"Sex ist ein unglaublich fragiles Gebilde."
ZEITmagazin: Warum ist Sex die Antwort auf den Tod?
Roche: Ich bin schon immer sehr von Sex angezogen worden, vor allem von verbal sexuellen Leuten. Das war schon vor dem Unfall so. Sex ist so lebensbejahend, weil er ohne den Kopf auskommt, nur der Körper agiert. Wenn ich mit einem Mann schlafe, muss ich an nichts mehr denken, vergesse alle meine Ängste. Wenn ich keinen Sex habe, habe ich Angst.
ZEITmagazin: Elizabeth lebt in einer sehr symbiotischen Beziehung mit ihrem Mann. Dieses Szenario erinnert mich an viele Paare, die ich kenne. Ist dies das heimliche Projekt unserer Generation: lebenslanger Sex mit ein und derselben Person? Auch als eine Antwort auf das Liebeschaos der 68er?
Roche: Ich glaube, dass es keine Generation vor uns gab, die so an ihren Beziehungen und ihrer Sexualität gearbeitet hat wie wir. Die Leute gehen massenhaft zum Paartherapeuten, und viele sind hinterher glücklicher. Auch der Sex wird oft wieder besser, denn dafür müssen Blockaden gelöst werden. Man muss reden, reden, reden. Dann kommt auch der Flow wieder.
ZEITmagazin: Woher aber stammt unser Bedürfnis nach lebenslangen Beziehungen?
Roche: Aus der Angst vor Einsamkeit und auch davor, mit immer wieder neuen Partnern dieselben Fehler zu machen. Ich finde es viel klüger, bei einem zu bleiben, mit dem man alt werden kann.
ZEITmagazin: Das klingt einerseits sehr spießig und trägt andererseits die Illusion in sich, dass man sein Leben lang derselbe bleiben kann. Ändern wir uns nicht, sagen wir, alle zehn Jahre und werden zu einem anderen?
Roche: Das ist total spießig. Ultraspießig. Klar. Aber vielleicht und hoffentlich darf man sich in einer langen Beziehung auch die ganze Zeit verändern. Dann kann man zusammenbleiben, obwohl man sich alle zehn Jahre verändert. Bei mir passiert das übrigens eher jedes Jahr! Mein armer Mann!
ZEITmagazin: Ich habe aber auch das Gefühl, dass viele Leute in unserem Alter kleinkarierte und überschaubare Beziehungen führen. Luftdicht und vakuumverpackt.
Roche: Wir leben unfassbar domestiziert. Und sosehr ich es mir wünsche, dass unsere Beziehungen halten, so groß ist meine Angst, dass uns alles um die Ohren fliegt. Elizabeth sehnt sich sehr nach Affären, sie hat das große Bedürfnis nach einem anderen Körper. Sie möchte, dass ein anderer Mann ihr sagt, wie geil sie aussieht. Aber sie hat Angst, dass sich diese Sehnsucht nicht mit einer stabilen Beziehung vereinbaren lässt. Und in den bürgerlichen Formen, in denen die meisten von uns leben, tut man so, als gäbe es diese Sehnsucht nicht. Dann trifft man jemanden, hat plötzlich wieder Sex, und alles explodiert. Der Mann verlässt Frau und Kinder und fängt von vorn an. Ich selbst habe frühere Beziehungen immer beendet, wenn der Sex schal wurde und wenn ich dann einem anderen begegnet bin und gedacht habe, ich sei neu verliebt.
ZEITmagazin: Ich glaube auch, dass es wenige Menschen gibt, die wissen, dass Sex und Liebe nicht dasselbe sind. Sie glauben, dass sie mit dem Menschen, mit dem sie Sex hatten, auch zusammen sein müssten. Deshalb machen sich viele etwas vor, wenn sie eine Affäre beginnen – in Wahrheit suchen sie nach einem Ausstieg aus ihrer Beziehung. Ich habe noch nie einen Mann getroffen, der nur Sex wollte.
Roche: Dabei glaube ich, dass es hilft, fremdzugehen, um bei der großen Liebe bleiben zu können. Dieser domestizierte Mann, der von sich behauptet, nur auf seine eigene Frau zu stehen, nie fremd- oder in den Puff zu gehen, ist auch ein Ergebnis eines falsch verstandenen Feminismus. Wir verachten den sexuell aktiven Mann so wie die sexuell aktive Frau.
ZEITmagazin: Was bleibt am Ende? Sex als Rettung?
Roche: Absolut. Zuerst verschwindet in den Beziehungen der Sex, und dann geht auch alles andere den Bach runter. Sex ist ein unglaublich fragiles Gebilde. Eines Tages schaut man den Partner an und merkt, wie man langsam begonnen hat, ihn zu verachten. Dann will man sich auch nicht mehr öffnen. Die Körper begegnen sich nicht mehr, und plötzlich denken die beiden darüber nach, ob es nicht auch möglich ist, ohne Sex zusammenzubleiben. In solchen Stadien wird die Verachtung für den Partner offen zur Schau getragen, der andere vor Freunden gedemütigt. Wenn ich so Paare sehe, rufe ich innerlich wie beim Boxkampf: Sieben, acht, neun – K.o.!
- Datum 11.08.2011 - 12:01 Uhr
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- Quelle ZEITmagazin, 11.8.2011 Nr. 33
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ZEITmagazin: Du hast einen ziemlich geilen Arsch, und das weißt du auch. Kannst du nicht gerade deshalb die Freiheit des Körpers fordern, weil du alle Schönheitskriterien erfüllst?
Man hat Jahrzehnten allen Blondinen furchtbares Unrecht angetan! Mich graust - eine Brille und ein Lektorat für Frau Hensel!
Also dazu muss ich anmerken, dass es Aufgabe eines guten Interviewers ist, zum Interviewtem eine gewisse Nähe aufzubauen, damit dieser sich wohlfühlt und öffnet.
Dazu gehört auch, sich auf ein gemeinsames Sprachniveau zu begeben (ich sage bewusst nicht "hinabbegeben", da es sich um ein heutzutage völlig normales Sprachlevel bei jüngeren Menschen handelt - und das nicht automatisch auf Intelligenz oder Bildungsstand schließen lässt), zumal Begrifflichkeiten wie "geiler Arsch" etc. längst im Sprachgebrauch der jüngeren (U40) gesellschaftlichen Mitte angekommen ist.
Und zu ihrer m.M.n. etwas vermessenen Ansicht über Frau Roches Attraktivität: Geschmäcker sind verschieden. Sie zählt auch nicht unbedingt zu meinem persönlich präferierten Frauengeschmack, dennoch behaupte ich, dass sie durchaus als Attraktiv gelten kann.
Doch selbst, wenn man das anders sieht, war ihr Kommentar dazu unnötig und überflüssig, um nicht zu sagen beleidigend.
wow die Frau ist soo krass....
Also dazu muss ich anmerken, dass es Aufgabe eines guten Interviewers ist, zum Interviewtem eine gewisse Nähe aufzubauen, damit dieser sich wohlfühlt und öffnet.
Dazu gehört auch, sich auf ein gemeinsames Sprachniveau zu begeben (ich sage bewusst nicht "hinabbegeben", da es sich um ein heutzutage völlig normales Sprachlevel bei jüngeren Menschen handelt - und das nicht automatisch auf Intelligenz oder Bildungsstand schließen lässt), zumal Begrifflichkeiten wie "geiler Arsch" etc. längst im Sprachgebrauch der jüngeren (U40) gesellschaftlichen Mitte angekommen ist.
Und zu ihrer m.M.n. etwas vermessenen Ansicht über Frau Roches Attraktivität: Geschmäcker sind verschieden. Sie zählt auch nicht unbedingt zu meinem persönlich präferierten Frauengeschmack, dennoch behaupte ich, dass sie durchaus als Attraktiv gelten kann.
Doch selbst, wenn man das anders sieht, war ihr Kommentar dazu unnötig und überflüssig, um nicht zu sagen beleidigend.
wow die Frau ist soo krass....
Entfernt. Bitte diskutieren Sie in angemessenem Tonfall. Danke. Die Redaktion/kh
2. "Ja, lass uns über Sex reden....
Entfernt. Bitte diskutieren Sie in angemessenem Tonfall." Danke. Die Redaktion/kh
Da geht es um sexuelle Tabus im Artikel und Sie machen einen kleinen sex. Witz und werden moderiert;-)
Aber im Ernst,mehr unsexy wie die Roche geht nicht,ich denke darin besteht allgemeine Einigkeit.
2. "Ja, lass uns über Sex reden....
Entfernt. Bitte diskutieren Sie in angemessenem Tonfall." Danke. Die Redaktion/kh
Da geht es um sexuelle Tabus im Artikel und Sie machen einen kleinen sex. Witz und werden moderiert;-)
Aber im Ernst,mehr unsexy wie die Roche geht nicht,ich denke darin besteht allgemeine Einigkeit.
Aus dem Interview: "nur noch zu denken, das wäre ein Albtraum für mich..."
Das kann man bei Frau Roche in der Tat nachvollziehen.
Und so plaudert sie und plaudert und plaudert, um ihr neues Buch zu vermarkten. Beim Spiegel hatte sie bereits alle Segel gesetzt, einschließlich angeblicher Selbstmordgedanken. Ich freute mich, dass Die Zeit auf diese schamlose PR-Kampagne nicht aufspringt. Aber nun...
Auf jeden Fall ist Paris Hilton ulkiger
Also dazu muss ich anmerken, dass es Aufgabe eines guten Interviewers ist, zum Interviewtem eine gewisse Nähe aufzubauen, damit dieser sich wohlfühlt und öffnet.
Dazu gehört auch, sich auf ein gemeinsames Sprachniveau zu begeben (ich sage bewusst nicht "hinabbegeben", da es sich um ein heutzutage völlig normales Sprachlevel bei jüngeren Menschen handelt - und das nicht automatisch auf Intelligenz oder Bildungsstand schließen lässt), zumal Begrifflichkeiten wie "geiler Arsch" etc. längst im Sprachgebrauch der jüngeren (U40) gesellschaftlichen Mitte angekommen ist.
Und zu ihrer m.M.n. etwas vermessenen Ansicht über Frau Roches Attraktivität: Geschmäcker sind verschieden. Sie zählt auch nicht unbedingt zu meinem persönlich präferierten Frauengeschmack, dennoch behaupte ich, dass sie durchaus als Attraktiv gelten kann.
Doch selbst, wenn man das anders sieht, war ihr Kommentar dazu unnötig und überflüssig, um nicht zu sagen beleidigend.
Die Zeit interviewt Frau Roche als seriöse Schriftstellerin. Welche Journalistin traut sich dieses Phänomen wirklich zu 'röntgen' (oder habe ich was verpasst?). Wie ging das Märchen von der 'KaiserIn ohne Kleider' noch mal aus?
Die Zeit interviewt Frau Roche als seriöse Schriftstellerin. Welche Journalistin traut sich dieses Phänomen wirklich zu 'röntgen' (oder habe ich was verpasst?). Wie ging das Märchen von der 'KaiserIn ohne Kleider' noch mal aus?
faszinierende Frau. Leider schreibt sie, wie ein Metzger und weiß auch, dass sie das tut, wie sie kürzlich im Spiegel zugab. Warum schreibt sie dann? Gesetzt sie könnte nicht Klavier spielen (kann sie es?): würde sie sich dann auch einfach hinsetzen, ein bißchen rumklimpern, es aufnehmen und dann veröffentlichen? Aber die Sprache glaubt jeder vergewaltigen zu dürfen.
It´s only Rock´n´Roll but she likes it. Frau Roche schreibt um Geld zu verdienen. Um ihren Seelenmüll nicht nur los zu werden sondern gleichzeitig in den Goldesel zu verwandeln. Das ist legitim und die Basis aller (Pop)Kultur. Und solange sie ihr Ziel erreicht, ihr Publikum ihr dabei Recht gibt, kann ihr jede Kritik, mit welchem literarischen Anspruch die auch immer daher kommen mag völlig schnurz sein. Und von Vergewaltigung hat sie sie sich in dem Interview ausdrücklich distanziert und sich zu freier Willensäußerung bekannt. Das genau macht ja den Unterschied aus zwischen kreativen Prozessen in Sprache, Tönen (Krach) oder bildenden Künsten und solchen Menschen aus, die meinen ihre Obsessionen nur ausleben zu können, indem sie andere dafür missbrauchen.
Und ist sowieso nie mit sich selbst zufrieden. Niemand wird gezwungen, die Bücher zu kaufen. Und wenn ihr das bei der Bewältigung ihrer persönlichen Probleme hilft, tut das doch niemandem weh. Es schreiben Leute aus viel niederen Gründen Bücher.
Tolles Interview btw.
It´s only Rock´n´Roll but she likes it. Frau Roche schreibt um Geld zu verdienen. Um ihren Seelenmüll nicht nur los zu werden sondern gleichzeitig in den Goldesel zu verwandeln. Das ist legitim und die Basis aller (Pop)Kultur. Und solange sie ihr Ziel erreicht, ihr Publikum ihr dabei Recht gibt, kann ihr jede Kritik, mit welchem literarischen Anspruch die auch immer daher kommen mag völlig schnurz sein. Und von Vergewaltigung hat sie sie sich in dem Interview ausdrücklich distanziert und sich zu freier Willensäußerung bekannt. Das genau macht ja den Unterschied aus zwischen kreativen Prozessen in Sprache, Tönen (Krach) oder bildenden Künsten und solchen Menschen aus, die meinen ihre Obsessionen nur ausleben zu können, indem sie andere dafür missbrauchen.
Und ist sowieso nie mit sich selbst zufrieden. Niemand wird gezwungen, die Bücher zu kaufen. Und wenn ihr das bei der Bewältigung ihrer persönlichen Probleme hilft, tut das doch niemandem weh. Es schreiben Leute aus viel niederen Gründen Bücher.
Tolles Interview btw.
Die Roche-Bücher lesen halt die, bei denen sich früher auch das Katzeklo auf dem Plattenspieler gedreht hat ...
Falsch, dem ist nicht so, denn "Katzeklo" ist ja nur ein Teil des Spektrums des großartigen Helge Schneider. Tut mir leid, auch wenn dieses Lied wohl der "Mainstream"-Song von Helge war, hier kann man wahrlich nicht Äpfel und Birnen vergleichen!
Und von anderen Kulturgütern auf ein weiteres Gut zu schließen ist leider recht simpel gedacht... Ebenso wie die Bezeichnung "die"... in "Roche-Bücher lesen halt die"
Wie gesagt, Helge ist zurecht auf einem ganz anderen Niveau als die schöne aber leider etwas festgefahrene Frau Roche...
Falsch, dem ist nicht so, denn "Katzeklo" ist ja nur ein Teil des Spektrums des großartigen Helge Schneider. Tut mir leid, auch wenn dieses Lied wohl der "Mainstream"-Song von Helge war, hier kann man wahrlich nicht Äpfel und Birnen vergleichen!
Und von anderen Kulturgütern auf ein weiteres Gut zu schließen ist leider recht simpel gedacht... Ebenso wie die Bezeichnung "die"... in "Roche-Bücher lesen halt die"
Wie gesagt, Helge ist zurecht auf einem ganz anderen Niveau als die schöne aber leider etwas festgefahrene Frau Roche...
da lese ich den Martenstein und die Küchentipps. Netterweise wurde gleich auf Seite 1 vorgewarnt, dass man diesmal wieder gleich vom Martenstein aus vorblättern könne.
It´s only Rock´n´Roll but she likes it. Frau Roche schreibt um Geld zu verdienen. Um ihren Seelenmüll nicht nur los zu werden sondern gleichzeitig in den Goldesel zu verwandeln. Das ist legitim und die Basis aller (Pop)Kultur. Und solange sie ihr Ziel erreicht, ihr Publikum ihr dabei Recht gibt, kann ihr jede Kritik, mit welchem literarischen Anspruch die auch immer daher kommen mag völlig schnurz sein. Und von Vergewaltigung hat sie sie sich in dem Interview ausdrücklich distanziert und sich zu freier Willensäußerung bekannt. Das genau macht ja den Unterschied aus zwischen kreativen Prozessen in Sprache, Tönen (Krach) oder bildenden Künsten und solchen Menschen aus, die meinen ihre Obsessionen nur ausleben zu können, indem sie andere dafür missbrauchen.
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