Nach dem Parteienstreit Zwang zum Glück
Der Parteienstreit um die Bildung ist vorbei – Gelegenheit, endlich die echten Probleme anzugehen.
Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um eine neue Ära der deutschen Bildungspolitik zu begründen. Denn die zeigt dieser Tage, dass sie – den lieb gewordenen Vorurteilen zum Trotz – erstaunlich lernfähig und zu beachtlichen Leistungen in der Lage ist: Die Universitäten rechnen für den Herbst mit dem größten Studentenansturm aller Zeiten. Selbst wenn man die zusätzlichen Bewerber abzieht, die sich durch den Wegfall der Wehrpflicht ergeben, dann drängen schon im zweiten Jahr in Folge mehr als 40 Prozent der Schulabgänger an die Hochschulen. Als sich die Bildungspolitik parteiübergreifend vor Jahren dieses Ziel setzte, galt das vielen als utopisch.
Frohe Kunde kommt auch aus Nordrhein-Westfalen, dem größten deutschen Bundesland. Dort haben CDU, SPD und Grüne, wie schon in Bremen und Hamburg, einen »Schulfrieden« geschlossen. Vergessen scheint der jahrzehntelange Kampf um die richtige Schulstruktur (Gesamtschule versus Gymnasium plus Haupt- und Realschule). Im ganzen Land setzt sich nach und nach als Kompromiss ein zweigliedriges Schulsystem durch – bestehend aus dem Gymnasium und einer Schulart, die je nach Bundesland Oberschule, Stadtteilschule oder Sekundarschule genannt wird. Auch haben sich die Bundesländer auf gemeinsame Standards geeinigt, damit die Schulabschlüsse bundesweit vergleichbar sind. Deutschland ist nicht mehr, wie noch bei der ersten Pisa-Studie, Weltmeister der Bildungsungerechtigkeit.
Mehr Hilfe für die Bildungsfernen, für die Kinder von Zuwanderern
Ist nun alles in Butter? Nein. Die Bildungspolitik der kommenden Ära wird sich darauf zu konzentrieren haben, den Anteil der Bildungsverlierer am Nachwuchs zu minimieren, jener Jugendlichen also, die die Schule verlassen, ohne dass ihnen eine angemessene Grundbildung vermittelt wurde. Dabei geht es nicht darum, soziale Wohltaten zu verteilen, sondern dafür zu sorgen, dass Deutschland ökonomisch auch künftig in der Champions League spielt und ein Hort der politischen Stabilität bleibt.
Unsere Wirtschaft braucht dringend mehr Fachkräfte, die studiert oder einen Beruf gelernt haben. Der Nachschub aber gerät in den kommenden Jahren ins Stocken, weil weniger Kinder geboren werden; schon jetzt werden Schulen geschlossen oder zusammengelegt. Hinzu kommt eine dramatische Entwicklung, auf die der Bildungsforscher Jürgen Baumert aufmerksam macht: In wenigen Jahren werden in den Ballungszentren 50 bis 70 Prozent der Grundschüler Kinder von Zuwanderern sein.
Das Problem erklärt sich nicht mit dem Migrationshintergrund der Mädchen und Jungen. Untersuchungen zeigen, dass Zuwandererkinder die gleichen Leistungen wie ihre deutschstämmigen Mitschüler erbringen, wenn sie die deutsche Sprache wirklich beherrschen. Das Problem liegt darin, dass »unsere Zuwanderer« vorwiegend schwächeren Sozialschichten angehören, deren sprachliche Integration wir vernachlässigt haben.
- Datum 30.07.2011 - 17:24 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 28.7.2011 Nr. 31
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//Selbst wenn man die zusätzlichen Bewerber abzieht, die sich durch den Wegfall der Wehrpflicht ergeben, dann drängen schon im zweiten Jahr in Folge mehr als 40 Prozent der Schulabgänger an die Hochschulen.//
Um Gotteswillen! 40% eines Jahrgangs belagern die Uni? Gibt es eigentlich noch *irgendwelche* nennenswerten Ansprüche? Unter Bildungspolitik versteht man offensichtlich einen intellektuellen "race to the bottom" stattfindet. Man sollte konsequenterweise die Uni gleich in die Einheutsschule integrieren, um auch noch die letzten Festen gegen die intellektuelle Mittelmäßigkeit zu schleifen.
ist die Tatsache, dass derartig erhöhte Studentenzahlen nur mit einem kräftigen Niveauverlust gehen können Das ist schlecht für unser Land, das gerade vom wisssenschaftlichen und technischen Knowhow lebt.
Oder sieht jemand einen Grund, weshalb es heute viermal oder gart mehr für ein Physikstudium Geeignete gibt wie, sagen wir, vor 30 Jahren?
Das ist wie beim Hochsprung: wenn man die Latte immer tiefer legt, springen immer mehr darüber.
an Gymnasien wird abgesenkt. Fragen Sie doch mal beim Handwerk nach: Immer mehr Schulabgänger (HS u. a.) schaffen die Berufsschule nicht. Aus Erfahrung kann ich sagen, dass gerade bei den Abgangszeugnissen ordentlich gelogen wird - sie entsprechen oft nicht dem tatsächlichen Leistungsvermögen. Die Noten werden in der Hoffnung vergeben, dass der Schüler/die Schülerin schon ihren Weg machen wird. Tun sie aber oft nicht, weil sie gar nicht wissen, wie man sich durchbeißt.
Das ist nicht unbedingt die Schuld der Schüler und der Lehrer. Lange wurde nach der Devise gehandelt 'Schule muss Spaß machen'. Klar, muss sie auch aber ebenso hat sie die Verpflichtung den Schüler zu ermutigen, das Beste aus sich heraus zu holen. Das geht sicher auch durch Projekte, außerschulische Veranstaltungen etc. etc. Was aber keinesfalls vernachlässigt werden darf, ist das Kerngeschäft. Auch ganz altmodisches Auswendiglernen muss seinen Platz haben, genauso wie das Wiederholen, denn das wird dauerhaft abgespeichert. Nur genau dafür fehlt heute die Zeit - Bildung als Event. Eine Öffnung von Schule durch vermehrte Praktika i.d.Wirtschaft ist wichtig, muss aber gut vor-und nachbereitet werden. Überprüft man dann eine Kernkompetenz wie 'Sinn entnehmendes Lesen' , kommt da bei einem zu hohen Prozentsatz zu wenig, denn viele Schüler lesen nicht freiwillig, andere Medien sind da vorrangig.
Dringend notwenig ist eine Überarbeitung der Lehrpläne und eine bessere, möglichst einphasige Ausbildung der Lehrer.
Ich wäre vorsichtig mit solchen Aussagen - zu leicht beginnt man die Vergangenheit übermäßig zu verherrlichen, ohne wirklich eine Ahnung zu haben.
Woher wollen Sie denn wissen, dass das Niveau wirklich gesunken ist? Besteht nicht auch die Möglichkeit, dass die Lehrer in der Schule besser geworden sind und die Technik das Studium besser unterstützt (PPT-Folien runterladen anstelle stupide mitschreiben, was der Professor auf den Overhead schreibt).
Das ist zumindest der Eindruck, den ich als Student gewinne, der mir aber auch in Gesprächen mit älteren Generationen bestätigt wird.
ist die Tatsache, dass derartig erhöhte Studentenzahlen nur mit einem kräftigen Niveauverlust gehen können Das ist schlecht für unser Land, das gerade vom wisssenschaftlichen und technischen Knowhow lebt.
Oder sieht jemand einen Grund, weshalb es heute viermal oder gart mehr für ein Physikstudium Geeignete gibt wie, sagen wir, vor 30 Jahren?
Das ist wie beim Hochsprung: wenn man die Latte immer tiefer legt, springen immer mehr darüber.
an Gymnasien wird abgesenkt. Fragen Sie doch mal beim Handwerk nach: Immer mehr Schulabgänger (HS u. a.) schaffen die Berufsschule nicht. Aus Erfahrung kann ich sagen, dass gerade bei den Abgangszeugnissen ordentlich gelogen wird - sie entsprechen oft nicht dem tatsächlichen Leistungsvermögen. Die Noten werden in der Hoffnung vergeben, dass der Schüler/die Schülerin schon ihren Weg machen wird. Tun sie aber oft nicht, weil sie gar nicht wissen, wie man sich durchbeißt.
Das ist nicht unbedingt die Schuld der Schüler und der Lehrer. Lange wurde nach der Devise gehandelt 'Schule muss Spaß machen'. Klar, muss sie auch aber ebenso hat sie die Verpflichtung den Schüler zu ermutigen, das Beste aus sich heraus zu holen. Das geht sicher auch durch Projekte, außerschulische Veranstaltungen etc. etc. Was aber keinesfalls vernachlässigt werden darf, ist das Kerngeschäft. Auch ganz altmodisches Auswendiglernen muss seinen Platz haben, genauso wie das Wiederholen, denn das wird dauerhaft abgespeichert. Nur genau dafür fehlt heute die Zeit - Bildung als Event. Eine Öffnung von Schule durch vermehrte Praktika i.d.Wirtschaft ist wichtig, muss aber gut vor-und nachbereitet werden. Überprüft man dann eine Kernkompetenz wie 'Sinn entnehmendes Lesen' , kommt da bei einem zu hohen Prozentsatz zu wenig, denn viele Schüler lesen nicht freiwillig, andere Medien sind da vorrangig.
Dringend notwenig ist eine Überarbeitung der Lehrpläne und eine bessere, möglichst einphasige Ausbildung der Lehrer.
Ich wäre vorsichtig mit solchen Aussagen - zu leicht beginnt man die Vergangenheit übermäßig zu verherrlichen, ohne wirklich eine Ahnung zu haben.
Woher wollen Sie denn wissen, dass das Niveau wirklich gesunken ist? Besteht nicht auch die Möglichkeit, dass die Lehrer in der Schule besser geworden sind und die Technik das Studium besser unterstützt (PPT-Folien runterladen anstelle stupide mitschreiben, was der Professor auf den Overhead schreibt).
Das ist zumindest der Eindruck, den ich als Student gewinne, der mir aber auch in Gesprächen mit älteren Generationen bestätigt wird.
Ich halte die ständigen Rufe nach frühkindlicher Bildung für Augenwischerei. Bevor noch mehr Einrichtungen hinzugefügt werden, die erst einmal experimentieren müssen, bis sie funktionieren, sollte erst einmal für eine vernünftige Bildung und Förderung im bestehenden Schulsystem gesorgt werden. Die Sprache kann auch in der Grundschule gelernt werden, wenn die Grundschulen mit den Mitteln ausgestattet werden, einzelne Kinder zu fördern und eben nicht in 30 Mann starken Klassen durchgepaukt wird. Hier werden immer die Rufe nach Sonderlösungen laut. Staatlich geförderte Nachhilfe, Zusatzangebote, frühkindliche Bildung, stat die Schulen endlich so einzurichten, dass sie allen Kindern - den Hochbegabten wie den Minderbegabten - gleichermaßen gerecht werden. Ich bin dafür, erstmal das richtig zu machen, was da ist, und dann erst etwas Neues hinzu zu nehmen.
weil auf G8 umgestellt wird, und der Doppeljahrgang kommt (das Jahr, in dem das 8-jährige und das 9-jährige Gymnasium gleichzeitig fertig werden).
weil auf G8 umgestellt wird, und der Doppeljahrgang kommt (das Jahr, in dem das 8-jährige und das 9-jährige Gymnasium gleichzeitig fertig werden).
ist die Tatsache, dass derartig erhöhte Studentenzahlen nur mit einem kräftigen Niveauverlust gehen können Das ist schlecht für unser Land, das gerade vom wisssenschaftlichen und technischen Knowhow lebt.
Oder sieht jemand einen Grund, weshalb es heute viermal oder gart mehr für ein Physikstudium Geeignete gibt wie, sagen wir, vor 30 Jahren?
Das ist wie beim Hochsprung: wenn man die Latte immer tiefer legt, springen immer mehr darüber.
"Was der Artikel leider verschweigt, ist die Tatsache, dass derartig erhöhte Studentenzahlen nur mit einem kräftigen Niveauverlust gehen können Das ist schlecht für unser Land, das gerade vom wisssenschaftlichen und technischen Knowhow lebt.
Oder sieht jemand einen Grund, weshalb es heute viermal oder gart mehr für ein Physikstudium Geeignete gibt wie, sagen wir, vor 30 Jahren?
Das ist wie beim Hochsprung: wenn man die Latte immer tiefer legt, springen immer mehr darüber."
Vollkommen richtig. Die Tonnenideologie, die man mit dem Zusammenbruch des sozialistischen Systems beerdigt glaubte, feiert hier bei der deutschen Politik und Bildungsbürokratie fröhliche Urständ. Was ist denn das Ziel des Abiturs? Doch wohl, den Begabtesten eines Jahrgangs herauszufiltern und ihnen die Hochschulreife zu attestieren. Naturgemäß kann das nur eine kleine Auslese sein, die tatsächlich die Spitze des Bildungsniveaus oder die "Elite" verkörpern. Es gibt absolut keinen Grund anzunehmen, daß die Zahl dieser Begabungen bei den heutigen Schülern so angewachsen ist, daß sich ein so hoher Anteil an Abiturienten ergibt. Es spricht vielmehr einiges für das Gegenteil.
Bildung ist etwas anderes als z.B. die Körpergröße. Mehr große Schüler würde man in der Tat nur bekommen, indem man die Grenze senkt.
Bildung ist allerdings nichts naturgegebenes, sondern etwas, das von Menschen vermittelt wird. Es ist durchaus möglich, mehr geeignete Studenten heranzubilden wenn man ihnen eben in der Schule die entsprechenden Fertigkeiten vermittelt. Ein Studium ist kein Hexenwerk, dafür muss man kein Genie sein. Ich bin überzeugt, dass man mit entsprechender Bildung 80% an die Uni bringen kann (dass das nicht sinnvoll ist, ist klar).
Allerdings muss ich Ihnen recht geben, dass das nicht getan wurde. Obwohl eine höhere Bildung möglich wäre hat man zumindest in meinem Bundesland (Bayern) eher den gegenteiligen Weg beschritten und die Schulbildung im Gymnasium verschlechtert - nur um dann die Anforderungen an die Studenten wirklich ins Unermessliche zu senken damit man gleichzeitig auch noch mehr Studenten in die Unis bringen kann.
Allerdings bin ich auch immer wieder erstaunt wie vorsichtig man die Sprachprobleme von hier wohnenden Leuten anspricht. Wer in Deutschland dauerhaft leben will, muss Deutsch sprechen. Das kann man doch klar formulieren, warum muss man sowas vorsichtig umschreiben? Dass man dafür natürlich Deutschkurse usw. anbieten muss, steht auf einem anderen Blatt. Aber die Anforderung, die Landessprache seiner Heimat sprechen zu müssen, ist für mich eine zwangsläufige.
"Oder sieht jemand einen Grund, weshalb es heute viermal oder gart mehr für ein Physikstudium Geeignete gibt wie, sagen wir, vor 30 Jahren?"
Studienanfänger:
1975: ca. 4.200 Studienanfänger in Physik/Astronomie
2002: ca. 9.500 Studienanfänger in Physik/Astronomie
Nehmen wir mal eine Durchschnittsstudiendauer von 5-6 Jahren an.
Absolventen:
1980/81: ca. 2.900 Absolventen, Abbrecherquote ca. 30%
2007/08: ca. 4.200 Absolventen, Abbrecherquote ca. 50%
Quelle:
Kompetenzzentrum
http://www.kompetenzz.de/...
Wir haben also eine um 20% höhere Abbrecherquote und nicht mal ZWEIMAL so viele Absolventen in Physik/Astronomie.
Sie behaupteten VIERMAL so viele Absolventen gäbe es!
Ich bin wirklich gespannt, wie Sie Ihre Aussagen mit diesen Zahlen belegen wollen.
Hauptsache erstmal irgendwelche Thesen in den Raum werfen...
Sie haben Recht. Die Latte liegt einfach zu tief.
Aber die 40% Abiturienten landen ja überwiegend in geisteswissenschaftlichen Disziplinen. Und dern Doktoren sind ja Legende. Die betse Ausbildung zum Taxifahrer.
Die MINT Fächer sind natürlich immer noch schwach besetzt.
Obgleich die Ingenieurfächer inzwischen eine immense Ausweitung in Teil, bzw Teilst Disziplinen erfahren haben und die eine Fülle vortäuschen die dem Niveau der heutigen Bildung entspricht.
"Was der Artikel leider verschweigt, ist die Tatsache, dass derartig erhöhte Studentenzahlen nur mit einem kräftigen Niveauverlust gehen können Das ist schlecht für unser Land, das gerade vom wisssenschaftlichen und technischen Knowhow lebt.
Oder sieht jemand einen Grund, weshalb es heute viermal oder gart mehr für ein Physikstudium Geeignete gibt wie, sagen wir, vor 30 Jahren?
Das ist wie beim Hochsprung: wenn man die Latte immer tiefer legt, springen immer mehr darüber."
Vollkommen richtig. Die Tonnenideologie, die man mit dem Zusammenbruch des sozialistischen Systems beerdigt glaubte, feiert hier bei der deutschen Politik und Bildungsbürokratie fröhliche Urständ. Was ist denn das Ziel des Abiturs? Doch wohl, den Begabtesten eines Jahrgangs herauszufiltern und ihnen die Hochschulreife zu attestieren. Naturgemäß kann das nur eine kleine Auslese sein, die tatsächlich die Spitze des Bildungsniveaus oder die "Elite" verkörpern. Es gibt absolut keinen Grund anzunehmen, daß die Zahl dieser Begabungen bei den heutigen Schülern so angewachsen ist, daß sich ein so hoher Anteil an Abiturienten ergibt. Es spricht vielmehr einiges für das Gegenteil.
Bildung ist etwas anderes als z.B. die Körpergröße. Mehr große Schüler würde man in der Tat nur bekommen, indem man die Grenze senkt.
Bildung ist allerdings nichts naturgegebenes, sondern etwas, das von Menschen vermittelt wird. Es ist durchaus möglich, mehr geeignete Studenten heranzubilden wenn man ihnen eben in der Schule die entsprechenden Fertigkeiten vermittelt. Ein Studium ist kein Hexenwerk, dafür muss man kein Genie sein. Ich bin überzeugt, dass man mit entsprechender Bildung 80% an die Uni bringen kann (dass das nicht sinnvoll ist, ist klar).
Allerdings muss ich Ihnen recht geben, dass das nicht getan wurde. Obwohl eine höhere Bildung möglich wäre hat man zumindest in meinem Bundesland (Bayern) eher den gegenteiligen Weg beschritten und die Schulbildung im Gymnasium verschlechtert - nur um dann die Anforderungen an die Studenten wirklich ins Unermessliche zu senken damit man gleichzeitig auch noch mehr Studenten in die Unis bringen kann.
Allerdings bin ich auch immer wieder erstaunt wie vorsichtig man die Sprachprobleme von hier wohnenden Leuten anspricht. Wer in Deutschland dauerhaft leben will, muss Deutsch sprechen. Das kann man doch klar formulieren, warum muss man sowas vorsichtig umschreiben? Dass man dafür natürlich Deutschkurse usw. anbieten muss, steht auf einem anderen Blatt. Aber die Anforderung, die Landessprache seiner Heimat sprechen zu müssen, ist für mich eine zwangsläufige.
"Oder sieht jemand einen Grund, weshalb es heute viermal oder gart mehr für ein Physikstudium Geeignete gibt wie, sagen wir, vor 30 Jahren?"
Studienanfänger:
1975: ca. 4.200 Studienanfänger in Physik/Astronomie
2002: ca. 9.500 Studienanfänger in Physik/Astronomie
Nehmen wir mal eine Durchschnittsstudiendauer von 5-6 Jahren an.
Absolventen:
1980/81: ca. 2.900 Absolventen, Abbrecherquote ca. 30%
2007/08: ca. 4.200 Absolventen, Abbrecherquote ca. 50%
Quelle:
Kompetenzzentrum
http://www.kompetenzz.de/...
Wir haben also eine um 20% höhere Abbrecherquote und nicht mal ZWEIMAL so viele Absolventen in Physik/Astronomie.
Sie behaupteten VIERMAL so viele Absolventen gäbe es!
Ich bin wirklich gespannt, wie Sie Ihre Aussagen mit diesen Zahlen belegen wollen.
Hauptsache erstmal irgendwelche Thesen in den Raum werfen...
Sie haben Recht. Die Latte liegt einfach zu tief.
Aber die 40% Abiturienten landen ja überwiegend in geisteswissenschaftlichen Disziplinen. Und dern Doktoren sind ja Legende. Die betse Ausbildung zum Taxifahrer.
Die MINT Fächer sind natürlich immer noch schwach besetzt.
Obgleich die Ingenieurfächer inzwischen eine immense Ausweitung in Teil, bzw Teilst Disziplinen erfahren haben und die eine Fülle vortäuschen die dem Niveau der heutigen Bildung entspricht.
Es gibt sicher genügend Gründe, Bildung und Zukunftschancen ins Zentrum des politischen Diskurses zu stellen.
Ebenso gibt es auch hervorragende Ideen, ein besseres und nachhaltiges Bildungsklima in unserem Lande entstehen zu lassen.
Doch ich fürchte, dass all die guten Vorsätze alleine nicht ausreichen, dem politischen Establishment klar zu machen, wie ungeheuer wichtig und zukunftsträchtig eine diesbezügliche Umsetzung wirklich ist.
Bildung schreiben sich doch alle auf ihre Fahnen.
Dass sich unsere Gesellschaft indes in rasantem Tempo spaltet, dass es in naher Zukunft ganz klare Demarkationslinien zwischen privilegiert und 'Pech gehabt' geben wird und dass allen wohlfeilen Aussagen der politischen Klasse zum Trotz Kinderarmut, Altersarmut und soziale Ungleichheit exorbitant zunehmen, lässt mich persönlich zu dem Schluss kommen, dass unter den derzeitig vorherrschenden, System immanenten Spielregeln die Politik nicht gewillt und/oder in der Lage ist, für die 'Menschen' und das 'Gemeinwohl' einzutreten, sondern krampfhaft versucht, den Verfall des kapitalistischen Systems aufzuhalten.
Wie schon an anderer Stelle geschrieben: Es ist an uns, für gerechtere Strukturen in diesem Land zu sorgen. Das sind wir unseren Kindern einfach schuldig. Sich auf die Einsicht unserer politischen Protagonisten zu verlassen halte ich nicht nur für naiv, sondern auch für grob fahrlässig.
"Es gibt sicher genügend Gründe, Bildung und Zukunftschancen ins Zentrum des politischen Diskurses zu stellen.
Ebenso gibt es auch hervorragende Ideen, ein besseres und nachhaltiges Bildungsklima in unserem Lande entstehen zu lassen."
Glauben Sie, das kann man so per ordre di mufti herbeidekretieren? Oder es mit viel Geld herbeikaufen?
"Dass sich unsere Gesellschaft indes in rasantem Tempo spaltet, dass es in naher Zukunft ganz klare Demarkationslinien zwischen privilegiert und 'Pech gehabt' geben wird und dass allen wohlfeilen Aussagen der politischen Klasse zum Trotz Kinderarmut, Altersarmut und soziale Ungleichheit exorbitant zunehmen, lässt mich persönlich zu dem Schluss kommen, dass unter den derzeitig vorherrschenden, System immanenten Spielregeln die Politik nicht gewillt und/oder in der Lage ist, für die 'Menschen' und das 'Gemeinwohl' einzutreten, sondern krampfhaft versucht, den Verfall des kapitalistischen Systems aufzuhalten."
Sind Menschen begabt und bildungswillig, weil sie aus Mittel- und Oberschichtenfamilien stammen, oder sind Sie in den entsprechenden Familien, weil sie begabt und bildungswillig sind?
"Wie schon an anderer Stelle geschrieben: Es ist an uns, für gerechtere Strukturen in diesem Land zu sorgen."
Was verstehen Sie unter gerechter: Die Bildungsabschlüsse, die kein höhere Niveau haben als früher, einfach umzubenennen und durch die bereitwilligere Verleihung des Etiketts Abitur besser aussehen zu lassen, indem man das Niveau senkt?
"Es gibt sicher genügend Gründe, Bildung und Zukunftschancen ins Zentrum des politischen Diskurses zu stellen.
Ebenso gibt es auch hervorragende Ideen, ein besseres und nachhaltiges Bildungsklima in unserem Lande entstehen zu lassen."
Glauben Sie, das kann man so per ordre di mufti herbeidekretieren? Oder es mit viel Geld herbeikaufen?
"Dass sich unsere Gesellschaft indes in rasantem Tempo spaltet, dass es in naher Zukunft ganz klare Demarkationslinien zwischen privilegiert und 'Pech gehabt' geben wird und dass allen wohlfeilen Aussagen der politischen Klasse zum Trotz Kinderarmut, Altersarmut und soziale Ungleichheit exorbitant zunehmen, lässt mich persönlich zu dem Schluss kommen, dass unter den derzeitig vorherrschenden, System immanenten Spielregeln die Politik nicht gewillt und/oder in der Lage ist, für die 'Menschen' und das 'Gemeinwohl' einzutreten, sondern krampfhaft versucht, den Verfall des kapitalistischen Systems aufzuhalten."
Sind Menschen begabt und bildungswillig, weil sie aus Mittel- und Oberschichtenfamilien stammen, oder sind Sie in den entsprechenden Familien, weil sie begabt und bildungswillig sind?
"Wie schon an anderer Stelle geschrieben: Es ist an uns, für gerechtere Strukturen in diesem Land zu sorgen."
Was verstehen Sie unter gerechter: Die Bildungsabschlüsse, die kein höhere Niveau haben als früher, einfach umzubenennen und durch die bereitwilligere Verleihung des Etiketts Abitur besser aussehen zu lassen, indem man das Niveau senkt?
"Was der Artikel leider verschweigt, ist die Tatsache, dass derartig erhöhte Studentenzahlen nur mit einem kräftigen Niveauverlust gehen können Das ist schlecht für unser Land, das gerade vom wisssenschaftlichen und technischen Knowhow lebt.
Oder sieht jemand einen Grund, weshalb es heute viermal oder gart mehr für ein Physikstudium Geeignete gibt wie, sagen wir, vor 30 Jahren?
Das ist wie beim Hochsprung: wenn man die Latte immer tiefer legt, springen immer mehr darüber."
Vollkommen richtig. Die Tonnenideologie, die man mit dem Zusammenbruch des sozialistischen Systems beerdigt glaubte, feiert hier bei der deutschen Politik und Bildungsbürokratie fröhliche Urständ. Was ist denn das Ziel des Abiturs? Doch wohl, den Begabtesten eines Jahrgangs herauszufiltern und ihnen die Hochschulreife zu attestieren. Naturgemäß kann das nur eine kleine Auslese sein, die tatsächlich die Spitze des Bildungsniveaus oder die "Elite" verkörpern. Es gibt absolut keinen Grund anzunehmen, daß die Zahl dieser Begabungen bei den heutigen Schülern so angewachsen ist, daß sich ein so hoher Anteil an Abiturienten ergibt. Es spricht vielmehr einiges für das Gegenteil.
"Es gibt sicher genügend Gründe, Bildung und Zukunftschancen ins Zentrum des politischen Diskurses zu stellen.
Ebenso gibt es auch hervorragende Ideen, ein besseres und nachhaltiges Bildungsklima in unserem Lande entstehen zu lassen."
Glauben Sie, das kann man so per ordre di mufti herbeidekretieren? Oder es mit viel Geld herbeikaufen?
"Dass sich unsere Gesellschaft indes in rasantem Tempo spaltet, dass es in naher Zukunft ganz klare Demarkationslinien zwischen privilegiert und 'Pech gehabt' geben wird und dass allen wohlfeilen Aussagen der politischen Klasse zum Trotz Kinderarmut, Altersarmut und soziale Ungleichheit exorbitant zunehmen, lässt mich persönlich zu dem Schluss kommen, dass unter den derzeitig vorherrschenden, System immanenten Spielregeln die Politik nicht gewillt und/oder in der Lage ist, für die 'Menschen' und das 'Gemeinwohl' einzutreten, sondern krampfhaft versucht, den Verfall des kapitalistischen Systems aufzuhalten."
Sind Menschen begabt und bildungswillig, weil sie aus Mittel- und Oberschichtenfamilien stammen, oder sind Sie in den entsprechenden Familien, weil sie begabt und bildungswillig sind?
"Wie schon an anderer Stelle geschrieben: Es ist an uns, für gerechtere Strukturen in diesem Land zu sorgen."
Was verstehen Sie unter gerechter: Die Bildungsabschlüsse, die kein höhere Niveau haben als früher, einfach umzubenennen und durch die bereitwilligere Verleihung des Etiketts Abitur besser aussehen zu lassen, indem man das Niveau senkt?
mit dem provokanten Unterton in den Fragen bezweckt werden?
Was ich hier lese, schockiert mich.
Frage an diejenigen, die 'aussieben' und 'herausfiltern' wollen: Haben Sie sich - bevor Sie den Artikel kommentiert haben - schon mal Gedanken gemacht, wie diese offensichtliche Bildungsungleichheit zustande gekommen ist...!?!
Sind es sozial Ursachen, politische oder gar biologische? Denken sie allen Ernstes, dass ein Kind aus akademischem Hause per definitionem intelligenter ist als ein Migrantenkind, dessen Eltern nicht fließend deutsch sprechen...?
Wenn sie so ein statisches Menschenbild haben, dann ist jeder weitere Austausch über dieses Forum kaum geeignet um Standpunkte klar zu machen.
Wäre es aber nicht denkbar, dass jeder junge Mensch, egal ob schwarz, weiß, reich oder arm, individuelle Talente und Begabungen besitzt...? Warum wäre es denn so schlimm, diese erkennen und fördern zu wollen...? Warum möchten Sie weiterhin, frei nach Huxley, Menschen hervorbringen und selektieren, die sich 'Elite' nennen darf...? Warum denken Sie, dass sich das Bildungsniveau automatisch verringert, wenn man vermehrt finanzielle Mittel und pädagogische Ressourcen darauf verwenden würde, möglichst vielen den bestmöglichsten Bildungsstandard zu gewährleisten...?
Wovor haben Sie eigentlich Angst...?
mit dem provokanten Unterton in den Fragen bezweckt werden?
Was ich hier lese, schockiert mich.
Frage an diejenigen, die 'aussieben' und 'herausfiltern' wollen: Haben Sie sich - bevor Sie den Artikel kommentiert haben - schon mal Gedanken gemacht, wie diese offensichtliche Bildungsungleichheit zustande gekommen ist...!?!
Sind es sozial Ursachen, politische oder gar biologische? Denken sie allen Ernstes, dass ein Kind aus akademischem Hause per definitionem intelligenter ist als ein Migrantenkind, dessen Eltern nicht fließend deutsch sprechen...?
Wenn sie so ein statisches Menschenbild haben, dann ist jeder weitere Austausch über dieses Forum kaum geeignet um Standpunkte klar zu machen.
Wäre es aber nicht denkbar, dass jeder junge Mensch, egal ob schwarz, weiß, reich oder arm, individuelle Talente und Begabungen besitzt...? Warum wäre es denn so schlimm, diese erkennen und fördern zu wollen...? Warum möchten Sie weiterhin, frei nach Huxley, Menschen hervorbringen und selektieren, die sich 'Elite' nennen darf...? Warum denken Sie, dass sich das Bildungsniveau automatisch verringert, wenn man vermehrt finanzielle Mittel und pädagogische Ressourcen darauf verwenden würde, möglichst vielen den bestmöglichsten Bildungsstandard zu gewährleisten...?
Wovor haben Sie eigentlich Angst...?
mit dem provokanten Unterton in den Fragen bezweckt werden?
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