Jochen Flasbarth"Wir verlieren den Boden"

Nicht nur Tiere und Klima brauchen Schutz, sondern auch unser Ackerland. Ein Gespräch mit Jochen Flasbarth von 

Boden Trocken Acker Feld

Auf einem ausgetrockneten Weizenfeld in England  |  © Oli Scarff/Getty Images

DIE ZEIT: Herr Flasbarth, derzeit dümpeln die UN-Klimaverhandlungen vor sich hin, die Skepsis gegenüber solchen Weltabkommen wächst eher. Ausgerechnet da schlagen Sie ein internationales Boden-Übereinkommen vor. Was treibt Sie zu dieser Forderung?

Jochen Flasbarth: Die alarmierende Entwicklung. 79.000 Quadratkilometer Agrarland sind in den vergangenen dreißig Jahren weltweit unbrauchbar geworden. Das ist eine Fläche, so groß wie Österreich. Und wir verlieren den Boden immer schneller. Wie beim Peak Oil , der die maximal nutzbare Menge bezeichnet, liegt auch der Peak Soil bereits hinter uns. Die Ampel steht auf Rot, wir sind dabei, sie zu überfahren. Deshalb brauchen wir globale Regeln, wie wir verantwortungsvoller mit diesem Gemeingut umgehen.

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ZEIT: Aber es wird doch auch neues Ackerland erschlossen.

Flasbarth: Stimmt. Wir hatten im selben Zeitraum Zugewinne von 25.000 Quadratkilometern. Doch für dieses Neuland wurden oft wertvolle Ökosysteme wie der Regenwald unter den Pflug genommen.

ZEIT: Weshalb schwindet der Ackerboden?

Jochen Flasbarth
Jochen Flasbarth

ist Präsident des Umweltbundesamtes. Der studierte Volkswirt leitete zuvor lange den Naturschutzbund Deutschland.

Flasbarth: Es gibt einen immer höheren Nutzungsdruck, ausgelöst durch das Bevölkerungswachstum; überdies wollen die Konsumenten in den Industrieländern und wachsende Mittelschichten weltweit mehr Fleisch konsumieren, deshalb werden mehr Flächen für den Anbau von Futtermitteln gebraucht. Außerdem steigt die Nachfrage nach Energiepflanzen. Auch durch Wetterextreme als Folge des Klimawandels werden Böden verweht, verwüstet oder einfach weggespült.

ZEIT: Ein komplexes Ursachenbündel...

Flasbarth: Die Entwicklung ist umso dramatischer, wenn man bedenkt, dass wir im Jahr 2050 rund neun Milliarden Menschen ernähren müssen. Schon jetzt führt die drohende Knappheit zu exterritorialen Landnahmen. Private oder staatliche Anleger suchen anderswo nach Ackerflächen. Besonders oft kommen sie aus bevölkerungsreichen Ländern wie China, Südkorea oder Saudi-Arabien, die selbst über wenig fruchtbaren Boden verfügen. Dieses land grabbing bedroht den sozialen Frieden, weil das Land dann für die Versorgung der lokalen Bevölkerung fehlt. Es ist kaum vorstellbar, dass afrikanische oder südamerikanische Bauern ruhig bleiben, wenn ihre Familien Hunger leiden, während neben ihrem Dorf auf den Feldern ausländischer Investoren die Nahrungspflanzen üppig gedeihen.

ZEIT: Ist der Verlust der Böden nur in Afrika oder Asien ein Problem? Jüngst kam es in Mecklenburg-Vorpommern zu einer Massenkarambolage , weil Staubverwehungen von offenen Äckern den Autofahrern die Sicht versperrten.

Flasbarth: Auch in Mitteleuropa gibt es Erosion, auch bei uns ist der Humusgehalt der Böden oft gering, und sie sind mit Schadstoffen belastet. Täglich werden in Deutschland rund 100 Hektar Land durch Neubauten und Straßen neu versiegelt, und von dem erklärten Ziel, wenigstens auf 30 Hektar herunterzukommen, sind wir noch immer weit entfernt. Aber in Schwellen- und Entwicklungsländern ist die Lage ungleich ernster.

ZEIT: Warum ist die bodenlose Lage bisher fast nur unter Fachleuten ein Thema?

Flasbarth: Das liegt wohl daran, dass man ein Problem wie den Artenschwund leichter vermitteln kann. Bilder von wunderschönen, bedrohten Tieren und Pflanzen berühren uns. Aber Boden? Der sieht für viele Menschen nur aus wie Dreck.

ZEIT: Außerdem scheint er erneuerbar zu sein. Man muss ja nur düngen...

Flasbarth: Die Nachkriegsgenerationen hierzulande sind in einer Zeit groß geworden, in der nicht mehr Mangel an Lebensmitteln herrschte, sondern Überproduktion zum Problem wurde. Aber diese Erfahrung verdeckt, dass ausgelaugte Böden längst einen immer höheren Einsatz an Dünger und Agrarchemikalien erfordern, um die Erträge zu erhalten. Rechtliche Maßnahmen wie die europäische Bodenschutz-Richtlinie scheiterten außerdem an einer Argumentation, die leider auch in Deutschland vertreten wird: Der Boden sei eine lokale Ressource, also könne man seine Probleme auch am besten vor Ort lösen. So wird der Blick auf die globalen Dimensionen verstellt.

ZEIT: Werden Ressourcen nicht am besten den lokalen Bedingungen entsprechend gepflegt?

Flasbarth: Schon – aber die Nutzungsrechte sind doch häufig längst transferiert. In Afrika etwa sind die Nutzer des Landes oft nicht die Besitzer. Auch Kambodscha ist ein Beispiel dafür, dass Eliten ihre Macht nutzen, um sich große Landflächen anzueignen. Die Verlierer sind immer die Gleichen: Kleinbauern. Auch deshalb gehört das Thema auf die Agenda der Vereinten Nationen. Wir brauchen verbindliche Grundregeln dafür, wie wir den Boden bearbeiten, welchen Beitrag er zur Anpassung an den Klimawandel leisten kann, worauf sich Investoren in anderen Ländern verpflichten müssen.

ZEIT: Auf UN-Ebene bewegt sich doch schon etwas. Vor wenigen Tagen hat die Welternährungsorganisation FAO einen Bericht über nachhaltige Landwirtschaft veröffentlicht, darin steht der Boden im Fokus. Auch im Rahmen des Klimaschutzabkommens UNFCC wird über Böden verhandelt.

Flasbarth: Aber da geht es nur um die Rolle der Böden als Kohlenstoffspeicher, nicht um Regeln für die Bewirtschaftung. Auch die Initiativen der FAO sind zu begrüßen, doch es sind meist nur Empfehlungen. Das Problem muss rechtlich verbindlich gelöst und an einer Stelle gebündelt werden. Ein Beispiel: Seit einiger Zeit diskutieren wir über Nachhaltigkeitsstandards bei Energiepflanzen. Im Kern geht es dabei um Bodenfragen: Welche Flächen sind geeignet, was ist ein guter, nachhaltiger Anbau? Global haben wir keine Institution, bei der solche Regeln verankert werden könnten.

ZEIT: Um die Degradierung der Böden kümmert sich auch das UN-Wüstensekretariat in Bonn.

Flasbarth: Diese Konvention betrifft nur aride Gebiete und damit hauptsächlich den afrikanischen Kontinent. Man könnte das UNCCD-Mandat ausweiten. Auch Unep könnte sich des Themas annehmen. Über eine Aufwertung des UN-Umweltprogramms wird ohnehin gerade diskutiert.

ZEIT: Es dauert oft Jahrzehnte, bis globale Vereinbarungen zustande kommen. Sie selbst haben das beim globalen Biodiversitätsabkommen erlebt, dessen Präsident Sie bis vor Kurzem waren. Dabei sagen Sie selbst, dass beim Boden die Zeit drängt.

Flasbarth: Ich sehe da keine Alternative. Einiges können wir sofort angehen, und parallel dazu sollten wir an verbindlichen Regeln arbeiten – auch wenn das lange dauert.

ZEIT: Beim Thema Boden geht es auch um eine der brisantesten Fragen: das Eigentumsrecht. Wie realistisch ist eine internationale Vereinbarung, wenn Großgrundbesitzer schon auf nationaler Ebene heftigen Widerstand gegen eine Beschneidung ihrer Eigentumsrechte leisten?

Flasbarth: Umso wichtiger, dass man Kleinbauern – den Schwächsten – eine Stimme gibt. Wollen wir ausgerechnet bei diesem existenziellen Thema die Türen für den Turbokapitalismus geöffnet lassen? Die Biodiversitätskonvention ist ein Beispiel dafür, wie viel auf globaler Ebene möglich ist. Da hatten die Entwicklungsländer gleich zu Beginn der Verhandlungen in den neunziger Jahren gefordert: Die größte Ressourcenvielfalt gibt es bei uns, also wollen wir auch an den Profiten teilhaben, die daraus erwachsen. Auch damals hieß es immer: Gegen diese Forderung wird es so viel Widerstand geben – das kommt nie zustande. Letzten Oktober haben wir in Nagoya ein völkerrechtliches Protokoll unterzeichnet, das den Entwicklungsländern diese Möglichkeiten einräumt. Das muss nicht heißen, dass es wieder gelingt. Aber man muss es versuchen.

Das Gespräch führte Christiane Grefe .

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Leserkommentare
  1. Es gibt die BRIC Staaten und andere Entwicklungsländer die nun technologisch und auch beim Wohlstand langsam zum Westen aufschließen. Das bedeutet aber, dass diese mehr konsumieren und damit mehr natürliche Ressourcen verbrauchen.
    Auf der anderen Seite haben wir eine Vielzahl von unterentwickelten Staaten in Afrika, die zwar heute keine nennenswerte technische Entwicklung durchmachen, aber auf Grund des ungezügelten Bevölkerungswachstums immer mehr Ressourcen für die zusätzlichen Menschen benötigen.

    Wenn wir das Ziel weiter erreichen wollen, dass alle Menschen auf diesem Planeten einen hohen Lebensstandard genießen können, heißt das im Umkehrschluss, dass es zu viele Menschen gibt. Die wichtigste Lösung für die aktuellen Probleme (CO2,Öl,Ackerland,...) kann doch nur sein, ein weltweite schrumpfende Bevölkerung durch Bevölkerungskontrolle und Verhütung herbeizuführen. Nur bei deutlich weniger Menschen ist an echte Nachhaltigkeit überhaupt zu denken.

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    Land klagen die Politiker, dass die Deutschen
    Immigranten brauchen, weil wir sonst aussterben ...

    Warum sollte eine Kontrolle des Bevölkerungswachstums die einzige Lösung sein?
    Man sollte nicht davon ausgehen, dass man nur hier und da einige Geburten verhindern muss, damit am Ende alle unter Bedingungen wie wir in den Wohlstandsländern des Westens leben können. Vielmehr sollte man sich anstrengen das eigene Verhalten zu überdenken. Die Erde kann bis zu neun Milliarden Menschen ernähren. Sie kann aber nicht neun Milliarden Menschen an sieben Tagen in der Woche Fleisch und Biosprit liefern. Wir müssen sofort damit aufhören dem Rest der Welt die Haare vom Kopf zu fressen und nicht die Menschen kontrollieren.
    Es gibt nicht zu viele Menschen. Es gibt vor allem Länder die für sich zu viel beanspruchen.

  2. Land klagen die Politiker, dass die Deutschen
    Immigranten brauchen, weil wir sonst aussterben ...

  3. Häufig siedelten sich Menschen an Stellen mit fruchtbarem Boden an. Leider verschwand mit der Ausbreitung der Städte dann genau dieser fruchtbare Boden unter Beton.

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    Die pflanzlichen Erzeugnisse, die an Tiere verfüttert werden, dienen der Nahrungserzeugung. Deshalb heißt die Erzeugung tierischer Nahrungsmittel auch Veredlung. Viele Menschen folgen ihrem natürlichen Bedürfnis als Omnivoren und wollen diese verdelten Lebensmittel essen.

    Was Land frisst, ist der sogenannte ökologische Landbau. Je nach dem, was erzeugt wird, verbraucht er je erzeugter Ertragseinheit (z.B. ein kg oder eine dt eines Lebensmittels) etwa 40 bis über 200 Prozent mehr Fläche als der moderne, konventionelle Landbau.

    Künftig wird es aber (leider) zusätzlich noch die Bioernergieerzeugung sein, die der Nahrungsmittelerzeugung das Land raubt.

    Und auch die Zersiedlung der Landschaft und die wachsende, "zivilisationsbedingte" Bodenvernichtung werden weiter zunehmen.

    Das sind, neben der Erosion durch krasse Bewirtschaftungsmängel, die eigentlichen Herausforderungen.

  4. http://www.vegan.at/warum...
    Derzeit werden 36% der weltweiten Getreideernte an Tiere verfüttert, die weltweite Sojaernte geht zu 70% in die Mägen von Tieren. Auch knapp die Hälfte der Fischfänge und selbst ein Drittel der Milchprodukte gehen diesen Weg.

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    Fleisch erhält Boden zuvorderst. Oder düngen Sie lieber mit Chemie, Ölprodukten, mineralischen Phosphaten? Oder der neueste Schrei ökologischer Korrektheit mit Kokoserde (heimischer?) und Steinwolle?

    Es kommt immer eher auf das Wie als das Ob an. Ihre Ideologie ist schlußendlich auch nicht besser als die bisherige industrielle.

    und, um nicht ganz die heimischen Ursachen der Bodenvernichtung zu vergessen: Die Boden- und Grundwasserzerstörung durch die Einträge von höchst konzentrierten Güllemassen, Geflügelfäkalgemengen und Klärschlämmen speziell in den Bundesländern Niedersachsen, Mechklenburg-Vorpommern, NRW, Sachsen-Anhalt und einigen Regionen Bayerns und Thüringens. Die Bedrohung der radioaktiven Grundwasserverseuchung durch die Atommüllgruben Asse, Schacht Konrad, Morsleben und Gorleben sollte dabei nicht ausser Acht gelassen werden.

    Das wir hier in Deutschland so gar keinen politischen Willen vorfinden, der sich mit der Existenzzerstörung unserer Gesamtbevölkerung auseinandersetzen will, ist seit fast 40 Jahren Thema. Leider fast ohne jede Resonanz in der breiten Öffentlichkeit.

    Das Gemenge von Monopolmedien und deren einschlägige Manipulation kann am Beispiel der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft studiert werden. Die intellektuelle und sozio-ökonomische Teilnahmslosigkeit und Trägheit unserer Bevölkerung wird wohl durch die Tatsache einer mindestens 17%igen Analphabetenrate in Deutschland erklärbar und mit unserem Infotainmentsystem, dessen desinformative und verdummenden Ergebnisse wohl auch einen maßgeblichen Anteil dazu beitragen.

    "No brain, no pain". So gesehen können wir uns damit trösten, dass wir in Deutschland mehrheitlich keine großen Schmerzen, zumindest keine geistigen, erleben werden, wenn
    es ans Sterben bzw. ans Verrecken geht.

    Total schwachsinnig und doch Realität.

  5. 5. [...]

    Seit wie viel tausend Jahren gibt es Ackerbau und Viehzucht. Es ist der pure Zufall, dass wir überlebt haben. Aber zum Glück haben wir die Bürokraten vom UBA, die sich zukünftig in Bundeswehrstärke den Äckern der deutschen widmen werden auf dass die kosten in den Himmel steigen.
    [...]

    Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf Polemik. Danke. Die Redaktion/wg

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    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf zynische Unterstellungen. Danke. Die Redaktion/wg

    Seit der Jungsteinzeit, seit rund 10.000 Jahren.

    Es ist der pure Zufall, dass wir überlebt haben

    Unter Experten scheint man sich einig zu sein, dass der Übergang der Kulturen vom Sammler und Jäger zu Ackerbau und Viehzucht dem Menschen das Überleben sehr vereinfacht hat. Bedrohlich finden einige die Entwicklungen, seitdem der Mensch mit immenser Maschinenkraft bei der Naturgestaltung vorgeht.

    Aber zum Glück haben wir die Bürokraten vom UBA, die sich zukünftig in Bundeswehrstärke den Äckern der deutschen widmen werden auf dass die kosten in den Himmel steigen

    Im Vergleich zu jenen, die durch monetäre Interessen getrieben sind, vermögen die Gutmenschen fast gar nichts. Es ist komplett illusorisch, dass sich einer aus einem Umweltbundesamt gegen z. B. die Interessen eines Agrarlobbyisten durchsetzen kann. Zumal die Weichen in Brüssel gestellt werden, und sich so ein Bundesbeamter das Ticket nach da aus eigener Tasche bezahlen müsste.

    Keine Sorge, ihre Konsumenteninteressen sind auf absehbare Zeit save.

  6. In demokratischen Indien hungern viele Menschen. Darunter viele Bauern. Inzwischen legendär sind die durch teures Saatgut und Verschuldung in den Selbstmord getriebenen Bauern. Indien's Arme hungern und gleichzeitig ist Indien Reisexporteur. Es müssen Devisen ins Land, Indiens Elite ist sich das schuldig.

    Beispiel Ostafrika

    Neben den in Elend und Hunger lebenden Afrikanern betreiben Ausländer auf gepachteten Grundstücken industrielle Blumenplantagen in großem Stil. Die armen Anwohner sehen das zwar, sagen aber, sie hätten nie gelernt Boden zu bewirtschaften, die Ausländer könnten das besser. Leider gibt's nur sehr wenige Jobs und sehr niedere Löhne.

    Beispiel Deutschland

    Wir wollen weder auf den Duft-Reis noch auf die eingeflogenen, exotischen Blumen verzichten. Die Lösung kann nur sein, dass wir eine Art Elendsmanagment beginnen. Das Management muss durch milde Gaben rechtzeitig dafür sorgen, dass das Konsumentenselbstverständnis nicht durch im Hungeraufstand Befindliche oder Selbstmordende beeinträchtig wird.

    Zwar haben sich die Sender größtenteils abgewöhnt rotznäsige braune Kinder mit Hungerbauch zu zeigen, heute spielen sie uns dafür regelmäßig die Resteverwerter von den Müllkippen und die Lagerfeuerraffinerien im nigerianischen Delta ein.

    Wir sehen auch im eigenen Lande ist noch nicht alles so, wie es sein könnte. Der Mensch verändert Natur. Besonders effektiv, wenn es Profit bringt.

  7. Fleisch erhält Boden zuvorderst. Oder düngen Sie lieber mit Chemie, Ölprodukten, mineralischen Phosphaten? Oder der neueste Schrei ökologischer Korrektheit mit Kokoserde (heimischer?) und Steinwolle?

    Es kommt immer eher auf das Wie als das Ob an. Ihre Ideologie ist schlußendlich auch nicht besser als die bisherige industrielle.

    Antwort auf "Fleisch frißt Land"
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    Wenn es nach den Gutmenschen ginge, dürfte der tierische Dünger weder auf die Felder noch in die Flüsse geleitet werden. Vermutlich gibt es im Internet Bastelanleitungen, wie man sich durch pressen und trocknen der Fladen Schicke Gobelins machen machen kann.

    Was die Gutmenschen nicht beachten, dass all das Kalisalz und Phospor, das man zur intensiven Landwirtschaft aus dem Boden gebuddelt hat, am Ende so oder so wieder dahin zurück muss.

    Als Rationalist könnte man sich höchstens noch vorstellen, dass die Gülle evtl. zusammen mit CO2 in den Boden verpresst wird. Die Forschungen dazu sind aber noch in den Kinderschuhen und die Gutmenschen müssen sich darauf gefasst machen, dass so etwas den Milchpreis erhöhen würde. Die Größenordnung etwa in der Gegend wie die zusätzlichen Kosten der Kilowattstunde durch den Atomausstiegs bei bis zu 1 Cent pro Liter.

    Die Konsumenten können wieder mal blechen.

    • Gafra
    • 26. Juni 2011 11:13 Uhr

    So viel Gülle für den Boden und so viel Methan fürs Klima und nebenbei dann noch das, damit Ihnen Ihr Braten schmeckt: http://albert-schweitzer-...
    Im übrigen frisst zusätzlich das Auto das Land, siehe Abholzung von Regenwäldern für Pflanzen für Biokraftstoff. Schöne Monokulturen mit ganz viel roundup bearbeitet.
    Nein, wir lassen uns unseren Lebensstil doch nicht mies machen, nur weil da ein paar Kleinbauern, Indigene, Tiere und Pflanzen übern Jordan gehen!

    ...auch bei Ihnen! Es geht immer um die involvierten Mengen!

    Natürlich ist Viehzucht an sich nicht schlecht. Aber wenn sie heute bereits ca. 30% der verfügbaren Landoberfläche beanspruct, ist das natürlich ein Problem.

    Sieher auch:

    http://www.handelsblatt.c...

    Hier in Deutschland dösten wir lange Zeit im Wohlstand bei Schnitzel und Bier, Tropenfrüchten und Meeresfisch, Spargel und Erdbeeren im Winter bequem vor uns hin. Wir dachten dabie, mit Rußfilter, Mülltrennung und Ökostrom verändern wir die Welt.

    Die Weichen werden aber in anderen Ländern gestellt.

    Wie bitte? Die Gülleauftragungen der Agrarindustrie hier in der Region sind eher widerlich als dem Boden nützlich. Sie sind vielleicht Städter und denken, das Land ist grün und schön und all die hübschen Kühe sorgen für natürlichen Dünger. Das ist aber sicher falsch. All die hübschen Kühe verpesten Böden, Luft und Trinkwasser. Eine deutliche Reduktion des Fleischkonsums tut schon diesenthalben Not.

  8. Entfernt. Bitte verzichten Sie auf zynische Unterstellungen. Danke. Die Redaktion/wg

    Antwort auf "[...]"

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