BioethikMit Gewissen und Verstand

Soll der Bundestag eine Embryonenauswahl im Labor erlauben? Jeder dritte Abgeordnete ist noch unentschlossen. Eine Entscheidungshilfe

Diese Woche trifft der Bundestag die wichtigste bioethische Entscheidung dieser Legislaturperiode. Nach fast zwei Jahrzehnten Diskussion wollen die Abgeordneten die Präimplantationsdiagnostik (PID) per Gesetz regeln . Lange Zeit hielt man dieses Verfahren in Deutschland für verboten. Betroffene Paare reisen deshalb nach Belgien, Spanien oder Tschechien, wo der Gentest an Embryonen erlaubt ist. Genau vor einem Jahr hatte der Bundesgerichtshof die PID jedoch für zulässig erklärt, sofern die zukünftigen Eltern unter einer schweren erblichen Vorbelastung leiden. Zuvor hatte sich ein Berliner Arzt selbst angezeigt, der eine PID bei drei betroffenen Paaren angewandt hatte .

PID-Gesetzesentwürfe

Bei der Entscheidung für oder gegen die Präimplantationsdiagnostik müssen sich die Bundestagsabgeordneten ihre eigenen Gedanken machen. Der sonst übliche Fraktionszwang ist aufgehoben. Zwischen drei Gesetzesvorschlägen können die Parlamentarier wählen:

• Der Verbotsantrag wendet sich gegen jede »Selektion menschlichen Lebens« und möchte daher die Embryonenauswahl vollständig untersagen. Ihn unterzeichneten 192 Abgeordnete.

• Der Gegenvorschlag will die PID in Grenzen zulassen, nämlich dann, wenn Eltern die Veranlagung zu einer schwerwiegenden Erbkrankheit haben oder wenn eine Tot- oder Fehlgeburt droht. Ihn haben 215 Abgeordnete in den Bundestag eingebracht.

• Die wenigsten Unterstützer (nämlich 36) fand bislang ein Antrag, der zwar ein Verbot vorsieht, aber auch eine nicht rechtswidrige Ausnahme – für Eltern, die aufgrund eines Erbfehlers bereits eine Tot- oder Fehlgeburt erlitten haben.

Sowohl der zweite als auch der dritte Antrag sieht vor, dass eine Ethikkommission in jedem Einzelfall über die Zulassung zur PID entscheidet. Insgesamt 179 Parlamentarier haben sich noch nicht öffentlich festgelegt. Wie sie abstimmen, ist schwer vorherzusagen. Ebenso ist unklar, wie jene Abgeordneten stimmen werden, deren Antrag in der ersten Runde die wenigsten Stimmen erhält. Die Fronten für und wider die PID verlaufen quer durch alle Parteien, wobei die FDP wohl mehrheitlich für, die Union eher gegen eine PID-Zulassung votieren wird.

Meinungswandel

In den bisherigen Debatten fiel auf, dass dem Verbot prominente Befürworter fehlen, beziehungsweise sich diese öffentlich wenig bemerkbar machten. Zwar sprach sich Bundeskanzlerin Angela Merkel vergangenen Herbst gegen die Embryonenauswahl aus. Seitdem schwieg sie aber. Das Gleiche gilt für Forschungsministerin Annette Schavan. Dagegen haben Vertreter des konservativen Flügels der Union wie Wolfgang Schäuble und Kristina Schröder angekündigt, für eine Zulassung zu stimmen. »Der Wunsch von Eltern, lebensfähige Kinder bekommen zu können, ist eines der konservativsten Anliegen überhaupt«, sagte etwa die Familienministerin. Ähnlich wie Schröder bezeugten mehrere Abgeordnete einen Meinungswandel. Bei der ersten Bundestagsdebatte im April beschrieb zum Beispiel SPD-Fraktionsführer Frank-Walter Steinmeier, wie ihn Gespräche mit betroffenen Paaren von seiner einst PID-kritischen Haltung abgebracht hätten.

Kirche und Organisationen

Fanden Gegner einer Embryonenauswahl vor zehn Jahren in Politik und Gesellschaft noch klare Mehrheiten, hat sich die Stimmung inzwischen gewandelt. Außer der katholischen Kirche tritt keine einflussreiche Organisation mehr für ein Totalverbot ein. Selbst die Protestanten sind gespalten. Dagegen hat sich der Deutsche Ethikrat für eine Zulassung der PID ausgesprochen, ebenso die Nationale Akademie der Wissenschaften und die Bundesärztekammer. Die meisten Staatsrechtler halten die PID für mit dem Grundgesetz vereinbar. Auch in der Bevölkerung spiegelt sich der Umschwung wider: Nur noch jeder Fünfte möchte die PID grundsätzlich verbieten.

Welcher der drei Gesetzentwürfe am Ende eine Mehrheit finden wird, ist noch völlig offen. Hier die Antworten auf die wichtigsten Fragen in dieser heiklen Debatte:

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Welche Rechte hat ein Embryo?

Bei der PID werden Embryonen nach einer künstlichen Befruchtung auf genetisch bedingte Krankheiten untersucht. Klicken Sie hier für eine Infografik . Die gesunden Embryonen pflanzen die Ärzte der Frau ein, die defekten werfen sie weg. Falls Embryonen, die in diesem Stadium aus einigen Dutzend Zellen bestehen, dieselben Rechte besäßen wie ein geborener Mensch, dann müsste die PID verboten werden. Denn einen genetisch belasteten Embryo zu vernichten liefe dann auf dasselbe hinaus, wie einen behinderten Menschen zu töten.

Für diese Sichtweise spricht, dass die genetischen Anlagen jedes Individuums feststehen, sobald sich Ei- und Samenzelle vereint haben. Dann ist neues Leben entstanden, aus dem sich alle späteren Entwicklungsstadien – einem biologischen Programm folgend – bis zur Geburt quasi automatisch ergeben. Deshalb, so argumentieren PID-Gegner, gebühre dem Embryo von diesem Zeitpunkt an der volle Schutz des Grundgesetzes.

Auch für die PID-Befürworter ist der Embryo nicht wertlos. Für sie genießt der Keimling jedoch keinen absoluten Schutz, sondern nur einen abgestuften. Damit der Zellhaufen leben kann, braucht er nämlich die Mutter, die ebenfalls Rechte hat. Erst nach der Einnistung in die Gebärmutter kann der Embryo weiterreifen. Und selbst zu diesem Zeitpunkt sind die meisten Embryonen nicht überlebensfähig. Biologen gehen davon aus, dass rund 70 Prozent aller befruchteten Eizellen während der ersten Wochen wieder absterben – meist ohne dass die Frau es überhaupt bemerkt.

Leserkommentare
    • _bla_
    • 04.07.2011 um 8:20 Uhr

    Natürlich taugt die PID nicht für ein Designerbaby bei dem die Eltern nach belieben Merkmale zusammenstellen, die sie gerne hätten.
    Aber einzelne Merkmale lassen sich durchaus auswählen. Sehr gut möglich ist die Auswahl des Geschlechtes des Kindes.

    Und mit verbesserter Analysetechnik wird es möglich werden, das man weitgehende Aussagen über die Eigenschaften der erzeugten Embryos machen kann, die Eltern können dann zwar keine Merkmale zusammenstellen. Sie können aber die Embryos selektieren, deren Kombination von feststellbaren Eigenschaften ihnen am besten gefällt. Umso mehr Embryos sie erzeugen, umso mehr Auswahl bekommen sie.

    2 Leserempfehlungen
  1. Martin Spiewak schreibt: "Viele Menschen müssen damit leben, ursprünglich keine Wunschkinder gewesen zu sein. Einmal geboren, fühlen sie sich jedoch angenommen und geliebt."

    Es soll aber auch viele - behinderte und nichtbehinderte - Menschen geben, die sich nicht ausreichend angenommen und geliebt fühlen. Aus der Tochter wird keine Ballerina, aus dem Sohn kein John Wayne... und wird von der Mutter weniger geliebt. Das gibt es oft und ist eine schwere Kränkung... Erziehung besteht darin, sich die Rosinen aus dem Kopf zu schlagen und mit der Kränkung zu leben.

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    • _bla_
    • 04.07.2011 um 8:50 Uhr

    "Aus der Tochter wird keine Ballerina, aus dem Sohn kein John Wayne... und wird von der Mutter weniger geliebt."

    Richtig, und wenn die Mutter vorher äußerst unangenehme medizinische Behandlungen ertragen hat, um die Ballerina oder den John Wayne zu bekommen, Mediziner unrealistische Hoffnungen geweckt haben, weil sie ihre teuren Dienstleistungen verkaufen wollten, dann wird die Schuld dafür, dass die Träume der Eltern geplatzt sind ganz schnell beim Kind gesucht.

    • _bla_
    • 04.07.2011 um 8:50 Uhr

    "Aus der Tochter wird keine Ballerina, aus dem Sohn kein John Wayne... und wird von der Mutter weniger geliebt."

    Richtig, und wenn die Mutter vorher äußerst unangenehme medizinische Behandlungen ertragen hat, um die Ballerina oder den John Wayne zu bekommen, Mediziner unrealistische Hoffnungen geweckt haben, weil sie ihre teuren Dienstleistungen verkaufen wollten, dann wird die Schuld dafür, dass die Träume der Eltern geplatzt sind ganz schnell beim Kind gesucht.

  2. beginnt nicht mit der Vereinigung von Spermium & Eizelle. Es ist eine un-unterbrochene Kette, die Jahrmillionen zurückreicht bis zur Abspaltung der ersten menschlichen Spezies von unseren nächsten Artverwandten. Leben an sich (ohne "menschlich) reicht noch viel weiter zurück. Die Argumentation vom im Mutterleib "beginnenden" Leben halte ich für ideologisch-religiös geprägt und kann einfach nicht nachvollziehen.

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    ...beginnt?
    Da gratulier ich Ihnen aber, Sie haben eine Antwort auf eine Frage gefunden die die Menschheit seit Ihrer Existenz beschäftigt.
    Im Mittelalter galten Babys nicht als vollwertige Menschen. Ich glaube erst mit 3 Jahren galt man als echter Mensch - das hatte sich auch etwas mit der hohen Kindersterblichkeit zu tun, aber es ist Ihr Argument ins Extreme gezogen.
    Ich bin kein religöser Mensch-hoffungsvoller Agnostiker:-) - aber die Frage wann menschliches Leben beginnt würde ich mit "ich weis es nicht" beantworten.

    Abgesehen davon bin ich für PID, denn wenn man schon Leben in diese Welt bringt das von der Natur nicht vorgesehen war, dann muss man auch dafür Sorgen das es gesund ist.

    wird von der Natur selbst massenhaft vernichtet, in den ersten drei Monaten besonders häufig und auch später. Die Natur kann sehr grausam sein und man pfuscht ihr zu Recht ins Handwerk.

    Im Prinzip haben Sie Recht, wenn Sie mit "menschliches Leben" die Art an sich meinen. Wobei natürlich zu hinterfragen ist, ob alle jetzigen Menschen die direkten Nachkommen eines einzigen ersten Menschen sind oder ob wir die Nachkommen mehrerer sich getrennt entwickelter Individuen sind. Mit irgendwem muss sich der erste Mensch ja schließlich auch vermehrt haben.
    Ihre Annahme in der Hinsicht finde ich also nicht anmaßend.

    Ich denke aber in dem gegebenen Kontext ist mit Entstehung menschlichen Lebens der Beginn eines individuellen Organismus gemeint, und diese Ansicht ist in dem Zusammenhang auch die einzig relevante.

    Wenn ich behaupte, ich sei durch die Befruchtung der Eizelle meiner Mutter durch ein Spermium meines Vaters entstanden und wäre dies nicht passiert, würde ich als Mensch auch nicht existieren, kann man nicht bestreiten- ganz unabhängig davon, dass die notwendige Bedingung viel weiter zurück liegt.
    Hinreichend bedingt entstand ich eben in einem biologisch und zeitlich eingrenzbaren Rahmen. Den kann man unter Umständen auch herausfinden, ohne vom Urknall bis jetzt alles durchschaut zu haben.

    ...beginnt?
    Da gratulier ich Ihnen aber, Sie haben eine Antwort auf eine Frage gefunden die die Menschheit seit Ihrer Existenz beschäftigt.
    Im Mittelalter galten Babys nicht als vollwertige Menschen. Ich glaube erst mit 3 Jahren galt man als echter Mensch - das hatte sich auch etwas mit der hohen Kindersterblichkeit zu tun, aber es ist Ihr Argument ins Extreme gezogen.
    Ich bin kein religöser Mensch-hoffungsvoller Agnostiker:-) - aber die Frage wann menschliches Leben beginnt würde ich mit "ich weis es nicht" beantworten.

    Abgesehen davon bin ich für PID, denn wenn man schon Leben in diese Welt bringt das von der Natur nicht vorgesehen war, dann muss man auch dafür Sorgen das es gesund ist.

    wird von der Natur selbst massenhaft vernichtet, in den ersten drei Monaten besonders häufig und auch später. Die Natur kann sehr grausam sein und man pfuscht ihr zu Recht ins Handwerk.

    Im Prinzip haben Sie Recht, wenn Sie mit "menschliches Leben" die Art an sich meinen. Wobei natürlich zu hinterfragen ist, ob alle jetzigen Menschen die direkten Nachkommen eines einzigen ersten Menschen sind oder ob wir die Nachkommen mehrerer sich getrennt entwickelter Individuen sind. Mit irgendwem muss sich der erste Mensch ja schließlich auch vermehrt haben.
    Ihre Annahme in der Hinsicht finde ich also nicht anmaßend.

    Ich denke aber in dem gegebenen Kontext ist mit Entstehung menschlichen Lebens der Beginn eines individuellen Organismus gemeint, und diese Ansicht ist in dem Zusammenhang auch die einzig relevante.

    Wenn ich behaupte, ich sei durch die Befruchtung der Eizelle meiner Mutter durch ein Spermium meines Vaters entstanden und wäre dies nicht passiert, würde ich als Mensch auch nicht existieren, kann man nicht bestreiten- ganz unabhängig davon, dass die notwendige Bedingung viel weiter zurück liegt.
    Hinreichend bedingt entstand ich eben in einem biologisch und zeitlich eingrenzbaren Rahmen. Den kann man unter Umständen auch herausfinden, ohne vom Urknall bis jetzt alles durchschaut zu haben.

    • _bla_
    • 04.07.2011 um 8:50 Uhr

    "Aus der Tochter wird keine Ballerina, aus dem Sohn kein John Wayne... und wird von der Mutter weniger geliebt."

    Richtig, und wenn die Mutter vorher äußerst unangenehme medizinische Behandlungen ertragen hat, um die Ballerina oder den John Wayne zu bekommen, Mediziner unrealistische Hoffnungen geweckt haben, weil sie ihre teuren Dienstleistungen verkaufen wollten, dann wird die Schuld dafür, dass die Träume der Eltern geplatzt sind ganz schnell beim Kind gesucht.

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    Antwort auf "Liebe und Selbstliebe"
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    gezeugte Kinder trifft dieses Schicksal ganz genauso.

    gezeugte Kinder trifft dieses Schicksal ganz genauso.

  3. ...beginnt?
    Da gratulier ich Ihnen aber, Sie haben eine Antwort auf eine Frage gefunden die die Menschheit seit Ihrer Existenz beschäftigt.
    Im Mittelalter galten Babys nicht als vollwertige Menschen. Ich glaube erst mit 3 Jahren galt man als echter Mensch - das hatte sich auch etwas mit der hohen Kindersterblichkeit zu tun, aber es ist Ihr Argument ins Extreme gezogen.
    Ich bin kein religöser Mensch-hoffungsvoller Agnostiker:-) - aber die Frage wann menschliches Leben beginnt würde ich mit "ich weis es nicht" beantworten.

    Abgesehen davon bin ich für PID, denn wenn man schon Leben in diese Welt bringt das von der Natur nicht vorgesehen war, dann muss man auch dafür Sorgen das es gesund ist.

    2 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Menschliches Leben"
  4. Den Eltern einen Verzicht nahezulegen oder das Risiko einer späten Abtreibung aufzuerlegen, halte ich nicht für wirklich human.

    Wir werden ständig vor solche Entscheidungen gestellt werden mit dem Fortschritt.

    Heißt ein gesinnungsethischer Standpunkt nicht in Wirklichkeit, keine Entscheidung zu treffen zulasten Betroffener?

  5. wird von der Natur selbst massenhaft vernichtet, in den ersten drei Monaten besonders häufig und auch später. Die Natur kann sehr grausam sein und man pfuscht ihr zu Recht ins Handwerk.

    Eine Leserempfehlung
    Antwort auf "Menschliches Leben"
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    ... bisher hat die Natur nur Mist gebaut, als sie den Menschen erschaffen hat und damit den Massenvernichter schlechthin.
    Was maßt diese menschliche Missgeburt sich an, über Leben und Sterben urteilen zu wollen. Die Natur ist immerhin verantwortlich, dass wir Atombomben bauen und Maschinengewehre, mit denen wir uns selbst und andere zuhauf vernichten.
    /ironie off

    Mal ganz im Ernst, das kann doch wohl nicht ihr Ernst sein oder? Unser "Rumgepfusche ins Handwerk der Natur" ist für Krankheiten, Massensterben von Tieren und Menschen, der Zerstörung der Korallenriffe und damit letztendlich, am Ende der Kette globaler Erwärmung, für unser eigenes Aussterben verantwortlich. 9 Milliarden Menschen werden wir in ca. 50 bis 100 Jahren auf der Welt haben. Für die meisten nur eine Zahl, aber kein Bild wie hunderttausend Menschen bei Rock im Park oder 100 Fliegen auf einem verfaulenden Apfel. Wir können heut nicht mal 7 Milliarden Menschen auf der Welt ernähren, nicht weil uns die Möglichkeiten fehlen, sondern weil wir nicht wollen. Glauben Sie, wenn wir 3 Milliarden hungernder Menschen auf dem Planeten haben, wollen wir denen mehr helfen? Das ist das schlimmste menschliche Paradoxon: wenn man uns fragt, soll man das Baby lieber leben oder sterben lassen, dann antworten wir: "leben lassen!" Wenn es dann aber erwachsen ist, wollen wir keine Verantwortung für es tragen. Versuchen Sie sich mal als Teil der Welt zu sehen, und nicht die Welt als Teil von Ihnen. Vorsicht: Schwindelgefahr!

    ... bisher hat die Natur nur Mist gebaut, als sie den Menschen erschaffen hat und damit den Massenvernichter schlechthin.
    Was maßt diese menschliche Missgeburt sich an, über Leben und Sterben urteilen zu wollen. Die Natur ist immerhin verantwortlich, dass wir Atombomben bauen und Maschinengewehre, mit denen wir uns selbst und andere zuhauf vernichten.
    /ironie off

    Mal ganz im Ernst, das kann doch wohl nicht ihr Ernst sein oder? Unser "Rumgepfusche ins Handwerk der Natur" ist für Krankheiten, Massensterben von Tieren und Menschen, der Zerstörung der Korallenriffe und damit letztendlich, am Ende der Kette globaler Erwärmung, für unser eigenes Aussterben verantwortlich. 9 Milliarden Menschen werden wir in ca. 50 bis 100 Jahren auf der Welt haben. Für die meisten nur eine Zahl, aber kein Bild wie hunderttausend Menschen bei Rock im Park oder 100 Fliegen auf einem verfaulenden Apfel. Wir können heut nicht mal 7 Milliarden Menschen auf der Welt ernähren, nicht weil uns die Möglichkeiten fehlen, sondern weil wir nicht wollen. Glauben Sie, wenn wir 3 Milliarden hungernder Menschen auf dem Planeten haben, wollen wir denen mehr helfen? Das ist das schlimmste menschliche Paradoxon: wenn man uns fragt, soll man das Baby lieber leben oder sterben lassen, dann antworten wir: "leben lassen!" Wenn es dann aber erwachsen ist, wollen wir keine Verantwortung für es tragen. Versuchen Sie sich mal als Teil der Welt zu sehen, und nicht die Welt als Teil von Ihnen. Vorsicht: Schwindelgefahr!

  6. gezeugte Kinder trifft dieses Schicksal ganz genauso.

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    Wenn nun ein Kind - behindert oder nichtbehindert - von dem Schicksal getroffen wurde, dass seine Mutter es weniger akzeptiert und weniger liebt, weil es kein John Wayne geworden ist, könnte es vielleicht anfällig für den Gedanken sein, die Eltern per Gesetz zu zwingen, alle Kinder zu akzeptieren und keines in der Petrischale abzulehnen und zu verwerfen. Dies ist ein Problem des Narzissmus, also des Selbstwertgefühls, mit dem die Menschheit überhaupt ein problem zu haben scheint: Viele Menschen sind durch Darwin gekränkt worden und lehnen seine Erkenntnis ab, dass wir Menschen mit den Tieren verwandt sind.

    Wenn nun ein Kind - behindert oder nichtbehindert - von dem Schicksal getroffen wurde, dass seine Mutter es weniger akzeptiert und weniger liebt, weil es kein John Wayne geworden ist, könnte es vielleicht anfällig für den Gedanken sein, die Eltern per Gesetz zu zwingen, alle Kinder zu akzeptieren und keines in der Petrischale abzulehnen und zu verwerfen. Dies ist ein Problem des Narzissmus, also des Selbstwertgefühls, mit dem die Menschheit überhaupt ein problem zu haben scheint: Viele Menschen sind durch Darwin gekränkt worden und lehnen seine Erkenntnis ab, dass wir Menschen mit den Tieren verwandt sind.

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