Finanzkrise Der Euro am AbgrundSeite 3/3

 Damit haben sich die Europäer, angeführt von den Deutschen, in ein strategisches Dilemma hineinmanövriert. Entweder verzichtet man auf die kurzfristige Beteiligung der Großfinanz – und verprellt die Parlamente. Oder man setzt sie gegen den Willen der Wall Street durch – und riskiert damit die massive Kapitalflucht. So oder so: Mit jedem Tag, den die Regierungen zögern, vergrößern sie die Unsicherheit. Und damit die Krise.

Peter Demirali gehört zu denen, die Europa längst abgeschrieben haben. Der Portfoliomanager arbeitet bei der Investmentfirma Cumberland Advisors in New York, die mehr als 1,8 Milliarden Dollar für internationale Anleger verwaltet. Die europäische Idee sei »nobel und irgendwie bewundernswert«, sagt Demirali. Aber dem Kontinent fehle das politische Fundament für eine gemeinsame Währung. Der Euro? Hat für ihn keine Zukunft.

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Es ist ein Argument, das an der Wall Street häufig zu hören ist. Und immerhin werden hier die globalen Kapitalströme dirigiert. Die Finanzmärkte trauen der europäischen Politik nicht zu, die Probleme zu lösen – obwohl die Euro-Zone insgesamt weniger Schulden hat als die USA. Der Devisenspekulant John Taylor verglich die Gemeinschaftswährung schon mal mit einem Huhn, dem man den Kopf abgeschlagen hat und das noch eine Weile herumrennt, um dann tot umzufallen.

Zerstritten, zögerlich, zaudernd: So nehmen die Investoren Europa war – und deshalb legen sie ihr Geld lieber woanders an.

Es gibt einen, der vor der unerbittlichen Logik der Märkte immer gewarnt hat: Jean-Claude Trichet, der Chef der Europäischen Zentralbank. Seit Wochen tourt er mit einer Botschaft durch die Hauptstädte: Die Zwangsbeteiligung des Privatsektors sei hochgefährlich. Sie werde Investoren verunsichern und andere Länder unter Druck setzen. Sie diene nur vordergründig dem Schutz der Steuerzahler, weil sie am Ende die Rechnung immer weiter in die Höhe treibe. In einer EU-Krisensitzung am Montag in Brüssel darf Trichet seine Einwände zu Protokoll geben. Mehr erreicht er nicht.

So geht Europa tief gespalten ins Endspiel um den Euro. Der Rettungsfonds soll ausgebaut werden, möglicherweise erhält er mehr Geld und neue Kompetenzen, die Zinsen auf Hilfskredite sollen gesenkt werden. Immer mehr Tabus fallen. Aber klar ist auch: So viel Kapital, wie man brauchte, um alle Schuldenstaaten zu finanzieren, werden die Europäer niemals bereitstellen können. Und deswegen braucht Europa die Finanziers, die es gerade vertreibt.

Lesen Sie in der ZEIT: Die Wall Street greift an. Das Schicksal des Euro ist den Finanzmärkten egal. Anleger und Spekulanten ziehen ihr Geld aus Rom, Athen, Lissabon und Madrid ab. Wie Europa seine Währung trotzdem retten kann. Ab Donnerstag am Kiosk.

 
Leser-Kommentare
  1. für wohlstand und frieden in europa..

    wer hat das behauptet?

    die griechen rettung wird ein guten geschäft für deutschland sein..alles was wir investieren kriegen wir zuruck...verzinst..

    wer hat das behauptet?

    warum haben leute die so unglaublich falsch liegen in so ein wichtigen situation immer noch ihren arbeitsplatz..ihren amt..?..warum hört man immernoch auf die?..

    44 Leser-Empfehlungen
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    na weil wir in einer lediglich demokratisch legitimierten autokratie leben, in der das einflusspotential der politk massiv überschätzt wird - und das aus gutem grund?

    • joG
    • 13.07.2011 um 15:15 Uhr

    ....hat. Sie werden diese Gruppe nicht zur Rechenschaft ziehen können. Sie können bestenfalls darauf verzichten zur Wahl zu gehen oder sich vor Wut in den Hintern beißen. Oder aber Sie machen es wie die Tunesier oder Ägypter. Versuchen Sie doch Letzteres und beten Sie, dass es Ihnen nicht so geht wie den Syrern.

    • PW
    • 13.07.2011 um 15:26 Uhr

    //für wohlstand und frieden in europa..

    wer hat das behauptet?
    //

    Ich meine, daß ich das häufiger auf Zeit.de (und der Print-Version) gelesen hätte.

    //
    die griechen rettung wird ein guten geschäft für deutschland sein..alles was wir investieren kriegen wir zuruck...verzinst..

    wer hat das behauptet?
    //

    Ich meine, auch das hätte ich auf Zeit.de (und der Printversion) gelesen.

    //
    warum haben leute die so unglaublich falsch liegen in so ein wichtigen situation immer noch ihren arbeitsplatz..
    //

    Das müssen Sie die ZEIT-Chefredaktion fragen.

    //warum hört man immernoch auf die?..//

    Die ZEIT hat für Ihre Euro-Appeasement Berichterstattung dermaßen viele Kommentare um die Ohren gehauen bekommen, daß die portaleigenen Zensoren kaum noch hinterherkamen.

    Reissen wir Europa in Stücke. Der nächste innereuropäische Krieg wird sicher unserer Rüstungsindustrie guttun, Arbeitsplätze schaffen und Merkel davor bewahren, angolanischen Zwielichtern und arabischen Herrscherfürsten auf unlautere Weise unsere Panzer verkaufen zu müssen.
    Außerdem sind dann wieder unsere Politiker schuld, wenn es bei uns nicht läuft und wir müssen nicht mehr auf gesichtslose Ratingagenturen schimpfen, ohne deren Aktivitäten in irgendeiner Weise zu verstehen.

    Allerdings wird weltpolitisch dann nichts mehr gehen, dass sollte jemdem klar sein! Europa war als politisches Schwergewicht noch ernst zunehmen, auch wenn es oft zerstritten auftrat (gefiel mir eigentlich gut, da wehte noch ein Hauch von Demokratie durch unsere politische Landschaft mit Diskussionen und Kompromissen statt parteilich vorgegebener Meinung). Aber Deutschland alleine? Da werden die Chinesen und Amerikaner nur lachen, wenn Angie etwas fordert.

    Dass unsere Wirtschaft auch dank zollfreier Warentransporte in andere EU-Staaten so gut läuft, glauben viele jetzt noch nicht... aber die Zeit wird kommen, da unsere Maschinen und Autos nicht mehr so schön in aller Herren Länder exportiert werden können.

    Und ganz nebenbei wird die herausragenste, beste politische Leistung des 20. Jahrhunderts von einem Haufen mutloser Zauderer vor die Wand gefahren, weil richtige (teils unangenehme) Lösungen immer bis hinter den nächsten Wahltermin geschoben werden.

    Bruce Allmächtig: "Und so zerbröselt der Keks."

    Glauben Sie etwa, dass ein Özdemir, Dipl. Sozial Pädagoge (hat gelernt H4 Anträge und der Gleichen für andere auszufüllen und auf dem Amt abzugeben), K. Roth (ohne nennenswerte Berufsausbildung), Gabriel (Vasall des Gaz-Prom Schröder) in der Lage sind etwas Positives in Richtung Griechenland-Rettung vorzulegen ohne den STEUERZAHLER in Deutschland zur Kasse zu bitten?

    Die Fehler der Euro-Zone wurden viel früher gemacht. Man hätte sie reparieren können. Aber die Väter Europas konnten nicht ahnen welche Couleur von Politiker heute am Werke sind.

    Eines darf man nicht vergessen:
    Irland, Griechenland, Portugal, Spanien waren stets die "Armen-Häuser" Europas. Ihnen den "Euro" zu geben war ein großer Fehler.
    Italien war seit 1955 stets über der 100% Marke verschuldet. Aber 60% sind Kredite von italienischen Versicherungen und Inländern. Also leine Gefahr. Wenn Italien spart, kommen sie in ein paar Jahrzehnten aus der Misere aus eigener Anstrengung heraus.

    Notwendig wäre eine Zweiteilung des Euro, ein Euro der zwei Gesdchwindigkeiten, um mit restriktiven Mittel das Handelsbilanzgleichgewicht einzuhalten.

    na weil wir in einer lediglich demokratisch legitimierten autokratie leben, in der das einflusspotential der politk massiv überschätzt wird - und das aus gutem grund?

    • joG
    • 13.07.2011 um 15:15 Uhr

    ....hat. Sie werden diese Gruppe nicht zur Rechenschaft ziehen können. Sie können bestenfalls darauf verzichten zur Wahl zu gehen oder sich vor Wut in den Hintern beißen. Oder aber Sie machen es wie die Tunesier oder Ägypter. Versuchen Sie doch Letzteres und beten Sie, dass es Ihnen nicht so geht wie den Syrern.

    • PW
    • 13.07.2011 um 15:26 Uhr

    //für wohlstand und frieden in europa..

    wer hat das behauptet?
    //

    Ich meine, daß ich das häufiger auf Zeit.de (und der Print-Version) gelesen hätte.

    //
    die griechen rettung wird ein guten geschäft für deutschland sein..alles was wir investieren kriegen wir zuruck...verzinst..

    wer hat das behauptet?
    //

    Ich meine, auch das hätte ich auf Zeit.de (und der Printversion) gelesen.

    //
    warum haben leute die so unglaublich falsch liegen in so ein wichtigen situation immer noch ihren arbeitsplatz..
    //

    Das müssen Sie die ZEIT-Chefredaktion fragen.

    //warum hört man immernoch auf die?..//

    Die ZEIT hat für Ihre Euro-Appeasement Berichterstattung dermaßen viele Kommentare um die Ohren gehauen bekommen, daß die portaleigenen Zensoren kaum noch hinterherkamen.

    Reissen wir Europa in Stücke. Der nächste innereuropäische Krieg wird sicher unserer Rüstungsindustrie guttun, Arbeitsplätze schaffen und Merkel davor bewahren, angolanischen Zwielichtern und arabischen Herrscherfürsten auf unlautere Weise unsere Panzer verkaufen zu müssen.
    Außerdem sind dann wieder unsere Politiker schuld, wenn es bei uns nicht läuft und wir müssen nicht mehr auf gesichtslose Ratingagenturen schimpfen, ohne deren Aktivitäten in irgendeiner Weise zu verstehen.

    Allerdings wird weltpolitisch dann nichts mehr gehen, dass sollte jemdem klar sein! Europa war als politisches Schwergewicht noch ernst zunehmen, auch wenn es oft zerstritten auftrat (gefiel mir eigentlich gut, da wehte noch ein Hauch von Demokratie durch unsere politische Landschaft mit Diskussionen und Kompromissen statt parteilich vorgegebener Meinung). Aber Deutschland alleine? Da werden die Chinesen und Amerikaner nur lachen, wenn Angie etwas fordert.

    Dass unsere Wirtschaft auch dank zollfreier Warentransporte in andere EU-Staaten so gut läuft, glauben viele jetzt noch nicht... aber die Zeit wird kommen, da unsere Maschinen und Autos nicht mehr so schön in aller Herren Länder exportiert werden können.

    Und ganz nebenbei wird die herausragenste, beste politische Leistung des 20. Jahrhunderts von einem Haufen mutloser Zauderer vor die Wand gefahren, weil richtige (teils unangenehme) Lösungen immer bis hinter den nächsten Wahltermin geschoben werden.

    Bruce Allmächtig: "Und so zerbröselt der Keks."

    Glauben Sie etwa, dass ein Özdemir, Dipl. Sozial Pädagoge (hat gelernt H4 Anträge und der Gleichen für andere auszufüllen und auf dem Amt abzugeben), K. Roth (ohne nennenswerte Berufsausbildung), Gabriel (Vasall des Gaz-Prom Schröder) in der Lage sind etwas Positives in Richtung Griechenland-Rettung vorzulegen ohne den STEUERZAHLER in Deutschland zur Kasse zu bitten?

    Die Fehler der Euro-Zone wurden viel früher gemacht. Man hätte sie reparieren können. Aber die Väter Europas konnten nicht ahnen welche Couleur von Politiker heute am Werke sind.

    Eines darf man nicht vergessen:
    Irland, Griechenland, Portugal, Spanien waren stets die "Armen-Häuser" Europas. Ihnen den "Euro" zu geben war ein großer Fehler.
    Italien war seit 1955 stets über der 100% Marke verschuldet. Aber 60% sind Kredite von italienischen Versicherungen und Inländern. Also leine Gefahr. Wenn Italien spart, kommen sie in ein paar Jahrzehnten aus der Misere aus eigener Anstrengung heraus.

    Notwendig wäre eine Zweiteilung des Euro, ein Euro der zwei Gesdchwindigkeiten, um mit restriktiven Mittel das Handelsbilanzgleichgewicht einzuhalten.

  2. ...in Dollar wechseln. Vielleicht kann man die Amis damit besänftigen.

    12 Leser-Empfehlungen
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    ...die nächsten Pleitekandidaten sind.

    Man merke: nicht allein die EU und ihre "Währung" haben versagt - nein, der Casino-Kapitalismus und seine politischen Handlanger sind am Ende. Lasst sie den Karren komplett an die Wand fahren und sich völlig diskreditieren. Ein politischer, gesellschaftlicher und ökonomischer Neuanfand tut not!

    danke für diesen komentar! wie der artikel präzise, offen und beobachtend.
    mit vorfreude auf eine zeit mit ganz ganz vielen 00000 vor dem EURO ;)

    aus potsdam
    anton

    ...die nächsten Pleitekandidaten sind.

    Man merke: nicht allein die EU und ihre "Währung" haben versagt - nein, der Casino-Kapitalismus und seine politischen Handlanger sind am Ende. Lasst sie den Karren komplett an die Wand fahren und sich völlig diskreditieren. Ein politischer, gesellschaftlicher und ökonomischer Neuanfand tut not!

    danke für diesen komentar! wie der artikel präzise, offen und beobachtend.
    mit vorfreude auf eine zeit mit ganz ganz vielen 00000 vor dem EURO ;)

    aus potsdam
    anton

  3. 3. warum?

    na weil wir in einer lediglich demokratisch legitimierten autokratie leben, in der das einflusspotential der politk massiv überschätzt wird - und das aus gutem grund?

    • joG
    • 13.07.2011 um 15:15 Uhr

    ....hat. Sie werden diese Gruppe nicht zur Rechenschaft ziehen können. Sie können bestenfalls darauf verzichten zur Wahl zu gehen oder sich vor Wut in den Hintern beißen. Oder aber Sie machen es wie die Tunesier oder Ägypter. Versuchen Sie doch Letzteres und beten Sie, dass es Ihnen nicht so geht wie den Syrern.

    24 Leser-Empfehlungen
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    aber wahr.

    Nicht ohne Grund hat man sich schon vorbereitet, auch wenn ich in der Tat kein Freund von Verschwörungstheorien bin, aber die Aufgaben sind schon sonderbar für ein Europa wie es uns verkauft wurde.

    http://de.wikipedia.org/w...

    aber wahr.

    Nicht ohne Grund hat man sich schon vorbereitet, auch wenn ich in der Tat kein Freund von Verschwörungstheorien bin, aber die Aufgaben sind schon sonderbar für ein Europa wie es uns verkauft wurde.

    http://de.wikipedia.org/w...

  4. Was ich in dieser Diskussion nicht verstehe:

    Es kann ja sein, dass Euro-Staaten pleite gehen. Aber es ist völlig egal, ob diese Pleiten in Euro oder in DM oder in Drachmen abgerechnet werden.

    Warin besteht der Unterschied von einer Staatspleite im Euro-Raum ist wie eine Firmenpleite früher in der DM-Zeit? Der Währung ist das völlig egal, die Staatsschulden von Griechenland entsprechen 30% des Umsatzes der Deutschen Bank.

    21 Leser-Empfehlungen
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    • joG
    • 13.07.2011 um 15:25 Uhr

    ....Sie sagen, dass die griechische Schuld recht leicht verkraftbar gewesen wäre. Selbst die spanischen Anleihen hätte man übernehmen können. Dummer Weise wollte man das in Berlin nicht und nicht auf der deutschen Straße. Statt dessen lavierte man, erzählte vom Pferd und log. So glaubt nun der Markt er habe es mit inkompetenten Lügnern zu tun, bei denen man nicht weiß, ob sie gerade lügen oder spinnen. Das ist ihm allerdings letztlich egal. Er entzieht das Vertrauen und anders als der arme Wähler auch die Finanzmittel.

    Es sind alles nur wieder Bankenrettungsinitiativen!

    "Aber es ist völlig egal, ob diese Pleiten in Euro oder in DM oder in Drachmen abgerechnet werden."

    Zu DM Zeiten hätte man demjenigen den Vogel gezeigt, der auch nur von der Möglichkeit eines Staatsbankrottes in Europa gesprochen hätte.

    Seit der EU, seit dem TEURO, seit der Globalisierung, seit den Finanzkrisen sind Staatsbankrotte möglich geworden. Seit 1950 hätte das niemand in Deutschland für möglich gehalten.

    Die Ausgeburt des neoliberalen Raubtierkapitalismus hat alles möglich gemacht:

    http://www.zeit.de/2003/5...

    Manche Topmanager vergessen allen Anstand. Der Raubtierkapitalismus bedroht die offene Gesellschaft.

    (..) finanzieller Verfügungsmacht und massenpsychologischer Einflussmacht in relativ wenigen Händen entwickelt sich zu einer ernsten Gefahr für eine offene Gesellschaft (..)

    Wo Spekulation und Leichtfertigkeit Unternehmen oder Banken in Gefahr gebracht haben, wo deshalb die Versuchung zum Verbergen und Vertuschen, zur Täuschung und zum Betrug sich ausbreitet, dort stehen wir am Rande des Verfalls. Wo Kapitalismus und Moral sich gegenseitig ausschließen, dort stecken wir bereits tief im Sumpf.

    Seit dem Frühjahr des Jahres 2000 haben die Betrügereien gewaltig zugenommen. (..)

    Als dann der Absturz erkennbar wurde, haben allzu viele zunächst der Versuchung zum Vertuschen von Fehlern und vielfach auch von Betrügereien nachgegeben.

    (..) Finanzminister Paul O’Neill von einer „Schande“ gesprochen.

    ---------------

    ...nur muß man sie auch endlich pleitegehen lassen. Das tut man nicht, damit auch noch der letzte Investor das Weite suchen kann - bevor die Drachme wieder kommt - oder die DM.

    Der Wert eines Geldes hängt davon ab, ob man etwas und wieviel man damit kaufen kann.

    Selbst wenn einige Staaten in der EU ihre Schulden nicht zurückzahlen würden, und offiziell pleite gingen: Der Euro würde immer noch als Zahlungsmittel akzeptiert. Und zwar nicht nur in den Nicht-Pleite-Ländern, sondern auch in den Pleite-Ländern. Ja selbst wenn ALLE Euro-Staaten pleite gingen: Warum soll ich mit meinen Euros nicht trotzdem im Supermarkt einkaufen gehen können? Was hat ein Kreditgeschäft zwischen einem Land und einem Investor mit dem Kaufvertrag zwischen mir und dem Supermarkt zu tun?

    Das hätte ich gerne mal DETAILLIERT erklärt.

    • joG
    • 13.07.2011 um 15:25 Uhr

    ....Sie sagen, dass die griechische Schuld recht leicht verkraftbar gewesen wäre. Selbst die spanischen Anleihen hätte man übernehmen können. Dummer Weise wollte man das in Berlin nicht und nicht auf der deutschen Straße. Statt dessen lavierte man, erzählte vom Pferd und log. So glaubt nun der Markt er habe es mit inkompetenten Lügnern zu tun, bei denen man nicht weiß, ob sie gerade lügen oder spinnen. Das ist ihm allerdings letztlich egal. Er entzieht das Vertrauen und anders als der arme Wähler auch die Finanzmittel.

    Es sind alles nur wieder Bankenrettungsinitiativen!

    "Aber es ist völlig egal, ob diese Pleiten in Euro oder in DM oder in Drachmen abgerechnet werden."

    Zu DM Zeiten hätte man demjenigen den Vogel gezeigt, der auch nur von der Möglichkeit eines Staatsbankrottes in Europa gesprochen hätte.

    Seit der EU, seit dem TEURO, seit der Globalisierung, seit den Finanzkrisen sind Staatsbankrotte möglich geworden. Seit 1950 hätte das niemand in Deutschland für möglich gehalten.

    Die Ausgeburt des neoliberalen Raubtierkapitalismus hat alles möglich gemacht:

    http://www.zeit.de/2003/5...

    Manche Topmanager vergessen allen Anstand. Der Raubtierkapitalismus bedroht die offene Gesellschaft.

    (..) finanzieller Verfügungsmacht und massenpsychologischer Einflussmacht in relativ wenigen Händen entwickelt sich zu einer ernsten Gefahr für eine offene Gesellschaft (..)

    Wo Spekulation und Leichtfertigkeit Unternehmen oder Banken in Gefahr gebracht haben, wo deshalb die Versuchung zum Verbergen und Vertuschen, zur Täuschung und zum Betrug sich ausbreitet, dort stehen wir am Rande des Verfalls. Wo Kapitalismus und Moral sich gegenseitig ausschließen, dort stecken wir bereits tief im Sumpf.

    Seit dem Frühjahr des Jahres 2000 haben die Betrügereien gewaltig zugenommen. (..)

    Als dann der Absturz erkennbar wurde, haben allzu viele zunächst der Versuchung zum Vertuschen von Fehlern und vielfach auch von Betrügereien nachgegeben.

    (..) Finanzminister Paul O’Neill von einer „Schande“ gesprochen.

    ---------------

    ...nur muß man sie auch endlich pleitegehen lassen. Das tut man nicht, damit auch noch der letzte Investor das Weite suchen kann - bevor die Drachme wieder kommt - oder die DM.

    Der Wert eines Geldes hängt davon ab, ob man etwas und wieviel man damit kaufen kann.

    Selbst wenn einige Staaten in der EU ihre Schulden nicht zurückzahlen würden, und offiziell pleite gingen: Der Euro würde immer noch als Zahlungsmittel akzeptiert. Und zwar nicht nur in den Nicht-Pleite-Ländern, sondern auch in den Pleite-Ländern. Ja selbst wenn ALLE Euro-Staaten pleite gingen: Warum soll ich mit meinen Euros nicht trotzdem im Supermarkt einkaufen gehen können? Was hat ein Kreditgeschäft zwischen einem Land und einem Investor mit dem Kaufvertrag zwischen mir und dem Supermarkt zu tun?

    Das hätte ich gerne mal DETAILLIERT erklärt.

  5. "Finanzkrise
    Der Euro am Abgrund

    Die Finanzmärkte haben ihr Urteil bereits gefällt: Die Europäer versagen in der Schuldenkrise. Ist die Gemeinschaftswährung noch zu retten?"

    Es vollzieht sich nur - früher oder später - was seit vielen Jahren vorausgesagt ist.

    Ich denke, dass seit geraumer Zeit ein Stab von Wirtschaftswissenschaftlern zusammensitzt und ausrechnet,was das Ergebnis wäre, wenn man den Teuro zurückführen würde.

    Es ist auch klar, dass das kein Honigschlecken werden wird.
    Auch ist die Rückführung der EU in die früheren Nationalstaaten nicht das Ei des Columbus.

    Letztlich wird es aber nicht darum gehen, was uns gefällt, sondern was die Notwendigkeiten sein werden.

    Es war immer klar, dass die Rettungsschirme nichts lösen, sondern nur Zeit gewinnen. Nun geht es wohl schneller mit der Zeit als manche gedacht haben.

    Also:

    Ein Ende mit Schrecken
    aber kein Schrecken ohne Ende.

    Das einzig Positive.

    Hoffentlich ist nach dem "Zusammenbruch" ein neuer Anfang möglich.

    16 Leser-Empfehlungen
  6. Dieser Satz, gesprochen von Fagrage vor dem Europäischen Parlament, gerichtet an Barroso und Co. spricht inzwischen vielen Menschen aus dem Herzen.
    Diejenigen, die die Krise nicht haben kommen sehen, obwohl ihnen der Fahrplan dazu vor Jahren vor Augen geführt wurde, produzieren jetzt Gebilde wie den ESM, der eine Billion Euro nach Gutdünken verwalten, von Mitgliedsländern einfordern können soll, aber von jeglicher Rechenschaftspflicht vor Gericht und vor jeglischen Kontrollmassnahmen ausgenommen wird. (Immunität vor Gericht, Akten und Räumlichkeiten des ESM sollen sakrosankt sein ...)
    Das ist nur noch krank und die Frage stellt sich in der Tat, wer (und wann) den gegenwärtig Verantwortlichen ihr Handwerk legt. Das Lieblingsprojekt Euro wird es dank ihrer Inkompetenz zerreißen, die Frage ist nur noch, wie groß der Flurschaden ist, der dabei angerichtet wird. In Brüssel scheint man entschlossen zu sein, den Größten Anzunehmenden Unfall zu fabrizieren, nur um das Unvermeidliche aufschieben zu können.

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