Kinderbetreuung Spielen, wo der Rhabarber wächstNeue Eindrücke
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 Die Kinder lernen, Sinneseindrücke zu sammeln

Um Raum für den Kindergarten zu schaffen, wurde das alte Wohnhaus der Familie Cohrs umgebaut. Ulrike Cohrs lebt schon seit Längerem mit Tochter und Mann im kleineren Häuslingshaus nebenan; ihre Eltern haben sich ein Altenteil gebaut und sind aus dem Haupthaus ausgezogen. »Das ist der Lauf der Dinge, und es ist nun auch gut«, sagt die Mutter von Ulrike Cohrs, während sie vor ihrem ehemaligen Zuhause etwas Laub zusammenharkt. In dem Fachwerkhaus aus weißen Balken und hellrotem Klinker sei ihr inzwischen 82 Jahre alter Mann geboren worden. Und die Haustür sei noch das Original von 1882.

In dieser Umgebung erfahren die Kinder zwar nichts über die Bedeutung von Ampeln und Zebrastreifen, dafür lernen sie zu kochen, den Tisch zu decken, die Eier aus dem Hühnerstall zu holen und sie zu zählen. Sie erfahren, woher das Fleisch kommt, das sie essen, und wie man Kartoffeln erntet. Wo Rhabarber wächst und wie sich ein Bad in frisch gedroschenem Korn anfühlt. »Die Kinder sollen den Ursprung kennenlernen und Sinneseindrücke sammeln«, sagt Karin Toma. Die 36 Jahre alte Kindergärtnerin studierte zunächst ökologische Agrarwissenschaften an der Universität Kassel in Witzenhausen. Dabei lernte sie Ulrike Cohrs kennen, die dort ein Jahr als Gasthörerin studierte, bevor sie den Hof auf Öko-Bewirtschaftung umstellte. In dieser Zeit zogen die beiden zufällig in eine WG. »Wir haben gesagt, wenn wir groß sind, machen wir ein soziales Projekt auf Ulrikes Hof«, sagt Karin Toma. Und das wurde acht Jahre später der Bauernhofkindergarten. Die beiden hatten eine ähnliche Einrichtung bei Plön gesehen und beschlossen: »Das machen wir auch!«

In ihrer Diplomarbeit plante Karin Toma die Umsetzung des Kindergartens, anschließend studierte sie noch Sozialpädagogik, um ihn später auch selber leiten zu dürfen. Zur gleichen Zeit gründete sie einen gemeinnützigen Trägerverein, suchte Geldgeber und stieß dabei auf das Förderprogramm zur Diversifizierung. Ulrike Cohrs sagt: »Ohne den Zuschuss vom LGLN hätte ich das alte Gebäude nicht renovieren können, und mit dem Geld aus der Vermietung an den Kindergarten kann ich es nun in seiner Schönheit erhalten.«

Die Voraussetzung für einen Zuschuss: Man muss haupt- oder nebenberuflich Landwirtschaft betreiben. »Und man sollte vorher ein wirtschaftliches Konzept erstellen und sicher sein, dass es funktioniert«, sagt Iris Geisler-Berneis. Hof-Cafés, die schon nach wenigen Jahren wieder dichtmachten, seien nicht das Ziel. Doch auch Nichtbauern können profitieren, indem sie mit einem Landwirt zusammenarbeiten. »Wer zum Beispiel ein Atelier oder Räume für ein Gewerbe auf dem Land sucht, könnte schauen, wo Leerstand ist, und einen Bauern finden, der sein Gebäude umnutzen will.« Der Landwirt richtet es dann mithilfe der Förderung her und vermietet es. Genau hier liegt Ulrike Cohrs zufolge die größte Herausforderung: »Dass sich zwei finden, die das zusammen hinbekommen. So wie Karin und ich.«

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Leser-Kommentare
  1. In der Debatte um Kinderbetreuung wird die wichtigste Frage selten gestellt: WIE soll die Betreuung denn aussehen? Unabhängig übrigens davon, ob die Betreuung die eigenen Eltern, bezahltes Personal oder staatliche Aufsicht übernimmt. Wir hören viel über "Bildung", aber wenig über Freiräume, Sinneseindrücke, Herumtollen und die pure Notwendigkeit unkontrollierten Sich-Bewegens und Sich-Entwickelns. Auch wenn das hier ("Zweierreihen" usw.) sich noch etwas überdiszipliniert und nach weiblichem Erziehungsmilitär anhört: Zeit am Bauernhof ist immer besser als Ablagerung und Stillstellung von Kindern in Zweizimmerappartements bei sogenannten "Müttern" oder in Bewahranstalten mit dem Charme einer materiarchalen Stilllegungskaserne: Ritalin statt Drill. Nein - laufen, schnuppern, Tiere, Hinfallen dürfen, Schürfwunden nicht als Anlass zu erstickender Überbetütelung erleben müssen, Versteck spielen (und sich auch mal zur Übung des Orientierungsvermögens verlaufen), im Fluss baden, durch den Wald pirschen, auch mal unbeaufsichtigt sein, jubeln dürfen, mit Stöcken werfen, sich auch mal schlagen - das ist wichtig! Sich selbst erfahren dürfen und nicht nur die Ängste der Obrigkeit. Deshalb: Bitte verschont uns mit zuviel leiblichen oder angemieteten Erzieherinnen - und wenn: Dann bitte auf dem Bauernhof, wo man denen leichter für ein paar Stunden entfleuchen kann als in den videoüberwachten Städten. Schimpfen tun sie so der so... das unbeschadet auszuhalten muss ja auch trainiert werden.

  2. Wir haben eh zu wenig KindergartenPlätze, und in allen Wohngebieten hört man sofort Negativ Stimmen wenn eine Neuer Kindergarten aufgemacht werden soll.

    Also warum nicht auf einen Bauernhof etwas Auserhalb der Wohngebiete inn leerstehenden Räumen. So haben die Kindier viel Platz zum spielen und toben und die Eltern im Wohngebiet ihre ruhe. Villeicht braucht man zwar einen Atuo um das kind hinzubringen und abzuhohlen, was aber auch mit Fahrgemeinschaften zu bewältigen ist.

    Und wer Angst vor all den Landmaschinen hat, sollte einsehen das dafür der Stadtverkehr ebend nicht da ist, so das das Risiko eigentlich geringer sind dürfte.

    Eine Leser-Empfehlung
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    Stimmen hören Sie denn in Wohngebieten? Ich habe in meinem Wohngebiet noch nie jemanden über Kindergärten reden hören....nur diejenigen, die sagen, dass es zu wenig gibt...Außer Eltern kümmert das doch keinen...Ich möchte mal wissen, welche Negativstimmen sie hören....oder war das jetzt einfach nur so schnell dahingeschrieben?

    ... gibt es Leute, die über Kindergärten in Wohngebieten meckern. Ich frage mich nur, was das für Leute sind, die zu den Zeiten, in denen Kindergartenkinder Lärm machen, unbedingte Ruhe brauchen.
    Meine Mutter zum Beispiel wohnt neben einem Kindergarten. Wenn die draußen spielen, setzt sie sich mit der Kaffeetasse auf den Balkon und freut sich über die vielen fröhlichen Kinder.

    Und wer Nachtschicht gearbeitet hat und schlafen will, oder wer sein Büro dort hat, kann ja die Fenster zumachen, wenn er Kinderlärm für ähnlich schlimm wie einen Presslufthammer hält.

    Stimmen hören Sie denn in Wohngebieten? Ich habe in meinem Wohngebiet noch nie jemanden über Kindergärten reden hören....nur diejenigen, die sagen, dass es zu wenig gibt...Außer Eltern kümmert das doch keinen...Ich möchte mal wissen, welche Negativstimmen sie hören....oder war das jetzt einfach nur so schnell dahingeschrieben?

    ... gibt es Leute, die über Kindergärten in Wohngebieten meckern. Ich frage mich nur, was das für Leute sind, die zu den Zeiten, in denen Kindergartenkinder Lärm machen, unbedingte Ruhe brauchen.
    Meine Mutter zum Beispiel wohnt neben einem Kindergarten. Wenn die draußen spielen, setzt sie sich mit der Kaffeetasse auf den Balkon und freut sich über die vielen fröhlichen Kinder.

    Und wer Nachtschicht gearbeitet hat und schlafen will, oder wer sein Büro dort hat, kann ja die Fenster zumachen, wenn er Kinderlärm für ähnlich schlimm wie einen Presslufthammer hält.

  3. Finde ich klasse. Hoffenlich macht das Schule und es gibt dann auch was in unserer Nähe.

  4. 4. Toll!

    Möchte nur anmerken, dass man Oma fragen sollte, in welchen Dosen Kinder Rhabarber essen sollten und wie - smile.

    Und dass Rhabarber später gerne einer der Hauptverursacher ist bei Nierensteinen. Er entwässert natürlich auch gut.

    Ich habe als Kind alle meine Ferien und einige lange Wochenenden auf dem Hof meines Götte (Taufpaten) verbracht. Und davon zehre ich heute noch!

    Alles Gute für die Aktion.

  5. Stimmen hören Sie denn in Wohngebieten? Ich habe in meinem Wohngebiet noch nie jemanden über Kindergärten reden hören....nur diejenigen, die sagen, dass es zu wenig gibt...Außer Eltern kümmert das doch keinen...Ich möchte mal wissen, welche Negativstimmen sie hören....oder war das jetzt einfach nur so schnell dahingeschrieben?

    Antwort auf "Super Idee"
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    Es gibt auch Leute, die Kinder"lärm" als störenden Lärm empfinden. Soweit ich weiß, sind die aber vor Gericht nie damit durchgekommen, das ist auch gut so.

    Es gibt auch Leute, die Kinder"lärm" als störenden Lärm empfinden. Soweit ich weiß, sind die aber vor Gericht nie damit durchgekommen, das ist auch gut so.

  6. Es gibt auch Leute, die Kinder"lärm" als störenden Lärm empfinden. Soweit ich weiß, sind die aber vor Gericht nie damit durchgekommen, das ist auch gut so.

    Antwort auf "Welche...."
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    Ob in Berlin, Hamburg oder München, Fälle, in denen Kindergärten schließen mussten, weil die Nachbarn sich über den Lärm beschwert haben, gibt es doch immer häufiger. Ich finde das traurig. Habe selbst mal an einem Kindergarten gewohnt und kann nicht nachvollziehen, wie man sich von vormittäglichem Kindergeschrei gestört fühlen kann. Unangenehm waren nur die Bring- und Abholzeiten, wenn die Eltern vor Ort waren und mitgeschrieen haben...

    "Kinderlärm ist Zukunftsmusik!" habe ich neulich irgendwo gelesen und fand ich einen sehr schönen Satz.

    Den Bauernhof-Kindergarten finde ich toll!

    Ob in Berlin, Hamburg oder München, Fälle, in denen Kindergärten schließen mussten, weil die Nachbarn sich über den Lärm beschwert haben, gibt es doch immer häufiger. Ich finde das traurig. Habe selbst mal an einem Kindergarten gewohnt und kann nicht nachvollziehen, wie man sich von vormittäglichem Kindergeschrei gestört fühlen kann. Unangenehm waren nur die Bring- und Abholzeiten, wenn die Eltern vor Ort waren und mitgeschrieen haben...

    "Kinderlärm ist Zukunftsmusik!" habe ich neulich irgendwo gelesen und fand ich einen sehr schönen Satz.

    Den Bauernhof-Kindergarten finde ich toll!

  7. Ich bin begeistert. Hier ist super viel Landwirtschaft und kein einziger Bauernhof Kindergarten! Sehr bedauerlich. Aber genau diese Konzepte sind die Ideen der Zukunft. Wo sonst lernen Kinder so direkt, worum es im Leben geht? Super. Alle Daumen hoch und bitte mehr davon!!!

    P.S.: Neulich hatte mich noch eine ältere Frau auf Lärm im Wohngebiet ansprochen. Zitat: Wir sind immer froh, wenn der Kindergarten endlich Ferien macht, dann ist es so friedlich und ruhig hier!! - Nicken und Zustimmung von den umstehenden Rentnern - Kopfschüttel und Kinder einpacken von meiner Seite!

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    Nach meiner Scheidung musste ich meine Söhne, damals 8 und 4 Jahre alt in der Vaterzeiten immer "bespaßen" neben anderen tollen Sachen. Schwimmbad/Hallenbad gehörten dazu. Das am Sonntagmorgen. Oh man, Gekreische bis zum geht nicht mehr.
    Nachgedacht wo es ruhiger sein könnte. Den älteren Sohn gefragt und der sagte, "geh doch auf den Friedhof".

    Das Thema ist durch seither.

    Nach meiner Scheidung musste ich meine Söhne, damals 8 und 4 Jahre alt in der Vaterzeiten immer "bespaßen" neben anderen tollen Sachen. Schwimmbad/Hallenbad gehörten dazu. Das am Sonntagmorgen. Oh man, Gekreische bis zum geht nicht mehr.
    Nachgedacht wo es ruhiger sein könnte. Den älteren Sohn gefragt und der sagte, "geh doch auf den Friedhof".

    Das Thema ist durch seither.

  8. Ob in Berlin, Hamburg oder München, Fälle, in denen Kindergärten schließen mussten, weil die Nachbarn sich über den Lärm beschwert haben, gibt es doch immer häufiger. Ich finde das traurig. Habe selbst mal an einem Kindergarten gewohnt und kann nicht nachvollziehen, wie man sich von vormittäglichem Kindergeschrei gestört fühlen kann. Unangenehm waren nur die Bring- und Abholzeiten, wenn die Eltern vor Ort waren und mitgeschrieen haben...

    "Kinderlärm ist Zukunftsmusik!" habe ich neulich irgendwo gelesen und fand ich einen sehr schönen Satz.

    Den Bauernhof-Kindergarten finde ich toll!

    Antwort auf "Leider doch"

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