Militärhilfe "Die militärischen Fähigkeiten sind nicht da"
Ohne die USA können die Europäer keine Kriege führen, behauptet der amerikanische Verteidigungsminister Robert Gates. Hat er recht?
© Robin Utrecht/AFP/Getty Images

Eine F-16 hebt vom Stützpunkt in Leeuwarden in Richtung Sardinien ab. Die niederländische Armee stellte sechs Kampfjets und 200 Soldaten für den Libyen-Einsatz der Nato.
Eigentlich war sie nur als persönliche Abschiedsrede gemeint, aber sie klang wie die der Supermacht höchstselbst. Amerika, sagte der scheidende US-Verteidigungsminister Robert Gates vor wenigen Tagen in Brüssel, werde künftig nicht mehr als Europas Kavallerie bereitstehen. Weder der US-Kongress noch die breitere politische Klasse verspüre die »Lust«, weiterhin wertvolles Geld für Nationen aufzuwenden, »die offenbar nicht willens sind, die notwendigen eigenen Verteidigungsmittel aufzubringen«. Die laufende Libyen-Mission der Nato, so Gates, entlarve noch deutlicher als der Afghanistan-Einsatz den erbärmlichen Zustand der europäischen Streitkräfte: Zwar hätten sich sämtliche 28 Mitglieder der Allianz für die Operation ausgesprochen, aber nicht einmal ein Drittel von ihnen beteilige sich an der Bombardierung der Gadhafi-Armee. Selbst diejenigen Europäer, die wollten, könnten nicht mitmachen, denn: »Die militärischen Fähigkeiten sind einfach nicht da.«
Ist es wirklich so schlimm? Muss die EU jetzt auch noch Milliarden in die Armeenrettung schießen? Ein Europa, um bei Gates’ Erregungsanlass zu bleiben, das ohne amerikanische Zulieferung nicht einmal genügend Präzisionsbomben, Aufklärungsdrohnen und Zielerfassungstechnik aufbringt, um die zweitklassig bewaffnete Wüstenarmee eines wirren Operettenoberst unschädlich zu machen, darf ja schon zweifeln, ob es als Ordnungsmacht taugt. Mit der unfreundlichen Faktenbeschreibung hat der Mann also recht. Trotzdem ist seine Schelte reichlich glattzüngig, weil unreflektiert. Aber der Reihe nach. Zunächst einmal, welche Fähigkeiten fehlen Europa, wie militärisch schwachbrüstig steht es wirklich da?
Richtig ist, dass Europa mit seinen 500 Millionen Einwohnern pro Jahr nicht einmal halb so viel Geld für Verteidigung ausgibt wie die Vereinigten Staaten mit ihren 300 Millionen Einwohnern (2009 waren es in der EU 194 Milliarden, in den USA 498 Milliarden Euro). Richtig ist auch, dass die Europäer nicht gerade Meister der militärtechnischen Innovation sind. Sie besitzen weder Tarnkappenbomber noch bombentragende Drohnen, noch Flugzeuge, die speziell für die Bekämpfung von Bodenzielen, wie jetzt in Libyen, ausgelegt wären. Es mangelt außerdem an ausreichend Hightech-gerüsteten Spezialkräften, die im Ernstfall Verwundete oder Entführte retten könnten. Aus Kostengründen hat Großbritannien im März seinen letzten Flugzeugträger außer Dienst gestellt, und von dem französische Pendant können, falls er einmal nicht in der Werft liegt, ausschließlich französische Rafale-Jets starten, die sonst kein europäisches Land besitzt.
Belgien leistete sich früher mal 160 Kampfbomber
Gleichzeitig geben die Europäer enorm viel Geld, nämlich fast fünfzig Prozent der Militärhaushalte, für Soldaten aus (in Amerika sind es nur 20 Prozent), mit dem Ergebnis, dass die 27 EU-Staaten eine halbe Million mehr Frauen und Männer in Uniform beschäftigen als die Vereinigten Staaten. Nur vier Prozent von ihnen allerdings sind in Auslandseinsätzen eingesetzt, verglichen mit 16 Prozent in den USA. Kurzum: Europa hat mehr Soldaten, die weniger können als amerikanische. Das gern so genannte bang for the buck-Verhältnis (frei übersetzt: Feuerkraft pro Euro) fällt, das muss man Gates lassen, suboptimal aus.
Bloß darf man, und damit zur politischen Fairness, drei Kleinigkeiten nicht vergessen. Erstens ist Europa kein Nationalstaat, sondern ein Verbund von Ländern, die vor noch nicht langer Zeit vor allem gegen einander statt mit einander rüsteten. Zweitens hatten die USA nach dem Zweiten Weltkrieg lange Zeit ein Interesse daran, ihre weltpolitische Dominanz zu wahren. Der Gründungszweck der Nato bestand in den Worten ihres ersten Generalsekretärs Lord Ismay darin, »to keep the Russians out, the Americans in, and the Germans down«, also die Russen draußen, die Amerikaner drinnen und die Deutschen am Boden zu halten. Während in Mitteleuropa Massenarmeen als konventionelles Bollwerk gegen Warschauer-Pakt-Truppen aufgebaut wurden, trat Amerika von Vietnam bis Grenada als sendungsbewusster Weltpolizist auf.
Europa wäre geradezu verrückt gewesen, in den vergangenen zwanzig Jahren seine Heere und Luftwaffen nicht radikal abzuschmelzen; 1989 unterhielt Frankreich noch 550.000 Soldaten, Deutschland knapp 500.000, und das kleine Belgien leistete sich 160 F16-Kampfjets. Das Problem ist bloß, dass die europäischen Staaten die gewaltige Schrumpfung seit der Ost-West-Einigung nicht koordiniert betrieben haben, sondern in kurzsichtigen nationalen Alleingängen. Die europäische Militärlandschaft ist kein durchdachter Park, sondern eine Kolonie von Gartenzwerg-Gehegen. »Wenn die europäischen Armeen Firmen gewesen wären, hätten sie Teile oder alle ihre Betriebe miteinander verschmolzen, um Kostenersparnisse zu erzielen«, bilanziert der Verteidigungsexperte des Londoner Centre for European Reform (CER), Tomas Valasek. »Das haben sie, bis auf wenige Ausnahmen, nicht getan. Deswegen wiegen die Fixkosten – für Gehälter, Ausrüstungspflege und Gebäude – unverhältnismäßig schwer zulasten von Ausbildung und Neubeschaffung.«
- Datum 28.06.2011 - 19:05 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 22.6.2011 Nr. 26
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Keine Kriege fuehren koennen, heisst aber nicht, dass man
sich nicht verteidigen kann. Dieser kleine Unterschied
sollte in betracht gezogen werden. Aber ich meine nicht
die Verteidigung am Hindukusch (die kriegen die Amerikaner
auch nicht so gut hin).
... dann sollten wir es einfach bleiben lassen ... ... !!
Vielleicht erzeugen ja Afghanistan und Libyen gerade einen sehr positiven "Lerneffekt" ... ... ?
Ihre Prämisse ist offenbar, dass Verteidigung nur eine reine Territorialverteidigung ist.
Sie vergessen oder verdrängen dabei, dass in unserer globalisierten Welt alle mit allen verzahnt sind und wir Deutsche sogar ganz besonders. Man kann uns sehr empfindlich treffen, ohne auch nur einen Schritt über die Grenze zu setzen. Wie wollen Sie solchen Bedrohungen eingeigelt begegnen?
Wenn Sie militärische Fähigkeiten außerdem alleine zur Verteidigung einsetzen wollen, dann fallen wir zurück in eine Zeit, in der jedes Land seine Bevölkerung beliebig vergewaltigen kann. Alle internationalen Konventionen zum Schutz der Menschenrechte sind Makulatur, wenn sie nicht durchgesetzt werden können. Kategorischer Imperativ: Was ist, wenn sich alle so verhalten wie wir? Wollen wir das? Mal weiter als zehn Centimeter denken.
... dann sollten wir es einfach bleiben lassen ... ... !!
Vielleicht erzeugen ja Afghanistan und Libyen gerade einen sehr positiven "Lerneffekt" ... ... ?
Ihre Prämisse ist offenbar, dass Verteidigung nur eine reine Territorialverteidigung ist.
Sie vergessen oder verdrängen dabei, dass in unserer globalisierten Welt alle mit allen verzahnt sind und wir Deutsche sogar ganz besonders. Man kann uns sehr empfindlich treffen, ohne auch nur einen Schritt über die Grenze zu setzen. Wie wollen Sie solchen Bedrohungen eingeigelt begegnen?
Wenn Sie militärische Fähigkeiten außerdem alleine zur Verteidigung einsetzen wollen, dann fallen wir zurück in eine Zeit, in der jedes Land seine Bevölkerung beliebig vergewaltigen kann. Alle internationalen Konventionen zum Schutz der Menschenrechte sind Makulatur, wenn sie nicht durchgesetzt werden können. Kategorischer Imperativ: Was ist, wenn sich alle so verhalten wie wir? Wollen wir das? Mal weiter als zehn Centimeter denken.
Wir wollen gar nicht Krieg führen! Auch nicht alleine.
Die Amerikaner untergraben gerade ihre ganze Reputation.
Sie wollen keine Kriege führen? Wenn demnächst in unserer Nachbarschaft irgendein verrückter Diktator Völkermord begeht, dann sollen wir also zusehen. Meinen Sie es gibt kein zweites Sebrenica, nur weil alle was gelernt haben? Das liegt auch daran, dass den heuten Bösewichten an den Staatsspitzen klar geworden ist, dass dann eine militärische Intervention folgt. Wenn diese Drohkulisse zusammenbricht, passiert das wieder und wieder.
Wenn die Diktatoren in Nordafrika ihre eigene Bevölkerung zusammenschießen, dann schauen wir auch zu. Wir reden dann in Zukunft immer von Menschenrechten, von Demokratie, vom Schutz der Zivilisten, usw., aber wenn es ernst wird, dann sagen wir: Ist doch nicht unser Problem! Was kümmert mich Hänschen Müller, wenn 2000 Kilometer weiter südlich tausende willkürlich abgeschlachtet werden? Mir geht's gut, mehr brauche ich nicht. Das scheint mir mittlerweile die Mentalität zu sein. Wo wären wir in Europa, wenn die USA uns 1945 nicht gestoppt hätten?
Beschämend diese Gleichgültigkeit.
.....so muss man vermuten, Angst vor den Kosten.
Sie wollen keine Kriege führen? Wenn demnächst in unserer Nachbarschaft irgendein verrückter Diktator Völkermord begeht, dann sollen wir also zusehen. Meinen Sie es gibt kein zweites Sebrenica, nur weil alle was gelernt haben? Das liegt auch daran, dass den heuten Bösewichten an den Staatsspitzen klar geworden ist, dass dann eine militärische Intervention folgt. Wenn diese Drohkulisse zusammenbricht, passiert das wieder und wieder.
Wenn die Diktatoren in Nordafrika ihre eigene Bevölkerung zusammenschießen, dann schauen wir auch zu. Wir reden dann in Zukunft immer von Menschenrechten, von Demokratie, vom Schutz der Zivilisten, usw., aber wenn es ernst wird, dann sagen wir: Ist doch nicht unser Problem! Was kümmert mich Hänschen Müller, wenn 2000 Kilometer weiter südlich tausende willkürlich abgeschlachtet werden? Mir geht's gut, mehr brauche ich nicht. Das scheint mir mittlerweile die Mentalität zu sein. Wo wären wir in Europa, wenn die USA uns 1945 nicht gestoppt hätten?
Beschämend diese Gleichgültigkeit.
.....so muss man vermuten, Angst vor den Kosten.
Die Frage ist wozu braucht Europa ein Militär?
Ah ja, die USA könnte als "demokratischer Heilsbringer" (wie sie sich gern sehen) ziemlich unglaubwürdig erscheinen wenn sie alleine überall auf der Welt Kriege anzetteln/beginnen/unterstützen und noch nebenbei Leute entführen und als "special interrogation" foltern.
Nur muss man die Frage stellen - warum die Kriege?
Warum die Staatsstreiche finanziert und unterstützt durch die USA?
Was bringt es den USA?
Nun:
Eine Rüstungsindustrie die Leute beschäftigt - und Öl.
Beides eigentlich nichts was Europa braucht - alleine weil es keine übermächtige Rüstungsindustrie gibt. (Bomben für Millionen das Stück, der B2 für ein paar Milliarden das Stück - bekloppt)
Und Öl - nun, einen Teil des Öls bezieht Europa aus Russland - und der arabische sowie afrikanische Teil kommt aus diplomatischen Beziehungen.
Was Sie beschreiben, ist eine kurzsichtige und verengte Darstellung von Sicherheitspolitik. Es geht nicht nur um Interessensicherung, sondern auch um wirkliche Solidarität mit Menschen, die nach Freiheit und Glück streben. Wenn Regierungen ihr eigenes Volk knechten und sich auf seine Kosten bereichern, dann können wir nicht tatenlos zusehen, wenn Aufstände dagegen mit Gewalt niedergeschlagen werden. Dahinter steht der einfache Gedanke von Solidarität.
Daneben dient Sicherheitspolitik auch der Sicherung von wirtschaftlichen Interessen. Das hat unser vorheriger Bundespräsident als Banalität klargestellt und musste dafür irrsinnigerweise gehen. Wollen Sie, dass ein Land wie der Iran uns von der Lebensader Öl beliebig abschneiden kann, weil wir zu schwach sind, um die Transportwege zu sichern?
Es ist eine ökonomische Selbstverständlichkeit, dass Öl gefördert und verkauft wird. Theokratische und andere totalitäre Regime genauso wie Demokratien verkaufen es, weil es ökonomisch sinnvoll für sie ist. Es geht bei der Sicherheitspolitik nicht darum Öl zu stehlen oder jemandem wegzunehmen. Es geht darum, den Marktzugang zum Öl offenzuhalten und ihn vor der politischen Willkür anderer Mächte zu schützen. Das Schema lässt sich auf alle anderen Rohstoffe übertragen.
Man kann es sich aber auch bequem machen und einfach die Augen verschließen, das Geld für die Armee sparen und sich einmauern. Auf der Strecke bleibt die Solidarität und am Ende der Wohlstand.
- Damit wir uns endlich nicht damit bequemen, unvermeidliche Drecksarbeit den Amerikanern zu überlassen, um anschließend auch noch arrogant und selbstgefällig über Washington zu richten.
- Damit wir Europäer eigenständig in der Lage sind, einen Konflikt wie am Balkan unter Kontrolle zu bringen, um Massaker wie Srebrenica künftig zu unterbinden.
- Damit die Europäer nicht in grenzenlosem Egoismus ihren eigenen Wohlstand konsumieren, während ihnen die Situation anderer Menschen, die unter verbrecherischen Regimen leiden, am Ar... vorbeigeht.
Bitte achten Sie auf eine angemessene Wortwahl. Die Redaktion/sc
Was Sie beschreiben, ist eine kurzsichtige und verengte Darstellung von Sicherheitspolitik. Es geht nicht nur um Interessensicherung, sondern auch um wirkliche Solidarität mit Menschen, die nach Freiheit und Glück streben. Wenn Regierungen ihr eigenes Volk knechten und sich auf seine Kosten bereichern, dann können wir nicht tatenlos zusehen, wenn Aufstände dagegen mit Gewalt niedergeschlagen werden. Dahinter steht der einfache Gedanke von Solidarität.
Daneben dient Sicherheitspolitik auch der Sicherung von wirtschaftlichen Interessen. Das hat unser vorheriger Bundespräsident als Banalität klargestellt und musste dafür irrsinnigerweise gehen. Wollen Sie, dass ein Land wie der Iran uns von der Lebensader Öl beliebig abschneiden kann, weil wir zu schwach sind, um die Transportwege zu sichern?
Es ist eine ökonomische Selbstverständlichkeit, dass Öl gefördert und verkauft wird. Theokratische und andere totalitäre Regime genauso wie Demokratien verkaufen es, weil es ökonomisch sinnvoll für sie ist. Es geht bei der Sicherheitspolitik nicht darum Öl zu stehlen oder jemandem wegzunehmen. Es geht darum, den Marktzugang zum Öl offenzuhalten und ihn vor der politischen Willkür anderer Mächte zu schützen. Das Schema lässt sich auf alle anderen Rohstoffe übertragen.
Man kann es sich aber auch bequem machen und einfach die Augen verschließen, das Geld für die Armee sparen und sich einmauern. Auf der Strecke bleibt die Solidarität und am Ende der Wohlstand.
- Damit wir uns endlich nicht damit bequemen, unvermeidliche Drecksarbeit den Amerikanern zu überlassen, um anschließend auch noch arrogant und selbstgefällig über Washington zu richten.
- Damit wir Europäer eigenständig in der Lage sind, einen Konflikt wie am Balkan unter Kontrolle zu bringen, um Massaker wie Srebrenica künftig zu unterbinden.
- Damit die Europäer nicht in grenzenlosem Egoismus ihren eigenen Wohlstand konsumieren, während ihnen die Situation anderer Menschen, die unter verbrecherischen Regimen leiden, am Ar... vorbeigeht.
Bitte achten Sie auf eine angemessene Wortwahl. Die Redaktion/sc
und sagen welchen Krieg die Amerikaner in den letzten 60
Jahren gewonnen haben? Ach ja, die Kriege gegen den vorher
entwaffneten Irak mit Hilfe von x Verbuendeten. Und da bekanntlich der Zweck des Krieges der Friede danach ist,
wie sieht es da aus?
...immerhin die Kleinstaaten Grenada (1983) und Panama (1989) besiegt. Mir ist allerdings nicht bekannt, dass die USA jemals in fairem Kampf einen gleichstarken Gegner bezwungen haben. Im 2.Weltkrieg haben sie die Sowjets die Drecksarbeit machen lassen. Erst kurz vor knapp enterten sie die Normandie, damit die Russen nicht bis zum Atlantik durchmarschieren. Den sollten wir Deutschen für ihren schnellen Vormarsch dankbar sein. Sonst hätten die feigen Yankees die Atombombe auf Berlin und Leipzig geschmissen statt auf Heroshima und Nagasaki.
IMHO haben Rock'n'Roll, Hollywood und Internet mehr zur amerikanischen Dominanz in der Welt beigetragen als das US-Militär. Das hat nur ruiniert, was die Kulturschaffenden aufbauten.
....Sie weiter bringen, wenn Sie sich nicht am Wort "Krieg" aufhängen würden. Das geschieht leicht. Es geht aber eher um die Durchsetzung internationaler Sicherheit und Ordnung. In Libyen geht es um die Sicherheit der regionalen Bevölkerung in Mexiko um die Sicherheit von Bevölkerungen in Europa und den USA und indirekt in den Süd und Mittel Amerikanischen Drogen produzierenden Ländern. Dazu braucht es zwar oft auch militärische Mittel. Die Zielsetzung ist jedoch unterschiedlich zur allgemeinen Vorstellung der Motivation zu Kriegen.
und Krieg meine ich und nicht Durchsetzung von Gesetzen.
Gut dass Sie die Drogenproduzenten nennen. Wer ist der
Groesste und was wurde dort mit Krieg erreicht?
Wie ich schon oefters schrieb: Ich bin fuer Recht und Ordnung und fuer die Einrichtung einer Weltpolizei, aber
keineswegs fuer die obskuren und willkuerlichen Interventionen der letzten Dekaden. Und mit dem Argument
"Praeventivkrieg" wurden noch immer die Angriffskriege
maskiert.
...immerhin die Kleinstaaten Grenada (1983) und Panama (1989) besiegt. Mir ist allerdings nicht bekannt, dass die USA jemals in fairem Kampf einen gleichstarken Gegner bezwungen haben. Im 2.Weltkrieg haben sie die Sowjets die Drecksarbeit machen lassen. Erst kurz vor knapp enterten sie die Normandie, damit die Russen nicht bis zum Atlantik durchmarschieren. Den sollten wir Deutschen für ihren schnellen Vormarsch dankbar sein. Sonst hätten die feigen Yankees die Atombombe auf Berlin und Leipzig geschmissen statt auf Heroshima und Nagasaki.
IMHO haben Rock'n'Roll, Hollywood und Internet mehr zur amerikanischen Dominanz in der Welt beigetragen als das US-Militär. Das hat nur ruiniert, was die Kulturschaffenden aufbauten.
....Sie weiter bringen, wenn Sie sich nicht am Wort "Krieg" aufhängen würden. Das geschieht leicht. Es geht aber eher um die Durchsetzung internationaler Sicherheit und Ordnung. In Libyen geht es um die Sicherheit der regionalen Bevölkerung in Mexiko um die Sicherheit von Bevölkerungen in Europa und den USA und indirekt in den Süd und Mittel Amerikanischen Drogen produzierenden Ländern. Dazu braucht es zwar oft auch militärische Mittel. Die Zielsetzung ist jedoch unterschiedlich zur allgemeinen Vorstellung der Motivation zu Kriegen.
und Krieg meine ich und nicht Durchsetzung von Gesetzen.
Gut dass Sie die Drogenproduzenten nennen. Wer ist der
Groesste und was wurde dort mit Krieg erreicht?
Wie ich schon oefters schrieb: Ich bin fuer Recht und Ordnung und fuer die Einrichtung einer Weltpolizei, aber
keineswegs fuer die obskuren und willkuerlichen Interventionen der letzten Dekaden. Und mit dem Argument
"Praeventivkrieg" wurden noch immer die Angriffskriege
maskiert.
Die Entspannungspolitik zwischen Ost und West und die einhergehende Abrüstung sind das wichtigste Gut, das in Europa für die Bürger erreicht wurde.
Demokratie, Selbstbestimmung, Freiheit werden in anderen Ländern nicht mit (westlichen) Waffen geschaffen, sondern über das Internet mit seinem freien Zugang zu Wissen und Information und internationalem kulturellem Austausch.
Die Friedensbewegung geht weiter.
"Demokratie, Selbstbestimmung, Freiheit werden in anderen Ländern nicht mit (westlichen) Waffen geschaffen, sondern über das Internet mit seinem freien Zugang zu Wissen und Information und internationalem kulturellem Austausch."
Und was ist, wenn eine kleine, raffgierige Elite den Verlockungen der Demokratie, der individuellen Selbstbestimmung und der Freiheit trotzt und die große, verarmte und rechtlose Mehrheit mit Waffengewalt knechtet und zusammenschießt, sobald sich Widerstand regt? Siehe Syrien. Wollen wir dann machtlos zusehen? Ihre These von der Absolutheit des Pazifismus widerlegt sich an der Realität. Es kommt auf das richtige Maß an Einmischung in fremde Angelegenheiten an.
"Demokratie, Selbstbestimmung, Freiheit werden in anderen Ländern nicht mit (westlichen) Waffen geschaffen, sondern über das Internet mit seinem freien Zugang zu Wissen und Information und internationalem kulturellem Austausch."
Und was ist, wenn eine kleine, raffgierige Elite den Verlockungen der Demokratie, der individuellen Selbstbestimmung und der Freiheit trotzt und die große, verarmte und rechtlose Mehrheit mit Waffengewalt knechtet und zusammenschießt, sobald sich Widerstand regt? Siehe Syrien. Wollen wir dann machtlos zusehen? Ihre These von der Absolutheit des Pazifismus widerlegt sich an der Realität. Es kommt auf das richtige Maß an Einmischung in fremde Angelegenheiten an.
Der Mann hat völlig recht mit seinen Feststellungen. Das Problem ist meiner Meinung nach eines der Einstellung und der Entschlossenheit, weniger eines der Mittel. Die fast zwei Millionen Soldaten in Europa sind ja schonmal eine beeindruckende Hausnummer, die fast 200 Mrd. Euro an Verteidigungshaushalt ebenso. Nur werden diese Soldaten und Gelder keinesfalls sinnvoll organisiert, ausgerüstet und eingesetzt.
Tatsache ist doch, dass keines der Länder der EU jemals wieder Krieg gegen ein anderes führen will. Folglich spricht absolut nichts dagegen, die europäischen Streitkräfte zumindest zum Zwecke der Verteidigung nach außen hin zusammenzuführen.
Problematischer wird es eher dabei, inwiefern man eine gemeinsame Streitmacht auch außerhalb Europas einsetzen würde, etwa zur Sicherung von Handelsrouten, für UN-Blauhelmeinsätze, zur Verteidigung Unschuldiger vor Diktatoren wie in Lybien und Syrien oder gar offensiv um Rohstoffvorkommen und Interessensgebiete zu sichern.
Leider ist hier besonders Deutschland ein Bremsklotz, da vielerorts immernoch die fragwürdige Meinung vorherrscht dass sich Frieden und Stabilität immer durch Gespräche herbeirreden oder gar durch Geld kaufen lässt. Auf die meisten potentiellen Gegner unserer Zeit, etwa islamische Fanatiker, verarmte somalische Piraten oder gut bezahlte Söldner eines lybischen Diktators trifft dies jedoch nicht zu. Ich hoffe dass die deutsche Öffentlichkeit dies erkennt, ebenso wie dass Gates recht hatte und Horst Köhler auch.
Gegen Fanatiker hilft ihnen auch kein Militär - ebensowenig gegen Diktatoren.
Ich denke der Begriff dürfte in den letzten Jahren öfters gefallen sein - "asymmetrischer Krieg" - da bringen Soldaten nichts (außer als Kugfelfang/Kanonfutter/Zielscheibe) - das gleiche gilt für gepanzerte Fahrzeuge, Flugzeuge etc.
Einen Krieg gegen Fanatiker kann man nur durch die Kooperation der zivilen Bevölkerung gewinnen - und dann auch eher über elitäre Polizeieinheiten die stets mehr Vertrauen (doch auch das ist relativ) erwecken werden als das Militär.
Wenn die Zivilbevölkerung einen Kampf gegen Fanatiker nicht unterstützt ist er nicht zu gewinnen - im Gegensatz, er ist sogar gefährlich - denn er schürt Hass der bei Fanatikern als Entschuldigung für Terrorakte herhält.
zwei Millionen Soldaten scheint mir doch recht viel, zumal Deutschland als bevölkerungsreichstes Land gerade mal ne viertel Million hat ( und dabei ist abzubauen) ...
Da hätte ich gerne mal ne Quelle zu gesehen. Danke
Wieso sollte dann nicht zusätzlich zu den Streitkräften unter nationaler Souveränität eine europäische Armee unter der Befehlshoheit des Europaparlaments geschaffen werden? Diese Armee würde ihre Soldaten größtenteils selbst rekrutieren und an einigen Ecken durch nationale Truppenteile ergänzt werden (Eu-Battlegroups). Wenn man bedenkt, dass die relativ schlagkräftige britische Arme mit ca. 200.000 Soldaten GB etwa 40 Mrd. Euro pro Jahr kostet, dann wird sich in einem Jahresetat der EU von ca. 1 Billion Euro sicherlich genug Geld für eine solche Armee finden lassen. Dazu müssten nur die Agrarsubventionen ein bisschen zusammengestrichen werden, es würde kein zusätzliches Geld benötigt. Diese Armee wäre sogar noch schlagkräftiger als die britische, weil sie auf die Infrastruktur der nationalen Armeen zurückgreifen könnte. Sie würde nur auf Grundlage eines Beschlusses des Europaparlaments eingesetzt werden und hätte daher auch die volle demokratische Legitimation und man umgeht das Problem der nationalen Eigeninteressen bei der Sicherheitspolitik.
Gegen Fanatiker hilft ihnen auch kein Militär - ebensowenig gegen Diktatoren.
Ich denke der Begriff dürfte in den letzten Jahren öfters gefallen sein - "asymmetrischer Krieg" - da bringen Soldaten nichts (außer als Kugfelfang/Kanonfutter/Zielscheibe) - das gleiche gilt für gepanzerte Fahrzeuge, Flugzeuge etc.
Einen Krieg gegen Fanatiker kann man nur durch die Kooperation der zivilen Bevölkerung gewinnen - und dann auch eher über elitäre Polizeieinheiten die stets mehr Vertrauen (doch auch das ist relativ) erwecken werden als das Militär.
Wenn die Zivilbevölkerung einen Kampf gegen Fanatiker nicht unterstützt ist er nicht zu gewinnen - im Gegensatz, er ist sogar gefährlich - denn er schürt Hass der bei Fanatikern als Entschuldigung für Terrorakte herhält.
zwei Millionen Soldaten scheint mir doch recht viel, zumal Deutschland als bevölkerungsreichstes Land gerade mal ne viertel Million hat ( und dabei ist abzubauen) ...
Da hätte ich gerne mal ne Quelle zu gesehen. Danke
Wieso sollte dann nicht zusätzlich zu den Streitkräften unter nationaler Souveränität eine europäische Armee unter der Befehlshoheit des Europaparlaments geschaffen werden? Diese Armee würde ihre Soldaten größtenteils selbst rekrutieren und an einigen Ecken durch nationale Truppenteile ergänzt werden (Eu-Battlegroups). Wenn man bedenkt, dass die relativ schlagkräftige britische Arme mit ca. 200.000 Soldaten GB etwa 40 Mrd. Euro pro Jahr kostet, dann wird sich in einem Jahresetat der EU von ca. 1 Billion Euro sicherlich genug Geld für eine solche Armee finden lassen. Dazu müssten nur die Agrarsubventionen ein bisschen zusammengestrichen werden, es würde kein zusätzliches Geld benötigt. Diese Armee wäre sogar noch schlagkräftiger als die britische, weil sie auf die Infrastruktur der nationalen Armeen zurückgreifen könnte. Sie würde nur auf Grundlage eines Beschlusses des Europaparlaments eingesetzt werden und hätte daher auch die volle demokratische Legitimation und man umgeht das Problem der nationalen Eigeninteressen bei der Sicherheitspolitik.
Auf dass die fehlgeleitete, naive und ignorante deutsche Bevölkerung endlich wieder ja zum Bellizismus sagt!
Danke für ihre wohlinformierte, differenzierte und reflektierte Meinung, die doch eine aufklärerische Wirkung entfalten möge.
In Sachen Militär ist ein breiter Teil der Deutschen in der Tat fehlgeleitet, ignorant oder zumindest naiv. Ich fordere jedoch nicht dass sich dies in Kriegstreiberei umgekehrt, dies wäre auch nicht hilfreich. Aber eine gesunde und wohlinformierte Einstellung mit grundsätzlichen Unterstützung unserer Streitkräfte und der unserer NATO-Verbündeten wäre schön. Radikalpazifismus und "wohlwollendes Desinteresse" an der Bundeswehr helfen jedenfalls nicht bei der Lösung sicherheitspolitischer Probleme.
Leider versäumt es die Politik auch seit dem Kalten Krieg die Rolle unserer Streitkräfte sinnvoll neu zu definieren und dies der Bevölkerung zu vermitteln. Kurioserweise (und lobenswerterweise) waren ausgerechnet die Grünen hier ein positiver und progressiver Lichtblick in den letzten 20 Jahren, indem sie deutsche Truppen nach Kosovo geschickt haben. In Zukunft müssen wir Europäer darauf vorbereitet sein, derartige Einsätze ohne die Hilfe der Amerikaner durchzuführen. Man kann nicht ewig von den (wirtschaftlich schwächelnden) USA erwarten, die Sicherheit in Europa und an dessen Peripherie zu garantieren. Für den unausweichlichen Rückzug der USA müssen wir in Europa uns ab JETZT vorbereiten und eigene Fähigkeiten schaffen. Das Potential und das Geld sind da, allein es fehlt der Wille.
In Sachen Militär ist ein breiter Teil der Deutschen in der Tat fehlgeleitet, ignorant oder zumindest naiv. Ich fordere jedoch nicht dass sich dies in Kriegstreiberei umgekehrt, dies wäre auch nicht hilfreich. Aber eine gesunde und wohlinformierte Einstellung mit grundsätzlichen Unterstützung unserer Streitkräfte und der unserer NATO-Verbündeten wäre schön. Radikalpazifismus und "wohlwollendes Desinteresse" an der Bundeswehr helfen jedenfalls nicht bei der Lösung sicherheitspolitischer Probleme.
Leider versäumt es die Politik auch seit dem Kalten Krieg die Rolle unserer Streitkräfte sinnvoll neu zu definieren und dies der Bevölkerung zu vermitteln. Kurioserweise (und lobenswerterweise) waren ausgerechnet die Grünen hier ein positiver und progressiver Lichtblick in den letzten 20 Jahren, indem sie deutsche Truppen nach Kosovo geschickt haben. In Zukunft müssen wir Europäer darauf vorbereitet sein, derartige Einsätze ohne die Hilfe der Amerikaner durchzuführen. Man kann nicht ewig von den (wirtschaftlich schwächelnden) USA erwarten, die Sicherheit in Europa und an dessen Peripherie zu garantieren. Für den unausweichlichen Rückzug der USA müssen wir in Europa uns ab JETZT vorbereiten und eigene Fähigkeiten schaffen. Das Potential und das Geld sind da, allein es fehlt der Wille.
Aber gewinnen können auch die USA keinen Krieg.
Oder kennt jemand ein gegenteiliges Beispiel nach 1945?
Ist ja eigentlich auch egal.
Hauptsache es werden in großen Mengen Steuermittel für militärische Zwecke abgezweigt, um dem militärisch-industriellen Komplex Maximalprofite zu sichern.
Je länger ein Krieg dauert, je höher sind diese Profite.
Da ist das Kriegsergebnis von sekundärer Bedeutung.
Hauptsache, die Lunte geht nicht aus.
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