Lehrpläne "Bildung ist, was übrig bleibt"

Der Erziehungswissenschaftler Heinz-Elmar Tenorth über Schule als Weltzugang und Kopfgymnastik.

DIE ZEIT: Herr Professor Tenorth, in der Schule werden Spezialitäten der Stochastik vermittelt, dabei beherrschen viele nach der Schulzeit nicht einmal mehr den Dreisatz. Nun fordert der Psychologe Thomas Städtler in seinem Buch Die Bildungs-Hochstapler, die Lehrpläne um 90 Prozent zu kürzen, damit die Schule sich mehr mit dem nachhaltigen Lehren von Basiswissen befassen kann. Was halten Sie davon?

Heinz-Elmar Tenorth: Nichts. Ich möchte dem ein geflügeltes Wort entgegensetzen: »Bildung ist das, was übrig bleibt, wenn wir alles vergessen haben, was wir in der Schule gelernt haben.« Wer stattdessen allein mehr Wissen vermitteln will, der versteht die Aufgabe der Schule nicht. Die Schule hat Schülern Modi des Weltzugangs zu vermitteln, nicht in erster Linie Wissen. Zudem darf man nicht die ganze Schule über einen Kamm scheren. Man muss zwischen zwei Arten der Schulbildung unterscheiden.

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DIE ZEIT: Die wären?

Tenorth: Zum einen die Grundbildung, die möglichst jedem bis zum Ende der zehnten Klasse zuteilwerden soll, und zum anderen die gymnasiale Oberstufe, die auf ein Studium vorbereitet.

DIE ZEIT: Modi des Weltzugangs lernt man doch am besten exemplarisch. Die Lehrpläne aber sind mit Detailwissen überfrachtet.

Heinz-Elmar Tenorth

war seit 1991 Professor für Historische Erziehungswissenschaft an der Humboldt-Universität in Berlin. Mittlerweile ist er Emeritus.

Tenorth: Sicher sind die Lehrpläne überfrachtet. Die Vertreter der einzelnen Disziplinen wollen ihr Fach darin möglichst umfassend abgebildet sehen. Dazu kommen die Lehrbücher, für die das Gleiche gilt. Und in beide fließen noch die Traditionen der Ministerialbürokraten ein, die Sichtweise der Politik, die beides ja genehmigen muss, sowie die Erwartungen der Gesellschaft. Dann aber wird ein wichtiger Filter dazwischengeschaltet: der Lehrer, der einzeln oder gemeinsam mit Fachkollegen entscheidet, was aus diesem Überangebot in der knappen Zeit tatsächlich im Unterricht ankommt.

DIE ZEIT: Dann sollte man zumindest den Lehrern helfen, indem man die Lehrpläne entrümpelt.

Tenorth: Früher sprach man vom »Entschlacken« der Lehrpläne. Vergessen wir einmal die Metaphern aus dem Hüttenwerk oder der Möbelbranche und wählen einen pädagogischen Ausdruck: Wir müssen für die einzelnen Fächer ein verpflichtendes Kerncurriculum festlegen, dann können wir die Lehrpläne ruhig breiter anlegen – mit Weiterem zur Wahl, als Quelle der Inspiration, um einzelnen Schülern oder der ganzen Klasse zusätzliche Themen anzubieten.

DIE ZEIT: Das verlagert den Streit um die Lehrpläne doch nur auf die Frage, was ins Kerncurriculum gehören soll.

Tenorth: Ja, aber dieser Streit ist sinnvoll und fruchtbar, und er findet längst in allen Fächern statt. Wenn er konsequent geführt wird, dann landet man sogar bei der spannenden Frage: Was kann eigentlich nur die Schule vermitteln, was legitimiert ihre Existenz? Bei Mathematik ist das noch recht einfach, die lernt man sonst nirgends. Aber wie ist es etwa beim Sport?

DIE ZEIT: Und, wie ist es da?

Tenorth: Sport treiben kann man ja auch im Verein, dort kann man auch Sozialkompetenz lernen und das Einhalten von Regeln – eine große Herausforderung für die Sportdidaktiker. Die diskutieren nun etwa über Körpererfahrung als Modus zum Verstehen der Welt. Das kann im Schonraum der Schule besser gelingen als woanders.

Leser-Kommentare
  1. /Zitat aus dem Artikel
    Bildung ist das, was übrig bleibt, wenn wir alles vergessen haben, was wir in der Schule gelernt haben.« Wer stattdessen allein mehr Wissen vermitteln will, der versteht die Aufgabe der Schule nicht. Die Schule hat Schülern Modi des Weltzugangs zu vermitteln, nicht in erster Linie Wissen.
    Zitat/

    Und Zeitonline schluckt ein solch substanzloses Gelaber widerspruchslos, anstatt den Mann gleich vor die Tür zu setzen. Deshalb sieht es in der Schullandschaft so aus, wie es aussieht.

    Schule ist ein Dienstleistungsbetriebzur Vorbereitung auf das Berufsleben. Punkt.

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    "Schule ist ein Dienstleistungsbetriebzur Vorbereitung auf das Berufsleben. Punkt."

    ist sie nicht. Ausrufezeichen!. In einer Zeit, in der sog. Wissen immer leichter und schneller verfügbar wird, muss man sich doch tatsächlich fragen, worin Bildung heutzutage besteht und welchen Anteil die Schule daran haben kann. Dieses "für das Leben wird gelernt" halte ich für eine viel zu oft gedroschene Phrase. Es geht um eine Allgemeinbildung, um die Welt um sich herum zu verstehen und dann ins Berufsleben einzusteigen. Was ich für den Beruf zu wissen habe, lerne ich doch dann in der Ausbildung, im Studium oder in in der Einarbeitungsphase. So spezifisch wie die Anforderungen der einzelnen Berufe ist kann eine Schule nicht sein. Soll sie auch gar nicht. Warum soll ein angehender Schneider Chemie oder Physik lernen? Laut ihrer Logik gar nicht. Aber man braucht basale Kenntnisse in diesen Wissenschaften, um wichtige Entscheidungen oder Nachrichten besser nachvollziehen zu können.
    In der Oberstufe könnte man dann in Richtung Studiumsvorbereitung gehen, aber auch hier gilt: Was in der Oberstufe im Chemie-LK gelernt habe, wurde im Chemiestudium im ersten Semester locker überrundet. Vorbereitung fürs Studium? Die naturwissenschaftliche Denke, die Faszination fürs Fach. Der Grund warum ich dieses Studium begonnen habe.
    Englisch, Mathe, Deutsch und basale naturwissenschaftliche, politische und historische Kenntnisse sollten am Ende der Klasse 10 drin sein. Nicht die Berufsvorbereitung.

    • Lotte2
    • 15.08.2011 um 17:57 Uhr

    "Schule ist ein Dienstleistungsbetrieb zur Vorbereitung auf das Berufsleben. Punkt."

    Genau. Und Schueler sind zukuenftige Arbeitnehmer und Konsumenten und nicht etwa Menschen...

    Nur mal angenommen, dass es sich bei Ihnen um keinen Troll handelt, empfehle ich diesen Vortrag von Gunter Dueck (seines Zeichens CTO bei IBM Deutschland) auf der re:publica 11.

    Dueck argumentiert durchaus anschaulich, warum pures Wissen einem in einer vernetzten Gesellschaft nicht unbedingt weiterhilft und stattdessen etwas, das er mit Professionalität kennzeichnet, aber sicherlich in Teilen auch mit Bildung übersetzt werden kann, in Zukunft das Maß der Dinge werden wird.

    Durch intensive Vernetzung werden Informationen an sich zu einem immer wertloseren Gut, da die Publikationsschranken mehr und mehr fallen. Es kommt also immer weniger darauf an, dass ich mein Kopf mit Faktenwissen versorgen, sondern viel merh darauf wie ich dieses Wissen im Umgang mit meinen Mitmenschen und in meiner Situation einsetze. Anders ausgedrückt: Fachwissen alleine sichert mir heute in den meisten Fällen keinen Arbeitsplatz mehr. Schule muss also, wenn sie auf das Leben in einer modernen Gesellschaft vorbereiten will, ein grundlegendes Verständnis lies »Bildung« vermitteln.

    Bestens
    Thomas Weiss

    Das sagt der Dipl.Ing und der Bankmanager.
    Dabei gehen Kompetenzen verloren die für das Zusammenleben essentiell sind. Um eine Workoholic Generation ohne jegliche Sozialkompetenz zu fördern mag das funktionieren einfach nur Wissen zu vermitteln!

    "Schule ist ein Dienstleistungsbetriebzur Vorbereitung auf das Berufsleben. Punkt."

    ist sie nicht. Ausrufezeichen!. In einer Zeit, in der sog. Wissen immer leichter und schneller verfügbar wird, muss man sich doch tatsächlich fragen, worin Bildung heutzutage besteht und welchen Anteil die Schule daran haben kann. Dieses "für das Leben wird gelernt" halte ich für eine viel zu oft gedroschene Phrase. Es geht um eine Allgemeinbildung, um die Welt um sich herum zu verstehen und dann ins Berufsleben einzusteigen. Was ich für den Beruf zu wissen habe, lerne ich doch dann in der Ausbildung, im Studium oder in in der Einarbeitungsphase. So spezifisch wie die Anforderungen der einzelnen Berufe ist kann eine Schule nicht sein. Soll sie auch gar nicht. Warum soll ein angehender Schneider Chemie oder Physik lernen? Laut ihrer Logik gar nicht. Aber man braucht basale Kenntnisse in diesen Wissenschaften, um wichtige Entscheidungen oder Nachrichten besser nachvollziehen zu können.
    In der Oberstufe könnte man dann in Richtung Studiumsvorbereitung gehen, aber auch hier gilt: Was in der Oberstufe im Chemie-LK gelernt habe, wurde im Chemiestudium im ersten Semester locker überrundet. Vorbereitung fürs Studium? Die naturwissenschaftliche Denke, die Faszination fürs Fach. Der Grund warum ich dieses Studium begonnen habe.
    Englisch, Mathe, Deutsch und basale naturwissenschaftliche, politische und historische Kenntnisse sollten am Ende der Klasse 10 drin sein. Nicht die Berufsvorbereitung.

    • Lotte2
    • 15.08.2011 um 17:57 Uhr

    "Schule ist ein Dienstleistungsbetrieb zur Vorbereitung auf das Berufsleben. Punkt."

    Genau. Und Schueler sind zukuenftige Arbeitnehmer und Konsumenten und nicht etwa Menschen...

    Nur mal angenommen, dass es sich bei Ihnen um keinen Troll handelt, empfehle ich diesen Vortrag von Gunter Dueck (seines Zeichens CTO bei IBM Deutschland) auf der re:publica 11.

    Dueck argumentiert durchaus anschaulich, warum pures Wissen einem in einer vernetzten Gesellschaft nicht unbedingt weiterhilft und stattdessen etwas, das er mit Professionalität kennzeichnet, aber sicherlich in Teilen auch mit Bildung übersetzt werden kann, in Zukunft das Maß der Dinge werden wird.

    Durch intensive Vernetzung werden Informationen an sich zu einem immer wertloseren Gut, da die Publikationsschranken mehr und mehr fallen. Es kommt also immer weniger darauf an, dass ich mein Kopf mit Faktenwissen versorgen, sondern viel merh darauf wie ich dieses Wissen im Umgang mit meinen Mitmenschen und in meiner Situation einsetze. Anders ausgedrückt: Fachwissen alleine sichert mir heute in den meisten Fällen keinen Arbeitsplatz mehr. Schule muss also, wenn sie auf das Leben in einer modernen Gesellschaft vorbereiten will, ein grundlegendes Verständnis lies »Bildung« vermitteln.

    Bestens
    Thomas Weiss

    Das sagt der Dipl.Ing und der Bankmanager.
    Dabei gehen Kompetenzen verloren die für das Zusammenleben essentiell sind. Um eine Workoholic Generation ohne jegliche Sozialkompetenz zu fördern mag das funktionieren einfach nur Wissen zu vermitteln!

  2. "Schule ist ein Dienstleistungsbetriebzur Vorbereitung auf das Berufsleben. Punkt."

    ist sie nicht. Ausrufezeichen!. In einer Zeit, in der sog. Wissen immer leichter und schneller verfügbar wird, muss man sich doch tatsächlich fragen, worin Bildung heutzutage besteht und welchen Anteil die Schule daran haben kann. Dieses "für das Leben wird gelernt" halte ich für eine viel zu oft gedroschene Phrase. Es geht um eine Allgemeinbildung, um die Welt um sich herum zu verstehen und dann ins Berufsleben einzusteigen. Was ich für den Beruf zu wissen habe, lerne ich doch dann in der Ausbildung, im Studium oder in in der Einarbeitungsphase. So spezifisch wie die Anforderungen der einzelnen Berufe ist kann eine Schule nicht sein. Soll sie auch gar nicht. Warum soll ein angehender Schneider Chemie oder Physik lernen? Laut ihrer Logik gar nicht. Aber man braucht basale Kenntnisse in diesen Wissenschaften, um wichtige Entscheidungen oder Nachrichten besser nachvollziehen zu können.
    In der Oberstufe könnte man dann in Richtung Studiumsvorbereitung gehen, aber auch hier gilt: Was in der Oberstufe im Chemie-LK gelernt habe, wurde im Chemiestudium im ersten Semester locker überrundet. Vorbereitung fürs Studium? Die naturwissenschaftliche Denke, die Faszination fürs Fach. Der Grund warum ich dieses Studium begonnen habe.
    Englisch, Mathe, Deutsch und basale naturwissenschaftliche, politische und historische Kenntnisse sollten am Ende der Klasse 10 drin sein. Nicht die Berufsvorbereitung.

    Antwort auf "Pädagogisches Gelaber"
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    • Ortrun
    • 15.08.2011 um 17:59 Uhr

    >Schule ist ein Dienstleistungsbetriebzur Vorbereitung auf das Berufsleben

    Nö. Schule dient in allererster Linie dem Erwerb einer Allgemeinbildung. Als Physiker ist für mich das, was ich an Mathe und Physik in der Schule gelernt habe bestenfalls "peanuts". Aber was ich an deutscher Literatur gelesen oder über Geschichte gelernt habe, ist wohl das einzige, was ich zu diesen Themen jemals lernen werde. Für andere Leute gilt vermutlich das Gleiche für Mathe und Physik. Gerade die Fächer, die mich nie wirklich interessiert haben, sind im Nachhinein die Wichtigsten gewesen, weil: Freiwillig befasse ich mich damit sicher nicht mehr :-)

    Sie schreiben: "Sie schreiben: "In einer Zeit, in der sog. Wissen immer leichter und schneller verfügbar wird, muss man sich doch tatsächlich fragen, worin Bildung heutzutage besteht und welchen Anteil die Schule daran haben kann. Dieses "für das Leben wird gelernt" halte ich für eine viel zu oft gedroschene Phrase. Es geht um eine Allgemeinbildung, um die Welt um sich herum zu verstehen"

    Also

    - "für das Leben wird gelernt" halten Sie "für eine abgedroschene Phrase".

    Sehr einverstanden. Was aber ist dann

    - "Bildung"
    - "Allgemeinbildung"
    - "um die Welt zu verstehen" ...

    Versuchen Sie doch mal allgemeinverständlich und -verbindlich zu definieren, und siehe da: "lauter abgedroschene Phrasen".

    • Ortrun
    • 15.08.2011 um 17:59 Uhr

    >Schule ist ein Dienstleistungsbetriebzur Vorbereitung auf das Berufsleben

    Nö. Schule dient in allererster Linie dem Erwerb einer Allgemeinbildung. Als Physiker ist für mich das, was ich an Mathe und Physik in der Schule gelernt habe bestenfalls "peanuts". Aber was ich an deutscher Literatur gelesen oder über Geschichte gelernt habe, ist wohl das einzige, was ich zu diesen Themen jemals lernen werde. Für andere Leute gilt vermutlich das Gleiche für Mathe und Physik. Gerade die Fächer, die mich nie wirklich interessiert haben, sind im Nachhinein die Wichtigsten gewesen, weil: Freiwillig befasse ich mich damit sicher nicht mehr :-)

    Sie schreiben: "Sie schreiben: "In einer Zeit, in der sog. Wissen immer leichter und schneller verfügbar wird, muss man sich doch tatsächlich fragen, worin Bildung heutzutage besteht und welchen Anteil die Schule daran haben kann. Dieses "für das Leben wird gelernt" halte ich für eine viel zu oft gedroschene Phrase. Es geht um eine Allgemeinbildung, um die Welt um sich herum zu verstehen"

    Also

    - "für das Leben wird gelernt" halten Sie "für eine abgedroschene Phrase".

    Sehr einverstanden. Was aber ist dann

    - "Bildung"
    - "Allgemeinbildung"
    - "um die Welt zu verstehen" ...

    Versuchen Sie doch mal allgemeinverständlich und -verbindlich zu definieren, und siehe da: "lauter abgedroschene Phrasen".

    • Lotte2
    • 15.08.2011 um 17:57 Uhr
    3. Fakten

    "Schule ist ein Dienstleistungsbetrieb zur Vorbereitung auf das Berufsleben. Punkt."

    Genau. Und Schueler sind zukuenftige Arbeitnehmer und Konsumenten und nicht etwa Menschen...

    Antwort auf "Pädagogisches Gelaber"
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    • snm81
    • 15.08.2011 um 18:02 Uhr

    wir denn da hin? am besten noch die überflüssigen fächer gestrichen- geschichte, sozialkunde- deutsch das über die beherrschung der sprache die zum verstehen von gebrauchsanleitungen benötigt wird hinausgeht, musik, kunst...
    alles unnützes zeug, die kommen noch auf die idee und denken kritisch- pah

    ;-)

    Sie schreiben: "Und Schueler sind zukuenftige Arbeitnehmer und Konsumenten und nicht etwa Menschen..."

    Arbeitnehmer und Konsumenten sind also keine "Menschen"? Merken Sie gar nicht, was gedankenlos Sie hier so daherreden?

    Menschen sind Arbeitnehmer, wenn sie denn keine Unternehmer sind oder sich als Transferleistungsempfänger an den Abgaben der ersten und zweiten Gruppe gütlich tun.

    Mensch ist und bleibt man, gleichgültig wo das Geld her kommt.

    Schön ist es aber, wenn Schule wissen vermittelt, um eines Tages einen Beruf auszuüben und die Schüler dieses Wissen auch annehmen.

    • snm81
    • 15.08.2011 um 18:02 Uhr

    wir denn da hin? am besten noch die überflüssigen fächer gestrichen- geschichte, sozialkunde- deutsch das über die beherrschung der sprache die zum verstehen von gebrauchsanleitungen benötigt wird hinausgeht, musik, kunst...
    alles unnützes zeug, die kommen noch auf die idee und denken kritisch- pah

    ;-)

    Sie schreiben: "Und Schueler sind zukuenftige Arbeitnehmer und Konsumenten und nicht etwa Menschen..."

    Arbeitnehmer und Konsumenten sind also keine "Menschen"? Merken Sie gar nicht, was gedankenlos Sie hier so daherreden?

    Menschen sind Arbeitnehmer, wenn sie denn keine Unternehmer sind oder sich als Transferleistungsempfänger an den Abgaben der ersten und zweiten Gruppe gütlich tun.

    Mensch ist und bleibt man, gleichgültig wo das Geld her kommt.

    Schön ist es aber, wenn Schule wissen vermittelt, um eines Tages einen Beruf auszuüben und die Schüler dieses Wissen auch annehmen.

    • Ortrun
    • 15.08.2011 um 17:59 Uhr

    >Schule ist ein Dienstleistungsbetriebzur Vorbereitung auf das Berufsleben

    Nö. Schule dient in allererster Linie dem Erwerb einer Allgemeinbildung. Als Physiker ist für mich das, was ich an Mathe und Physik in der Schule gelernt habe bestenfalls "peanuts". Aber was ich an deutscher Literatur gelesen oder über Geschichte gelernt habe, ist wohl das einzige, was ich zu diesen Themen jemals lernen werde. Für andere Leute gilt vermutlich das Gleiche für Mathe und Physik. Gerade die Fächer, die mich nie wirklich interessiert haben, sind im Nachhinein die Wichtigsten gewesen, weil: Freiwillig befasse ich mich damit sicher nicht mehr :-)

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    Kitt und die Kommunikation in der Gesellschaft.

    Der Nachbar kein ein Chemiker sein, oder ein Philosoph, oder ein Zahntechniker oder ein Erzieher.

    Es ist einfacher zu plaudern, wenn man einen Begriff davon bekommen hat, womit Menschen sich so beschäftigen können.

    Noch besser wird es, wenn man dann auch noch aus diesem Allgemeinwissen heraus das anderen/den anderen wirklich zu schätzen weiß/wüßte.

    Sie schreiben: "Aber was ich an deutscher Literatur gelesen oder über Geschichte gelernt habe, ist wohl das einzige, was ich zu diesen Themen jemals lernen werde. Für andere Leute gilt vermutlich das Gleiche für Mathe und Physik. Gerade die Fächer, die mich nie wirklich interessiert haben, sind im Nachhinein die Wichtigsten gewesen, weil: Freiwillig befasse ich mich damit sicher nicht mehr "

    Pardon, das verstehe ich nicht: Wenn Sie von Gechichte und Literatur nur das wissen, was Sie in der Schule davon gelernt haben, und sich freiwillig damit nicht mehr befassen ... Dann wissen Sie weder von Geschichte noch von Literatur so viel, dass man das auch bei bestem Willen nicht unter "Bildung" unterbringen kann. Dann war das schlicht vertane und verlorene Zeit.

    Vielleicht liegt die gegenseitige Abhängigkeit von Kunst und Wissenschaft/Naturwissenschaft weitgehend im Dunkeln.

    Husdorff war ein Mathematiker, der auch Gedichte schrieb
    und Musil ein Dichter, der auf Mathematik in seiner Dichtung Bezug nahm.

    Vielleicht besteht darin die eigentliche Allgemeinbildung.

    Meine Mathematiklehrerin betonte immer, daß was wir bis zur Oberstufe lernen in einer Stunde an der Universität abgehandelt sei. Das war schon abschreckend.

    Jedoch will ich das abstrakte und zugleich konkret genaue Denken, daß ich durch eine Kurvendiskussion gelernt zu meinen habe, nicht missen.

    Kitt und die Kommunikation in der Gesellschaft.

    Der Nachbar kein ein Chemiker sein, oder ein Philosoph, oder ein Zahntechniker oder ein Erzieher.

    Es ist einfacher zu plaudern, wenn man einen Begriff davon bekommen hat, womit Menschen sich so beschäftigen können.

    Noch besser wird es, wenn man dann auch noch aus diesem Allgemeinwissen heraus das anderen/den anderen wirklich zu schätzen weiß/wüßte.

    Sie schreiben: "Aber was ich an deutscher Literatur gelesen oder über Geschichte gelernt habe, ist wohl das einzige, was ich zu diesen Themen jemals lernen werde. Für andere Leute gilt vermutlich das Gleiche für Mathe und Physik. Gerade die Fächer, die mich nie wirklich interessiert haben, sind im Nachhinein die Wichtigsten gewesen, weil: Freiwillig befasse ich mich damit sicher nicht mehr "

    Pardon, das verstehe ich nicht: Wenn Sie von Gechichte und Literatur nur das wissen, was Sie in der Schule davon gelernt haben, und sich freiwillig damit nicht mehr befassen ... Dann wissen Sie weder von Geschichte noch von Literatur so viel, dass man das auch bei bestem Willen nicht unter "Bildung" unterbringen kann. Dann war das schlicht vertane und verlorene Zeit.

    Vielleicht liegt die gegenseitige Abhängigkeit von Kunst und Wissenschaft/Naturwissenschaft weitgehend im Dunkeln.

    Husdorff war ein Mathematiker, der auch Gedichte schrieb
    und Musil ein Dichter, der auf Mathematik in seiner Dichtung Bezug nahm.

    Vielleicht besteht darin die eigentliche Allgemeinbildung.

    Meine Mathematiklehrerin betonte immer, daß was wir bis zur Oberstufe lernen in einer Stunde an der Universität abgehandelt sei. Das war schon abschreckend.

    Jedoch will ich das abstrakte und zugleich konkret genaue Denken, daß ich durch eine Kurvendiskussion gelernt zu meinen habe, nicht missen.

    • snm81
    • 15.08.2011 um 18:02 Uhr

    wir denn da hin? am besten noch die überflüssigen fächer gestrichen- geschichte, sozialkunde- deutsch das über die beherrschung der sprache die zum verstehen von gebrauchsanleitungen benötigt wird hinausgeht, musik, kunst...
    alles unnützes zeug, die kommen noch auf die idee und denken kritisch- pah

    ;-)

    Antwort auf "Fakten"
  3. es bleiben nur 2 Fragen:

    1.warum erweckt Tenorth zu Beginn den Eindruck, als würde es in Deutschland eine gemeinsame Schulbildung bis zur 10. Klasse geben, und danach käme die Vorbereitung auf das Studium in der Oberstufe? Die Realität sieht doch wohl anders aus. Es gibt eine dreigeteilte/zweigeteilte Schulbildung, plus Abitur. Und nicht jeder Abituriennt studiert, in manchen Berufen, z.B. "Koch für gehobene Küche" wird heutzutage das Abitur verlangt.

    2. Raserei als Ausdruck von Bildung zu sehen ist doch zynisch und provokativ, vor allem für diejenigen, die Unfälle in ihreM Bekanntkreis mit erleben mußten.
    Und außerdem verbrauchen Autos beim Rasen ja viel zu viel Sprit, und das hat Auswirkungen auf das Klima.
    Aber soviel Transferleistung sollte bei einem durchschnittlichen Chemie, oder Biologieunterricht schon rumkommen oder rumgekommen sein.

    Ozonlöcher, saurer Regen und Erderwärmung gibt es nicht erst seit gestern!!!

    • BerndL
    • 15.08.2011 um 18:11 Uhr

    Wo analysiert man ein Theaterstück wie Brechts "Galilei" oder eine Oper wie Mozarts "Figaro" genau wenn nicht in der Schule?
    Wo beschäftigt man sich mit Darwins Evolutionstheorie oder mit der französischen Revolution oder mit der Entstehung von Vulkanen oder mit der Spiegelung von Licht mal genau wenn nicht in der Schule?
    Es wäre völlig falsch, die Schule an dem auszurichten, was man mal im Berufsleben braucht- dazu hat man später immer noch genügend Zeit. Eine gute Schulbildung soll gebildete kulturvolle Menschen hervorbringen. Es ist nicht ihre Aufgabe, nicht funktionierende Arbeitskräfte für die Wirtschaft zu produzieren.

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    Sie schreiben: "Wo analysiert man ein Theaterstück wie Brechts "Galilei" oder eine Oper wie Mozarts "Figaro" genau wenn nicht in der Schule?"
    - z. B. in Feuilletions, in Radio- und Fernsehsendungen, in Internetforen, tja - sogar in Büchern. Bei Amazon gibt's davopn jede Menge.

    "Wo beschäftigt man sich mit Darwins Evolutionstheorie oder mit der französischen Revolution oder mit der Entstehung von Vulkanen oder mit der Spiegelung von Licht mal genau wenn nicht in der Schule?"

    - In Terra X (ZDF)? In "Historie" (ZDF)? Sendung mit der Maus? Wissenssendungen in den Medien, in der Presse zu Hauf? In den Sonderreihen etwa von SPIEGEL, ZEIT, Geo, Focus ...?

    Gehört das heutzutage nicht zur "Allgemeinbildung", davon zumindest Kenntnis zu haben? Hat nicht erst das Fernsehen mit der Reihe "Holocaust" das Thema wirklich unter die Leute gebracht?

    Und - mit Verlaub: Ich habe in meinem bisherigen Leben weder eine Analyse von "Galilei" noch vom "Figaro" gebraucht. Lesen und hören kann ich selber - mehr braucht's nicht.

    Aber ich kenne z. B. einen Informatiker, der mit Begeisterung "Moby Dick" auf Englisch liest (man hat ihn in der Schule nicht damit ehelligt), aber Heine auf Heine mit Abscheu reagiert. Er wurde ihm in der Schule bis zur Übelkeit tot interpretiert.

    Tja. Wenn ich mir die Beiträge hier so ansehe - die deutsche Bildungskatastrophe ist gar kein Ausdruck dafür, was von 9/10 oder gar 13 Jahren in den Köpfen so übrig bleibt.

    Wiss. Denken - Fehlanzeige.

    Sie schreiben: "Wo analysiert man ein Theaterstück wie Brechts "Galilei" oder eine Oper wie Mozarts "Figaro" genau wenn nicht in der Schule?"
    - z. B. in Feuilletions, in Radio- und Fernsehsendungen, in Internetforen, tja - sogar in Büchern. Bei Amazon gibt's davopn jede Menge.

    "Wo beschäftigt man sich mit Darwins Evolutionstheorie oder mit der französischen Revolution oder mit der Entstehung von Vulkanen oder mit der Spiegelung von Licht mal genau wenn nicht in der Schule?"

    - In Terra X (ZDF)? In "Historie" (ZDF)? Sendung mit der Maus? Wissenssendungen in den Medien, in der Presse zu Hauf? In den Sonderreihen etwa von SPIEGEL, ZEIT, Geo, Focus ...?

    Gehört das heutzutage nicht zur "Allgemeinbildung", davon zumindest Kenntnis zu haben? Hat nicht erst das Fernsehen mit der Reihe "Holocaust" das Thema wirklich unter die Leute gebracht?

    Und - mit Verlaub: Ich habe in meinem bisherigen Leben weder eine Analyse von "Galilei" noch vom "Figaro" gebraucht. Lesen und hören kann ich selber - mehr braucht's nicht.

    Aber ich kenne z. B. einen Informatiker, der mit Begeisterung "Moby Dick" auf Englisch liest (man hat ihn in der Schule nicht damit ehelligt), aber Heine auf Heine mit Abscheu reagiert. Er wurde ihm in der Schule bis zur Übelkeit tot interpretiert.

    Tja. Wenn ich mir die Beiträge hier so ansehe - die deutsche Bildungskatastrophe ist gar kein Ausdruck dafür, was von 9/10 oder gar 13 Jahren in den Köpfen so übrig bleibt.

    Wiss. Denken - Fehlanzeige.

  4. Kitt und die Kommunikation in der Gesellschaft.

    Der Nachbar kein ein Chemiker sein, oder ein Philosoph, oder ein Zahntechniker oder ein Erzieher.

    Es ist einfacher zu plaudern, wenn man einen Begriff davon bekommen hat, womit Menschen sich so beschäftigen können.

    Noch besser wird es, wenn man dann auch noch aus diesem Allgemeinwissen heraus das anderen/den anderen wirklich zu schätzen weiß/wüßte.

    Antwort auf "Allgemeinbildung"

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