Stadtplanung Dresdner Barock ’n’ Roll
Nach vorn? Zurück? Die Stadtplanung polarisiert – sie ist ein Tanz zwischen gestern und morgen.
Die Barockfassade bröckelt, und sie offenbart: Der Engel ist auch nur ein Mensch. Die weiße Schminke in seinem Gesicht ist von Schweiß aufgeweicht, er nimmt einen Schluck Radeberger. Seinem Arbeitsplatz hat er für die Mittagspause an diesem sonnigen Tag den Rücken zugewandt – dem Neumarkt, wo praktisch gekleidete Dresden-Besucher Fotohandys auf pastellfarbene Häuser richten. Die Gebäude sind wie der Mann, der Kostüm und gepuderte Perücke trägt und dafür bezahlt wird, als historisch anmutendes Fotomotiv herumzustehen: nur eine Nachbildung dessen, was einst war.
Der Streit um diesen Platz, der von 1945 an bis nach der Wende Brachland war, polarisiert Dresden seit Jahren. Es geht um Barock kontra Moderne. Das eine, Barock, steht dafür, die Geschichte zurückzuholen, vertreten durch die Gesellschaft Historischer Neumarkt; das andere, die Moderne, für Neues wagen. Nebenbei geht es auch darum, wie man mit DDR-Bauten umgehen soll: eliminieren oder integrieren? Der Wunsch nach dem Alten hat an vielen Stellen gesiegt, nur noch wenige Baulücken, nur einige letzte Baugerüste und Fragezeichen sind rund um die Frauenkirche übrig. Nun, da der Neumarkt in großen Teilen vordergründig in seinen Vor-1945-Zustand zurückversetzt ist, könnte alles gut sein. Dresden könnte anfangen, nicht mehr so viel zurück, sondern nach vorne zu blicken. Die Gesellschaft Historischer Neumarkt könnte sich nach Erfüllung ihrer Mission auflösen. Danach sieht es aber nicht aus.
Dresdens Rekonstruktion ist Vorbild für Potsdam und Frankfurt am Main
»Wir haben einige Eisen im Feuer«, sagt Stefan Hertzig, einer der Köpfe der Gesellschaft, und meint: die andere Elbseite, die Hauptstraße und den Neustädter Markt. Dort haben er und seine Mitstreiter zwar jüngst vergeblich versucht, einen modernen Neubau zu verhindern, aber das wird sie nicht davon abhalten, sich dort weiter für ein Zurück zur Historie zu engagieren. Im Streit um den Neubau traten sie so vehement auf, dass einige Architekten das Gefühl hatten, ihren Berufsstand verteidigen zu müssen. Sie gründeten zu Jahresbeginn den Verein Zeitgenossen Dresden. Von einer »Ausweitung der Kampfzone« spricht Alexander Pötzsch, ein »Zeitgenosse«, und greift damit scherzhaft die Rhetorik auf, die schon so manchen Architekten, der nach Dresden kam, glauben ließ, im falschen Film zu sein. Als es in Diskussionen um den Neubau an der Hauptstraße ging, wurde das Stadtplanungsamt auf einer Internet-Plattform mit einer Nazi-Organisation verglichen. Die Mitglieder der Gesellschaft Historischer Neumarkt wurden zuvor schon als »Barockfaschisten« geschmäht.
»Nach der Wende dachte ich, wir könnten mit unserem Flair bald München und Hamburg Paroli bieten«, sagt Gunter Just, gebürtiger Dresdner, der bis 2001 sieben Jahre lang Baubürgermeister war. »Aber in diesen Städten ist alles viel unaufgeregter. In Dresden hingegen wurden viele Chancen vergeben, die Stadt weiterzuentwickeln.« Just ist ein älterer Herr, der extra aus Blasewitz in feinem Anzug zum Gespräch an den Neumarkt gekommen ist – und der ein Anliegen hat: Man möge doch endlich aufhören, Dresden den Stempel »Barock« aufzudrücken. »Die Stadt war in alter Zeit barock, aber der Begriff der Barockstadt wurde durch die Bürgerhäuser geprägt, und die sind uns verloren gegangen.« Um den Neumarkt gebe es gerade mal eine Handvoll Barockbauten: den Zwinger, die Hofkirche, die Frauenkirche, die Dreikönigskirche und das Prinzenpalais auf der Brühlschen Terrasse.
Stefan Hertzig bestreitet gar nicht, dass viele der Fassaden rekonstruierte Renaissance oder Neorenaissance sind – für ihn geht es beim Dresdner Barock heute auch mehr um ein Bewusstsein für Historie. »Dresden ist jetzt in den Köpfen der Menschen barocker, als es je war«, meint er. Das habe mit einer verlorenen Identität, mit der Bombardierung vom 13. Februar 1945 zu tun – und mit der viel zitierten zweiten Zerstörung durch die Abrissbirnen des DDR-Regimes. »Und diese Identität macht sich zunächst mal an Gebautem fest.«
- Datum 14.08.2011 - 15:18 Uhr
- Seite 1 | 2 | Auf einer Seite lesen
- Quelle DIE ZEIT, 11.8.2011 Nr. 33
- Kommentare 34
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:









Ich persönlich finde es absolut unverständlich, was in letzter Zeit an Provokationen vom Baubürgermeister Jörn Marx kommt. Die alten Zeiten sind doch vorbei, es gibt doch eine Demokratie, wir haben keine ideologisch motivierten Funktionäre mehr, dachte ich. Wir sollten den Markenkern Dresdens stärken statt ihn absichtlich zu verhunzen. Die Pläne für das Quartier V-I sind einfach nicht akzeptabel, weil sie das Weichbild stören. Das sieht eigentlich jeder sofort.
Und wenn dann das Land Sachsen solche Ausschreibungen zum Quartier III-2 macht: "Das Areal bietet Ihnen einerseits relativ große Freiheiten in der baulichen Gestaltung von Fassaden und Gebäudegrundrissen.", denkt man sich "Schreck lass nach!", was ist in diese Leute gefahren?
Die Gegner eines historischen Neumarktes haben doch schon ihren Advantariegel, ihr Innside Hotel, ihr Ontario und wie die anderen Schandmale so heissen bekommen und sie zeugen für jeden Besucher ersichtlich davon, was verbrochen wurde. Man wird doch lernen können aus Fehlern. Wir haben schon den Altmarkt mit Kaufhaus-Klotzarchitektur versaut, die sich wunderbar in den stalinistischen Zuckerbäckerstil einreiht.
Warum alles zerstören und kaputt machen auf Teufel komm heraus, menschenfeindliche Architekturideologie gegen die demokratischen Visionen stellen? Warum die Einzigartigkeit Dresdens nicht bewahren, sondern von oben absichtlich dagegen handeln? Ich kapiere das Amtsverständnis dieser Leute nicht, ihren Hass auf die Erwartungen der Dresdner.
Die Moderne ist ja auch nicht in der Lage, städtische Räume zu gestalten. Jeder, der die Dresdner Innenstadt kennt, weiß das. Das hat auch wenig damit zu tun, wie oft behauptet, dass es in Dresden vor allem "schlechte Moderne" gebe. Moderne allgemein ist nicht in der Lage Kleinteiligkeit, verwinkelte Gassen, etwas Atmosphäre und Flair zu erzeugen.
Der Neumarkt ist da am gelungensten, wo die Häuser qualitätvoll rekonstruiert wurden. Das sind nur leider Häuser, die von kleinen Investoren finanziert wurden und die nichts zu tun haben mit Grßhotel- und Shopping-Mall-Immobilieninvestitionen. Diese Probleme kommen in diesem Artikel mal wieder gar nicht zu Wort.
Identifikation mit der Dresdner Stadtentwicklung ist etwas grundsätzlich Positives und sie hat Dresden vor vielen Plänen der CDU-Provinzler bewahrt. Es gab ja Pläne Anfang der 90er Jahre den Neumarkt vollkommen modern zu bebauen. Na gute Nacht auch.
Ich finde eher schade, dass der Neumarkt nicht nach den Vorstellungen von Herrn Nadler und der GHND rekonstruiert wird. Man hat zu viele Ausnahmen gemacht, anstatt sich an Warschau zu orientieren oder das Kulturbürgertum mit einzubeziehen. Wieso zum Beispiel hat man den Konzertsaal im Palais de Saxe nicht rekonstruiert? Da haben Clara und Robert Schumann musiziert. Ich fürchte, dass ein ähnliches Schicksal nun auch dem Palais Hoym beschieden ist (Q-III) und der Konzertsaal im Gartenpalais auf Wunsch des Investors nicht wiedererrichtet wird.
Hier werden wieder absichtlich keine Bilder gezeigt, hier findet wieder mal kein Vergleich der Nachwendearchitektur am Neumark und beispielsweise Altmarkt, Prager Straße oder Postplatz statt. Da wird ein kleiner, zentraler Platz geschmackvoll, ästhetisch und bürgernah wieder aufgebaut und selbst das müssen Politiker und Zeitungsredakteure noch kaputt schreiben. Ich ärgere mich jedes Mal wieder über diese Berichterstatttung, die die Unvernunft im Dresdner Rathaus auch noch unterstützt.
Die Moderne ist ja auch nicht in der Lage, städtische Räume zu gestalten. Jeder, der die Dresdner Innenstadt kennt, weiß das. Das hat auch wenig damit zu tun, wie oft behauptet, dass es in Dresden vor allem "schlechte Moderne" gebe. Moderne allgemein ist nicht in der Lage Kleinteiligkeit, verwinkelte Gassen, etwas Atmosphäre und Flair zu erzeugen.
Der Neumarkt ist da am gelungensten, wo die Häuser qualitätvoll rekonstruiert wurden. Das sind nur leider Häuser, die von kleinen Investoren finanziert wurden und die nichts zu tun haben mit Grßhotel- und Shopping-Mall-Immobilieninvestitionen. Diese Probleme kommen in diesem Artikel mal wieder gar nicht zu Wort.
Identifikation mit der Dresdner Stadtentwicklung ist etwas grundsätzlich Positives und sie hat Dresden vor vielen Plänen der CDU-Provinzler bewahrt. Es gab ja Pläne Anfang der 90er Jahre den Neumarkt vollkommen modern zu bebauen. Na gute Nacht auch.
Ich finde eher schade, dass der Neumarkt nicht nach den Vorstellungen von Herrn Nadler und der GHND rekonstruiert wird. Man hat zu viele Ausnahmen gemacht, anstatt sich an Warschau zu orientieren oder das Kulturbürgertum mit einzubeziehen. Wieso zum Beispiel hat man den Konzertsaal im Palais de Saxe nicht rekonstruiert? Da haben Clara und Robert Schumann musiziert. Ich fürchte, dass ein ähnliches Schicksal nun auch dem Palais Hoym beschieden ist (Q-III) und der Konzertsaal im Gartenpalais auf Wunsch des Investors nicht wiedererrichtet wird.
Hier werden wieder absichtlich keine Bilder gezeigt, hier findet wieder mal kein Vergleich der Nachwendearchitektur am Neumark und beispielsweise Altmarkt, Prager Straße oder Postplatz statt. Da wird ein kleiner, zentraler Platz geschmackvoll, ästhetisch und bürgernah wieder aufgebaut und selbst das müssen Politiker und Zeitungsredakteure noch kaputt schreiben. Ich ärgere mich jedes Mal wieder über diese Berichterstatttung, die die Unvernunft im Dresdner Rathaus auch noch unterstützt.
word!
Die Moderne ist ja auch nicht in der Lage, städtische Räume zu gestalten. Jeder, der die Dresdner Innenstadt kennt, weiß das. Das hat auch wenig damit zu tun, wie oft behauptet, dass es in Dresden vor allem "schlechte Moderne" gebe. Moderne allgemein ist nicht in der Lage Kleinteiligkeit, verwinkelte Gassen, etwas Atmosphäre und Flair zu erzeugen.
Der Neumarkt ist da am gelungensten, wo die Häuser qualitätvoll rekonstruiert wurden. Das sind nur leider Häuser, die von kleinen Investoren finanziert wurden und die nichts zu tun haben mit Grßhotel- und Shopping-Mall-Immobilieninvestitionen. Diese Probleme kommen in diesem Artikel mal wieder gar nicht zu Wort.
Identifikation mit der Dresdner Stadtentwicklung ist etwas grundsätzlich Positives und sie hat Dresden vor vielen Plänen der CDU-Provinzler bewahrt. Es gab ja Pläne Anfang der 90er Jahre den Neumarkt vollkommen modern zu bebauen. Na gute Nacht auch.
Ich finde eher schade, dass der Neumarkt nicht nach den Vorstellungen von Herrn Nadler und der GHND rekonstruiert wird. Man hat zu viele Ausnahmen gemacht, anstatt sich an Warschau zu orientieren oder das Kulturbürgertum mit einzubeziehen. Wieso zum Beispiel hat man den Konzertsaal im Palais de Saxe nicht rekonstruiert? Da haben Clara und Robert Schumann musiziert. Ich fürchte, dass ein ähnliches Schicksal nun auch dem Palais Hoym beschieden ist (Q-III) und der Konzertsaal im Gartenpalais auf Wunsch des Investors nicht wiedererrichtet wird.
Hier werden wieder absichtlich keine Bilder gezeigt, hier findet wieder mal kein Vergleich der Nachwendearchitektur am Neumark und beispielsweise Altmarkt, Prager Straße oder Postplatz statt. Da wird ein kleiner, zentraler Platz geschmackvoll, ästhetisch und bürgernah wieder aufgebaut und selbst das müssen Politiker und Zeitungsredakteure noch kaputt schreiben. Ich ärgere mich jedes Mal wieder über diese Berichterstatttung, die die Unvernunft im Dresdner Rathaus auch noch unterstützt.
Ich kann mich leider weder meinen VorrednerInnen und der Grundaussage des Artikels anschließen. In meinen Augen ist die Diskussion "Barock vs. Moderne" eine sehr einsilbige Auseinandersetzung, die ganz typisch für Dresden, sehr proviniziell geführt wird. Nichts mit Rom, Madrid, London. Das ist anmaßend.
Ich möchte meine Meinung mit folgenden Punkten unterlegen:
-- Das Stadtbild ist auch immer ein Gegenwartsbild.
Dresden ist ein Clash aus Barock, sozialisitischer und moderner Architektur. Das ist so und ehrlich gesagt, spiegelt genau DAS für mich die Geschichte und das Wesen dieser Stadt wieder.
-- Moderne Architektur kann eine Bereicherung sein, wenn sie gewollt ist.
Sowohl meine VorrednerInnen als auch der Artikel bringt gegenüber moderner Architektur eher Zurückhaltung zum Ausdruck. Zu Recht wird auf die vielen Beton-Stahl-Glas-Klötze verwiesen, die bisweilen Einkaufsparks und Bürogebäude "zieren".
Ich bin der Meinung, dass ein erheblicher Teil dieser Architektur unter einem starken Kostenkriterium entworfen und gebaut wurde.
Will man allerdings das Zentrum oder ein Stadtgebiet mit moderner Architketur aufwerten, dann muss sie gewollt sein, d.h. das ästhetische und stadtbauliche Kriterin Vorrang vor dem Kostenkriterium haben.
Unter diesen Prämissen kann moderne Architketur durchaus teil eines historischen Zentrums sein.
-- Flair und Atmosphere entstehen durch Authentizität.
Die bisherigen Rekonstrunktionen sind meiner Meinung nach allesamt misslungen. Fortsetzung.
... sind nicht die Sache von Dresden. Die barocke Kulisse ist für Dresden identitätsstiftend, hebt die Stadt unter den europäischen Kulturstädten hervor und sucht in ihrer einzigartigen Urbanität unter deutschen Städten nach ihres Gleichen.
Dass der Neumarkt dabei im wesentlichen aus "Kulissen"-Architektur ist für die Bewahrung des erstklassigen kulturellen Erbe letztlich unerheblich. Glücklicherweise bieten die dortigen kleinteiligen Bauareale für die Effizienz-Ansprüche "internationaler Investorenarchitektur" wie sie um den Altmarkt herum zu bewundern ist auch zu wenig Upside.
Mit Moderne dürfen gern die Städte herumexperimentieren, die sowieso schon durch Nachkriegsarchitektur regelrecht verhunzt wurden. Die bisher leider auch in Dresden realisierten Projekte der Moderne bspw. am Neumarkt oder die fürchterliche Straßenbahnhaltestelle am Postplatz sind dafür hoffentlich eine Mahnung!
Denn sie werden weder im Detail noch in ihrer Echtheit dem Anspruch gerecht barocke Architektur zu rekonstruieren. Rekonstruiren bedeutet für mich wiederaufzubauen, wiederherzustellen. Das bedeutet im Endeffekt, Baumaterialien, Kunstverständnis und Bauweisen zu verwenden, die dem Original sehr nahe kommen.
Die rekonstruierten Gebäude sind moderne Gebäude (das sollte bei der Diskussion meiner Meinung nach auch berücksichtigt werden) mit einer barocken Außenfassade (auf Plastisches wie Stuck, Ornamente und Verzierungen aus Sandstein wurde weitgehend verzichtet).
Ich zweifle daran, dass derartige Rekonstrunktion je Flair verbreiten, denn wenn wirklich, wie die Vergleiche gern gezogen werden, Dresden in eine Reihe mit Madrid, Rom und anderen Metropolen gestellt werden will, muss man die Plätze und Gebäude die man hat, auch beleben.
Ich hoffe, dass die Stadt zusammen mit Vereinen und Bürgern einen Weg sucht, der sowohl altes und neues verbindet, statt altes durch neues zu verdrängen und umgekehrt.
...der letzten Jahre bestehen (leider)keiner objektiven Prüfung nach sinnvollen Grundlagen.
Wolfgang Pehnt schlug anlässlich einer Diskussion um das Potsdamer Schloss Kategorien für Rekonstruktion vor:
1. zuverlässiges und ausreichendes Planmaterial zum Originalzustand
2. Bauplatz muss derselbe sein, denn der Ort ist eine der wichtigsten Aussagen des historischen Dokuments.
3. Über den Bauplatz darf die Geschichte nicht mit anderer Architektur hinweggegangen sein.
4. Im aufgehenden Mauerwerk müssen genügend authentische Bauteile erhalten sein, die den Glaubwürdigkeitsbeweis für eine Rekonstruktion geben.
5. Die vorgesehene Nutzung muss mit dem rekonstruierten Bauwerk verträglich sein, nach Art wie Umfang der Nutzung.
Ich halte diese Kategorien für selbsterklärend einleuchtend. Sie sollten von jedem Rekonstruktionprojekt erfüllt werden.
Da hört es aber nicht auf: Rekonstruktion kann auch den Denkmalwerten Alois Riegl's nicht standhalten (er Alterwert, der historische Wert, der gewollte Erinnerungswert, der Gebrauchswert, der Kunstwert, der Neuheitswert und der relative Kunstwert).
Georg Dehio's Grundsatz ist "Konservieren, nicht restaurieren", was Rekonstruktion nahezu ausschließt und er war der Meinung, dass Moderne Architektur sehr wohl dieselben Qualitäten haben kann, wie historische Bauten.
Potentiell identitätsstiftend sind Neubauten auch: Pariser Eiffelturm, Sydney Opera House und das Guggenheim in Bilbao.
Wer identifiziert sich mit den Attrappen am Neumarkt?
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren