Plagiat-Verdacht In der Freizeit Max Weber

Wie die Dissertation des viel beschäftigten CDU-Politikers Bernd Althusmann zustande kam

Doktorarbeiten von Politikern sind unter Verdacht geraten. Nicht nur die Dissertation des ehemaligen Verteidigungsministers Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) hat sich als Plagiat entpuppt. Auch die Europaabgeordnete Silvana Koch-Mehrin (FDP) wurde des Abschreibens überführt. Weitere Promotionen wie jene des FDP-Politikers Jorgo Chatzimarkakis werden gegenwärtig geprüft.

Kaum eine andere Dissertation eines Politikers drängt sich so für eine Analyse auf wie die des derzeitigen niedersächsischen Kultusministers Bernd Althusmann. Der CDU-Politiker hat extern promoviert, viele Hundert Kilometer von Heimatort und Arbeitsstätte entfernt, an einer Hochschule, an der er niemals studiert hat. Die akademische Vorgeschichte Althusmanns – Pädagogikdiplom an der Hamburger Bundeswehruniversität, Zweitstudium der Betriebswirtschaft an einer privaten Fernhochschule im Schwarzwald – lässt nicht zwingend eine Doktorarbeit über Organisationstheorie in der Verwaltung an der Universität Potsdam erwarten.

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Analyse der Dissertation von Bernd Althusmann

Im Auftrag der ZEIT haben zwei wissenschaftliche Mitarbeiter an deutschen Universitäten ein Gutachten zur Doktorarbeit des niedersächsischen Kultusministers Bernd Althusmann (CDU) angefertigt. Die Analyse  basiert auf den wichtigsten Anleitungsbüchern zum korrekten wissenschaftlichen Arbeiten. Die Gutachter wollen anonym bleiben, weil sie mögliche berufliche Nachteile ausschließen möchten.

Sie können hier eine Analyse der bislang geprüften Dissertation von Bernd Althusmann als PDF-Datei herunterladen. Sie umfasst vier der sieben Kapitel der Doktorarbeit.

Die Originaldoktorarbeit des Politikers können sie hier herunterladen, eine Auflistung beanstandeter Stellen finden Sie hier.

Für die restlichen Kapitel gibt es eine erste Analyse, Sie finden sie hier.

Anm. d. Redaktion: Die hier veröffentlichte Analyse der Doktorarbeit von Bernd Althusmann wurde im Nachhinein noch einmal korrigiert.

Althusmann kannte seinen Doktorvater, den Betriebswirt Dieter Wagner, noch von seinem Studium an der Bundeswehruniversität. Später wechselte der Professor nach Potsdam. Um dort als Fachfremder überhaupt den Doktortitel erwerben zu dürfen, benötigte Althusmann eine Sondergenehmigung. Die Fakultät wertete das Pädagogikstudium in Kombination mit dem FH-Abschluss in Betriebswirtschaft als ausreichende Qualifikation – »ein Grenzfall«, sagt Wagner. Bei vergleichbaren Konstellationen anderer Promotionswilliger habe man aber schon ähnlich entschieden. An den Doktorandenseminaren hat Althusmann laut Auskunft der Universität regelmäßig teilgenommen.

Als ungewöhnlich erwiesen sich vor allem die biografischen Umstände der Dissertation Althusmanns. Exakt in dem Zeitraum, in dem das 270-Seiten-Werk mit seinen 660 Fußnoten entstand, besetzte Althusmann einen der wichtigsten und zeitraubendsten Posten der niedersächsischen Politik: Als parlamentarischer Geschäftsführer der CDU-Landtagsfraktion hatte er die Aufgabe, der Union als rechte Hand des damaligen Fraktionsvorsitzenden und heutigen Ministerpräsidenten David McAllister die Mehrheiten im Abgeordnetenhaus in Hannover zu sichern.

Gleichzeitig pflegte der Unionspolitiker die politische Basis in seinem Wahlkreis Lüneburg. Althusmann gehörte dem dortigen Kreistag an und führte als Vorsitzender des CDU-Kreisverbandes auch die Fraktion seiner Partei im Rat der Stadt an. Seine Zielstrebigkeit brachte Althusmann in Lüneburg früh den Ruf eines umtriebigen Pragmatikers mit sympathischem Auftreten ein, für den die Politik noch höhere Aufgaben bereithalte.

Groß war die Überraschung deshalb, als man in seiner Geburtsstadt Oldenburg im März 2008 von der bis dahin unbekannten wissenschaftlichen Passion des Politikers erfuhr. »Heimlich« habe Althusmann promoviert, meldete die Lokalpresse, und dürfe nun die Buchstabenkombination »Dr. rer. pol.« vor dem Namen tragen. Eine Frucht des Fleißes von sieben Jahren, in denen sich Althusmann »in seiner Freizeit« (Nordwest-Zeitung) über die Werke Luhmanns, Webers et al. gebeugt habe.

Was kommt dabei heraus, wenn einer quasi nebenbei vollbringt, wofür andere einen Teil ihres Lebens opfern? Welche Erkenntnisse bringt eine Wissenschaft zutage, die täglich mit Fraktionsarbeit und Familie konkurriert? Und: Was zählen die Regeln der Universität für jemanden, der längst in einer anderen Welt zu Hause ist? In der Forschungsergebnisse kein Copyright haben und akribisches Arbeiten und tiefsinnige Fragen notwendigerweise weniger wert sind als schnelle Lösungen und pragmatische Antworten? Das sind angesichts der nicht abreißenden Kette von Plagiatsfällen in Politikerkreisen die entscheidenden Fragen.

 
Leser-Kommentare
    • jknabe
    • 06.07.2011 um 10:56 Uhr

    Das Hauptproblem scheint mir zu sein, dass die Plagiatoren nur ein geringes Risiko haben, entdeckt und bestraft zu werden - wenn sie nicht gerade wie Althusmann Erfolg in der Politik haben.
    Würden Unis flächendeckend ihre wissenschaftlichen Veröffentlichungen mit Software wie www.plagscan.com prüfen (im angelsächsischen Raum längst gang und gäbe) wäre die Gefahr, erwischt zu werden und damit die Abschreckung groß.
    Eine öffentliche Diskussion über wissenschaftliche Ehrlichkeit ist gut, um dafür zu sensibilisieren.

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    • lepkeb
    • 06.07.2011 um 12:12 Uhr

    bloss dann hätte sie auch nicht die Dr. Schwemme wie in D-land.

    würden die Unis sich nicht dieser teilweise sehr beschädigenden öffentlichen Diskussion aussetzen, die teilweise erheblichen Schaden verursacht.

    Die Plagiatssoftware ist noch nicht soweit gereift, dass sie zuverlässig eingesetzt werden könnte. Dazu ein aktueller und aufschlussreicher Artikel aus dem renommierten Heise-Verlag:
    http://www.heise.de/ix/ar...

    Michael Bauer

    • lepkeb
    • 06.07.2011 um 12:12 Uhr

    bloss dann hätte sie auch nicht die Dr. Schwemme wie in D-land.

    würden die Unis sich nicht dieser teilweise sehr beschädigenden öffentlichen Diskussion aussetzen, die teilweise erheblichen Schaden verursacht.

    Die Plagiatssoftware ist noch nicht soweit gereift, dass sie zuverlässig eingesetzt werden könnte. Dazu ein aktueller und aufschlussreicher Artikel aus dem renommierten Heise-Verlag:
    http://www.heise.de/ix/ar...

    Michael Bauer

  1. wer hat die eigentlich erstellt? Sollte da nicht wenigstens der Name des Verfassers drin stehen?

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    Angaben zu Autor, Erscheinungsdatum usw stehen bei Zeit Online rechts neben der Überschrift.
    Ich hab vor einigen Wochen auch erst mal ordentlich suchen müssen, bis ich das fand.

    Es ist nicht ohne Ironie, dass nun Leute, die in ihrer Freizeit extern promovierten, von anderen, die in ihrer Freizeit lieber Plagiate jagen, um ihre Titel gebracht werden.
    Am Ende ein grosser Freizeitspass für alle Beteiligten.

    Die Jäger haben dabei den Vorteil, dass ihr Einsatz für gute Wissenschaft offensichtlich ist.

    • sammo
    • 06.07.2011 um 11:46 Uhr

    für jeden erkenntlich

    Angaben zu Autor, Erscheinungsdatum usw stehen bei Zeit Online rechts neben der Überschrift.
    Ich hab vor einigen Wochen auch erst mal ordentlich suchen müssen, bis ich das fand.

    Es ist nicht ohne Ironie, dass nun Leute, die in ihrer Freizeit extern promovierten, von anderen, die in ihrer Freizeit lieber Plagiate jagen, um ihre Titel gebracht werden.
    Am Ende ein grosser Freizeitspass für alle Beteiligten.

    Die Jäger haben dabei den Vorteil, dass ihr Einsatz für gute Wissenschaft offensichtlich ist.

    • sammo
    • 06.07.2011 um 11:46 Uhr

    für jeden erkenntlich

  2. Pünktlich zur Berufung von Weihbischof Dr. Woelki zum Erzbischof von Berlin verschwinden die Belegexemplare seiner Dissertation aus den Bibliotheken: http://berlin2011.wordpre...

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    • Hokan
    • 06.07.2011 um 12:06 Uhr

    Wir dürfen annehmen, dass es Herrn Woelki gerade unmöglich sein wird, sein heimisches Dissertationsexemplar zur Verfügung zu stellen. Vieles spricht dafür, das der Zugriff darauf wegen Umzug bis auf weiteres erschwert und also nicht zumutbar ist. Herr Woelki würde sicher größtes Verständnis für diesbezügliche Anfragen haben, aber - wie gesagt .... Leider.

    ...die auf seltsame, ja wunderhafte Weise komplett und mit allen existierenden Exemplaren aus den Bibliotheken verschwindet...

    Eines finde ich allerdings sehr bemerkenswert: trotz intensivster Bemühungen aus Unions- und FDP-nahen Kreisen ist es bisher noch nicht gelungen, einen Politiker von SPD, GRÜNEN und LINKEN nach Durchsicht seiner Dissertation der Plagiierung zu überführen.

    • Hokan
    • 06.07.2011 um 12:06 Uhr

    Wir dürfen annehmen, dass es Herrn Woelki gerade unmöglich sein wird, sein heimisches Dissertationsexemplar zur Verfügung zu stellen. Vieles spricht dafür, das der Zugriff darauf wegen Umzug bis auf weiteres erschwert und also nicht zumutbar ist. Herr Woelki würde sicher größtes Verständnis für diesbezügliche Anfragen haben, aber - wie gesagt .... Leider.

    ...die auf seltsame, ja wunderhafte Weise komplett und mit allen existierenden Exemplaren aus den Bibliotheken verschwindet...

    Eines finde ich allerdings sehr bemerkenswert: trotz intensivster Bemühungen aus Unions- und FDP-nahen Kreisen ist es bisher noch nicht gelungen, einen Politiker von SPD, GRÜNEN und LINKEN nach Durchsicht seiner Dissertation der Plagiierung zu überführen.

  3. Angaben zu Autor, Erscheinungsdatum usw stehen bei Zeit Online rechts neben der Überschrift.
    Ich hab vor einigen Wochen auch erst mal ordentlich suchen müssen, bis ich das fand.

    Es ist nicht ohne Ironie, dass nun Leute, die in ihrer Freizeit extern promovierten, von anderen, die in ihrer Freizeit lieber Plagiate jagen, um ihre Titel gebracht werden.
    Am Ende ein grosser Freizeitspass für alle Beteiligten.

    Die Jäger haben dabei den Vorteil, dass ihr Einsatz für gute Wissenschaft offensichtlich ist.

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    ... die pdf-Datei mit der ausführlichen Analyse, auf die im Beitrag verlinkt ist. Hat Herr Spiewak die auch erstellt?

    Sorry, dass meine Frage missverständlich formuliert war.

    ... die pdf-Datei mit der ausführlichen Analyse, auf die im Beitrag verlinkt ist. Hat Herr Spiewak die auch erstellt?

    Sorry, dass meine Frage missverständlich formuliert war.

  4. Das "sich mit fremden Federn schmücken" erscheint mir langsam als eine besondere Fähigkeit in diesen Kreisen zu sein.

    Kein Wunder, wenn diese Spezies den Staat auch noch als Selbstbedienungsladen und die öffentliche Bühne als Inszenierung von Korruptionspielereien wie "eine Hand wäscht die andere" benutzt.

    • sammo
    • 06.07.2011 um 11:46 Uhr

    für jeden erkenntlich

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    Herr Althusmann kennt scheinbar nicht einmal die Bedeutung von Universalismus sonst hätte er nicht den Rechtschreibfehler im Schaubild übersehen (Universales Muss) übersehen ;)

    Herr Althusmann kennt scheinbar nicht einmal die Bedeutung von Universalismus sonst hätte er nicht den Rechtschreibfehler im Schaubild übersehen (Universales Muss) übersehen ;)

  5. und versuchen mit allen Mitteln ranzukommen. Das paßt sehr gut zum Image dieser Parteien.
    Einfach nur armselig!

    Eine Leser-Empfehlung
  6. den Dr. rer pol. unter Parteigenossen. Der eine wird´s und der andere ist´s und ansonsten geht´s sowieso nur ums Image und "Beziehungen" und nicht um die individuellen Fähigkeiten in dieser Gesellschaft.

    Das sieht man insbesondere in der Professorenschaft in den staatlichen Universitäten, die ja auch teilweise aus Parteibüchern ihre "wissenschaftliche" Reputation kratzen.

    Weil die Gesellschaft korrupt wurde, wurden es auch die Universitäten. Sieht man an deren Qualität. 1900 waren in einer Rangliste der besten Universitäten der Welt unter den ersten 10 Universitäten mit dem besten Ruf 5 deutsche.

    Heute kommt die beste Deutsche Universität auf Rang 55 (von 100). Und es ist keine der Unis mit Tradition. Erst wurde die Gesellschaft bunt angemalt, dann wurde die Bildung der Menschen zerstört (PISA) und den Rest schaffen die Menschen mit der o.a. Ethik auch noch.

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    • Buh
    • 06.07.2011 um 13:56 Uhr

    Diese Rankings sind meiner MEinung nach nutzlos. Jeder muss für sich die Kriterien kennen, die er an eine Uni anlegt. Man kann Unis nicht allgemein Bewerten und diese Bewertung universell ernst nehmen. Studiert wird aus unterschiedlichen Motiven. Ein Bachelor ist sinnvoll für einen schnellen Uni-Abschluss um den Berufseinstieg zu beschleunigen, hat aber zb in Fächern wie Philosophie nichts zu suchen. Wie wird ein solcher Umstand, der in Deutschland leider traurige Realität geworden ist, dank Amerikanisierung, in einem Ranking gewertet? Ich halte nichts von Eliterankings. Meine Uni gefällt mir, auch wenn sie nicht zu den 4 "besten" gehört.

    Werte(r) Frau/Herr Nichte,

    Ihr Kommentar scheint von einiger Frustation gekennzeichnet. Wären Sie gerne Prof. geworden?
    Nun ja, Ihr Gesellschaftskorruptionsschluss zeugt zumindest von einiger Unkenntnis der Materie. Der Vergleich mit dem Jahr 1900 zeigt lediglich, dass der Weggang führender Wissenschaftler zu einem Qualitätsverlust der in Deutschland ansässigen Unis führte. Die Gründe für diesen Weggang dürften hinreichend bekannt sein. Wenn Ihnen die Gründe nicht geläufig sein sollten, dann denken Sie doch an die Jahre 1933 - 1945, na, dämmerts?
    PISA beschreibt einen Zustand und keine Ursachen. PISA hat keine Bildungsmisere verursacht, sondern beschreibt die Auswirkungen einer Bildungspolitik, die unter bestimmten Prämissen als negativ angesehen werden kann. Doch, wenn Sie sich einmal näher betrachten, welche Kriterien in den PISA-Studien als bildungsrelevant angesehen werden, scheint die Frage durchaus berechtigt, ob wir in einer Welt technokratisch, mathematisch-naturwissenschaftlich orientierter "Fachidioten" leben wollen, oder eher nachdenkliche "Führungseliten" haben möchten.

    Eine Crux des derzeitigen universitären Bildungssystems liegt m.E. in der völlig verschulten Ausrichtung auf "Bachelor-Studiengänge". Zeit und Muße für interdisziplinäre Studien bleibt da nicht.

    Dies soll kein Endlos-Kommentar werden, deshalb schließe ich hier.

    Herzlich grüßt

    Ridcully

    • Buh
    • 06.07.2011 um 13:56 Uhr

    Diese Rankings sind meiner MEinung nach nutzlos. Jeder muss für sich die Kriterien kennen, die er an eine Uni anlegt. Man kann Unis nicht allgemein Bewerten und diese Bewertung universell ernst nehmen. Studiert wird aus unterschiedlichen Motiven. Ein Bachelor ist sinnvoll für einen schnellen Uni-Abschluss um den Berufseinstieg zu beschleunigen, hat aber zb in Fächern wie Philosophie nichts zu suchen. Wie wird ein solcher Umstand, der in Deutschland leider traurige Realität geworden ist, dank Amerikanisierung, in einem Ranking gewertet? Ich halte nichts von Eliterankings. Meine Uni gefällt mir, auch wenn sie nicht zu den 4 "besten" gehört.

    Werte(r) Frau/Herr Nichte,

    Ihr Kommentar scheint von einiger Frustation gekennzeichnet. Wären Sie gerne Prof. geworden?
    Nun ja, Ihr Gesellschaftskorruptionsschluss zeugt zumindest von einiger Unkenntnis der Materie. Der Vergleich mit dem Jahr 1900 zeigt lediglich, dass der Weggang führender Wissenschaftler zu einem Qualitätsverlust der in Deutschland ansässigen Unis führte. Die Gründe für diesen Weggang dürften hinreichend bekannt sein. Wenn Ihnen die Gründe nicht geläufig sein sollten, dann denken Sie doch an die Jahre 1933 - 1945, na, dämmerts?
    PISA beschreibt einen Zustand und keine Ursachen. PISA hat keine Bildungsmisere verursacht, sondern beschreibt die Auswirkungen einer Bildungspolitik, die unter bestimmten Prämissen als negativ angesehen werden kann. Doch, wenn Sie sich einmal näher betrachten, welche Kriterien in den PISA-Studien als bildungsrelevant angesehen werden, scheint die Frage durchaus berechtigt, ob wir in einer Welt technokratisch, mathematisch-naturwissenschaftlich orientierter "Fachidioten" leben wollen, oder eher nachdenkliche "Führungseliten" haben möchten.

    Eine Crux des derzeitigen universitären Bildungssystems liegt m.E. in der völlig verschulten Ausrichtung auf "Bachelor-Studiengänge". Zeit und Muße für interdisziplinäre Studien bleibt da nicht.

    Dies soll kein Endlos-Kommentar werden, deshalb schließe ich hier.

    Herzlich grüßt

    Ridcully

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