Street ArtGroßes Affentheater

Wie unterschiedlich man mit Kunst im öffentlichen Raum umgeht. von Andrea Heinz

Wegen Sachbeschädigung in 19 Fällen stand in der letzten Woche die Hamburger Graffiti-Legende Oz vor Gericht. Seine Anwälte argumentierten mit Kunstfreiheit und dem »Recht auf Stadt«. Tatsächlich sind die Graffiti des 61-jährigen Walter F. in Hamburg allgegenwärtig, 120.000 Stück sollen es sein. Für die Bild ist der international bekannte Sprayer deshalb »Hamburgs schlimmster Schmierer«, für 600 Unterzeichner der Petition »Freispruch für Oz« dagegen hat er den öffentlichen Raum beispiellos belebt. Die Richter sahen das anders, sie verteidigten das Recht auf Eigentum und brachten Oz für 14 Monate ins Gefängnis. Wie weit also geht die Freiheit der Kunst? Wem gehört der öffentliche Raum? Und wem das Kunstwerk?

Antworten auf diese Fragen provoziert die Street-Art nicht nur in Hamburg. Saeed Ahmed, Vorsitzender des muslimischen Kulturzentrums im englischen Bristol, ließ vor gut drei Wochen von den Wänden des Zentrums ein Frühwerk des Street-Art-Superstars Banksy entfernen, einen Gorilla mit pinkfarbener Maske. Für das eine oder andere von Banksys Werken ist die Kunstwelt schon bereit gewesen, bis zu sechsstellige Summen zu zahlen, aber das wusste Saeed Ahmed nicht. Mit Brachialgewalt und weißer Tünche hat er die Street-Art wieder auf ihre Ursprünge zurückgeworfen: Schnelllebigkeit! Eine Existenz in steter Gefahr potenzieller Zerstörung!

Anzeige

Die unheilige Trias von Kunstwerk, Dreck und Putzfimmel hat einst schon der Beuysschen Badewanne zu Ruhm verholfen. In Bristol zeigt sich jedenfalls, wie dehnbar nicht nur der Kunstbegriff, sondern auch das Recht auf Eigentum ist. Richard Pelter, Direktor der International Fine Art Conservation Studios in Bristol, der bereits Westminster Cathedral restaurierte, müht sich in diesen Tagen, den Affen an Saeed Ahmeds Wand wiederherzustellen. Wie man mit dem Künstler verfährt, muss man sich hier zum Glück gar nicht überlegen. Niemand weiß, wer Banksy ist.

Zur Startseite
 
Leserkommentare
    • rugero
    • 07. August 2011 11:17 Uhr

    Graffitti kann Kunst sein oder nur unsägliches Geschmiere. Graffitti-Kunst auf häßlichen Betonflächen, wie Brücken Fundamenten, Stützmauern, etc. trägt zur Verschönerung der Stadt bei. In meiner Münchner Zeit habe ich mich daran immer erfreut.

    Das amateurhafte Geschmiere von sinnlosen Tags auf jedweder Mauer ist aber ärgerlich. Schade nur, daß die Behörden nicht in der Lage sind zwischen Kunst und Verunstaltung zu unterscheiden und Ermessensspielräume nicht nutzen. Verwaltungsbeamte gehören ja wahrscheinlich auch nicht zu den Kreativen der Republik.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • JWGRU
    • 07. August 2011 13:15 Uhr

    Ist nicht in der Kunstszene bereits für den unausgebildeten Betrachter Geschmiere und Kunst nur schwer zu unterscheiden? Wie dann in der sogenannten Streetkunst, die einem im öffentlichen Raum aufgedrängt wird.
    Seit der Züricher Sprayer, Harald Naegeli, mit seiner Sprühdose als Protestwerkzeug gegen die Verödung und Verbetonierung der Städte graue Häuserwände zu eleganten Kunstwerken umfunktionierte, sind leider immer stärker Streetkünstler am Werk, die schmieren statt verschönern. Das schadet dem Lebenswert vieler Stadtviertel, wo durch sie hässliches noch hässlicher gemacht wird.
    Joseph Beuys verkündete, dass jeder Mensch ein Künstler sein kann, Viele street"künstler" missverstehen dies und glauben, ihr Geschmiere erfülle automatisch künstlerische Ansprüche.
    Nur wer beurteilt das: Der Normalbetrachter, die Gerichte, die Kunstwelt? Der Normalbetrachter sagt sowieso: Geschmiere! Die Richter ziehen sich auf juristisch nachvollziehbare Tatbestände wie Eigentum zurück statt auf Gutachten der Kunstexperten. Die Kunstwelt kann nicht richten, da kein Markt vorhanden ist, wo der Wert ausgehandelt wird. Streetkunstwerke, die keine sind, können nur durch "Brachialgewalt", sprich weisse Tünche verschwinden, nicht durch Nichtbeachtung, wie auf dem Kunstmarkt.Im öffentlichem Raum muss man sie sehen und das schmerzt oftmals.
    Ja, Streetkunst kann sehr zum Wohlbehagen in einem Stadtviertel beitragen, nur leider ist nicht jeder Sprayer der Sprayer von Zürich.

    Das stimmt, Steet Art und Graffiti müssen differenziert betrachtet werden, sie können bezaubern oder zerstören, bereichern oder verschlimmern. Natürlich ist der Einwand berechtigt, wo im Zweifelsfall die Grenze verläuft und wie dies juristisch zu entscheiden sein soll. Aber dies sollte in erster Linie ein gesellschaftlicher Dialog sein.
    Es gibt definitiv Fälle, wo bunte und originelle Graffiti graue Betonwände erträglicher machen, zumal dort, wo sich Graffiti-Künstler mit Ruhe und Muße auslassen können. Ein berühmtes Beispiel hierfür ist die alte Berliner Mauer.
    Wer "Schmiereien" als Straftatbestand verstanden wissen will, muss in der Konsequenz auch Architekten, Stadtplaner, Bauherren und genehmigende Behörden zur Verantwortung ziehen, die auch heute noch mit tlw. unglaublicher Taktlosigkeit diese grauen, kahlen und Blicklinien versperrenden Wände und Gemäuer überhaupt bauen und zulassen!
    Graffiti ensteht nicht zuletzt aus dem Gefühl heraus, nicht tatenlos dabei zusehen zu wollen, wie der eigene Lebens- und Stadtraum architektonisch und bauplanerisch entmenschlicht und anonymisiert wird.
    Außerdem, wäre es nicht unglaublich traurig, wenn den Menschen sozusagen große Leinwände direkt vor die Nase gesetzt werden und sie diese nicht nutzen würden?!

  1. Sie fänden es bestimmt auch toll, wenn Ihnen jemand Ihr Auto künstlerisch umlackiert, da ein paar Affen oder einen Chinesen mit einer Gurke im Ohr als Kritik an der Unterdrückung der Meinungsfreiheit auf die Motorhaube raufkratzt oder -sprüht. Weil es ja Kunst ist.

    Wenn jemand Ihr Haus oder Ihr Auto oder sonst Ihr Eigentum umgestalten will, kann er Sie doch fragen! Wenn Sie einverstanden sind - wunderbar! Es fahren so schöne Hippie-Busse durch die Straßen der Stadt. Wenn Sie es nicht wollen, ist es Sachbeschädigung. Sie können nicht mehr entscheiden, wie Ihr Auto aussieht, weil das im öffentlichen Raum steht? Wollen Sie das bagatellisieren?
    Was kommt als nächtstes? Als nächstes darf ich auch nicht mehr entscheiden, wie meine Jacke aussieht? Oder ich?

    Wenn irgendein Künstler mir ihn der U-Bahn mit einem Schnellverfahren ein Kunstwerk auf den Mantel sprüht - das ist sicher auch Kunst, oder? Wen muss ich dann fragen, bevor ich den Mantel reinigen lasse? Oder gehört der mir dann nicht mehr, weil ich jetzt zum Kunstobjekt geworden bin? Was wäre dann zu tun? Müsste ich den einer Treuhändergesellschaft geben? Werde ich wenigstens entschädigt, oder muss mir die Ehre genug sein, dass ich ausgewählt wurde?

    Ich will Sie mal sehen, wenn Ihr Kind aus dem Kindergarten kommt, und die Erzieherinnen haben ihm ein bisschen die Haare geschnitten. Juristisch sehr ähnlich gelagert! Obwohl das Kind ein Mensch ist und kein Auto und keine Jacke, rasten die Gleichen regelmäßig bei sowas aus.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    In der Regel sind es öffentliche Gebäude, die besprüht werden.

    Graffitis auf Eigentum von Privatpersonen kommen praktisch nicht vor (Industriegebäude gelegentlich)

    aber dann leben wir wohl in verschiedenen Welten. Meine Beobachtung ist, dass in der Hauptstadt Graffiti, auch durchaus tolle und künstlerisch sehr anspruchsvolle bzw. zum Nachdenken anregende - überall auch auf Privateigentum platziert werden. Was glauben Sie, was das für Häuser sind, auf denen die geistlosen und handwerklich minderwertigen "1up" prangen? Öffentliche Gebäude? Das sind ganz normale Mietshäuser, die jemandem gehören, der das vielleicht nicht möchte.
    Oder ist für Sie jedes Haus, das Ihnen nicht selbst gehört, ein "öffentliches Gebäude"?

    Vergleiche, Ihre.

    Sie könnten Gagschreiber für einen rechtslastigen Politikerführer werden. Vermutlich sind sie es schon.

    • JWGRU
    • 07. August 2011 13:14 Uhr

    Ist nicht in der Kunstszene bereits für den unausgebildeten Betrachter Geschmiere und Kunst nur schwer zu unterscheiden? Wie dann in der sogenannten Streetkunst, die einem im öffentlichen Raum aufgedrängt wird.
    Seit der Züricher Sprayer, Harald Naegeli, mit seiner Sprühdose als Protestwerkzeug gegen die Verödung und Verbetonierung der Städte graue Häuserwände zu eleganten Kunstwerken umfunktionierte, sind leider immer stärker Streetkünstler am Werk, die schmieren statt verschönern. Das schadet dem Lebenswert vieler Stadtviertel, wo durch sie hässliches noch hässlicher gemacht wird.
    Joseph Beuys verkündete, dass jeder Mensch ein Künstler sein kann, Viele street"künstler" missverstehen dies und glauben, ihr Geschmiere erfülle automatisch künstlerische Ansprüche.
    Nur wer beurteilt das: Der Normalbetrachter, die Gerichte, die Kunstwelt? Der Normalbetrachter sagt sowieso: Geschmiere! Die Richter ziehen sich auf juristisch nachvollziehbare Tatbestände wie Eigentum zurück statt auf Gutachten der Kunstexperten. Die Kunstwelt kann nicht richten, da kein Markt vorhanden ist, wo der Wert ausgehandelt wird. Streetkunstwerke, die keine sind, können nur durch "Brachialgewalt", sprich weisse Tünche verschwinden, nicht durch Nichtbeachtung, wie auf dem Kunstmarkt.Im öffentlichem Raum muss man sie sehen und das schmerzt oftmals.
    Ja, Streetkunst kann sehr zum Wohlbehagen in einem Stadtviertel beitragen, nur leider ist nicht jeder Sprayer der Sprayer von Zürich.

    • JWGRU
    • 07. August 2011 13:15 Uhr

    Ist nicht in der Kunstszene bereits für den unausgebildeten Betrachter Geschmiere und Kunst nur schwer zu unterscheiden? Wie dann in der sogenannten Streetkunst, die einem im öffentlichen Raum aufgedrängt wird.
    Seit der Züricher Sprayer, Harald Naegeli, mit seiner Sprühdose als Protestwerkzeug gegen die Verödung und Verbetonierung der Städte graue Häuserwände zu eleganten Kunstwerken umfunktionierte, sind leider immer stärker Streetkünstler am Werk, die schmieren statt verschönern. Das schadet dem Lebenswert vieler Stadtviertel, wo durch sie hässliches noch hässlicher gemacht wird.
    Joseph Beuys verkündete, dass jeder Mensch ein Künstler sein kann, Viele street"künstler" missverstehen dies und glauben, ihr Geschmiere erfülle automatisch künstlerische Ansprüche.
    Nur wer beurteilt das: Der Normalbetrachter, die Gerichte, die Kunstwelt? Der Normalbetrachter sagt sowieso: Geschmiere! Die Richter ziehen sich auf juristisch nachvollziehbare Tatbestände wie Eigentum zurück statt auf Gutachten der Kunstexperten. Die Kunstwelt kann nicht richten, da kein Markt vorhanden ist, wo der Wert ausgehandelt wird. Streetkunstwerke, die keine sind, können nur durch "Brachialgewalt", sprich weisse Tünche verschwinden, nicht durch Nichtbeachtung, wie auf dem Kunstmarkt.Im öffentlichem Raum muss man sie sehen und das schmerzt oftmals.
    Ja, Streetkunst kann sehr zum Wohlbehagen in einem Stadtviertel beitragen, nur leider ist nicht jeder Sprayer der Sprayer von Zürich.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • Uxmal
    • 07. August 2011 14:17 Uhr

    "Im öffentlichem Raum muss man sie sehen und das schmerzt oftmals."

    Und was ist mit der Werbung, die man tagtäglich ertragen muss? Das schmerzt viel mehr! Wohin man seinen Blick auch wendet, kein Entkommen! Auf riesen Plakaten, meterbreit auf Bussen und S-Bahnen (rauben einem oftmals die Sicht wenn man drinne sitzt), Displays mit Animationen...überall wird man mit den Reizen der Werbefachleute überhäuft, ob man will oder nicht. Ich denke da ist Streetart/Graffiti/Schmierei noch das geringste Ärgerniss im urbanen Raum...

    Ist Werbung dadurch "besser" nur weil es "jemand" erlaubt hat? Wieso dulden wir sowas eher, als das "Geschmiere"?

    Und wie "Traumwelt777" schon sagte, "...sind es in der Regel öffentliche Gebäude, die besprüht werden."

    • B3rz
    • 08. August 2011 10:28 Uhr

    ...solange jemand urteilt.
    Sofern ein Künstler bei einer Institution einen Antrag stellen kann und von der Stadt oder eventuell der Privatperson die Zustimmung bekommen kann, ist die Welt doch in Ordnung.
    Bei uns gibt es auch eine lange Mauer neben einem AldiParkplatz, die den Sprayern zur Verfügung steht, wenn sie denn ein künstlerisches Konzept vorlegen. Und was dort entsteht ist alles andere als Geschmiere.
    In dem Fall das Unbewertbarkeit-der-Kunst-Argument auszupacken zieht nicht ganz, da es sehrwohl von einer entsprechend informierten Person beurteilt werden kann.

    Dass es dem einen oder anderen mehr oder weniger gefällt, wird sich nicht verhindern lassen und liegt, wie ich glaube, eher bei dem jeweiligen Motiv, als bei der StreetArt an sich.

    Ob sich dadurch das Geschmiere verringert wage ich zu bezweifeln, jedoch hört vorerst die Kriminalisierung der echten Künstler auf.

  2. OZ ist keine Kunst, sondern Handwerklicher Müll. Ein Kind, dem man 30 Jahre lang das selbe Wort schreiben lässt und nicht mal Ansätze von Schreibmotorik entwickelt. Ihn mit Bansky im selben Satz zu erwähnen ist peinlich, für jeden mit Ahnung von der Materie.

    [...] Erst als politischer Sprayer, warf er dann die Ideale über Bord: Die unpolitische Graffiti-Szene gab ihm Selbstwertgefühl, wenn er statt Parolen nur noch sein Kürzel malte. Aus einem Nichts wurde ein Stadtbekannter. Das ist die Ur-Motivation aller Sprayer.

    Gekürzt. Bitte diskutieren Sie zum konkreten Thema. Danke. Die Redaktion/er

  3. OZ ist keine Street-Art. Graffiti ist keine Street-Art. In der Ur-Motivation ist Street-Art komplett anders als Graffiti. Street-Art akzeptiert, dass sie entfernt wird und die Künstler legen ihren Schwerpunkt auf den Gehalt der Arbeit. Sie interessiert weniger, dass man sie kennt. Es tauchen kaum Kürzel und Pseudonyme auf. Wenn, wiederholen sich Stilmittel und Motive. Ein Sprayer würde nie ein Bildnis aus Styropor schnitzen und irgendwo an die Wand kleben. Street-Artists sind Altruisten, Graffiti-Sprayer Egoisten.

    Und rechtlich? Leider muss man ihn wegsperren. [...]

    Da wird dann die Frage gestellt, ob ich mein willkürlich zersägtes Fahrrad zu akzeptieren hätte, weil es Kunst sei - wie bescheuert kann man sein?

    Gekürzt. Bitte diskutieren Sie sachlich und konkret das Thema. Danke. Die Redaktion/er

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Grade als Hamburger und Insider kann ich deine Aussagen nicht nachvollziehen. Graffiti aus der Street-Art raus zu definieren halte ich für Absurd. Auch Graffiti halt eine Wandlung hinter sich. War doch der Ursprung im claimen der Blocks und wandelte sich zum Backpacker Lifestyle. Man kann natürlich einen anderen Ursprung von Street-Art sehen, doch ist heute mit einander verwachsen. Die Fronten haben sich schon lange aufgelöst. Kürzel, Pseudonyme, Motive ... who cares ?
    Ist ein Aufkleber von These Graffiti und der von Mausland Street-Art ?

    Die Graffiti Szene als unpolitisch dazustellen halte ich auch für falsch. Was war mit Eric & Co ? Nicht zu vergessen die legendären Murals in Bahrnfeld.

    Das Oz ein Toy ist der mit Default Caps malt, ist auch jedem klar. Aber das was er aber in HH geleistet hat packt die Medien Agentur Hamburg GmbH fünf mal in die Tasche. Der Toytag "Oz" hat ein größeren Wiedererkennungswert wie Cruise Days und Schlagermove zusammen - während Banksy ein "f*** sellout" ist.

  4. In der Regel sind es öffentliche Gebäude, die besprüht werden.

    Graffitis auf Eigentum von Privatpersonen kommen praktisch nicht vor (Industriegebäude gelegentlich)

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • Bikila
    • 08. August 2011 3:17 Uhr

    Fahren Sie mal einfach durch die Stadt, Die selbst ernannten Künstler beschmieren alles, sogar historische Gebäude. Ist ein öffentliches Gebäude nicht schützenwert weil es dem Staat gehört. Ich kenne kein Land das so beschmiert wird wie Deutschland. Selbst New York ist nicht so beschmiert. Aber bei uns gibt es ja auch keine Strafen für Sachbeschädigung. Wenn ich höre dass der Mann 120 000 Wände beschmiert haben soll. Muss er ja täglich viele Stunden unterwegs sein.

    • guegro
    • 08. August 2011 16:11 Uhr

    Ich staune über so viel Naivität und solch einer Meinung zu freier Kunst!
    "Graffitis auf Eigentum von Privatpersonen kommen praktisch nicht vor". Gehts denn noch?
    Wie nenne ich dann, es wenn meine Hauswand - wie bei mir vorgekommen - besprüht und volluriniert wird. Und ich unterhalte mich selber noch anschliessend mit dem "Künstler".
    Hab ich etwas in meinem Leben, oder meiner Erziehung, nicht richtig mitbekommen?

    • Uxmal
    • 07. August 2011 14:17 Uhr

    "Im öffentlichem Raum muss man sie sehen und das schmerzt oftmals."

    Und was ist mit der Werbung, die man tagtäglich ertragen muss? Das schmerzt viel mehr! Wohin man seinen Blick auch wendet, kein Entkommen! Auf riesen Plakaten, meterbreit auf Bussen und S-Bahnen (rauben einem oftmals die Sicht wenn man drinne sitzt), Displays mit Animationen...überall wird man mit den Reizen der Werbefachleute überhäuft, ob man will oder nicht. Ich denke da ist Streetart/Graffiti/Schmierei noch das geringste Ärgerniss im urbanen Raum...

    Ist Werbung dadurch "besser" nur weil es "jemand" erlaubt hat? Wieso dulden wir sowas eher, als das "Geschmiere"?

    Und wie "Traumwelt777" schon sagte, "...sind es in der Regel öffentliche Gebäude, die besprüht werden."

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Relativierende Vergleiche werden doch sonst nirgendwo gelten gelassen (zu Recht). Hier würde sicher auch niemand sagen, Graffiti find ich scheiße, aber Werbung find ich super. Das eine hat doch mit dem anderen nichts zu tun. Der Unterschied ist der, dass das eine nicht legal angebracht wird und das andere schon. Das kann man gut finden oder nicht, ist aber eine völlig unterschiedliche Ausgangslage.
    Ich persönlich freue mich auch über "schöne" Graffiti in der Stadt, und fotografiere diese gern. Mir ist aber bewusst, dass das nicht heißt, dass der Hausbesitzer sich darüber freut. Zumindest in Berlin werden jedenfalls nicht nur öffentliche Gebäude besprüht, das ist wirklich Quatsch. Leider dann oft mit hässlichen Schriftzügen und Tags, aber über die Qualität kann man sich eh streiten. Rechtlich okay ist es trotzdem nicht. Ich kenne Jugendliche, die in Absprache mit Schulen, Garagenbesitzern o.ä. dann deren Wände besprüht haben, das ist etwas ganz anderes, da haben alle was davon und freuen sich, und niemand ärgert sich. Wenn man das nämlich in Kauf nimmt, dass einer schlechte Laune bekommt, weil jemand auf seine Hauswand gesprüht hat, dann ist das vor allem rücksichtslos und egoistisch, egal ob künstlerisch wertvoll oder nicht.

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

  • Schlagworte Banksy | Recht | Affe | Eigentum | Gefängnis | Gericht
Service