Lennard Eccarius: Herr Quaas, unsere Firma Picture Proofies hat nur zwölf Mitarbeiter, und trotzdem haben wir manchmal Probleme, unsere Leute dazu zu bringen, nach der Schule noch was zu machen. Beiersdorf hat weltweit 19.000 Mitarbeiter − wie schaffen Sie es in so einem riesigen Konzern, Ihre Mitarbeiter zu motivieren?

Thomas-Bernd Quaas: Darf ich mal zurückfragen, wie machen Sie es denn mit Ihren zwölf?

Eccarius: Also, wir probieren immer wieder Ziele vorzugeben, sodass wir alle auf den gleichen Nenner kommen.

Quaas: Hört sich gut an. Und ich kann in einem Punkt ganz klar sagen, egal ob mit drei, 1.000 oder 20.000 Mitarbeitern, der Grundansatz ist überall der gleiche: Die Motivation muss von den Menschen kommen. Dazu braucht man Raum für Ideen, konkrete Ziele und klare Verantwortlichkeiten.

Fenja Heitmann: Klar, sich hinzustellen und den Mitschülern zu sagen: »Mehr Motivation, bitte!«, bringt nichts.

Quaas: Genau. Im Konzern bedeutet das: Nur wenn die Ziele klar sind, können die Führungskräfte Feedback geben und loben: »Super gemacht, klasse gelaufen, Ziel erreicht!«

Eccarius: Und wenn’s mal nicht so gut läuft?

Quaas: Dann muss man das klar benennen und darauf reagieren. Auch Kritik kann motivieren, wenn man fragt: »Woran lag’s denn jetzt? Was ist schiefgegangen?« Durch solches konstruktives Feedback bringen Sie Motivation ins Unternehmen. Und wenn man dann auch noch freundlich miteinander umgeht, sollte es klappen.

Heitmann: Wie Sie sehen, beträgt die Frauenquote in unserem Vorstand 50 Prozent. Bei Beiersdorf ist keine Frau im Vorstand. Woran liegt das?

Quaas: Das ist eher Zufall. Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass bei Beiersdorf in der Zukunft mehr Frauen im Vorstand vertreten sind.

Heitmann: Sie sind ein Kosmetikunternehmen...

Quaas: Richtig. Als international tätiges Hautpflegeunternehmen sind wir ein attraktiver Arbeitgeber für Frauen, und der Gesamtfrauenanteil liegt bei über 50 Prozent. Daher ist es nur folgerichtig, wenn bei Diskussionen nicht nur Männer mit am Tisch sitzen. Eine möglichst heterogene Mannschaft fördert die Kreativität und damit auch ganz unmittelbar den Erfolg eines Unternehmens.