Götze, Schmelzer, Hummels "Du lernst, dass Du nicht alles sagen kannst"
Vor drei Monaten wurden sie als deutsche Fußballmeister gefeiert, jetzt beginnt für Mario Götze, Mats Hummels und Marcel Schmelzer von Borussia Dortmund die neue Saison. Ein Gespräch über Erwartungen
ZEITmagazin: Meine Herren, die beiden Fragesteller haben sich vor dem Gespräch ein bisschen gestritten über die Frage »Ist das Leben als Fußballprofi ein Traumjob oder die Hölle?«. Herr Müller-Wirth meint: Traumjob! Meist nur einmal am Tag trainieren, tolles Gehalt, viel Freizeit! Frau Emcke sagt: Hölle! Eiserne Disziplin, keine Partys und dauernde Beobachtung durch die Boulevardmedien. Was stimmt denn nun?
Mats Hummels: Die Wahrheit liegt, wie immer, in der Mitte. Du wirst bewertet von zigtausend Leuten, die nicht unbedingt alle etwas von Fußball verstehen...
ZEITmagazin: ...wenn das alles ist...
Hummels: ...das gehört jedenfalls zu den eher negativen Seiten. Zu den positiven gehört, dass wir wirklich nur einmal am Tag trainieren. Das ist, verglichen mit anderen Berufen, ein Luxus. Andererseits gibt es Phasen, in denen wir 14 Tage in Hotels leben...
ZEITmagazin: 14 Tage in Luxushotels? Da kann man sich auch schlimmere Strafexpeditionen vorstellen.
Hummels: ...dann sehen wir unsere Freundinnen, Frauen, Freunde nicht.
ZEITmagazin: Das klingt verdammt erwachsen. Ihre Generation gilt als sehr reif, sehr professionell. Es fehlen Geschichten über nächtliche Ausbrüche aus dem Trainingslager, Saufgelage, alles, womit frühere Spielergenerationen von sich reden machten. Und junge Menschen Ihres Alters normalerweise auch.
Marcel Schmelzer: Da kann ich, glaube ich, was beisteuern. Wir waren vor Kurzem bei einem Konzert, ein paar Spieler unserer Mannschaft.
ZEITmagazin: Das gilt schon als gewagt?
Schmelzer: Mal langsam, ich erkläre das gern. Es ging um einen deutschen Rapper.
ZEITmagazin: Und?
Schmelzer: Das wäre nicht so angenehm gewesen, wenn das rausgekommen wäre.
ZEITmagazin: Weshalb?
Schmelzer: Weil wir auch eine Vorbildfunktion haben für die Jüngeren.
ZEITmagazin: Wo ist das Problem?
Hummels: Die Texte.
23, ist Linksverteidiger. BVB-Trainer Jürgen Klopp holte ihn von der Amateurmannschaft zu den Profis. Der gebürtige Magdeburger absolvierte im November 2010 sein erstes Länderspiel.
Schmelzer: Wenn wir da stehen und die Texte mitsingen, die ja nicht immer politisch korrekt oder jugendfrei sind, und dann ist das am nächsten Tag auf YouTube, weil irgendeiner das mit dem Handy aufgenommen hat – dann ist das ein Problem. Das musst du bedenken. In dem Moment habe ich nicht darüber nachgedacht. Es ist gut gegangen, man hat uns nicht erkannt. Aber ich würde es nicht wieder machen.
ZEITmagazin: Deshalb möchten Sie auch den Namen nicht sagen?
Schmelzer: So ist es.
19, gilt vielen Experten als eines der größten Talente im deutschen Fußball. Er kam als Neunjähriger zu Borussia Dortmund und trat mit 17 zu seinem ersten Bundesligaspiel an. Bei seinem ersten Länderspiel war er 18.
Mario Götze: Man könnte jetzt denken, das ist übertrieben: all die Freizeit, der Spaß – und dann noch jammern. Natürlich freuen wir uns immer, Fußball spielen zu können. Aber es gibt auch Momente, wo jeder Fußballer sich nichts sehnlicher wünscht, als einmal unbeobachtet zu sein oder Zeit für sich allein zu haben. Ständig aufpassen zu müssen, in der Öffentlichkeit nicht über die Stränge zu schlagen, ist das eine. Das andere ist: Jeder Mensch, dem du dich näherst, lernt dich als Promi kennen. Da können kaum neue echte Freundschaften entstehen. Es sind eben zwei Seiten unseres Berufs, eine, die man liebt, und eine, die man hasst.
ZEITmagazin: Auch, weil Sie viel erwachsener sein müssen, als Sie in Wirklichkeit sind?
Götze: Der Druck ist enorm. Wir stehen vor der Saison. Und wir wissen, wenn es die ersten vier, fünf Spiele nicht gut läuft, dann wird diskutiert und geredet. Die Erwartungshaltung wird von außen herangetragen, und wir müssen sie erfüllen. Da gibt es kein Entkommen.
ZEITmagazin: Und träumen Sie manchmal davon, auszubrechen?
Götze: Natürlich, ich bin gerade 19 geworden und würde schon gern Dinge machen, die andere auch machen in meinem Alter. Das ist nicht möglich.
ZEITmagazin: Zum Beispiel?
Schmelzer: Irgendwo hingehen, ohne dass irgendwer an irgendeine Zeitung ein Foto verkauft. Ich glaube, das ist schon das beste Beispiel.
- Datum 06.08.2011 - 10:00 Uhr
- Seite 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | Auf einer Seite lesen
- Quelle ZEITmagazin, 4.8.2011 Nr. 32
- Kommentare 15
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:







Da hat Sportskamerad Schmelzer aber nicht ganz genau hingeschaut ;-)
Offenbar war er nicht ganz so unbeobachtet, wie er dachte... http://forum.westline.de/...
Wenn er schon selber die Bühne entert, kann von allzugroßer Vorsicht wohl keine Rede sein ;-)
...waren leider interessanter und schlauer als die Antworten. Der Barcelona-Fußball (minus Messi) raubt dem Spiel in meinen Augen tatsächlich wesentliche Eigenschaften - u.a. auch viele Charakteristika, wegen denen Dortmunds Spiel aktuell weltweit so begeistert. Dynamik, der direkte und schnelle Weg zum Tor, Risiko, Spannung, Zweikäpfe, Variabilität, und vieles mehr. Barcelonas Ansatz und Philosophie kann man natürlich nicht ernsthaft kritisieren, aber attraktiv finden muss man das nicht. Für mich ist es über weite Strecken sogar ermüdend und frustrierend anzuschauen, und die Tatsache, dass ein Spiel einer 12-Jährigen Barca-Jugend bereits ganz genau so aussieht wie das der Profis, also jede Menge kleiner Klone mit exakt der gleichen Spielweise unter exakt der selben Prämisse des Hyper-Kontrollfußballs nachkommen, lässt mich persönlich mit diesem Verein nicht mehr glücklich werden. Die moralische Doppelbödigkeit des Images und das Thema FairPlay, also die Schauspielereien und Bedrängungen der Schiedsrichter, tun ihr Übriges.
Da freue ich mich doch doppelt auf die kommende Bundesliga-Saison und auf die Spiele des BVB, der auf dem Platz maximale Spielfreude ausstrahlt. Ahoi!
"Barcas Spielphilosophie" Was ist das?
Es wird teilweise dermaßen verkannt wie unfassbar überragend der Fussball ist. Ohne größere Probleme wird jeglicher Gegner an die Wand gespielt, größtenteils chancenlos, ohne eigenen Ballbesitz. Dass man diese grandiose Überlegenheit langweilig findet kann ich alleridngs verstehen, weil Barcelona den Ball ja nie abgibt, sondern den Ball solange zirkulieren lässt bis man die Lücke findet. Es ist nicht "wir spielen jetz mal eben so", sondern man braucht schon iwo die Überlegenheit dieser Spieler.
Und geschauspielert wird natürlich ausschließlich in Barcelona, die andern machen das ja nicht.
Dass gg keine andere Mannschaft aufgrund von kapitaler Hilflosigkeit dermaßen getreten wird ist natürlich nicht erwähnenswert.
Wer Barcelona nicht live regelmäßig sieht, kann hier doch keine noch so versuchte objekive Meinung liefern.
Barcelonas Philosophie ist den Fussball zu perfektionieren, eine Einheit zu schaffen, das Spiel zu bestimmen und den Gegner nicht zum Zug kommen lassen!
Nochmals: Wer nicht regelmäßig die spanische Liga verfolgt, sollte bitte nicht zu schnell Urteile fällen, die auf, leider, albernen Artikeln von Sport1 und anderen Sportsendern, -Webseiten beruhen.
Das schöne am Fussball ist ja doch, dass jedes System sich schlagen kann. Das macht den Reiz aus.
Das Dortmund mit einer ähnlichen Taktik 1997 die CL gewonnen hat vergessen sie aber gerade,oder?
"Barcas Spielphilosophie" Was ist das?
Es wird teilweise dermaßen verkannt wie unfassbar überragend der Fussball ist. Ohne größere Probleme wird jeglicher Gegner an die Wand gespielt, größtenteils chancenlos, ohne eigenen Ballbesitz. Dass man diese grandiose Überlegenheit langweilig findet kann ich alleridngs verstehen, weil Barcelona den Ball ja nie abgibt, sondern den Ball solange zirkulieren lässt bis man die Lücke findet. Es ist nicht "wir spielen jetz mal eben so", sondern man braucht schon iwo die Überlegenheit dieser Spieler.
Und geschauspielert wird natürlich ausschließlich in Barcelona, die andern machen das ja nicht.
Dass gg keine andere Mannschaft aufgrund von kapitaler Hilflosigkeit dermaßen getreten wird ist natürlich nicht erwähnenswert.
Wer Barcelona nicht live regelmäßig sieht, kann hier doch keine noch so versuchte objekive Meinung liefern.
Barcelonas Philosophie ist den Fussball zu perfektionieren, eine Einheit zu schaffen, das Spiel zu bestimmen und den Gegner nicht zum Zug kommen lassen!
Nochmals: Wer nicht regelmäßig die spanische Liga verfolgt, sollte bitte nicht zu schnell Urteile fällen, die auf, leider, albernen Artikeln von Sport1 und anderen Sportsendern, -Webseiten beruhen.
Das schöne am Fussball ist ja doch, dass jedes System sich schlagen kann. Das macht den Reiz aus.
Das Dortmund mit einer ähnlichen Taktik 1997 die CL gewonnen hat vergessen sie aber gerade,oder?
Ich möchte Herrn Hummels nur ungern enttäuschen, aber wenn sich der Fußball so weiter entwickelt, wie in den letzten (rasanten) Jahren, wird auch er schon im Alter ab 28 zum alten Eisen gehören, dass niemand mehr möchte. Denn auch wenn er sich gut ernährt und bemüht ist, sich weiter zu entwickeln, wird es jungen Nachwuchs geben, der ihn überrunden wird. Sogenannte "alte Hasen" sind in jedem Kader wichtig, dass wird auch der aktuelle Kader des BVB noch feststellen, wenn es in die Doppel-/Dreifach-Belastung der Saison geht oder wenn die Zeiten einfach nicht mehr so rosig sind.
Und Herrn Schmelzer sei gesagt: Sie haben Style und das Geld. ( Und sie dachten wirklich, es weiß keíner?! 28.000 Clicks auf einem großen Videoportal sprechen wohl für sich. Aber, mit der Wirkung haben Sie durchaus Recht, auch ich war entsetzt.)
Und Herr Götze? Sie sind der Justin Bieber des Fußballs. Nur mit einer besseren Frisur :)
in der altersfrage wird es, denke ich, immer ausnahmen geben. man denke nur an ryan giggs. oder auch an 2 alte herren, die letzte saison die bundesligabühne verlassen haben. sami hyppiä oder ze roberto haben im hohen (fussball-)alter noch auf höchstem level gespielt. außerdem kann jemand, der bis 30 oder 32 bei einem club wie bayern spielt, immer noch ein paar jahre in dubai oder der major league soccer dranhängen. wer will (evtl auch auf gehalt verzichten kann) und gesund ist, kann also so oder so lange profifussball spielen.
in der altersfrage wird es, denke ich, immer ausnahmen geben. man denke nur an ryan giggs. oder auch an 2 alte herren, die letzte saison die bundesligabühne verlassen haben. sami hyppiä oder ze roberto haben im hohen (fussball-)alter noch auf höchstem level gespielt. außerdem kann jemand, der bis 30 oder 32 bei einem club wie bayern spielt, immer noch ein paar jahre in dubai oder der major league soccer dranhängen. wer will (evtl auch auf gehalt verzichten kann) und gesund ist, kann also so oder so lange profifussball spielen.
"Ich hab Style und das Geld - ich hab all das was euch Fotzen so gefällt." (Bushido) Sowas singt man nicht - Vorbildfunktion hin oder her. http://www.youtube.com/wa...
...so Sympathisch die 3 auch sein mögen, Schmelle hat einen grausamen Musikgeschmack...
"Barcas Spielphilosophie" Was ist das?
Es wird teilweise dermaßen verkannt wie unfassbar überragend der Fussball ist. Ohne größere Probleme wird jeglicher Gegner an die Wand gespielt, größtenteils chancenlos, ohne eigenen Ballbesitz. Dass man diese grandiose Überlegenheit langweilig findet kann ich alleridngs verstehen, weil Barcelona den Ball ja nie abgibt, sondern den Ball solange zirkulieren lässt bis man die Lücke findet. Es ist nicht "wir spielen jetz mal eben so", sondern man braucht schon iwo die Überlegenheit dieser Spieler.
Und geschauspielert wird natürlich ausschließlich in Barcelona, die andern machen das ja nicht.
Dass gg keine andere Mannschaft aufgrund von kapitaler Hilflosigkeit dermaßen getreten wird ist natürlich nicht erwähnenswert.
versus Starfußball.
Meine These ist, dass man klein sein muss, um teamgerechten kohärenten Fußball zu spielen.
So wie Barcelona oder die japanischen WM-Gewinnerinnen. Auch geistig muss man "klein" und bescheiden bleiben - sobald man vergötzt wird, ist der "klare Geist" (Scholl) dahin und man wird verballackt oder verprinzt.
Nicht umsonst ließ Klinsmann - ausgerechnet in Bayern - eine Buddhastatue aufstellen. Der Buddha steht für "Nirwana", für den Nicht-Wahn, das Nicht-Ich.
Ob der WM-Star Müller es schafft, wieder "klein" zu werden?
in der altersfrage wird es, denke ich, immer ausnahmen geben. man denke nur an ryan giggs. oder auch an 2 alte herren, die letzte saison die bundesligabühne verlassen haben. sami hyppiä oder ze roberto haben im hohen (fussball-)alter noch auf höchstem level gespielt. außerdem kann jemand, der bis 30 oder 32 bei einem club wie bayern spielt, immer noch ein paar jahre in dubai oder der major league soccer dranhängen. wer will (evtl auch auf gehalt verzichten kann) und gesund ist, kann also so oder so lange profifussball spielen.
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren