bei Betreuung der Doktoranden lösen (Doktoranden oft zu sehr vom Doktorvate abhängig),Bürokratieabbau der Hochschulen (mehr Eigenverantwortung für die Hochschulen, die momentanen Regeln sind eine Katastrophe für alle Beteiligten),keine teuren Castings
Ich kann die überhebliche Kritik an Ihrer Wortwahl nicht nachvollziehen. Die himmelschreiende Inkompetenz dieser in ihrer eigenen Welt lebenden Bildungsministerin bedarf unmissverständlicher Worte.
Wenn ich mich richtig erinnere, hat das Bundesverfassungsgericht das bundesweite Verbot von Studiengebühren der Schroeder-Regierung gekippt, weil es in die verfassungsrechtlich garantierte Bildungshoheit der Länder eingreift. Ich bin kein Befürworter von Studiengebühren, aber die Argumentation des Verfassungsgerichtes konnte ich dennoch nachvollziehen.
Nun will diese überhebliche und kritikresistente Frau eine Bundes-Universität einführen und sie der Kompetenz des Landes entziehen. Am besten gleich die Charite. Super, der finanziell klamme Stadtstaat Berlin freut sich.
Wenn Schavan unbedingt eine Bundesuni will, soll sie selbst eine neu gründen. Einen postmodernen neuen Klotz auf Grüner Wiese, wie damals die Uni Bochum. Die Gemeinschaftsuniversität des Volkes der Bundesrepublik Deutschland. Oder die Christlich Demokratische Volksuniversität. Oder die Anette Schavan Universität zu Bitterfeld. Oder die Freiherr zu Guttenberg Universität in Kabul, auf neutralen Boden.
Mit Verweis auf die Bildungskompetenz der Länder haben die Unions geführten Bundesländer gegen Schröders Verbot von Studiengebühren vor dem BVG geklagt, nun wollen sie das aushöhlen, weil es Schavans angekratztem Elite Prestige zu Gute kommt. Was für eine perfide Doppelmoral der CDU.
Lieber ray_block,
Sie schreiben, Ihre "gesamte Bildungskarriere [sei] nachhaltig negativ beeinflusst" worden.
Ob dies tatsächlich von anderer Seite aus verschuldet wurde, kann ich nicht beurteilen - ebenso wenig vermag ich zu beurteilen, wie weit Sie selbst zum Ergebnis Ihrer Selbstdiagnose beigetragen haben könnten (Stichworte: Eigenverantwortlichkeit, Selbstverantwortung des Lernenden usw.).
In jedem Fall beurteilen kann ich aber, dass Sie im Ergebnis Recht haben:
Ihre Wortwahl und Ausdrucksweise bestätigt Ihre Selbstdiagnose von der eigenen arg mangelhaften Bildungskarriere eindrucksvoll und nachhaltig. Ihre Neigung zur wüsten Beschimpfung von Menschen können Sie wahrscheinlich darauf zurückführen.
Andererseits ist Ihr Wortschatz doch so klein auch wieder nicht - allein die Sammlung der illustren Adjektive, mit denen Sie Schavan belegen (ich meine alles vor dem Wort "Miststück"), spricht doch für Ihr Sprachgefühl; ebenso die Verwendung des "rausquillen".
Vielleicht ist ja doch nicht alles in der Bildung an Ihnen vorbei gegangen. Wenn jetzt noch das ein oder andere Quentchen zwischenmenschlicher Umgangsformen dazukäme, können Sie doch eigentlich stolz auf sich sein.
Herzlichst
am Rande
Sie sind mir, unbekannterweise, äusserst sympathisch. Zumindest was Frau Schavan betrifft, teilen wir unsere Einschätzung.
Ich habe auf verschiedenen Wegen auch schon mit Frau Schavan zu tun gehabt. Dabei muss ich Ihnen (auch wenn ich die Wortwahl nicht teilen möchte) inhaltlich ein großes Stück weit recht geben.
Ihre Reaktionen auf meine inhaltlichen Äußerungen zeugten leider von großer Arroganz und Nicht-Interesse an bereits bestehendem und wissenschaftlich fundierten, allgemein anerkannten, Erkenntnissen. Und dies auch leider auf Kosten großer Teile der Bevölkerung.
Noch schlimmer waren allerdings viele Dinge, die ich aus meinem Bekanntenkreis über ihren Umgang mit den Menschen gehört habe.
Frau Schavan sollte sich mal darauf konzentrieren, mehr mit ihren Mitmenschen zu kooperieren und bereits vorhandene Erkenntnisse besser zu nutzen, anstatt ihren eigenen Kopf auf Teufel komm raus durchzusetzen.
Was die Bundesuni angeht. Sie sollte endlich mal versuchen die strukturellen Problem der deutschen Hochschullandschaft zu lösen. Es gehen nicht ohne Grund viele gute Wissenschaftler ins Ausland oder verlassen die Wissenschaft.
Einige Tipps: Besseres System als freie Hochschulwahl (zuviele freie Studienplätze, gleichzeitig zu wenige in anderen Studiengängen), Stärkung des akademischen Mittelbaus (viel zu hohe Risiken für Post-Docs),Anreizprobleme bei Betreuung der Doktoranden lösen (Doktoranden oft zu sehr vom Doktorvate abhängig),Bürokratieabbau der Hochschulen (mehr Eigenverantwortung für die Hochschulen, die momentanen Regeln sind eine Katastrophe für alle Beteiligten),keine teuren Castings
Ich kann die überhebliche Kritik an Ihrer Wortwahl nicht nachvollziehen. Die himmelschreiende Inkompetenz dieser in ihrer eigenen Welt lebenden Bildungsministerin bedarf unmissverständlicher Worte.
Wenn ich mich richtig erinnere, hat das Bundesverfassungsgericht das bundesweite Verbot von Studiengebühren der Schroeder-Regierung gekippt, weil es in die verfassungsrechtlich garantierte Bildungshoheit der Länder eingreift. Ich bin kein Befürworter von Studiengebühren, aber die Argumentation des Verfassungsgerichtes konnte ich dennoch nachvollziehen.
Nun will diese überhebliche und kritikresistente Frau eine Bundes-Universität einführen und sie der Kompetenz des Landes entziehen. Am besten gleich die Charite. Super, der finanziell klamme Stadtstaat Berlin freut sich.
Wenn Schavan unbedingt eine Bundesuni will, soll sie selbst eine neu gründen. Einen postmodernen neuen Klotz auf Grüner Wiese, wie damals die Uni Bochum. Die Gemeinschaftsuniversität des Volkes der Bundesrepublik Deutschland. Oder die Christlich Demokratische Volksuniversität. Oder die Anette Schavan Universität zu Bitterfeld. Oder die Freiherr zu Guttenberg Universität in Kabul, auf neutralen Boden.
Mit Verweis auf die Bildungskompetenz der Länder haben die Unions geführten Bundesländer gegen Schröders Verbot von Studiengebühren vor dem BVG geklagt, nun wollen sie das aushöhlen, weil es Schavans angekratztem Elite Prestige zu Gute kommt. Was für eine perfide Doppelmoral der CDU.
Schauen Sie sich doch mal in Frankreich um. Dort gibt es eine Bundes-Elite-Uni: Die École Superieur. Und die Absolventen dieser Eliteuni bilden dann letztendlich nahezu alle Posten in MInisterien und in Großkonzernen. Die Lobbyarbeit wird unterstützt, es entstehen hunderter Seilschaften, die das Land lähmen und die Bildung sowie die politische Entscheidungskraft auf eine winzige Gruppe mit meist sehr reichen Eltern beschränken. Das sollte in Deutschland auf keinen Fall passieren. Bundesuni ist völliger Unfug!
und den sozis die es geschafft haben immer so vorschwebt eine eliteuni, deren absolventen immer aus dem selben haus kommen, auf das auf ewig immer die selben regieren, so eine art erbdemokratie, die kinder erben die posten der eltern, wie früher in der monarchie
jetzt steht eben demokratie auf dem schleiferl drauf - diktatur, überwachung und monarchie steckt drin
und den sozis die es geschafft haben immer so vorschwebt eine eliteuni, deren absolventen immer aus dem selben haus kommen, auf das auf ewig immer die selben regieren, so eine art erbdemokratie, die kinder erben die posten der eltern, wie früher in der monarchie
jetzt steht eben demokratie auf dem schleiferl drauf - diktatur, überwachung und monarchie steckt drin
Da haben Sie Unrecht. Schließlich wurde und wird auf Teufel komm raus an allen Universitäten die Bologna-Reform durchgezogen. Deren Ziel war bereits die Vereinheitlichung der Standards und zwar uuropaweit.
Wenn Schavan nun Bundesunis zur Vereinheitlichung der Lehre will, dann kann das nur bedeuten, dass sie selbst Bologna a) versemmelt hat und b) Bologna selbst nicht mehr ernst nimmt oder sogar c) den Ländern Bologna zumutet, um im Bund selbst dann wieder ein antieuropäisches eigenes Süppchen zu kochen.
Egal was zutrifft, es gereicht Schavan und ihrer Idee von der Bundesuni nicht zum Ruhm sondern nur zur Schande!
Lieber ray_block,
Sie schreiben, Ihre "gesamte Bildungskarriere [sei] nachhaltig negativ beeinflusst" worden.
Ob dies tatsächlich von anderer Seite aus verschuldet wurde, kann ich nicht beurteilen - ebenso wenig vermag ich zu beurteilen, wie weit Sie selbst zum Ergebnis Ihrer Selbstdiagnose beigetragen haben könnten (Stichworte: Eigenverantwortlichkeit, Selbstverantwortung des Lernenden usw.).
In jedem Fall beurteilen kann ich aber, dass Sie im Ergebnis Recht haben:
Ihre Wortwahl und Ausdrucksweise bestätigt Ihre Selbstdiagnose von der eigenen arg mangelhaften Bildungskarriere eindrucksvoll und nachhaltig. Ihre Neigung zur wüsten Beschimpfung von Menschen können Sie wahrscheinlich darauf zurückführen.
Andererseits ist Ihr Wortschatz doch so klein auch wieder nicht - allein die Sammlung der illustren Adjektive, mit denen Sie Schavan belegen (ich meine alles vor dem Wort "Miststück"), spricht doch für Ihr Sprachgefühl; ebenso die Verwendung des "rausquillen".
Vielleicht ist ja doch nicht alles in der Bildung an Ihnen vorbei gegangen. Wenn jetzt noch das ein oder andere Quentchen zwischenmenschlicher Umgangsformen dazukäme, können Sie doch eigentlich stolz auf sich sein.
Herzlichst
am Rande
Ihren Kommentar finde ich richtig und angebracht, auch wenn mir Frau Schavan aus eigener Anschauung ebenfalls nicht besonders sympathisch ist. Den Artikel selbst habe ich noch nicht gelesen, werde das aber jetzt nachholen und solange auf das Bellen eines getroffenen Hundes warten.
mag ich;p
So sehr ich auch eine gute Ausdrucksweise zu schätzen weiß, so muß ich aber auch darauf beharren, daß starke Themen starke Worte benötigen. Und wenn man bedenkt, wie viel unerhörten Schaden Frau Schavan dem Leben von hunderttausenden Studenten und der Forschung des Landes im Allgemeinen angerichtet hat, so halte ich die Worte von ray-block für ungemein passend.
Das bleibt aber letztlich Geschmackssache.
Ihren Kommentar finde ich richtig und angebracht, auch wenn mir Frau Schavan aus eigener Anschauung ebenfalls nicht besonders sympathisch ist. Den Artikel selbst habe ich noch nicht gelesen, werde das aber jetzt nachholen und solange auf das Bellen eines getroffenen Hundes warten.
mag ich;p
So sehr ich auch eine gute Ausdrucksweise zu schätzen weiß, so muß ich aber auch darauf beharren, daß starke Themen starke Worte benötigen. Und wenn man bedenkt, wie viel unerhörten Schaden Frau Schavan dem Leben von hunderttausenden Studenten und der Forschung des Landes im Allgemeinen angerichtet hat, so halte ich die Worte von ray-block für ungemein passend.
Das bleibt aber letztlich Geschmackssache.
Es geht der Dame (deren Name ich schon vergessen habe) nur darum, einen Namen in irgendeiner Akte zu hinterlassen. Sie posaunt halt irgendetwas heraus, hört sich wohlmeinende Deutungen an und sagt dann zu dem was am besten klingt "So hab ich's gemeint.".
Das ganze "Konzept" ist nicht zu Ende gedacht, weil überhaupt niemand einen Anfangsgedanken dazu hat. Vielmehr ist es eine neue lustige Maßnahme, um neue Ausschüsse zum Thema zu bilden, Steuergeld zu verjubeln und diesen Beamtenstaat zu rechtfertigen. Anders kann man es sich nicht erklären.
Als ob die deutsche Bildungslandschaft nicht andere Probleme hat als Bundeselitenuniversitätsfakultäten aus dem Boden zu stampfen ...
Ihren Kommentar finde ich richtig und angebracht, auch wenn mir Frau Schavan aus eigener Anschauung ebenfalls nicht besonders sympathisch ist. Den Artikel selbst habe ich noch nicht gelesen, werde das aber jetzt nachholen und solange auf das Bellen eines getroffenen Hundes warten.
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