Französische GeschichteDas letzte Fest des Nicolas Foucquet

Er war einer der reichsten und mächtigsten Männer Frankreichs und zeigte das gern. Sein Glanz provozierte Ludwig XIV., und Nicolas Foucquet stürzte tief. von Volker Steinkamp

Am Morgen des 17. August 1661 befindet sich die Dienerschaft auf Schloss Vaux-le-Vicomte, rund vierzig Kilometer südöstlich von Paris gelegen, in höchster Aufregung. Ein Fest wird gegeben, der Herrscher erwartet: der junge König Ludwig XIV. Es soll nicht irgendein Fest werden, nicht eine dieser mehr oder weniger pompösen Geselligkeiten, wie es sie alle Tage gibt in Paris oder auf den Schlössern der Provinz – sondern ein Fest, das der Welt zeigt, was Glanz, was Luxus bedeutet.

Gastgeber sind der 46-jährige Nicolas Foucquet und seine Gemahlin. Als Finanzminister Seiner Majestät und großzügiger Mäzen ist er einer der mächtigsten Männer Frankreichs. Es soll eine Art Housewarming-Party werden; denn erstmals präsentiert Foucquet dem König und der versammelten Pariser Hofgesellschaft sein neues Schloss in voller Pracht. Der Architekt Louis Le Vau hat es in vier Jahren geschaffen: in der ganzen Anlage, in seiner kunstvollen Symmetrie und dem zentralen, an eine barocke Kathedrale erinnernden Kuppelbau ein Meisterwerk der damaligen Avantgarde.

Als der 22-jährige König, begleitet von seiner Mutter Anna von Österreich, aber ohne seine Gemahlin, die, hochschwanger, in Fontainebleau geblieben ist, am frühen Abend eintrifft, eilt Foucquet ihm entgegen. Er führt ihn durch die Gemächer, vorbei an den kostbarsten Tapisserien und Möbeln. Im Großen Salon erläutert der Maler Charles Le Brun dem Monarchen die Allegorien der prächtigen Deckenmalerei.

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Volker Steinkamp

Der Autor lehrt Romanistik an der Universität Duisburg-Essen.

Zur einbrechenden Dämmerung geleitet der Hausherr seine königlichen Gäste dann durch die Gartenanlagen, ein Werk des genialen André Le Nôtre. Foucquet zeigt ihnen die kunstvoll angelegten Kanäle, Bassins und Kaskaden – der Park von Vaux-le-Vicomte ist das erste große Beispiel eines jardin à la française, jenes Stils, der noch bis Ende des 18. Jahrhunderts Europas Schlossparks prägen wird.

Alles in Vaux-le-Vicomte überstrahlt die königlichen Residenzen

Foucquets Diener tragen Ludwig und die Königinmutter auf Sänften durch ein Spalier von mehr als zweihundert Fontänen, die ihren Strahl in die Höhe schießen. Ein wundervoller Einfall in dieser warmen Sommernacht! Das Wasser, das kostbare Gut, scheint auf Vaux-le-Vicomte im Überfluss vorhanden zu sein, wie überhaupt alles hier die königlichen Residenzen an verschwenderischer Eleganz und Modernität zu übertreffen scheint: den alten Louvre-Palast in Paris, die Schlösser von Vincennes und Fontainebleau, Versailles gar nicht zu erwähnen, wo zu dieser Zeit nur ein Jagdschlösschen steht.

Zurück im hohen Kuppelsaal, wird der Festgesellschaft von François Vatel, dem berühmtesten Küchenmeister der Zeit, zu den Klängen von vierundzwanzig Violinen ein fünfgängiges Menü auf goldenem Geschirr serviert. Alles strahlt im Glanz der Lüster, die Gesellschaft staunt. Nach dem Diner warten im Amphitheater schon die Schauspieler: Es ist Molière mit seiner Truppe. In nur zwei Wochen hat er im Auftrag seines Mäzens Foucquet seine erste Ballettkomödie Les facheux (Die Lästigen) verfasst. Ehe das Stück beginnt, entsteigt eine Nymphe einer riesigen Muschel und ruft die Götter an, sie möchten es dem König wohlergehen lassen und seine Sorgen auf immer zerstreuen.

Doch selbst diese Huldigung kann die düstere Stimmung des jungen Monarchen nicht aufhellen. Denn Ludwig vermag an der Prachtentfaltung durch seinen Minister keinen Gefallen zu finden. Zu sehr wird ihm an diesem Sommerabend bewusst, dass die eigenen Residenzen einem Vergleich mit Vaux-le-Vicomte nicht standhalten können. Zu sehr muss es ihn auch schmerzen, dass nicht er, der König, sondern einer seiner Untertanen die bewundernden Blicke der Festgesellschaft auf sich zieht und im Mittelpunkt des Abends steht.

Selbst Foucquets großmütiges, aber allzu gönnerhaftes Ansinnen, dem König das Schloss als Zeichen seiner Ehrerbietung formell zu überlassen, kann diese Demütigung nicht mehr aus der Welt schaffen. Der Anblick des omnipräsenten Foucquetschen Familienwappens mit der bezeichnenden Inschrift Quo non ascendet (»Wie hoch wird es noch steigen?«) unter einem nach oben kletternden Eichhörnchen – foucquet bedeutet in Foucquets bretonischer Heimat »Eichhörnchen« – bestärkt Ludwig vielmehr in seinem Verdacht, dass sein Minister nach immer mehr Macht strebe. Ein Verdacht, den Foucquets Konkurrent bei Hofe, Jean-Baptiste Colbert, fleißig nährt.

Zu allem Überfluss entdeckt der König beim Rundgang durchs Schloss auch noch ein kleines Porträt ausgerechnet jener schönen Mademoiselle Louise de la Vallière, die er gerade zu seiner Maitresse erkoren hat. Außer sich vor Wut, so wird berichtet, soll Ludwig den Befehl gegeben haben, den Schlossherrn noch während des Festes zu verhaften; allein durch die Intervention der Königinmutter sei dies verhindert worden.

Als Foucquet nach einem riesigen Feuerwerk, das um Mitternacht Vaux-le-Vicomte noch einmal in ganzer Pracht erstrahlen lässt, und am Ende einer langen Ballnacht seinen königlichen Gast in den Morgenstunden verabschiedet, glaubt er, auf dem Gipfel seines Ansehens angelangt zu sein. Er sieht sich sogar schon kurz vor der Ernennung zum Premierminister stehen – als Nachfolger des Kardinals Mazarin, der im März gestorben ist. Obwohl ihm noch während des Festes von einer Vertrauten ein warnendes Billet zugesteckt wird, scheint er nicht zu ahnen, dass er in Ungnade gefallen ist. Der 17. August 1661 sollte nicht nur der glanzvolle Höhepunkt, sondern auch der entscheidende Wendepunkt im Leben des Nicolas Foucquet werden.

Nur drei Wochen nach dem Fest reist er, gesundheitlich leicht angeschlagen, im Gefolge des Monarchen zur Ständeversammlung der Bretagne in Nantes. Es gibt keinen Hinweis auf das, was nun geschieht. Am 5. September, dem 23. Geburtstag Ludwigs, wird Foucquet unmittelbar nach einer Audienz, bei der sich der König noch scheinbar besorgt nach seinem Gesundheitszustand erkundigt, von Charles d’Artagnan, dem legendären Hauptmann der Musketiere, vor dem Ständehaus festgenommen. Als d’Artagnan ihm den königlichen Haftbefehl, die lettre de cachet, präsentiert, entgegnet Foucquet fassungslos: »Und ich glaubte, mehr als jeder andere in der Gunst des Königs zu stehen!«

Der Minister wird zunächst nach Angers, später in die Festung von Vincennes und schließlich in die Pariser Bastille gebracht. Zugleich nimmt man viele seiner Vertrauten und Mitarbeiter fest oder schickt sie ins Exil, Foucquets Familie wird aus Paris verbannt. Mehr als drei Jahre ziehen sich die Verhöre unter juristisch fragwürdigen Umständen hin, während alle Versuche von Foucquets Freunden, seine Freilassung zu erwirken, scheitern. Selbst Jean de La Fontaines Ode an den König verhallt ungehört; darin bittet der Fabeldichter den Monarchen um Gnade für »dieses traurige Objekt Deines Zorns«.

Im November 1664 wird der Prozess vor einem eigens dafür eingerichteten und von Colbert (der inzwischen Foucquets Nachfolge als Finanzminister angetreten hat) mit ausgewiesenen Foucquet-Gegnern besetzten Sondergericht eröffnet. Die Leitung hat der Kanzler Pierre Séguier, der nach dem König höchste Würdenträger im Reich. Die Anklage lautet auf Veruntreuung und Verschwendung staatlichen Geldes während Foucquets acht Jahre währender Zeit als Finanzminister – sowie auf Hochverrat, nachdem man einen vermeintlichen und schon mehrere Jahre alten »Umsturzplan« hinter einem Spiegelglas in seinem Haus in Saint-Mandé entdeckt hat.

Mit dem Prozess endet jäh eine der brillantesten Karrieren im Ancien Régime. 1615 in eine bretonische Familie des hohen Amtsadels geboren, begann Nicolas Foucquet seinen Aufstieg im Dienste der Monarchie noch zur Regierungszeit des Kardinals Richelieu. Auch dessen Nachfolger Kardinal Mazarin, der für den jugendlichen Ludwig die Regierungsgeschäfte führte, erkannte schnell die außergewöhnlichen Talente des jungen Mannes und verschaffte ihm den Zugang zu immer höheren Ämtern. Foucquet dankte es mit Loyalität und stand während der Fronde, der Aufstände des alten Schwertadels und der Gerichtshöfe, loyal an der Seite des Königshauses und des zwischenzeitlich ins Exil geflohenen Kardinals.

1640 hatte er die reiche Louise Fourché geheiratet, die schon im Jahr darauf starb. 1651 ehelichte er Marie-Madeleine de Castille-Villemereuil, ebenfalls eine glänzende Partie. Zur selben Zeit erhielt Foucquet die wichtige Position eines Generalanwalts am Pariser Parlament, dem höchsten Gerichtshof des Landes. 1653 wurde er zum Oberintendanten der Finanzen und damit zum Finanzminister ernannt, von Mazarin vor allem damit beauftragt, dem durch ständige Kriege und Aufstände erschöpften Königshaus neue Finanzquellen zu erschließen.

Foucquet hatte Erfolg. Es gelang ihm, neue private Financiers für den beinahe bankrotten Staat aufzutreiben. Als Bürgschaft gegenüber den Gläubigern setzte er dabei auch sein Privatvermögen ein, das nicht zuletzt durch seine beiden lukrativen Heiraten beträchtlich angewachsen war. Doch just auf diese Weise habe er sich – so wird man ihm vor Gericht vorwerfen – zulasten des Staates bereichert.

Aber Nicolas Foucquet war nicht nur Herr über die Finanzen des Königreichs, er war auch der führende Mäzen des Landes. In seinem Haus in Saint-Mandé bei Vincennes versammelte er die Dichter des Grand Siècle um sich. Pierre Corneille, der Autor des Cid, widmete seinem Gönner ebenso mehrere seiner Werke wie Molière oder La Fontaine, der 1661 auch zum großen Fest auf Vaux-le-Vicomte geladen war.

Zu Foucquets wahrem »Chef-d’Œuvre« aber wurde nun seine Verteidigung vor Gericht, wie Madame de Sévigné, seine treue Freundin, in ihren berühmten Briefen schreibt. Auch nach über drei Jahren Haft habe der Angeklagte seinen Charme und sein »feines Lächeln« nicht verloren, er verteidige sich glänzend, ja ihm gelinge es, die Öffentlichkeit für sich zu gewinnen. Kleinere finanzielle Unregelmäßigkeiten gesteht Foucquet dabei ebenso ein wie seinen verschwenderischen Lebensstil. Doch sei dieser nie auf Kosten des Königs gegangen, dem er seit den Zeiten der Fronde stets ergeben gedient und dessen Finanzen er treu verwaltet und vermehrt habe, ohne sich selber zu bereichern.

Foucquets ebenso selbstbewusstes wie eloquentes Auftreten vor Gericht bleibt nicht ohne Wirkung auf seine ihm zunächst feindlich gesinnten Richter. Nach sechs Wochen Verhandlung ergeht ein Urteil, das alle Welt überrascht: Anders als vom König und von Colbert verlangt, wird Foucquet nicht zum Tode, sondern »nur« zu lebenslanger Verbannung und Konfiszierung seines gesamten Besitzes verurteilt.

»Unser armer Freund ist gerettet«, jubelt Madame de Sévigné, außer sich vor Freude, doch die Erleichterung über das vergleichsweise milde Urteil währt nur kurz. Denn für Ludwig scheint selbst ein Foucquet in der Verbannung eine Gefahr zu sein. Nur einen Tag nach dem Urteil wandelt er es in gleichsam umgekehrter Ausübung seines königlichen Gnadenrechts in lebenslange Festungshaft um. »Man muss das Jahrhundert durch eine Bestrafung reinigen, von der man noch in hundert Jahren sprechen wird«, verkündet der König, der als erstes und einziges Staatsoberhaupt in der französischen Geschichte ein Gerichtsurteil nicht gemildert, sondern verschärft hat.

Die Willkürtat wird zum Gründungsakt des Absolutismus

Wiederum strengstens bewacht von d’Artagnan und hundert Musketieren, wird Foucquet Anfang des Jahres 1665 in die Festung von Pignerol in den Savoyer Alpen überführt. In diesem martialischen Bau verbringt er die ersten Jahre fast vollständig isoliert von der Außenwelt, mit der Bibel als einziger erlaubter Lektüre. Als eines Tages ein verheerender Blitz in der Festung einschlägt und ein Munitionslager in Brand setzt, was viele Opfer fordert, überlebt Foucquet auf wundersame Weise in seiner schwer beschädigten Zelle im Schlossturm.

Die Nachricht gelangt schnell nach Paris, wo nicht nur seine Anhänger in der Rettung des einsamen Gefangenen ein Werk der göttlichen Vorsehung und damit zugleich einen Grund mehr für einen Gnadenakt des Königs erkennen. Doch vergeblich, der Monarch kennt keine Milde für seinen ehemaligen Minister, auch dann nicht, als dessen Gesundheitszustand sich nach heftigen Fieberanfällen immer weiter verschlechtert.

Schließlich scheitert auch ein Versuch, ihn gewaltsam aus der Festung zu befreien. Erst 1672, nach über zehn Jahren Haft, erhält seine Frau die Erlaubnis, ihm zu schreiben, später werden den Eheleuten je zwei Briefe pro Jahr gestattet. Nur einer dieser Briefe von Foucquet ist erhalten geblieben: Er zeigt einen Mann, der sich seinem Schicksal ergeben und an diesem »Ort des Schmerzes und der Bitterkeit« zu seinem Glauben zurückgefunden zu haben scheint.

1679, endlich, darf Foucquets Frau ihn besuchen. Sie hat immer zu ihm gehalten und war sogar bereit, ihm in die Festungshaft zu folgen. Es sollte der einzige Besuch bleiben. Nur ein Jahr später, am 23. März 1680, stirbt Nicolas Foucquet nach mehr als 18Jahren Haft im Alter von 65 Jahren an den Folgen eines Schlaganfalls. Einige Tage darauf meldet die offizielle Gazette de France den Tod des ehemaligen Finanzministers in zwei dürren Zeilen.

Das Leben des Nicolas Foucquet, sein steiler Aufstieg und sein plötzlicher tiefer Sturz, scheint alle Ingredienzen einer klassischen Tragödie aufzuweisen. Und doch birgt die Affäre Foucquet weit mehr als das tragische Schicksal eines ebenso brillanten wie ehrgeizigen Mannes, der innerhalb kürzester Zeit in Ungnade fällt und zum ersten prominenten Opfer eines im wahrsten Sinne des Wortes gnadenlosen Herrschaftsanspruchs wird. Von Beginn an wohnt dem Drama eine große politische Brisanz inne, die es weit über den Rang einer bloßen Justizaffäre erhebt.

So ist auch die Frage nach der rechtlichen Schuld Foucquets, über die Frankreichs Historiker bis heute streiten, schon deshalb zweitrangig, weil die vermeintlichen finanziellen Unregelmäßigkeiten dem König allenfalls den Vorwand geliefert haben, sich seines Ministers zu entledigen. Die eigentliche »Schuld« Foucquets – und mit ihr der wahre Grund für seinen Sturz – dürfte woanders liegen. Nicht auf welchem Wege Foucquet an seinen enormen Reichtum gelangt ist, sondern auf welche Weise er ihn benutzt und vor allem zur Schau gestellt hat, erklärt die Unerbittlichkeit, mit welcher der junge König seinen ihm treu ergebenen Finanzminister verfolgt hat.

Foucquets monarchisch anmutende Inszenierung seiner selbst, wie sie in dem Fest auf Vaux-le-Vicomte im August 1661 kulminierte, musste Ludwig schon deshalb missfallen, weil sie ihn in unerträglicher Weise zu marginalisieren drohte. Der junge Herrscher, der erst kurz zuvor, nach dem Tod Mazarins, die Regierungsgeschäfte selbst übernommen hatte, war fest entschlossen, nie wieder im Schatten eines anderen zu stehen.

Gleich nach der Verhaftung des Ministers engagiert der König Le Vau, Le Nôtre und Le Brun für den Bau seines eigenen Schlosses: des neuen Palastes in Versailles. Es sind just jene Künstler, die in Foucquets Auftrag Vaux-le-Vicomte erschaffen haben. Und als der König im Mai 1664 – sein gestürzter Minister wartet in der Bastille auf den Prozess – in Versailles zu Ehren seiner Maitresse Louise de la Vallière ein glanzvolles, mehrere Tage dauerndes Fest unter dem Motto Les plaisirs de l’île enchantée (»Die Freuden der verzauberten Insel«) gibt, erkennt alle Welt darin eine Replik auf das große Fest von Vaux-le-Vicomte.

Dies zeigte ein weiteres Mal: Foucquets Sturz war mehr als nur ein Akt königlicher Willkür. Im Rückblick erscheint er vielmehr auch als Gründungsakt eines absolutistischen Herrschaftssystems, das für mehr als ein halbes Jahrhundert in Frankreich alle Macht und allen Glanz in der Person Ludwigs konzentrieren sollte. Der verhängnisvolle Fehler des Nicolas Foucquet war es, nicht rechtzeitig erkannt zu haben, dass es für jemanden wie ihn im Reich des Sonnenkönigs keinen Platz mehr geben konnte.

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Leserkommentare
    • hareck
    • 14. August 2011 19:11 Uhr

    "Es gelang ihm, neue private Financiers für den beinahe bankrotten Staat aufzutreiben."

    Geschichte wiederholt sich doch immer wieder.

  1. genauere Darstellung der finanziellen Situation von Monsieur Foucquet und zwar bevor er Finanzminister wurde und danach. Korruption war zwar damals allgemein üblich, aber vermutlich hat er es übertrieben und, wie im Artikel ja dargestellt, seinen Reichtum etwas zu offensiv zur Schau gestellt.
    Im Übrigen lese ich derartige Artikel mit größtem Vergnügen und hoffe, in der ZEIT weiterhin gut recherchierte Sachverhalte präsentiert zu bekommen.

  2. Schöner Artikel. Haben Sie auch ein paar Geschichten aus der deutschen Historie? Wie wäre es mit dem alten Fritz und dem Müller von Sanssouci? Vielleicht gibt es auch etwas vom Hof des deutschen Kaisers in Wien zu berichten?

  3. ... nur eine kleine Aufmerksamkeit ...

    Aus dem Buch des Lebens getilgt sind unter anderem ...

    alle Massenmörder ..

    Adolf Hitler
    Josef Stalin
    Mao Zedong
    und alle anderen ... derselben Linie, welche des Blutvergießens ihren Machthunger nicht zurücknahmen ...
    ... diese sind verflucht ... wehe denen, die ihnen anhängen ...

    http://www.youtube.com/watch?v=QPyyFrg4bNs

    Gute Nacht
    Flo

  4. was die Geschichte an Geschichten zu bieten hat.

  5. Diese anschaulich-spannende Schilderung jenes folgenreichen Willkür-Dramas hinter den Kulissen der "großen" Geschichte ist didaktisch nicht nur für die gymnasiale Oberstufe wunderbar geeignet für div. Unterrichtseinheiten: wie z.B."Einführung in das Zeitalter des Absolutismus"

    Ich werde ihn entsprechend weiter empfehlen!

  6. die seit dem 30jährigen Krieg stattfanden (und bei dem Deutschland bereits Elsaß und Lothringen geraubt wurde), waren es vor allem auch, die den französischen Absolutismus finanziert hatten.

    Mit den von seinem Vorgängern erbeuteten Reichtum machte sich Ludwig XIV zum „Sonnenkönig“, und schickte seinerseits immer wieder Truppen zum Plündern nach Deutschland, worunter auch der Dom von Speyr zu leiden hatte. Diese Überfälle und Angriffe fanden schließlich in Napoleon ihren Höhepunkt, mit Verheerenden Folgen - nicht nur - für Deutschland: Millionen von Toten, Leid, Elend, Hunger. Napoleon führte auch die Plünderungen und Zwangsabgaben fort, und besetzte Deutschland. Dagegen wehrten sich die Deutschen, sowie England und Russland zurecht. Mit anderen Worten: Jahrhundertelang war Frankreich gegenüber Deutschland als Aggressor aufgetreten, nicht umgekehrt,

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    Siehe dazu auch Bismarcks Brief, der ein ganz anderen Bild von Bismarck und dessen Motivation zeigt, als das heutzutage vermittelte:

    <em>"Wir stehen heute im Felde gegen den 12. oder 15. Überfall und Eroberungskrieg, den Frankreich seit 200 Jahren gegen Deutschland ausführt. 1814 und 1815 suchte man Bürgschaften gegen Wiederholung dieser Friedensstörungen in der schonenden Behandlung Frankreichs. (...) Wir müssen dem Druck ein Ende machen, den Frankreich seit zwei Jahrhunderten auf das ihm schutzlos preisgegebene Süddeutschland ausübt, und der ein wesentlicher Hebel für die Zerstörung der deutschen Verhältnisse geworden ist. Frankreich hat sich durch die konsequent fortgesetzte Aneignung deutschen Landes und aller natürlichen Schutzwehren desselben in den Stand gesetzt, zu jeder Zeit mit einer verhältnismäßig kleinen Armee in das Herz von Süddeutschland vorzudringen, ehe eine bereite Hilfe da sein kann. Seit Ludwig XIV., unter ihm, unter der Republik, unter dem ersten Kaiserreich haben sich diese Einfälle immer und immer wiederholt; und das Gefühl der Unsicherheit, welches sie zurückgelassen, und die Furcht vor einer Wiederholung dieses Schrecknisses zwingt die süddeutschen Staaten, den Blick stets auf Frankreich gerichtet zu halten. Wir können nicht immer auf eine außerordentliche Erhebung des Volkes rechnen und der Nation nicht Ansinnen, stets das Opfer so starker Rüstung zu tragen."</em>
    Bismarcks Brief an den deutschen Botschafter in London, August 1870

  7. Siehe dazu auch Bismarcks Brief, der ein ganz anderen Bild von Bismarck und dessen Motivation zeigt, als das heutzutage vermittelte:

    <em>"Wir stehen heute im Felde gegen den 12. oder 15. Überfall und Eroberungskrieg, den Frankreich seit 200 Jahren gegen Deutschland ausführt. 1814 und 1815 suchte man Bürgschaften gegen Wiederholung dieser Friedensstörungen in der schonenden Behandlung Frankreichs. (...) Wir müssen dem Druck ein Ende machen, den Frankreich seit zwei Jahrhunderten auf das ihm schutzlos preisgegebene Süddeutschland ausübt, und der ein wesentlicher Hebel für die Zerstörung der deutschen Verhältnisse geworden ist. Frankreich hat sich durch die konsequent fortgesetzte Aneignung deutschen Landes und aller natürlichen Schutzwehren desselben in den Stand gesetzt, zu jeder Zeit mit einer verhältnismäßig kleinen Armee in das Herz von Süddeutschland vorzudringen, ehe eine bereite Hilfe da sein kann. Seit Ludwig XIV., unter ihm, unter der Republik, unter dem ersten Kaiserreich haben sich diese Einfälle immer und immer wiederholt; und das Gefühl der Unsicherheit, welches sie zurückgelassen, und die Furcht vor einer Wiederholung dieses Schrecknisses zwingt die süddeutschen Staaten, den Blick stets auf Frankreich gerichtet zu halten. Wir können nicht immer auf eine außerordentliche Erhebung des Volkes rechnen und der Nation nicht Ansinnen, stets das Opfer so starker Rüstung zu tragen."</em>
    Bismarcks Brief an den deutschen Botschafter in London, August 1870

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    Irgendwelche Erzrivalitäten belasse ich von meiner Seite aus aber in der Geschichte.

    Die Sichtweise Bismarck finde ich jedoch interessant. Wo ist der Brief veröffentlicht?

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