Infografik Risiko!

Tsunamis, Beben und Dürren: Der Weltrisikoindex beschreibt mit nur einer Ziffer, wie anfällig ein Staat für Naturereignisse ist. Ein Überblick zur globalen Situation

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Wie empfindlich ein Land auf Naturkatastrophen reagiert, hängt nicht nur von der objektiven Gefährdung durch Erdbeben oder Wirbelstürme ab. Wichtig ist auch, wie gut sich eine Gesellschaft auf die Gefahr einstellt. Der Weltrisikoindex, der diese Woche vom "Bündnis Entwicklung Hilft" und der UN-Universität Bonn veröffentlicht wird, fasst diese Faktoren in einer einzigen Kennziffer zusammen.

Der Index setzt sich aus vier Faktoren zusammen: Neben der objektiven Gefährdung werden die Anfälligkeit für Schäden, die Kapazitäten zur Bewältigung und die Anpassungsfähigkeit berücksichtigt. Die letzten drei Faktoren werden zusammengefasst zur sogenannten Vulnerabilität.

Europa

Die meisten europäischen Länder liegen im grünen Bereich, die Verwundbarkeit durch Naturereignisse ist relativ gering. Am schlechtesten schneidet aufgrund der sozialen Lage Albanien ab, die Niederlande bedroht der steigende Meeresspiegel.

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Haiti

Das Land ist nicht nur durch Erdbeben, Dürre und Zyklone gefährdet – Haiti leidet unter Korruption und einer kaum funktionierenden Infrastruktur.

Chile

Chile ist stark von Erdbeben betroffen, aber sehr gut darauf eingestellt. Es steht bei wichtigen Indikatoren besser da als die USA, Japan oder Frankreich.

Simbabwe

Das Land hat der Bedrohung durch Dürre nicht viel entgegenzusetzen. Ein Pluspunkt ist die recht hohe Alphabetisierungsrate. 

Bangladesch

Bangladesch ist vor allem gefährdet durch Überschwemmungen. Zudem ist das Land arm, die medizinische Versorgung ist unzureichend, viele Menschen sind Analphabeten.

Australien

Der Kontinent ist durch Dürren und steigenden Meeresspiegel gefährdet. Die Infrastruktur und die sozialen Bedingungen sind aber gut, sodass das Land für Katastrophen gut gerüstet ist.

Vanuata

Vanuata steht ganz oben auf der Risikoliste, weil es durch Naturgefahren aller Art bedroht ist und kaum Kapazitäten für deren Bewältigung hat. 

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Weitere Infografiken der Serie "Wissen in Bildern" finden Sie hier.

 
Leser-Kommentare
  1. Der Weltrisikoindex beschreibt ein Phänomen, das in der öffentlichen Debatte oft vernachlässigt wird: die Verwundbarkeit/Vulnerabilität.

    Das methodisch neue ist, dass versucht wurde diese in Zahlen fassbar zu machen und daraus einen (errechneten) Index zu erstellen. Nun ist es aber nicht unproblematisch alles in einen Topf zu werfen. Zumal viele der Faktoren, die Verwundbarkeit ausmachen nur schwer in Zahlen messbar sind.

    Zur Verdeutlichung das Beispiel Chile (Index-Wert 11,97 - sehr hoch), im Gegensatz dazu USA (3,72 - gering), Frankreich (ohne Wert, sehr gering), Japan (11,13 - hoch):
    "Chile ist stark von Erdbeben betroffen, aber sehr gut darauf eingestellt. Es steht bei wichtigen Indikatoren besser da als die USA, Japan oder Frankreich." - die Aussage, lässt sich mit dem Gesamtindex nicht belegen.

    Alles in allem: sehr anschaulich, aber mit Vorsicht zu genießen...

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