KrimiZeit-Bestenliste Die zehn besten Krimis im Juli

Jeden ersten Donnerstag im Monat geben Literaturkritiker und Krimispezialisten die Romane bekannt, die ihnen am besten gefallen haben.

1(-) Roger Smith: Staubige Hölle
A. d. Engl. von Jürgen Bürger u. Peter Torberg Tropen, 334 S., 19,95 € Kapstadt/KwaZulu-Natal.

Dells Frau und Kinder sind verbrannt, er konnte entkommen. Dell und sein Rassist von Vater jagen den Mörder der Familie, einen Zulu-Killer. Der schnappt sich eine Jungfrau, um sich von Aids zu kurieren. Korruption, Aberglaube und Gewaltexzesse: das Südafrika des Roger Smith.

Das Beste vom Besten

An jedem ersten Donnerstag des Monats geben 18 Literaturkritiker und Krimispezialisten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz die Kriminalromane bekannt, die ihnen am besten gefallen haben. Die KrimiZeit-Bestenliste entsteht in Kooperation von DIE ZEIT und NordwestRadio.

Die Jury

Tobias Gohlis, Kolumnist DIE ZEIT, Sprecher der Jury,
Volker Albers, "Hamburger Abendblatt",
Andreas Ammer, "Druckfrisch", Dlf, BR,
Gunter Blank, "Sonntagszeitung",
Thekla Dannenberg, "Perlentaucher"
Fritz Göttler, "Süddeutsche Zeitung",
Michaela Grom, SWR,
Lore Kleinert, Radio Bremen,
Thomas Klingenmaier, "Stuttgarter Zeitung",
Kolja Mensing, "Tagesspiegel",
Ulrich Noller, Deutsche Welle, WDR,
Jan Christian Schmidt, "Kaliber 38",
Margarete v. Schwarzkopf, NDR,
Ingeborg Sperl, "Der Standard",
Sylvia Staude, "Frankfurter Rundschau",
Jochen Vogt, Elder Critic, NRZ, WAZ,
Hendrik Werner, "Weser-Kurier",
Thomas Wörtche, "Plärrer", "culturmag", DRadioKultur

2(2) James Sallis: Der Killer stirbt
A. d. Engl. v. Jürgen Bürger u. Kathrin Bielfeldt; Liebeskind, 256 S., 18,90 € Phoenix, Arizona

Ein Junge, von den Eltern verlassen. Ein Berufsmörder, dem Kraft und Augenlicht schwinden. Ein Detective, dessen Frau stirbt. Ein Mann sucht den Mörder seines Vaters. Er will ihm danken. Leben – Sterben. Ein Buch vom Alleinsein: seltsam, traumhaft, betörend, hart. »Ihr müsst hinschauen!«

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3(4) Dominique Manotti: Roter Glamour
Aus dem Französischen von Andrea Stephani; Ariadne im Argument Verlag, 256 S., 12,90 Paris/Libanon

1985. Wie tickt die Elite der Franzosen? Zeitbombenmäßig, sexbesessen, machtgeil. Im Schatten des Präsidenten arrangiert Ex-Nazikollaborateur Bornand Raketenschmuggel, Polizeiaktionen, Meuchelmorde. Und stolpert über eine fixe, harte Araberin: Noria Ghozali. Bitte mehr davon!

4(5) Giancarlo de Cataldo: Schmutzige Hände
Aus dem Italienischen von Karin Fleischanderl; Folio, 376 S., 22,90 € Italien 1992/93.


Fortsetzung des grandiosen »Romanzo Criminale«. Politik & Mafia, Geheimnis & Gewalt, Liebe & Betrug. Die Cosa Nostra bombt, Polizist Scialoja dealt, Agent Rossetti schickt die Killer los. Italien vor Berlusconi. Autor & Richter de Cataldos Binnensicht – ein Thrill der Tatsachen. Bravourös, notwendig.

5(1) Friedrich Ani: Süden
Droemer, 368 S., 19,99 € München.

Nach sieben Jahren Exil in Köln kehrt Tabor Süden zurück. Sein verschwundener Vater war am Telefon. Ex-Kommissar und Neu-Detektiv Süden sucht wie nie zuvor: nach dem Vater, nach Mundl, dem vermissten Kneipier. Südens Comeback zu den Verlorenen. Einzig, großartig.

6(6) Reginald Hill: Der Tod und der Dicke
Aus dem Englischen von Karl-Heinz Ebnet; Droemer, 560 S., 22,99 € Mid-Yorkshire/Manchester.

Nach einem Bombenanschlag liegt DSI Dalziel im Koma. Sein DCI Pascoe wächst auf der Suche nach der Wahrheit über sich hinaus. Terroristen, angebliche Terroristen, der Irakkrieg und England danach – Hill knüpft Fädchen zu Fallstricken. Kunstvoll, human, göttlich.

7(10) Patrick Pécherot: Belleville-Barcelona
Aus dem Französischen von Cornelia Wend; Edition Nautilus, 224 S., 14,90 € Paris 1938.

Nestor Burma – der Detektiv, den Leo Malet unsterblich gemacht hat – soll ein Bürgertöchterchen finden und landet plauz! im Weltbürgerkrieg. Waffen für Spanien, ein blutsaufender GPU-Killer, ein Zauberer und André Breton sind Pécherots Zutaten: brillanter Histoire-Remix.

8(-) Mechtild Borrmann:Wer das Schweigen bricht
Pendragon, 224 S., 9,95 € Niederrhein 1939–1952/Mallorca 1998

Ein Missverständnis, eine Frage nach dem Grundwasserspiegel. Kleinigkeiten werden Indizien. Robert Lubisch sucht die Frau, deren Foto er im Nachlass des Vaters gefunden hat. Wie ein Zusammenbruch fällt die Geschichte über die Nachgeborenen her. Ein erstaunliches Buch über Liebe, Jugend, Schuld.

9(9) Malla Nunn: Lass die Toten ruhen
A. d. Engl. v. Armin Gontermann; Rütten & Loening, 384 S., 19,95 € Durban 1952.

Ex-Detective und Schauermann Cooper wird Zeuge des Mordes an einem elfjährigen weißen Jungen. Cop bleibt Cop. Cooper buddelt und wühlt üblen Dreck auf: rassistischer Terror der Apartheid, Kalter Krieg, Paranoia. Authentisch und zornig. Südafrika aus Underdog-Sicht. Nunn zum Zweiten!

10(7) Leif GW Persson: Der sterbende Detektiv
A. d. Schwed. v. Lotta Rüegger u. Holger Wolandt; btb, 542 S., 14,99 €Stockholm 2010.

Johansson, Ex-Chef des Reichskriminalamtes, hat einen Schlaganfall. Am Krankenbett erhält er neue Indizien zum Mordfall Yasmine. Die letzte Meisterleistung des Detektivs: Vom Sofa aus klärt der Moribunde den Kindermord von vor 25 Jahren auf. Anrührend, witzig, elegant. Intelligente schwedische Arbeit.

 
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