Sitzenbleiben in Bayern Das sitzen sie aus

Bayerns Schüler sind Spitzenreiter – auch im Wiederholen ganzer Klassenstufen. Die Politik bemüht sich, die Statistik zu schönen.

Manchmal reicht ein einziges Wort, und es ist um den labilen Schulfrieden geschehen. Als vor drei Wochen der 14-jährige Vincent H., Schüler der Joseph-von-Fraunhofer-Realschule in München, seine Mathematik-Lehrerin nicht wie vorgeschrieben mit »Guten Morgen«, sondern mit »Servus« begrüßte, hatte das beträchtliche Folgen: Verweis des Schülers gemäß Artikel 86 Bayerisches Erziehungs- und Unterrichtswesensgesetz (»respektloses Verhalten«), Elternbenachrichtigung, Berichterstattung in der Abendzeitung.

Es war der letzte Beweis, dass in bayerischen Schulen die Nerven blank liegen – wie immer kurz vor den Sommerferien. Wenn die letzten Klassenarbeiten geschrieben werden. Wenn die entscheidenden Notenkonferenzen angesetzt sind. Wenn Lehrer ihre ultimative Machtstellung spüren, die sich in weinroten Taschenkalendern niederschlägt. Und wenn sich zahllose »gefährdete« Schüler abstrampeln, um noch eben die rettende Punktzahl, das erlösende »ausreichend« zu erlangen. Bloß nicht sitzen bleiben (was im Freistaat übrigens »durchfallen« heißt).

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»So etwa sechs von den 30 in meiner Klasse werden durchfallen, das sieht man jetzt schon. Ein Freund von mir, der mag keinen Sport und hat sein Sportzeug vergessen. Deshalb hat er eine Sechs bekommen. Wegen einer Sechs kann man auch schon durchfallen, klar.« Leo*, 11 Jahre, 5. Klasse Gymnasium

Finnland

In Finnland gibt es das Sitzenbleiben nur im Ausnahmefall. Schwache Schüler bekommen grundsätzlich Förderunterricht. Besteht einer ein Fach oder mehrere Fächer nicht, kann die Wiederholung der Klasse in Betracht gezogen werden. Der Schüler kann aber auch in Nachholprüfungen beweisen, dass er doch fähig ist, die nächste Klasse zu besuchen.

England

Es gibt kein Sitzenbleiben in England – alle rücken weiter. Nur in Ausnahmefällen entscheidet die Schule, dass ein Schüler einer anderen Altersgruppe zugewiesen werden kann, allerdings nur mit Zustimmung der Eltern.

Frankreich

Frankreich ist nach Spanien europäischer Spitzenreiter im Sitzenbleiben. Von den 15-Jährigen hat jeder dritte bereits wiederholt. Wer weniger als 10 von 20 Punkten holt, bleibt sitzen. Die Eltern können dagegen Einspruch erheben.

Japan

Ein Schüler, der zu seiner Scham eine Klasse wiederholen muss? In Japan, wo stets darauf geachtet wird, dass keiner sein Gesicht verliert, ist das undenkbar. Mangelndes Können wird hier mit Fleiß wettgemacht: Schon durchschnittliche Schüler besuchen mehrmals pro Woche am Abend eine Art Nachhilfeschule, in der sie zusätzlich zum Standardunterricht fit gemacht werden für weiterführende Schulen.

Island

In Island gibt es keine Regelung zum Sitzenbleiben, das Gesetz legt aber fest, dass die Pflichtschulzeit allgemein zehn Jahre beträgt.

Polen

In Polen droht das Sitzenbleiben erst ab der 4. Klasse, dann reicht allerdings bereits ein nicht bestandenes Fach. Es gibt aber Nachholprüfungen und die Möglichkeit einer bedingten Versetzung. Sitzenbleiben ist nur einmal pro Schulform erlaubt. In der Praxis bleiben circa fünf Prozent der Schüler sitzen.

NOR

Norwegen kennt kein Sitzenbleiben. Jedes Kind hat Anspruch auf Nachhilfe, dazu kommen extra Assistenten an die Schule, die parallel zum normalen Unterricht Förderstunden geben.

Bayern ist Spitzenreiter: 4,8 Prozent der Gymnasiasten und 5,2 Prozent der Realschüler wurden im Schuljahr 2009/10 nicht in die nächsthöhere Klasse versetzt. Und Bayern steht für ein Dilemma: Einerseits sind die meisten staatlichen Schulen dem strikten Leistungsanspruch verpflichtet, wonach Sitzenbleiben als normale Maßnahme gilt. Andererseits will Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) ungern die rote Laterne tragen als Verantwortlicher für ein Schulsystem, in dem Schüler reihenweise versagen und scheitern.

Nicht nur in der Landeshauptstadt, auch im tiefen Niederbayern geht es also jetzt um alles. Zum Beispiel am Maximilian-von-Montgelas-Gymnasium am Rande der Kleinstadt Vilsbiburg bei Landshut. Ein zweistöckiger Zweckbau aus dem Jahr 1971, mit geometrischen Deko-Elementen, die aussehen, als habe ein Musterschüler seine Matheaufgaben gleich an der Fassade gelöst. Mit gut ausgestatteter Bibliothek, mit blitzend neuer Mensa und mit verunkrauteten Beeten neben der Tischtennisplatte im Pausenhof. So weit, so normal. Weniger normal ist vielleicht, dass Montgelas-Schülerinnen und -Schüler zu Beginn jeder Schulstunde aufzustehen und den Lehrer zu begrüßen haben (»Salve, Magister!«). Fremdländisch klingende Namen in den Klassenbüchern sind eher die Ausnahme.

Gleich neben der Tür hängen in der 9d die Termine aus, auf die es ankommt: »31. Mai Latein«, »29. Juni Deutsch« sind schon abgehakt, Englisch folgt am 5. Juli. Dazwischen können aber immer noch sogenannte Exen geschrieben werden, unangekündigte Tests, sehr unbeliebt, da für die Note mitentscheidend. Schlaksige 14-Jährige hängen in den Stühlen, wissen nicht, wohin mit den langen Armen, Mädchen zwirbeln ihr Blondhaar, wenn die Blicke des Lehrers im Angstfach Mathematik durch die Reihen schweifen, um einen Kandidaten zum Vorrechnen an die Tafel zu holen. Dort winkt ein achsensymmetrisches Trapez mit einer Höhe h und einer Seitenlänge g...

»Ich finde, wer sich anstrengt, der soll auch vorrücken. Es hat keinen Zweck, wenn ich auf zwei Fächern glatt Fünf stehe und gehe damit weiter, dann bringt das in der höheren Klasse noch krassere Probleme.« Michael, 15 Jahre, 9. Klasse Gymnasium.

Darin sind sich die Schüler am Montgelas-Gymnasium einig: Es ist, abgesehen vom Rauswurf, die pädagogische Höchststrafe, die vergeben wird. Sitzen geblieben. Durchgefallen. Hängen geblieben. Eine Ehrenrunde gedreht. Die Sprache signalisiert Versagen, Verachtung, Demütigung. Und wem es einmal passiert ist, der vergisst es nie. Groß scheint die Sorge in dieser Gruppe indes nicht zu sein, es könnte sie selbst erwischen. Sara und Lukas, Kilian, Max und Daniel haben die wichtigste Lektion bereits verinnerlicht: »Du darfst halt keine Lücken haben, sonst geht’s bergab.« Nachhilfe bekommt keiner. Angeblich. Glückliches Vilsbiburg.

Während in Großstadtgymnasien häufig ein Drittel der Schüler als versetzungsgefährdet gilt, ist der Schnitt an diesem Gymnasium geradezu unauffällig. »In der 5. Jahrgangsstufe«, berichtet Schulleiter Josef Kraus, »liegt die Durchfallquote noch nahezu null, in der 6., wenn die zweite Fremdsprache hinzukommt, steigt sie etwas an, und in der 7. bis 9. Stufe liegt sie in einer Größenordnung von 7 bis 8 Prozent.« Insgesamt sei das bayerischer Durchschnitt.

Dazu muss man wissen: Ob es um G8 geht, um Pisa oder die Arbeitsbelastung von Pädagogen: Josef Kraus, Lehrer seit 33 Jahren und Vorsitzender des Deutschen Lehrerverbandes, meldet sich pünktlich zur Stelle, wenn bayerisch-pointierte Meinungen gefragt sind. Er preist das Traditionsgymnasium, geißelt die Niveauverflachung weiterführender Schulen, und er ist entschieden dafür, das Sitzenbleiben beizubehalten. Es abzuschaffen würde seiner Meinung nach nur eine »Verwischung der Schulformen« bedeuten, »denn mit welcher Begründung lassen Sie dann ein Kind nicht die Gymnasiallaufbahn durchlaufen? Irgendwann wird die Konsequenz sein, dass die Hochschulen Eingangsprüfungen einführen, weil es heißt: Mit den Zeugnissen der Gymnasien können wir nichts mehr anfangen.«

Emanuel Hölzl unterrichtet seit zwei Jahren Latein in Vilsbiburg. Was für das Durchfallen spricht? »Wer durchfällt, kommt häufig in einem neuen sozialen Umfeld viel besser klar. Wenn er sich dann am Ende des Schuljahres tatsächlich aus dem Tief herausgearbeitet hat, dann kann er sich sagen: Das habe ich selbst geschafft, aus eigener Kraft. Das stärkt das Selbstbewusstsein.«

»Wenn das Durchfallen abgeschafft wird, spart das den Eltern Nerven.« Lukas, 14 Jahre, 8. Klasse

Fällt aber den Durchgefallenen später tatsächlich die nächsthöhere Klasse leichter, weil sie ein Jahr lang alle Fächer wiederholen? Keineswegs, sagt Klaus Wenzel, soeben wiedergewählt als Vorsitzender des Bayerischen Lehrerinnen- und Lehrerverbands mit 56000 Mitgliedern. »Es ist die fantasieloseste Form der Unterstützung: dass man einen Schüler ein ganzes Jahr wiederholen lässt, nur weil er in zwei Fächern Schwierigkeiten hat.« Ein hoher Prozentsatz der Nichtversetzten werde im Wiederholungsjahr noch schlechter als im Vorjahr. »Erst fangen sie an mit der Einstellung: Das kenne ich ja alles. Bis sie dann nach ein paar Monaten feststellen: Hoppla, das habe ich ja schon beim ersten Mal nicht begriffen.« Ganz abgesehen vom Frusterlebnis, älter zu sein als der Durchschnitt der Klasse und wieder zu den Gefährdeten zu zählen.

Wer das Sitzenbleiben in die didaktische Mottenkiste stecken will, verweist auch auf die Kosten: Die Abgehängten ein Jahr länger zu unterrichten kostet den Freistaat 200 Millionen Euro. »Besser wäre es, dieses Geld in die Förderung zu stecken«, urteilt Wenzel. Es sind die altvertrauten Forderungen, immer wieder vorgebracht und – unerklärlich, warum – immer noch Utopie: mehr Lehrer, kleinere Klassen, weniger Zeitdruck. »Dann haben wir erfolgreichere Schüler, und die Folgekosten sparen wir uns.«

»Eine Milchmädchenrechnung«, behauptet hingegen Schulleiter Kraus. »Die Zahl der Durchfaller bedeutet ja nicht automatisch, dass deshalb im Jahr darauf mehr Klassen gebildet werden müssen, denn die wiederholenden Schüler schlüpfen einzeln oder paarweise in die unteren Klassen hinein.« Stimmt. Aber in der Regel halten sich Wiederholer ein Jahr länger im System Schule auf – es sei denn, sie steigen entmutigt ganz aus.

Was in der Schule passiert, schlägt aufs Klima daheim. Eltern sind von Panik getrieben, ihr Nachwuchs könnte damit ein für alle Mal als Loser abgestempelt sein, von allen vielversprechenden Lebensplänen abgeschnitten. Ob an der Kasse im Supermarkt, ob in der U-Bahn, in der Kantine am Arbeitsplatz: Wo Väter und Mütter auf andere bayerische Eltern treffen, ist Schule das Thema. Tipps für den Stoff der nächsten Klassenarbeit sowie Vorlieben und Macken einzelner Pädagogen werden diskutiert, interpretiert und in ihren Konsequenzen erörtert. Wer es sich leisten kann, sein Kind coachen zu lassen, der greift zu nichtstaatlichem Förderunterricht.

Sitzenbleiber
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Tatsächlich haben sich elterlicher Ehrgeiz, schulischer Anspruch und konventionelle Bildungspolitik zu einem Klima verdichtet, das deutschlandweit gefürchtet ist. Was man im Kultusministerium so nicht stehen lassen möchte: »Es ist unser Ziel, dass möglichst alle Schülerinnen und Schüler auf der Basis des Unterrichts, der persönlichen Eignung und des nötigen Engagements für die Schule das jeweilige Klassenziel erreichen«, sagt Kultusminister Ludwig Spaenle und verweist auf »Intensivierungsstunden«. Hier und da wurden Versetzungsbestimmungen sanft gelockert. So endgültig wie einst ist das Durchfallen nicht mehr. Nichtversetzte können sich am Ende der Sommerferien zu einer ein- bis zweitägigen Nachprüfung in jenen Fächern anmelden, in denen sie keine ausreichenden Leistungen gezeigt haben. Sie schreiben eine Klausur, die in etwa dem Niveau der letzten Klassenarbeit entspricht, und diese Arbeit wird vom Fachlehrer korrigiert. Gibt es eine Vier, dann – bingo! – rückt diese Note an die Stelle der schlechten Zeugnisnote, und es ist geschafft. Immerhin: Wer sich traut, gehört vielleicht zu den 31 Prozent nichtversetzter Gymnasiasten, denen das im vergangenen Jahr gelungen ist .

Weniger verbreitet ist das »Vorrücken auf Probe«, das von der Lehrerkonferenz genehmigt werden muss, es besteht kein Rechtsanspruch darauf. Im Grunde ist es ein Vertrauensbeweis für den Schüler: Wir nehmen an, dein Leistungstief ist vorübergehender Natur; du hast das Potenzial, und deshalb lassen wir dich probeweise in die nächste Klasse. Im Dezember wird entschieden, ob die Lücken im Stoff aufgeholt sind. Falls nein: zurück in die untere Klasse, was zu diesem späten Zeitpunkt eine besonders rüde Strafe sein dürfte.

Laut Ministeriumsstatistik haben diese Möglichkeiten bereits die Quote der »Durchfaller« deutlich gesenkt: 1999 fielen noch 6,6, Prozent der Gymnasialschüler durch (2009/10: 4,8 Prozent).

Josef Kraus kann den Maßnahmen nicht viel abgewinnen: »Ich sehe es kritisch, weil die Schüler, die auf diese Weise nach oben kommen, ein hohes Risiko haben, erneut hängen zu bleiben. Über jeden Schüler muss ja einzeln beraten werden, erst in der Klassenkonferenz, dann in der Lehrerkonferenz. Da weiß man dann aus dem Vorjahr: Diejenigen, die mit Nachprüfung versetzt worden sind, fallen häufig wieder auf.« Was nur bedeuten kann: lieber gleich durchfallen.

Klaus Wenzel hält die Nachprüfung sowieso für Augenwischerei: »Was schaffen die Nachgeprüften denn? Haben sie wirklich die Lücken geschlossen oder nur bewiesen, dass ihr Kurzzeitgedächtnis funktioniert?« Kurzum: »Das ist eine Hilfsmaßnahme, die das Problem nicht löst.« Und das Problem, da ist sich Wenzel sicher, ist eben, dass das Wiederholen kontraproduktiv ist.

»Mich hat es in der 7. erwischt. In den Sommerferien kam die totale Erschöpfung, nach der Anstrengung, es doch noch schaffen zu wollen. Im ersten halben Jahr in der neuen Klasse habe ich dann eigentlich nur so eine Art betäubtes Hinnehmen empfunden.« Christian, 19 Jahre, Abiturient

Ein Trost bleibt den bayerischen Durchfallern: Man kann trotzdem noch Ministerpräsident werden. Auch Edmund Stoiber hat es mal erwischt.

*Alle Schülernamen geändert

Im Text wurde ein Fehler korrigiert: Anders als nahe gelegt, lässt sich bei einem Trapez kein Volumen berechnen. Die Redaktion

 
Leser-Kommentare
  1. können nur wenige Auserwählte ausrechnen.

    13 Leser-Empfehlungen
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    Im Gegenteil: Das Volumen wäre das Ergebnis einer Multiplikation, bei der (bei einer Fläche - wie dem Trapez) einer der Faktoren Null ist. Und Multiplikation mit Null ergibt immer Null.

    • PW
    • 05.07.2011 um 10:37 Uhr

    Es ist aber symptomatisch, welche Art von Menschen bevorzugt über den Leistungsdruck an deutschen Schulen berichte.

    Manche sind im Erbsenzählen noch besser als in der Volumenberechnung. Trapez ist ja zweidimensional und hat kein Volumen - haha, blöder Schreiberling!
    Im Artikel ist von einem achsensymmetrischen Trapez die Rede. Das soll einen Rotationskörper mit dem Querschnitt eines Trapezes andeuten. Und dieses Volumen kann man schon berechnen: Mit Erbsen füllen und an Hand der Anzahl der Erbsen mittels durchnittlichem Erbsenvolumen nebst geschätztem Zwischenraumvolumen (z.B. nach hexagonal dichtester Kugelpackung der Erbsen) das Gesamtvolumen ermitteln.

    Im Gegenteil: Das Volumen wäre das Ergebnis einer Multiplikation, bei der (bei einer Fläche - wie dem Trapez) einer der Faktoren Null ist. Und Multiplikation mit Null ergibt immer Null.

    • PW
    • 05.07.2011 um 10:37 Uhr

    Es ist aber symptomatisch, welche Art von Menschen bevorzugt über den Leistungsdruck an deutschen Schulen berichte.

    Manche sind im Erbsenzählen noch besser als in der Volumenberechnung. Trapez ist ja zweidimensional und hat kein Volumen - haha, blöder Schreiberling!
    Im Artikel ist von einem achsensymmetrischen Trapez die Rede. Das soll einen Rotationskörper mit dem Querschnitt eines Trapezes andeuten. Und dieses Volumen kann man schon berechnen: Mit Erbsen füllen und an Hand der Anzahl der Erbsen mittels durchnittlichem Erbsenvolumen nebst geschätztem Zwischenraumvolumen (z.B. nach hexagonal dichtester Kugelpackung der Erbsen) das Gesamtvolumen ermitteln.

  2. kann gar keiner ausrechnen *grins*. Herrlich, solche Lapsi auch in der Zeit zu lesen. Vielleicht wäre es gar nicht so schlecht, wenn ab und an mal eine Klasse wiederholt würde.
    Dem Wissen, der geistigen Reife und letztendlich auch den Chancen im Berufsleben würde es nur gut tun.
    Ein bischen kenn ich davon. Seit ca. 30 Jahren bilde ich in meinem Handwerksbetrieb aus und ich bin jedes Jahr entsetzter, wenn ich mir die geistigen Tiefflieger anschaue, die einen Beruf lernen wollen. Teilweise wird es schon als besonders positive Leitung empfunden, pünktlich zu erscheinen. . .

    10 Leser-Empfehlungen
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    Als ich vor fünundvierzig Jahren mein Abitur mit 2,0 machte, war ich der Zweitbeste meines Jahrgangs. 33% aller Schüler schafften es nicht und es war kein Makel. Sie hatten alle Chancen und konnten fehlerfrei rechnen und schreiben.
    Wir, die es geschafft hatten, waren damals deshalb stolz, weil es so schwer war und nicht jeder schaffen konnte.

    Sehr interessant,wieviel Kommentatoren sich sich als Streber und Besserwisser outen. Da reihe ich mich doch gerne ein: Der Plural von "lapsus" ist nicht "lapsi", sondern "lapsus" mit langem u.

    Ihren Ausführungen kann ich nur zustimmen. Mit einer Ausnahme (nix für ungut !) : Der Plural von "Lapsus" ist -
    lapsus !

    kann man durchaus von Volumina sprechen. So ein großer Fehler ist das gar nicht. Mathematisch verhalten sich Volumina und Flächeninhalte entsprechend der Maßdefinition und den entsprechenden Sätzen.

    Also war es kein großer Lapsus.

    • Digne
    • 05.07.2011 um 21:54 Uhr

    ... wie miserabel dies Schulsystem funktioniert.
    Lernen ist normalerweise ein Bedürfnis.

    Warum wohl hat sich das weitgehend geändert?

    Als ich vor fünundvierzig Jahren mein Abitur mit 2,0 machte, war ich der Zweitbeste meines Jahrgangs. 33% aller Schüler schafften es nicht und es war kein Makel. Sie hatten alle Chancen und konnten fehlerfrei rechnen und schreiben.
    Wir, die es geschafft hatten, waren damals deshalb stolz, weil es so schwer war und nicht jeder schaffen konnte.

    Sehr interessant,wieviel Kommentatoren sich sich als Streber und Besserwisser outen. Da reihe ich mich doch gerne ein: Der Plural von "lapsus" ist nicht "lapsi", sondern "lapsus" mit langem u.

    Ihren Ausführungen kann ich nur zustimmen. Mit einer Ausnahme (nix für ungut !) : Der Plural von "Lapsus" ist -
    lapsus !

    kann man durchaus von Volumina sprechen. So ein großer Fehler ist das gar nicht. Mathematisch verhalten sich Volumina und Flächeninhalte entsprechend der Maßdefinition und den entsprechenden Sätzen.

    Also war es kein großer Lapsus.

    • Digne
    • 05.07.2011 um 21:54 Uhr

    ... wie miserabel dies Schulsystem funktioniert.
    Lernen ist normalerweise ein Bedürfnis.

    Warum wohl hat sich das weitgehend geändert?

  3. Vielleicht wüßte sie dann, was ein Volumen ist und was eine Fläche.

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    • Dirac
    • 05.07.2011 um 8:00 Uhr

    Das Volumen eines Trapezes kann keiner ausrechnen.
    Hätte die Autoren mal auch eine Klasse wiederholt, vielleicht wüsste sie es dann.

    Meiner Meinung nach ist das ein viel zu negativer Artikel. Man sollte sich vielleicht mal damit beschäftigen, warum Bayern, Sachsen und BW so gute PISA-Ergebnisse erzielen, die Realschüler zum Teil Gymnasial-Niveau anderer Bundesländer haben und auch die besten Schüler hervorbringen, gleichzeitig aber (besser: auch?) die meisten Sitzenbleiber haben.
    Wenn nämlich jeder schwache Schüler ständig mit 5 noch durchgewinkt wird, wie soll er dann auch die Zeit haben, den älteren Stoff mal richtig zu verstehen.
    Außerdem fehlt dann auch zum Teil die Motivation, schließlich kommt man ja irgendwie durch.

    • Dirac
    • 05.07.2011 um 8:00 Uhr

    Das Volumen eines Trapezes kann keiner ausrechnen.
    Hätte die Autoren mal auch eine Klasse wiederholt, vielleicht wüsste sie es dann.

    Meiner Meinung nach ist das ein viel zu negativer Artikel. Man sollte sich vielleicht mal damit beschäftigen, warum Bayern, Sachsen und BW so gute PISA-Ergebnisse erzielen, die Realschüler zum Teil Gymnasial-Niveau anderer Bundesländer haben und auch die besten Schüler hervorbringen, gleichzeitig aber (besser: auch?) die meisten Sitzenbleiber haben.
    Wenn nämlich jeder schwache Schüler ständig mit 5 noch durchgewinkt wird, wie soll er dann auch die Zeit haben, den älteren Stoff mal richtig zu verstehen.
    Außerdem fehlt dann auch zum Teil die Motivation, schließlich kommt man ja irgendwie durch.

  4. Im Gegenteil: Das Volumen wäre das Ergebnis einer Multiplikation, bei der (bei einer Fläche - wie dem Trapez) einer der Faktoren Null ist. Und Multiplikation mit Null ergibt immer Null.

    • Dirac
    • 05.07.2011 um 8:00 Uhr

    Das Volumen eines Trapezes kann keiner ausrechnen.
    Hätte die Autoren mal auch eine Klasse wiederholt, vielleicht wüsste sie es dann.

    Meiner Meinung nach ist das ein viel zu negativer Artikel. Man sollte sich vielleicht mal damit beschäftigen, warum Bayern, Sachsen und BW so gute PISA-Ergebnisse erzielen, die Realschüler zum Teil Gymnasial-Niveau anderer Bundesländer haben und auch die besten Schüler hervorbringen, gleichzeitig aber (besser: auch?) die meisten Sitzenbleiber haben.
    Wenn nämlich jeder schwache Schüler ständig mit 5 noch durchgewinkt wird, wie soll er dann auch die Zeit haben, den älteren Stoff mal richtig zu verstehen.
    Außerdem fehlt dann auch zum Teil die Motivation, schließlich kommt man ja irgendwie durch.

    Eine Leser-Empfehlung
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    und deshalb gilt auch bei Bayern und ihr Schulsystem: Wo Sonne scheint, ist irgendwo auch Schatten. Da ist auch PISA ersteinmal egal.

    und deshalb gilt auch bei Bayern und ihr Schulsystem: Wo Sonne scheint, ist irgendwo auch Schatten. Da ist auch PISA ersteinmal egal.

  5. "Dort winkt ein achsensymmetrisches Trapez mit einer Höhe h und einer Seitenlänge g: Volumenberechnung ist dran..."

    ;-)))

  6. .... schon andren aufgefallen ;-PPP

  7. Wie man mit so wenig Informationen zu einem selbst gewählten Thema wagen kann, einen Artikel für eine renommierte Wochenzeitung zu schreiben, ist schon verblüffend. Die Autorin informiert sich nicht über die öffentlich zugängliche gymnasiale Schulordnung (GSO), sondern befragt lieber 5.-Klässler über Versetzungsbestimmungen oder 9.-Klässler über die gefühlte Zahl der Wiederholer. Auch der Vorsitzende des BLLV, einem Verband, der ideologisch gebunden ist und hauptsächlich Grund- und Hauptschullehrer vertritt, ist nicht wirklich geeignet, Aussagen über das Gymnasium zu tätigen.
    Die Nachprüfungen gibt es in Bayern seit Jahrzehnten, das Vorrücken auf Probe, das tatsächlich für die überwiegende Zahl der Schüler keine Hilfe bedeutet, schon seit mehreren Jahren. Bewährt hat es sich nur in Einzelfällen, weil ein Schüler, der Wissenslücken in mehreren Fächern hat, dann kurz vor Halbjahresende mit noch größeren Lücken in eine Klasse zurücktreten muss, die sich schon ein halbes Jahr organisiert hat und in der schon die Klassenarbeiten eines Halbjahres geschrieben worden sind. Das bedeutet: weniger Zeit, den verpassten Stoff nachzuholen, und weniger Chancen, eine gute Note im nächsten Zeugnis zu bekommen, weil in Bayern die Zeugnisnoten auch die des ersten Halbjahres berücksichtigen.
    Übrigens: Schüler, die es trotz schlechter Leistungen in 2 Fächern gerade noch so schaffen, versetzt zu werden, fallen dann häufig ein oder zwei Jahre später mit mehreren Fünfen durch.

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