Sahra Wagenknecht Ich bin nicht Gretchen

Sahra Wagenknecht, Politikerin der Partei "Die Linke", über die Schriftsteller Goethe, Peter Hacks und Thomas Mann – und den Feminismus der Alice Schwarzer.

Sahra Wagenknecht

Sahra Wagenknecht

DIE ZEIT: Frau Wagenknecht, Sie haben mal gesagt: »So, wie ich lebe, wollte ich nie leben.« Warum tun Sie es dann?

Sahra Wagenknecht: Das bezog sich auf das typische Leben eines Berufspolitikers. So möchte ich immer noch nicht leben. Schon im Europaparlament war es schwierig. Nachdem ich dann 2009 in den Bundestag gewählt wurde, habe ich das erste halbe Jahr so gelebt wie vermutlich die meisten Politiker: Ich ging früh aus dem Haus, kam spätabends zurück, hetzte von einem Termin zum nächsten. Ich hatte zu nichts mehr Zeit. Es ging nur darum, irgendwo dabei zu sein, und überhaupt nicht mehr darum, eigene Gedanken zu fassen. Ich habe dann die Notbremse gezogen und meine Termine deutlich reduziert. Nur so habe ich es geschafft, trotz Mandat ein neues Buch zu schreiben. Seither kämpfe ich um meine Freiräume. Ich glaube nicht, dass ich meinen Lebensentwurf verraten habe.

Anzeige

DIE ZEIT: Wie sah Ihr Lebensentwurf aus?

Wagenknecht: Als junge Frau wollte ich studieren und dann wissenschaftlich arbeiten. Ich hatte zwar auch mal angefangen, Dramen und Gedichte zu schreiben. Aber das waren frühe literarische Versuche, und es war schon richtig, dass ich einen anderen Weg gegangen bin.

Anfänge in der Politik

Sahra Wagenknecht wird 1969 in Jena geboren, 1988 macht sie Abitur in Berlin. 1989 tritt sie in die SED ein. Nach der Wende studiert sie Philosophie und Neuere deutscheLiteratur in Jena, Berlin und Groningen. 1991 wird sie in den Vorstand der SED-Nachfolgepartei PDS gewählt, den sie 1995 verlässt.

Mitglied der Linkspartei

Von 2004 bis 2009 sitzt sie für die Partei Die Linke im Europaparlament. 2007 wird sie erneut in den Parteivorstand gewählt. Seit September 2009 ist sie wirtschaftspolitische Sprecherin der Linken im Bundestag, seit Mai 2010 stellvertretende Parteivorsitzende.

In ihrem Buch Freiheit statt Kapitalismus will sie »die Marktwirtschaft vom Kapitalismus und den Sozialismus von der Planwirtschaft befreien«.

DIE ZEIT: Welche Thematik hatten diese Versuche – mehr Brecht oder mehr Goethe?

Wagenknecht: Ich war damals sehr beeinflusst von Peter Hacks, mit dem ich persönlich bekannt war. Ich hatte mich in Ästhetik und die Technik des Dramas eingearbeitet und begonnen, ein historisches Drama in fünfhebigen Jamben zu schreiben. Es war eine interessante Erfahrung, mehr nicht.

DIE ZEIT: War Hacks ein Held für Sie?

Wagenknecht: Mit dem Heldenbegriff kann ich wenig anfangen. Vor einem Helden erstarrt man, man schaut nach oben und ist in tiefer Demut. Ich hege große Verehrung für Goethe, und ich halte auch Peter Hacks für einen großen Dichter, aber Helden habe ich in meinem Leben nicht unbedingt gehabt.

DIE ZEIT: In Ihrem Büro sollen Bilder von Goethe, Richelieu und Ulbricht hängen.

Wagenknecht: Ein Bild von Ulbricht hat früher mal, noch zu DDR-Zeiten, in meiner Wohnung gehangen, das war so ein gewisser Trotz. Man kann heute ja schon den Namen nicht in den Mund nehmen, weil jeder auf »näselnde Sprache« und »lächerlich« abhebt. Trotzdem war Ulbricht derjenige, der Ende der fünfziger Jahre relativ klar gesehen hat, dass die DDR radikale Reformen braucht. Er hat solche Reformen dann auch vorangebracht. Das hieß damals Neues Ökonomisches System und war in den Grundideen ziemlich vernünftig. Dafür ist er dann von Honecker gestürzt worden. Danach war Ulbricht in der DDR eine Unperson.

DIE ZEIT: Gibt es diese Bildergalerie noch?

Wagenknecht: Nein, als Studentin ist das etwas anderes. Da hing auch Napoleon bei mir an der Wand, und Marx und Hegel. Ich glaube, dass sich junge Leute oft Bilder von Menschen an die Wände hängen, die ihnen irgendwie wichtig sind.

DIE ZEIT: Familienministerin Kristina Schröder hatte sich ein Poster Helmut Kohls an die Wand gehängt.

Wagenknecht: In die Versuchung bin ich nie gekommen.

DIE ZEIT: Wer hängt heute bei Ihnen an der Wand?

Wagenknecht: Goethe.

DIE ZEIT: Können Sie die Faust-Verse noch auswendig?

Wagenknecht: Ich hatte einmal Glück, als Reinhold Beckmann mich in seiner Talkshow auf eine Stelle getestet hat. Genau die konnte ich noch, aber er hätte auch eine andere erwischen können. Ich habe ja nicht die Zeit gehabt, das immer wieder aufzufrischen. Der Sinn des Auswendiglernens war auch ein anderer: Dadurch habe ich viele Textstellen entdeckt, über die ich beim einfachen Lesen hinweggegangen wäre. Und man ist gezwungen, über dunkle Stellen so lange nachzudenken, bis man sie begreift. Denn Verse, die man nicht versteht, merkt man sich nicht. Insofern war es mehr ein Prozess, sich mit dem Werk auseinanderzusetzen, als dass ich unbedingt alles auswendig behalten wollte.

DIE ZEIT: Haben Sie sich mit Goethes Blick auf die Frauen auseinandergesetzt?

Wagenknecht: Seine Beziehung zu Christiane Vulpius war ja eine völlig andere als die zu Marianne Willemer, die kongeniale Verse zum West-östlichen Divan beigesteuert hat. Man kann das alles ohnehin nicht auf unsere Zeit übertragen. Die Frau hatte damals gesellschaftlich eine viel schlechtere, schwächere Stellung. Goethe war sicher nicht der große Frauenbefreier, aber er hat große Frauengestalten in seiner Literatur geschaffen, neben Gretchen auch die Helena. Ich würde mich jetzt nicht in Gretchen wiederfinden.

DIE ZEIT: Goethe war Denker und Poet, Genießer und Macher: wichtige Eigenschaften auch für heutige Politiker?

Wagenknecht: Ein kreativer Politiker kann man nicht sein, wenn man nicht ein reiches und erfülltes privates Leben hat und sich die Zeit nimmt, produktiv geistig zu arbeiten. Ein Dichter kann nicht dichten, wenn er nicht liebt. Ein Politiker kann vermutlich auch ohne Liebe Politik machen, aber es ist dann wahrscheinlich schlechte Politik.

DIE ZEIT: Sind Sie gründlich?

Wagenknecht: Ich glaube, ja.

DIE ZEIT: Pedantisch?

Wagenknecht: Die Frage ist, wo man die Grenzlinie zwischen gründlich und pedantisch zieht. Pedantisch im täglichen Leben bin ich hoffentlich nicht.

DIE ZEIT: Ist die Welt der Politik für die Gründlichen gemacht?

Wagenknecht: Sie ist wie geschaffen für die Oberflächlichen. Man kann heute fast nicht gründlich sein. Wenn das schon in der Opposition so ist, ahne ich, wie der Terminkalender eines Ministers aussieht. Man ist gejagt von einem Termin zum nächsten. Wenn man sich diesem Alltag unterordnet, bleibt kaum Raum für eigenständige Gedanken. Am Ende kommt genau die Art Politik dabei heraus, die wir heute haben: nichts Neues, nichts Kreatives, nur noch Verwalten und Auf-Zeit-Spielen. Insofern muss man sich schon sehr bewusst dagegen entscheiden, das zu tun, was alle anderen machen. Wenn man nicht oft genug bestimmte Veranstaltungen wahrnimmt, nicht oft genug in Sitzungen ist, dann wird einem das auch vorgehalten, und man macht sich angreifbar. In meiner Rolle kann man sich noch irgendwie rausziehen; aber je höher die Funktion, desto schwieriger wird das. Wenn man wie ein Hamster im Rad läuft, sieht man irgendwann tatsächlich keine Alternativen mehr. Das stets gepredigte »Es gibt keine Alternative« rührt sicher auch daher, dass die meisten Politiker schlicht keine Zeit mehr haben, über tatsächliche Alternativen auch nur nachzudenken.

DIE ZEIT: Wir haben mal ein paar Etiketten zusammengesucht, die man Ihnen über die Jahre immer wieder angeheftet hat: »schwarzhaarige Sirene«, »Neostalinistin«, »Ultrakommunistin«, »rotes Teufelchen«, »schönste Linke aller Zeiten«, »Hummerkommunistin«, »Geliebte Oskar Lafontaines«. Was hat Sie am meisten getroffen?

Wagenknecht: Na, zumindest das eine oder andere Etikett war ja ganz nett. Aber die anderen, das kann man gar nicht quantifizieren, das meiste ist irgendwie abwertend. Man will mich in eine Schublade packen und entweder meine Glaubwürdigkeit infrage stellen – wer Hummer isst, kann doch kein konsequenter Linker sein! – oder mir eine Grusel-Aura anhängen, sodass die Leute Angst bekommen, dass hier in Deutschland Gulags entstehen, wenn ich mehr Rückhalt bekomme. Es sind üble Denunziationen. Ich habe nichts dagegen, wenn es heißt: Die will den Kapitalismus überwinden. Die will bestimmte Unternehmen verstaatlichen. Das findet auch mancher schlimm, aber okay, das stimmt, und dazu stehe ich. Mit solchen Vorwürfen kann ich mich auseinandersetzen. Demütigend finde ich Dinge, die einen in ein schräges Licht setzen und gegen die man sich nicht wehren kann.

DIE ZEIT: Fällt es einem Mann leichter, solche Dinge auszuhalten?

Wagenknecht: Na ja, es gibt schon auch sensible Männer. Es geht mehr darum, wie dick das Fell ist.

DIE ZEIT: Wie dick ist Ihr Fell?

Wagenknecht: Nicht so dick, wie es zu sein scheint. Wenn ich so etwas lese, dann trifft das. Und ich ärgere mich, dass es trifft. Nun gut, über »rotes Teufelchen« gräme ich mich nicht, und die schwarze Sirene ist auch geschenkt. Aber andere Sachen steckt man nicht weg. Ich werde dann auch manchmal auf der Straße oder im Supermarkt angesprochen. Meistens ist das nett, aber ich will das trotzdem nicht hören: Sie Arme, was die mit Ihnen machen... Wenn es ganz dicke kam, hatte ich schon manchmal das Gefühl, am liebsten würde ich meine Wohnung ein paar Tage nicht verlassen.

DIE ZEIT: Gibt es Frauensolidarität in der Politik?

Wagenknecht: Das wird völlig überschätzt. Ich sehe das nirgends, nicht mal beim Thema Gleichstellung. Immerhin gibt es auch in der Politik Frauen, die für reale Gleichberechtigung keinen Finger krumm machen.

DIE ZEIT: Ist der »Krieg der Geschlechter« für Sie noch eine Kategorie?

Wagenknecht: Ich sehe keinen Krieg der Geschlechter. Es gibt in vielen Bereichen dieser Gesellschaft nach wie vor eine Männerdominanz. Das hat mit gesellschaftlichen Strukturen zu tun, aber deswegen sehe ich mich nicht im »Krieg« mit den Männern. Ich finde es absurd, wenn Frauen sagen, es ist immer besser, wenn eine Frau dran ist. Nehmen Sie die Kanzlerin: Einen progressiven Mann hätte ich lieber an der Spitze als eine konservative Frau.

DIE ZEIT: Alice Schwarzer hat Familienministerin Schröder vorgeworfen, dass sie den Namen ihres Mannes angenommen hat.

Wagenknecht: Der Vorwurf ist anmaßend. Frau Schröder kämpft nicht für Frauenrechte und Emanzipation, das würde ich ihr politisch vorwerfen. Aber welchen Namen sie wählt, ist ihre private Entscheidung, die keiner zu kommentieren hat.

DIE ZEIT: Was hatte Ihr Mann gegen den Namen Wagenknecht?

Wagenknecht: Wenn man eine Frau hat, die relativ bekannt ist, wird man schon oft genug als Herr Wagenknecht angesprochen. Die Variante, dass jeder seinen Namen behält, finde ich ganz gut.

DIE ZEIT: Mögen Sie Alice Schwarzer?

Wagenknecht: Sie hatte in der Vergangenheit unstrittig Verdienste, was die Frauenbewegung und den Kampf um Gleichstellung betrifft. Und natürlich liegt da immer noch vieles im Argen. Man muss nur auf die Lohnzettel schauen, um zu sehen, dass Frauen nicht gleichberechtigt sind. Mich stört an Frau Schwarzer, dass sie sich auf Nebenschauplätzen herumtreibt – und sich viel zu wenig mit dem entscheidenden Fundament der Emanzipation beschäftigt: der sozialen Frage. Habe ich die Möglichkeit, zu arbeiten und gleichzeitig Familie zu haben? Kann ich meine Kinder materiell absichern? Man muss über gleiche Löhne für Frauen und Männer reden, über Kinderbetreuung, über das demütigende Regiment von Hartz IV und über das Schicksal von Alleinerziehenden. Wer Emanzipation großschreibt, muss die sozialen Fragen thematisieren, sonst bleibt es bei hohler Scheinemanzipation.

DIE ZEIT: Wäre das Mikro aus, würden Sie sagen: Alice Schwarzer nervt.

Wagenknecht: Meinen Sie? Das Mikro ist aber nicht aus.

DIE ZEIT: Wollen Sie die DDR wiederhaben?

Wagenknecht: Diese Frage ist nicht Ihr Ernst.

DIE ZEIT: Es ist das Land, in dem Sie aufwuchsen.

Wagenknecht: Wir reden über Frauenleben. Da muss ich sagen: Ja, ich möchte bestimmte Frauenrechte, die es in der DDR gab, wiederhaben. Es war eine Selbstverständlichkeit, dass Frauen arbeiteten und dafür nicht als Rabenmütter galten. Auch auf den Leitungsebenen oder unter Professoren an der Uni gab es viel mehr Frauen. Es gab eine gut entwickelte Infrastruktur bei der Kinderbetreuung. Dass dies alles zerstört wurde, ist ein Rückschritt gewesen. Aber deswegen will ich natürlich nicht die DDR mit ihrem ökonomischen System zurück. Wer nicht begreift, dass das nicht funktioniert hat, hat sich nicht mit Volkswirtschaft beschäftigt. Das kann sicher nicht die Perspektive sein – und die politischen Strukturen schon gar nicht.

DIE ZEIT: Sie sind erst im Frühsommer 1989 in die SED eingetreten.

Wagenknecht: Damals zeichnete sich ab, dass die DDR sich grundlegend verändern muss – oder untergehen wird. Ich wollte, dass sich der Sozialismus in der DDR so wandelt, dass er endlich attraktiv für die Leute wird. Zugleich war im Frühjahr 89 der Opportunismus derjenigen, die ihr Fähnchen nach dem neuen Wind ausrichteten, schon deutlich spürbar. Beides war für mich ein Grund, in die SED zu gehen, ganz abgesehen davon, dass mich die SED vorher wahrscheinlich nicht genommen hätte. Ich war ja in einem sozialen Status, den es in der DDR eigentlich nicht gab. Ich durfte nicht studieren und hatte keinen regulären Arbeitsplatz. Die Arbeit, die man mir zunächst vermittelt hatte, erschien mir sinnlos. Ich hatte in der Universitätsverwaltung eine Sekretärin ersetzt.

DIE ZEIT: Das ist doch nicht sinnlos.

Wagenknecht: Für eine junge Frau, die Philosophie studieren will und Hegel und Kant im Kopf hat, ist es nicht sehr anspruchsvoll, stattdessen Texte vom Chef der Abteilung mit der Schreibmaschine abtippen zu müssen. Der arme Mensch war ja sehr geduldig mit mir, immerhin habe ich immer an seinen Texten herumgeändert, aber ich glaube, er war froh, als ich nicht mehr da war. Nach drei Monaten habe ich gekündigt.

DIE ZEIT: Man konnte so einfach kündigen?

Wagenknecht: Sicher konnte man in der DDR kündigen. Das Problem war, dass man aus allen Netzen fiel. Es gab ja kein Arbeitslosengeld oder so was. Ich habe dann Nachhilfe für Mathematik und Russisch gegeben und konnte halbwegs überleben. Nur war so etwas in der DDR eigentlich nicht vorgesehen, weil das quasi eine selbstständige Tätigkeit war. Ich wäre Anfang der Achtziger wohl nicht in der SED aufgenommen worden. Aber 1989 war das alles egal, da war man froh, wenn es überhaupt noch Interesse gab. Damals habe ich das erste Mal darüber nachgedacht, mich politisch zu engagieren. Vorher war mir das völlig fremd.

DIE ZEIT: Ihr persischer Vater ist aus Ihrem Leben verschwunden, als Sie ganz klein waren. Er kam von einer Reise nach Iran nicht mehr zurück, bis heute ist sein Schicksal unbekannt.

Wagenknecht: Ich weiß ja nicht, wie mein Leben verlaufen wäre, wenn mein Vater dageblieben wäre. Natürlich ist das ein Verlustschmerz, den man mit ins Leben nimmt.

DIE ZEIT: Sie haben sich nach ihm gesehnt.

Wagenknecht: Die klassische Rolle des Vaters ist die des Beschützers. Wenn der Vater nicht da ist, muss man sich selbst beschützen. Es gibt niemanden mehr, der einen auf den Schultern trägt, wo ein Kind sich groß und sicher fühlt. Man erlernt früher Verantwortung, wenn man ohne Vater aufwächst. Meine Mutter war berufstätig, ich war als Kind sehr viel allein.

DIE ZEIT: Haben Sie das Bedürfnis gespürt, in das Land Ihres Vater zu reisen und ihn zu suchen?

Wagenknecht: Ich habe das immer mal überlegt. Die Wahrscheinlichkeit, dass mein Vater noch am Leben ist, ist gering. Aber solange ich nicht hinfahre, weiß ich das wenigstens nicht sicher. Ich möchte lieber die Erinnerung so bewahren, wie sie ist.

DIE ZEIT: Das Verschwinden Ihres Vaters, der Zusammenbruch der DDR – all das waren Wegmarken Ihres Lebens. Was hat Sie noch besonders geprägt?

Wagenknecht: Mir fällt ein Buch ein, Doktor Faustus von Thomas Mann, mit dem tragischen Ende des Helden. Ich habe es 1990 gelesen. Danach hatte ich das Gefühl: Wenn ich nicht politisch tätig werde, sondern die Entwicklung nur intellektuell begleite und für mich kommentiere, dann gerate ich vielleicht auch in einen abgrundtiefen, zerstörerischen Zynismus. Adrian Leverkühn zeigt eindrucksvoll und erschreckend, wie das enden kann.

DIE ZEIT: Wie darf man sich Sahra Wagenknecht als junges Mädchen vorstellen?

Wagenknecht: Ich war ziemlich eigen und eine Einzelgängerin. Als Kind habe ich lange vor der Schulzeit Lesen und Schreiben gelernt. Als Jugendliche fand ich das zurückgezogene Leben mit meinen Büchern interessanter als Diskotheken.

DIE ZEIT: Wissen Sie, in welche Eigenschaft eines Jungen Sie sich zum ersten Mal verliebt haben?

Wagenknecht: Nein. Aber ich glaube nicht, dass ich mich in einen Mann verlieben könnte, den ich als unterlegen empfinde. Das war damals schon so.

 
Leser-Kommentare
  1. "Ein kreativer Politiker kann man nicht sein, wenn man nicht ein reiches und erfülltes privates Leben hat und sich die Zeit nimmt, produktiv geistig zu arbeiten. Ein Dichter kann nicht dichten, wenn er nicht liebt. Ein Politiker kann vermutlich auch ohne Liebe Politik machen, aber es ist dann wahrscheinlich schlechte Politik."

    Und genau daran kranken 99,9% unserer Politiker heutzutage.

    Vielen Dank für das vernünftige Interview.

    52 Leser-Empfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    dann zu den 99,9%?

    Naja. Die Antworten sind vernuenftig - die Fragen oft ein bisschen flach.

    dann zu den 99,9%?

    Naja. Die Antworten sind vernuenftig - die Fragen oft ein bisschen flach.

    • Catire
    • 25.07.2011 um 7:38 Uhr

    Es ist wohltuend, zu sehen, dass sich die ZEIT allmählich wieder etwas mehr von der heutzutage üblichen Schwarz-Weiß-Malerei und der plakativen Einteilung der Welt in Gut und Böse der meisten deutschen Medien distanziert. Herzlichen Glückwunsch zu diesem Interview. Wer sich auch nur ein wenig die Mühe macht, sich mit der Person und den Gedanken von Sarah Wagenknecht sachlich auseinander zu setzen,kommt nicht umhin festzustellen, dass es zur Zeit nur wenige Politiker und Politikerinnen in Deutschland gibt, die ihr Charisma besitzen und ihr intellektuell das Wasser reichen können.

    57 Leser-Empfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • Juni29
    • 25.07.2011 um 8:16 Uhr

    seh ich jetzt nicht. Beziehungsweise ist es eins, das mir unsympathisch ist. Aber ich hab sie durch das Interview schon besser verstanden. Das was mir unsympathisch ist, ist wohl dieses etwas Verbissene, was verständlich wird, wenn sie sagt, es hat etwas Beschützendes in ihrer Kindheit gefehlt, ich bin nicht so, weil ich mich von allein gerne durchsetze und kämpfe, sondern weil ich es musste. Da ist etwas Gezwungenes in der Ausstrahlung.

    Sie macht, wenn man sie sieht, keinen freien und glücklichen Eindruck. Das ist natürlich nicht so attraktiv. Ein Charisma, das mich eher abschreckt. Das ist vermutlich nicht fair. Wer den Schaden hat, kriegt immer noch einen Nachteil gratis obendrauf in der gesellschaftlichen Betrachtung. Und die Leute die es leicht hatten, kommen leicht gut an (man denke an Guttenberg!!!).

    • Juni29
    • 25.07.2011 um 8:16 Uhr

    seh ich jetzt nicht. Beziehungsweise ist es eins, das mir unsympathisch ist. Aber ich hab sie durch das Interview schon besser verstanden. Das was mir unsympathisch ist, ist wohl dieses etwas Verbissene, was verständlich wird, wenn sie sagt, es hat etwas Beschützendes in ihrer Kindheit gefehlt, ich bin nicht so, weil ich mich von allein gerne durchsetze und kämpfe, sondern weil ich es musste. Da ist etwas Gezwungenes in der Ausstrahlung.

    Sie macht, wenn man sie sieht, keinen freien und glücklichen Eindruck. Das ist natürlich nicht so attraktiv. Ein Charisma, das mich eher abschreckt. Das ist vermutlich nicht fair. Wer den Schaden hat, kriegt immer noch einen Nachteil gratis obendrauf in der gesellschaftlichen Betrachtung. Und die Leute die es leicht hatten, kommen leicht gut an (man denke an Guttenberg!!!).

    • Juni29
    • 25.07.2011 um 7:58 Uhr

    hat Frau Wagenknecht recht. Auch wenn ich die Auffassung der Verdienste von Alice Schwarzer nicht teilen kann. Das ist so ein Stereotyp, das jedesmal kommt, wenn der Name fällt, aber absolut keiner kritischen Betrachtung standhält.

    Anstatt dass sich für Frauen tatsächlich etwas verbessert, dass Kinderkriegen für Frauen kein Risiko ist ins soziale Abseits zu geraten, bessere Gehälter, anspruchsvollere Jobs ist die Verantwortung der Väter für ihre Kinder zu Lasten der Mütter sogar noch zurückgegangen. Und die Achtung für Mütter kaum noch verhanden. Eine Frau, die etwas für ihre Kinder tut, wird mit "selber Schuld" und "sie hats ja nicht anders gewollt" kommentiert, um ihren Nachteil bei Geld, Macht und Selbstbestimmung zu rechtfertigen.

    Anstatt bei diesen Essentialia anzusetzen, profiliert sich Alice Schwarzer über Kachelmann und Frauenfußball! Bei Kachelmann lässt sich die Frage nach dem Unrechtsgehalt einfach nicht beantworten, bei der Normalsituation einer alleinerziehenden Mutter schon!

    Ob jemand gerne Frauenfußball sieht oder nicht, ist doch ganz ehrlich auch keine weltbewegende Frage... zudem wird der Eindruck erweckt, daran würde es bei der Emanzipation noch scheitern. Ne es scheitert daran, dass selbst in staatlichen Berufen, wie an den Universitäten der Frauenanteil bei den gut dotierten Stellen einfach lächerlich niedrig ist (und sich seit 30 Jahren kaum verbessert hat). Troz besserer Abschlüsse der Frauen und auch in Fachbereichen mit 80 Prozent Frauenanteil.

    12 Leser-Empfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    erlebe ich als Mutter in Deutschland schon sehr. Ich erfahre immer wieder verbal und auch in Taten, dass Menschen in meinem näheren und weiteren Umfeld mit Achtung gegenüber an den Tag legen, weil ich tue, was ich tue.

    Ich vermute aber mal, dass es um Mütter ging, die nichts anderes tun, als sich aufs Muttersein zu reduzieren und da geht leider selbst mir die Achtung ab.

    war für viele Frauen eine große Hilfe. Ich erinnere mich an eine Dokumentation über Schwarzers Engagement für gleiche Bezahlung vor einigen Jahrzehnten, als in einem Betrieb die Frauen massiv weniger für gleiche Tätigkeiten erhielten.

    Ich weiß von meiner Mutter, wie erwerbstätige Frauen in den Jahren behandelt wurden, dass man ihnen durch den Ehemann diese Tätigkeit verbieten lassen konnte, dass man danach belächelt und mit einem "Geh ruhig arbeiten, wenn Du Deine anderen Pflichten dann noch erledigen kannst"- in die Erwerbstätigkeit entließ und wie man sich als Frau mit prekären Tätigkeiten trotz guter Ausbildung beschäftigte und damit nach einem Ausfall des Ernährers steifen Schrittes in die Altersarmut lief, die bis heute weiblich ist.

    Und nicht zuletzt hat sie viel für die Verfügung der Frau über ihren eigenen Körper erreicht und das nicht nur im Rahmen der § 218-Debatte. Auch die Vergewaltigung in der Ehe und häusliche Gewalt immer wieder zu thematisieren ist ihr zu verdanken, sodass es heute beispielsweise Gewaltschutzgesetze gibt.

    Ich kann die Verdienste für den Alltag von Frauen gar nicht hoch genug einschätzen und erlebe täglich, dass mein Leben durch viele von Schwarzer und Co vor vielen Jahrzehnten angestoßenen und immer wieder thematisierten Fragen ein besseres ist als es das der Nachkriegsjahrzehnte bis in die 80er hinein war.

    Ihre These "...ist die Verantwortung der Väter für ihre Kinder zu Lasten der Mütter sogar noch zurückgegangen." im Raum stehen ohne jeglichen Nachweis oder Begründung.

    "Troz besserer Abschlüsse der Frauen und auch in Fachbereichen mit 80 Prozent Frauenanteil."

    Warum Frauen bessere Abschlüsse haben, möchte ich hier nicht erwähnen, wäre am thema vorbei.

    Es gibt Fachbereiche da sind fasr nur Professorinnen vertreten.

    Gleiches Geld für gleiche Arbeit ist schon längst durchgesetzt.

    Die Volksverdummung setzt dabei ein, wo suggeriert wird, dass obige Gleichheitheit nicht gilt, obwohl es andere Gründe hat (z.B. Teilzeitarbeit etc.)

    erlebe ich als Mutter in Deutschland schon sehr. Ich erfahre immer wieder verbal und auch in Taten, dass Menschen in meinem näheren und weiteren Umfeld mit Achtung gegenüber an den Tag legen, weil ich tue, was ich tue.

    Ich vermute aber mal, dass es um Mütter ging, die nichts anderes tun, als sich aufs Muttersein zu reduzieren und da geht leider selbst mir die Achtung ab.

    war für viele Frauen eine große Hilfe. Ich erinnere mich an eine Dokumentation über Schwarzers Engagement für gleiche Bezahlung vor einigen Jahrzehnten, als in einem Betrieb die Frauen massiv weniger für gleiche Tätigkeiten erhielten.

    Ich weiß von meiner Mutter, wie erwerbstätige Frauen in den Jahren behandelt wurden, dass man ihnen durch den Ehemann diese Tätigkeit verbieten lassen konnte, dass man danach belächelt und mit einem "Geh ruhig arbeiten, wenn Du Deine anderen Pflichten dann noch erledigen kannst"- in die Erwerbstätigkeit entließ und wie man sich als Frau mit prekären Tätigkeiten trotz guter Ausbildung beschäftigte und damit nach einem Ausfall des Ernährers steifen Schrittes in die Altersarmut lief, die bis heute weiblich ist.

    Und nicht zuletzt hat sie viel für die Verfügung der Frau über ihren eigenen Körper erreicht und das nicht nur im Rahmen der § 218-Debatte. Auch die Vergewaltigung in der Ehe und häusliche Gewalt immer wieder zu thematisieren ist ihr zu verdanken, sodass es heute beispielsweise Gewaltschutzgesetze gibt.

    Ich kann die Verdienste für den Alltag von Frauen gar nicht hoch genug einschätzen und erlebe täglich, dass mein Leben durch viele von Schwarzer und Co vor vielen Jahrzehnten angestoßenen und immer wieder thematisierten Fragen ein besseres ist als es das der Nachkriegsjahrzehnte bis in die 80er hinein war.

    Ihre These "...ist die Verantwortung der Väter für ihre Kinder zu Lasten der Mütter sogar noch zurückgegangen." im Raum stehen ohne jeglichen Nachweis oder Begründung.

    "Troz besserer Abschlüsse der Frauen und auch in Fachbereichen mit 80 Prozent Frauenanteil."

    Warum Frauen bessere Abschlüsse haben, möchte ich hier nicht erwähnen, wäre am thema vorbei.

    Es gibt Fachbereiche da sind fasr nur Professorinnen vertreten.

    Gleiches Geld für gleiche Arbeit ist schon längst durchgesetzt.

    Die Volksverdummung setzt dabei ein, wo suggeriert wird, dass obige Gleichheitheit nicht gilt, obwohl es andere Gründe hat (z.B. Teilzeitarbeit etc.)

  2. einen männlichen Oppositions-Politiker auch gefragt hätte, in welche Eigenschaft eines Mädchens er sich zum ersten Mal verliebt und wie man sich ihn als jungen Jungen vorzustellen habe? Oder festgestellt hätte, daß man sich nach dem verschwundenen Vater sehne? Oder befunden hätte, daß ein Job als Sekretär statt eines Studienplatzes nicht sinnlos sei?

    Es fehlen eigentlich nur noch die Fragen, warum Frau Wagenknecht keine Kinder habe und wie sie es denn mit Schweißflecken und Dekolleté halte. Peinlich für die beiden Interviewer und beinahe erstaunlich, wie sachlich und professionell Sarah Wagenknecht antwortet.

    25 Leser-Empfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    die durchaus als Frau und nicht als Mannweib auftritt und die mit ihrem Hübschsein auch Karriere gemacht hat, darf man sowas fragen. Und - wie schon festgestellt - sie gibt noch nichtmal eine blöde Antwort darauf. Sondern eine, die recht deutlich zu dem Typ Frau passt, der auch im Rest des Interviews durchscheint.

    Aufgabe von guten Interviewern ist, die Persönlichkeit rauszukitzeln. Und das gelingt. Also, locker machen.

    das so sehen - ich dachte ähnlich, natürlich von meiner Warte aus. Insgesamt hätte ich von einem Profi andere Antworten zu den nicht eben dankbaren Fragen erwartet.

    So bleibt der Eindruck wie in meinem anderen Kommentar beschrieben.

    Das ist doch prima, dass Frauen andere stereotype Fragen bekommen als Männer und Frau Wagenknecht hat sie ja auch souverän beantwortet. Sie ist der sehr lebendige Beweis, dass Frauen zusätzliche Qualitäten in die Politik einbringen. Ich finde es positiv, dass man auch ohne Photo und sprachlich "entgendert" mitbekommt dass eine Frau interviewt wurde. Frauen gehören in die Politik nicht nur aus Proporzgründen.

    Sie sagt ja einmal selbst, auf Seite 4:
    "Wir reden über Frauenleben".

    Dementsprechend werden auch andere Fragen gestellt.

    Mich hat mehr verwundert, weshalb da keine Nachfrage kam, warum Sie ein Bild von Napoleon bei sich hängen hatte. Ist zumindest etwas, das mich selbst sofort interessiert hätte, wenn man mir das sagt. Nicht einmal, weil es mich schockiert hätte, sondern weil es danach klingt, als ob derjenige sehr differenziert Personen bewertet und nicht unr obeflächlich in "gut" und "böse".

    Bisschen Schade ist das mit der angeblich fehlenden Gleichberechtigung, und als Beweis dafür der Lohnunterschied, der ja nun so nicht stimmt.

    Allerdings erwarte ich auch nicht von jedem Politiker, sich darin exakt auszukennen, außer er stelle in dem Bereich klare Forderungen. Sie setzt sich ja allgemein für die soziale Frage ein und nicht nur für Frauen.

    • leon1
    • 26.07.2011 um 19:27 Uhr

    Politiker sich das erste mal verliebt hat und wie man ihn sich als Jungen vorzustellen hat.Das rundet die persoehnlichkeit ab.
    Und ich bin ein Mann.

    Ich möchte mich sowohl "dame.von.welt" -
    "Ob Die Zeit einen männlichen Oppositions-Politiker auch gefragt hätte, in welche Eigenschaft eines Mädchens er sich zum ersten Mal verliebt und wie man sich ihn als jungen Jungen vorzustellen habe? [...] Oder befunden hätte, daß ein Job als Sekretär statt eines Studienplatzes nicht sinnlos sei? [...] Peinlich für die beiden Interviewer und beinahe erstaunlich, wie sachlich und professionell Sarah Wagenknecht antwortet." - anschließen, als auch "leon1" - "Also mich wuerde schon interessieren wann ein maennlicher
    Politiker sich das erste mal verliebt hat und wie man ihn sich als Jungen vorzustellen hat.".

    Ich fände es ja auch akzeptabel, wenn Politikerinnen UND Politiker bei solcher Art Interviews gleichberechtigt persönliche Fragen gestellt bekämen.
    So ist es aber noch lange nicht...
    In der aktuellen tendenziell immer noch patriarchal geprägten Medienwelt wirken diese Fragen daher auf mich (ungewollt?) sexistisch!

    die durchaus als Frau und nicht als Mannweib auftritt und die mit ihrem Hübschsein auch Karriere gemacht hat, darf man sowas fragen. Und - wie schon festgestellt - sie gibt noch nichtmal eine blöde Antwort darauf. Sondern eine, die recht deutlich zu dem Typ Frau passt, der auch im Rest des Interviews durchscheint.

    Aufgabe von guten Interviewern ist, die Persönlichkeit rauszukitzeln. Und das gelingt. Also, locker machen.

    das so sehen - ich dachte ähnlich, natürlich von meiner Warte aus. Insgesamt hätte ich von einem Profi andere Antworten zu den nicht eben dankbaren Fragen erwartet.

    So bleibt der Eindruck wie in meinem anderen Kommentar beschrieben.

    Das ist doch prima, dass Frauen andere stereotype Fragen bekommen als Männer und Frau Wagenknecht hat sie ja auch souverän beantwortet. Sie ist der sehr lebendige Beweis, dass Frauen zusätzliche Qualitäten in die Politik einbringen. Ich finde es positiv, dass man auch ohne Photo und sprachlich "entgendert" mitbekommt dass eine Frau interviewt wurde. Frauen gehören in die Politik nicht nur aus Proporzgründen.

    Sie sagt ja einmal selbst, auf Seite 4:
    "Wir reden über Frauenleben".

    Dementsprechend werden auch andere Fragen gestellt.

    Mich hat mehr verwundert, weshalb da keine Nachfrage kam, warum Sie ein Bild von Napoleon bei sich hängen hatte. Ist zumindest etwas, das mich selbst sofort interessiert hätte, wenn man mir das sagt. Nicht einmal, weil es mich schockiert hätte, sondern weil es danach klingt, als ob derjenige sehr differenziert Personen bewertet und nicht unr obeflächlich in "gut" und "böse".

    Bisschen Schade ist das mit der angeblich fehlenden Gleichberechtigung, und als Beweis dafür der Lohnunterschied, der ja nun so nicht stimmt.

    Allerdings erwarte ich auch nicht von jedem Politiker, sich darin exakt auszukennen, außer er stelle in dem Bereich klare Forderungen. Sie setzt sich ja allgemein für die soziale Frage ein und nicht nur für Frauen.

    • leon1
    • 26.07.2011 um 19:27 Uhr

    Politiker sich das erste mal verliebt hat und wie man ihn sich als Jungen vorzustellen hat.Das rundet die persoehnlichkeit ab.
    Und ich bin ein Mann.

    Ich möchte mich sowohl "dame.von.welt" -
    "Ob Die Zeit einen männlichen Oppositions-Politiker auch gefragt hätte, in welche Eigenschaft eines Mädchens er sich zum ersten Mal verliebt und wie man sich ihn als jungen Jungen vorzustellen habe? [...] Oder befunden hätte, daß ein Job als Sekretär statt eines Studienplatzes nicht sinnlos sei? [...] Peinlich für die beiden Interviewer und beinahe erstaunlich, wie sachlich und professionell Sarah Wagenknecht antwortet." - anschließen, als auch "leon1" - "Also mich wuerde schon interessieren wann ein maennlicher
    Politiker sich das erste mal verliebt hat und wie man ihn sich als Jungen vorzustellen hat.".

    Ich fände es ja auch akzeptabel, wenn Politikerinnen UND Politiker bei solcher Art Interviews gleichberechtigt persönliche Fragen gestellt bekämen.
    So ist es aber noch lange nicht...
    In der aktuellen tendenziell immer noch patriarchal geprägten Medienwelt wirken diese Fragen daher auf mich (ungewollt?) sexistisch!

  3. Entfernt. Die Redaktion/sh

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen und polemische Äußerungen. Danke, die Redaktion/fk.

    • oma007
    • 25.07.2011 um 8:21 Uhr

    sieht ein Foto von einer selbstbewussten Politikerin und spricht im selben Satz von NPD, über Leichen gehen und Diktatur...

    Ihnen scheint entgangen zu sein, dass wir bereits in einer Diktatur leben - der Diktatur des Kapitals nämlich. Allenfalls noch in einer Scheindemokratie.

    ich glaube der Unterschied ist:

    Neonazis wollen bewusst Diktatur und Terror herbeiführen.
    Sozialisten wollen das nicht, übersehen aber dass man Menschen nicht zu Weltfrieden und Blümchentee zwingen kann ohne sie in die Diktatur zu zwingen. Manche erwachen dann schmerzhaft, und manche sind schlicht unbelehrbar.

    Also, ihre Angst in allen Ehren, aber auf dieses Interview kann sie sich doch wohl nicht stützen. Ich finde die Aussagen alle sehr vernünftig und abgewogen. Ja, klar, es ist EIN Interview, mehr nicht, aber der Grund ihrer Angst muss woanders liegen.

    Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen und polemische Äußerungen. Danke, die Redaktion/fk.

    • oma007
    • 25.07.2011 um 8:21 Uhr

    sieht ein Foto von einer selbstbewussten Politikerin und spricht im selben Satz von NPD, über Leichen gehen und Diktatur...

    Ihnen scheint entgangen zu sein, dass wir bereits in einer Diktatur leben - der Diktatur des Kapitals nämlich. Allenfalls noch in einer Scheindemokratie.

    ich glaube der Unterschied ist:

    Neonazis wollen bewusst Diktatur und Terror herbeiführen.
    Sozialisten wollen das nicht, übersehen aber dass man Menschen nicht zu Weltfrieden und Blümchentee zwingen kann ohne sie in die Diktatur zu zwingen. Manche erwachen dann schmerzhaft, und manche sind schlicht unbelehrbar.

    Also, ihre Angst in allen Ehren, aber auf dieses Interview kann sie sich doch wohl nicht stützen. Ich finde die Aussagen alle sehr vernünftig und abgewogen. Ja, klar, es ist EIN Interview, mehr nicht, aber der Grund ihrer Angst muss woanders liegen.

    • Juni29
    • 25.07.2011 um 8:16 Uhr

    seh ich jetzt nicht. Beziehungsweise ist es eins, das mir unsympathisch ist. Aber ich hab sie durch das Interview schon besser verstanden. Das was mir unsympathisch ist, ist wohl dieses etwas Verbissene, was verständlich wird, wenn sie sagt, es hat etwas Beschützendes in ihrer Kindheit gefehlt, ich bin nicht so, weil ich mich von allein gerne durchsetze und kämpfe, sondern weil ich es musste. Da ist etwas Gezwungenes in der Ausstrahlung.

    Sie macht, wenn man sie sieht, keinen freien und glücklichen Eindruck. Das ist natürlich nicht so attraktiv. Ein Charisma, das mich eher abschreckt. Das ist vermutlich nicht fair. Wer den Schaden hat, kriegt immer noch einen Nachteil gratis obendrauf in der gesellschaftlichen Betrachtung. Und die Leute die es leicht hatten, kommen leicht gut an (man denke an Guttenberg!!!).

    Antwort auf "Weiter so"
  4. Entfernt. Bitte äußern Sie konstruktive Kritik. Danke. Die Redaktion/vn

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Wieder mal so ein toller, nichtssagender, niveauloser Einzeiler, pardon 'Einsatz' : Gehts bei Ihnen auch irgendwo konkret und ohne 'Plakette' ? Sie klingen arg nach 'angestellt' ;)

    Mal ein aufschlussreiches Interview neben den üblichen Versatzstücken. Das auch grad Hintergründe, Ansatzpunkte dafür liefert, wie Mainstream-Meinungsmache 'funktionieren' will und soll.

    Der gelebte globale Kapitalismus zeigt doch hinreichend Tag für Tag, dass er weder die annähernd bestmögliche Lösung für ein selbstgeschaffenes und täglich sich verschärfendes Problem ist, noch dass er für Gerechtigkeit, Menschenliebe, Naturfreude, Emanzipation, Befreiung von sog. alternativl. Zwängen und für die Beseitigung schnöder meist sehr rücksichtsloser Selbstbereicherung unsererer Giereliten, samt 'untergeordneten' Verhältnissen wie Lohnsklaverei, Wirtschafts-Kriegen, Naturzerstörung, Artenausrottung 'zuständig' wäre.

    Von einer Empathie für diese aufgezwungenen Missverhältnisse - Sonntagsreden mit 'dickem Portemonnaie' ausgenommen - ganz zu schweigen...

    Muße, Muse und freie Zeit, statt nur des Mammons 'Geld' !

    Da tut mir auch die differenzierende, aber dabei klar Verhältnisse aufzeigende und Position bez. Stimme von Sahrah Wagenknecht immer wieder gut. Auch ist sie für mich bereit sich immer wieder neu mit den gelebten Verhältnissen und ihrem eigenen persönlichen Leben auseinanderzusetzen, ohne jedesmal diese Mainstream-Scheuklappe aufzusetzen. Ein lernender empfindsamer Mensch. Gerne mehr davon !

    Naja wahrscheinlich waere Silvio ideologisch gar weniger borniert wie Sie, so angesichts einer attraktiven Frau.

    welche thesen meinen sie denn genau? das würde mich ehrlich interessieren!
    ich finde, es handelt sich eher um ein persönliches interview, das sehr wenig politische substanz aufzeigt. hier geht es doch darum, zu erfahren, was für ein mensch die politikerin wagenknecht ist. politisch ist das interview doch annähernd eine nullnummer.

    • Mailer
    • 25.07.2011 um 12:57 Uhr

    [...]

    Entfernt wegen unsachlicher Inhalte. Die Redaktion/er

    das ist eigentlich auch (fast) unfassbar.
    Empfehle Ihnen einen Nachhilfekurs zum Grundrecht "Meinungsfreiheit".
    Im übrigen würden Sie mit Ihrem Urteil ganz gut in ein kommunistisches System passen, oder ?

    • kael
    • 25.07.2011 um 13:44 Uhr

    weil sich Frau Wagenknecht wohltuend von den immer gleichen hohlen Phrasen unserer etablierten Damen und Herren Politiker abhebt.

    Wer sich beispielsweise das Bahr-Interview in ZEIT-online angesehen hat, weiß, was ich meine.

    Ich wünschte mir mehr von ihrer Sorte - auch in den anderen Parteien.

    Tja, Sie haben das Wort Demokratie wohl nicht verstanden. Erstens lese ich aus diesem Interview keine kruden Thesen heraus, zweitens ist es aus meiner Sicht Aufgabe der seriösen Medien, zu der ich die ZEIT zähle, alle politischen Strömungen abzudecken. Da darf es auch ein Interview mit einer LINKEN sein, im Zeifel sogar mit kruden Thesen. Schließlich möchte ich mir ein Bild als Leser machen können und kein vorgefertigtes BILD eines Boulevardblättchens, was mir weiß machen will, dass Herr von zu Guttenberg der künftige Kanzler Deutschlands werden muss und BILD sitzt zuerst am Frühstückstisch.

    Ihre Aussage, man dürfe dieser Frau keine Plattform ob ihrer Kruden Thesen geben, erinnert mich stark an meine verblendete Tante, die nach der Wende einfach nicht begreifen wollte, dass die DDR gescheitert ist. Sie schenkte meinem Vater ein Buch von Gregor Gysi, was er auch gelesen hat. Aus Spaß schenkte mein Vater ihr ein Buch über Franz Josef Strauß. Raten Sie mal, ob sie es gelesen hat. Natürlich nicht, weil nicht sein kann, was nicht sein darf.

    P.S. Frau Wagenknecht steht mir politsch übrigens nicht nahe, falls Sie das glauben. Und Franz Josef Strauß weder mir noch meinem Vater.

    Nennen Sie bitte eine "krude" These in diesem Interview!!!

    Endlich konnte Frau Wagenknecht mal ihre Sätze bis zu Ende ausreden, die sehr vernünftige und wahre Gedanken beeinhalten.

    Ich wundere mich ohnehin, dass Frau Wagenknecht so manch eine TalkShow bis zum Ende durchgesessen hat, bei der ihr entweder ständig (meist von Männern) über den Mund gefahren oder sie demonstrativ schließlich gänzlich geschnitten wurde.

    Was vorbildliche Haltung und Benehmen betrifft, ist sie jedenfalls eine "Lady"!

    Mit ihren Thesen und Argumenten sollte man sich ebenso anständig (!) auseinandersetzen. Das würde einer demokratischen Diskussionskultur sicher zuträglich sein!

    Danke für das gelungene Interview!
    Hoffentlich bleibt das bei der ZEIT keine rühmliche Ausnahme mehr....

    • cornus
    • 26.07.2011 um 17:27 Uhr

    meinten Sie denn noch mal?

    • zacc
    • 26.07.2011 um 17:43 Uhr

    "Unfassbar, warum man dieser neokommunistischen Person immer wieder eine mediale Plattform schafft, damit sie ihre kruden Thesen weiter verbreiten kann."

    Unfassbar, erst sollen wir Thilo Sarrazin und seinen neorassistischen Thesen zuhören, und auch noch sein Buch lesen. Und dann wird ein Interview mit einer Linkspolitikerin einfach mit einem Kommentar wie Ihrem abgehakt.

    Wieder mal so ein toller, nichtssagender, niveauloser Einzeiler, pardon 'Einsatz' : Gehts bei Ihnen auch irgendwo konkret und ohne 'Plakette' ? Sie klingen arg nach 'angestellt' ;)

    Mal ein aufschlussreiches Interview neben den üblichen Versatzstücken. Das auch grad Hintergründe, Ansatzpunkte dafür liefert, wie Mainstream-Meinungsmache 'funktionieren' will und soll.

    Der gelebte globale Kapitalismus zeigt doch hinreichend Tag für Tag, dass er weder die annähernd bestmögliche Lösung für ein selbstgeschaffenes und täglich sich verschärfendes Problem ist, noch dass er für Gerechtigkeit, Menschenliebe, Naturfreude, Emanzipation, Befreiung von sog. alternativl. Zwängen und für die Beseitigung schnöder meist sehr rücksichtsloser Selbstbereicherung unsererer Giereliten, samt 'untergeordneten' Verhältnissen wie Lohnsklaverei, Wirtschafts-Kriegen, Naturzerstörung, Artenausrottung 'zuständig' wäre.

    Von einer Empathie für diese aufgezwungenen Missverhältnisse - Sonntagsreden mit 'dickem Portemonnaie' ausgenommen - ganz zu schweigen...

    Muße, Muse und freie Zeit, statt nur des Mammons 'Geld' !

    Da tut mir auch die differenzierende, aber dabei klar Verhältnisse aufzeigende und Position bez. Stimme von Sahrah Wagenknecht immer wieder gut. Auch ist sie für mich bereit sich immer wieder neu mit den gelebten Verhältnissen und ihrem eigenen persönlichen Leben auseinanderzusetzen, ohne jedesmal diese Mainstream-Scheuklappe aufzusetzen. Ein lernender empfindsamer Mensch. Gerne mehr davon !

    Naja wahrscheinlich waere Silvio ideologisch gar weniger borniert wie Sie, so angesichts einer attraktiven Frau.

    welche thesen meinen sie denn genau? das würde mich ehrlich interessieren!
    ich finde, es handelt sich eher um ein persönliches interview, das sehr wenig politische substanz aufzeigt. hier geht es doch darum, zu erfahren, was für ein mensch die politikerin wagenknecht ist. politisch ist das interview doch annähernd eine nullnummer.

    • Mailer
    • 25.07.2011 um 12:57 Uhr

    [...]

    Entfernt wegen unsachlicher Inhalte. Die Redaktion/er

    das ist eigentlich auch (fast) unfassbar.
    Empfehle Ihnen einen Nachhilfekurs zum Grundrecht "Meinungsfreiheit".
    Im übrigen würden Sie mit Ihrem Urteil ganz gut in ein kommunistisches System passen, oder ?

    • kael
    • 25.07.2011 um 13:44 Uhr

    weil sich Frau Wagenknecht wohltuend von den immer gleichen hohlen Phrasen unserer etablierten Damen und Herren Politiker abhebt.

    Wer sich beispielsweise das Bahr-Interview in ZEIT-online angesehen hat, weiß, was ich meine.

    Ich wünschte mir mehr von ihrer Sorte - auch in den anderen Parteien.

    Tja, Sie haben das Wort Demokratie wohl nicht verstanden. Erstens lese ich aus diesem Interview keine kruden Thesen heraus, zweitens ist es aus meiner Sicht Aufgabe der seriösen Medien, zu der ich die ZEIT zähle, alle politischen Strömungen abzudecken. Da darf es auch ein Interview mit einer LINKEN sein, im Zeifel sogar mit kruden Thesen. Schließlich möchte ich mir ein Bild als Leser machen können und kein vorgefertigtes BILD eines Boulevardblättchens, was mir weiß machen will, dass Herr von zu Guttenberg der künftige Kanzler Deutschlands werden muss und BILD sitzt zuerst am Frühstückstisch.

    Ihre Aussage, man dürfe dieser Frau keine Plattform ob ihrer Kruden Thesen geben, erinnert mich stark an meine verblendete Tante, die nach der Wende einfach nicht begreifen wollte, dass die DDR gescheitert ist. Sie schenkte meinem Vater ein Buch von Gregor Gysi, was er auch gelesen hat. Aus Spaß schenkte mein Vater ihr ein Buch über Franz Josef Strauß. Raten Sie mal, ob sie es gelesen hat. Natürlich nicht, weil nicht sein kann, was nicht sein darf.

    P.S. Frau Wagenknecht steht mir politsch übrigens nicht nahe, falls Sie das glauben. Und Franz Josef Strauß weder mir noch meinem Vater.

    Nennen Sie bitte eine "krude" These in diesem Interview!!!

    Endlich konnte Frau Wagenknecht mal ihre Sätze bis zu Ende ausreden, die sehr vernünftige und wahre Gedanken beeinhalten.

    Ich wundere mich ohnehin, dass Frau Wagenknecht so manch eine TalkShow bis zum Ende durchgesessen hat, bei der ihr entweder ständig (meist von Männern) über den Mund gefahren oder sie demonstrativ schließlich gänzlich geschnitten wurde.

    Was vorbildliche Haltung und Benehmen betrifft, ist sie jedenfalls eine "Lady"!

    Mit ihren Thesen und Argumenten sollte man sich ebenso anständig (!) auseinandersetzen. Das würde einer demokratischen Diskussionskultur sicher zuträglich sein!

    Danke für das gelungene Interview!
    Hoffentlich bleibt das bei der ZEIT keine rühmliche Ausnahme mehr....

    • cornus
    • 26.07.2011 um 17:27 Uhr

    meinten Sie denn noch mal?

    • zacc
    • 26.07.2011 um 17:43 Uhr

    "Unfassbar, warum man dieser neokommunistischen Person immer wieder eine mediale Plattform schafft, damit sie ihre kruden Thesen weiter verbreiten kann."

    Unfassbar, erst sollen wir Thilo Sarrazin und seinen neorassistischen Thesen zuhören, und auch noch sein Buch lesen. Und dann wird ein Interview mit einer Linkspolitikerin einfach mit einem Kommentar wie Ihrem abgehakt.

  5. Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen und polemische Äußerungen. Danke, die Redaktion/fk.

    Eine Leser-Empfehlung
    Antwort auf "Die macht mir Angst"

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service