Ehec Woher stammt Erreger O104?
Lebensmittelkontrolleure gaben den entscheidenden Hinweis auf das gefährliche Darmbakterium. Dennoch bleibt der Fall rätselhaft.
Nach drei Wochen voller Rätsel und Rückschläge waren sich die Fahnder Ende vergangener Woche einig: Es sind Sprossen, die den lebensgefährlichen Erreger O104 verbreiten. Erleichtert griffen die Deutschen wieder zu Salat, Gurken und Tomaten. Doch wichtige Fragen sind noch gar nicht geklärt. Auch zu Beginn der Woche warteten Seuchenschützer und Lebensmittelkontrolleure mit neuen Nachrichten auf.
Die Kritik wächst. Während die einen meinen, dass die Bakterien-Fahnder diesmal zu schnell vorgeprescht sind und damit einen wirtschaftlichen Schaden angerichtet haben, monieren andere zu langsame Meldewege zwischen den Behörden – und falsche Entscheidungen gleich zu Beginn der Katastrophe.
Tausende Mitarbeiter in zwei Bundesministerien, drei Instituten, etlichen Bundesländern sowie Kreisen und Städten sind mit der Spurensuche nach dem gefährlichen Darmbakterium beschäftigt. Das große Netz der Fahnder hängt mit der dezentralen Struktur der Lebensmittelkontrolle zusammen. Die wurde so organisiert, weil in Deutschland jede Imbissbude und jeder Wochenmarkt überwacht werden muss.
Taugt sie aber auch im Seuchenfall? Und sind die Irrungen und Wirrungen in den vergangenen Wochen eben dieser unübersichtlichen Organisation geschuldet? Mal gerieten Salat und Tomaten in Verdacht, dann vor allem Gurken, jetzt sind es Sprossen und vielleicht doch wieder Salat. Woher stammt der Erreger O104? Diese entscheidende Frage blieb bis zum vergangenen Dienstag rätselhaft.
- Ehec-Bakterien
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Im menschlichen Darm wimmelt es von Mikroorganismen und Bakterien. Das ist nicht ungewöhnlich. Viele Keime unterstützen möglicherweise die Verdauung von Nahrung oder die Abwehr von Krankheitserregern. Sehr häufig sind Escherichia coli im Darm zu finden.
Ehec-Bakterien (enterohämorrhagische Escherichia coli) hingegen bilden einen mitunter gefährlichen Stamm von E.coli. Sie können Giftstoffe, vor allem das Shigatoxin, produzieren. Nisten sich Ehec-Keime im Darm ein, etwa in der Schleimhaut, dringt das Gift in die Zellen der inneren Darmwand ein und zerstört Gefäße. In Deutschland sind derzeit 42 Stämme des Ehec-Erregers bekannt.
Der Ausbruch im Frühjahr 2011 verlief sehr ungewöhnlich. Der umgehende Keim ähnelt bekannten Ehec-Erregern kaum. Normalerweise erkranken vor allem Kleinkinder im Alter von durchschnittlich drei Jahren. Schwere Krankheitsverläufe sind sehr selten.
Der durch verkeimte Sprossen verbreitete Erreger vom Typ O104:H4 (HUSEC041) ist besonders aggressiv und löst relativ häufig das hämolytisch-urämischen Syndrom (Hus) aus – die schwerste Komplikation der Darminfektion.
- Erkrankung
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Wer sich mit Ehec-Bakterien infiziert, muss nicht zwangsläufig erkranken. Oft kommt es aber etwa drei Tage nach der Ansteckung zu wässrigen Durchfällen. Zwei Drittel der Erkrankten scheiden nach weiteren zwei bis drei Tagen blutigen Stuhl aus.
Begleitet wird die Erkrankung von Übelkeit, Erbrechen und Bauchschmerzen. Auch Fieber ist möglich, aber seltener.
Während vergangener Ehec-Ausbrüche entwickelten etwa zehn bis zwanzig Prozent der Erkrankten einen schweren Verlauf. Wer unter Durchfall und Blut im Stuhl leidet, sollte sofort einen Arzt aufsuchen.
Eine Woche nach Beginn der Durchfälle kann es zum gefährlichen hämolytisch-urämischen Syndrom (Hus) kommen. Blutige Entzündungen der Darmschleimhaut treten auf, die für die Blutgerinnung notwendigen Thrombozyten verringern sich, Giftstoffe sammeln sich im Körper, Gefäße werden zerstört. Im schlimmsten Fall versagen die Nieren, es kommt zu Blutgerinnseln im Hirn. Hus trifft in der Regel nur etwa jeden zehnten Erkrankten. Die Sterberate liegt in dieser Akutphase bei zwei Prozent der Betroffenen.
- Ansteckung
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Ehec-Bakterien gibt es überall auf der Welt. Infektionen mit dem Erreger sind seit dem Jahr 2001 in Deutschland meldepflichtig, sofern sie bemerkt werden. Seither übermittelten die Gesundheitsämter bundesweit jährlich zwischen 925 und 1183 Ehec-Erkrankungen an das zuständige Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin.
Ehec-Erreger kommen vor allem im Darm von Wiederkäuern wie Rindern, Schafen und Ziegen vor. Allerdings wurden sie auch schon im Darmtrakt von Schweinen, Hirschen und Rehen nachgewiesen. Der jetzt grassierende Stamm wurde bisher aber nicht in Tieren nachgewiesen.
Die Erreger sind sehr umweltresistent und können bis zu ein Jahr lang außerhalb des Darms überleben. Zudem reichen nur wenige Dutzend Keime aus, um sich zu infizieren.
Für Ehec-Ausbrüche kommen zahlreiche Infektionsquellen in Betracht: Rohmilch und Rohmilchkäse sowie rohe Wurstprodukte oder zu kurz gegartes Fleisch. Verunreinigtes Obst und Gemüse kann die Quelle sein, oder andere ungekochte Lebensmittel.
Ehec-Bakterien können auch beim Düngen mit Gülle auf Nahrungsmittel gelangen. Bei den meisten bisherigen Krankheitsausbrüchen konnte die Infektionsquelle nicht gefunden werden.
Im aktuellen Fall waren Sprossen mit dem Erreger kontaminiert. Die Spur der Samen führt nach Ägypten. Wie der Keim aus dem Darm von Tieren auf diese Samen gelangt sein kann, ist noch immer unbekannt.
- Behandlung
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Mediziner behandeln derzeit bei leichten Verläufen vor allem die Symptome der Ehec-Erkrankung. Menschen scheiden die Bakterien oft von selbst aus. Das kann mitunter ein paar Wochen dauern.
Antibiotika helfen gegen Ehec-Bakterien wenig, im Gegenteil: "Die Gabe kann mitunter die Toxinproduktion (der Keime) sogar erhöhen", sagt der Hygieniker Helge Karch, der den Erreger genetisch analysiert hat. Daher raten Ärzte dringend davon ab, eine Ehec-Infektion mit Antibiotika zu behandeln.
Die Menschen, die derzeit akut erkrankt sind, werden mit Dialyse und Blutreinigung behandelt. So werden die Giftstoffe aus dem Körper gewaschen. Nicht immer erholt sich die Niere von der Infektion, sodass einige Patienten dauerhaft eine Dialyse brauchen oder auf ein Spenderorgan warten müssen.
In der Anfangsphase von Hus brauchen Patienten dringend Flüssigkeit, etwa über Kochsalzinfusionen. So lässt sich die schwerste Form der Erkrankung, das Nierenversagen, verhindern. Andernfalls könnte eine Nierentransplantation notwendig werden oder eine lebenslange Dialyse.
In besonders schweren Fällen setzten Mediziner eine noch kaum erforschter Therapie ein: Sie gaben einigen Patienten die Antikörperlösung Eculizumab. Zum Teil verbesserte sich der Zustand danach.
- Schutz
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Nur strenge Hygiene kann vor einer Ansteckung mit Ehec und ähnlichen Keimen schützen. Gemüse und Obst müssen gründlich gereinigt werden. In der Küche sollten Messer und Schneidebretter für jedes Lebensmittel separat verwendet und anschließend gründlich gesäubert werden.
Fleisch und Gemüse sollte man im Kühlschrank getrennt voneinander lagern und auch getrennt zubereiten. Putz- und Spüllappen sollten in kurzen Abständen gewechselt oder ausgekocht werden.
Lebensmittel sollten vor dem Verzehr ausreichend erhitzt werden. Ehec-Erreger wie auch ihre Giftstoffe sind sehr hitzelabil. Ab 60 bis 70 Grad werden die Keime und ihre Toxine zerstört.
Das Robert Koch-Institut empfiehlt allen Menschen mit Durchfall, sich stets gründlich die Hände zu waschen und/oder sie zu desinfizieren, insbesondere wenn Kleinkinder oder immungeschwächte Menschen in der Nähe sind.
Sollte ein Familienmitglied erkranken, sollten die Toilette und Flächen, die der Erkrankte anfasst, regelmäßig gereinigt und desinfiziert werden.
Als beim staatlichen Robert Koch-Institut, kurz RKI, vor knapp einem Monat die ersten Meldungen eingehen, fällt der Verdacht zunächst auf verdorbenes Fleisch und auf Rohmilch. Das waren bislang jene Produkte, die vorzugsweise Bakterien dieser Art verbreiteten. Doch in Gesprächen mit den Patienten rücken Gurken, Salat und Tomaten in den Fokus.
Das Bundesamt für Risikobewertung (BfR) tritt in Aktion. Seine Aufgabe ist es unter anderem, Verzehrwarnungen auszusprechen. Das Amt empfiehlt am 25. Mai, das verdächtigte Gemüse insbesondere in Norddeutschland nicht roh zu verzehren. So etwas hat es seit Tschernobyl nicht mehr gegeben. Die Suche geht weiter.
Aber weder das RKI, das dem Bundesgesundheitsminister zugeordnet ist, noch das BfR, es untersteht der Bundesverbraucherministerin, sind für die Lebensmittelkontrolle zuständig. Das ist Sache der einzelnen Bundesländer. Die praktische Arbeit erledigen die Landkreise und Kommunen. Sie schicken die Kontrolleure los – und sind auch verpflichtet, die Öffentlichkeit zu alarmieren, falls die Gesundheit der Menschen gefährdet ist. Genau das wird die Verbraucher irritieren.
- Datum 16.06.2011 - 06:46 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 16.6.2011 Nr. 25
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Die Sprossen decken weniger als die Hälfte der Fälle ab. Die mittlerweile allgemeine Warnung vor entsprechendem Saatgut zeigt eher die Hilflosigkeit als eine Lösungskompetenz. Denn diesen Risiken sind wir täglich ausgesetzt.
Aus dem Blick ist geraten, dass alles im Norden und im wesentlichen rund um Hamburg begonnen hat. Das ist der eigentlich entscheidende Hinweis gewesen.
Eine genaue Dokumentation der Indizien, die auf Sprossen als EHEC-Träger hindeuten, würde ich auch gerne mal lesen. Hätte Sie für mich eine Quelle, die ihre Aussagen stützt?
... die modeseuche 2011 wird genausoschnell wieder verschwinden, wie sie aufgetaucht ist. ich muss mich ja fast schämen, wenn ich einem afrikaner erzähle, was hier fürn wind um son bakterium gemacht wird, während bei ihm zu hause die leute zu tausenden an viiel schlimmerem krepieren. europäischer luxus ist das hier...
Diese "Modeseuche" mit dem lebensgefährlichen HUS
hat inzwischen weit über 30 Menschen das Leben gekostet darunter vornehmlich junge und kräftige.
Diese Menschen sind qualvoll gestorben. Hunderte werden
schwere bleibende Schäden ihr Leben lang zurückbehalten.
Ihren Zynismus können Sie sich sparen und Ihr Mitleid
bei eigener ähnlicher Misere einfordern.
Eine genaue Dokumentation der Indizien, die auf Sprossen als EHEC-Träger hindeuten, würde ich auch gerne mal lesen. Hätte Sie für mich eine Quelle, die ihre Aussagen stützt?
... die modeseuche 2011 wird genausoschnell wieder verschwinden, wie sie aufgetaucht ist. ich muss mich ja fast schämen, wenn ich einem afrikaner erzähle, was hier fürn wind um son bakterium gemacht wird, während bei ihm zu hause die leute zu tausenden an viiel schlimmerem krepieren. europäischer luxus ist das hier...
Diese "Modeseuche" mit dem lebensgefährlichen HUS
hat inzwischen weit über 30 Menschen das Leben gekostet darunter vornehmlich junge und kräftige.
Diese Menschen sind qualvoll gestorben. Hunderte werden
schwere bleibende Schäden ihr Leben lang zurückbehalten.
Ihren Zynismus können Sie sich sparen und Ihr Mitleid
bei eigener ähnlicher Misere einfordern.
Seit wann beschäftigt man sich denn in Deutschland wieder mit "entscheidenden Fragen", wenn es doch völlig ausreicht, irgendwelche Sprechblasen zu entleeren? Dumpfe Bauchgefühle reichen doch vollständig aus!
"Mikrobiologe Kekulé fordert zwar keine neue Mammutbehörde, ... "
Ich gehe mal davon aus, dass der Herr auch schon eine Vorstellung davon hat, wer diese Nicht-Mammut-Behörde leiten könnte? Und wie der zugehörige Dienstwagen aussehen soll? Wobei wir wieder bei den "entscheidenden Fragen" wären ...
Warum hat man damals eigentlich "entschieden", das BGA aufzulösen?
http://de.wikipedia.org/w...
Richtig, Herr Kekulé möchte keine "neue Mammutbehörde", aber (um Ihre Frage zu beantworten - im Artikel steht die Antwort auch gleich im nächsten Satz, ich zitiere:) "beim Ausbruch einer gefährlichen Infektionskrankheit sollte »das RKI die Federführung bei der Ursachenermittlung und der Verhütung der Weiterverbreitung übernehmen«."
Richtig, Herr Kekulé möchte keine "neue Mammutbehörde", aber (um Ihre Frage zu beantworten - im Artikel steht die Antwort auch gleich im nächsten Satz, ich zitiere:) "beim Ausbruch einer gefährlichen Infektionskrankheit sollte »das RKI die Federführung bei der Ursachenermittlung und der Verhütung der Weiterverbreitung übernehmen«."
Eine Überschrift als Frage fordert normalerweise eine Aufklärung genau dieser Frage. Das passiert hier aber nicht. Netter Versuch!
Leider bleibt immer noch Unklar, wie Biosaatgut verseucht sein kann, wo es doch außerdem schwer vorstellbar ist, wie sich in Biobetrieben solche Keime bilden können, was man normalerweise von Groß-Mastbetrieben erwarten würde.
Das die Sprossen nicht bei der Keimung kontaminiert wurden liegt auf der Hand, zumal nur Wasser hinzugefügt wird. Keimsaat wird außerdem sehr trocken gelagert, was ja laut einem vorhergehenden Artikel dem 0104 Erreger nicht sehr gefällt. Er braucht Feuchtigkeit um zu überleben.
Die Meldung, dass Fleisch befallen sei ging sofort wieder unter, ohne dass erklärt wurde, warum es das doch nicht sein kann. Auch in diesem Artikel wird nur darauf hingewiesen, dass es eine andere Spur gab, die plausibler erschien.
Das Ganze bleibt mit vielen Fragen belastet und solange die nicht geklärt sind bleiben Zweifel an den Behörden bestehen.
Wie Sie richtig sagen, fehlt die alles entscheidende Antwort. Wo kommt dieses neue Bakterium her?
Ein Bakterium das gegen acht Antibiotika immun ist, welche nur teilweise in der Viehwirtschaft eingesetzt werden, dessen ein Teil aus Afrika stammt und welches jetzt auf Sprossen auftaucht ist wahrlich ein Mysterium.
In einigen Berichten liest man, so ein Bakterium kann nur im Labor gezüchtet werden.
Da es sich ja hauptsächlich um Hamburg und Umgebung handelt, wäre mein erster Gedanke, dass es mit einem Schiff gekommen ist (Analogie zum Pestschiff).
So bleibt uns nichts als der Dinge zu harren.
Wie Sie richtig sagen, fehlt die alles entscheidende Antwort. Wo kommt dieses neue Bakterium her?
Ein Bakterium das gegen acht Antibiotika immun ist, welche nur teilweise in der Viehwirtschaft eingesetzt werden, dessen ein Teil aus Afrika stammt und welches jetzt auf Sprossen auftaucht ist wahrlich ein Mysterium.
In einigen Berichten liest man, so ein Bakterium kann nur im Labor gezüchtet werden.
Da es sich ja hauptsächlich um Hamburg und Umgebung handelt, wäre mein erster Gedanke, dass es mit einem Schiff gekommen ist (Analogie zum Pestschiff).
So bleibt uns nichts als der Dinge zu harren.
Stanislaw Lem: "der Schnupfen"
Nur um ein wenig die Komplexität des Themas zu verstehen, und dass es unter Umständen "den Bösen" vielleicht garnicht gibt.
.... intelligenter Beitrag!!!!
.... intelligenter Beitrag!!!!
Eine genaue Dokumentation der Indizien, die auf Sprossen als EHEC-Träger hindeuten, würde ich auch gerne mal lesen. Hätte Sie für mich eine Quelle, die ihre Aussagen stützt?
als ob vor allem das RKI nicht die geeignete Behörde war, um Empfehlungen auszusprechen, das ganze Desaster scheint vor allem ihren vorschnellen Empfehlungen zu entspringen.
Die Faktenermittlung allein der loklalen Behörden liefert eher wenig anlass zur Kritik.
Das Problem liegt wohl im medial erzeugten und nicht kontrollierbaren Kommunikationsdruck, der Institute wie das RKI unddie Politik zu vorschnellen Festlegungen verleitet, ja fast zwingt.
Mehr Zuständigkeit für das RKI kann daher das Problem nicht lösen, eher im Gegenteil.
H.
Ein Gesichtspunkt der Frage: Woher kommt der Ehec-Ereger wurde nach meiner Meinung noch ueberhaupt nicht diskutiert. Ecoli-Bakterien - natuerlich nicht der Ehec-Ereger - sind die Haustiere der Gentechniker. Viele Gentechnikversuche verlaufen nach folgendem Shema:
- Das Genom mehrere Ecoli-Bakterien wird so veraendert, dass es die gewuenschte Gensequenz produziert
- Da dies immer nur bei einem Teil der Bakterien erfolgreich ist, wird zusaetzlich den erfolgreichen Bakterien eine Antibiotikaresistenz angezuechtet, um die erfolgreichen Bakterien von den nicht modifizierten trennen zu koennen.
An anderer Stelle habe ich gelesen, dass der Ehec-Erreger ueber eine Antibiotikaresitenz verfuegt. Ausserdem war auch zu lesen, dass im Magen von Kuehen Erbmaterial zwischen verschiedenen Bakterienstaemmen ausgetauscht wird. Besonders gut geht das in der gleichen Familie wie Ecoli.
Es ist sicher nicht so einfach, dass der derzeitige Ehec-Erreger - also die Ecoli-Mutation - direkt aus dem Genlabor kommt. Ausschliessen kann das aber auch niemand, dass der Ehec-Erreger seine Virulenz ueber Umwege aus einer von Menschen erzeugten Mutation erhalten hat.
In der Tat sehr merkwürdig. Hatte selber schon in mehreren Beiträgen darauf hingewiesen, daß ich Hinweise darauf sehe, daß EHEC O104 wahrscheinlich aus einem Gentechnik-Labor stammt.
Gerade die Multiresistenzgene machen mich stutzig, weil sowas normalerweise nur in Krankenhauskeimen vorkommt. Dort verbreiten sie sich über Transduktion horizontal in der ortständigen Bakterienpopulation und inserieren normalerweise auf Plasmiden, also extrachromosomalen DNS-Bschnitten.
Im EHEC O104 wurden aber Reste eines Phagen gefunden und das ist der klassische Vektor in der Gentechnologie. Sowas kann in der freien Natur zwar auch vorkommen, ist aber eher unwahrscheinlich. Man müßte wissen, ob die Resistenzen auf einem Plasmid vorliegen, oder intrachromosomal, womöglich in der Nähe der Phagen-DNS. Das wäre dann in der Tat ein sehr starkes Indiz dafür, daß Pathogenitätsfaktoren gezielt in einen bereits bestehenden EHEC-Stamm eingebracht und anhand der ebenfalls eingebrachten Resistenzen ausselektiert wurden.
Mag man als Verschwörugnstheorie abtun, aber es bleibt weiter spannend.
Gentechniklabore (speziell um Hamburg) daraufhin zu überprüfen. - Auch für mich ist das die Erklärung dazu, daß Ehec-Erreger möglicherweise direkt IM Samenkorn stecken. - Hoffentlich sind nicht schon die nächsten Mutationsformen entstanden. -
E.Coli wurde von Forschern vor allem deshalb gewählt, da es die am weitesten verbreitete Familie von natürlichen Bakterien der Darmflora und daher für den Menschen normalerweise völlig harmols ist. EHEC hat durch eine Phageninfektion die Fähigkeit gewonnen einen Giftstoff zu produzieren was das Bakterium, zusammen mit einigen anderen Eigenschaften, zum Krankheitserreger macht. Phagen sind nichts anderes als Viren die sich auf den Befall von Bakterien spezialisiert haben und sind in der Natur weit verbreitet, sie sind also keinesfalls ein Hinweis auf Genmanipulation.
Die von Forschern verwendeten E.Coli Stämme haben die Fähigkeit zum Austausch von Erbinformationen verloren, daher ist es Unwahrscheinlich, dass der EHEC stamm O104 sozusagen aus Versehen aus einem Laborbakterium entstanden ist. Viel wahrscheinliche ist, dass ein natürlicher EHEC Stamm Erbinformationen mit einem anderen resistenten Stamm ausgetauscht hat. Diese Resistenten Stämme entstehen durch normale Evolution bei übermäßigem Antibiotikagebrauch vor Allem in Krankenhäusern, aber auch in Patienten die regelmäßig Antibiotika nehmen oder eine Antibiotikabehandlung zu früh abbrechen.
Ich würde also nicht vorschnell irgendwelchen Verschwörungstheorien glauben, egal in wie viel Fachbegriffe sie verpackt werden.
In der Tat sehr merkwürdig. Hatte selber schon in mehreren Beiträgen darauf hingewiesen, daß ich Hinweise darauf sehe, daß EHEC O104 wahrscheinlich aus einem Gentechnik-Labor stammt.
Gerade die Multiresistenzgene machen mich stutzig, weil sowas normalerweise nur in Krankenhauskeimen vorkommt. Dort verbreiten sie sich über Transduktion horizontal in der ortständigen Bakterienpopulation und inserieren normalerweise auf Plasmiden, also extrachromosomalen DNS-Bschnitten.
Im EHEC O104 wurden aber Reste eines Phagen gefunden und das ist der klassische Vektor in der Gentechnologie. Sowas kann in der freien Natur zwar auch vorkommen, ist aber eher unwahrscheinlich. Man müßte wissen, ob die Resistenzen auf einem Plasmid vorliegen, oder intrachromosomal, womöglich in der Nähe der Phagen-DNS. Das wäre dann in der Tat ein sehr starkes Indiz dafür, daß Pathogenitätsfaktoren gezielt in einen bereits bestehenden EHEC-Stamm eingebracht und anhand der ebenfalls eingebrachten Resistenzen ausselektiert wurden.
Mag man als Verschwörugnstheorie abtun, aber es bleibt weiter spannend.
Gentechniklabore (speziell um Hamburg) daraufhin zu überprüfen. - Auch für mich ist das die Erklärung dazu, daß Ehec-Erreger möglicherweise direkt IM Samenkorn stecken. - Hoffentlich sind nicht schon die nächsten Mutationsformen entstanden. -
E.Coli wurde von Forschern vor allem deshalb gewählt, da es die am weitesten verbreitete Familie von natürlichen Bakterien der Darmflora und daher für den Menschen normalerweise völlig harmols ist. EHEC hat durch eine Phageninfektion die Fähigkeit gewonnen einen Giftstoff zu produzieren was das Bakterium, zusammen mit einigen anderen Eigenschaften, zum Krankheitserreger macht. Phagen sind nichts anderes als Viren die sich auf den Befall von Bakterien spezialisiert haben und sind in der Natur weit verbreitet, sie sind also keinesfalls ein Hinweis auf Genmanipulation.
Die von Forschern verwendeten E.Coli Stämme haben die Fähigkeit zum Austausch von Erbinformationen verloren, daher ist es Unwahrscheinlich, dass der EHEC stamm O104 sozusagen aus Versehen aus einem Laborbakterium entstanden ist. Viel wahrscheinliche ist, dass ein natürlicher EHEC Stamm Erbinformationen mit einem anderen resistenten Stamm ausgetauscht hat. Diese Resistenten Stämme entstehen durch normale Evolution bei übermäßigem Antibiotikagebrauch vor Allem in Krankenhäusern, aber auch in Patienten die regelmäßig Antibiotika nehmen oder eine Antibiotikabehandlung zu früh abbrechen.
Ich würde also nicht vorschnell irgendwelchen Verschwörungstheorien glauben, egal in wie viel Fachbegriffe sie verpackt werden.
Richtig, Herr Kekulé möchte keine "neue Mammutbehörde", aber (um Ihre Frage zu beantworten - im Artikel steht die Antwort auch gleich im nächsten Satz, ich zitiere:) "beim Ausbruch einer gefährlichen Infektionskrankheit sollte »das RKI die Federführung bei der Ursachenermittlung und der Verhütung der Weiterverbreitung übernehmen«."
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