Euro-KriseGriechenland gehört zu uns

Dem Land kann geholfen werden: Durch Teilnahme an der Energiewende, mit Infrastrukturprojekten und mit Beschäftigungsgesellschaften für die Jugend. von Helmut Schmidt

Viel Aufmerksamkeit hat sich zuletzt auf kleinliche Streitigkeiten zwischen Paris und Berlin gerichtet. Dabei geriet aus dem Blick, dass die Meinungsverschiedenheiten zwischen der deutschen Bundeskanzlerin und dem französischen Staatspräsidenten über die Finanzhilfe für Griechenland nur eine Nebensache berührten. Die Frage, ob bei einem Rettungsplan für Athen auch die Gläubiger griechischer Staatsanleihen einbezogen werden, ist müßig. Denn in jedem Fall wird das Geld der Steuerzahler gebraucht: wenn die anderen Staaten Griechenland helfen ebenso wie in dem Fall, dass die Gläubiger wirklich einen Teil der Lasten tragen. Denn diese Gläubiger sind in Wahrheit französische oder deutsche oder andere Banken. Wenn diese Geldinstitute in Schwierigkeiten geraten, weil sie griechische Staatsschulden abschreiben müssen, dann kommen wieder die staatlichen Garantien für Banken ins Spiel. Auf gut Deutsch, am Ende geht es zulasten der Steuerzahler.

Viel wichtiger ist es, zu erkennen, dass Griechenland durchgreifend geholfen werden muss. Das gilt auch für den Extremfall, dass die griechische Regierung gegenüber ihren ausländischen Gläubigern die Zahlungsunfähigkeit erklärt. Selbst dann – und dann erst recht! – wird es entscheidend, dass Europa die griechische Wirtschaft wieder in Gang bringt. Ich denke dabei nicht exakt an einen neuen Marshallplan, wie er vor einem halben Jahrhundert den Wiederaufbau in ganz Westeuropa ermöglicht hat. Die Ausgangslage ist heute anders: Die Art und Weise, wie die Regierungen das Schuldenproblem Griechenlands seit 2009 behandelt haben, hat die griechische Volkswirtschaft zusätzlich in eine tiefe deflatorische Rezession geführt. Womöglich ist schon das Wort einer Depression angemessen. Jedenfalls ist die tiefe Unruhe in der griechischen Bevölkerung heute für alle Seiten besorgniserregend.

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Dabei ist zu beachten: Wir haben eine Schuldenkrise einzelner kleinerer Euro-Länder, keine Krise der Euro-Währung. Selbst der Bankrott eines einzelnen, kleineren Mitgliedsstaates hätte nur eine vorübergehende psychologische Wirkung auf sie. Wenn man die ersten zehn Jahre des Euro mit den vorausgegangenen letzten zehn Jahren der Deutschen Mark vergleicht, dann schneidet der Euro sowohl im Innern als auch nach außen besser ab: Die Inflationsrate im Euro-Raum war geringer, der Wechselkurs des Euro war stabiler. Diese Stabilität des Euro dürfte anhalten. Deshalb ist der Euro heute auch die zweitwichtigste Reservewährung der Welt geworden. Ich gehe davon aus, dass wir in etwa 20 Jahren drei Weltwährungen haben werden: den amerikanischen Dollar, den Euro und den chinesischen Renminbi. Es geht also gar nicht um die Währung , wohl aber geht es um Europa!

Sanfte Umschuldung

Umschuldung durch Zahlungsaufschub – im Rahmen einer sanften Umschuldung würden die Rückzahlungsfristen für griechische Staatsanleihen und die 110 Milliarden Euro schweren Hilfskredite von IWF und EU verlängert. Denkbar wäre auch, zusätzlich den Zinssatz für die Hilfen erneut zu senken. Griechenland bekommt so mehr Zeit, seinen Haushalt zu sanieren. Auch andere Transaktionen wären möglich, etwa der Umtausch von Staatsanleihen in sichere Papiere, allerdings mit einem Abschlag. Ob das auch die privaten Gläubiger betrifft, ist unklar. Solch eine Umschuldung wäre für sie eher verkraftbar als eine harte Umschuldung. Aber: Die über Jahre angehäuften Staatsschulden müssten auf einen Schlag mit Garantien unterlegt werden, wofür letztlich die Steuerzahler in anderen Ländern haften müssten.

Harte Umschuldung

Umschuldung durch Forderungsverzicht – im Rahmen einer harten Umschuldung, auch Schuldenschnitt oder "Haircut" genannt, müssten die Gläubiger im Rahmen eines Schuldenabkommens auf einen Teil ihrer Forderungen verzichten. Griechenland wäre damit schlagartig einen Teil seiner Schulden von mehr als 330 Milliarden Euro los, die Gläubiger aber würden Verluste machen. Griechenlands Kreditwürdigkeit am Finanzmarkt wäre nachhaltig angeschlagen, der Zugang zu frischem Geld verbaut. Dieser Effekt könnte allerdings auch auf andere angeschlagene EU-Staaten wie Irland oder Portugal übergreifen. Die Gläubiger sind vor allem Banken aus Griechenland und anderen Euro-Ländern – ihnen drohen milliardenschwere Verluste, was wiederum eine neue Finanzkrise auslösen könnte.

Die europäischen Staatslenker dürfen nie vergessen: Von 1950 bis 2050 wird der europäische Anteil (einschließlich ganz Russlands) an der Wertschöpfung der Menschheit (globales Bruttoinlandsprodukt) von über 30 Prozent auf unter 10 Prozent sinken. Zudem sind wir der einzige Kontinent, dessen Bevölkerung nicht nur altert, sondern auch schrumpft. Am Ende dieses Jahrhunderts werden wir Europäer nur noch fünf Prozent der Weltbevölkerung ausmachen. Deshalb müssen die Nationen und die Staaten Europas zusammenhalten!

Deshalb braucht Griechenland – selbst im extremen Fall eines Staatsbankrotts! – ein über lange Zeit greifendes Programm, weit über Finanzhilfen hinaus. Das Programm muss orientiert sein an Leitideen wie Beschäftigung, Produktivität und Volkseinkommen. Es muss den griechischen Bürgern eine Wohlstandsperspektive eröffnen. Es muss aus konkreten Projekten bestehen. Zum Beispiel der Integration Griechenlands in eine Energiewende, sodass Sonnenenergie aus Athen nach Nord- und Mitteleuropa exportiert werden kann. Zum Beispiel Infrastrukturprojekte. Zum Beispiel mithilfe von Beschäftigungsgesellschaften, die einen Teil der enormen Jugendarbeitslosigkeit aufsaugen. Zugleich ist aus fiskalischen Gründen der Verkauf von Flughäfen, Häfen und anderem Staatseigentum geboten.

Wenn die EU tatsächlich ein solches Programm zustande bringen wollte, dann wäre dafür gewiss ein treuhänderischer Administrator erforderlich, der ökonomisches Wissen, politische und administrative Erfahrung vereint. Diesen zu finden und sich auf seine Kompetenzen zu einigen wird schwierig, aber unumgänglich sein. Niemand in Athen kommt dafür infrage (auch unter den Politikern oder Bankern in Deutschland sehe ich niemanden, dem diese Aufgabe zuzutrauen wäre). Vielleicht ist Jean-Claude Trichets jüngster Vorstoß eine nützliche Anregung.

Leserkommentare
  1. Warum sollen wir den griechischen Mist wegräumen den die Griechen jahrelang selbst eingebrockt haben?
    Auch die anderen sogenannten jetzigen "Problemstaaten" sind lediglich das Resultat einer jahrelang angehaltenen eigen verschuldeten miserablen Politik, die sich größtenteils auf Pump finanziert hat.
    Und wo wir schon dabei sind, haben uns die Griechen JAHRELANG über ihre Realverschuldung angelogen.

    Nein, ich sehe es NICHT ein, für ein paar unfähige Dummköpfe deren Gelder zu bezahlen, da das Geld eh wieder bei unseren Bankstern landet!

    Die gesamte jetzige Problematik ist das Resultat 20 Jahre anhaltender neoliberaler Deregulierungs-Politik ohne Rücksicht auf die Menschen und so wie es aussieht haben weder deutsche noch europäische Politiker die wirkliche Intention, etwas an dem System zu ändern denn das würde bedeuten so viele Dinge inklusive der EU und dem Euro aufzugeben!

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    • Chali
    • 22. Juni 2011 13:06 Uhr

    Oha ... als Deutscher bin ich persönlich mit der Vergabe von Kollektiv-Schuld eher vorsichtig.

    Für mich stellt sich die Lage so dar, dass die deutschen Banken das durch Lohn-Dumping eingesammlte Geld irgendwo anlegen mussten, zuerst in Sub-Primes mit Güteklasse AAA, dann in Staatsnaleihen, dann in spanische Banken (und deren Immobilien). Angefixt durch das süsse Gift billige Kredite: so hat man das den Griechen doch damals verkauft?

    Nur wenige haben gespeist, aber alle sollen bezahlen?

    Man darf in diesem Zusammenhang nicht vergessen, warum es Deutschland schafft seine Schulden zu bezahlen! Nur aufgrund unseres überaus starken Exports!!! Nun kann man sich ja leicht ausmalen, was passiert, wenn die Staaten der EU nun einer nach dem anderen Pleite gehen. Früher oder später wirkt es sich auf unseren Export aus, also stehen wir am Ende des Rattenschwanzes. Und wer hilft uns dann?

    Also mir ist es ziemlich wurscht, ob wir hunderte Mrd. an HRE, HSH-Nordbank, Commerzbank, Bayern LB und und und .. oder an Griechenland geben. Solange die Banken nicht in ganz kleine Einheiten zerschlagen werden, können wir die Steuergelder auch gleich verbrennen. Das spart Zeit. Wenn wir den Griechen mit Geld tatsächlich helfen könnten, wäre ich sofort dabei. Aber so!?

    • Wismut
    • 22. Juni 2011 15:14 Uhr

    Sie tun so, als hätten die Griechen gewusst, dass ihre Regierung die Haushaltszahlen manipuliert hätten. Glauben sie nicht auch, dass die Griechen genauso blöd gekuckt haben als sie erfuhren, dass ihr Schulden bereits 165% betragen?

    Wenn in Griechenland wenigstens die Regierungsverantwortlichen von damals ins Gefängnis kommen würden, dann gäbe es wenigstens die Befriedigung, dass die Verantwortlichen zur rechenschaft gezogen wurden.

    Es müssen Köpfe rollen!!!

    "Nein, ich sehe es NICHT ein, für ein paar unfähige Dummköpfe deren Gelder zu bezahlen, da das Geld eh wieder bei unseren Bankstern landet!"

    Und Sie gedenken WAS dagegen zu unternehmen?

    MfG
    biggerB

    ....wie Sie sie an den Tag legen hilft am Wenigsten.

    Helmut Schmidt äußert sich klar verständlich, deutlich, kompromisslos. Wenn alle so viel Unverständnis zeigen, also offensichtlich nicht in großen Zusammenhängen denken können, dann ist das, was der große alte Mann schreibt, für die Katz.

    Wenn Frau Merkel das aufnehmen könnte wäre das gut. Aber die bleibt das Chamäleon.

    ....wie Sie sie an den Tag legen hilft am Wenigsten.

    Helmut Schmidt äußert sich klar verständlich, deutlich, kompromisslos. Wenn alle so viel Unverständnis zeigen, also offensichtlich nicht in großen Zusammenhängen denken können, dann ist das, was der große alte Mann schreibt, für die Katz.

    Wenn Frau Merkel das aufnehmen könnte wäre das gut. Aber die bleibt das Chamäleon.

    Weil Europa nichts anderes ist als eine Fiktion (Vision) der griechischen Mythologie, also ein Kulturprojekt. Da die Griechen die Erfinder von Europa sind, also das geistige Patent darauf haben, kann man sie schlecht rausschmeißen. Der Kulturraum Europa ist wesentlich durch das Erbe der Humanismus definiert. Ob das allerdings die Eurokraten mit ihren Excel- Tabellen kapieren werden: warten wir's ab.

    als Begründung für heutige Geldflüsse herzunehmen ist absurd. Sie zählen völlig richtig die HEUTIGEN Probleme auf.
    Es ist auch unlogisch, immer von der Kleinheit Griechenlands zu reden, so irgendwas von 2 Prozent der EU und andererseits zu behaupten, der Verlust dieses Winzstaates wäre ein elementares Problem und könnte die wirtschaftliche Zukunft Europas heute und im Jahre 1950 gefährden. Das ist doch niemand vermittelbar.

    Hallo Stefan-T,
    .
    Sie fragen:"Warum sollen wir den griechischen Mist wegräumen den die Griechen jahrelang selbst eingebrockt haben?"
    .
    Ganz einfach: Weil wenigstens die Hälfte von dem Mist in Brüssel passiert ist.

    Genau diese Frage hat Helmut Schmidt in diesem hervorragenden Artikel beantwortet, und es wäre zu wünschen, dass sich viele derjenigen, die nun den Euro verdammen, Griechenland und andere Länder "Pleite gehen lassen" möchten und sich die D-Mark zurückwünschen Schmidts Argumente zu Herzen nehmen.

    • an-i
    • 27. Juni 2011 14:57 Uhr

    "Amartya Sen:Die Griechenlandkrise veranschaulicht, was passiert, wenn politische Behörden die Verantwortung an nicht rechenschaftspflichtige Instanzen wie etwa Ratingagenturen abgeben, schreibt der Wirtschaftswissenschaftler und Nobelpreisträger."
    http://www.presseurop.eu/...

    ich finde es unerträglich wie manche blogger auf die bürger griechenlands "draufhauen", statt auf die skrupellose finanzinstitute, die das eingebrockt haben- ihr merkt wohl nicht das wir im gleichem boot sitzen, und morgen kann es auch uns passieren? bitte über den tellerrand schauen.

    • WIHE
    • 22. Juni 2011 12:58 Uhr

    werden die Griechen von der EU (vor allem mit deutschen Steuergeldern) subventioniert.
    Zig Milliarden Euros haben sie netto bekommen.

    Was sollen wir ihnen denn noch geben, Lieber Herr Schmidt?

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    und unsere europäischen Freunde keine Reparationen nach dem zweiten Weltkrieg gefordert und tun es nach wie vor nicht.
    Ich sehe das ähnlich wie Herr Schmidt, wir brauchen einen vernünftigen Plan für Griechenland,um dieses Land wieder fit zu machen und ihm zu helfen. Ich finde Ideen wie "Inseln verkaufen" oder die "Akropolis verkaufen" geradezu lächerlich und respektlos. Man stelle sich vor,dass Griechen im umgekehrten Fall fordern,dass Sylt und Amrum verkauft werden könnten.Mir fehlt im Moment eine Idee, wie Europa weiter ausgestaltet werden soll.Es ist schwierig zu verstehen, dass wieder hunderte Milliarden nach Griechenland gepumpt werden und gleichzeitig auf die Griechen eingeprügelt würde ("Faule Griechen" etc..).Das ist keine Hilfe sondern das ist arrogant und oberlehrermäßig.
    Warum kann man denn nicht ein paar Jahre auf Zinszahlungen verzichten, Investitionen fördern und den Griechen Know-How zur Seite stellen, wie die überladenen Staatsbetriebe privatisiert werden können. Aber wenn wir unseren europäischen Partner Griechenland weiterhin wie den schmuddeligen kleinen Verwandten behandeln, dann schadet das langfristig der EU als gemeinsames Projekt.

    Einem Freund, der an der Klippe hängt und gerettet werden muss, zählen sie ja auch nicht die Fehler auf, die er vielleicht einmal gemacht hat, sondern retten ihn erstmal, damit er nicht abschmiert. Danach kann man dann darüber reden, wie man sich von gefährlichen Klippen fernhält und wie man sich gemeinsam davor schützt.

    • jucs
    • 23. Juni 2011 7:46 Uhr

    Egal wierum: hoechst teure Entscheidung steht an. Deren Folgen abzuschaetzen dem Nicht-Experten praktisch unmoeglich ist. Ergo, hoere auf Experten deines Vertrauens:

    A) Zahle erst XXX Milliarden & vertraue dann, dass die verantwortlichen Administrationen & Experten damit eine Krise, enstanden aus Korruption und Prasserei abwenden.

    B) Behalte erst XXX Milliarden, und mildere damit evtl. Krisenfolgen und investiere endlich mal wieder in die Zukunft.

    Die verantwortlichen Experten & Politker raten eindringlich zu A.

    Koennen wir Ihnen vertrauen ?
    Schauen wir mal au deren "Track Record":

    - Griechenlandbeitritt: Betrug, solcherart, dass heute viele vermuten, dass der Betrug schon damals den Experten klar war. Konsequenzen fuer Verantwortliche ? Keine. Lehren ? Keine.

    - Bankenkrise: Konsequenzen fuer Verantwortliche ? Keine. Lehren ? Basel2 - wenn ueberhaupt.

    - Europaeische Vereinbarungen: ".. keine Verteilungsunion .." (sinngemeass) - ha ha ha.

    - J.C. Junker: ".. dass geht so, dass wir einfach mal machen, und bis sich jemand beschwert, isses eh zu spaet .." (sinngemeass) - aha.

    - Parlametarische Kontrolle der EU Executive (falls man das von der Legislative trennen kann) - hoechstens auf dem Papier vorhanden.

    Meine Lehre: Wer diesen Leuten und den Institutionen in dieser Bestzung noch vertraut ist selbst bloed.

    Die Karten muessen endlich auf den Tisch. Das ist ein Wert an sich. Sonst koenen keine Lehren & Konsequenzen gezogen werden.

    • Chali
    • 22. Juni 2011 13:00 Uhr

    Aber ...

    Erst einmal müssen die Grund-Fehler beseitigt werden, die der EU wie die des Euro. Sonst wird lediglich die Finanzierung der Krise organisiert.

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    für einen Mann der selbst Rente bekommt. Wie haeete er gehandelt, wenn er noch Beitragszahler waere?

  2. wird zum Sargnagel der europäischen Einigung werden.

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    indem Ihr die Schuld auf eine Währung abwälzt.
    Dabei bauten und bauen eine Reihe von Menschen und Institutionen misst:
    "Auch die Bankenaufsichten haben geschlafen,.... Die Kommission in Brüssel hat geschlafen, die Finanzminister haben geschlafen"
    Dabei geht die Liste der Misstände noch sehr viel weiter, auch wenn Herr Schmidt diese unpopulären Dinge nicht erwähnt:
    1. Handelsbilanzüberschuss begründet auf globalisiertem Lohndumping und Outsourcing mit der Konsequenz eines Ungleichgewichts in Europa.
    http://www.youtube.com/us...

    2. globalisiertes Wirtschafts- und Finanzssystem, dem die Politik auf Basis der Nationalstaaten machtlos gegenüber steht, unfähig sich auf globale bzw. weltinnenpolitische Lösungen zu einigen, Stichwort Finanztransaktionssteuer und Blockade seitens GB und USA.

    3. Verbandelung der Akteure auf Seiten der Politik und Finanzbranche behindert eine wirkliche Aufarbeitung der Finanzkrise, mit juristischen und monetären Konsequenzen.

    4. Punkt 2 und 3 führen auf Aufwendungen des Griechischen Staats zu Bewältigung der Krise, Stichwort Bankenrettung und dadurch erhöhte Risikoprämien auf griech. Staatsanleihen. Sozialisation privater Verluste --> Streik des einfachen Bürgers Deflation

    5. Finanzsystemtumor an sich: wieder ganz aktuell
    http://www.nachdenkseiten...

    6. Populismus und hang zur Vereinfachung oder Versteifung auf Teilaspekte der komplexen Zusammenhängen. Ignoranz und Desinteresse großteile der Bevölkerung

  3. Welche gegenwärtigen Politiker sind denn in der Lage gute und hilfreiche Entscheidungen für die EU zu treffen?

    A.Merkel mit Partner haben doch die GR Krise verschärft.

    SPD Gabriel hat keine Ideen, seine Mitstreiter die Stones bringen auch nur BLA BLA.

    Die Grünen leisten sich eine Parteispitze minderer Qualität, teils ohne Ausbildung und auch Bildung.

    Also hochverehrter Herr Schmidt. Wer soll es denn nun richten?

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    "Niemand in Athen kommt dafür infrage (auch unter den Politikern oder Bankern in Deutschland sehe ich niemanden, dem diese Aufgabe zuzutrauen wäre). Vielleicht ist Jean-Claude Trichets jüngster Vorstoß eine nützliche Anregung."

    • Chali
    • 22. Juni 2011 13:06 Uhr

    Oha ... als Deutscher bin ich persönlich mit der Vergabe von Kollektiv-Schuld eher vorsichtig.

    Für mich stellt sich die Lage so dar, dass die deutschen Banken das durch Lohn-Dumping eingesammlte Geld irgendwo anlegen mussten, zuerst in Sub-Primes mit Güteklasse AAA, dann in Staatsnaleihen, dann in spanische Banken (und deren Immobilien). Angefixt durch das süsse Gift billige Kredite: so hat man das den Griechen doch damals verkauft?

    Nur wenige haben gespeist, aber alle sollen bezahlen?

  4. ... nicht nur 80% des gesamten Wohlstands aufgesaugt, sondern auch jegliche Perspektive für jugendliche Berufsanfänger. Die jungen Leute brauchen dringend eine Perspektive, da stimme ich Herrn Schmidt zu. Ich sehe aber derzeit keinen Grund, weshalb die - nach wie vor herrschenden Eliten - sich nicht weiterhin jeden 'gen Griechenland gepumpten Eurocent unter den Nagel reissen sollten. Was also bringt's der Jugend? Und den einfachen Leuten? Nichts!
    Und da die das wissen, wird Athen vermutlich erst dann aufhören zu brennen, wenn genügend Onassis' und Niarchos' ans Kreuz genagelt, ein paar Golfplätze zur Schafweide umfunktioniert und ein paar Jachten versenkt wurden. Dieser Druck braucht ganz einfach ein Ventil - das sehe ich eigentlich als unvermeidbar auf Griechenland zukommen.

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    • Chali
    • 22. Juni 2011 13:18 Uhr

    Ich denke, Herr Schmidt teilt Ihre (und meine) Befürchtungen.

    Auch wenn er nicht von "korrupten Eliten" sprechen kann:
    Da würden einge Deutsche aufjaulen.

    Es ist tatsächlich schwer zu erkennen, wie die griechische "Elite" die Hilfsgelder verantwortungsvoll verwalten soll.

    Ich nehme an, das ist der Grund, warum Herr Schmidt die die Einsetzung eines ausländischen Administrators vorgeschlagen hat. Dies ist im Prinzip die Forderung nach einer Art Konkursverwalter für Griechenland.

    Würde man einen glaubwürdigen Verwalter finden, könnte dem die griechische Bevölkerung vermutlich sogar zustimmen... die sind nämlich auch ziemlich sauer auf ihre raffgierige Elite.

    Ich kann es nicht mehr hören und lesen ....

    DIE Bankster, DIE Griechen, DIE ....

    Pauschale Prügeleien und Vorurteile. Einige Foristen haben irgendwie aus der Vergangenheit nichts gelernt.

    Danke für Ihren Kommentar. Dadurch kann ich meinen "sparen".

  5. """" Ohne Homer, ohne Euripides, ohne Sophokles – was wären wir denn? Ohne Sokrates, Platon, ohne Aristoteles? Oder ohne Perikles? Einige der heutigen Spitzenkräfte in Athen mögen korrupt sein, aber ihre Urahnen und ihre Geschichte verdienen Respekt. Wer einmal den Poseidon-Tempel auf Kap Sounion oder die Akropolis erlebt hat, wird das nie vergessen.""""""

    Aber die heutige griechische Kaste an Politikern und auch einfache Griechen dürfen sich nicht auf den Lorbeeren der Antike ausruhen. 2.500 Jahre lassen auch den grünsten Lorbeer verwelken und verrotten, wenn er nicht gehegt und gepflegt wird und auch stets neu angepflanzt wird.. Also sollte Herr Schmidt diesen Aspekt einfach fallen lassen, sonst zielt er über das Ziel hinaus.

    Eine Erinnerung noch: ALEXANDER der Große war Mazedonier und kein Grieche. Und welche Rolle spielt heute Mazedonien?

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    • cvnde
    • 22. Juni 2011 14:06 Uhr

    Lesen bildet!
    http://de.wikipedia.org/w...

    Das was sie als Makedonienbezeichnen, nennt man FYROM.

    • talwer
    • 22. Juni 2011 23:07 Uhr

    ... nach Ihrer Denkweise ist Helmut Schmidt kein Deutscher sonder ein Hanseat!

    Wenn man sich die Essgewohnheiten, Tanzen, Trinken und Geschaefte machen in Griechenland anschaut, findet man nur türkisches Handeln! Selbst die Namen der Menüs sind türkisch. Das ist auch kein Wunder. Die 500 Jahre Herrschaft hinterlaesst Spuren!

    Antwort zum "Soviel Respekt gebührt Homer und den Hriechen der Antike": Alexander der Große war Grieche. Macedonien heisst ein Bundesland Griechenlands, der sich im Norden befindet. Sein Vater hiess Fillipos und sein Graben wurde schon entdeckt. Hier ist der Link zum Museum: http://www.worldheritages...
    Es tut mir leid, dass die deutsche Schule euch keine Geschichte ausser Hitler gelehrt hat...

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