Sahra WagenknechtIch bin nicht Gretchen

Sahra Wagenknecht, Politikerin der Partei "Die Linke", über die Schriftsteller Goethe, Peter Hacks und Thomas Mann – und den Feminismus der Alice Schwarzer.

Sahra Wagenknecht

Sahra Wagenknecht

DIE ZEIT: Frau Wagenknecht, Sie haben mal gesagt: »So, wie ich lebe, wollte ich nie leben.« Warum tun Sie es dann?

Sahra Wagenknecht: Das bezog sich auf das typische Leben eines Berufspolitikers. So möchte ich immer noch nicht leben. Schon im Europaparlament war es schwierig. Nachdem ich dann 2009 in den Bundestag gewählt wurde, habe ich das erste halbe Jahr so gelebt wie vermutlich die meisten Politiker: Ich ging früh aus dem Haus, kam spätabends zurück, hetzte von einem Termin zum nächsten. Ich hatte zu nichts mehr Zeit. Es ging nur darum, irgendwo dabei zu sein, und überhaupt nicht mehr darum, eigene Gedanken zu fassen. Ich habe dann die Notbremse gezogen und meine Termine deutlich reduziert. Nur so habe ich es geschafft, trotz Mandat ein neues Buch zu schreiben. Seither kämpfe ich um meine Freiräume. Ich glaube nicht, dass ich meinen Lebensentwurf verraten habe.

Anzeige

DIE ZEIT: Wie sah Ihr Lebensentwurf aus?

Wagenknecht: Als junge Frau wollte ich studieren und dann wissenschaftlich arbeiten. Ich hatte zwar auch mal angefangen, Dramen und Gedichte zu schreiben. Aber das waren frühe literarische Versuche, und es war schon richtig, dass ich einen anderen Weg gegangen bin.

Anfänge in der Politik

Sahra Wagenknecht wird 1969 in Jena geboren, 1988 macht sie Abitur in Berlin. 1989 tritt sie in die SED ein. Nach der Wende studiert sie Philosophie und Neuere deutscheLiteratur in Jena, Berlin und Groningen. 1991 wird sie in den Vorstand der SED-Nachfolgepartei PDS gewählt, den sie 1995 verlässt.

Mitglied der Linkspartei

Von 2004 bis 2009 sitzt sie für die Partei Die Linke im Europaparlament. 2007 wird sie erneut in den Parteivorstand gewählt. Seit September 2009 ist sie wirtschaftspolitische Sprecherin der Linken im Bundestag, seit Mai 2010 stellvertretende Parteivorsitzende.

In ihrem Buch Freiheit statt Kapitalismus will sie »die Marktwirtschaft vom Kapitalismus und den Sozialismus von der Planwirtschaft befreien«.

DIE ZEIT: Welche Thematik hatten diese Versuche – mehr Brecht oder mehr Goethe?

Wagenknecht: Ich war damals sehr beeinflusst von Peter Hacks, mit dem ich persönlich bekannt war. Ich hatte mich in Ästhetik und die Technik des Dramas eingearbeitet und begonnen, ein historisches Drama in fünfhebigen Jamben zu schreiben. Es war eine interessante Erfahrung, mehr nicht.

DIE ZEIT: War Hacks ein Held für Sie?

Wagenknecht: Mit dem Heldenbegriff kann ich wenig anfangen. Vor einem Helden erstarrt man, man schaut nach oben und ist in tiefer Demut. Ich hege große Verehrung für Goethe, und ich halte auch Peter Hacks für einen großen Dichter, aber Helden habe ich in meinem Leben nicht unbedingt gehabt.

DIE ZEIT: In Ihrem Büro sollen Bilder von Goethe, Richelieu und Ulbricht hängen.

Wagenknecht: Ein Bild von Ulbricht hat früher mal, noch zu DDR-Zeiten, in meiner Wohnung gehangen, das war so ein gewisser Trotz. Man kann heute ja schon den Namen nicht in den Mund nehmen, weil jeder auf »näselnde Sprache« und »lächerlich« abhebt. Trotzdem war Ulbricht derjenige, der Ende der fünfziger Jahre relativ klar gesehen hat, dass die DDR radikale Reformen braucht. Er hat solche Reformen dann auch vorangebracht. Das hieß damals Neues Ökonomisches System und war in den Grundideen ziemlich vernünftig. Dafür ist er dann von Honecker gestürzt worden. Danach war Ulbricht in der DDR eine Unperson.

DIE ZEIT: Gibt es diese Bildergalerie noch?

Wagenknecht: Nein, als Studentin ist das etwas anderes. Da hing auch Napoleon bei mir an der Wand, und Marx und Hegel. Ich glaube, dass sich junge Leute oft Bilder von Menschen an die Wände hängen, die ihnen irgendwie wichtig sind.

DIE ZEIT: Familienministerin Kristina Schröder hatte sich ein Poster Helmut Kohls an die Wand gehängt.

Wagenknecht: In die Versuchung bin ich nie gekommen.

DIE ZEIT: Wer hängt heute bei Ihnen an der Wand?

Wagenknecht: Goethe.

Leserkommentare
  1. erlebe ich als Mutter in Deutschland schon sehr. Ich erfahre immer wieder verbal und auch in Taten, dass Menschen in meinem näheren und weiteren Umfeld mit Achtung gegenüber an den Tag legen, weil ich tue, was ich tue.

    Ich vermute aber mal, dass es um Mütter ging, die nichts anderes tun, als sich aufs Muttersein zu reduzieren und da geht leider selbst mir die Achtung ab.

    2 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • Juni29
    • 25.07.2011 um 10:29 Uhr

    ich bin mit 19 schwanger geworden vor 20 Jahren. Anerkennung überall, dass wir das Kind wollen. Heute wären wir ein verachtenswerter Sozialfall. Damals haben uns alle angestrahlt. Selbst zutiefst konservative Menschen fanden das nur noch klasse und haben uns mit Vorschusslorbeeren und Ermutigungen bedacht. Wir habens geschafft, beide studiert usw.
    Wenn ich mir heute anschau wie Jung-Mütter, kaum erwachsen schon zum letzten Dreck der Gesellschaft gezählt werden, wirklich nur weil sie Mutter sind, wird mir ganz anders.

    Wenn meine Mutter mal in eine arme Gegend kommt, gluckt sie ganz entzückt die Teenager-Mütter mit Kinderwägen an mit ihren Pearcings, Tattoos und erkennbarem HartzIV-Bezug. Sie hat eben in ihrem Vorstadt-Idyll die Entwicklung der letzten 20 Jahre verpasst, dass Jung-Mütter einfach zum Abschuss für die gesellschaftliche Verachtung freigegeben sind. Sie denkt: sie werden ihren Weg schon machen, ist zwar hart, aber sie schaffen das bestimmt auch. Und ein Baby ist doch immer was zum Freuen.

    Wie gesagt, meine Mutter hat komplett die gesellschaftliche Entwicklung der letzten Jahrzehnte verpasst. ^^

    • Juni29
    • 25.07.2011 um 10:29 Uhr

    ich bin mit 19 schwanger geworden vor 20 Jahren. Anerkennung überall, dass wir das Kind wollen. Heute wären wir ein verachtenswerter Sozialfall. Damals haben uns alle angestrahlt. Selbst zutiefst konservative Menschen fanden das nur noch klasse und haben uns mit Vorschusslorbeeren und Ermutigungen bedacht. Wir habens geschafft, beide studiert usw.
    Wenn ich mir heute anschau wie Jung-Mütter, kaum erwachsen schon zum letzten Dreck der Gesellschaft gezählt werden, wirklich nur weil sie Mutter sind, wird mir ganz anders.

    Wenn meine Mutter mal in eine arme Gegend kommt, gluckt sie ganz entzückt die Teenager-Mütter mit Kinderwägen an mit ihren Pearcings, Tattoos und erkennbarem HartzIV-Bezug. Sie hat eben in ihrem Vorstadt-Idyll die Entwicklung der letzten 20 Jahre verpasst, dass Jung-Mütter einfach zum Abschuss für die gesellschaftliche Verachtung freigegeben sind. Sie denkt: sie werden ihren Weg schon machen, ist zwar hart, aber sie schaffen das bestimmt auch. Und ein Baby ist doch immer was zum Freuen.

    Wie gesagt, meine Mutter hat komplett die gesellschaftliche Entwicklung der letzten Jahrzehnte verpasst. ^^

  2. ich glaube der Unterschied ist:

    Neonazis wollen bewusst Diktatur und Terror herbeiführen.
    Sozialisten wollen das nicht, übersehen aber dass man Menschen nicht zu Weltfrieden und Blümchentee zwingen kann ohne sie in die Diktatur zu zwingen. Manche erwachen dann schmerzhaft, und manche sind schlicht unbelehrbar.

    2 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Die macht mir Angst"
  3. Wieder mal so ein toller, nichtssagender, niveauloser Einzeiler, pardon 'Einsatz' : Gehts bei Ihnen auch irgendwo konkret und ohne 'Plakette' ? Sie klingen arg nach 'angestellt' ;)

    Mal ein aufschlussreiches Interview neben den üblichen Versatzstücken. Das auch grad Hintergründe, Ansatzpunkte dafür liefert, wie Mainstream-Meinungsmache 'funktionieren' will und soll.

    Der gelebte globale Kapitalismus zeigt doch hinreichend Tag für Tag, dass er weder die annähernd bestmögliche Lösung für ein selbstgeschaffenes und täglich sich verschärfendes Problem ist, noch dass er für Gerechtigkeit, Menschenliebe, Naturfreude, Emanzipation, Befreiung von sog. alternativl. Zwängen und für die Beseitigung schnöder meist sehr rücksichtsloser Selbstbereicherung unsererer Giereliten, samt 'untergeordneten' Verhältnissen wie Lohnsklaverei, Wirtschafts-Kriegen, Naturzerstörung, Artenausrottung 'zuständig' wäre.

    Von einer Empathie für diese aufgezwungenen Missverhältnisse - Sonntagsreden mit 'dickem Portemonnaie' ausgenommen - ganz zu schweigen...

    Muße, Muse und freie Zeit, statt nur des Mammons 'Geld' !

    Da tut mir auch die differenzierende, aber dabei klar Verhältnisse aufzeigende und Position bez. Stimme von Sahrah Wagenknecht immer wieder gut. Auch ist sie für mich bereit sich immer wieder neu mit den gelebten Verhältnissen und ihrem eigenen persönlichen Leben auseinanderzusetzen, ohne jedesmal diese Mainstream-Scheuklappe aufzusetzen. Ein lernender empfindsamer Mensch. Gerne mehr davon !

    16 Leserempfehlungen
  4. nur Mut Ulrich - ich finde Frau Wagenknecht schön!

    2 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Eine Politikerin"
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    schön! Sie hat auch keine Doktorarbeit geschrieben, die keine war, wie z.B. Silvana Koch-Mehrin von der FDP. FDP steht wohl für Fies Dreist Platt.
    Die Linke wird in meinen Augen noch lange in der Opposition bleiben müssen. Ihr fehlen die politischen Ansätze für eine andere Politik, die sich umsetzenn lassen.

    • Juni29
    • 25.07.2011 um 9:22 Uhr

    ich lerne bei dem Artikel aber wirklich noch was. Ich kann sie kaum anschauen. Dachte immer, kann ja nun niemand was für sein Aussehen... aber sie wird (zumindest von einigen) als schön empfunden? Aber die flache Stirn, der seltsame Haaransatz, die verschlupften tiefliegenden Augen, der unharmonische Körper... na gut. Ich merks mir, sie wird durchaus als schön empfunden. Super, dann kann ich ja lästern *g*

    schön! Sie hat auch keine Doktorarbeit geschrieben, die keine war, wie z.B. Silvana Koch-Mehrin von der FDP. FDP steht wohl für Fies Dreist Platt.
    Die Linke wird in meinen Augen noch lange in der Opposition bleiben müssen. Ihr fehlen die politischen Ansätze für eine andere Politik, die sich umsetzenn lassen.

    • Juni29
    • 25.07.2011 um 9:22 Uhr

    ich lerne bei dem Artikel aber wirklich noch was. Ich kann sie kaum anschauen. Dachte immer, kann ja nun niemand was für sein Aussehen... aber sie wird (zumindest von einigen) als schön empfunden? Aber die flache Stirn, der seltsame Haaransatz, die verschlupften tiefliegenden Augen, der unharmonische Körper... na gut. Ich merks mir, sie wird durchaus als schön empfunden. Super, dann kann ich ja lästern *g*

  5. So kann ich mit einigen Antworten von Wagenknecht äußert verstörend, wie z.B. im letzten Absatz: "Aber ich glaube nicht, dass ich mich in einen Mann verlieben könnte, den ich als unterlegen empfinde". Soll das nun heißen, dass sie andere Menschen als "unterlegen" betrachtet. Das passt wohl gar nicht zum Gedanken der Gleichheit der Menschen.
    Auch verstehe ich nicht ganz, in welchen Zusammenhang dieses Interview veröffentlicht wird. Schließlich sagt sie fast nichts zu den aktuellen politischen Geschehen. Wenn das Interview aber dazu dienen soll, halbbekannte Politiker als persöhnlicher Perspektive näher zu beleuchten, dann ist es ein positiver Signal. Wenn man also dies als eine Art Serie fortführen könnte, wäre dies sicherlich interessant...

    4 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    gleichwertigkeit hat nichts mit gleichmacherei zu tun. ich kann einem menschen in vielerlei hinsicht über- und unterlegen sein, sei es körperlich, geistig, an schönheit, eloquenz, liebenswürdigkeit, die liste kann beliebig und endlos fortgeführt werden.
    aus der überlegenheit resultiert aber nicht eine "höherwertigkeit" und aus der unterlegenheit keine "minderwertigkeit".
    frau wagenknecht ist da eher als sie in der lage, worte ihrer bedeutung gemäß zu gebrauchen.

    • kael
    • 25.07.2011 um 13:55 Uhr

    ging es in diesem Interview weniger um Politik als um den Menschen Wagenknecht. Wer also nicht fragt, der bekommt auch keine Antworten.

    Was die "Unterlegenheit" betrifft, so ist - auch leicht zu verstehen - für ihren privaten Bereich ihr Wunsch auf geistige Augenhöhe gemeint. Was ist falsch daran?

    gleichwertigkeit hat nichts mit gleichmacherei zu tun. ich kann einem menschen in vielerlei hinsicht über- und unterlegen sein, sei es körperlich, geistig, an schönheit, eloquenz, liebenswürdigkeit, die liste kann beliebig und endlos fortgeführt werden.
    aus der überlegenheit resultiert aber nicht eine "höherwertigkeit" und aus der unterlegenheit keine "minderwertigkeit".
    frau wagenknecht ist da eher als sie in der lage, worte ihrer bedeutung gemäß zu gebrauchen.

    • kael
    • 25.07.2011 um 13:55 Uhr

    ging es in diesem Interview weniger um Politik als um den Menschen Wagenknecht. Wer also nicht fragt, der bekommt auch keine Antworten.

    Was die "Unterlegenheit" betrifft, so ist - auch leicht zu verstehen - für ihren privaten Bereich ihr Wunsch auf geistige Augenhöhe gemeint. Was ist falsch daran?

  6. war für viele Frauen eine große Hilfe. Ich erinnere mich an eine Dokumentation über Schwarzers Engagement für gleiche Bezahlung vor einigen Jahrzehnten, als in einem Betrieb die Frauen massiv weniger für gleiche Tätigkeiten erhielten.

    Ich weiß von meiner Mutter, wie erwerbstätige Frauen in den Jahren behandelt wurden, dass man ihnen durch den Ehemann diese Tätigkeit verbieten lassen konnte, dass man danach belächelt und mit einem "Geh ruhig arbeiten, wenn Du Deine anderen Pflichten dann noch erledigen kannst"- in die Erwerbstätigkeit entließ und wie man sich als Frau mit prekären Tätigkeiten trotz guter Ausbildung beschäftigte und damit nach einem Ausfall des Ernährers steifen Schrittes in die Altersarmut lief, die bis heute weiblich ist.

    Und nicht zuletzt hat sie viel für die Verfügung der Frau über ihren eigenen Körper erreicht und das nicht nur im Rahmen der § 218-Debatte. Auch die Vergewaltigung in der Ehe und häusliche Gewalt immer wieder zu thematisieren ist ihr zu verdanken, sodass es heute beispielsweise Gewaltschutzgesetze gibt.

    Ich kann die Verdienste für den Alltag von Frauen gar nicht hoch genug einschätzen und erlebe täglich, dass mein Leben durch viele von Schwarzer und Co vor vielen Jahrzehnten angestoßenen und immer wieder thematisierten Fragen ein besseres ist als es das der Nachkriegsjahrzehnte bis in die 80er hinein war.

    7 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    die "jungen" Frauen von Schwarzer distanzieren ist schon belustigend.

    Die Machtspielchen sind vollkommen die selben, egal ob Männchen oder Weibchen. Unterschiede treten nur in Abhängigkeit der Möglichkeiten auf, auch da geschlechterunabhänging.

    • Juni29
    • 25.07.2011 um 9:46 Uhr

    haben sich seit Ende der siebziger Jahre in Deutschland im Gegensatz zu den meisten anderen europäischen Ländern für Frauen kaum verbessert. Wenn man also davon ausgeht, dass die Veränderungen Verdienst von Alice Schwarzer sind, hat sie einen verdammt schlechten Job gemacht.

    Viele Frauen gingen auch schon in den siebziger Jahren arbeiten. 1974 wurde gesetzlich geändert, dass ein Mann seiner Frau das Arbeiten verbieten kann. Das kann sich ja nun Alice Schwarzer nicht an die Brust heften, die bis 74 noch in Paris war. Ich mein sie tuts. Aber das entbehrt jeder Grundlage.

    Sie hat für die Abtreibung gekämpft und das ist das einzige, worin sie meiner Meinung nach einen Beitrag zur Meinungsbildung geleistet hat. Allerdings muss man sehr seine Gutwilligkeit beanspruchen, um ihr den Zusammenhang zuzurechnen. 1971 war die Stern Kampagne, 1993 kam das neue Abtreibungsgesetz. Das sind über 20 Jahre, in denen die Gesellschaft sich nicht (nur) durch Alice Schwarzer eine Meinung zu dem Thema gebildet hat (die Gesellschaft war in den 80er Jahren noch sehr Alice-Schwarzer-feindlich, sie war keine gute Botschafterin).

    Was bei ihrer männerfeindlichen Art der Auseinandersetzung auf der Strecke geblieben ist, kann man sich auch mal anschauen. Ebenso wie sie mit anderen Frauen verfährt, die nicht ihre Art von Gleichheits-Feminismus predigen, sondern einfach nur Emanzipation wollen (siehe die Angriffe gegen Schröder). Meiner Ansicht nach hat Alice Schwarzer mehr verhindert als erreicht.

    Waren einfach eine normale Entwicklung der Zeit. Die Umstände haben sich geändert und damit auch die Masse, die sich von diesen bestimmen lässt.

    Der Feminismus hat einen entscheidenden Fehler, von Anfang an, nämlich Frauen befreien zu wollen und Männer eingesperrt zu lassen, denn Männer haben auch heute noch keine sonderliche Wahl und was als ihre Vorteile und Stärken ausgelegt wird, ist in wirklichkeit doch Belastung und Pflicht.

    Aber es wandelt sich langsam, wobei das mehr an der Gegenkraft zum Feminismus geschah, aber mit Glück ergänzt es sich. Leider neigen Menschen zu sehr zu extremen. Ganz oder gar nicht, immer alles übertreiben und so pendeln sie lange bis ewig hin und her, bis vll irgendwann eine Balance gefunden wird. Und Balance ist einfach immer das notwendige Ideal.

    die "jungen" Frauen von Schwarzer distanzieren ist schon belustigend.

    Die Machtspielchen sind vollkommen die selben, egal ob Männchen oder Weibchen. Unterschiede treten nur in Abhängigkeit der Möglichkeiten auf, auch da geschlechterunabhänging.

    • Juni29
    • 25.07.2011 um 9:46 Uhr

    haben sich seit Ende der siebziger Jahre in Deutschland im Gegensatz zu den meisten anderen europäischen Ländern für Frauen kaum verbessert. Wenn man also davon ausgeht, dass die Veränderungen Verdienst von Alice Schwarzer sind, hat sie einen verdammt schlechten Job gemacht.

    Viele Frauen gingen auch schon in den siebziger Jahren arbeiten. 1974 wurde gesetzlich geändert, dass ein Mann seiner Frau das Arbeiten verbieten kann. Das kann sich ja nun Alice Schwarzer nicht an die Brust heften, die bis 74 noch in Paris war. Ich mein sie tuts. Aber das entbehrt jeder Grundlage.

    Sie hat für die Abtreibung gekämpft und das ist das einzige, worin sie meiner Meinung nach einen Beitrag zur Meinungsbildung geleistet hat. Allerdings muss man sehr seine Gutwilligkeit beanspruchen, um ihr den Zusammenhang zuzurechnen. 1971 war die Stern Kampagne, 1993 kam das neue Abtreibungsgesetz. Das sind über 20 Jahre, in denen die Gesellschaft sich nicht (nur) durch Alice Schwarzer eine Meinung zu dem Thema gebildet hat (die Gesellschaft war in den 80er Jahren noch sehr Alice-Schwarzer-feindlich, sie war keine gute Botschafterin).

    Was bei ihrer männerfeindlichen Art der Auseinandersetzung auf der Strecke geblieben ist, kann man sich auch mal anschauen. Ebenso wie sie mit anderen Frauen verfährt, die nicht ihre Art von Gleichheits-Feminismus predigen, sondern einfach nur Emanzipation wollen (siehe die Angriffe gegen Schröder). Meiner Ansicht nach hat Alice Schwarzer mehr verhindert als erreicht.

    Waren einfach eine normale Entwicklung der Zeit. Die Umstände haben sich geändert und damit auch die Masse, die sich von diesen bestimmen lässt.

    Der Feminismus hat einen entscheidenden Fehler, von Anfang an, nämlich Frauen befreien zu wollen und Männer eingesperrt zu lassen, denn Männer haben auch heute noch keine sonderliche Wahl und was als ihre Vorteile und Stärken ausgelegt wird, ist in wirklichkeit doch Belastung und Pflicht.

    Aber es wandelt sich langsam, wobei das mehr an der Gegenkraft zum Feminismus geschah, aber mit Glück ergänzt es sich. Leider neigen Menschen zu sehr zu extremen. Ganz oder gar nicht, immer alles übertreiben und so pendeln sie lange bis ewig hin und her, bis vll irgendwann eine Balance gefunden wird. Und Balance ist einfach immer das notwendige Ideal.

  7. der Zeitsoldaten für Fr. Wagenknechts Einsatz an der Frauen-und Familienfront.
    Schliesslich hat die Gute eben ein Kind bekommen! Was einige wohl für einen recht originellen und selbstlosen Dienst halten.

    Den Aufrufen der Frau Wagenknecht (Stillpausen für Bundestagsdebatten, Politikfreien Sonntag, Terminplanung nach Mütterbedürfnis (ok, ein Vorschlag war von mir eingelogen)) soll Gewicht verliehen werden.

    Das geht nur, wenn sie sich positiv darstellen kann und hat noch ein bisschen mehr Gewicht wenn der Opfermodus gezogen werden kann.
    (Vom Papa verlassen fällt naturgemäß auf denjenigen zurück, nicht auf die Mama, paradoxerweise fordert das vereinsamte und beschädigte Kind genau das selbe Recht für sich als Mutter...) (Ad2: Die Muuter hatte keine Zeit? Im so tollen familienfreundlichen Sozialismus?)

    Insgesamt scheint da einiges aus dem Lot geraten.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    da einiges aus dem Lot geraten. Der Kindersegen hat sich selbstverständlich bei Frau Nahles eingestellt...

    da einiges aus dem Lot geraten. Der Kindersegen hat sich selbstverständlich bei Frau Nahles eingestellt...

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service