Wenn ein Gericht nach einer Stadt oder Gegend benannt ist, bedeutet das doch wohl, dass die Speise sehr früh, nachdem sie erfunden wurde, in anderen Gegenden geschätzt wurde, also viele Follower fand, die ihr den Namen gaben. Und welche Orte führen in diesem Wettbewerb? München vielleicht, weil man dort so gut isst?

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Nein. Berlin ist an der Spitze, essenstechnisch eigentlich nie eine große Nummer. Wie kann man dieses kulinarisch-sprachliche Paradoxon erklären? Vielleicht so: Gerade weil die Berliner eh nie besondere Feinschmecker waren, hatten sie keine Probleme damit, Sirup ins Bier zu kippen, Hefeteig in viel Fett zu werfen (was man andernorts schon länger machte, nur waren die Teigportionen früher nicht rund) und sahnelastige Cremes anzurühren. (Um die Karte zu vergrößern, klicken Sie bitte hier)

Es fällt auch andernorts auf, dass viele Ortsnamen-Speisen froh sein können, dass es keine Lebensmittelampel gibt. Wer kulinarisch im Gedächtnis bleiben will, das ist die Botschaft, sollte nicht auf Geschmack setzen, sondern auf Fett und Zucker.