Autokonzerne Auf dem Weg zur No. 1?
Ferdinand Piëch und Martin Winterkorn wollen Volkswagen zum größten Autokonzern der Welt machen. Doch an Allmachtsfantasien sind schon viele gescheitert.
© Jose Castañares/AFP/Getty Images

Die neue Version des VW Beetle wird im mexikanischen Puebla, wo der Wagen gebaut wird, der Öffentlichkeit präsentiert (Bild vom 15. Juli 2011).
Niemand sammelt Automarken so gern wie Ferdinand Piëch. Fast ein Dutzend hat er schon beisammen, darunter Audi, Bugatti, Bentley, Lamborghini, Porsche, Seat, Scania, Škoda, VW und demnächst wohl MAN. Alfa Romeo steht auf seiner Wunschliste.
Niemand baut so gern Autofabriken wie Martin Winterkorn. 62 waren es bis vor Kurzem, im Mai kam eine weitere im amerikanischen Chattanooga hinzu. In Mexiko entsteht gerade ein neues Motorenwerk, vier weitere Fabriken werden in China errichtet.
Piëch und Winterkorn sind die beiden starken Männer der Volkswagen AG. Der eine, Piëch, 74 Jahre alt, Ingenieur aus Österreich und Enkel des legendären Autokonstrukteurs Ferdinand Porsche, sitzt dem Aufsichtsrat vor. Der andere, Winterkorn, ein 64-jähriger Schwabe, führt den Vorstand des umsatzstärksten deutschen Industriekonzerns. Gemeinsamer Plan der beiden ist die »Strategie 2018«. Bis dahin soll Volkswagen »an der Spitze der Automobilindustrie stehen – ökonomisch und ökologisch«. Zehn Millionen Fahrzeuge sollen die Fabriken dann produzieren, acht Millionen Stück dürften es bereits in diesem Jahr werden.
Am Drang zur schieren Größe sind andere schon gescheitert. Die Bosse von General Motors verhedderten sich im Sammelsurium zu vieler Marken, sodass ihr Konzern schließlich vom amerikanischen Steuerzahler aus der Insolvenz gerettet werden musste. Jürgen Schrempp wollte mit DaimlerChrysler eine Welt AG schaffen, doch am Ende konnte nur die Trennung von Chrysler die Katastrophe in Stuttgart verhindern. Bei Toyota schließlich häuften sich nach dem Eilmarsch an die Branchenspitze die Qualitätsmängel.
Und bei VW? Piëch und Winterkorn gelten zwar als Ausnahmestrategen in ihrem Geschäft. Aber alle Strukturen im Konzern sind auf dieses Führungsduo ausgerichtet. Viele Funktionen haben sie auf sich gezogen. Vielleicht zu viele. Außerdem ist Volkswagen mittlerweile so stark auf Wachstum ausgerichtet, dass etwa ein Politikwechsel in China oder der jähe Einbruch der Weltkonjunktur dramatische Folgen haben könnte. Die Unsicherheiten spiegeln sich auch im Börsenwert wider. Obwohl Volkswagen in der vergangenen Woche einen hohen Halbjahresgewinn präsentierte, fiel der Aktienkurs erst mal um knapp sieben Prozent.
»Wir müssen aufpassen, dass wir nicht überdrehen«
Offene Baustellen gibt es in dem Konzern zuhauf, auch wenn sie nicht sofort auffallen. »Die Schwächen werden von der glänzenden Konjunktur derzeit überdeckt«, warnt Ferdinand Dudenhöffer vom Center Automotive Research an der Universität Duisburg-Essen. Erstens muss die Lkw-Marke MAN noch in den Konzern integriert werden, sofern die Europäische Union die mehrheitliche Übernahme akzeptiert. Zweitens stehen der geplanten Verschmelzung mit Porsche noch offene Schadensersatzklagen und ungelöste steuerliche Fragen im Wege. Drittens droht das Gemeinschaftsprojekt mit Suzuki zu scheitern, mit dem preiswerte Kleinstwagen für Länder wie Indien entwickelt werden sollten. Viertens bereitet die Konzerntochter Seat Sorgen, die trotz etlicher Sanierungsversuche nicht aus den roten Zahlen herauskommt. Und fünftens hadert Winterkorn mit der Positionierung der tschechischen Tochter Škoda. In etlichen Autotests schnitten deren preiswerte Modelle zuletzt besser ab als die teuren VW Golf oder Passat.
Oberflächlich gibt Volkswagen ein glänzendes Bild ab. Selbst im Krisenjahr 2009, als General Motors Bankrott anmeldete und Toyota und Daimler Verluste machten, konnte Volkswagen sogar mehr Autos verkaufen als zuvor. 2010 schließlich war das Jahr der historischen Rekorde – bei Absatz, Umsatz und Gewinn. Kein Autokonzern konnte zuletzt bei diesem Tempo mithalten.
- Datum 07.08.2011 - 19:00 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 4.8.2011 Nr. 32
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Den Rest regelt der Markt. Wo bleibt übrigens das 1- Liter- Auto?
Interessant ist, dass der Planer des Werkes in den USA recht plötzlich zu Volvo wechselte und dort nun am Ruder sitzt (Jacoby). Kurz darauf wurden die Schweden von einem privaten Chinesen übernommen, und haben nun ausgezeichnete Chancen, mit neuer Kapitalstärke und "einem Fuss innerhalb" den chinesischen Markt aufzurollen.
Für VW bedeutet das auch, dass europäisches Knowhow bald zu chinesischen Preisen am unteren Ende des Marktes sägen könnte, ganz abgesehen davon, dass der Versuch, Skoda auf Volvo-Kunden auszurichten, nur teilweise funktioniert. Das zumindest war Piëchs viel belächelte Strategie Ende der 90er. Volvo stellt z.Z. 1200 neue Ingenieure ein, hauptsächlich in Schweden. Saab braucht ja seine Mitarbeiter nicht mehr und da gibt es viel Kompetenz aufzusaugen.
Volkswagen versucht vor allem in China zu wachsen. Da ähnelt es sehr stark GM. Ob die Strategie aufgeht ist fraglich, aber nicht unmöglich. In Europa ist ein weiteres Wachstum kaum noch möglich. Der Markt wird weiter schrumpfen und hier wirkt sich der Markenkannibalismus (VW, Audi, Skoda, Seat) eher nachteilig aus. In den USA ist man trotz Kampfpreisen (in etwa das gleiche was ein Hyundai kostet) noch nicht sehr weit gekommen.
Im Vergleich dazu erscheinen mir Ford oder auch Toyota in der besseren Position. Eine einzige Marke, die Global vermarktet werden kann. Überall unter den ersten Drei bis Fünf. Es wird spannend sein zu sehen, wie sich das entwickelt.
dann ist doch naheliegend, dass sie ihre Produkte auch günstiger anbieten könnten, um die No 1 auf dem Weltmarkt zu werden.
Her Piech und Herr Winterkorn sind da sicherlich anderer Meinung.
Wenn eine Fa. dank Kostenreduktion pro verkauftes Produkt mehr verdient, und dazu noch dank größerer Nachfrage dasselbe Produkt immer besser verkauft, dann spricht wenig dafür aus, Preise zu senken, ganz im Gegenteil.
(1. Regel BWL: Nachfrage bestimmt den Preis)
Wenn eine Fa. dank Kostenreduktion pro verkauftes Produkt mehr verdient, und dazu noch dank größerer Nachfrage dasselbe Produkt immer besser verkauft, dann spricht wenig dafür aus, Preise zu senken, ganz im Gegenteil.
(1. Regel BWL: Nachfrage bestimmt den Preis)
Möglichst viele Autos der unterschiedlichen Marken auf eine technische »Plattform« zu stellen war Ferdinand Piëchs Rezept. Er trat 1993 in Wolfsburg an, um den damals schwer angeschlagenen Konzern zu sanieren. Audi, Škoda und Seat teilten sich seither die technischen Grundlagen mit VW Golf und Polo. Heute funktioniert das wie ein Baukasten: Motoren, Getriebe, Achsen, Bodenblech oder Klimaanlagen – sogenannte Module – werden in vielen verschiedenen Modellen und Marken verwendet.
Das Rezept haben die von den Amerikanern übernommen. Aber eher schlecht. Bei den Amis passt(e) eine Lichtmaschine, Anlasser, Getriebe, Klimaanlage oder Öldeckel in praktisch alle Modelle, bei den deutschen hat jedes Teil mindestens eine eigene Verzierung, die das unmöglich macht. Allerdings haben die Amis versäumt, die Basis und das Innenleben der Autos von Zeit zu Zeit zu modernisieren.
Irgendwann aber merkens auch die dümmsten Käufer, das nur Marketing und Namensschildchen den Unterschied machen - was auch den (ungewünschten) Erfolg von Škoda ausmacht - die (warum auch immer) qualitativ und ausstattungsmässig bei niedrigeren Preisen besser erschienen, als das jeweilige Gegenmodell von VW oder den anderen Konzernschwestern.
Škoda soll ja nun bekanntlich deutlich ausgebremst werden und wieder "anspruchslosere Billigmarke" werden Richtung Dacia, die den Erfolg von VW, Audi/SEAT weniger schmälert.
Die Käufer dürften eher zum Mitbewerb ausweichen, als VW zu kaufen. Das scheint sicher.
.. des Magazins dedr Verbandszeitschrift des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK), "kfz-betrieb" stand ein Artikel, der war mit "Die Phantome der Hutmacher" überschrieben, und handelte davon, wie Ferdinand – pardon: "Doktor" Ferdinand "Burli" Piëch und sein damaliger Geherda (schwäbisch: Geh' her da!, einer der seinem Scheffe alles von den Lippen abliest ...) Doktor Robert Büchelhofer (ein ex-BMW-Mann, wie Burlis Wunsch-Nachfolger Doktor Pischetsrieder (genau: Der BMW mit der Rover Akquise fast ruiniert hat ...), mit der sogenannten als Allheilmittel propagierten "Plattformstrategie" (d. h. eine Plattform (Fahrwerk, Antrieb etc.) wir mit unterschiedlichen Hüten (Karosserien) unterschiedlichen Zielgruppen untergejubelt.) die Kunden vergackkeiern wollte, denn die "Plattformstrategie" war nichts weiter als "Badge Engineering" (bitte googeln) und noch heute ist der Golf nichts weiter als ein anders etikettierter Octavia mit dem Unterschied, daß letzterer besser und billiger ist.
Wie dem auch sei: Als Burli den erwähnten kfz-betrieb-Magazin-Artikel gelesen hatte, war seine erste Reaktion, das Wort "Plattformstrategie" sofort konzernweit zu verbieten.
Ach ja: Wer Dudenhöffer als "Autoexperten" zitiert, disqualifiziert sich von vornherein als ernstzunehmendes Medium.
.. des Magazins dedr Verbandszeitschrift des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK), "kfz-betrieb" stand ein Artikel, der war mit "Die Phantome der Hutmacher" überschrieben, und handelte davon, wie Ferdinand – pardon: "Doktor" Ferdinand "Burli" Piëch und sein damaliger Geherda (schwäbisch: Geh' her da!, einer der seinem Scheffe alles von den Lippen abliest ...) Doktor Robert Büchelhofer (ein ex-BMW-Mann, wie Burlis Wunsch-Nachfolger Doktor Pischetsrieder (genau: Der BMW mit der Rover Akquise fast ruiniert hat ...), mit der sogenannten als Allheilmittel propagierten "Plattformstrategie" (d. h. eine Plattform (Fahrwerk, Antrieb etc.) wir mit unterschiedlichen Hüten (Karosserien) unterschiedlichen Zielgruppen untergejubelt.) die Kunden vergackkeiern wollte, denn die "Plattformstrategie" war nichts weiter als "Badge Engineering" (bitte googeln) und noch heute ist der Golf nichts weiter als ein anders etikettierter Octavia mit dem Unterschied, daß letzterer besser und billiger ist.
Wie dem auch sei: Als Burli den erwähnten kfz-betrieb-Magazin-Artikel gelesen hatte, war seine erste Reaktion, das Wort "Plattformstrategie" sofort konzernweit zu verbieten.
Ach ja: Wer Dudenhöffer als "Autoexperten" zitiert, disqualifiziert sich von vornherein als ernstzunehmendes Medium.
Zitat: "Auch eine sehr hohe Summe vieler kleine Einzelziele kann ein wichtiges Gesamtziel darstellen."
Halleluja!
Wenn eine Fa. dank Kostenreduktion pro verkauftes Produkt mehr verdient, und dazu noch dank größerer Nachfrage dasselbe Produkt immer besser verkauft, dann spricht wenig dafür aus, Preise zu senken, ganz im Gegenteil.
(1. Regel BWL: Nachfrage bestimmt den Preis)
Wann und wo bitte häuften sich Qualitätsmängel bei Toyota? Angebliche Mängel mit Fußmatten, Bremsen, Beschleunigungen, die in den USA überwiegend auf unsachgemäße Behandlung durch die Fahrzeuglenker zurückzuführen waren, sind doch m. E. vom Tisch bzw. von der Fahrbahn. Immerhin haben amerikanische Institute, u. a. die NASA, Toyota in vollem Umfang rehabilitiert.
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