Vereinsgründung Typisch Deutsch e.V.
Noch ein Verein! Wozu? Seine neudeutschen Gründer antworten.
© Typisch Deutsch e.V.

Mitglieder des Vereins Typisch Deutsch e.V.
DIE ZEIT: Warum haben Sie Typisch Deutsch e. V. gegründet?
Sezen Tatlici: Weil es hierzulande keinen Verein gibt, der das Multikulturelle, Multiethnische und Multilinguale repräsentiert. Es gibt viele Migrantenvereine, einen für die Koreaner, einen für die Türken, einen für die Italiener – aber eben keinen, wo alle drin sind und wo auch die altdeutschen Menschen berücksichtigt werden.
DIE ZEIT: Altdeutsche Menschen?
27, in Berlin geboren und aufgewachsen, studierte Business Administration; sie hat arabische und türkische Wurzeln.
Tatlici: Wir unterscheiden zwischen Altdeutschen, den Eingeborenen sozusagen, und Neudeutschen, wie wir es sind: hier geboren, aber mit ausländischen Wurzeln. Der Idealzustand, den wir anstreben, ist natürlich, dass alle nur noch deutsch sind. Aber in Zeiten von »Migrationshintergrund« und »Ausländer« ist es schwer, das schnell zu erreichen. Außerdem gibt es auch in unserem Verein Leute, die sagen: Ich bin nicht nur deutsch, ich will auch ausdrücken, dass ich gleichzeitig etwas anderes bin. Und der Begriff Neudeutsch schließt auch sie ein. Wir wollen das Bild davon, was deutsch ist, erweitern.
Sabrina Corsi: Letztes Jahr im September, als Sarrazin Furore machte, haben wir erbittert diskutiert, und du hast dann gesagt: Jetzt muss was gemacht werden!
Tatlici: Es ist einfacher zu spalten als zu einen. Und wir brauchen endlich eine Initiative, die diese Spaltung heilen kann.
DIE ZEIT: Es heißt ja, wenn drei Deutsche zusammentreffen, gründen sie erst mal einen Verein.
Tatlici: (lacht) Genauso war es bei uns auch. Wir haben ein Video gemacht, jeder sagt darin nur seinen Namen und dass er typisch deutsch sei. Darauf gab es Wahnsinnsreaktionen! Den Altdeutschen wollen wir damit sagen: Leute, dies ist unser aller Land; und zu den Neudeutschen: Wir müssen uns am Riemen reißen und Verantwortung übernehmen.
Joshua Lupemba, 24, geboren und aufgewachsen in Berlin, Pastor. Der Vater kommt aus dem Kongo, die Mutter aus Ghana.
Joshua Lupemba: Wir sind alle gegen den Begriff »Integration«, weil er nahelegt, dass jemand außen vor ist, der angepasst werden muss. Ich bin hier geboren, was habe ich mit Integration zu tun?
DIE ZEIT: Was soll man stattdessen sagen?
Lupemba: Wir sprechen von »definieren« oder »neu definieren«: Wir wollen gemeinsam eine Lösung suchen. So kann man auch die Stärken einbeziehen, die Einwanderer mitbringen.
DIE ZEIT: Auf Ihrer Website geht es auch um Patriotismus. Warum?
Michelle Piccirillo: Das ist ein großes Streitthema bei uns!
Tatlici: Ich finde den Begriff in Deutschland problematisch. Ich habe trotzdem kein Problem damit, an meinem Schlüsselbund eine deutsche Fahne zu tragen. Als ich noch im Bundestag bei Otto Schily gearbeitet habe, gab es Kollegen, die sagten: »Dass finde ich mutig. Ich würde mich das nicht trauen.« Ich würde nicht »Deutschland« brüllen und die Fahne schwenken, aber es muss etwas geben, das uns eint, das Zugehörigkeit und Verantwortung ausdrückt. Wir alle finden unser Grundgesetz toll, besonders den ersten Artikel, auf ihn berufen wir uns. Egal, wie jemand aussieht, ob er Deutsch spricht oder sich danebenbenimmt: Alle haben das Recht, würdevoll behandelt zu werden. Deutschland ist meine Heimat, und in der Türkei liegen meine kulturellen Wurzeln. Das ist sehr, sehr wichtig.
30, in Berlin geboren, arbeitet beim Bundesverband WindEnergie e.V.; ihr Vater kommt aus Italien.
Corsi: In Berlin erlebe ich einen starken Lokalpatriotismus. Egal, welcher Herkunft die Leute sind, sie sagen: Ich bin stolz, aus Berlin zu kommen. Das gilt auch für Hamburg oder Frankfurt, und das finde ich gut! Du willst immer wieder zurück nach Hause, und das ist nicht die Türkei oder Syrien, das ist Berlin-Schöneberg. Vielleicht sagen die Leute ja in ein paar Jahren: Wir kommen aus Deutschland und sind stolz darauf.
- Datum 16.07.2011 - 11:07 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 14.7.2011 Nr. 29
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Stimmt!
"Deutsch" ist im Grundgesetz genau definiert.
Wer unter Anderem akzeptiert sein möchte, verhält sich so,
wie er es auch von Anderen wünscht. Mein persönlicher Wunsch an meine Mitbürger ist Toleranz und Friedfertigkeit, sowie
sich am Ende auch hier unter seinen Mitmenschen der letzten
Jahre bestatten zu lassen.
Wieso prangt als Zuordnung über der Überschrift das Wort Migrantenverein ? Der gute Mann hat doch lang und breit erklärt dass es Neudeutsche und Altdeutsche Mitglieder gibt.
Richtig so - denn jemand muss sich schließlich auch um die Interessen der Altdeutschen kümmern - und dieser Verein tut es anscheinend vorbildlich.
Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Pauschalisierungen. Danke, die Redaktion/mk
Sie schreiben? "Wir haben Riesenprobleme mit Migranten"
Wir? Ich habe keinerlei Probleme mit dem, was Sie "Migranten" nennen. Ich finde, das klappt schon sehr viel besser als seinerzeit mit den Heimatvertriebenen und den deutschen Kriegs-Flüchtlingen aus Mittel- und Osteuropa.
Richtig sollte es in Ihrem Beitrag wohl heißen: "Ich habe ein Riesenproblem ...."
Sie schreiben? "Wir haben Riesenprobleme mit Migranten"
Wir? Ich habe keinerlei Probleme mit dem, was Sie "Migranten" nennen. Ich finde, das klappt schon sehr viel besser als seinerzeit mit den Heimatvertriebenen und den deutschen Kriegs-Flüchtlingen aus Mittel- und Osteuropa.
Richtig sollte es in Ihrem Beitrag wohl heißen: "Ich habe ein Riesenproblem ...."
Entfernt wegen Doppelpostings. Die Redaktion/mk
Sehr richtig, Joshua Lupemba: Wir sind alle gegen den Begriff »Integration«, weil er nahelegt, dass jemand außen vor ist, der angepasst werden muss. Ich bin hier geboren, was habe ich mit Integration zu tun?
Ich wünsche dem Verein viel Aufmerksamkeit, da ein Gegengewicht zu der Integration nach CDU/CSU-Definition, die eine Uniformität anstrebt, nötig ist.
...»Integration«, weil er nahelegt, dass jemand außen vor ist, der angepasst werden muss. Ich bin hier geboren, was habe ich mit Integration zu tun?"
Hier geboren zu sein heißt noch gar nichts.
Entscheidend ist, wie sich das Elternhaus gestaltet.
Lebt eine Familie überwiegend nach der Lebensweise (Kultur, Tradition - auch Religion) der Herkunftsländer der Eltern oder Großeltern, sind die Nachkommen natürlich nicht "deutsch geprägt" wie die "Altdeutschen".
Erst wenn dieser Personenkreis die hiesige "Lebensweise" verinnerlicht (nicht unbedingt 1:1 angenommen) hat und nicht die eigene Kultur/Tradition/Religion in den Vordergrund rückt ist "Integration" gelungen.
So lange aber hervorgehoben wird, daß man türkischer/arabischer/ afrikanischer... Herkunft ist und dieser oder jener Religion angehört, kant von integriert sein nicht gesprochen werden, denn die Hervorhebung der persönlichen Identität führt mehr zur Abgrenzung als zur Einigung.
Lebensweisen assimilieren entspricht gegen Artikel 1 des GG.
"denn die Hervorhebung der persönlichen Identität führt mehr zur Abgrenzung als zur Einigung."
Die individuelle Freiheit ist eigntliche das höchste Gut der Demokratie.
Solche Menschen sollte man Grenzen zeigen, die versuchen, die Demokratie und GG in BRD auszuhebeln.
Schon mal in den Sinn gekommen, dass die Neudeutschen "türkischer/arabischer/afrikanischer...Herkunft" ihre Herkunft bzw. Religionszugehörigkeiten nicht von sich aus hervorheben, sondern es notgedrungen müssen, weil sie von den Altdeutschen - aufgrund ihrer nicht-deutschen Hautfarbe/Haarfarbe/Gesichtszüge etc. - darauf angesprochen werden und sie sich somit erklären müssen. Ein Altdeutscher, der den "typisch" deutschen Merkmalen entspricht, kommt hier in Deutschland seltener in die Position. Noch Fragen?
Ihre Argumentation ist doch wirklich sowas von Vorgestern.
Zur Gesellschaft gehört man wenn man die Sprache spricht. Das muss nicht mal gut sein. Glauben sie die ganzen Kevins könnten mehr als zwei Sätze fehlerfrei schreiben. Nur weil jemand arm ist und am unteren Rand der Gesellschaft lebt ist er nicht integrationsunwillig. Ob ich Teil der deutschen GEsellschaft bin entscheidet mein Geldbeutel und nicht ob ich mein Fleisch nur halal esse. Jeder der hier behauptet ich bin nur ein wahrer Deutscher wenn ich aufs Schützenfest gehe und Bratwurst esse macht sich doch nur lächerlich.
Ich gebe ein absurdes Bsp. um ihnen mal Unterschiede bei Menschen der deutschen Kultur ,in der heutigen Zeit, zu verdeutlichen.
Es gibt Menschen die hier aufgewachsen sind aber unterschiedlicher nicht sein könnten. Manch einer lässt sich hier das Geschlechtsteil piercen und hat monatlich 20 Sexualpartner, wohingegen andere als Jungfrau heiraten ihr Leben nur einen Partner haben. Ein Verhalten was kulturell nicht unterschiedlicher sein könnte.Entgegengesetzte Werte. Dennoch sind beide Personen Teil der Gesellschaft. Sie sprechen die Sprache und kommen hier auch mit ihren unterschiedlichen Lebensphilosophien wunderbar klar. Geistige Haltung ist Privatsache. Sie implizieren doch das die deutsche Haltung besser ist als die Ausländische. Kann zwar ihre Meinung sein, wäre aber fatal wenn sich diese Einstellung durchsetzen würde. GEdanken und Meinung sind hier wohl immer noch frei.
Ich denke, diesen Satz muss man eher so verstehen.
Wenn ein Baby in die Familie geboren wird, ist es Teil der Familiengemeinschaft. Zwar bekommt das Kind im Rahmen der Erziehung vermittelt, wie die Werte, Sitten und Regeln in der Familie aussehen. Es bekommt nicht gesagt, dass es sich in die Familie integrieren soll. Eben weil es selbstverständlich ist, dass es zur Familie gehört. Und die Eltern würde auch nicht sagen - wenn das Kind Hoykey spielen will, wo der Vater aber lieber möchte dass das Kind Fussball spielt - dass das Kind nicht integriert wäre.
Bei einem Pflegekind oder Stiefkind würde man hingegen vielleicht sagen, dass es sich in die neue Familiengemeinschaft einzuordnen hat.
Also, wenn man sagt, dass "man sich nicht integrieren will", geht es nicht darum, dass man nicht die Werte des Grundgesetzs oder der Gesellschaft annehmen möchte, sondern es geht drum, dass man sich diese Zugehörigkeit nicht erst erarbeiten müssen will. Sondern dass man genau wie die Anderen wie selbstverständlich schon dazugehören möchte.
Lebt eine Familie überwiegend nach der Lebensweise (Kultur, Tradition - auch Religion) der Herkunftsländer der Eltern oder Großeltern, sind die Nachkommen natürlich nicht "deutsch geprägt" wie die "Altdeutschen".
Und deswegen sollen sie nicht integriert sein?
Meine Eltern, Großeltern und Urgroßeltern waren Deutsche, trotzdem weigere ich mich deren Traditionen und Lebensweise zu übernehmen. Ich lebe gänzlich anders. Bin ich jetzt ein unintegrierter Deutscher?
Wahrscheinlich nicht, denn ich respektiere und halte mich an die freiheitlich demokratische Grundordnung. So wie viele Ausländer und Bürger mit Migrationshintergrund, die als unintegriert bezeichnet werden.
Integration hat nichts damit zu tun wie man konkret lebt, sondern welche Grundwerte man hat. Es gibt auch viele Deutsche in Deutschland, die integrationsbedürftig sind. Daher ist es gefährlich, wenn die Diskussion nur zulasten der Ausländer und Bürger mit Migrationshintergrund geführt wird.
.
"... Hier geboren zu sein heißt noch gar nichts.
Entscheidend ist, wie sich das Elternhaus gestaltet.
Lebt eine Familie überwiegend nach der Lebensweise (Kultur, Tradition - auch Religion) der Herkunftsländer der Eltern oder Großeltern, sind die Nachkommen natürlich nicht "deutsch geprägt" wie die "Altdeutschen"..."
Ich stamme zwar ursprünglich aus der Provinz, lebe heute aber lieber urban, weil die Menschen in der Stadt so viel bunter sind (und das meine ich durchaus auch farblich).
Ich habe Netzkottlett und Sauerkraut exorziert und durch Couscous und Curry mehr als ersetzt.
Ich sehe BBC World und Arte-France statt RTL-Sat1-Pro7-BR-HR-SWR.
Ich besuche Abends brasilianische oder cubanische Tanzveranstaltungen statt zum Schuhplatteln zu gehen.
Ich habe mehr Freunde aus fremden Ländern als unter den Bierdimpfeln meiner Abkunftsprovinz.
Ich schicke meine Kinder auf internationale Schulen und ins Ausland zu kulturbetonten Austauschjahren.
Ich bin froh, der gekreuzigten Religion (und ihren übergriffigen Darstellern) unserer provinziellen "Leidkultur" schon mit vierzehn ein für alle mal den Rücken gekehrt zu haben und habe sie nicht eine Minute vermisst seitdem.
Ich bin ebenso froh, dass selbst Schily und Schäuble die "Grundgesetz" genannte Verfassung des Staates, der in meinem Pass steht, nicht vollständig zu ruinieren vermochten.
Darf ich mich jetzt hier nicht mehr heimisch fühlen?
Lebensweisen assimilieren entspricht gegen Artikel 1 des GG.
"denn die Hervorhebung der persönlichen Identität führt mehr zur Abgrenzung als zur Einigung."
Die individuelle Freiheit ist eigntliche das höchste Gut der Demokratie.
Solche Menschen sollte man Grenzen zeigen, die versuchen, die Demokratie und GG in BRD auszuhebeln.
Schon mal in den Sinn gekommen, dass die Neudeutschen "türkischer/arabischer/afrikanischer...Herkunft" ihre Herkunft bzw. Religionszugehörigkeiten nicht von sich aus hervorheben, sondern es notgedrungen müssen, weil sie von den Altdeutschen - aufgrund ihrer nicht-deutschen Hautfarbe/Haarfarbe/Gesichtszüge etc. - darauf angesprochen werden und sie sich somit erklären müssen. Ein Altdeutscher, der den "typisch" deutschen Merkmalen entspricht, kommt hier in Deutschland seltener in die Position. Noch Fragen?
Ihre Argumentation ist doch wirklich sowas von Vorgestern.
Zur Gesellschaft gehört man wenn man die Sprache spricht. Das muss nicht mal gut sein. Glauben sie die ganzen Kevins könnten mehr als zwei Sätze fehlerfrei schreiben. Nur weil jemand arm ist und am unteren Rand der Gesellschaft lebt ist er nicht integrationsunwillig. Ob ich Teil der deutschen GEsellschaft bin entscheidet mein Geldbeutel und nicht ob ich mein Fleisch nur halal esse. Jeder der hier behauptet ich bin nur ein wahrer Deutscher wenn ich aufs Schützenfest gehe und Bratwurst esse macht sich doch nur lächerlich.
Ich gebe ein absurdes Bsp. um ihnen mal Unterschiede bei Menschen der deutschen Kultur ,in der heutigen Zeit, zu verdeutlichen.
Es gibt Menschen die hier aufgewachsen sind aber unterschiedlicher nicht sein könnten. Manch einer lässt sich hier das Geschlechtsteil piercen und hat monatlich 20 Sexualpartner, wohingegen andere als Jungfrau heiraten ihr Leben nur einen Partner haben. Ein Verhalten was kulturell nicht unterschiedlicher sein könnte.Entgegengesetzte Werte. Dennoch sind beide Personen Teil der Gesellschaft. Sie sprechen die Sprache und kommen hier auch mit ihren unterschiedlichen Lebensphilosophien wunderbar klar. Geistige Haltung ist Privatsache. Sie implizieren doch das die deutsche Haltung besser ist als die Ausländische. Kann zwar ihre Meinung sein, wäre aber fatal wenn sich diese Einstellung durchsetzen würde. GEdanken und Meinung sind hier wohl immer noch frei.
Ich denke, diesen Satz muss man eher so verstehen.
Wenn ein Baby in die Familie geboren wird, ist es Teil der Familiengemeinschaft. Zwar bekommt das Kind im Rahmen der Erziehung vermittelt, wie die Werte, Sitten und Regeln in der Familie aussehen. Es bekommt nicht gesagt, dass es sich in die Familie integrieren soll. Eben weil es selbstverständlich ist, dass es zur Familie gehört. Und die Eltern würde auch nicht sagen - wenn das Kind Hoykey spielen will, wo der Vater aber lieber möchte dass das Kind Fussball spielt - dass das Kind nicht integriert wäre.
Bei einem Pflegekind oder Stiefkind würde man hingegen vielleicht sagen, dass es sich in die neue Familiengemeinschaft einzuordnen hat.
Also, wenn man sagt, dass "man sich nicht integrieren will", geht es nicht darum, dass man nicht die Werte des Grundgesetzs oder der Gesellschaft annehmen möchte, sondern es geht drum, dass man sich diese Zugehörigkeit nicht erst erarbeiten müssen will. Sondern dass man genau wie die Anderen wie selbstverständlich schon dazugehören möchte.
Lebt eine Familie überwiegend nach der Lebensweise (Kultur, Tradition - auch Religion) der Herkunftsländer der Eltern oder Großeltern, sind die Nachkommen natürlich nicht "deutsch geprägt" wie die "Altdeutschen".
Und deswegen sollen sie nicht integriert sein?
Meine Eltern, Großeltern und Urgroßeltern waren Deutsche, trotzdem weigere ich mich deren Traditionen und Lebensweise zu übernehmen. Ich lebe gänzlich anders. Bin ich jetzt ein unintegrierter Deutscher?
Wahrscheinlich nicht, denn ich respektiere und halte mich an die freiheitlich demokratische Grundordnung. So wie viele Ausländer und Bürger mit Migrationshintergrund, die als unintegriert bezeichnet werden.
Integration hat nichts damit zu tun wie man konkret lebt, sondern welche Grundwerte man hat. Es gibt auch viele Deutsche in Deutschland, die integrationsbedürftig sind. Daher ist es gefährlich, wenn die Diskussion nur zulasten der Ausländer und Bürger mit Migrationshintergrund geführt wird.
.
"... Hier geboren zu sein heißt noch gar nichts.
Entscheidend ist, wie sich das Elternhaus gestaltet.
Lebt eine Familie überwiegend nach der Lebensweise (Kultur, Tradition - auch Religion) der Herkunftsländer der Eltern oder Großeltern, sind die Nachkommen natürlich nicht "deutsch geprägt" wie die "Altdeutschen"..."
Ich stamme zwar ursprünglich aus der Provinz, lebe heute aber lieber urban, weil die Menschen in der Stadt so viel bunter sind (und das meine ich durchaus auch farblich).
Ich habe Netzkottlett und Sauerkraut exorziert und durch Couscous und Curry mehr als ersetzt.
Ich sehe BBC World und Arte-France statt RTL-Sat1-Pro7-BR-HR-SWR.
Ich besuche Abends brasilianische oder cubanische Tanzveranstaltungen statt zum Schuhplatteln zu gehen.
Ich habe mehr Freunde aus fremden Ländern als unter den Bierdimpfeln meiner Abkunftsprovinz.
Ich schicke meine Kinder auf internationale Schulen und ins Ausland zu kulturbetonten Austauschjahren.
Ich bin froh, der gekreuzigten Religion (und ihren übergriffigen Darstellern) unserer provinziellen "Leidkultur" schon mit vierzehn ein für alle mal den Rücken gekehrt zu haben und habe sie nicht eine Minute vermisst seitdem.
Ich bin ebenso froh, dass selbst Schily und Schäuble die "Grundgesetz" genannte Verfassung des Staates, der in meinem Pass steht, nicht vollständig zu ruinieren vermochten.
Darf ich mich jetzt hier nicht mehr heimisch fühlen?
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