Finanzkrise: Der Euro am Abgrund
Die Finanzmärkte haben ihr Urteil bereits gefällt: Die Europäer versagen in der Schuldenkrise. Ist die Gemeinschaftswährung noch zu retten?
Man sieht diese Krise nicht, und das ist das Gefährliche an ihr. Zigtausend Bundesbürger verbringen in diesen Tagen ihren Urlaub in Italien, sie entspannen am Strand von Viareggio oder bummeln durch die Straßen von Florenz. Sie sehen keine Massendemonstrationen wie noch vor Wochen in Athen und Madrid. Sie sehen auch keine Hassplakate gegen Deutsche wie in Dublin oder Lissabon.
Man sieht als Gast nicht sofort, ob ein Land vor dem wirtschaftlichen Kollaps steht. Ob diesem Land das Geld auszugehen droht. Ob sich überhaupt noch Geldgeber finden. Man sieht die Bedrohung nicht – selbst wenn es um die Zukunft eines ganzen Kontinents geht.
Seit dem Wochenbeginn befinden sich italienische Staatsanleihen im freien Fall . Die internationalen Geldgeber ziehen ihr Kapital ab, so rasch und so massiv, dass es auch die Insider an den Finanzmärkten überrascht. Es stimmt zwar: Italiens Wirtschaft war innerhalb der Euro-Zone immer ein Wackelkandidat. Aber Italien war eben immer auch der Beleg dafür, dass ein Land mit großen Problemen sich irgendwie durchwursteln kann. Dass es trotz hoher Schulden und latenter Regierungskrisen als vertrauenswürdig gelten kann – bei Touristen und Investoren.
Gemäß den Regeln hätte Italien den Euro niemals bekommen dürfen. Die Schuldenlast lag und liegt bei 120 Prozent der italienischen Wirtschaftsleistung – doppelt so viel wie erlaubt. Aber dem Gründungsmitglied der EU die Gemeinschaftswährung vorzuenthalten galt als politisch unmöglich. Die Europäische Kommission begnügte sich damals mit der Erwartung, dass die Schuldenquote fortan »rascher sinken« werde. Das tat sie nicht.
- Italiens Schulden
-
Ende 2010 hatte die drittgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone Schulden in Höhe von 119 Prozent des Bruttoinlandsprodukts – 1,843 Billionen Euro. Dieses Jahr werden wohl 120 Prozent überschritten. Die Quote wäre dann doppelt so hoch wie im Maastrichter EU-Vertrag erlaubt. Zum Vergleich: Griechenlands Schuldenstand erreichte im vergangenen Jahr 142,8 Prozent des BIP, Irlands Prognose für 2011 beläuft sich auf 112, Portugals auf 101,7 Prozent.
Bis Ende August werden 130 Milliarden der Staatsschuld fällig, innerhalb der nächsten zwölf Monate müssen insgesamt 310 Milliarden refinanziert werden. Die Europäische Kommission fordert einen ausgeglichenen Haushalt bis 2014.
- Italiens Gläubiger
83 Prozent der Schulden werden über Staatsanleihen abgedeckt, heißt es vom italienischem Wirtschafts- und Finanzministerium. Gläubiger im Inland halten die meisten dieser Papiere. Bisher hatte der Staat keine Probleme, neue Schulden zu machen, was nicht zuletzt an der hohen Sparquote der Italiener lag. Aber die italienischen Sparer beginnen, ihre Einlagen abzuziehen: Der größte Käufer der italienischen Schulden droht auszufallen. Nun steigen die Risikoaufschläge für Anleihen, die Aktienkurse fallen.
- Der Weg aus der Schuldenkrise
-
Die Regierung will noch vor den Sommerferien ein Sanierungspaket durch das Parlament bringen. Bis 2014 soll Italien 47 Milliarden Euro sparen. Ob das reicht, um die Zweifel an der Bonität der italienischen Schulden auszuräumen, ist fraglich. Denn die anhaltende Wachstumsschwäche ist ein größeres Problem als die Neuverschuldung. Die Wirtschaft ist in den letzten zehn Jahren nur um durchschnittlich 0,1 Prozent gewachsen – der EU-Durchschnitt lag bei1,6 Prozent.
Allein von Juni bis September will Italien zudem neue Anleihen in Höhe von 40 Milliarden Euro auflegen, sagte Berlusconi-Berater Paolo Bonaiuti. Der Staat will auch laufende Anleihen aufstocken und so zusätzliches frisches Geld von Investoren bekommen.
Nun wackelt der ewige Wackelkandidat. Und wenn auf einmal das Undenkbare denkbar wird – die Staatspleite Italiens –, dann rückt auch die ganz große Katastrophe näher: das Ende des Euro.
Denn fällt Italien, gibt es kein Halten mehr. Das Land ist zu groß, um vom europäischen Rettungsfonds aufgefangen zu werden – im Gegensatz zu Irland, dessen Staatspapiere am Dienstag von der Rating-Agentur Moody’s auf Ramschstatus herabgestuft wurden . Das Volumen der ausstehenden italienischen Schuldverschreibungen beläuft sich auf 1600 Milliarden Euro, im Fall Griechenlands sind es nur 280 Milliarden. Allein deutsche Banken haben in Italien – Stand März 2011 – 116 Milliarden Euro verliehen, davon 35,8 Milliarden an den Staat. In Griechenland sind sie bloß mit 25 Milliarden Euro engagiert. »Europa hat den gefährlichsten Moment der Schuldenkrise erreicht«, sagt Holger Schmieding, Chefökonom der Berenberg Bank.
Dies sind die Tage der Wahrheit für die Währungsunion. Der Euro ist mehrfach unter Druck: Griechenland kommt nicht aus dem Schlamassel, in Spanien mehren sich die Probleme. Und Europas Regierungen können sich nicht auf eine gemeinsame Linie einigen.




für wohlstand und frieden in europa..
wer hat das behauptet?
die griechen rettung wird ein guten geschäft für deutschland sein..alles was wir investieren kriegen wir zuruck...verzinst..
wer hat das behauptet?
warum haben leute die so unglaublich falsch liegen in so ein wichtigen situation immer noch ihren arbeitsplatz..ihren amt..?..warum hört man immernoch auf die?..
na weil wir in einer lediglich demokratisch legitimierten autokratie leben, in der das einflusspotential der politk massiv überschätzt wird - und das aus gutem grund?
....hat. Sie werden diese Gruppe nicht zur Rechenschaft ziehen können. Sie können bestenfalls darauf verzichten zur Wahl zu gehen oder sich vor Wut in den Hintern beißen. Oder aber Sie machen es wie die Tunesier oder Ägypter. Versuchen Sie doch Letzteres und beten Sie, dass es Ihnen nicht so geht wie den Syrern.
//für wohlstand und frieden in europa..
wer hat das behauptet?
//
Ich meine, daß ich das häufiger auf Zeit.de (und der Print-Version) gelesen hätte.
//
die griechen rettung wird ein guten geschäft für deutschland sein..alles was wir investieren kriegen wir zuruck...verzinst..
wer hat das behauptet?
//
Ich meine, auch das hätte ich auf Zeit.de (und der Printversion) gelesen.
//
warum haben leute die so unglaublich falsch liegen in so ein wichtigen situation immer noch ihren arbeitsplatz..
//
Das müssen Sie die ZEIT-Chefredaktion fragen.
//warum hört man immernoch auf die?..//
Die ZEIT hat für Ihre Euro-Appeasement Berichterstattung dermaßen viele Kommentare um die Ohren gehauen bekommen, daß die portaleigenen Zensoren kaum noch hinterherkamen.
Reissen wir Europa in Stücke. Der nächste innereuropäische Krieg wird sicher unserer Rüstungsindustrie guttun, Arbeitsplätze schaffen und Merkel davor bewahren, angolanischen Zwielichtern und arabischen Herrscherfürsten auf unlautere Weise unsere Panzer verkaufen zu müssen.
Außerdem sind dann wieder unsere Politiker schuld, wenn es bei uns nicht läuft und wir müssen nicht mehr auf gesichtslose Ratingagenturen schimpfen, ohne deren Aktivitäten in irgendeiner Weise zu verstehen.
Allerdings wird weltpolitisch dann nichts mehr gehen, dass sollte jemdem klar sein! Europa war als politisches Schwergewicht noch ernst zunehmen, auch wenn es oft zerstritten auftrat (gefiel mir eigentlich gut, da wehte noch ein Hauch von Demokratie durch unsere politische Landschaft mit Diskussionen und Kompromissen statt parteilich vorgegebener Meinung). Aber Deutschland alleine? Da werden die Chinesen und Amerikaner nur lachen, wenn Angie etwas fordert.
Dass unsere Wirtschaft auch dank zollfreier Warentransporte in andere EU-Staaten so gut läuft, glauben viele jetzt noch nicht... aber die Zeit wird kommen, da unsere Maschinen und Autos nicht mehr so schön in aller Herren Länder exportiert werden können.
Und ganz nebenbei wird die herausragenste, beste politische Leistung des 20. Jahrhunderts von einem Haufen mutloser Zauderer vor die Wand gefahren, weil richtige (teils unangenehme) Lösungen immer bis hinter den nächsten Wahltermin geschoben werden.
Bruce Allmächtig: "Und so zerbröselt der Keks."
Glauben Sie etwa, dass ein Özdemir, Dipl. Sozial Pädagoge (hat gelernt H4 Anträge und der Gleichen für andere auszufüllen und auf dem Amt abzugeben), K. Roth (ohne nennenswerte Berufsausbildung), Gabriel (Vasall des Gaz-Prom Schröder) in der Lage sind etwas Positives in Richtung Griechenland-Rettung vorzulegen ohne den STEUERZAHLER in Deutschland zur Kasse zu bitten?
Die Fehler der Euro-Zone wurden viel früher gemacht. Man hätte sie reparieren können. Aber die Väter Europas konnten nicht ahnen welche Couleur von Politiker heute am Werke sind.
Eines darf man nicht vergessen:
Irland, Griechenland, Portugal, Spanien waren stets die "Armen-Häuser" Europas. Ihnen den "Euro" zu geben war ein großer Fehler.
Italien war seit 1955 stets über der 100% Marke verschuldet. Aber 60% sind Kredite von italienischen Versicherungen und Inländern. Also leine Gefahr. Wenn Italien spart, kommen sie in ein paar Jahrzehnten aus der Misere aus eigener Anstrengung heraus.
Notwendig wäre eine Zweiteilung des Euro, ein Euro der zwei Gesdchwindigkeiten, um mit restriktiven Mittel das Handelsbilanzgleichgewicht einzuhalten.
na weil wir in einer lediglich demokratisch legitimierten autokratie leben, in der das einflusspotential der politk massiv überschätzt wird - und das aus gutem grund?
....hat. Sie werden diese Gruppe nicht zur Rechenschaft ziehen können. Sie können bestenfalls darauf verzichten zur Wahl zu gehen oder sich vor Wut in den Hintern beißen. Oder aber Sie machen es wie die Tunesier oder Ägypter. Versuchen Sie doch Letzteres und beten Sie, dass es Ihnen nicht so geht wie den Syrern.
//für wohlstand und frieden in europa..
wer hat das behauptet?
//
Ich meine, daß ich das häufiger auf Zeit.de (und der Print-Version) gelesen hätte.
//
die griechen rettung wird ein guten geschäft für deutschland sein..alles was wir investieren kriegen wir zuruck...verzinst..
wer hat das behauptet?
//
Ich meine, auch das hätte ich auf Zeit.de (und der Printversion) gelesen.
//
warum haben leute die so unglaublich falsch liegen in so ein wichtigen situation immer noch ihren arbeitsplatz..
//
Das müssen Sie die ZEIT-Chefredaktion fragen.
//warum hört man immernoch auf die?..//
Die ZEIT hat für Ihre Euro-Appeasement Berichterstattung dermaßen viele Kommentare um die Ohren gehauen bekommen, daß die portaleigenen Zensoren kaum noch hinterherkamen.
Reissen wir Europa in Stücke. Der nächste innereuropäische Krieg wird sicher unserer Rüstungsindustrie guttun, Arbeitsplätze schaffen und Merkel davor bewahren, angolanischen Zwielichtern und arabischen Herrscherfürsten auf unlautere Weise unsere Panzer verkaufen zu müssen.
Außerdem sind dann wieder unsere Politiker schuld, wenn es bei uns nicht läuft und wir müssen nicht mehr auf gesichtslose Ratingagenturen schimpfen, ohne deren Aktivitäten in irgendeiner Weise zu verstehen.
Allerdings wird weltpolitisch dann nichts mehr gehen, dass sollte jemdem klar sein! Europa war als politisches Schwergewicht noch ernst zunehmen, auch wenn es oft zerstritten auftrat (gefiel mir eigentlich gut, da wehte noch ein Hauch von Demokratie durch unsere politische Landschaft mit Diskussionen und Kompromissen statt parteilich vorgegebener Meinung). Aber Deutschland alleine? Da werden die Chinesen und Amerikaner nur lachen, wenn Angie etwas fordert.
Dass unsere Wirtschaft auch dank zollfreier Warentransporte in andere EU-Staaten so gut läuft, glauben viele jetzt noch nicht... aber die Zeit wird kommen, da unsere Maschinen und Autos nicht mehr so schön in aller Herren Länder exportiert werden können.
Und ganz nebenbei wird die herausragenste, beste politische Leistung des 20. Jahrhunderts von einem Haufen mutloser Zauderer vor die Wand gefahren, weil richtige (teils unangenehme) Lösungen immer bis hinter den nächsten Wahltermin geschoben werden.
Bruce Allmächtig: "Und so zerbröselt der Keks."
Glauben Sie etwa, dass ein Özdemir, Dipl. Sozial Pädagoge (hat gelernt H4 Anträge und der Gleichen für andere auszufüllen und auf dem Amt abzugeben), K. Roth (ohne nennenswerte Berufsausbildung), Gabriel (Vasall des Gaz-Prom Schröder) in der Lage sind etwas Positives in Richtung Griechenland-Rettung vorzulegen ohne den STEUERZAHLER in Deutschland zur Kasse zu bitten?
Die Fehler der Euro-Zone wurden viel früher gemacht. Man hätte sie reparieren können. Aber die Väter Europas konnten nicht ahnen welche Couleur von Politiker heute am Werke sind.
Eines darf man nicht vergessen:
Irland, Griechenland, Portugal, Spanien waren stets die "Armen-Häuser" Europas. Ihnen den "Euro" zu geben war ein großer Fehler.
Italien war seit 1955 stets über der 100% Marke verschuldet. Aber 60% sind Kredite von italienischen Versicherungen und Inländern. Also leine Gefahr. Wenn Italien spart, kommen sie in ein paar Jahrzehnten aus der Misere aus eigener Anstrengung heraus.
Notwendig wäre eine Zweiteilung des Euro, ein Euro der zwei Gesdchwindigkeiten, um mit restriktiven Mittel das Handelsbilanzgleichgewicht einzuhalten.
...in Dollar wechseln. Vielleicht kann man die Amis damit besänftigen.
...die nächsten Pleitekandidaten sind.
Man merke: nicht allein die EU und ihre "Währung" haben versagt - nein, der Casino-Kapitalismus und seine politischen Handlanger sind am Ende. Lasst sie den Karren komplett an die Wand fahren und sich völlig diskreditieren. Ein politischer, gesellschaftlicher und ökonomischer Neuanfand tut not!
danke für diesen komentar! wie der artikel präzise, offen und beobachtend.
mit vorfreude auf eine zeit mit ganz ganz vielen 00000 vor dem EURO ;)
aus potsdam
anton
...die nächsten Pleitekandidaten sind.
Man merke: nicht allein die EU und ihre "Währung" haben versagt - nein, der Casino-Kapitalismus und seine politischen Handlanger sind am Ende. Lasst sie den Karren komplett an die Wand fahren und sich völlig diskreditieren. Ein politischer, gesellschaftlicher und ökonomischer Neuanfand tut not!
danke für diesen komentar! wie der artikel präzise, offen und beobachtend.
mit vorfreude auf eine zeit mit ganz ganz vielen 00000 vor dem EURO ;)
aus potsdam
anton
na weil wir in einer lediglich demokratisch legitimierten autokratie leben, in der das einflusspotential der politk massiv überschätzt wird - und das aus gutem grund?
....hat. Sie werden diese Gruppe nicht zur Rechenschaft ziehen können. Sie können bestenfalls darauf verzichten zur Wahl zu gehen oder sich vor Wut in den Hintern beißen. Oder aber Sie machen es wie die Tunesier oder Ägypter. Versuchen Sie doch Letzteres und beten Sie, dass es Ihnen nicht so geht wie den Syrern.
aber wahr.
Nicht ohne Grund hat man sich schon vorbereitet, auch wenn ich in der Tat kein Freund von Verschwörungstheorien bin, aber die Aufgaben sind schon sonderbar für ein Europa wie es uns verkauft wurde.
http://de.wikipedia.org/w...
aber wahr.
Nicht ohne Grund hat man sich schon vorbereitet, auch wenn ich in der Tat kein Freund von Verschwörungstheorien bin, aber die Aufgaben sind schon sonderbar für ein Europa wie es uns verkauft wurde.
http://de.wikipedia.org/w...
Was wäre, wenn man die gleiche Messlatte an den Dollar anlegen würde ?
Wäre der Dollar dann noch zu retten ?
Und wenn man sich die Dollar/Euro Wechselkurse ansieht ?
Die Abwertung des Euro gegen jedwede Währung ?
Die bewusste Unterbewertung der chinesischen Währung ?
Nein.
Volkswirtschaft ist nicht erst nach der Finanzkrise erfunden worden.
Und auf Rating Agenturen zu schimpfen löst sicher keine Probleme.
Wetering
Ein Dollar ist (ein Möglichkeit unter anderen) ein bedrucktes Stück Papier. Und weil die USA (als einzige) die Möglichkeit haben, legal beliebig viele Dollar zu drucken, können sie (unter Inkaufnahme einer kräftigen Inflation) im Grund jede beliebige Menge Dollar zahlen; sie können also nie im strengen Sinn zahlungsunfähig werden.
Anders hingegen ein EU-Land, weil es nicht die Möglichkeit hat, sein eigenes Geld zu drucken.
Deshalb kann der Inhaber einer amerikanischen Staatsanleihe sicher sein, daß er soundsoviele Dollar wirklich erhält. (Offen ist unter Umständen, wieviel sie dann wert sind ...) Aber es gibt jedenfalls nachvollziehbare Gründe, eher an den Bankrott eines EU-Landes zu glauben als an den der USA:
....ist die Erwartung stabiler Geschichte. Sie garantiert zwar nicht, dass auch in der Zukunft bezahlt wird, aber anders als der Euro schaut sie auf 2 Jahrhunderte kontinuierlich bester Zahlungsmoral in ihren Anleihen zurück.
Wenn ich mich recht entsinne, weisen in Europa aber auch Welt weit als Staat nur die Engländer eine längere ununterbrochene Zahlungstreue auf. Das mag damit zusammenhängen, dass einige Länder wie Holland oder Frankreich feindlich besetzt wurden oder deren Regierungen keine Anleihen begab. Aber es wäre schon komisch im Sinne von "Ha Ha", wenn die Amis diese geschichtliche Verlässlichkeit freiwillig auf gäben, was ja eine politische Entscheidung nicht zu zahlen wäre.
Ein Dollar ist (ein Möglichkeit unter anderen) ein bedrucktes Stück Papier. Und weil die USA (als einzige) die Möglichkeit haben, legal beliebig viele Dollar zu drucken, können sie (unter Inkaufnahme einer kräftigen Inflation) im Grund jede beliebige Menge Dollar zahlen; sie können also nie im strengen Sinn zahlungsunfähig werden.
Anders hingegen ein EU-Land, weil es nicht die Möglichkeit hat, sein eigenes Geld zu drucken.
Deshalb kann der Inhaber einer amerikanischen Staatsanleihe sicher sein, daß er soundsoviele Dollar wirklich erhält. (Offen ist unter Umständen, wieviel sie dann wert sind ...) Aber es gibt jedenfalls nachvollziehbare Gründe, eher an den Bankrott eines EU-Landes zu glauben als an den der USA:
....ist die Erwartung stabiler Geschichte. Sie garantiert zwar nicht, dass auch in der Zukunft bezahlt wird, aber anders als der Euro schaut sie auf 2 Jahrhunderte kontinuierlich bester Zahlungsmoral in ihren Anleihen zurück.
Wenn ich mich recht entsinne, weisen in Europa aber auch Welt weit als Staat nur die Engländer eine längere ununterbrochene Zahlungstreue auf. Das mag damit zusammenhängen, dass einige Länder wie Holland oder Frankreich feindlich besetzt wurden oder deren Regierungen keine Anleihen begab. Aber es wäre schon komisch im Sinne von "Ha Ha", wenn die Amis diese geschichtliche Verlässlichkeit freiwillig auf gäben, was ja eine politische Entscheidung nicht zu zahlen wäre.
Was ich in dieser Diskussion nicht verstehe:
Es kann ja sein, dass Euro-Staaten pleite gehen. Aber es ist völlig egal, ob diese Pleiten in Euro oder in DM oder in Drachmen abgerechnet werden.
Warin besteht der Unterschied von einer Staatspleite im Euro-Raum ist wie eine Firmenpleite früher in der DM-Zeit? Der Währung ist das völlig egal, die Staatsschulden von Griechenland entsprechen 30% des Umsatzes der Deutschen Bank.
....Sie sagen, dass die griechische Schuld recht leicht verkraftbar gewesen wäre. Selbst die spanischen Anleihen hätte man übernehmen können. Dummer Weise wollte man das in Berlin nicht und nicht auf der deutschen Straße. Statt dessen lavierte man, erzählte vom Pferd und log. So glaubt nun der Markt er habe es mit inkompetenten Lügnern zu tun, bei denen man nicht weiß, ob sie gerade lügen oder spinnen. Das ist ihm allerdings letztlich egal. Er entzieht das Vertrauen und anders als der arme Wähler auch die Finanzmittel.
Es sind alles nur wieder Bankenrettungsinitiativen!
"Aber es ist völlig egal, ob diese Pleiten in Euro oder in DM oder in Drachmen abgerechnet werden."
Zu DM Zeiten hätte man demjenigen den Vogel gezeigt, der auch nur von der Möglichkeit eines Staatsbankrottes in Europa gesprochen hätte.
Seit der EU, seit dem TEURO, seit der Globalisierung, seit den Finanzkrisen sind Staatsbankrotte möglich geworden. Seit 1950 hätte das niemand in Deutschland für möglich gehalten.
Die Ausgeburt des neoliberalen Raubtierkapitalismus hat alles möglich gemacht:
http://www.zeit.de/2003/5...
Manche Topmanager vergessen allen Anstand. Der Raubtierkapitalismus bedroht die offene Gesellschaft.
(..) finanzieller Verfügungsmacht und massenpsychologischer Einflussmacht in relativ wenigen Händen entwickelt sich zu einer ernsten Gefahr für eine offene Gesellschaft (..)
Wo Spekulation und Leichtfertigkeit Unternehmen oder Banken in Gefahr gebracht haben, wo deshalb die Versuchung zum Verbergen und Vertuschen, zur Täuschung und zum Betrug sich ausbreitet, dort stehen wir am Rande des Verfalls. Wo Kapitalismus und Moral sich gegenseitig ausschließen, dort stecken wir bereits tief im Sumpf.
Seit dem Frühjahr des Jahres 2000 haben die Betrügereien gewaltig zugenommen. (..)
Als dann der Absturz erkennbar wurde, haben allzu viele zunächst der Versuchung zum Vertuschen von Fehlern und vielfach auch von Betrügereien nachgegeben.
(..) Finanzminister Paul O’Neill von einer „Schande“ gesprochen.
---------------
...nur muß man sie auch endlich pleitegehen lassen. Das tut man nicht, damit auch noch der letzte Investor das Weite suchen kann - bevor die Drachme wieder kommt - oder die DM.
Der Wert eines Geldes hängt davon ab, ob man etwas und wieviel man damit kaufen kann.
Selbst wenn einige Staaten in der EU ihre Schulden nicht zurückzahlen würden, und offiziell pleite gingen: Der Euro würde immer noch als Zahlungsmittel akzeptiert. Und zwar nicht nur in den Nicht-Pleite-Ländern, sondern auch in den Pleite-Ländern. Ja selbst wenn ALLE Euro-Staaten pleite gingen: Warum soll ich mit meinen Euros nicht trotzdem im Supermarkt einkaufen gehen können? Was hat ein Kreditgeschäft zwischen einem Land und einem Investor mit dem Kaufvertrag zwischen mir und dem Supermarkt zu tun?
Das hätte ich gerne mal DETAILLIERT erklärt.
....Sie sagen, dass die griechische Schuld recht leicht verkraftbar gewesen wäre. Selbst die spanischen Anleihen hätte man übernehmen können. Dummer Weise wollte man das in Berlin nicht und nicht auf der deutschen Straße. Statt dessen lavierte man, erzählte vom Pferd und log. So glaubt nun der Markt er habe es mit inkompetenten Lügnern zu tun, bei denen man nicht weiß, ob sie gerade lügen oder spinnen. Das ist ihm allerdings letztlich egal. Er entzieht das Vertrauen und anders als der arme Wähler auch die Finanzmittel.
Es sind alles nur wieder Bankenrettungsinitiativen!
"Aber es ist völlig egal, ob diese Pleiten in Euro oder in DM oder in Drachmen abgerechnet werden."
Zu DM Zeiten hätte man demjenigen den Vogel gezeigt, der auch nur von der Möglichkeit eines Staatsbankrottes in Europa gesprochen hätte.
Seit der EU, seit dem TEURO, seit der Globalisierung, seit den Finanzkrisen sind Staatsbankrotte möglich geworden. Seit 1950 hätte das niemand in Deutschland für möglich gehalten.
Die Ausgeburt des neoliberalen Raubtierkapitalismus hat alles möglich gemacht:
http://www.zeit.de/2003/5...
Manche Topmanager vergessen allen Anstand. Der Raubtierkapitalismus bedroht die offene Gesellschaft.
(..) finanzieller Verfügungsmacht und massenpsychologischer Einflussmacht in relativ wenigen Händen entwickelt sich zu einer ernsten Gefahr für eine offene Gesellschaft (..)
Wo Spekulation und Leichtfertigkeit Unternehmen oder Banken in Gefahr gebracht haben, wo deshalb die Versuchung zum Verbergen und Vertuschen, zur Täuschung und zum Betrug sich ausbreitet, dort stehen wir am Rande des Verfalls. Wo Kapitalismus und Moral sich gegenseitig ausschließen, dort stecken wir bereits tief im Sumpf.
Seit dem Frühjahr des Jahres 2000 haben die Betrügereien gewaltig zugenommen. (..)
Als dann der Absturz erkennbar wurde, haben allzu viele zunächst der Versuchung zum Vertuschen von Fehlern und vielfach auch von Betrügereien nachgegeben.
(..) Finanzminister Paul O’Neill von einer „Schande“ gesprochen.
---------------
...nur muß man sie auch endlich pleitegehen lassen. Das tut man nicht, damit auch noch der letzte Investor das Weite suchen kann - bevor die Drachme wieder kommt - oder die DM.
Der Wert eines Geldes hängt davon ab, ob man etwas und wieviel man damit kaufen kann.
Selbst wenn einige Staaten in der EU ihre Schulden nicht zurückzahlen würden, und offiziell pleite gingen: Der Euro würde immer noch als Zahlungsmittel akzeptiert. Und zwar nicht nur in den Nicht-Pleite-Ländern, sondern auch in den Pleite-Ländern. Ja selbst wenn ALLE Euro-Staaten pleite gingen: Warum soll ich mit meinen Euros nicht trotzdem im Supermarkt einkaufen gehen können? Was hat ein Kreditgeschäft zwischen einem Land und einem Investor mit dem Kaufvertrag zwischen mir und dem Supermarkt zu tun?
Das hätte ich gerne mal DETAILLIERT erklärt.
"Finanzkrise
Der Euro am Abgrund
Die Finanzmärkte haben ihr Urteil bereits gefällt: Die Europäer versagen in der Schuldenkrise. Ist die Gemeinschaftswährung noch zu retten?"
Es vollzieht sich nur - früher oder später - was seit vielen Jahren vorausgesagt ist.
Ich denke, dass seit geraumer Zeit ein Stab von Wirtschaftswissenschaftlern zusammensitzt und ausrechnet,was das Ergebnis wäre, wenn man den Teuro zurückführen würde.
Es ist auch klar, dass das kein Honigschlecken werden wird.
Auch ist die Rückführung der EU in die früheren Nationalstaaten nicht das Ei des Columbus.
Letztlich wird es aber nicht darum gehen, was uns gefällt, sondern was die Notwendigkeiten sein werden.
Es war immer klar, dass die Rettungsschirme nichts lösen, sondern nur Zeit gewinnen. Nun geht es wohl schneller mit der Zeit als manche gedacht haben.
Also:
Ein Ende mit Schrecken
aber kein Schrecken ohne Ende.
Das einzig Positive.
Hoffentlich ist nach dem "Zusammenbruch" ein neuer Anfang möglich.
Dieser Satz, gesprochen von Fagrage vor dem Europäischen Parlament, gerichtet an Barroso und Co. spricht inzwischen vielen Menschen aus dem Herzen.
Diejenigen, die die Krise nicht haben kommen sehen, obwohl ihnen der Fahrplan dazu vor Jahren vor Augen geführt wurde, produzieren jetzt Gebilde wie den ESM, der eine Billion Euro nach Gutdünken verwalten, von Mitgliedsländern einfordern können soll, aber von jeglicher Rechenschaftspflicht vor Gericht und vor jeglischen Kontrollmassnahmen ausgenommen wird. (Immunität vor Gericht, Akten und Räumlichkeiten des ESM sollen sakrosankt sein ...)
Das ist nur noch krank und die Frage stellt sich in der Tat, wer (und wann) den gegenwärtig Verantwortlichen ihr Handwerk legt. Das Lieblingsprojekt Euro wird es dank ihrer Inkompetenz zerreißen, die Frage ist nur noch, wie groß der Flurschaden ist, der dabei angerichtet wird. In Brüssel scheint man entschlossen zu sein, den Größten Anzunehmenden Unfall zu fabrizieren, nur um das Unvermeidliche aufschieben zu können.
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren