Wissenschaftler im Porträt Wie funktioniert der Markt für die Bankkunden?
fragt sich Roman Inderst
Roman Inderst hat versucht, das Gespräch zu kontrollieren. »Das ist jetzt nicht zum Schreiben«, den Satz hat er oft gesagt. Am Ende ist er verwundert über sich selbst: Eigentlich wollte er doch nur seine Arbeit erklären, nicht reden über sich, seine Universität, die Wissenschaft insgesamt. Das hatte er sich fest vorgenommen.
Es ist anders gekommen, weil der 41-Jährige ein neugieriger und offener Mensch ist, einer, der den Gesprächsfaden aufnimmt, statt ihn abzuschneiden. Der immer etwas Interessantes findet, das man weiterspinnen kann.
Inderst ist einerseits ein typisches Beispiel der neuen deutschen Erfolgsökonomen um die 40: einer, der Lösungen will statt Ideologie – Märkte verstehen und wenn nötig verbessern, statt über ihren generellen Sinn zu streiten. Sein Urteil schlägt mal zur linken, mal zur rechten Seite der Politik aus, wie es die Sache verlangt.
Andererseits ist Roman Inderst, der zurzeit, gemessen an Publikationen und Preisen, unter seinesgleichen herausragt, ganz anders als die Kollegen. Sein Lebensweg ist ausgesprochen krumm, Resultat knapper Entscheidungen. Er zeigt: Ob ein deutscher Spitzenforscher hier bleibt, hat nicht bloß mit neuen Stärken und alten Schwächen des Wissenschaftsstandorts Deutschland zu tun, sondern auch schlichtweg mit Zufall. Oder, in seinem Fall, mit der Liebe und mit den Behörden.
Man muss sich den jungen Roman Inderst wohl als hochintelligentes Landei denken – als einen, der Juso-Politik macht in einer bayerischen Gegend, in der »Sozialdemokrat« eine Mischung aus Schimpfwort und Mitleidsbezeugung ist. Einer mit 1,0-Abitur, den der konservative Direktor gegen alle Usancen nicht zur Aufnahme in die Studienstiftung vorschlägt. Der, weil in seiner Familie noch keiner studierte und damals alle Banker werden wollten, eine Banklehre machen will.
41, ist Professor für Finanzen und Ökonomie an der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität in Frankfurt am Main. Er hat einen Magister in Volkswirtschaftslehre und einen in Soziologie. Inderst beschäftigt sich mit der Frage, wie der Markt für die Endkunden der Banken funktioniert – und wo der Verbraucherschutz ansetzen könnte.
Da sagt ihm ein Freund, besser, du studierst BWL an der FH, damit kannst du alles machen. Also geht Inderst an die beste Fachhochschule, nach Reutlingen. Die Studenten sind prima, aber immer nur Management? Inderst langweilt sich bald. Nur der Marketingprofessor, klug und selbstbewusst, fasziniert ihn. Da ist was. Er studiert zusätzlich Psychologie und Soziologie an der Fernuni Hagen. Die Fachhochschule schließt er ab, wie jedes Studium, das er anfängt. Dann ein halbes Jahr Werbung in Deutschland, ein halbes Jahr Investmentbanking in England.
Längst hat er die Frau seines Lebens getroffen, beim Russischlernen in Russland. Jetzt ist die Frau in Berlin, da geht er auch hin, an die Humboldt-Universität, und setzt noch ein Volkswirtschaftsstudium drauf. In Vorlesungen ist er kaum zu sehen. Dafür arbeitet er sich zu Hause fasziniert durch das heißeste Buch der Volkswirte in den Neunzigern: Spieltheorie vom Amerikaner Fudenberg und dem Franzosen Tirole. Darin öffnet sich eine neue Welt, eine, in der man das Mit- und Gegeneinander auf einem Markt genau untersuchen kann. Da kommt der Markt nicht als abstrakt-perfekter Zustand daher, sondern als Ort, an dem Firmen und Kunden ringen, taktieren, täuschen. Das pralle Leben, in Formeln ausgedrückt.
Er studiert wie gehabt nebenher, arbeitet als Unternehmensberater und kommt mit den Resten des deutsch-deutschen Treuhand-Desasters in Kontakt. Akademie und Realität – bei Inderst gehen sie immer Hand in Hand.
Längst hat die Studienstiftung ihn doch gefunden und finanziert ihm die Promotionszeit. Sein Talent fürs wirtschaftliche Forschen, für theoretische Modelle und praxisnahe Tests wird offenbar. Inderst geht auf den internationalen Markt. Verbringt eine kurze Zeit an der edlen französischen Business-Schule Insead, erhält ein Angebot aus Princeton bei New York. Princeton! Der Traum junger Forscher, die es den Nobelpreisträgern von dort gleichtun wollen. Doch seine Frau, die beruflich für Menschenrechte ringt, bekommt keine Arbeitserlaubnis in Amerika. Geht also nicht. Und so zieht Inderst mit Frau nach London, an die London School of Economics, Europas erste Adresse.
- Datum 16.07.2011 - 17:38 Uhr
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- Quelle ZEITmagazin, 14.7.2011 Nr. 29
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Oder "Hans Dampf in vielen Gassen".
"Wo der Verbraucherschutz wirklich ansetzen soll, ist offen". Der einzige inhaltiche Satz zum Thema. Hat Herr Inderst bisher nicht mehr herausgefunden - dann wären die Lorbeeren dieses Artikel weit vor de Zeit.
Oder hat sich er Journalist nicht für das Thema Geld interessiert und nur für den anscheinend recht umtriebigen Herr Inderst. Schade für den Leser, der sich für Bankberatung interessiert.
oder wie gestaltete sich die vita des Herrn Inderst?
Thema verfehlt. Schade.
Anm.: Bitte äußern Sie sich konstruktiv zu den Inhalten des Artikels. Danke. Die Redaktion/vn
""""""Da kommt der Markt nicht als abstrakt-perfekter Zustand daher, sondern als Ort, an dem Firmen und Kunden ringen, taktieren, täuschen. Das pralle Leben, in Formeln ausgedrückt."""""
Herr Inderst hat immer noch nicht begriffen, dass VWL und BWL keine exakten Wissenschaften sind. Sie leben nur von Absichtsformeln, die für eine gewisse Anzahl von Ergebnissen zurecht gebogen werden und bereits nach ihrer Entstehung bereits wieder zerfallen und ungültig sind.
Ich frage mich, was soll hier die Forschung bringen?
Der erste und wichtigste Schritt wäre, zunächst einmal, dass unser "Rechtsstaat" erst einmal dafür sorgt, die bestehenden Gesetze des BGB und die vielen BHG Urteile aus Karlsruhe, die gegen die Banken ergangen sind auch umgesetzt werden.
Das Kontoauszüge, die ja Dokumente sind, rein Formell den Kaufmännischen Ansprüchen, die jeder andere Kleinstunternehmer einhalten muss, entsprechen. Das beginnt damit, dass aus einem Kontoauszug noch nicht einmal hervor geht, wer für die Abrechung des Kontos in der Bank verantwortlich ist. Jedes Finanzamt würde einem Unternehmer solche Abrechnungen, wo die Angaben, wie z.B. wer der Geschäftsführer/Inhaber der Firma ist, in dessen Buchhaltung nicht anerkennen.
Jeder Unternehmer muss jede Rechnungsposition fortlaufen Nummerieren. Ich konnte dies noch bei keiner Bank feststelen, obwohl ich in den vergangenen Jahren einige getestet habe. Ich habe sogar Kontoauszüge, dort ist noch nicht einmal vermerkt, ob es sich beim dort ausgewiesenen Saldo um Euro oder Simbawedollar handelt. Allein schon deshalb müssen alle Kontoauszüge, was ja nichts anders als eine Abrechnung ist, nichtig seiin.
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