Autotest Volvo V60 D5Ausgebremst

Margit Stoffels fährt den Volvo V60 D5. von Margit Stoffels

Ups! Er bleibt ruckartig stehen. Einfach so, mein Fuß hat die Bremse nicht berührt. Was war das? Gerade wollte ich meine Lieblingsübung in der ZEIT-Tiefgarage vollführen. Ich bin auf die steil ansteigende Ausfahrt gerollt, die zu einer Schranke führt. Die Schranke öffnet sich automatisch: Selbst wenn man zügig darauf zuhält, hebt sie sich, ohne dass man bremsen muss. Normalerweise erschrecke ich meine Beifahrer, die fürchten, wir würden die Schranke durchbrechen, aber jetzt verweigert sich der Wagen. Diesmal habe ich das Auto erschreckt.

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Im Volvo V60 fahren mehr Assistenzsysteme mit als Insassen. Darunter eine Bremsautomatik, die Hindernisse erkennt. Zuerst warnt sie, dann bremst sie. Und zwar voll. Das tut sie unter anderem, um Fußgängern das Leben zu retten und Auffahrunfälle zu verhindern. Im Internet zeigt Volvo Fotos von schönen Menschen bei Sonnenschein auf einem Zebrastreifen. Daneben der V60 mit seiner rundlichen Front, friedlich lächelnd wie ein Belugawal. Man ist mental in Prenzlauer Berg, für den Liedersänger Rainald Grebe das natürliche Biotop der Volvos. Der Hersteller selbst ist aber bemüht, den sauren Geruch von Ökospießigkeit nicht zu sehr zu verbreiten. In Werbespots sitzen auch mal Lara-Croft-Babes am Steuer. Auf dem Handy kommt eine SMS an, gut aussehende Bauarbeiter stehen am Straßenrand. Die ganz normale Reizüberflutung. Dann verhindert das Auto selbsttätig, dass ein ebenfalls telefonierender, noch besser aussehender Fußgänger unter die Räder kommt.

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Der V60 wird als »Sportkombi« angepriesen. Im Grunde aber konzentriert sich Volvo, mittlerweile in chinesischer Hand , weiter auf die klassischen schwedischen Kompetenzen: Sicherheit und Gelassenheit. Der Wagen gleitet stressfrei durch urbanes Gewühl und über lange Strecken. Raumklima, Rundumsicht, Ergonomie – alles selbstverständlich. Man hat ja beim Autofahren oft noch tausend andere Dinge im Kopf und ist dankbar, wenn der Wagen nicht auch noch Aufmerksamkeit verlangt. Seine Soft Skills machen den V60 zu einem angenehmen Begleiter, aber keineswegs zu einem Weichei. Unterm Gaspedal ist genug Luft für Temperamentsausbrüche. Für die allerdings braucht es volle Konzentration. Der Bremsassistent ist nur bis 30 km/h zuständig, bei höheren Geschwindigkeiten greift er nicht ein. Sicherheitshalber.

Technische Daten   

Motorbauart: 5-Zylinder-Dieselmotor
Leistung: 158 kW (215 PS)
Beschleunigung (0–100 km/h): 7,8 s
Höchstgeschwindigkeit: 230 km/h
CO2-Emission: 129 g/km
Durchschnittsverbrauch: 4,9 Liter
Basispreis: 39.000 Euro

Margit Stoffels ist Mitarbeiterin beim ZEITmagazin

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Leserkommentare
    • pong89
    • 28. Juli 2011 10:00 Uhr
    1. Preis

    Auch wenn der Volvo ein hochqualitatives, ästhetisches Auto ist - der Einstiegspreis liegt nur 800 € unter einer E-Klasse Limousine von Mercedes Benz.

    Und gegen einen Mercedes kommt ein Volvo von der Reputation und dem Image her einfach nicht an.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • medwed
    • 28. Juli 2011 11:49 Uhr

    "Gegen einen Mercedes kommt ein Volvo von der Reputation und dem Image her einfach nicht an." Bei bildungsfernen Schichten mag dies so sein. Aber für die ist der Volvo auch nicht gedacht.

    • iawdw
    • 28. Juli 2011 13:41 Uhr

    Ihr Vergleich kam mir sehr spanisch vor, deshalb habe ich mal auf den Herstellerseiten nachgeschaut.
    Eine E-Klasse T-Modell mit 204PS Diesel kostet ab 49000€ inkl. MWSt:
    http://bit.ly/p6sCX7

    Das ist ein Aufschlag von ueber 25%!

    Eine E-Klasse-Limousine kostet minimal 39835,25 EUR laut Konfigurator.
    Ein V60 kostet minimal 28200,00 EUR laut Liste.

    Differenz: 800,00 EUR. Ja, nee, is klar ...

  1. ... die beim Kauf eines Gebrauchsgegenstands nach "Reputation" oder – noch schlimmer – "Immitsch" gehen?

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • kungel
    • 28. Juli 2011 10:21 Uhr

    Einen Volvo fahre ich, weil ich ein gutes Auto fahren will.
    Und kein ABM-Firmenfahrzeug (Audi-BMW-Mercedes).

    Und zum Preis:
    Leider ist Volvo auch sehr teuer geworden. Wenn man aber die Ausstattung vergleicht, ist aber noch viel Luft zu ABM

    • kungel
    • 28. Juli 2011 10:21 Uhr
    3. Genau!

    Einen Volvo fahre ich, weil ich ein gutes Auto fahren will.
    Und kein ABM-Firmenfahrzeug (Audi-BMW-Mercedes).

    Und zum Preis:
    Leider ist Volvo auch sehr teuer geworden. Wenn man aber die Ausstattung vergleicht, ist aber noch viel Luft zu ABM

    • fanta4
    • 28. Juli 2011 10:44 Uhr
    Eine Leserempfehlung
    • medwed
    • 28. Juli 2011 11:49 Uhr

    "Gegen einen Mercedes kommt ein Volvo von der Reputation und dem Image her einfach nicht an." Bei bildungsfernen Schichten mag dies so sein. Aber für die ist der Volvo auch nicht gedacht.

    Antwort auf "Preis"
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    Die bildungsnahen Schichten kaufen sich also lieber einen Ford im Volvopelz?

    Ganz durchgeistigt und intellektuell wohlabgewogen entscheidet man sich für ein veraltetes Image, das man als Student als immerwährend gültig abgespeichert hat.

  2. ... ist die Heckpartie der E-Klasse deutlich besser gelungen.

    • iawdw
    • 28. Juli 2011 13:41 Uhr

    Ihr Vergleich kam mir sehr spanisch vor, deshalb habe ich mal auf den Herstellerseiten nachgeschaut.
    Eine E-Klasse T-Modell mit 204PS Diesel kostet ab 49000€ inkl. MWSt:
    http://bit.ly/p6sCX7

    Das ist ein Aufschlag von ueber 25%!

    Antwort auf "Preis"
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    • pong89
    • 29. Juli 2011 18:38 Uhr

    Sie haben ja Recht, mit dem was Sie sagen. Ein E-Klasse T-Modell Diesel ist deutlich teurer. Aber darum geht es ja nicht. Ich rede von einer Limousine. Das ist die billigste Version der E-Klasse und die ist nunmal nur 800 € teurer als die Basisversion des Volvos.

  3. Der V60 ist ja auch im C-Klasse-Segment angesiedelt, also ist der Preisvergleich mit einer E-Klasse nicht ganz passend.

    Eine Leserempfehlung

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  • Serie Autotest
  • Schlagworte Volvo | Auto | Autotest | Konzentration | SMS | UPS
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