Thilo SarrazinEssen und essen lassen

Warum es besser gewesen wäre, Thilo Sarrazin einen leckeren Döner zu servieren.

Türkische Sprichwörter sind beliebt. Und einige helfen sogar in Deutschland. Sana taş atana, sen ekmek at zum Beispiel, was so viel heißt wie: »Wenn dich jemand mit Steinen bewirft, wirf Brot zurück.« Wahlweise gibt es den Spruch auch mit Rosen.

Nun war Thilo Sarrazin also bei den Türken und Arabern in Berlin-Kreuzberg. Geplant war eine »lockere Begegnung«, sagen die Macher der ZDF-Kultursendung Aspekte, die den Ex-Bundesbankvorstand und Integrationskritiker mit der Kamera begleiteten. Die Stationen dieses Kiezspazierganges waren der »Türkenmarkt« am Maybachufer (was wohl dem besonderen Interesse des Bestsellerautors an Obst- und Gemüsehändlern Rechnung tragen sollte), ein türkisches Restaurant, wo sich Sarrazin bei einem Mittagessen mit dem erfolgreichen Besitzer unterhalten wollte, und ein Besuch bei der Alevitischen Gemeinde.

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Wie locker das alles tatsächlich wurde, kann man in einem vorab veröffentlichten Video auf YouTube sehen. Wo Sarrazin auch hinkam, schlossen sich die Türen. Es fanden sich überall ein oder zwei meist türkischstämmige Kreuzberger, die deutlich machten, dass er sich doch bitte aus »ihrem« Kreuzberg entfernen solle. Für wen sie sprachen, wurde nicht klar. Sie führten sich aber auf, als seien sie die Rächer der entehrten türkischstämmigen Kreuzberger. Oder gleich aller Deutschtürken. Bei der Alevitischen Gemeinde fand sich sogar eine kleine Gruppe, die Sarrazin im Chor »Hau ab!« entgegenrief.

Es gab also kein Brot für den Mann, durch den sich viele Einwanderer auf ihren genetischen Code reduziert sahen . Und auch keine Rosen. Dabei wäre es die beste Gelegenheit gewesen, sich mit Thilo Sarrazin und seinen Thesen, die sich mehr als eine Million Mal verkauft haben, auseinanderzusetzen. Auf dem Türkenmarkt: ihn mit einem Kilo Tomaten zu beschenken und ihm dabei zu erzählen, wie hart es ist, jeden Tag um drei Uhr morgens aufzustehen und Gemüsekisten zu schleppen. Im Restaurant: dem Ex-Finanzsenator von Berlin den besten Döner zu servieren, ihn exquisit zu bedienen, natürlich nicht abzukassieren und über Vor- und Nachteile der Risikobereitschaft von migrantischen Unternehmern für die deutsche Volkswirtschaft zu debattieren. Bei den Aleviten: gemeinsam über die Bedeutung des Humanismus in den unterschiedlichen Glaubensrichtungen nachzudenken. Und bei der Gelegenheit den Beweis anzutreten, dass die Tendenz, beleidigt zu sein, vielleicht eine Frage der Mentalität, nicht aber des Glaubens ist.

Es wäre die Gelegenheit gewesen, zu reden und gehört zu werden. Reden und notfalls streiten ist immer besser, als die Tür zuzuschlagen.

Stattdessen großes Bohei. Wegen der Überreaktion einiger Hitzköpfe herrscht nun wieder das Bild des aufgeregten Migranten vor. Interessant dabei ist, dass am lautesten ein paar alternativ angehauchte Migranten-Yuppies aufschrien und den Restaurantbesitzer unter Druck setzten. Eine besonders empörte junge Frau (mit deutschem Pass und Uni-Abschluss) fand es »ganz schlimm«, dass Sarrazin dahin komme, wo auch sie jeden Tag esse. Als gebürtige Kreuzbergerin wolle sie bitte nicht in dem Raum sitzen, den Sarrazin mit seinen »blöden« Thesen verpestet habe.

Leserkommentare
  1. ...und typisch männliche "als letztes habe ich aber mein Bein gehoben - Hunde machen das auch so - noch weitergehen?!

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    Sie schreiben: "...wieviel Seiten lang soll denn dieses peinlliche..."

    1. Niemand zwingt Sie, zu lesen, was Ihnen peinlich ist.

    2. Mensch-Tier-Vergleiche übersteigen die Grenze zur Peilichkeit um Längen. Sie sind schlicht widerlich.

    3. Vergleiche, die jemand zieht - z. B. aus dem Fäkalbereich - sagen über den, der die Vergleich zieht, ein Menge mehr aus als über die, über die die Vergleiche gezogen werden. Sie offenbaren, was im Kopf des Vergleiche Ziehenden vorgeht: Unappetittliches.

    Sie schreiben: "...wieviel Seiten lang soll denn dieses peinlliche..."

    1. Niemand zwingt Sie, zu lesen, was Ihnen peinlich ist.

    2. Mensch-Tier-Vergleiche übersteigen die Grenze zur Peilichkeit um Längen. Sie sind schlicht widerlich.

    3. Vergleiche, die jemand zieht - z. B. aus dem Fäkalbereich - sagen über den, der die Vergleich zieht, ein Menge mehr aus als über die, über die die Vergleiche gezogen werden. Sie offenbaren, was im Kopf des Vergleiche Ziehenden vorgeht: Unappetittliches.

  2. Sie schreiben: "...wieviel Seiten lang soll denn dieses peinlliche..."

    1. Niemand zwingt Sie, zu lesen, was Ihnen peinlich ist.

    2. Mensch-Tier-Vergleiche übersteigen die Grenze zur Peilichkeit um Längen. Sie sind schlicht widerlich.

    3. Vergleiche, die jemand zieht - z. B. aus dem Fäkalbereich - sagen über den, der die Vergleich zieht, ein Menge mehr aus als über die, über die die Vergleiche gezogen werden. Sie offenbaren, was im Kopf des Vergleiche Ziehenden vorgeht: Unappetittliches.

  3. "Wo nur ist die Fehlentwicklung wirklich? Die Fehlentwicklung ist doch nicht die Gewalt! Sie ist doch nur das Resultat einer Fehlentwicklung. Weiß wer weiter?"

    Doch, Gewalt ist eine Fehlentwicklung und darf nicht relativiert oder toleriert werden. Wir Menschen sind von Natur aus Gewalttäter, wir können lernen, bei Problemen, Stress und Beleidigungen, schmerzhafter Kritik und unerwünschten Bemerkungen nicht mit Gewalt zu reagieren, sondern sachlich und ruhig zu bleiben ( was nicht immer gelingt).
    Die geballte Faust muss in der Hosentasche bleiben und Gebrüll macht ja auch nur mundtot.

    Wir kommen weiter mit Empatietraining in der Schule ( weil Eltern das manchmal versäumen), zügiger Bestrafung von Gewalttaten und und dem entschiedenen Einfordern von Pflichten.

    Perspektivlosigkeit ist eine Ursache für Stress und fördert Gewalttätigkeit dort, wo Gewaltbereitschaft vorhanden ist.

    Da wir nicht ausreichend Jobs mit existenzsichernder Bezahlung haben für geringqualifizierte Menschen, ist bei der daraus resultierenden Perspektivlosigkeit von Menschen ohne Berufsaubildung und gesuchte Facharbeiterqualifikationen immer nur wieder auf die Wichtigkeit von : Kindergarten/Sprache/Schule/Beruf hinzuweisen und gegebenenfalls Bequemlichkeiten unbequem zu machen ( Faulheit und Trägheit dürfen nicht funktionieren).

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    Das sehe ich auch so.

    Auch ohne Migrationshintergrund gibt es Probleme, z.B. dass Jugendliche aus Sozialbrennpunktwohnorten keine Ausbildungsplätze finden können. Weil Arbeitgeber in ihnen gleich ein "Problemfall" sehen, ohne die einzelen Jugendlichen persönlich kennen gelernt zu haben.

    Was sollen diese Jugendlichen machen? Sie können dann nur in ihrem Ghetto wohnen bleiben, und wenn sie trotzdem arbeiten wollen, dann finden sie nur innerhalb dieses Ghettosystems eine Möglichkeit - dadurch werden sie vom Ghetto abhängig.

    Und was Verständigung zwischen verfeindeten Gruppen angeht, gibt es beeindruckende Berichte z.B. aus Palestina. Wo Mütter, welche ihre Kinder durch Schießereien verloren haben und welche zuerst die Gegenseite (die Feinde) gehasst haben, mit Erstaunen festgestellt haben, dass Mütter beider Seiten eigentlich dasselbe Bedürnis hatten - nämlich, dass es ihren Kindern gut geht.

    Sie schreiben: "Wir Menschen sind von Natur aus Gewalttäter"

    Sind wir nicht. Wir sind von Natur aus vielmehr sozial und auf Zusammenarbeit angelegt. Wäre dem anders, wäre die Menschheit längst ausgestorben. Ein von Natur aus gewalttägiges Kind hätte nach Lage der Dinge über Hunderttausende von Jahren nicht überlebt. Es wäre eine zu große Belastung geworden.

    Zwei Belege aus inzwischen vielen möglichen.

    /Zitat
    (1) Das Kind ist ein soziales Wesen, und sein stärkster Beweggrund ist die Sehnsucht nach Zugehörigkeit. Seine Sicherheit oder Unsicherheit hängen ganz davon ab, ob es sich einer Gruppe zugehörig fühlt. Das ist sein Grundbedürfnis.
    (Dreikurs/Soltz: Kinder fordern uns heraus. 1964/2006 S. 24)

    (2) Die referierten Interaktionsstudien machen zwei grundlegende Sachverhalte deutlich, die es rechtfertigen, den menschlichen Säugling als primär sozial zu begreifen: Erstens ist das Kind von Anfang an ein kompetenter Teilnahmer in der sozialen Interaktion.
    Zweitens sucht es den sozialen Kontakt auch unabhäng von Triebbedürfnissen.
    (M. Dornes: Der kompetente Säugling 1993 S. 248)

    Richtig ist, dass uns die - spziell unsere - Kultur auf Gewaltbereitschaft hin ausbildet. Ideologische Erziehungsprogramme wie "Kinder brauchen Grenzen" legen dafür eine Grundlage, obwohl sie das Gegenteil anstreben.

    Passiert halt, wenn nicht wiss. Denken, sondern Ideologie die öffentliche Meinungsbildung (auch durch die Medien und autoritätshörigen Journalismus) und das soziale Klima prägen.

    Das sehe ich auch so.

    Auch ohne Migrationshintergrund gibt es Probleme, z.B. dass Jugendliche aus Sozialbrennpunktwohnorten keine Ausbildungsplätze finden können. Weil Arbeitgeber in ihnen gleich ein "Problemfall" sehen, ohne die einzelen Jugendlichen persönlich kennen gelernt zu haben.

    Was sollen diese Jugendlichen machen? Sie können dann nur in ihrem Ghetto wohnen bleiben, und wenn sie trotzdem arbeiten wollen, dann finden sie nur innerhalb dieses Ghettosystems eine Möglichkeit - dadurch werden sie vom Ghetto abhängig.

    Und was Verständigung zwischen verfeindeten Gruppen angeht, gibt es beeindruckende Berichte z.B. aus Palestina. Wo Mütter, welche ihre Kinder durch Schießereien verloren haben und welche zuerst die Gegenseite (die Feinde) gehasst haben, mit Erstaunen festgestellt haben, dass Mütter beider Seiten eigentlich dasselbe Bedürnis hatten - nämlich, dass es ihren Kindern gut geht.

    Sie schreiben: "Wir Menschen sind von Natur aus Gewalttäter"

    Sind wir nicht. Wir sind von Natur aus vielmehr sozial und auf Zusammenarbeit angelegt. Wäre dem anders, wäre die Menschheit längst ausgestorben. Ein von Natur aus gewalttägiges Kind hätte nach Lage der Dinge über Hunderttausende von Jahren nicht überlebt. Es wäre eine zu große Belastung geworden.

    Zwei Belege aus inzwischen vielen möglichen.

    /Zitat
    (1) Das Kind ist ein soziales Wesen, und sein stärkster Beweggrund ist die Sehnsucht nach Zugehörigkeit. Seine Sicherheit oder Unsicherheit hängen ganz davon ab, ob es sich einer Gruppe zugehörig fühlt. Das ist sein Grundbedürfnis.
    (Dreikurs/Soltz: Kinder fordern uns heraus. 1964/2006 S. 24)

    (2) Die referierten Interaktionsstudien machen zwei grundlegende Sachverhalte deutlich, die es rechtfertigen, den menschlichen Säugling als primär sozial zu begreifen: Erstens ist das Kind von Anfang an ein kompetenter Teilnahmer in der sozialen Interaktion.
    Zweitens sucht es den sozialen Kontakt auch unabhäng von Triebbedürfnissen.
    (M. Dornes: Der kompetente Säugling 1993 S. 248)

    Richtig ist, dass uns die - spziell unsere - Kultur auf Gewaltbereitschaft hin ausbildet. Ideologische Erziehungsprogramme wie "Kinder brauchen Grenzen" legen dafür eine Grundlage, obwohl sie das Gegenteil anstreben.

    Passiert halt, wenn nicht wiss. Denken, sondern Ideologie die öffentliche Meinungsbildung (auch durch die Medien und autoritätshörigen Journalismus) und das soziale Klima prägen.

  4. 564. Helsig

    Kirstin Helsig hat nicht Selbstmord, um den Misstand der Migrantenpolitik aufmerksam zu machen. Sie war depressiv.

    Der Unterschied zwischen Helsig und Sarrazin ist, dass Helsig als Jugendrichterin quasi "vor Ort" war und versuchte, durch eigene Tat das Problem praktisch zu lösen. Und sie wurde von Kollegen dafür kritisiert, dass sie zu engagiert war und Überstunden machte, und dieses Engagement auch von ihren Kollegen einforderte (da an eine Aufstockung der Finanzmittel nicht zu denken war).

    Sie war in einem Sumpf versunken, wo sie alleine überfordert war. Sie war zu nah und zu tief dran an der Problematik.

  5. Das sehe ich auch so.

    Auch ohne Migrationshintergrund gibt es Probleme, z.B. dass Jugendliche aus Sozialbrennpunktwohnorten keine Ausbildungsplätze finden können. Weil Arbeitgeber in ihnen gleich ein "Problemfall" sehen, ohne die einzelen Jugendlichen persönlich kennen gelernt zu haben.

    Was sollen diese Jugendlichen machen? Sie können dann nur in ihrem Ghetto wohnen bleiben, und wenn sie trotzdem arbeiten wollen, dann finden sie nur innerhalb dieses Ghettosystems eine Möglichkeit - dadurch werden sie vom Ghetto abhängig.

    Und was Verständigung zwischen verfeindeten Gruppen angeht, gibt es beeindruckende Berichte z.B. aus Palestina. Wo Mütter, welche ihre Kinder durch Schießereien verloren haben und welche zuerst die Gegenseite (die Feinde) gehasst haben, mit Erstaunen festgestellt haben, dass Mütter beider Seiten eigentlich dasselbe Bedürnis hatten - nämlich, dass es ihren Kindern gut geht.

  6. Sie schreiben: "Wir Menschen sind von Natur aus Gewalttäter"

    Sind wir nicht. Wir sind von Natur aus vielmehr sozial und auf Zusammenarbeit angelegt. Wäre dem anders, wäre die Menschheit längst ausgestorben. Ein von Natur aus gewalttägiges Kind hätte nach Lage der Dinge über Hunderttausende von Jahren nicht überlebt. Es wäre eine zu große Belastung geworden.

    Zwei Belege aus inzwischen vielen möglichen.

    /Zitat
    (1) Das Kind ist ein soziales Wesen, und sein stärkster Beweggrund ist die Sehnsucht nach Zugehörigkeit. Seine Sicherheit oder Unsicherheit hängen ganz davon ab, ob es sich einer Gruppe zugehörig fühlt. Das ist sein Grundbedürfnis.
    (Dreikurs/Soltz: Kinder fordern uns heraus. 1964/2006 S. 24)

    (2) Die referierten Interaktionsstudien machen zwei grundlegende Sachverhalte deutlich, die es rechtfertigen, den menschlichen Säugling als primär sozial zu begreifen: Erstens ist das Kind von Anfang an ein kompetenter Teilnahmer in der sozialen Interaktion.
    Zweitens sucht es den sozialen Kontakt auch unabhäng von Triebbedürfnissen.
    (M. Dornes: Der kompetente Säugling 1993 S. 248)

    Richtig ist, dass uns die - spziell unsere - Kultur auf Gewaltbereitschaft hin ausbildet. Ideologische Erziehungsprogramme wie "Kinder brauchen Grenzen" legen dafür eine Grundlage, obwohl sie das Gegenteil anstreben.

    Passiert halt, wenn nicht wiss. Denken, sondern Ideologie die öffentliche Meinungsbildung (auch durch die Medien und autoritätshörigen Journalismus) und das soziale Klima prägen.

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    Das sehe ich nicht ganz so.

    Menschen werden nicht von Natur aus gewalttätig - das stimmt. Allerdings gilt das nur im Idealfall, wenn ihre Bedürfnisse immer befriedigt werden.

    Da man von dem Gegenüber aber auch nicht verlangen kann, dass man immer gewaltfrei behandelt wird, geht es drum, wie man dann reagiert.

    Und da tendiert der Mensch von Natur aus zu Gegengewalt.

    Deshalb gibt es auch in allen Sozialsystem, sei es Religion oder Recht, Regeln, die eine Eskalation verbietet.

    "Auge um Auge" bedeutet nämlich nicht, dass der Verletzte nun seinerseits Rache betreiben soll und das Auge des Täterd verletzten soll.

    Sondern, es ermahnt den Verletzten, dass er aus Rache nicht etwa zwei Augen verletzten darf.

    und von wem hat der erste Gewalttäter Gewalt gelernt?

    Es gehört zur Natur der Menschen, sich Kulturen zu schaffen.
    Alles, was wir an Verhaltensweisen bei Menschen beobachten können, gehört zum natürlich vorhandenen Potential, welches durch Kultur und Erziehung mehr oder weniger gefördert wird.

    Keine Kultur/Erziehung kann etwas hervorbringen, welches nicht als Anlage im Menschen vorhanden ist.
    Das gilt für all unsere Verhaltensweisen, die je nach Zeit und Ort unterschiedlich bewertet weren.

    Das sehe ich nicht ganz so.

    Menschen werden nicht von Natur aus gewalttätig - das stimmt. Allerdings gilt das nur im Idealfall, wenn ihre Bedürfnisse immer befriedigt werden.

    Da man von dem Gegenüber aber auch nicht verlangen kann, dass man immer gewaltfrei behandelt wird, geht es drum, wie man dann reagiert.

    Und da tendiert der Mensch von Natur aus zu Gegengewalt.

    Deshalb gibt es auch in allen Sozialsystem, sei es Religion oder Recht, Regeln, die eine Eskalation verbietet.

    "Auge um Auge" bedeutet nämlich nicht, dass der Verletzte nun seinerseits Rache betreiben soll und das Auge des Täterd verletzten soll.

    Sondern, es ermahnt den Verletzten, dass er aus Rache nicht etwa zwei Augen verletzten darf.

    und von wem hat der erste Gewalttäter Gewalt gelernt?

    Es gehört zur Natur der Menschen, sich Kulturen zu schaffen.
    Alles, was wir an Verhaltensweisen bei Menschen beobachten können, gehört zum natürlich vorhandenen Potential, welches durch Kultur und Erziehung mehr oder weniger gefördert wird.

    Keine Kultur/Erziehung kann etwas hervorbringen, welches nicht als Anlage im Menschen vorhanden ist.
    Das gilt für all unsere Verhaltensweisen, die je nach Zeit und Ort unterschiedlich bewertet weren.

  7. 567. Natur

    Das sehe ich nicht ganz so.

    Menschen werden nicht von Natur aus gewalttätig - das stimmt. Allerdings gilt das nur im Idealfall, wenn ihre Bedürfnisse immer befriedigt werden.

    Da man von dem Gegenüber aber auch nicht verlangen kann, dass man immer gewaltfrei behandelt wird, geht es drum, wie man dann reagiert.

    Und da tendiert der Mensch von Natur aus zu Gegengewalt.

    Deshalb gibt es auch in allen Sozialsystem, sei es Religion oder Recht, Regeln, die eine Eskalation verbietet.

    "Auge um Auge" bedeutet nämlich nicht, dass der Verletzte nun seinerseits Rache betreiben soll und das Auge des Täterd verletzten soll.

    Sondern, es ermahnt den Verletzten, dass er aus Rache nicht etwa zwei Augen verletzten darf.

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    Sie schreiben; "Menschen werden nicht von Natur aus gewalttätig"

    Die Behauptung, der ich widersprach, lautete anders:

    "Wir Menschen sind von Natur aus Gewalttäter"

    Und diese Behauptung lässt sich nach dem gegenwärtigen Stand der Sozialwissenschaften nicht aufrechterhalten, auch wenn Sie immer noch durch die Gegend geistert.

    Das heißt nicht, dass Menschen nicht selbstverständich für ihre Interessen eintreten - auch mit Gewalt, wenn diese entsprechend bedroht werden. Wie und in welcher Form, das bestimmen - statistisch betrachtet, nicht im Einzelfall - weitgehend Enkulturation, Sozialisation und das kulturelle Umfeld. Einfach ausgdrückt:

    Wer in eine Räuberbande hineingeboren wird, wird wahrscheinlich ein 'guter' Räuber; wer in ein gut aufeinander abgestimmtes katholisches Umfeld hineineboren wird, wird vermutlich ein 'guter' Katholik ... und so gibt es auch 'gute' Räuber, die 'gute' Katholiken sind.

    Unsere so genannte abendländisch-christliche Kultur ist weitgehend eine Kulter der Gewalt. Das förderte das Missverständnis, der 'Mensch' sei von Natur aus gewaltbereit und gewalttätig. Ist er nicht.

    Wir sind dabei, erste, kleine und schüchterne Schritte zu lernen, Gewalt- durch Kooperationslösungen zu ersetzen.

    Ganz kleines Beispiel: Moderation und Ausgleich statt Gericht und Verurteilung - Zauberformel: Kompromiss.

    Eine Erziehungsideologie des "Entweder- Oder" wie die "Kinder-brauchen-Grenzen-Ideologie" wirkt hier außerordentlich destruktiv.

    Sie schreiben; "Menschen werden nicht von Natur aus gewalttätig"

    Die Behauptung, der ich widersprach, lautete anders:

    "Wir Menschen sind von Natur aus Gewalttäter"

    Und diese Behauptung lässt sich nach dem gegenwärtigen Stand der Sozialwissenschaften nicht aufrechterhalten, auch wenn Sie immer noch durch die Gegend geistert.

    Das heißt nicht, dass Menschen nicht selbstverständich für ihre Interessen eintreten - auch mit Gewalt, wenn diese entsprechend bedroht werden. Wie und in welcher Form, das bestimmen - statistisch betrachtet, nicht im Einzelfall - weitgehend Enkulturation, Sozialisation und das kulturelle Umfeld. Einfach ausgdrückt:

    Wer in eine Räuberbande hineingeboren wird, wird wahrscheinlich ein 'guter' Räuber; wer in ein gut aufeinander abgestimmtes katholisches Umfeld hineineboren wird, wird vermutlich ein 'guter' Katholik ... und so gibt es auch 'gute' Räuber, die 'gute' Katholiken sind.

    Unsere so genannte abendländisch-christliche Kultur ist weitgehend eine Kulter der Gewalt. Das förderte das Missverständnis, der 'Mensch' sei von Natur aus gewaltbereit und gewalttätig. Ist er nicht.

    Wir sind dabei, erste, kleine und schüchterne Schritte zu lernen, Gewalt- durch Kooperationslösungen zu ersetzen.

    Ganz kleines Beispiel: Moderation und Ausgleich statt Gericht und Verurteilung - Zauberformel: Kompromiss.

    Eine Erziehungsideologie des "Entweder- Oder" wie die "Kinder-brauchen-Grenzen-Ideologie" wirkt hier außerordentlich destruktiv.

  8. Sie schreiben; "Menschen werden nicht von Natur aus gewalttätig"

    Die Behauptung, der ich widersprach, lautete anders:

    "Wir Menschen sind von Natur aus Gewalttäter"

    Und diese Behauptung lässt sich nach dem gegenwärtigen Stand der Sozialwissenschaften nicht aufrechterhalten, auch wenn Sie immer noch durch die Gegend geistert.

    Das heißt nicht, dass Menschen nicht selbstverständich für ihre Interessen eintreten - auch mit Gewalt, wenn diese entsprechend bedroht werden. Wie und in welcher Form, das bestimmen - statistisch betrachtet, nicht im Einzelfall - weitgehend Enkulturation, Sozialisation und das kulturelle Umfeld. Einfach ausgdrückt:

    Wer in eine Räuberbande hineingeboren wird, wird wahrscheinlich ein 'guter' Räuber; wer in ein gut aufeinander abgestimmtes katholisches Umfeld hineineboren wird, wird vermutlich ein 'guter' Katholik ... und so gibt es auch 'gute' Räuber, die 'gute' Katholiken sind.

    Unsere so genannte abendländisch-christliche Kultur ist weitgehend eine Kulter der Gewalt. Das förderte das Missverständnis, der 'Mensch' sei von Natur aus gewaltbereit und gewalttätig. Ist er nicht.

    Wir sind dabei, erste, kleine und schüchterne Schritte zu lernen, Gewalt- durch Kooperationslösungen zu ersetzen.

    Ganz kleines Beispiel: Moderation und Ausgleich statt Gericht und Verurteilung - Zauberformel: Kompromiss.

    Eine Erziehungsideologie des "Entweder- Oder" wie die "Kinder-brauchen-Grenzen-Ideologie" wirkt hier außerordentlich destruktiv.

    Antwort auf "Natur"
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    Grundsätzlich Zustimmung.

    Den Satz kann man ja so oder so sehen.

    Ein Mensch ist nicht von Geburt an von Natur aus automatisch gewalttätig.

    Ein Mensch ist aber von Natur aus so gebaut, dass er ohne entsprechende Intervention gewalttätig wird, wenn ihm Gewalt angetan wird.

    Deshalb ist es wichtig, dafür zu sorgen, dass auch Menschen, die gewalttätig erzogen wurden oder sonst Gewalt erfahren mussten, entsprechende Hilfe bekommen, so dass sie nicht in dieser Gewaltspirale gefangen werden.

    Auch vermittelnde Maßnahmen wie z.B. Mediation sind wichtig.

    Letztendlich hat ein Räuber auch selber das Bedürfnis, schlafen zu können, ohne Angst ausgeräubt zu werden. Ein Mitglied seiner Räuberbande wird nicht unbedingt seinen Kumpel ausrauben.

    Ich weiß nicht, was sie unter "Kinder-brauchen-Grenzen-Ideologie" verstehen. Ich glaube nicht, dass Kinder keine Grenzen brauchen. Grenzen respektieren lernen ist schon wichtig. Aber das ist noch keine Ideologie.

    Grundsätzlich Zustimmung.

    Den Satz kann man ja so oder so sehen.

    Ein Mensch ist nicht von Geburt an von Natur aus automatisch gewalttätig.

    Ein Mensch ist aber von Natur aus so gebaut, dass er ohne entsprechende Intervention gewalttätig wird, wenn ihm Gewalt angetan wird.

    Deshalb ist es wichtig, dafür zu sorgen, dass auch Menschen, die gewalttätig erzogen wurden oder sonst Gewalt erfahren mussten, entsprechende Hilfe bekommen, so dass sie nicht in dieser Gewaltspirale gefangen werden.

    Auch vermittelnde Maßnahmen wie z.B. Mediation sind wichtig.

    Letztendlich hat ein Räuber auch selber das Bedürfnis, schlafen zu können, ohne Angst ausgeräubt zu werden. Ein Mitglied seiner Räuberbande wird nicht unbedingt seinen Kumpel ausrauben.

    Ich weiß nicht, was sie unter "Kinder-brauchen-Grenzen-Ideologie" verstehen. Ich glaube nicht, dass Kinder keine Grenzen brauchen. Grenzen respektieren lernen ist schon wichtig. Aber das ist noch keine Ideologie.

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