Nicht von Einwanderern droht Gefahr, sondern von Extremisten
Wer der fundamentalistischen Gefahr begegnen will, sei sie nun islamisch oder christlich, muss die Werte verteidigen, die angegriffen werden. Wer für zu große Toleranz und sein Eintreten für kulturelle Vielfalt angefeindet wird, muss die soziale Kompetenz für Toleranz und Offenheit gegenüber Andersdenkenden stärken. Wer als zu liberal gegenüber Frauen, Muslimen und Linken attackiert wird, der sollte diesen Liberalismus als humanistisches Erbe der Aufklärung hochhalten – und sich nicht dafür schämen.
Nicht von Einwanderern droht Gefahr, sondern von Extremisten. Ob sie christlich oder muslimisch, politisch oder religiös argumentieren. Gestern waren es Juden, heute sind es Muslime, die als fremd und uneuropäisch bezeichnet werden. Morgen kann es eine andere Minderheit sein, die ausgeschlossen werden soll. Es ist gleich, wen es als Nächsten trifft, wer als Nächstes als fremd oder anders aus dem sozialen Gefüge abgeschoben werden soll. Vielleicht gehören wir heute zufälligerweise zur gefälligen Mehrheit. Aber morgen vielleicht schon nicht mehr. Wer in Freiheit leben möchte, muss sich gegen jede Form der Monokultur wehren, weil jeder irgendjemand anderem fremd ist.
Terroristische Gewalt wird sich nie vollständig verhindern lassen. Aber wir können verhindern, dass Terroristen ihre ideologischen Ziele erreichen, indem wir ihrem Fundamentalismus unsere Liberalität entgegenhalten. Die beste Waffe gegen Terrorismus besteht deswegen darin, die demokratische Kultur offenzuhalten, vernünftigen Dissens und Kontroversen als Vorzüge einer freien Gesellschaft zu genießen, das soziale Miteinander bunt und vielfältig zu gestalten und ein Europa zu schaffen, in dem Gleichwertigkeit niemals Gleichartigkeit voraussetzen darf.
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- Datum 28.07.2011 - 14:53 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 28.7.2011 Nr. 31
- Kommentare 274
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... folgende Behauptung aus dem Artikel:
"als sich in Internetforen schon »Muslime raus«-Kommentare häuften"
als Lehre auch einfach mal nehmen: Einzeltaten lassen sich nicht verhindern. Wenn, dann durch mehr sozialen Umgang, weniger Anonymität untereinander.
Für meine Freunde würde ich zB die Hand ins Feuer legen, daß sie zu so etwas nicht fähig wären.
Wenn das jeder von sich sagen könnte und jeder Mensch mindestens einen Freund hätte gäbe es diese Problematik also nicht.
Sie denken ich bin naiv?
Falsch man soll sich nicht mit Gewalt an anders Denkenden Menschen auflehnen.
Es gibt viele Einzelelne Menschen die überhaupt kein drang danach haben mit anderen zu Kommunizieren die wollen einfach ihre Ruhe von den ganzen durcheinander.
Viele Freunde können einen auch ins Unglück stürzen,einen Mörder zu erkennen in unserer Gesellschaft ist für den Normalbürger nicht möglich,denn es könnte genau so gut Dein Nachbar sein.
Wie lange baut man die Intigration schon auf ?
Kostet alles Geld aber Erfolge scheint es nur auf Privatschulen zu geben und weniger in Haupt und Realschule der Bundesrepublik wenn sogar in verschieden Bundesländer,Polizeischutz gestellt werden muß laüft ja wohl einiges verkehrt in sachen Aufklärung und Integration.
Falsch man soll sich nicht mit Gewalt an anders Denkenden Menschen auflehnen.
Es gibt viele Einzelelne Menschen die überhaupt kein drang danach haben mit anderen zu Kommunizieren die wollen einfach ihre Ruhe von den ganzen durcheinander.
Viele Freunde können einen auch ins Unglück stürzen,einen Mörder zu erkennen in unserer Gesellschaft ist für den Normalbürger nicht möglich,denn es könnte genau so gut Dein Nachbar sein.
Wie lange baut man die Intigration schon auf ?
Kostet alles Geld aber Erfolge scheint es nur auf Privatschulen zu geben und weniger in Haupt und Realschule der Bundesrepublik wenn sogar in verschieden Bundesländer,Polizeischutz gestellt werden muß laüft ja wohl einiges verkehrt in sachen Aufklärung und Integration.
bin ich absolut noch derselbe wie vor den Anschlägen, ebenso alle Menschen die ich persönlich kenne.
(Durch Mangel an Änderungsmöglichkeiten an Kommentaren ein Doppelpost, dafür entschuldige ich mich.)
ob ein bestimmtes Gedankengut, mag es noch so unsympathisch sein, hinreicht zur Erklärung einer solchen Wahnsinnstat. Abgesehen von der Gefahr, dass die Gegner solchen Gedankenguts dann in den Verdacht geraten könnten, von der Tat politisch profitieren zu wollen - ich würde lieber erforschen lassen, wie Menschen überhaupt zu Amokläufern werden können - dass B. nicht erschossen wurde, entsprach ja NICHT seiner eigenen Planung und war offensichtlich äußerst knapp. Also: Wir haben es eigentlich mit einem Selbstmörder zu tun, der möglichst viele Menschen mitnehmen und dann noch eine möglichst massive "Botschaft" hinterlassen wollte. VIELLEICHT steckt in der Botschaft ein Schlüssel zum Verständnis - aber sicher nicht in dem, was er predigen wollte, sondern in der Frage, warum ER das SO brauchte. Wie kann soviel Verachtung des eigenen und fremden Lebens entstehen? Wie kann es zu einem solchen Akt verzweifelter wie anmaßender destruktiver Selbstüberhebung kommen?
Mit Blick auf die zunehmende Zahl der Amokläufe: DIESE Frage hielte ich für wichtig. Womit einer seinen Wahnsinn begründet ist Oberflächengekräusel...
...womit übrigens die Möglichkeit nicht bestritten sein soll, dass eine bestimmte Überzeugung auf eine bestimmte Art von Wahnsinnigen anziehend wirken KÖNNTE. Aber auch das müsste objektiv erforscht werden...
Ministerpräsidenten in die Luft sprengt, ein Amokläufer? Nach seiner eigentlichen Tagesplanung wäre Herr Stoltenberg an diesem Tag auch zu Besuch auf der insel gewesen - es handelt sich also zunächst mal um ein Attentat auf den Regierungschef mit vorgetäuschtem "Amoklauf"
"dass B. nicht erschossen wurde, entsprach ja NICHT seiner eigenen Planung und war offensichtlich äußerst knapp. Also: Wir haben es eigentlich mit einem Selbstmörder zu tun, der möglichst viele Menschen mitnehmen und dann noch eine möglichst massive "Botschaft" hinterlassen wollte"
Laut Bericht des Einsatzleiters in einer gestrigen Pressekonferenz (der Ton kam in den Nachrichten nur in Übersetzung) hatte Breivik die Waffe bereits niedergelegt und kam den Polizisten mit erhobenen Händen entgegen, als sie sich ihm näherten. Das spricht sehr deutlich gegen "suicide by cop", und auch sein 1500-S.-Machwerk geht davon aus, dass er überlebt und seinen Plan weiterverfolgen kann.
Ihre These des erweiterten Selbstmord teile ich.
"Womit einer seinen Wahnsinn begründet ist Oberflächengekräusel..."
da verlieren Sie mich, jemand der 9 Jahre plant, zu psychologiesieren, trifft nicht den Kern.
Der meinte es ernst, die Motive teilen tausende meiner Mitbürger, da die verweigernde Psychososse drüber zu kippen, kann nur zeitweise den Konflikt verschleppen.
Ich fürchte die europäischen Gesellschaften stehen vor einem ernsthaften Konflikt. Pathologisieren und verdrängen, wird den Konflikt in verschärfter Form wiederbringen.
Ministerpräsidenten in die Luft sprengt, ein Amokläufer? Nach seiner eigentlichen Tagesplanung wäre Herr Stoltenberg an diesem Tag auch zu Besuch auf der insel gewesen - es handelt sich also zunächst mal um ein Attentat auf den Regierungschef mit vorgetäuschtem "Amoklauf"
"dass B. nicht erschossen wurde, entsprach ja NICHT seiner eigenen Planung und war offensichtlich äußerst knapp. Also: Wir haben es eigentlich mit einem Selbstmörder zu tun, der möglichst viele Menschen mitnehmen und dann noch eine möglichst massive "Botschaft" hinterlassen wollte"
Laut Bericht des Einsatzleiters in einer gestrigen Pressekonferenz (der Ton kam in den Nachrichten nur in Übersetzung) hatte Breivik die Waffe bereits niedergelegt und kam den Polizisten mit erhobenen Händen entgegen, als sie sich ihm näherten. Das spricht sehr deutlich gegen "suicide by cop", und auch sein 1500-S.-Machwerk geht davon aus, dass er überlebt und seinen Plan weiterverfolgen kann.
Ihre These des erweiterten Selbstmord teile ich.
"Womit einer seinen Wahnsinn begründet ist Oberflächengekräusel..."
da verlieren Sie mich, jemand der 9 Jahre plant, zu psychologiesieren, trifft nicht den Kern.
Der meinte es ernst, die Motive teilen tausende meiner Mitbürger, da die verweigernde Psychososse drüber zu kippen, kann nur zeitweise den Konflikt verschleppen.
Ich fürchte die europäischen Gesellschaften stehen vor einem ernsthaften Konflikt. Pathologisieren und verdrängen, wird den Konflikt in verschärfter Form wiederbringen.
Es wäre aus meiner Sicht sinnvoller, die Frage zu stellen, woher denn die Extremisten kommen und in welchen Biotopen der Populismus und der Fundamentalismus gedeihen. Dass das u.a. etwas mit dem aktuellen Casino-Kapitalismus, dem wieder très chic gewordenen Sozial-Darwinismus, dem gegeneinander Ausspielen ganzer Bevölkerungsgruppen zu tun hat, wird zumindest politisch nicht wahr genommen bzw. wider besseren Wissens abgestritten. Ja, teilweise geht man seitens der "neukonservativen" sogar so weit, jedwede Form der Kapitalismus-Kritik pauschal als "amerika-feindlich", "israel-feindlich" und somit als "antisemitisch" diffamieren.
Manche gehen inzwischen so weit, zu sagen, einen christlichen Fundamentalismus gebe es gar nicht... (Quelle: http://www.heise.de/tp/ar... )
...christlichen Fundamentalismus gebe es gar nicht..."
Den gibt es sehr wohl.
Gestern spät abends wurde eine Reportage über verschiedene Fundamentalisten im In- und Ausland gesendet.
Leider habe ich mir nur merken können, daß diese Sendung von/mit Elmar Theveßen war, aber nicht, wo gesendet wurde.
Es wurde über islamischen und christlichen Fundamentalismus berichtet, wobei deutlich herausgestellt wurde, daß die christlichen Fundamentalisten Gewalt grundsätzlich ablehnen.
...christlichen Fundamentalismus gebe es gar nicht..."
Den gibt es sehr wohl.
Gestern spät abends wurde eine Reportage über verschiedene Fundamentalisten im In- und Ausland gesendet.
Leider habe ich mir nur merken können, daß diese Sendung von/mit Elmar Theveßen war, aber nicht, wo gesendet wurde.
Es wurde über islamischen und christlichen Fundamentalismus berichtet, wobei deutlich herausgestellt wurde, daß die christlichen Fundamentalisten Gewalt grundsätzlich ablehnen.
Diesen Artikel finde ich sowohl vom Inhalt als auch von Stil her richtig gut. Der Aufforderung dem Terrorismus mit Liberalität und dem Bemühen um vernünftigen Dissens und vernünftige Kontroversen zu begegnen kann ich mich nur anschliessen.
In Norwegen wird von den Attentaten vor allem ein Satz im Gedächnis bleiben:
"If one man can create that much hate, you can only imagine how much love we as a togetherness can create."
Eine der Überlebenden von Utøya sagte das in einem CNN Interview und seitdem gibt es kaum eine Rede zu den Ereignissen, in dem der Satz nicht auftaucht.
Ich halte das für die beste Antwort auf solch eine Kathastrophe und auch für eine wirksame Abschreckung für potentielle Nachahmer.
In einigen Wochen wird der Attentäter aus seiner Isolation herauskommen und bemerken müssen, das es eben nicht sein Hass ist, der die Diskussion bestimmt.
Er wird Jahrzehnte in einem Gefängnis sitzen, danach womöglich lebenslang in einer Psychatrie und erreicht hat er - nichts.
...Stil her richtig gut."
Mich stört folgender Satz in der Überschrift:"Zu lange wurde die Islamfeindlichkeit verharmlost."
Das klingt arg kriminalisierend.
Jeder hat m.M.n. das Recht einer Religion oder mehren Religionen gegenüber feindlich gesonnen zu sein, wenn Religionen (resp. deren Angehörige) sich anschicken, der Gesellschaft meinen sagen zu müssen, daß nur religiöses Leben richtig ist.
Ich empfinde den Vormarsch neuer Religiosität "noch" als lästig, aber was, wenn sich Religiosität massiv durchsetzt?
Was geschieht dann mit den Feinden von Religion?
"...In einigen Wochen wird der Attentäter aus seiner Isolation herauskommen und bemerken müssen, das es eben nicht sein Hass ist, der die Diskussion bestimmt.
Er wird Jahrzehnte in einem Gefängnis sitzen, danach womöglich lebenslang in einer Psychatrie und erreicht hat er - nichts...."
Sie verkennen, dass er wohl ohnehin kaum mit Ihrem oder meinem Beifall gerechnet hat für diese Tat. Auf diejenigen, die nun entsetzt und schockiert reagieren, kam es ihm doch ohnehin nicht an. Seine Adressaten sitzen derzeit im stillen Kämmerlein. Ich weiß nicht wo, ich weiß nicht wieviele, aber dass es sie gibt, dessen bin ich mir sicher. Und es wird sich noch herausstellen, ob seine "Botschaft" wirklich verpufft oder irgendwann einmal restrospektiv als Initialzündung für schlimme Zeiten gedeutet werden muss.
...Stil her richtig gut."
Mich stört folgender Satz in der Überschrift:"Zu lange wurde die Islamfeindlichkeit verharmlost."
Das klingt arg kriminalisierend.
Jeder hat m.M.n. das Recht einer Religion oder mehren Religionen gegenüber feindlich gesonnen zu sein, wenn Religionen (resp. deren Angehörige) sich anschicken, der Gesellschaft meinen sagen zu müssen, daß nur religiöses Leben richtig ist.
Ich empfinde den Vormarsch neuer Religiosität "noch" als lästig, aber was, wenn sich Religiosität massiv durchsetzt?
Was geschieht dann mit den Feinden von Religion?
"...In einigen Wochen wird der Attentäter aus seiner Isolation herauskommen und bemerken müssen, das es eben nicht sein Hass ist, der die Diskussion bestimmt.
Er wird Jahrzehnte in einem Gefängnis sitzen, danach womöglich lebenslang in einer Psychatrie und erreicht hat er - nichts...."
Sie verkennen, dass er wohl ohnehin kaum mit Ihrem oder meinem Beifall gerechnet hat für diese Tat. Auf diejenigen, die nun entsetzt und schockiert reagieren, kam es ihm doch ohnehin nicht an. Seine Adressaten sitzen derzeit im stillen Kämmerlein. Ich weiß nicht wo, ich weiß nicht wieviele, aber dass es sie gibt, dessen bin ich mir sicher. Und es wird sich noch herausstellen, ob seine "Botschaft" wirklich verpufft oder irgendwann einmal restrospektiv als Initialzündung für schlimme Zeiten gedeutet werden muss.
ändert sich was, ja.
Hoffentlich beginnt die Gesellschaft zu begreifen, dass keine "äußere Macht" verantwortlich ist, wenn die eigenen Werte abhanden kommen, sondern einzig die Gesellschaft selbst.
Wer die Worte von der "christlichen Wertegemeinschaft" im Munde führt und gleichzeitig Flüchtlinge abweist, verrät höchstselbst genau das was er glaubt verteidigen zu müssen.
Ebenso steht es mit Freiheit und Demokratie, die per Definitionem Abweichungen und Grenzüberschreitungen zulassen müssen um sich selbst gerecht zu werden.
Freiheit lebt davon, dass nicht alles reguliert und reglementiert ist und Demokratie ist ohne die Duldung von Minderheiten undenkbar.
"Wie selbstverständlich es geworden ist, Terrorismus mit Islam zu verbinden."
Nicht ohne Grund, Frau Emcke...
es also aufgrund der Terroranschläge durch islamistische Extremisten für angemessen, die islamische Religion als ganzes damit in Verbindung zu bringen? Was ist die Konsequenz? Gilt dann, wie viele Rechtsradikale und Rassisten ala Gert Wilders fordern, nicht mehr die Religionsfreiheit für Muslime? Müssen wir, wie der selbe Mann fordert, den Islam als faschistische Ideologie bekämpfen? Rechtfertigen Sie damit nicht sogar solche Taten, wie sie in Norwegen passierten?
Wie ich das verabscheue, wenn Leute mit 6 Worten etwas andeuten und nicht in der Lage sind einen Gedankengang nachvollziehbar und unmissverständlich darzulegen. Was wollen Sie sage, Kurgast?
Beschäftigen Sie sich doch mal mit den Fakten: Laut dem aktuellen Terrorism Situation and Trend Report von Europol gab es im Jahr 2009 in Europa 294 Anschläge, von denen genau einer (in Zahlen: 1) durch Islamisten ausgeführt wurde.
Daraus zu schliessen, dass a) Terrorismus ein islamistisches Phänomen sei, oder sogar b) der Islam eine terroristische Bewegung sei, ist einfach nur falsch.
In einer Sache gleichen sich alle extremistischen Weltbilder, egal ob nationalistisch, rassistisch oder religiös: Ihre Anhänger sind denkfaule Idioten - Realitäten werden ignoriert, Vorurteile werden kultiviert, es wird von Einzelfällen auf Gesamtheiten geschlossen.
Der gesellschaftliche Fortschritt, den die neuen konservativen Fundamentalisten zu verteidigen glauben, begründet sich jedoch in genau dem empirischen Ansatz kritischen Denkens, den sie verlassen müssen um ihre Argumentation aufrecht erhalten zu können.
es also aufgrund der Terroranschläge durch islamistische Extremisten für angemessen, die islamische Religion als ganzes damit in Verbindung zu bringen? Was ist die Konsequenz? Gilt dann, wie viele Rechtsradikale und Rassisten ala Gert Wilders fordern, nicht mehr die Religionsfreiheit für Muslime? Müssen wir, wie der selbe Mann fordert, den Islam als faschistische Ideologie bekämpfen? Rechtfertigen Sie damit nicht sogar solche Taten, wie sie in Norwegen passierten?
Wie ich das verabscheue, wenn Leute mit 6 Worten etwas andeuten und nicht in der Lage sind einen Gedankengang nachvollziehbar und unmissverständlich darzulegen. Was wollen Sie sage, Kurgast?
Beschäftigen Sie sich doch mal mit den Fakten: Laut dem aktuellen Terrorism Situation and Trend Report von Europol gab es im Jahr 2009 in Europa 294 Anschläge, von denen genau einer (in Zahlen: 1) durch Islamisten ausgeführt wurde.
Daraus zu schliessen, dass a) Terrorismus ein islamistisches Phänomen sei, oder sogar b) der Islam eine terroristische Bewegung sei, ist einfach nur falsch.
In einer Sache gleichen sich alle extremistischen Weltbilder, egal ob nationalistisch, rassistisch oder religiös: Ihre Anhänger sind denkfaule Idioten - Realitäten werden ignoriert, Vorurteile werden kultiviert, es wird von Einzelfällen auf Gesamtheiten geschlossen.
Der gesellschaftliche Fortschritt, den die neuen konservativen Fundamentalisten zu verteidigen glauben, begründet sich jedoch in genau dem empirischen Ansatz kritischen Denkens, den sie verlassen müssen um ihre Argumentation aufrecht erhalten zu können.
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