Unternehmen Barbarossa Bröckelnde Mythen
Zwischen Verklärung und Aufklärung: Russland und der deutsche Überfall vor 70 Jahren
© Hulton Archive/Getty Images

November 1942: Sowjetische Truppen kämpfen in Stalingrad gegen deutsche Soldaten.
Manchmal werden die Springbrunnen vor dem Museum am Abend rot angestrahlt. Dann sieht es aus, als sprudle Blut. Dahinter ragt ein Obelisk in der symbolischen Höhe von 141,80 Metern auf – zehn Zentimeter für jeden Kriegstag. An seinem Sockel schneidet der eherne Drachentöter Sankt Georg einen hakenkreuztragenden Lindwurm in Scheiben. Das Zentralmuseum des Großen Vaterländischen Krieges in Moskau, errichtet zwischen 1984 und 1995, entspricht ganz dem Geist der sowjetischen Gedenkkultur: Klotzig und weiträumig ist es, mit viel Beton und viel Pathos.
Die Ausstellung im Innern zieht eine direkte Linie vom heldenhaften Kampf der Roten Armee gegen den deutschen Aggressor über die Amtszeit des sowjetischen Staats- und Parteichefs Leonid Breschnew bis zum heutigen Russland. Der Krieg beginnt mit der heldenhaften Verteidigung Moskaus. Die schlechte Vorbereitung der Roten Armee und die Anfangsniederlagen im Sommer 1941 sind kein Thema. Sieben Dioramen zeigen glorreiche Schlachten: triumphierende Rotarmisten vor Stalingrad, vorwärtsbrechende Panzer im Kursker Bogen. Der sowjetisch geprägte Blick auf den Krieg sucht weniger Erkenntnisse als erhabene Gefühle. Er feiert Heldentum und Kampf, er rühmt die Führung des Landes und das Volk, das Kollektiv. Der Sieg dient der Legitimation des Staates. Für das Leid des Einzelnen bleibt da kaum Platz.
Staatliche Förderung fand dieses pompöse Gedenken erstmals unter Leonid Breschnew in den siebziger Jahren. Er nutzte die Erinnerung an den Triumph von 1945, um nach dem Ende der stalinistischen Ära die Größe der Partei neu zu beschwören. Eine Parade zum Tag der deutschen Kapitulation fand allerdings nur an runden Jahrestagen statt.
Als sich das Sowjetreich 1991 auflöste, entstand so etwas wie ein erinnerungspolitisches Vakuum. Doch der junge russische Staat brauchte einen historischen Mythos zur nationalen Festigung. Die bolschewistische Revolution von 1917 war zu umstritten, die demokratische Gründerzeit nach 1989 zu chaotisch. Da blieb nur 1945. Und so reanimierte Präsident Boris Jelzin zum 50. Jahrestag des Kriegsendes die Siegesfeiern, baute das Zentralmuseum zu Ende und begründete eine neue Tradition: die jährliche Parade zum 9. Mai. Bis 2008 war sie nur ein soldatisches Defilee, inzwischen rollen auch Panzer und Raketen. Der 9. Mai hat den einst staatsbildenden 7. November ersetzt, den Tag der glorreichen Oktoberrevolution.
- 23. August 1939
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© AFP/Getty Images"Hitler-Stalin-Pakt": Reichsaußenminister Joachim von Ribbentrop und der Volkskommissar für Auswärtige Angelegenheiten der Sowjetunion, Wjatscheslaw Molotow, unterschreiben im Beisein Josef Stalins in Moskau einen Nichtangriffsvertrag. In der Folge wird Polen zwischen Deutschland und der Sowjetunion aufgeteilt. Es ist ein Vertrag, der nichts über die wahren Pläne Adolf Hitlers aussagt. Denn schon 1933 hatte Hitler seine Absicht erklärt, "neuen Lebensraum im Osten" zu erobern.
- 18. Dezember 1940
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© Fox Photos/Getty ImagesHitler unterzeichnet seine Weisung Nr. 21 "Fall Barbarossa". Unter diesem Namen beginnt die Planung des Krieges gegen die Sowjetunion. Die Wehrmachtspitze rechnet mit einer Kriegsdauer von maximal vier Monaten. Bis zum Sommer 1941 werden circa 3,3 Millionen Soldaten an der Ostgrenze zusammengezogen. Am 30. März 1941 sagt Hitler vor den Oberbefehlshabern der Wehrmacht, sein Ziel sei die Auslöschung des sowjetischen Staates, die Vernichtung seiner Träger und die Errichtung einer deutschen Kolonie.
- Mai/Juni 1941
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© ArchivdokumentKurz vor Beginn des Ostfeldzuges erlassen die Oberkommandos der Wehrmacht (OKW) und des Heeres (OKH) völkerrechtswidrige Befehle. Es bestehe "kein Verfolgungszwang" für verbrecherische Handlungen deutscher Soldaten gegen feindliche Zivilpersonen. Jeder "aktive oder passive Widerstand" solle "restlos" beseitigt werden. Der sogenannte Kommissarbefehl sieht vor, politische Kommissare der Roten Armee "nach durchgeführter Absonderung zu erledigen".
- 22. Juni 1941
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Deutsche Pioniereinheiten setzen über den Bug. Ohne Kriegserklärung greift Deutschland die Sowjetunion an. Die Heeresgruppe Mitte, die stärkste der drei Heeresgruppen zu Beginn des "Unternehmens Barbarossa", ist zu diesem Zeitpunkt gut 1.000 Kilometer von Moskau entfernt. Einen knappen Monat später ist diese Distanz auf 350 Kilometer zusammengeschrumpft. Bis zum Spätherbst besetzt die Wehrmacht Weißrussland, Teile Russlands und den größten Teil der Ukraine.
- Sommer 1941
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Mit dem Angriff der Wehrmacht auf die Sowjetunion setzt eine massenhafte Flucht der sowjetischen Zivilbevölkerung ein. Im Verlauf des gesamten Krieges fliehen etwa 14 Millionen Menschen vor den deutschen Truppen oder müssen in Sicherheit gebracht werden.
- Juli 1941
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Etwa zwei Wochen nach Beginn des Ostfeldzuges befiehlt Stalin, jegliche kriegswichtige Infrastruktur in den unsicheren westlichen Regionen zu demontieren und nach Osten abzutransportieren. Im Ural und jenseits entstehen in der Folge Zentren der sowjetischen Rüstungsindustrie. Dort arbeiten zumeist Frauen und Kriegsinvaliden.
- 16. August 1941
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© Hulton Archive/Getty ImagesStalin erlässt den Befehl Nr. 270, der es Rotarmisten verbietet, sich dem Feind zu ergeben. Darin heißt es: "Wer in die Einkreisung geraten ist, hat auf Leben und Tod zu kämpfen und bis zuletzt zu versuchen, sich zu den Unseren durchzuschlagen." Wer die Gefangenschaft vorziehe, sei mit dem Tod zu bestrafen. Bis Ende des Jahres geraten 3,3 Millionen Rotarmisten in deutsche Kriegsgefangenschaft.
- August/September 1941
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© Hulton Archive/Getty ImagesHitler verlegt den Schwerpunkt des Angriffs auf die Ukraine. In einer gemeinsamen Offensive der Heeresgruppen Süd und Mitte gelingt es der Wehrmacht am 19. September, Kiew einzunehmen. Eine Woche später ist auch die Kesselschlacht im Osten der Stadt endgültig ausgefochten. Rund 700.000 Rotarmisten geraten in deutsche Kriegsgefangenschaft.
Im September beginnt die fast 900-tägige Blockade von Leningrad. Die Stadt der Oktoberrevolution soll ausgehungert werden.
- 8. September 1941
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Bis zur Befreiung am 27. Januar 1944 sterben rund eine Million Bürger Leningrads an Hunger und Kälte.
- 29./30. September 1941
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Wenige Tage nach der Besetzung Kiews nehmen deutsche Verbände unter Generalfeldmarschall Walter von Reichenau sämtliche Juden fest, die noch in der ukrainischen Hauptstadt leben, und treiben sie zur Schlucht von Babi Jar. Binnen zwei Tagen ermordet dort ein Sonderkommando der Einsatzgruppen fast 34.000 Männer, Frauen und Kinder.
- 2. Oktober 1941
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© Julika Altmann für ZEIT GeschichteBeginn der "Operation Taifun": Für den Vorstoß auf die sowjetische Hauptstadt Moskau hat die deutsche Führung 78 Divisionen zusammengezogen., knapp zwei Millionen Mann. Doch die Offensive gerät bald ins Stocken und wird im Dezember mit einer sowjetischen Gegenoffensive beantwortet. Die Rote Armee treibt die deutschen Verbände bei eisiger Kälte bis zu 200 Kilometer zurück in Richtung Westen.
- Dezember 1941
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Ende des Jahres 1941 sind bereits 3,3 Millionen Rotarmisten in deutsche Kriegsgefangenschaft geraten. Von den 5,7 Millionen Rotarmisten, die den Deutschen insgesamt während des Krieges in die Hände fallen, werden gut drei Millionen, also mehr als die Hälfte, durch Hunger, Krankheit und Erschießungen getötet – das Gros davon während der Abtransporte und in den Gefangenenlagern.
- Januar 1942
Die ersten "Ostarbeiter" kommen mit Zügen ins Reich. Von 1942 bis 1944 werden insgesamt etwa drei Millionen Menschen aus der Sowjetunion nach Deutschland geschafft, um dort Zwangsarbeit zu leisten. Andere müssen auf dem Boden der Sowjetunion Sklavendienste für die Besatzer verrichten. Betroffen sind vor allem Frauen und Jugendliche, die zu jung sind, um zur Armee eingezogen zu werden.
- 28. Juni 1942
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© Julika Altmann für ZEIT GeschichteNachdem Hitlers Ostheer bis Frühjahr 1942 bereits Verluste von mehr als einer Million Soldaten hinnehmen musste – gezählt werden Gefallene, Verwundete, Vermisste –, beginnt im Sommer 1942 der Vorstoß auf die Erdölfelder des Kaukasus sowie auf Stalingrad an der Wolga. Doch die "Operation Blau" läuft bald ins Leere. Sowjetische Truppen gewinnen zunehmend die Initiative.
- 2. Februar 1943
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Die Schlacht um Stalingrad endet mit der Kapitulation der 6. Armee. Bereits im November des Vorjahres sind mehr als 200.000 Wehrmachtsoldaten eingekesselt worden. Die deutsche Niederlage bei Stalingrad wird weltweit als die entscheidende Kriegswende wahrgenommen.
- 18. Februar 1943
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Die Schlacht um Stalingrad endet mit der Kapitulation der 6. Armee. Zwei Wochen später hält Reichspropagandaminister Joseph Goebbels im Berliner Sportpalast seine berüchtigte Rede. Vor ausgewählten Zuhörern verkündet er den "totalen Krieg". Das Publikum jubelt ihm zu. Die über 100-minütige Rede gilt als Musterbeispiel der nationalsozialistischen Propaganda.
- 20. Mai 1943
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© Keystone/Getty ImagesIn einem der größten Einsätze gegen prosowjetische Partisanen ermordet eine nach SS-Brigadeführer Curt von Gottberg benannte Kampfgruppe in Weißrussland innerhalb von zehn Tagen rund 13.000 Menschen ("Aktion Cottbus"). Die Zahl der Getöteten ist, wie bei derartigen Aktionen üblich, etwa zehnmal so hoch wie die Zahl der erbeuteten Waffen. Insgesamt fallen der Partisanenbekämpfung durch Wehrmacht-, SS- und Polizeitruppen mehr als ein halbe Million Menschen zum Opfer.
- 5. Juli 1943
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© Hulton Archive/Getty ImagesIn einer letzten Großoffensive versucht die Wehrmachtsführung, die sowjetische Front aufzubrechen, die westrussische Stadt Kursk einzunehmen und damit die Initiative zurückzugewinnen. Dabei kommt es zur größten Konzentration von Kriegstechnik, die die Geschichte bislang kennt. Nach einer guten Woche sieht sich Hitler gezwungen, den Angriff auf Kursk einzustellen. Die Rote Armee dringt unter großen Verlusten weiter nach Westen vor.
- Sommer 1943 – Herbst 1944
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"Verbrannte Erde": Auf ihrem Rückzug vor der Roten Armee zerstört und entvölkert die Wehrmacht systematisch das Land. Die Deutschen vertreiben die Bevölkerung, hinterlassen kilometerweite Feuersbrünste, zerstören die Infrastruktur, vernichten Vorräte und vergiften Brunnen.
- 22. Juni 1944
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© Deutsch-Russisches Museum Berlin-KarlshorstOperation "Bagration": Am dritten Jahrestag des Überfalls eröffnet die Rote Armee ihre große Sommeroffensive im Mittelabschnitt der Ostfront. Mit Unterstützung russischer Partisanen zerschlagen die Sowjets innerhalb von wenigen Wochen 28 deutsche Divisionen; die Heeresgruppe Mitte verliert rund 400.000 Soldaten und damit fast drei Viertel ihres vormaligen Gesamtumfangs.
- 23. Juli 1944
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Im Sommer 1944 befreit die Rote Armee als erstes der nationalsozialistischen Vernichtungslager Majdanek. Die SS hat es kurz zuvor überhastet geräumt, Gefangene abtransportiert, Unterlagen vernichtet und Gebäude niedergebrannt. Die Rote Armee findet noch rund 1.000 ausgezehrte und kranke sowjetische Kriegsgefangene vor. In den Vernichtungslagern wurden zusammengenommen mehr als drei Millionen Menschen umgebracht. Insgesamt ermordeten die Deutschen etwa sechs Millionen Juden und mehrere Hunderttausend Sinti und Roma.
Immer schneller verschiebt sich die Front nach Westen. Am 10. Oktober erreicht die Rote Armee die ostpreußische Grenze.
- 16. April 1945
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© Ivan Shagin/Getty ImagesDie Rote Armee beginnt ihre Offensive auf Berlin. Obwohl der Krieg schon entschieden ist, muss sie weiterhin hohe Verluste hinnehmen, da viele Deutsche bis zur letzten Sekunde kämpfen. Im Osten wie im Westen Deutschlands inszeniert die Wehrmacht einen apokalyptischen Endkampf. Am 30. April begeht Hitler Selbstmord.
- Mai 1945
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© Fred Ramage/Getty ImagesMillionen deutsche Bewohner aus Ost- und Westpreußen, Pommern, Schlesien, dem östlichen Brandenburg und anderen Siedlungsgebieten im Osten fliehen bis Mai 1945 vor der Roten Armee. Millionen weitere werden in den nachfolgenden Monaten vertrieben. Etwa 600.000 Deutsche kommen auf der Flucht und während der Vertreibung ums Leben.
- 8./9. Mai 1945
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Die Wehrmacht kapituliert. Generalstabschef Alfred Jodl unterzeichnet die Gesamtkapitulation im US-Hauptquartier in Reims. Die Oberbefehlshaber Wilhelm Keitel, Hans-Georg von Friedeburg und Generaloberst Hans-Jürgen Stumpff ratifizieren die Kapitulation am 9. Mai im sowjetischen Hauptquartier in Berlin. Rund 27 Millionen Sowjetbürger haben im Krieg gegen Deutschland ihr Leben verloren.
- 7. Oktober 1955
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Die letzten knapp 10.000 Wehrmachtsoldaten kehren aus sowjetischer Kriegsgefangenschaft zurück. Insgesamt waren 17 Millionen Deutsche Teil der Wehrmacht. Der überwiegende Teil wurde im Ostfeldzug eingesetzt. Erst in den neunziger Jahren beginnt in der breiten Öffentlichkeit eine kritische Aufarbeitung des Vernichtungskrieges.
Texte: Thomas Dierkes, Beratung: Peter Jahn
Er ist auch Russlands einziger Feiertag, der die Mehrheit der Menschen eint. Viele erinnern sich noch daran, wie ihre Eltern oder Großeltern früher feierlich die alten Uniformen anzogen und wie ihre Orden bei jedem Schritt leise klirrten. Die Erzählungen der Veteranen schufen eine häusliche Parallelversion der Geschichte, die sich oft vom staatlichen Heldenepos unterschied, obwohl in der sowjetischen Zeit vieles unausgesprochen blieb: die mangelhafte Ausrüstung und das sinnlose Opfer vieler Rotarmisten, ihr Leiden unter der brutalen Behandlung durch die eigenen Leute, die Racheverbrechen der Roten Armee in Deutschland und das Schicksal der heimgekehrten Kriegsgefangenen, die als vermeintliche Staatsfeinde Filtrationslager durchlaufen mussten, geächtet wurden oder gar im Gulag endeten. Dennoch entstanden damals individuelle Familiengeschichten, die heute umso freier gepflegt werden können. »In der sowjetischen Geschichtsstunde«, erinnert sich der liberale Oppositionspolitiker und Historiker Wladimir Ryschkow, »saßen wir vor Karten mit den Frontverläufen. Es war, als ob wir uns den Krieg aus dem Weltall anschauten. Zum vergangenen 9. Mai habe ich nun auf Facebook viele Fotos der Großväterveteranen gesehen. Die Enkel haben sie hochgeladen.«
- Datum 22.06.2011 - 18:43 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 22.6.2011 Nr. 26
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Hitler ist zwar per Wahlen an die Regierung gekommen doch die Macht erhielt er erst durch das Ermächtigungsgesetz im Jan 33 unter Androhung von Gewalt worauf alle Abgeordneten bis auf die der Sozialdemokraten für Hitler stimmten.
Hitler ist auch nicht durch Wahlen an die Regierung gekommen, sondern durch eine Ernennung. Der Reichskanzler wurde nicht gewählt, anders als der Reichspräsident. Bei den Wahlen zum Reichspräsidenten wiederum hatte Hitler verloren, zuletzt 1932. Allerdings nutzte Hitler seine gewonnene Macht, um alle Opponenten brutal auszuschalten. Insofern herrschte er auch über das deutsche Volk. Was heißt es dann zu sagen, dass "Deutschland am 22. Juni 1941 die Sowjetunion überfiel"? Dass der Unterschied zwischen Demokratie und Faschismus bedeutungslos ist?
Die Sozialdemokraten schmücken sich heute noch damtit, als einzige im Reichstag gegen das Ermächtigungsgesetz gestimmt zu haben. Dass die Abgeordneten der KPD gar nicht mehr dagegen stimmen konnten, weil sie als erste Opfer der Ernennung Hitlers zum Reichskanzler entweder in Haft oder auf der Flucht waren,wird weiter verschwiegen. Wozu dieser Heldenmythos der Sozialdemokraten? Weil dann die These, die Kommunisten häten mit der NSDAP gemeinsam Weimar zerstört, nicht mehr aufrecht zu erhalten wäre?
Hitler ist auch nicht durch Wahlen an die Regierung gekommen, sondern durch eine Ernennung. Der Reichskanzler wurde nicht gewählt, anders als der Reichspräsident. Bei den Wahlen zum Reichspräsidenten wiederum hatte Hitler verloren, zuletzt 1932. Allerdings nutzte Hitler seine gewonnene Macht, um alle Opponenten brutal auszuschalten. Insofern herrschte er auch über das deutsche Volk. Was heißt es dann zu sagen, dass "Deutschland am 22. Juni 1941 die Sowjetunion überfiel"? Dass der Unterschied zwischen Demokratie und Faschismus bedeutungslos ist?
Die Sozialdemokraten schmücken sich heute noch damtit, als einzige im Reichstag gegen das Ermächtigungsgesetz gestimmt zu haben. Dass die Abgeordneten der KPD gar nicht mehr dagegen stimmen konnten, weil sie als erste Opfer der Ernennung Hitlers zum Reichskanzler entweder in Haft oder auf der Flucht waren,wird weiter verschwiegen. Wozu dieser Heldenmythos der Sozialdemokraten? Weil dann die These, die Kommunisten häten mit der NSDAP gemeinsam Weimar zerstört, nicht mehr aufrecht zu erhalten wäre?
Meinen größten Respekt vor dem russischen Volk, das so viel im letzten Jahrhundert durchleiden musste. Ich wünsche mir auch für die nächsten 100 Jahre eine sehr gute Freundschaft zwischen Russen, Polen und Deutschen. Wir sollten alle gemeinsam an einem Strang ziehen.
Da ich sogar etwas Wodka im Haus habe, werde ich jetzt umgehend auf den heutigen Feiertag der Russen trinken.
Auch im Sinne meines Großvaters, der vor Stalingrad seinen linken Arm verlor und nie ein schlechtes Wort über die Russen sagte und diesen Krieg verflucht hat.
Nicht nur Russen haben in der Roten Armmee gedient, ihr Leben verloren und Nazideutschland besiegt, die Sowjetunion war ein Vielvölkerstaat: Alle anderen Nationen haben genauso zum Sieg über den Faschismus beigetragen. Die übliche Bezeichnung als "Russen" für alle Sowjetbürger tut diesen Unrecht und verschweigt die Verdienste der anderen Nationalitäten. Im übrigen hat die Zivilbevölkerung in Weissrussland und der Ukraine noch mehr unter dem deutschen Angriffskrieg gelitten als die russische Bevölkerung. Das sollte man nicht vergessen.
Nicht nur Russen haben in der Roten Armmee gedient, ihr Leben verloren und Nazideutschland besiegt, die Sowjetunion war ein Vielvölkerstaat: Alle anderen Nationen haben genauso zum Sieg über den Faschismus beigetragen. Die übliche Bezeichnung als "Russen" für alle Sowjetbürger tut diesen Unrecht und verschweigt die Verdienste der anderen Nationalitäten. Im übrigen hat die Zivilbevölkerung in Weissrussland und der Ukraine noch mehr unter dem deutschen Angriffskrieg gelitten als die russische Bevölkerung. Das sollte man nicht vergessen.
Entfernt. Bitte verzichten Sie auf unsachliche Bemerkungen. Danke. Die Redaktion/wg
Bitte verzichten Sie auf pietätlose Äußerungen. Danke, die Redaktion/fk.
Suum cuique!
von Pietät gründet, bleibt mir und dem Rest dieses armenen Planeten hoffentlich erspart.
In gewisse Abgründe blickt man besser nicht.
Suum cuique!
von Pietät gründet, bleibt mir und dem Rest dieses armenen Planeten hoffentlich erspart.
In gewisse Abgründe blickt man besser nicht.
"Heute sagen 32 Prozent der Russen, ohne die Alliierten hätten wir es nicht geschafft."
Wenn nur die USA gefehlt hätte, hätten es Russland und Großbritannien zusammen nicht gegen Deutschland geschafft.
Deutschland war im WW2 die militärische Supermacht.
D konnte über Arbeiterresourcen aus ganz Europa verfügen.
Russland hatte den Zugriff auf 50 Millionen seiner Landsleute verloren.
R erhielt fast das komplette Flugzeugbenzin von den Amis. Dies war nötig, da die Wehrmacht die russische Treibstoffindustrie überrollt hatte. Ohne Treibstoff wären die russischen Kampfflugzeuge am Boden geblieben.
Die USA sorgten dafür, dass ab 1942 russische Panzer mit US-Funkgeräten ausgestattet wurden. Ohne Funk gaben sie durch unkoordinierten Angriffe ein leichtes Ziel für Wehrmachtspanzer ab.
So könnte man noch andere Unterstützungsleistungen aufzählen.
Fazit: Ohne die USA wäre für Russland Schicht im Schacht gewesen.
Gekürzt. Bitte bleiben Sie sachlich. Danke. Die Redaktion/kh
Die Wehrmacht war tatsächlich eine extrem schlagkräftige Truppe.Das aber sicherlich nicht aufgrund besonders guter Ausruestung.Nur 20% der Wehrmachtsverbände waren motorisiert.Wie Russen und die Allierten hatten ein vielfaches an Panzerstreitkräften usw usw, als Mio von Tonnen an Hilfsgueter aus GB und USA nach Russland kamen verstärkte sich das Ungleichgewicht noch.Trumpf der Deutschen war wahrscheinlich ueber lange Zeit die deutliche Luftueberlegenheit.Entscheidend fuer die Anfangserfolge war aber die Idee, mit reinen Panzerdivisionen vorzustossen, der Bliztkrieg war eine militärtaktische Revolution, so konnten im Westen innerhalb weniger Wochen die eigentlich zahlenmässig ueberlegenen französich/britischen Verbände besiegt werden, viele hatten eigentlich im Vorfeld mit einem jahrelangen Zermuerbungskrieg oder sogar mit einem Sieg der Westmächte gerechnet.Hervorragend ausgebildete Offiziere und eine hochmotivierte Wehrmacht machten es möglich innerhalb von kurzer Zeit eine Grossteil von Europa zu besetzen. Auch die Taktik, Soldaten in Zuegen einzuteilen, und Moltkes Reformen der Fuerungsstruktur aus dem 19. Jahrhundert, die z.B. auch Unteroffizieren relativ viel Handlungsspielraum und Entscheidungsbefungnis gaben machten die Wehrmacht zu einer trotz z.T. mangelhafter Ausruestung extrem Schlagkräftigen Armee. Amerikaner und Briten erforschten nach dem Krieg die Gruender fuer die enorme Schlagkraft der eben doch nur mit begrenzten Resourcen ausgestatteten Wehrmacht genau.
Entfernt. Bitte bemühen Sie sich um einen sachlichen und respektvollen Diskussionsstil. Danke. Die Redaktion/kh
patton hatte seine achtung etwas präzisiert, er meinte die ss. das ist schon schwierig.
und das mit dem falschen schwein wird churchill zugeordnet, der übrigens nach 45 das auch deutlich gucken ließ.
ansonsten wird es wohl noch hundert jahre dauer, bis man die fratze des krieges auf beiden seiten zeigt. das ist nicht selbstzweck sonder wichtig, künftigen kriege den boden zu entziehen. wenn man sich nicht mit den gezielten bombenangriffen auf zivilisten auseinandersetzt, dann gibt es eben die gleiche tötungsstrategie in vietnam usw.
Ich finde diese russische Verklärung der geschichtlichen Fakten, moderat augedrückt "unangenehm" zumal (auch) darauf ein nicht unerheblicher Nationalismus im Lande fußt. Letztlich ist dies ein Zugeständnis der "Welt" an das völkische Ego eigentlich besiegter Nationen. Ist übrigens mit Frankreich nicht anders - De Gaulle hat sich ja nach dem WW2 aufgeführt, als hätten die Franzosen den Krieg alleine gewonnen. Wie sie völlig richtig ausführen, wäre die Sache ohne / bei späterem Eingreifen der Amerikaner komplett anders ausgegangen, da diese zunächst die (kriegs-)entscheidenden Ressoucren und Technologien, später auch Soldaten bereit stellten.
Damit mich hier niemand falsch versteht: letztlich ist es ok, daß es lief, wie es lief. Ich kann nur diesen höchst durchschaubaren, pathetischen Geschichts-Populismus der Sieger und das Duckmäusertum der Besiegten bis zum Ende der Ära Kohl nicht mehr sehen. Denn letztlich gründen auf solchen Manipulationen wieder neue Mißverständnisse der Folgegenerationen.
Die Wehrmacht war tatsächlich eine extrem schlagkräftige Truppe.Das aber sicherlich nicht aufgrund besonders guter Ausruestung.Nur 20% der Wehrmachtsverbände waren motorisiert.Wie Russen und die Allierten hatten ein vielfaches an Panzerstreitkräften usw usw, als Mio von Tonnen an Hilfsgueter aus GB und USA nach Russland kamen verstärkte sich das Ungleichgewicht noch.Trumpf der Deutschen war wahrscheinlich ueber lange Zeit die deutliche Luftueberlegenheit.Entscheidend fuer die Anfangserfolge war aber die Idee, mit reinen Panzerdivisionen vorzustossen, der Bliztkrieg war eine militärtaktische Revolution, so konnten im Westen innerhalb weniger Wochen die eigentlich zahlenmässig ueberlegenen französich/britischen Verbände besiegt werden, viele hatten eigentlich im Vorfeld mit einem jahrelangen Zermuerbungskrieg oder sogar mit einem Sieg der Westmächte gerechnet.Hervorragend ausgebildete Offiziere und eine hochmotivierte Wehrmacht machten es möglich innerhalb von kurzer Zeit eine Grossteil von Europa zu besetzen. Auch die Taktik, Soldaten in Zuegen einzuteilen, und Moltkes Reformen der Fuerungsstruktur aus dem 19. Jahrhundert, die z.B. auch Unteroffizieren relativ viel Handlungsspielraum und Entscheidungsbefungnis gaben machten die Wehrmacht zu einer trotz z.T. mangelhafter Ausruestung extrem Schlagkräftigen Armee. Amerikaner und Briten erforschten nach dem Krieg die Gruender fuer die enorme Schlagkraft der eben doch nur mit begrenzten Resourcen ausgestatteten Wehrmacht genau.
Entfernt. Bitte bemühen Sie sich um einen sachlichen und respektvollen Diskussionsstil. Danke. Die Redaktion/kh
patton hatte seine achtung etwas präzisiert, er meinte die ss. das ist schon schwierig.
und das mit dem falschen schwein wird churchill zugeordnet, der übrigens nach 45 das auch deutlich gucken ließ.
ansonsten wird es wohl noch hundert jahre dauer, bis man die fratze des krieges auf beiden seiten zeigt. das ist nicht selbstzweck sonder wichtig, künftigen kriege den boden zu entziehen. wenn man sich nicht mit den gezielten bombenangriffen auf zivilisten auseinandersetzt, dann gibt es eben die gleiche tötungsstrategie in vietnam usw.
Ich finde diese russische Verklärung der geschichtlichen Fakten, moderat augedrückt "unangenehm" zumal (auch) darauf ein nicht unerheblicher Nationalismus im Lande fußt. Letztlich ist dies ein Zugeständnis der "Welt" an das völkische Ego eigentlich besiegter Nationen. Ist übrigens mit Frankreich nicht anders - De Gaulle hat sich ja nach dem WW2 aufgeführt, als hätten die Franzosen den Krieg alleine gewonnen. Wie sie völlig richtig ausführen, wäre die Sache ohne / bei späterem Eingreifen der Amerikaner komplett anders ausgegangen, da diese zunächst die (kriegs-)entscheidenden Ressoucren und Technologien, später auch Soldaten bereit stellten.
Damit mich hier niemand falsch versteht: letztlich ist es ok, daß es lief, wie es lief. Ich kann nur diesen höchst durchschaubaren, pathetischen Geschichts-Populismus der Sieger und das Duckmäusertum der Besiegten bis zum Ende der Ära Kohl nicht mehr sehen. Denn letztlich gründen auf solchen Manipulationen wieder neue Mißverständnisse der Folgegenerationen.
Nicht nur Russen haben in der Roten Armmee gedient, ihr Leben verloren und Nazideutschland besiegt, die Sowjetunion war ein Vielvölkerstaat: Alle anderen Nationen haben genauso zum Sieg über den Faschismus beigetragen. Die übliche Bezeichnung als "Russen" für alle Sowjetbürger tut diesen Unrecht und verschweigt die Verdienste der anderen Nationalitäten. Im übrigen hat die Zivilbevölkerung in Weissrussland und der Ukraine noch mehr unter dem deutschen Angriffskrieg gelitten als die russische Bevölkerung. Das sollte man nicht vergessen.
"Die übliche Bezeichnung als "Russen" für alle Sowjetbürger tut diesen Unrecht und verschweigt die Verdienste der anderen Nationalitäten."
Akzeptiert. Danke für diesen Hinweis.
"Die übliche Bezeichnung als "Russen" für alle Sowjetbürger tut diesen Unrecht und verschweigt die Verdienste der anderen Nationalitäten."
Akzeptiert. Danke für diesen Hinweis.
"Die übliche Bezeichnung als "Russen" für alle Sowjetbürger tut diesen Unrecht und verschweigt die Verdienste der anderen Nationalitäten."
Akzeptiert. Danke für diesen Hinweis.
...hat deutlich mehr Menschen auf dem Gewissen als Hitler, bedingt auch durch eine längere Spanne "politischen Wirkens". Mass Murderer No. 1 bleibt aber Mao, der an die 70 Millionen seiner eigenen Landsleute dem Tode auslieferte.
Im Windschatten Hitlers oder anders ausgedrückt, als Widersacher des Teufels in Person, noch dazu weder im Felde noch von politischen Gegnern besiegt, wurde Stalin Zeit seines Lebens niemals für seine Verbrechen zur Rechenschaft gezogen. Die zaghaften Ansätze in Russland lassen da hoffen. Mao hingegen ist bis heute in China unantastbar. Was für ein Hohn für seine Opfer.
die anderen waren ja noch viel schlimmer...
Danke für diese offene Relativierung!
Ich wusste es schon immer:
Es kam schon immer viel gutes aus Braunau am Inn...
Super, danke!
(SARKAMUS OFF)
Oh man....ständig hört man sowas und es wird dadurch schlicht und ergreifend nicht richtiger, denn es ist das vergleichen von Äpfeln und Birnen. Eins vorweg, damit man mir hier keine Verharmlosung oder Propaganda unterstellt. Sowohl Mao als auch Stalin waren soziopathische Irre und hätten es verdient für ihre Verbrechen vor Gericht zu stehen, aber diese Zahlen von Toten nebeneinander zu stellen greift zu kurz.
Während Hitler ein systematisches, automatisiertes und industrielles Tötungssystem aufgebaut hat, das spezifisch darauf angelegt war Menschen zu töten, ist der mit Abstand größte Teil der Opfer der stalinistischen und maoistischen Gewaltherrschaft mehrerer extrem harter Winter und einer verfehlten Bodenpolitik zum Opfer gefallen. Ich weiß, dass macht es nicht wirklich besser, aber es besteht dennoch ein Unterschied. Es ist eben doch ein Unterschied zu sagen wir bringen systematisch gewisse ethnische, religiöse und soziale Gruppen um oder zu sagen wir machen eine idiotische Land-/Industriereform und die Leute verhungern.
Es hat im späteren Verlauf der Geschichte nur noch ein Regime gegeben, dass es mit der Grausamkeit und Brutalität der Nazis aufnehmen kann und das war das Regimevon Pol Pot, während des Autogenozides in Kambodscha. Das Regime ist das einzige, dass neben dem Hitlerregime eine industrialisierte, automatisierte und gezielte Massentötung betrieben hat.
die anderen waren ja noch viel schlimmer...
Danke für diese offene Relativierung!
Ich wusste es schon immer:
Es kam schon immer viel gutes aus Braunau am Inn...
Super, danke!
(SARKAMUS OFF)
Oh man....ständig hört man sowas und es wird dadurch schlicht und ergreifend nicht richtiger, denn es ist das vergleichen von Äpfeln und Birnen. Eins vorweg, damit man mir hier keine Verharmlosung oder Propaganda unterstellt. Sowohl Mao als auch Stalin waren soziopathische Irre und hätten es verdient für ihre Verbrechen vor Gericht zu stehen, aber diese Zahlen von Toten nebeneinander zu stellen greift zu kurz.
Während Hitler ein systematisches, automatisiertes und industrielles Tötungssystem aufgebaut hat, das spezifisch darauf angelegt war Menschen zu töten, ist der mit Abstand größte Teil der Opfer der stalinistischen und maoistischen Gewaltherrschaft mehrerer extrem harter Winter und einer verfehlten Bodenpolitik zum Opfer gefallen. Ich weiß, dass macht es nicht wirklich besser, aber es besteht dennoch ein Unterschied. Es ist eben doch ein Unterschied zu sagen wir bringen systematisch gewisse ethnische, religiöse und soziale Gruppen um oder zu sagen wir machen eine idiotische Land-/Industriereform und die Leute verhungern.
Es hat im späteren Verlauf der Geschichte nur noch ein Regime gegeben, dass es mit der Grausamkeit und Brutalität der Nazis aufnehmen kann und das war das Regimevon Pol Pot, während des Autogenozides in Kambodscha. Das Regime ist das einzige, dass neben dem Hitlerregime eine industrialisierte, automatisierte und gezielte Massentötung betrieben hat.
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