Unscheinbare Alltagsgeräte, wie etwa diese Spielekonsole von Sony, können gehackt werden. ©Brad Barket/Getty Images

Annette und Uwe Auhäusl haben nie daran gedacht, ihr neues Auto zu hacken . Beim Autohändler haben sie ganz normale Fragen gestellt: Wie groß ist der Kofferraum? Wollen wir Fernsehbildschirme für die Kinder? Touran, Octavia oder Zafira? Es wurde der Opel.

Kein Jahr später haben die Auhäusls ihr Auto doch gehackt.

Uwe Auhäusl stieß im Internet auf eine Zahlenkombination, die Zafira-Fans begeistert untereinander herumreichen. Sie ist sehr nützlich. Man kann damit einen Opel der unteren Ausstattungsklasse mächtig aufmotzen. »Unser Mechaniker hat den Code einfach an der richtigen Stelle in die Autosoftware eingesetzt«, sagt Auhäusl. Das war’s.

Selten bemerkte, aber zentrale Eigenart

Seither haben die Auhäusls einen Bordcomputer, und die Fensterscheiben lassen sich mit dem Autoschlüssel aus der Ferne hoch- und runterfahren. Beides war vom ersten Tag an in ihrem Zafira installiert, als Teil der Opel-Software. In der Entwicklung und Produktion ist es billiger, alle Autos mit den denselben Merkmalen auszustatten. Aber um die Opel-Modelle später voneinander zu unterscheiden und die verschiedenen Preise zu rechtfertigen, blockiert der Hersteller mal diese und mal jene Funktion.

Mit dem richtigen Code lässt sich das ändern.

Die Auhäusls sind da auf eine selten bemerkte, aber zentrale Eigenart der modernen Industriewelt gestoßen. Gegenstände, die früher nichts mit Informationstechnik zu tun hatten, werden heute von Chips und Software gesteuert. Embedded systems heißen sie in der Fachsprache, fest in die Geräte eingebaute Computersysteme. Wenn dann noch Funkantennen und das Internet ins Spiel kommen, ist vom »Internet der Dinge« die Rede.

Die Firma Burton schließt zusammen mit dem Handyhersteller Nokia Snowboards ans Internet an: damit jeder seine Schwünge, Strecken und Leistungskurven archivieren kann. Hotels in New York und Miami nutzen schon Handtücher mit eingenähtem RFID-Funkchip: Will ein Gast damit weglaufen, piept es. Moderne Häuser werden kaum noch ohne sogenannte Smart-Home-Funktionen gebaut. Das sind Rechner und Netzwerke, die automatisch Jalousien verdunkeln, Einbrüche verhüten, die Pflanzen berieseln und den Verbrauch der Elektrogeräte überwachen. Und jeder Baumarkt verkauft Steckerleisten, die man per Internet oder Handy bedienen kann.

Das Internet der Dinge verbreitet sich

»Die Infrastruktur für das Internet der Dinge steht«, sagt Nils Müller vom Hamburger Unternehmen TrendOne. Er beobachtet seit Jahren, wie die physische Welt ans Netz angeschlossen wird. »Am schnellsten breitet sich das Internet der Dinge in der Medizintechnik aus und überall dort, wo Smartphones eingesetzt werden können.« Aber je länger Müller nachdenkt, umso mehr Bereiche fallen ihm ein: Sportartikel. Haushaltsgeräte. Modellhubschrauber.

Doch mit Informationstechnik und Internet kommt ein Problem, das man bisher nur aus der Computerwelt kannte: Hacker .