Anfangs bekam er einfach keine Antwort, weder auf Mails noch auf Faxe, und Telefonanrufe wurden in Vorzimmern abgewimmelt. Er blieb hartnäckig und wurde belohnt: Irgendwann schaffte Alexander Haridi es, den Stellvertreter des Hochschulministers persönlich zu treffen, und »von da an lief es«. Haridi leitet das Iran/Irak-Referat beim Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) in Bonn und hat unter anderem die Aufgabe, den Wiederaufbau des irakischen Hochschulsystems zu unterstützen.

German Iraqi Academic Exchange nennt sich das Programm, das die irakischen Unis zu einem Motor des Wiederaufbaus des Landes machen soll. Das Auswärtige Amt hat dafür ein Sonderbudget zur Verfügung gestellt. Der DAAD verfolgt das Ziel über zwei Ansätze: ein gemeinsam mit dem irakischen Hochschulministerium finanziertes Stipendienprogramm für Master– und Promotionsstudenten, das jährlich bis zu 100 Plätze vergibt. Auf institutioneller Ebene fördert der DAAD den Aufbau von Kooperationen zwischen deutschen und irakischen Hochschulen. Beteiligt sind auf deutscher Seite unter anderem die Technischen Universitäten Berlin, Dortmund und Freiberg sowie die Universität Erlangen/Nürnberg mit Fachbereichen wie Raumplanung, Geowissenschaften und Wirtschaftswissenschaften.

Aber noch knirscht es. So wurde kürzlich das Stipendienprogramm von irakischer Seite auf Eis gelegt – wegen finanzieller Engpässe, sagt Haridi. Das irakische Bildungsministerium habe jedoch angekündigt, 2013 wieder einzusteigen.

Irakische Teilnehmer müssen sich in Bagdad vorstellen – ein Sicherheitsrisiko

Das Programm war von Anfang an eine Herausforderung, nicht nur wegen der Sicherheitslage im Irak – nach wie vor wird das Land von Anschlägen geplagt, sicher ist nur der kurdische Norden. Der Zentralismus auf irakischer Seite verlange es, dass jeder Antrag über Bagdad laufen, jeder Bewerber sich dort persönlich vorstellen müsse, sagt Haridi. Für viele Interessenten aus den Provinzen ein abschreckendes Sicherheitsrisiko .