Europapolitik Nie mehr allein!

Wir brauchen die Vereinigten Staaten von Europa. Nur eine neue Politikergeneration kann dieses Ziel erreichen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel sitzt in Berlin vor einer Flagge der Europäischen Union.

Bundeskanzlerin Angela Merkel sitzt in Berlin vor einer Flagge der Europäischen Union.

Natürlich wird es den Euro am Ende des Monats noch geben. Und wahrscheinlich gibt es ihn auch noch am Ende des Jahres. Eine Währungsunion zerfällt nicht binnen Tagen, es ist ein schleichender Prozess, der sich nicht am Wechselkurs der Währung festmachen lässt, ihrem äußeren Wert. Hat der Zerfall aber einen bestimmten Punkt überschritten, ist er nicht mehr zu stoppen. Dann nämlich, wenn weder die Bürger noch die Regierenden innerhalb der Währungsunion einander vertrauen. Die Währung wird dann von innen ausgehöhlt. An diesem Punkt steht der Euro jetzt.

Man kann sich in dieser Situation im Kleinen verlieren, in Verhandlungsdetails, wie schon seit einem Jahr. So schürte man Misstrauen und fachte die Krise an. Oder man strebt die ganz große Lösung an: die Vereinigten Staaten von Europa.

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Was Europa schwächt? Dass es offiziell immer nur ums Geld geht!

Denn tatsächlich steckt der Euro weniger in einer ökonomischen als vielmehr in einer tiefen politischen Krise. Von einer »systemischen Krise« spricht EU-Währungskommissar Olli Rehn, und das bedeutet im Umkehrschluss, dass man mit den bisherigen Lösungen, dem bisherigen Denken nicht weiterkommt. Das alte Denken, das waren die Lebenslügen der EU: Eine Währungsunion werde auch ohne politische Union funktionieren; die Euro-Zone lasse sich quasi »im Nebenjob« lenken; der Euro werde uns nur wirtschaftliche Vorteile bringen, ohne auch etwas zu kosten. Jetzt aber ist Zahltag.

Auch der Sondergipfel der Staats- und Regierungschefs am Donnerstag konnte nicht darüber hinwegtäuschen, dass da gerade ein ganzer Kontinent seine Zukunft verspielt. Und das liegt nicht allein daran, dass es so viele unterschiedliche Vorschläge zur Rettung des Euro gibt. Der entscheidende Grund ist vielmehr, dass sich alle hinter Fachbegriffen verschanzen – Haircut, Eurobonds, Anleiherückkäufe –, die die meisten Bürger nicht verstehen und deren Folgen, man muss das so sagen, auch die meisten Politiker nicht verstehen. Klar ist bei aller Unklarheit, dass die vermeintlichen Lösungsvorschläge immer einen Haken haben: Die Verfechter dieser Lösung nennen ihn nicht, die Gegner dafür umso lauter. Und am Ende weiß niemand mehr so recht, was nun richtig ist und was falsch.

Solidarität ist keine ökonomische Rechengröße. Niemand in Deutschland käme heute auf die Idee, Bremen oder Brandenburg oder das Saarland aus der Gemeinschaft zu werfen, nur weil diese Länder finanzielle Hilfe brauchen. Bayern wurde noch bis 1986 durchgefüttert. Und was wäre eigentlich geschehen, hätte Helmut Kohl die deutsche Vereinigung so zögerlich angepackt, wie Angela Merkel bei der Euro-Rettung agiert? Es ist schon seltsam, dass ausgerechnet die Kanzlerin, die so sehr von der Wiedervereinigung und dem Zusammenwachsen Europas profitiert hat, keine Worte dafür findet, was diesen Kontinent und seine Bürger – jenseits wirtschaftlicher Interessen – verbindet.

Dabei sind die Vereinigten Staaten von Europa mehr als nur eine Utopie. Denn den Staatenbund nun enger zu schmieden und gemeinsam Staatsausgaben, Steuern, Sozialstandards oder Löhne festzulegen würde ja nicht bedeuten, auf nationale Traditionen, kulturelle Unterschiede, verschiedene Lebensniveaus zu verzichten. Auch in Deutschland lebt man in Frankfurt anders als in Berlin, ist Sachsen wettbewerbsfähiger als Sachsen-Anhalt. Es würde aber bedeuten, dass man zusammen die Zukunft des Kontinents gestaltet, statt – wie vor allem die Deutschen – zu lamentieren, dass uns dieses »Durchschnittseuropa« wirtschaftlich nach unten ziehe. Die Wahrheit ist: Ganz allein ginge es uns viel schlechter.

Leser-Kommentare
  1. 1. Europa

    Europa ist alles.
    Europa hat uns so viel gegeben, wir haben Europa viel gegeben.
    Europa jetzt fallen zu lassen wäre Selbstmord.

    Der europäische Traum ist notwendig geworden aus Jahrhunderten voller Krieg und Leid.

    Und dass man Deutschland 1945 wieder aufgebaut hatte und nicht zu einem Agrarland gemacht hat, ist allein ein Akt der Gnade, dem wir ewig dankbar sein sollten.

    Ich fühle mich als junger Mensch, der viel mit europäischen jungen Menschen zu tun hat, immer mehr als Europäer.

    Ich danke für den Artikel, Europa ist alles.

    48 Leser-Empfehlungen
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    • joG
    • 23.07.2011 um 18:14 Uhr

    ....die EU mit der gleichen Energie weiter voran zu treiben. Sie sollte eine neue Grundvereinbarung bekommen. Ihre Bürokratien und Ordnung sollten neue Kontrollen bekommen. Aber weiter zu treiben? Sie ist ein unkontrolliertes Projekt einer Elite in deren Interesse gestaltet. Sie zweigt Energien und Ressourcen ab, für ein multipolares Projekt im Welt Maßstab gesprochen und bremst oder verhindert sogar dadurch eine wichtige Sache den Gefahren der Multipolarisierung effektiv zu begegnen. Ein weiterer Spieler verstärkt eher die Gefahren. Das ist nihts.

    "Europa ist alles.
    Europa hat uns so viel gegeben, wir haben Europa viel gegeben. ... Ich danke für den Artikel, Europa ist alles."

    Ich dachte immer, die Jubeldeutschen wären ausgestorben.

    "Europa hat uns so viel gegeben,"

    Was denn? Was hat uns "Europa" gegeben, was wir nicht vorher schon hatten? Gab es vorher keinen Handel, keinen kulturellen, künstlerischen und politischen Austausch? Gab es keinen Reiseverkehr? Sieht man einmal von der läppischen Tatsache ab, daß man an den Grenzen seinen Paß vorzeigen mußte (ein Akt von wenigen Sekunden) bzw. davon, daß man seine D-Mark nicht mehr in einer Wechselstube in eine andere Währung tauschen muß: Welchen essentiellen Vorteil hatte Deutschland vom Euro?

    "wir haben Europa viel gegeben."

    Ja. Unser Geld und große Teile unseres Wohlstandes. Deutschland ist das einzige EU-Land, in dem seit Einführung des Euros die Realeinkommen stagnierten oder schrumpften. Und das soll nach Willen des Artikelschreibers jetzt institutionell verankert und verewigt werden.

    "Der europäische Traum ist notwendig geworden aus Jahrhunderten voller Krieg und Leid."

    Wie nichts anderes ist diese gemeinsame Währung Euro dazu geeignet, die Völker Europas gegeneinander aufzuwiegeln.

    "Und dass man Deutschland 1945 wieder aufgebaut hatte und nicht zu einem Agrarland gemacht hat, ist allein ein Akt der Gnade, dem wir ewig dankbar sein sollten."

    Soll ich aus dem Verzicht am Völkermord an den Deutschen irgendwelche Dankesgefühle für die EU-Bürokratie ableiten?

    • WHF
    • 23.07.2011 um 19:22 Uhr

    Frage: ist ihnen der Morgentauplan in allen Einzelheiten bekannt?
    Wissen sie warum der Marshallplan am Ende der Überlegungen zum Einsatz kam?
    Es stand der kalte Krieg vor der Türe, und die Sieger brauchten ein Schlachtfeld, und das Schalachtfeld war die BRD und die DDR.
    Es ging den Siegern des zweiten Weltkriegs, nicht um das überleben von Deutschland, sondern als erste waren wir Schlachtfeld.
    Und heute sind wir Arbeitssklaven unserer dummen Politiker und Eliten, alles für den Frieden und unsere Freunde.
    Ich bitte sie, in Zukunft zuerst in die Geschichtsbücher zu sehen, und dann und nur dann eine solche Meinung zu äußern.
    Ich habe diese Zeit selbst als junger Mensch miterlebt.
    Danke

    Europa ist nichts.
    Europa hat uns so viel genommen, wir haben Europa sehr viel gegeben.
    Europa jetzt fallen zu lassen wäre das beste was wir machen können.

    Der Artikel ist mir zu pro Europa gestimmt, Europa ist nichts.

    und die rettungspakete sind die religion

    erschreckend wie bei den scientologen klingt der beitrag

    da sucht man verzweifelt Idealisten

    Europa ist nur ein KONTINENT und keine Ideologie. Auch keine Religion. Und ein Glaubensbekenntnis nur für ein Teil der Menschen. Dieser Teil tut sich aber verdammt schwer, Andersgläubige zu tolerieren und deren Meinung zu respektieren.
    Afrika ist ein KONTINENT. Versucht doch mal dortflächendeckend den "Afro" einzuführen, was die Euch erzählen :-)
    Sorry, aber dieses Konglomerat egoistischer Nationen sehe ich noch in jahrzehnten nicht zu einer europäischen Nation geeint.

    Ihre Meinung ist zu respektieren.
    Was mich dabei interessieren würde: ist das Ihr Bauchgefühl, oder gibt es zu Ihrer Motivlage auch harte Fakten?
    Vielleicht sind Sie dann so nett und nennen uns diese Beweggründe.
    Wenn eine demokratische Mehrheit [die ich nicht erkennen kann] Vereinigte Staaten von Europa möchte, bitte sehr ... dann aber bitte mit Volksabstimmung der betroffenen Menschen!

    Welches Europa meinen Sie? Gehören Länder wie Schweden, Dänemark, Polen, Slowakei etwa nicht zu Europa, weil sie den EURO nicht eingeführt haben?

    Gehören die Länder, die in aller Friedfertigkeit ihren Charakter behalten wollen, nicht zu Europa?

    Repräsentiert die Überbürokratie in Brüssel Ihr Europa?

    Soll sich der Grieche nicht mehr mit seinem Griechenland identifizieren, sondern mit dem anonymen Brüssel?

    Wie weit vertraut der Grieche einer Merkel oder einem Sarkozy, wenn diese bestimmen, dass Griechenland weiterhin die ganze Last der unbezahlbaren Schulden tragen müssen und nicht in den Genuß einer Erleichterung dieser Last durch ein Insolvenzverfahren kommen können.

    Sind Sie sicher, dass die Griechen dieses Schuldsklavendasein ohne Widerstand ertragen? Haben Sie sich einmal in deren Lage versetzt? Nicht nur für das nächste Jahr, sondern für die nächsten 10 Jahre!

    Kennen Sie denn kein Erbarmen - oder können Sie nicht rechnen, genauso wenig wie die brüsseler Machtelite?

    • cassis
    • 26.07.2011 um 17:11 Uhr

    Der Kommentar von myway hat die höchste Empfehlungsrate. Anscheinend trifft er den Nerv der meisten Lesenden. Wie aus den antwortenden Kommentaren zu erlesen.
    Aber warum?
    Wer heute noch behauptet, er sei Deutscher und nur Deutscher, und Europa und der Euro seien ihm egal, wird als Ewiggestriger mit der Goldenen Pickelhaube ausgezeichnet werden.
    Die verschiedenen deutschen Fragen dieses und des letzten Jahrhunderts konnten kaum formuliert werden geschweige denn beantwortet. Schon von Anbeginn haben die verschiedenen europäischen Nationen versucht, unter der jeweiligen Nation zu vereinen. (Lediglich die Briten haben sich konsequent einem Einigungsprozess in der Mehrheit entgegengestellt und betätigen sich auch jetzt als Bremser.) Die europäische Einigung kann heute ohne Vorherrschaft einer Nation gelingen, weil Nationen nicht mehr das Objekt des Blutvergiessens in Europa sind.

    Wenn einer nun sagt, dass die Vereinigten Staaten von Europa oder die Bundesrepublik Europa oder die Europäische Union das Ziel seiner Wünsche und Hoffnungen ist, befindet er sich in gutem historischem und gegenwärtigem Kontext.

    Für mich ist der Euro nicht nur eine Währung, sondern die Verheissung, dass Europäer sich nicht/nie mehr in Kriegen hinschlachten wollen und sagen, wir stehen füreinander ein.

    • joG
    • 23.07.2011 um 18:14 Uhr

    ....die EU mit der gleichen Energie weiter voran zu treiben. Sie sollte eine neue Grundvereinbarung bekommen. Ihre Bürokratien und Ordnung sollten neue Kontrollen bekommen. Aber weiter zu treiben? Sie ist ein unkontrolliertes Projekt einer Elite in deren Interesse gestaltet. Sie zweigt Energien und Ressourcen ab, für ein multipolares Projekt im Welt Maßstab gesprochen und bremst oder verhindert sogar dadurch eine wichtige Sache den Gefahren der Multipolarisierung effektiv zu begegnen. Ein weiterer Spieler verstärkt eher die Gefahren. Das ist nihts.

    "Europa ist alles.
    Europa hat uns so viel gegeben, wir haben Europa viel gegeben. ... Ich danke für den Artikel, Europa ist alles."

    Ich dachte immer, die Jubeldeutschen wären ausgestorben.

    "Europa hat uns so viel gegeben,"

    Was denn? Was hat uns "Europa" gegeben, was wir nicht vorher schon hatten? Gab es vorher keinen Handel, keinen kulturellen, künstlerischen und politischen Austausch? Gab es keinen Reiseverkehr? Sieht man einmal von der läppischen Tatsache ab, daß man an den Grenzen seinen Paß vorzeigen mußte (ein Akt von wenigen Sekunden) bzw. davon, daß man seine D-Mark nicht mehr in einer Wechselstube in eine andere Währung tauschen muß: Welchen essentiellen Vorteil hatte Deutschland vom Euro?

    "wir haben Europa viel gegeben."

    Ja. Unser Geld und große Teile unseres Wohlstandes. Deutschland ist das einzige EU-Land, in dem seit Einführung des Euros die Realeinkommen stagnierten oder schrumpften. Und das soll nach Willen des Artikelschreibers jetzt institutionell verankert und verewigt werden.

    "Der europäische Traum ist notwendig geworden aus Jahrhunderten voller Krieg und Leid."

    Wie nichts anderes ist diese gemeinsame Währung Euro dazu geeignet, die Völker Europas gegeneinander aufzuwiegeln.

    "Und dass man Deutschland 1945 wieder aufgebaut hatte und nicht zu einem Agrarland gemacht hat, ist allein ein Akt der Gnade, dem wir ewig dankbar sein sollten."

    Soll ich aus dem Verzicht am Völkermord an den Deutschen irgendwelche Dankesgefühle für die EU-Bürokratie ableiten?

    • WHF
    • 23.07.2011 um 19:22 Uhr

    Frage: ist ihnen der Morgentauplan in allen Einzelheiten bekannt?
    Wissen sie warum der Marshallplan am Ende der Überlegungen zum Einsatz kam?
    Es stand der kalte Krieg vor der Türe, und die Sieger brauchten ein Schlachtfeld, und das Schalachtfeld war die BRD und die DDR.
    Es ging den Siegern des zweiten Weltkriegs, nicht um das überleben von Deutschland, sondern als erste waren wir Schlachtfeld.
    Und heute sind wir Arbeitssklaven unserer dummen Politiker und Eliten, alles für den Frieden und unsere Freunde.
    Ich bitte sie, in Zukunft zuerst in die Geschichtsbücher zu sehen, und dann und nur dann eine solche Meinung zu äußern.
    Ich habe diese Zeit selbst als junger Mensch miterlebt.
    Danke

    Europa ist nichts.
    Europa hat uns so viel genommen, wir haben Europa sehr viel gegeben.
    Europa jetzt fallen zu lassen wäre das beste was wir machen können.

    Der Artikel ist mir zu pro Europa gestimmt, Europa ist nichts.

    und die rettungspakete sind die religion

    erschreckend wie bei den scientologen klingt der beitrag

    da sucht man verzweifelt Idealisten

    Europa ist nur ein KONTINENT und keine Ideologie. Auch keine Religion. Und ein Glaubensbekenntnis nur für ein Teil der Menschen. Dieser Teil tut sich aber verdammt schwer, Andersgläubige zu tolerieren und deren Meinung zu respektieren.
    Afrika ist ein KONTINENT. Versucht doch mal dortflächendeckend den "Afro" einzuführen, was die Euch erzählen :-)
    Sorry, aber dieses Konglomerat egoistischer Nationen sehe ich noch in jahrzehnten nicht zu einer europäischen Nation geeint.

    Ihre Meinung ist zu respektieren.
    Was mich dabei interessieren würde: ist das Ihr Bauchgefühl, oder gibt es zu Ihrer Motivlage auch harte Fakten?
    Vielleicht sind Sie dann so nett und nennen uns diese Beweggründe.
    Wenn eine demokratische Mehrheit [die ich nicht erkennen kann] Vereinigte Staaten von Europa möchte, bitte sehr ... dann aber bitte mit Volksabstimmung der betroffenen Menschen!

    Welches Europa meinen Sie? Gehören Länder wie Schweden, Dänemark, Polen, Slowakei etwa nicht zu Europa, weil sie den EURO nicht eingeführt haben?

    Gehören die Länder, die in aller Friedfertigkeit ihren Charakter behalten wollen, nicht zu Europa?

    Repräsentiert die Überbürokratie in Brüssel Ihr Europa?

    Soll sich der Grieche nicht mehr mit seinem Griechenland identifizieren, sondern mit dem anonymen Brüssel?

    Wie weit vertraut der Grieche einer Merkel oder einem Sarkozy, wenn diese bestimmen, dass Griechenland weiterhin die ganze Last der unbezahlbaren Schulden tragen müssen und nicht in den Genuß einer Erleichterung dieser Last durch ein Insolvenzverfahren kommen können.

    Sind Sie sicher, dass die Griechen dieses Schuldsklavendasein ohne Widerstand ertragen? Haben Sie sich einmal in deren Lage versetzt? Nicht nur für das nächste Jahr, sondern für die nächsten 10 Jahre!

    Kennen Sie denn kein Erbarmen - oder können Sie nicht rechnen, genauso wenig wie die brüsseler Machtelite?

    • cassis
    • 26.07.2011 um 17:11 Uhr

    Der Kommentar von myway hat die höchste Empfehlungsrate. Anscheinend trifft er den Nerv der meisten Lesenden. Wie aus den antwortenden Kommentaren zu erlesen.
    Aber warum?
    Wer heute noch behauptet, er sei Deutscher und nur Deutscher, und Europa und der Euro seien ihm egal, wird als Ewiggestriger mit der Goldenen Pickelhaube ausgezeichnet werden.
    Die verschiedenen deutschen Fragen dieses und des letzten Jahrhunderts konnten kaum formuliert werden geschweige denn beantwortet. Schon von Anbeginn haben die verschiedenen europäischen Nationen versucht, unter der jeweiligen Nation zu vereinen. (Lediglich die Briten haben sich konsequent einem Einigungsprozess in der Mehrheit entgegengestellt und betätigen sich auch jetzt als Bremser.) Die europäische Einigung kann heute ohne Vorherrschaft einer Nation gelingen, weil Nationen nicht mehr das Objekt des Blutvergiessens in Europa sind.

    Wenn einer nun sagt, dass die Vereinigten Staaten von Europa oder die Bundesrepublik Europa oder die Europäische Union das Ziel seiner Wünsche und Hoffnungen ist, befindet er sich in gutem historischem und gegenwärtigem Kontext.

    Für mich ist der Euro nicht nur eine Währung, sondern die Verheissung, dass Europäer sich nicht/nie mehr in Kriegen hinschlachten wollen und sagen, wir stehen füreinander ein.

  2. Bravo!

    13 Leser-Empfehlungen
  3. Obwohl auch die derzeit agierenden Politiker der Europäischen Staaten wissen, dass ohne gemeinsame Finanz-, Steuer-, Wirtschafts-, Sozial- und Umwelt-Politik die EU global gesehen in die Bedeutungslosigkeit abgleitet, wehren sie sich doch mit allen Mitteln gegen eine Politische Union.

    Das ist menschlich nur allzu verständlich, da die EU Staatenlenker ja dadurch ihre Souveränität zugunsten des Europaparlamentes aufgeben müssten, wer tut das schon freiwillig :-)
    Hinzu kommmt dass ein Großteil der EU Bevölkerung hinter den Nationalstaaten steht. Darum stehen die Chancen für ein derartig tiefgreifendes Projekt auch nicht besonders gut!

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    • joG
    • 23.07.2011 um 18:27 Uhr

    ....daraus. Ein vereintes Europa müsste seine Sitze in der UNO abgeben. Daraus wird weniger Einfluss in dem einzigen Organ, das geeignet ist die Fragen des 21ten Jahrhunderts zu ordnen. Internationale Sicherheit, Klimaerwärmung, Armut oder Pandemien sind globale Probleme und erfordern Internationale Öffentlich Güter und Regeln nicht regionale Regulierungswut.

    • Sedna
    • 25.07.2011 um 11:54 Uhr

    -> "Hinzu kommmt dass ein Großteil der EU Bevölkerung hinter den Nationalstaaten steht."

    Das wird allerdings auch dadurch unterstützt, dass die meisten Parteien im "Europa"-wahlkampf fast ausschließlich auf nationale Themen setzen und darauf, wie man aus Europa das beste für Deutschland/Frankreich/England/etc. rausholen kann. Klar dass dann nix sinnvolles bei rauskommt, wenn das jeder so macht.

    Auf die Entscheidungen von jeglichen Politikern, ob im Bundestag oder im Europaparlament, haben die Wünsche und Interessen eines einzelnen ohnehin nur einen vergleichbar geringen Einfluss. Also sollte man lieber EIN solches Parlament (Europa) die europa-weiten Entscheidungen machen lassen. Das ist (a) kosteneffektiver und (b) im Großen und Ganzen besser für ALLE beteiligten Staaten, da nationale Sonderwünsche, die allen anderen Staaten Nachteile bringen, keinen Einfluss mehr hätten.

    • joG
    • 23.07.2011 um 18:27 Uhr

    ....daraus. Ein vereintes Europa müsste seine Sitze in der UNO abgeben. Daraus wird weniger Einfluss in dem einzigen Organ, das geeignet ist die Fragen des 21ten Jahrhunderts zu ordnen. Internationale Sicherheit, Klimaerwärmung, Armut oder Pandemien sind globale Probleme und erfordern Internationale Öffentlich Güter und Regeln nicht regionale Regulierungswut.

    • Sedna
    • 25.07.2011 um 11:54 Uhr

    -> "Hinzu kommmt dass ein Großteil der EU Bevölkerung hinter den Nationalstaaten steht."

    Das wird allerdings auch dadurch unterstützt, dass die meisten Parteien im "Europa"-wahlkampf fast ausschließlich auf nationale Themen setzen und darauf, wie man aus Europa das beste für Deutschland/Frankreich/England/etc. rausholen kann. Klar dass dann nix sinnvolles bei rauskommt, wenn das jeder so macht.

    Auf die Entscheidungen von jeglichen Politikern, ob im Bundestag oder im Europaparlament, haben die Wünsche und Interessen eines einzelnen ohnehin nur einen vergleichbar geringen Einfluss. Also sollte man lieber EIN solches Parlament (Europa) die europa-weiten Entscheidungen machen lassen. Das ist (a) kosteneffektiver und (b) im Großen und Ganzen besser für ALLE beteiligten Staaten, da nationale Sonderwünsche, die allen anderen Staaten Nachteile bringen, keinen Einfluss mehr hätten.

  4. So ist es in der Tat. Nur die Hoffnung, dass die jungen Nachwuchspolitiker zur Vernunft kommen, diese Hoffnung kann ich nicht teilen.

    Diese und zukünftige Generationen der BWLer können nicht anders, ihnen wurde der hässliche Egoismus, die Reduzierung auf das Geld mit der Muttermilch eingeflößt.

    18 Leser-Empfehlungen
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    Wie nennt man noch einmal Vorurteil behaftete Menschen die alle über einen Kamm scheren?

    Wie nennt man noch einmal Vorurteil behaftete Menschen die alle über einen Kamm scheren?

  5. > Nur eine neue Politikergeneration kann dieses Ziel erreichen. <

    Sehr richtige Formulierung. Aber sie scheint weit hinter dem Horizont zu sein (frei nach Udo Lindenberg).

    > Es würde aber bedeuten, dass man zusammen die Zukunft des Kontinents gestaltet .. <

    Das Problem ist das Wort "man".

    > Vieles, was heute der Bundestag entscheidet, würde dann in Europa entschieden. <

    Die "Vereinigten Staaten" sind schon deshalb nicht möglich weil unsere "Politiker" mit Machtverlust zu rechnen haben. Ich würde den Bürgern das allerdings zutrauen.

    > Dass es sozialen Ausgleich gibt .... <

    ???? Das ist eher ein Wunschdenken. Die Realität sieht anders aus.

    • Pequod
    • 23.07.2011 um 17:57 Uhr

    Ein geographisches Europa, ohne jeden ökonomischen Verstand
    aufgebaut, ist zum Scheitern verurteilt.
    Die Europhantasien haben spätestens dann ein Ende, wenn
    Deutschland seine Rechnungen nicht mehr bezahlen kann,
    von dem man nicht mehr sehr weit entfernt ist.
    So spielt Deutschland, wieder einmal, ungewollt eine zen-
    trale Rolle mit dem Vorteil, daß man von den jetzigen Be-
    suche unangenhmer Bittsteller verschont bleibt und
    Angela auf ihre Erfolgserlebnisse beim Scheinewerfen
    verzichten muß.

    23 Leser-Empfehlungen
  6. Eine Leser-Empfehlung
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    aber sonst gehts gut?? wahnsinn

    also unglaublich mit was für methoden es manche probieren - ganz sicher nicht

    ich möchte raus aus der eu - so ein undemokratischer haufen von wenigen, die auf kosten der allgemeinheit leben wollen

    auch das rettungspaket ist eine großangelegte umverteilung von unten nach oben - die eu bringt armut nach europa, dort wo es grün war wird es unfruchtbar, die wollen uns in zeiten vor der industriellen revolution treiben, es werden nicht unsere errungenschaften nach asien, afrika exportiert, nein deren "system" wird in europa als standard eingeführt - der elite bringt es milliarden, dem volk den tot und die armut

    aber sonst gehts gut?? wahnsinn

    also unglaublich mit was für methoden es manche probieren - ganz sicher nicht

    ich möchte raus aus der eu - so ein undemokratischer haufen von wenigen, die auf kosten der allgemeinheit leben wollen

    auch das rettungspaket ist eine großangelegte umverteilung von unten nach oben - die eu bringt armut nach europa, dort wo es grün war wird es unfruchtbar, die wollen uns in zeiten vor der industriellen revolution treiben, es werden nicht unsere errungenschaften nach asien, afrika exportiert, nein deren "system" wird in europa als standard eingeführt - der elite bringt es milliarden, dem volk den tot und die armut

  7. 8. Danke!

    Ich habe seit über 10 Jahren die Euro-Flagge im Zimmer hängen. Die Deutsche hole ich nur noch bei Fußballspielen raus.

    Ich persönlich bin der festen Überzeugung, dass die V.S. von Europa kommen. Die Frage ist nur wie viel Schrott wir in der Zwischenzeit noch zulassen. Damit meine ich das Rettungs-Geplänkel mit Griechenland, das Grenz-Kaspertheater von Dänemark und Ähnliches.

    15 Leser-Empfehlungen
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    Die Vereinigten Staaten von Europa sollen kommen, aber beim Fußball bleibt man dann besser ein Deutscher. Ziemlich schwache Argumentation. Eigentlich sollte man dann doch auch eine EU-Mannschaft aufstellen, damit Sie mit ihren blauen Wimpel rumwinken können. Am besten, man macht das wie bei den Kommissaren der Kommission. Jedes Land der EU darf einen Spieler nominieren.

    zu 8

    Hallo, Sie schreiben:
    "Die Frage ist nur wie viel Schrott wir in der Zwischenzeit noch zulassen. Damit meine ich das Rettungs-Geplänkel mit Griechenland, das Grenz-Kaspertheater von Dänemark und Ähnliches".

    Das Rettungsgeplänkel mit Griechenland ist leider kein Geplänkel, sondern der Gau für die griechische Bevölkerung, Arbeitslosigkeit, Armut, Verzweifelung.

    Sie sollten wissen, dass das ganze Geld, was nach GR fließt, sofort an deutsche und französische Banken weiter geleitet wird, denn diese haben mit GR gezockt und verloren.

    Nun sind WIR es die diese Banken retten. Denn bekäme GR das Geld nicht, müßten unsere und die frz. Banken zugeben, dass sie sich verspekuliert haben. Pleite wären sie nicht, denn Geld genug haben sie.

    Und wenn Dänemark, wie Sie schreiben, die Grenzen dicht macht, so stimmt das nicht. Dänemark kontrolliert vermehrt und mit Recht.

    Es ist schön, wenn Sie an der europäischen Flagge Freude haben. Ich nicht. Ich will keine EU-Diktatur und die bahnt sich an.

    Die Vereinigten Staaten von Europa sollen kommen, aber beim Fußball bleibt man dann besser ein Deutscher. Ziemlich schwache Argumentation. Eigentlich sollte man dann doch auch eine EU-Mannschaft aufstellen, damit Sie mit ihren blauen Wimpel rumwinken können. Am besten, man macht das wie bei den Kommissaren der Kommission. Jedes Land der EU darf einen Spieler nominieren.

    zu 8

    Hallo, Sie schreiben:
    "Die Frage ist nur wie viel Schrott wir in der Zwischenzeit noch zulassen. Damit meine ich das Rettungs-Geplänkel mit Griechenland, das Grenz-Kaspertheater von Dänemark und Ähnliches".

    Das Rettungsgeplänkel mit Griechenland ist leider kein Geplänkel, sondern der Gau für die griechische Bevölkerung, Arbeitslosigkeit, Armut, Verzweifelung.

    Sie sollten wissen, dass das ganze Geld, was nach GR fließt, sofort an deutsche und französische Banken weiter geleitet wird, denn diese haben mit GR gezockt und verloren.

    Nun sind WIR es die diese Banken retten. Denn bekäme GR das Geld nicht, müßten unsere und die frz. Banken zugeben, dass sie sich verspekuliert haben. Pleite wären sie nicht, denn Geld genug haben sie.

    Und wenn Dänemark, wie Sie schreiben, die Grenzen dicht macht, so stimmt das nicht. Dänemark kontrolliert vermehrt und mit Recht.

    Es ist schön, wenn Sie an der europäischen Flagge Freude haben. Ich nicht. Ich will keine EU-Diktatur und die bahnt sich an.

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