Autotest Das kleine Schwarze

Dirk Mausch fährt den Toyota Verso S 1.4l D-4D Life.

Das Cockpit des Toyota Verso-S

Das Cockpit des Toyota Verso-S

Wie ein schlichtes Notebook kommt einem dieser Wagen vor. Innen haben die Designer diverse Plastikarten und Oberflächen kombiniert: schwarz, nüchtern. Der Gesamteindruck ist kühl, aber von einem Klapprechner würde ich ja auch kein atemberaubendes Interieur erwarten. Es ist dann nicht schwer, sich im Toyota Verso S zurechtzufinden: Schalter und Knöpfe scheinen am richtigen Platz zu sein. Anders als bei einem neuen Rechner ist alles gleich völlig vertraut.

Der Ästhet in mir ist nicht ganz befriedigt, aber den IT-Techniker kitzelt es: reichlich Multimedia an Bord! Schnell ist das Handy per Bluetooth mit dem System »Toyota Touch« in der Mittelkonsole verbunden. Kein Kabelverhau mehr über dem Lenkrad, keine Suche nach dem passenden Adapter. Drahtlos schwebt die Musik in die Audioanlage. Und nicht nur das: Ein großes Farbdisplay zeigt beim Konfigurieren mein Adressbuch aus dem Telefon. Sogar Fernsehen in seiner praktischsten Form ist vorhanden: Ein Rückfahrmonitor erleichtert das Einparken. Das ist irgendwie schöner als eine piepsende Einparkhilfe und schont den Nacken.

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Das Multimediazentrum erwacht, als das Telefon klingelt, auf dem Schirm leuchtet der Name des Anrufers. »Ist heute Segelwetter, was meinst du?« Jemand möchte mit mir an die See fahren. Der Blick durch das riesige Glasdach erübrigt den Wetterbericht. »Ja, sieht gut aus. Wir fahren raus!« Schnell die Rettungswesten, die Segelbekleidung und maritimes Zubehör eingepackt, und los geht es in Richtung Flensburger Förde.

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Die Autotests aus dem ZEITmagazin

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Auf der A7 schnurrt der 1,4-Liter-Turbodiesel kaum wahrnehmbar. Der Motor entfacht kein Leistungsfeuerwerk, fährt sich jedoch extrem geräusch- und vibrationsarm. Im Vergleich zu dem Toyota manövriert sich das angegraute Segelboot wie ein Commodore 64 aus alten Zeiten. Kein Sechsgang-Schaltgetriebe, keine Airbags, kein Schleudertrauma-Schutzsystem oder Bremsassistent. Wir verbringen einen herrlichen Tag auf dem Wasser, aber am Ende müssen wir das Boot dann doch wieder gegen das Auto tauschen.

Den Seegang noch im Körper, steigen wir in den Toyota. Die luftige, geräumige Atmosphäre unter dem Glasdach gibt uns noch ein wenig das Gefühl, wir seien weiterhin auf der Ostsee, doch beim Ausparken flackert sofort der Monitor auf. Der digitale Alltag hat uns wieder.

Technische Daten

Motorbauart: 1,4-Liter-Turbodiesel
Leistung: 66 kW (90 PS)
Beschleunigung (0–100 km/h): 12,1 s
Höchstgeschwindigkeit: 175 km/h
CO2-Emission: 113 g/km
Durchschnittsverbrauch: 4,3 Liter
Basispreis: 19.300 Euro

Dirk Mausch ist IT-Manager bei der ZEIT.

 
Leser-Kommentare
  1. ... viele andere haben das gleiche Problem, nur eben beim Lesen des eyecatchers habe ich tatsächlich zuerst gelesen:
    "Reichlich Mülltimedia an Bord".

  2. für Autoradios und Navis (und sorgt auch für schnelle Akku-Entladung bei Handy, Smart- und iDingens).

    Was es eigentlich unerklärbar macht, warum soviele Id....n in durchaus gepflegten und meist recht teuren Mobilen mit dem am Arm hochgehaltenen Handy am Ohr durch die Gegend eilen zu (fast) jeder Gelegenheit.

    Unter Multimedia verstehe ich allerdings doch etwas anderes.

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