Studienanfang Kompass

Ein Informationsprogramm für Eltern von angehenden Studenten

Angefangen hat es mit dem »Studienkompass«, hauptsächlich getragen durch private Unternehmen und Stiftungen: ein Konzept zur Unterstützung von Schülern aus Familien ohne akademischen Hintergrund. Wegen der Nachfrage auch vonseiten der Eltern hat man nun den »Elternkompass« aufgelegt, zu dem unter anderem Telefonservice, Broschüren und Informationsveranstaltungen gehören.

DIE ZEIT: Wie beraten Sie die Eltern?

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Ulrich Hinz: Die Eltern können bei uns anrufen oder sich per Mail an uns wenden und Fragen zu Stipendien stellen. Einige möchten wissen, welche Fördermöglichkeiten es überhaupt gibt. Andere haben Fragen zur Bewerbung und den Auswahlverfahren. Und einige stellen bereits gezielte Fragen zu konkreten Stipendien, die für ihr Kind infrage kommen.

ZEIT: Es gibt ja bereits den »Studienkompass«, warum noch einen »Elternkompass«?

Hinz: Im »Studienkompass« unterstützt die Stiftung der Deutschen Wirtschaft (sdw) zusammen mit der Accenture-Stiftung und der Deutsche Bank Stiftung talentierte Schüler aus nicht akademischen Elternhäusern dabei, das passende Studium zu finden. Wir helfen ihnen in Workshops und Trainings, ihre Interessen herauszufinden und sich über ihre Stärken klar zu werden. Bei der Arbeit mit den Schülern haben wir gemerkt, dass ihre Eltern häufig viele Fragen zu Stipendien haben und wenig über die Fördermöglichkeiten wissen. Deshalb hat die Stiftung der Deutschen Wirtschaft beschlossen, mit Unterstützung des Bundesministeriums für Bildung, auch ein spezielles Beratungsangebot für Eltern aufzubauen.

ZEIT: Wie wird das Angebot angenommen?

Hinz: Bisher sehr gut. Die Eltern haben viele Fragen zu Stipendien, wir erhalten rund 40 Anfragen pro Tag. Das ist mehr, als wir erwartet hatten. 

ZEIT: Beraten Sie die Eltern nur zu den Angeboten der sdw?

Hinz: Nein. Wir informieren grundlegend über Stipendien in Deutschland. Neben den zwölf Begabtenförderwerken wie der Studienstiftung des Deutschen Volkes, der Heinrich-Böll- oder der Konrad-Adenauer-Stiftung und anderen, weisen wir auch auf kleinere Stiftungen und Stipendien hin und natürlich auch auf das Deutschlandstipendium.

Hinz: Wird das Angebot noch erweitert?

Hinz: Durch den »Studienkompass« haben wir gute Kontakte zu Schulen in ganz Deutschland. Die wollen wir nutzen, um den »Elternkompass« noch bekannter zu machen und Informationsveranstaltungen anzubieten. Darüber hinaus möchten wir Organisationen wie zum Beispiel Migrantenverbände ansprechen und durch sie noch mehr Eltern erreichen.

ZEIT: Ist der »Elternkompass« ein dauerhaftes Beratungsangebot?

Hinz: Wir haben zunächst vereinbart, das Angebot für ein Jahr zu testen. Wenn es gut angenommen wird und langfristig Beratungsbedarf besteht, kann es zu einer festen Institution werden.

 
Leser-Kommentare
  1. Sollen die Eltern von Studenten jetzt auch in Deutschland zu "Helicopter Parents" werden, also Eltern, die alles überwachen und fürsorglich bei kleinsten Problemchen angeeilt kommen? (so schnell wie mit dem Heli, daher der Begriff in den USA)

    Ich habe mich als Student selbstbewußt und selbständig um Stipendien gekümmert. Die Universität sollte darauf achten, dass nur die Eltern minderjähriger Studenten erzihungsberechtigt sind. Ansonsten sollten Universitäten die Persönlichkeit der Studenten als unabhängige, selbständige Bürger stärken. Dem Helicopter Parenting Vorschub zu leisten ist absolut keine gute Idee.

    • samyka
    • 20.08.2011 um 14:46 Uhr

    Also, ich habe es vor 20 Jahren noch allein geschafft, mich zu immatrikulieren und mein Studium auf die Reihe zu bringen. Schließlich war ich erwachsen und hätte mich ziemlich albern gefühlt, wenn meine Eltern mitgekommen wären oder sich sonstwie um mein Studium gekümmert hätten. Irgendwie ist das doch eigentlich der erste Schritt ins Erwachsenenleben.

    Aber das ist anscheinend nicht mehr so.
    Wir haben jetzt immer öfter Eltern da, die anstelle ihrer (immerhin anwesenden) Kinder fragen, für welchen Kurs man sich jetzt anmelden soll. Und ob der Dozent denn auch gut sei.... Manchen Erstsemestern ist das immerhin ein wenig peinlich. Auf jeden Fall hinterlässt das keinen guten Ersteindruck an der Uni. Mama und Papa lässt man doch besser draußen im Auto warten! Und die Eltern sollten ihren Kindern durchaus mehr zutrauen. Denn auch mit G8 sind die Mehrzahl doch wohl erwachsen. Also sollten sie sich auch so benehmen.

    • t_t_h
    • 20.08.2011 um 17:50 Uhr

    Haben Sie überhaupt gelesen, was im Artikel steht?

    Es geht hier keinesfalls um überbehütende "Helicopter-parents". Es geht darum Nichtakademikerfamilien zu unterstützen, die keine Erfahrung haben, wie es an einer Uni so abläuft und wenig Wissen darüber haben, wie sich ein Studium zB Mithilfe von Stipendien, oder Bafög finanzieren lässt.
    Wenn es das Ziel ist, mehr junge Menschen aus Nichtakademikerfamilien bei ihrer Entscheidung für ein Studium zu unterstützen, kann ich diese Intitiative nur begrüßen.

    Interessant in diesem Zusammenhang ist übrigens auch das Portal http://www.arbeiterkind.de/

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    • samyka
    • 20.08.2011 um 22:31 Uhr

    Entschuldigung, aber ich komme auch aus keiner Akademikerfamilie. Und habe mich mit meinen 19 Jahren allein an der Uni zurecht gefunden. Was sollen denn diejenigen machen, die in demselben Alter nach der Ausbildung den ersten Job suchen müssen? Auch mit Mutti im Schlepptau ankommen?

    Und ich kann Ihnen sagen, dass die Eltern, die an der Uni eher unangenehm auffallen, eben weil sie ihre Kinder in den ersten Tagen begleiten, durchaus keine Arbeiter sind. Sondern eher die überfürsorglichen Eltern der (oberen) Mittelschicht.

    • grrzt
    • 21.08.2011 um 16:25 Uhr

    Es geht wohl doch um Heli-Eltern. Ich bin nämlich ein "Arbeiterkind". Ausbildung, zweiter Bildungsweg Studium und arbeite im Sudienberuf; meine Entscheidung, meine Anträge (Bafög, Immatrikulation, etc.) meine Ferienjobs hab' ich damals selbst gesucht, wüsste nicht worin mich meine Eltern hätten unterstützen können. Und, oh Wunder... damals gab's noch kein Internet. Also: kleine fette Maden-kinder, brauchen immer eine Horde von Leuten (Bildungsberater, Sozialarbeiter, Psychologen, Eltern....-), die sie pampern. Meine Güte, welche Schlaffis werden da "akademisch" gebildet. Sollte nicht das Abitur dazu befähigen, die wichitgen Informationen selbständig zu finden und gedanklcih zu organisieren?

    • samyka
    • 20.08.2011 um 22:31 Uhr

    Entschuldigung, aber ich komme auch aus keiner Akademikerfamilie. Und habe mich mit meinen 19 Jahren allein an der Uni zurecht gefunden. Was sollen denn diejenigen machen, die in demselben Alter nach der Ausbildung den ersten Job suchen müssen? Auch mit Mutti im Schlepptau ankommen?

    Und ich kann Ihnen sagen, dass die Eltern, die an der Uni eher unangenehm auffallen, eben weil sie ihre Kinder in den ersten Tagen begleiten, durchaus keine Arbeiter sind. Sondern eher die überfürsorglichen Eltern der (oberen) Mittelschicht.

    • grrzt
    • 21.08.2011 um 16:25 Uhr

    Es geht wohl doch um Heli-Eltern. Ich bin nämlich ein "Arbeiterkind". Ausbildung, zweiter Bildungsweg Studium und arbeite im Sudienberuf; meine Entscheidung, meine Anträge (Bafög, Immatrikulation, etc.) meine Ferienjobs hab' ich damals selbst gesucht, wüsste nicht worin mich meine Eltern hätten unterstützen können. Und, oh Wunder... damals gab's noch kein Internet. Also: kleine fette Maden-kinder, brauchen immer eine Horde von Leuten (Bildungsberater, Sozialarbeiter, Psychologen, Eltern....-), die sie pampern. Meine Güte, welche Schlaffis werden da "akademisch" gebildet. Sollte nicht das Abitur dazu befähigen, die wichitgen Informationen selbständig zu finden und gedanklcih zu organisieren?

  2. In Deutschland wird auch alles vertätschelt.
    Wenn ich mir die in der ersten Reihe so ansehe mit Ihren Mützen und den uninteressierten Gesichtern...mich hätte man in der Ausbildung erstmal zurechtgewiesen. Die sind alle knapp 20 Jahre alt , langsam sollten sie wissen wie der Hase läuft.
    (zu mir: Arbeiterkind, Ausbildung, 3 Jahre Berufserfahrung, gerade in Shanghai Praktikum)
    und ich bin mitnichten der Überflieger, aber ein wenig Selbstorganisation, Zukunftsdenken und Eigenverantwortung sollte doch sicher irgendwie vorhanden sein.
    Meiner Meinung nach sollte vor dem Studium jeder mal eine Zeitlang gearbeitet haben, meine Kommilitonen, welche schon eine Ausbildung absolviert haben kommen definitiv besser mit dem Studium klar.

  3. In Deutschland wird auch alles vertätschelt.
    Wenn ich mir die in der ersten Reihe so ansehe mit Ihren Mützen und den uninteressierten Gesichtern...mich hätte man in der Ausbildung erstmal zurechtgewiesen. Die sind alle knapp 20 Jahre alt , langsam sollten sie wissen wie der Hase läuft.
    (zu mir: Arbeiterkind, Ausbildung, 3 Jahre Berufserfahrung, gerade in Shanghai Praktikum)
    und ich bin mitnichten der Überflieger, aber ein wenig Selbstorganisation, Zukunftsdenken und Eigenverantwortung sollte doch sicher irgendwie vorhanden sein.
    Meiner Meinung nach sollte vor dem Studium jeder mal eine Zeitlang gearbeitet haben, meine Kommilitonen, welche schon eine Ausbildung absolviert haben kommen definitiv besser mit dem Studium klar.

    • samyka
    • 20.08.2011 um 22:31 Uhr

    Entschuldigung, aber ich komme auch aus keiner Akademikerfamilie. Und habe mich mit meinen 19 Jahren allein an der Uni zurecht gefunden. Was sollen denn diejenigen machen, die in demselben Alter nach der Ausbildung den ersten Job suchen müssen? Auch mit Mutti im Schlepptau ankommen?

    Und ich kann Ihnen sagen, dass die Eltern, die an der Uni eher unangenehm auffallen, eben weil sie ihre Kinder in den ersten Tagen begleiten, durchaus keine Arbeiter sind. Sondern eher die überfürsorglichen Eltern der (oberen) Mittelschicht.

    Antwort auf "@1 und @2"
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    da schließe ich mich an. Auch ich komme nicht aus einer Akademikerfamilie. Und trotzdem ist das Studium an der Uni nicht so unübersichtlich, dass man es nicht alleine schaffen könnte. Wer sich immer und in allen Lebenslagen von seinen Eltern helfen lässt, kann meiner Meinung nicht stolz auf das sein, was er/sie geleistet hat. Man studiert für sich und das eigene Leben, nicht für die Eltern! Ein bisschen Unterstützung kann man zwar schon verlangen. Trotzdem muss man seinen Eltern nicht die Studienordnung erklären bzw. sie von anderen erklären lassen!
    Außerdem glaube ich auch, dass alle, die studieren wollen und ein Stipendium wollen, sich selbst darum kümmern können. Wer etwas wirklich will, ist auch motiviert, etwas zu tun, egal wo er/sie herkommt.

    da schließe ich mich an. Auch ich komme nicht aus einer Akademikerfamilie. Und trotzdem ist das Studium an der Uni nicht so unübersichtlich, dass man es nicht alleine schaffen könnte. Wer sich immer und in allen Lebenslagen von seinen Eltern helfen lässt, kann meiner Meinung nicht stolz auf das sein, was er/sie geleistet hat. Man studiert für sich und das eigene Leben, nicht für die Eltern! Ein bisschen Unterstützung kann man zwar schon verlangen. Trotzdem muss man seinen Eltern nicht die Studienordnung erklären bzw. sie von anderen erklären lassen!
    Außerdem glaube ich auch, dass alle, die studieren wollen und ein Stipendium wollen, sich selbst darum kümmern können. Wer etwas wirklich will, ist auch motiviert, etwas zu tun, egal wo er/sie herkommt.

    da schließe ich mich an. Auch ich komme nicht aus einer Akademikerfamilie. Und trotzdem ist das Studium an der Uni nicht so unübersichtlich, dass man es nicht alleine schaffen könnte. Wer sich immer und in allen Lebenslagen von seinen Eltern helfen lässt, kann meiner Meinung nicht stolz auf das sein, was er/sie geleistet hat. Man studiert für sich und das eigene Leben, nicht für die Eltern! Ein bisschen Unterstützung kann man zwar schon verlangen. Trotzdem muss man seinen Eltern nicht die Studienordnung erklären bzw. sie von anderen erklären lassen!
    Außerdem glaube ich auch, dass alle, die studieren wollen und ein Stipendium wollen, sich selbst darum kümmern können. Wer etwas wirklich will, ist auch motiviert, etwas zu tun, egal wo er/sie herkommt.

    da schließe ich mich an. Auch ich komme nicht aus einer Akademikerfamilie. Und trotzdem ist das Studium an der Uni nicht so unübersichtlich, dass man es nicht alleine schaffen könnte. Wer sich immer und in allen Lebenslagen von seinen Eltern helfen lässt, kann meiner Meinung nicht stolz auf das sein, was er/sie geleistet hat. Man studiert für sich und das eigene Leben, nicht für die Eltern! Ein bisschen Unterstützung kann man zwar schon verlangen. Trotzdem muss man seinen Eltern nicht die Studienordnung erklären bzw. sie von anderen erklären lassen!
    Außerdem glaube ich auch, dass alle, die studieren wollen und ein Stipendium wollen, sich selbst darum kümmern können. Wer etwas wirklich will, ist auch motiviert, etwas zu tun, egal wo er/sie herkommt.

  4. Wie es an der Uni läuft, können die Eltern auch durch ihre Kinder erfahren. Wenn man die Abläufe dort nicht allein auf die Reihe bekommt, ist das ganze Studium schon umsonst.
    Ich habe meinen Eltern den Campus selbst gezeigt und sie in eine orlesung mitgenommen. Ist ja in Ordnung und berechtigt, wenn Eltern interessiert sind aber da braucht es meiner Meinung nach keine Extraveransaltungen mehr.

  5. da schließe ich mich an. Auch ich komme nicht aus einer Akademikerfamilie. Und trotzdem ist das Studium an der Uni nicht so unübersichtlich, dass man es nicht alleine schaffen könnte. Wer sich immer und in allen Lebenslagen von seinen Eltern helfen lässt, kann meiner Meinung nicht stolz auf das sein, was er/sie geleistet hat. Man studiert für sich und das eigene Leben, nicht für die Eltern! Ein bisschen Unterstützung kann man zwar schon verlangen. Trotzdem muss man seinen Eltern nicht die Studienordnung erklären bzw. sie von anderen erklären lassen!
    Außerdem glaube ich auch, dass alle, die studieren wollen und ein Stipendium wollen, sich selbst darum kümmern können. Wer etwas wirklich will, ist auch motiviert, etwas zu tun, egal wo er/sie herkommt.

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    Antwort auf "Entschuldigung"

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