Wicca-Kult Die Hexe von East Village
In den USA sind auch neuheidnische Kulte staatlich anerkannt. Besuch bei einer bekennenden "Wicca".
© Scott Olson/Getty Images

Anhänger des Wicca-Kultes um Reverend Don Lewis (links) in Hoopeston, Illinois.
Starr, nur Starr, so wie Cher, ist eine Hexe. Sie lebt, für eine Hexe vielleicht etwas ungewöhnlich, im East Village in New York. Hier hausten einst Immigranten zusammengedrängt in überteuerten Bruchbuden, heute frequentieren Yuppie-Studenten von der New York University trendige Bars, ebenfalls überteuert. Starrs eigener Laden in der Ninth Street ist eher schmucklos, weiße Wände, Klappstühle um einen Tisch. Wenige Straßen weiter gab es bis vor kurzen einen echten Hexenladen, mit Tinkturen, Kräutern, Amuletten, Voodoo-Puppen, Heilkristallen, silbernen Pentagrammen, Pendeln, Tarotkarten, Hexenbesen und zwei Katzen, eine ganz weiß, die andere schwarz. Jetzt sucht der Laden eine neue Bleibe. Aber mit solchen Moden, sagt Starr, habe sie nichts zu tun.
Starr ist um die fünfzig, sie hat lange, lockige schwarze Haare, dunkle Haut, ein Dekolleté wie eine Bedienung im Oktoberfestzelt und das selbstbewusste Auftreten einer Frau, die weiß, dass sie eine echte Hexe ist. Sie gibt Kurse über die Lehren der Wiccas, wie sich die Anhängerinnen der neuheidnischen Mysterienreligion nennen, aber heute zelebriert sie den vollen Mond, das gelbe Nachtgestirn mit den Geisterflecken, das über Manhattan hängt. Zwei Dutzend Wiccas werden kommen, die meisten ältere Frauen. »Aber an unserem höchsten Fest kommen Hunderte«, sagt Starr. Das höchste Fest ist Samhain, oder, wie Nichthexen es nennen, Halloween.
Starr wurde als Katholikin geboren, in Toronto, Kanada. »Aber vor dreißig Jahren habe ich diese Religion gewählt«, sagt sie, »denn eine Religion zu wählen ist Teil des Erwachsenwerdens.« Wicca, der Kult der Hexen, der sowohl weiblichen als auch männlichen Naturgöttern huldigt, habe ihr am besten gefallen. Im Übrigen sei der Glaube der Wiccas nicht vollkommen verschieden vom Christentum. »Was Christen Gebete nennen, nennen wir Zaubersprüche.« Sogar Thanksgiving feierten die Wiccas, nur an einem anderen Datum, zur Tag-und-Nacht-Gleiche im September. Und Feste wie Weihnachten oder Ostern hätten ebenfalls ihre Entsprechung im Paganismus.
In den USA sind auch Religionen anerkannt, die hierzulande mit großem Argwohn betrachtet werden – und so ist Starr eine staatlich anerkannte Wicca-Priesterin. »Dazu muss man nur eine Gemeinde nachweisen und eine Menge Papierkram erledigen«, erklärt sie. Aber das war nicht immer so. Amerika wurde von Protestanten gegründet, und noch immer sind mehr als 50 Prozent der Amerikaner evangelisch. Weitere 24 Prozent sind katholisch, drei Prozent gehören christlichen Sekten an und knapp fünf Prozent anderen Religionen. Etwa 16 Prozent sind nicht religiös. Nur 0,4 Prozent aller Amerikaner hängen einem neupaganistischen New-Age- oder Hexenkult an, doch das sind gut eine Million Menschen. Daneben gibt es als kleinste Gruppe einige Hunderttausend Indianer, die die Religion ihrer Vorväter praktizieren.
Dass Nichtprotestanten frei von Diskriminierung oder Zwangsbekehrung in den USA leben können, ist relativ neu: Die meisten Afroamerikaner sind deshalb evangelisch, weil ihre versklavten Vorfahren zwangsgetauft wurden. Noch im 20. Jahrhundert wurden indianische Kinder in Internate verschleppt, wo ihnen der Mund mit Seife ausgewaschen wurde, wenn sie zu ihren Stammesgöttern gebetet hatten. Sogar die Anhänger der ersten originär amerikanischen Religion, die Mormonen, wurden anfangs verfolgt: Als Gründer Joseph Smith sie 1831 in Missouri um sich scharte, wurden sie per Staatsdekret vertrieben; Smith wurde später gelyncht. Sein Nachfolger Brigham Young zog ins heutige Utah, damals Indianerterritorium, doch die US-Regierung schickte Truppen hinterher, um zu unterbinden, dass die Mormonen ihren eigenen Staat gründeten. Auch Katholiken und Juden wurden noch bis in die fünfziger Jahre diskriminiert.
Das änderte sich erst mit der Bürgerrechtsbewegung der sechziger Jahre. Damit, und auch mit dem Feminismus und der New-Age-Mode, kamen die neuen Hexenreligionen nach Amerika. Die Wiccas als die bekanntesten dieser Hexen sehen sich in der Tradition der Kelten aus Irland, Wales und der Bretagne; tatsächlich wurden sie erst 1954 neu entdeckt, und zwar von dem englischen Anthropologen Gerard Gardner, der von seinem irischen Kindermädchen inspiriert wurde. Seine Bücher lesen sich denn auch wie ein Amalgam aus Tolkien und Harry Potter.
- Datum 26.06.2011 - 14:47 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 22.6.2011 Nr. 26
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>>ein Ásatrú – Ásatrús glauben, dass die weiße Rasse die »Schlammrassen« niederhalten müsse.<<
Asatru (zu deutsch den Asen treu) ist eine anerkannte Religion in Island, die dortigen Priester haben die gleichen Rechte wie christl. Priester: Sie können Ehen schließen, Beerdigen, die ganze Palette halt. Weiterhin anerkannt ist diese Religion in Schweden, Dänemark, Norwegen und teilen Spaniens.
Asatru ist keine faschistische Religion (im Gegensatz zu den Armanen) - ganz im Gegenteil. Warum diese Religion verunglimpft werden soll, weiß ich nicht.
>>So gibt es einerseits germanische, andererseits skandinavische Ásatrú<<
Ja, das stimmt. Der skandinavische Asatru setzt auf die Tradition der Skandinavier und benutzt die entsprechenden Götternamen Odin, Frey, Thor usw. Die germanischen (oder besser kontinentalgermanischen Asatru) berufen sich auf kontinentale Traditionen und benutzen folgerichtig Namen wie Wodan, Fro, Donar etc.
Aber Herrenrassenblabla wird man dort nicht finden (wie auch, diese Religion gründet auf ein Fundament auf vorchristl. Zeiten; Rassenwahn ist eine moderne Erfindung)!
Mit Wicca hat Asatru auch nichts zu tun!
Ich rate Frau Schweitzer dringend einen Urlaub in Island an, damit sie sich erst einmal schlau macht und dann was schreibt.
Ansonsten finde Naturreligionen wie Wicca deutlich sympathischer als die monotheistischen Religionen: Sie müssen nicht missionieren!
"Und Feste wie Weihnachten oder Ostern hätten ebenfalls ihre Entsprechung im Paganismus."
Es ist wohl eher so, dass die christliche Religion fast alle heidnischen Bräuche übernahm oder umwandelte und nicht wie die Formulierung den Glauben lässt, dass man "ebenfalls" diese Feste feiert. Ich bin öfters erstaunt, wie unwissend gläubige Christen sind, was den Ursprung ihrer Feste oder Rituale betrifft.
"Ich bin öfters erstaunt, wie unwissend gläubige Christen sind, was den Ursprung ihrer Feste oder Rituale betrifft."
Manches davon ist aber eher Legende als Realität. Ein Ursprung von Weihnachten aus dem Julfest ist nach derzeitige Quellenlage unhaltbar und die Theorie mit "Sol invictus" extrem spekulativ und nicht wirklich belegt. Daher: Das viele Christen nicht jeden Mythos darüber kennen, wie ihre Feste entstanden sind ist kein Problem, denn vieles ist schlicht Unfug und seine Verbreitung wohl eher darauf zurückzuführen, das mancher gerne die geliebten Feste von dem in Ungnade gefallen christlichen Glauben lösen möchte.
"Ich bin öfters erstaunt, wie unwissend gläubige Christen sind, was den Ursprung ihrer Feste oder Rituale betrifft."
Manches davon ist aber eher Legende als Realität. Ein Ursprung von Weihnachten aus dem Julfest ist nach derzeitige Quellenlage unhaltbar und die Theorie mit "Sol invictus" extrem spekulativ und nicht wirklich belegt. Daher: Das viele Christen nicht jeden Mythos darüber kennen, wie ihre Feste entstanden sind ist kein Problem, denn vieles ist schlicht Unfug und seine Verbreitung wohl eher darauf zurückzuführen, das mancher gerne die geliebten Feste von dem in Ungnade gefallen christlichen Glauben lösen möchte.
Naja diese paganischen Kulte sind im Grunde genauso "versponnen" wie die organisierten Religionen - zentrale aber wichtige Unterschiede sind lediglich, dass beispielsweise das Christentum mit seinem extremen Sendungsbewußtsein und seinem absoluten Anspruch auf Wahrheit sich in der Geschichte als weit gefährlicher erweisen hat. Gleiches könnte man über dem Islam sagen, beim Judentum fehlt wenigstens der missionarsiche Eifer.
Oh was war das für eine fortschrittliche Zeit im römischen Reich, als jeder der die religiöse Toleranz akzeptieren wollte glauben konnte was er wollte....dass diese tolerante Zeit nun immer stärker zurückkehrt macht den etablierten "Wahrheitsauslegern" natürlich Angst ;-)
Es sind immer die Pächter der Moral gewesen, die für Zerstörung und Unfreiheit sorgten, obwohl sie im Dienst des ganzen Gegenteils zu stehen vorgaben. Das ist heute auch nicht anders, wie man sieht.
Zu behaupten, Rassismus sei Inhalt von Ásatrú, ist ähnlich gedankenlos, wie z.B. Pädophilie für einen Bestandteil der Kirchenlehre zu halten – oder von einer einzigen Zeit-Redakteurin, der offenbar schon ein Blick in Wikipedia zu anstrengend war, darauf zu schließen, dass Recherche in der gesamten Zeit-Redaktion zu den verpönten Praktiken gehöre.
Vielleicht war die Verfasserin aber auch nur erschrocken darüber, dass Gleichstellung für alle gilt? Anders lässt sich der Tenor des Artikels, Minderheiten grundsätzlich in die Nähe von Rassisten und Spinnern zu rücken, um ihnen die Gleichstellung zu verwehren, nicht erklären.
Für diese erfolgreiche Torpedierung jahrelangen Engagements heidnischer Strömungen gegen die Unterwanderung und Vereinnahmung durch Rassisten und Neonazis dürfte Ihnen der Dank Letzterer sicher sein.
Was Frau Schweitzer hier über die Asatru schreibt, ist einer Zeitung wie der ZEIT wirklich unwürdig. Vielleicht sollte sich Frau Schweitzer mal etwas bilden, bevor sie den Asatru Rassismus unterstellt. Asatru ist die alte vorchristliche Religion des nördlichen Europas. Die meisten Anhänger des alten Weges sind ausgesprochen tolerante und weltoffene Menschen.
Es ist schlimm wie schlecht auf diesem Gebiet recherchiert wird. WICCA, Asatru, Voodoo, ach alles so komische Menschen die da zusammenkommen. Asatru als rassistisch zu bezeichnen ist Quatsch. Alt- wie Neonazis versuchen sich die Symbole anzueignen, wie die Nazis im so genannten „Dritten Reich“. Doch das hat nicht’s mit nordischer oder germanischer Religion zu tun. Aberwitzig auch die Behauptung die meisten Hexen in Amerika sind schwarz. Wikipedia würde da schon nach 5 Minuten Klarheit bringen. Und eine der berühmtesten Hexen der Jetztzeit ist eher Starhawk, die in Amerika als Paganistin, Frauenrechtlerin und Ökoaktivistin bekannt ist. Und dann die spirituellen Feste, da gibt es ein Pendant zu den christlichen Festen. Samhain ist sogar historisch in einem keltisch-römischen Kalender belegt. Das Christentum hat sich die Feste der jeweiligen Kultur zu Eigen gemacht und übertüncht. Doch auch in Deutschland hat man es nicht leicht als WICCA. Als ich 2009 für die LINKE zum hessischen Landtag kandidierte durfte ich dann auch erfahren wie die spirituelle Ausrichtung als politisches Kampfinstrument abwertend genutzt wurde http://www.fr-online.de/p... . Kein Journalist schreibt über einen Katholiken oder Protestanten, der für eine Partei kandidiert, solche Kommentare. Es ist immer wieder der gleiche Tenor, was ich nicht kenne, das kommt mir erst einmal suspekt vor.
Moin,
Das ist das Problem, wenn die Leute zu viel TV schauen.
Alles was sie aus Filmen kennen... Darum sind dann Begriffe wie "Hexe" "Heide" "Magier" etcPP nicht grad positiv und seriös belegt.
Siehe diesen dämlichen Artikel...
Zu der von Ihnen geposteten Seite. Joah, klar, das zielt direkt in die Gruselkistenecke. War zu erwarten, oder nicht?
Zum Statement, das über Katholiken und Protestanten nicht so berichtet wird möchte ich aber dennoch vermerken - WAS sollte man da berichten? Wir leben in einem christlichen Land, das kann man drehen und wenden, das ist halt so - Und wenn einer der Politiker zum Islam oder Buddhismus übergetreten wäre, würde das genauso breitgetreten.
Moin,
Das ist das Problem, wenn die Leute zu viel TV schauen.
Alles was sie aus Filmen kennen... Darum sind dann Begriffe wie "Hexe" "Heide" "Magier" etcPP nicht grad positiv und seriös belegt.
Siehe diesen dämlichen Artikel...
Zu der von Ihnen geposteten Seite. Joah, klar, das zielt direkt in die Gruselkistenecke. War zu erwarten, oder nicht?
Zum Statement, das über Katholiken und Protestanten nicht so berichtet wird möchte ich aber dennoch vermerken - WAS sollte man da berichten? Wir leben in einem christlichen Land, das kann man drehen und wenden, das ist halt so - Und wenn einer der Politiker zum Islam oder Buddhismus übergetreten wäre, würde das genauso breitgetreten.
Das gibt es bei uns aber auch, und da bücht der Hahn schon viel länger.
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