Staatsanleihen Einer für alle
Gemeinsame Anleihen aller Euro-Länder werden heißer diskutiert denn je – mit neuen Argumenten.
Erfahrene Politiker erkennt man daran, dass ihre Abfuhr hart und kategorisch klingt – dass sie aber immer eine Hintertür offen lässt. Wolfgang Schäuble beherrscht diese Kunst wie kaum einer. Zum Wochenbeginn sagte er wieder einmal entschieden »Nein«, das aber in einer Weise, die ein späteres »Ja« kein bisschen verhindert.
»Ich schließe Euro-Bonds aus, solange die Mitgliedsstaaten eine eigene Finanzpolitik betreiben und wir unterschiedliche Zinssätze benötigen, um finanzpolitische Solidität zu erzwingen«, so der Finanzminister – der damit gleich zweierlei klarmachte: Noch will die Bundesregierung über das Thema nicht reden, zumindest nicht offiziell. In Zukunft aber ist alles möglich.
Euro-Bonds: Das wäre der letzte Tabubruch in einer Zeit, in der schon viele Tabus gefallen sind, und zugleich die bislang radikalste Reform der Währungsunion. Sie könnte die Schuldenkrise auf einen Schlag beenden, würde aber den Europäern mehr abfordern als alle bisherigen Rettungsaktionen. Es gibt wenige Entscheidungen, die das Prädikat historisch verdienen. Die Einführung von Euro-Bonds wäre eine historische Entscheidung.
Günstiges Geld für schwache Länder
Bislang geben alle Regierungen in der Währungsunion ihre eigenen Staatsanleihen aus. Würden sie sich über gemeinsame Schuldverschreibungen finanzieren, fiele ein zentraler Pfeiler der Währungsunion: der Grundsatz, dass jedes Land für seine Haushaltspolitik selbst verantwortlich ist. Die disziplinierende Wirkung der Finanzmärkte würde so außer Kraft gesetzt. Die könnten innerhalb der Union nicht länger solides Wirtschaften mit niedrigen Zinsen belohnen und Schlendrian mit hohen Zinsen bestrafen.
Schwache Länder würden zu günstigen Zinsen Geld bekommen. Portugal, Griechenland und Irland hätten wieder Zugang zu den Kapitalmärkten und wären nicht mehr auf Rettungsmittel angewiesen. Entsprechend viele Anhänger haben die Euro-Bonds in den Krisenstaaten. Spaniens Finanzministerin Elena Salgado wünscht sie sich genauso wie ihr italienischer Kollege Giulio Tremonti. Griechenlands Regierungschef Giorgos Papandreou rief zu Wochenbeginn extra noch einmal im Élysée-Palast an und bat den französischen Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy, er möge doch bitte bei Angela Merkel für die Anleihen werben.
Doch die beiden schwiegen dazu, zumindest öffentlich. Merkel und Sarkozy verkündeten nach ihrem Gespräch am Dienstag zwar, dass sie künftig regelmäßig mit den anderen Staats- und Regierungschefs der Euro-Zone unter der Leitung von EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy zusammenkommen wollen. Was genau diese »Wirtschaftsregierung« für den Währungsraum tun soll, sagten sie nicht. Die Einführung von Euro-Bonds, das immerhin machten sie klar, sei nicht geplant. Damit die Kanzlerin nicht doch auf andere Ideen kommt, war Vizekanzler und Wirtschaftsminister Philipp Rösler noch kurz vor dem Treffen ins Kanzleramt gefahren, um die Linie festzuzurren.
So steht das deutsche Nein. Vorerst. Denn es wäre nicht die erste Ablehnung, aus der unter dem Druck der Finanzmärkte eine Zustimmung würde. Das weiß auch die FDP-Spitze. Daher schreckt sie davor zurück, für den Fall der Fälle mit dem Bruch der Koalition zu drohen. Zumal die ersten Christdemokraten schon nachdenklich werden, die SPD ohnehin für Gemeinschaftsanleihen ist und die Grünen es auch sind. Regierungsexperten beschäftigten sich sogar bereits mit Fragen der Umsetzung, auch das für den Fall der Fälle. Im Januar stellte der Ökonom Jakob von Weizsäcker, der einst am renommierten Brüsseler Forschungsinstitut Bruegel arbeitete und heute Thüringens Wirtschaftsminister Matthias Machnig berät, sein Modell im Bundesfinanzministerium vor.
- Datum 17.08.2011 - 18:02 Uhr
- Seite 1 | 2 | Auf einer Seite lesen
- Quelle DIE ZEIT, 18.8.2011 Nr. 34
- Kommentare 137
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:




Ich frage mich, inwiefern sich Deutschland mit seinen annähernd zwei Billionen Euro Schulden, seiner Staatsverschuldung von ca. 80% und seinem Wirtschaftswachstum von sage und schreibe 0,1% (!) dermaßen von den anderen Euro-Ländern unterscheidet, dass so viele glauben, wir in Deutschland müssten die Zeche für alle zahlen.
Wie greift man denn einem nackten Mann in den Sack?
Insofern kann man die Geschichte mit den Euro-Bonds doch ganz entspannt betrachten. Was soll's?
Zumindest meiner bescheidenen Meinung nach. Ich oute mich hier mal als Befürworter der Vereinigten Staaten von Europa. Allerdings sehe ich nicht ein, warum ausgerechnet gemeinsame Anleihen das Ende nationalstaatlicher Souveränität bedeuten sollen.
Die Eurozone ist mehr als ein gemeinsamer "Anleihemarkt", nämlich ein Zusammenschluss von 17, bald mehr völlig verschiedenen Gemeinwesen. Alle Länder sind mehr oder weniger demokratisch. Deutschland ist bei allen Mängeln nach wie vor ein sehr demokratisches Land, hat einen hoch differenzierten Grad der auch gegenseitig akzeptierten Insitutionen, einen sehr hoch entwickelten Rechtsstaat.
Ich will nicht, dass die Deutschen diese Errungenschaften auf dem Altar der Finanzmärkte opfern. Ich wünsche mir einen europäischen Staat mit integrierter Medienöffentlichkeit, die ein gegenseitiges Aufeinanderabschieben der politischen Rechenschaftspflichten zwischen Kommission und Nationalstaatsregierungen verhindert, ich wünsche mir eine demokratische Union. Das heißt zum Beispiel, dass das Europäische Parlament endlich ein Initiativrecht der Legislative und nicht nur ein Vetorecht erhalten muss. Die Exekutive muss in ihrer Allmacht beschränkt werden. Des weiteren wünsche ich mir, dass die Todesstrafe in der EU abgeschafft wird und dass die EU so reformiert wird, dass Armeen nicht im Innern gegen das eigene Volk eingesetzt werden dürfen. Das erscheint derzeit unrealistisch, also bitte keine Euro-Bonds!
Es sind 0,1 % von April-Juni im Vergleich zum ersten Quartal.
BiP Änderung 2011: 3,3 %(Economist) - 3,5 % (Stat. Bundesamt)
BiP Änderung 2012: 2,1 %(Economist) - 2,55 % (Stat. Bundesamt)
Quellen: http://www.economist.com/...
http://www.zeit.de/wirtsc...
....Nun, es geht, wie der Artikel sagt, um die Selbstbestimmung. Hätte es eine robuste Reglung gegeben, als der Eiserne Hans die 60% sowie die 3% Grenzen jährlich riss, so wäre man bestraft worden. Deutschland hätte so nicht handeln können. Sein Grundgesetz wäre fiskalisch ausgehebelt gewesen und man wäre aus der Stagnation in Rezession verfallen.
Nun soll eine "Solidarität" entlang der Linien, aber in sich weitaus größeren Ausmaßes und beschränkender, der ostdeutschen Eingliederung in die BRD eingeleitet werden. Die Belastungen wären enorm. Budgets der "starken" Länder würden empfindlich durch die notwendigen Garantien und Wirtschaftsprogramme zur Stabilisierung der "schwächeren" Länder vorbestimmt, so dass man bei inländischen Programmen für Infrastruktur, Soziales usw zurückfahren müsste. Selbst einen "Solidaritätszuschlag" für die Steuerzahler wäre dann Thema.
Das hat erheblichen Sprengstoff. Ob die betroffenen Bevölkerungen die Einschränkungen gutmütig akzeptieren würden ist fraglich. Immerhin würden die geforderten Maßnahmen den Rest ihres Lebens verschlechtern. Denn, wie wir alle wissen, "in the long run we are all dead". Und wie wir auch alle wissen sollten, wird die Durststrecke wirklich lange andauern.
Zumindest meiner bescheidenen Meinung nach. Ich oute mich hier mal als Befürworter der Vereinigten Staaten von Europa. Allerdings sehe ich nicht ein, warum ausgerechnet gemeinsame Anleihen das Ende nationalstaatlicher Souveränität bedeuten sollen.
Die Eurozone ist mehr als ein gemeinsamer "Anleihemarkt", nämlich ein Zusammenschluss von 17, bald mehr völlig verschiedenen Gemeinwesen. Alle Länder sind mehr oder weniger demokratisch. Deutschland ist bei allen Mängeln nach wie vor ein sehr demokratisches Land, hat einen hoch differenzierten Grad der auch gegenseitig akzeptierten Insitutionen, einen sehr hoch entwickelten Rechtsstaat.
Ich will nicht, dass die Deutschen diese Errungenschaften auf dem Altar der Finanzmärkte opfern. Ich wünsche mir einen europäischen Staat mit integrierter Medienöffentlichkeit, die ein gegenseitiges Aufeinanderabschieben der politischen Rechenschaftspflichten zwischen Kommission und Nationalstaatsregierungen verhindert, ich wünsche mir eine demokratische Union. Das heißt zum Beispiel, dass das Europäische Parlament endlich ein Initiativrecht der Legislative und nicht nur ein Vetorecht erhalten muss. Die Exekutive muss in ihrer Allmacht beschränkt werden. Des weiteren wünsche ich mir, dass die Todesstrafe in der EU abgeschafft wird und dass die EU so reformiert wird, dass Armeen nicht im Innern gegen das eigene Volk eingesetzt werden dürfen. Das erscheint derzeit unrealistisch, also bitte keine Euro-Bonds!
Es sind 0,1 % von April-Juni im Vergleich zum ersten Quartal.
BiP Änderung 2011: 3,3 %(Economist) - 3,5 % (Stat. Bundesamt)
BiP Änderung 2012: 2,1 %(Economist) - 2,55 % (Stat. Bundesamt)
Quellen: http://www.economist.com/...
http://www.zeit.de/wirtsc...
....Nun, es geht, wie der Artikel sagt, um die Selbstbestimmung. Hätte es eine robuste Reglung gegeben, als der Eiserne Hans die 60% sowie die 3% Grenzen jährlich riss, so wäre man bestraft worden. Deutschland hätte so nicht handeln können. Sein Grundgesetz wäre fiskalisch ausgehebelt gewesen und man wäre aus der Stagnation in Rezession verfallen.
Nun soll eine "Solidarität" entlang der Linien, aber in sich weitaus größeren Ausmaßes und beschränkender, der ostdeutschen Eingliederung in die BRD eingeleitet werden. Die Belastungen wären enorm. Budgets der "starken" Länder würden empfindlich durch die notwendigen Garantien und Wirtschaftsprogramme zur Stabilisierung der "schwächeren" Länder vorbestimmt, so dass man bei inländischen Programmen für Infrastruktur, Soziales usw zurückfahren müsste. Selbst einen "Solidaritätszuschlag" für die Steuerzahler wäre dann Thema.
Das hat erheblichen Sprengstoff. Ob die betroffenen Bevölkerungen die Einschränkungen gutmütig akzeptieren würden ist fraglich. Immerhin würden die geforderten Maßnahmen den Rest ihres Lebens verschlechtern. Denn, wie wir alle wissen, "in the long run we are all dead". Und wie wir auch alle wissen sollten, wird die Durststrecke wirklich lange andauern.
...wenn die demokratischen, wirtschaftlichen und kulturellen Voraussetzungen geschaffen sind, wäre ein EURO Bond durchaus zu begrüßen.
Aber davon sind wir noch ein, zwei Generationen entfernt.
Zumindest meiner bescheidenen Meinung nach. Ich oute mich hier mal als Befürworter der Vereinigten Staaten von Europa. Allerdings sehe ich nicht ein, warum ausgerechnet gemeinsame Anleihen das Ende nationalstaatlicher Souveränität bedeuten sollen.
Die Eurozone ist mehr als ein gemeinsamer "Anleihemarkt", nämlich ein Zusammenschluss von 17, bald mehr völlig verschiedenen Gemeinwesen. Alle Länder sind mehr oder weniger demokratisch. Deutschland ist bei allen Mängeln nach wie vor ein sehr demokratisches Land, hat einen hoch differenzierten Grad der auch gegenseitig akzeptierten Insitutionen, einen sehr hoch entwickelten Rechtsstaat.
Ich will nicht, dass die Deutschen diese Errungenschaften auf dem Altar der Finanzmärkte opfern. Ich wünsche mir einen europäischen Staat mit integrierter Medienöffentlichkeit, die ein gegenseitiges Aufeinanderabschieben der politischen Rechenschaftspflichten zwischen Kommission und Nationalstaatsregierungen verhindert, ich wünsche mir eine demokratische Union. Das heißt zum Beispiel, dass das Europäische Parlament endlich ein Initiativrecht der Legislative und nicht nur ein Vetorecht erhalten muss. Die Exekutive muss in ihrer Allmacht beschränkt werden. Des weiteren wünsche ich mir, dass die Todesstrafe in der EU abgeschafft wird und dass die EU so reformiert wird, dass Armeen nicht im Innern gegen das eigene Volk eingesetzt werden dürfen. Das erscheint derzeit unrealistisch, also bitte keine Euro-Bonds!
Sehr richtig. Ich bin ebenfalls ein Verfechter eines tatsächlich vereinigten Europas. Aber nicht in Form einer Wirtschafts-Klüngel-Regierung, die "alternativlos" durch die nationalen Parlamente gepusht wird. Wir haben schließlich bereits ein - sogar demokratisch mehr oder minder (Wahlbeteiligung) legitimiertes Europäisches Parlament...
Für ein vereinigtes Europa muss das Europäische Parlament innerhalb der EU-Gremien massiv gestärkt werden, zusammen mit einer EU-Verfassung, die diesen Namen verdient.
Beides muss in einer breiten öffentlichen Diskussion mindestens in den nationalen Parlamenten beschlossen werden, vielleicht sogar per Volksentscheid. Das impliziert, dass es nicht so kommen kann, wenn Mehrheiten dagegen sind.
MfG, parkwaechter
Sehr richtig. Ich bin ebenfalls ein Verfechter eines tatsächlich vereinigten Europas. Aber nicht in Form einer Wirtschafts-Klüngel-Regierung, die "alternativlos" durch die nationalen Parlamente gepusht wird. Wir haben schließlich bereits ein - sogar demokratisch mehr oder minder (Wahlbeteiligung) legitimiertes Europäisches Parlament...
Für ein vereinigtes Europa muss das Europäische Parlament innerhalb der EU-Gremien massiv gestärkt werden, zusammen mit einer EU-Verfassung, die diesen Namen verdient.
Beides muss in einer breiten öffentlichen Diskussion mindestens in den nationalen Parlamenten beschlossen werden, vielleicht sogar per Volksentscheid. Das impliziert, dass es nicht so kommen kann, wenn Mehrheiten dagegen sind.
MfG, parkwaechter
Man sollte endlich einmal da anfangen zu diskutieren, wo der Artikel aufhört. Aufgabe der Souveränität bedeutet: wir fügen uns dem Diktat der Märkte und geben unsere Demokratie aus kurzfristigen Erwägungen endgültig auf.
Man denke daran, dass dies das vorläufige Ende einer Epoche der Demokratisierung wäre, die bei der Französischen Revolution begonnen hat, und für die auf diesem Kontinent Millionen Menschen gestorben sind. Wenn die Europäer ihre Souveränität der europäischen Exekutive übertragen und diese mit ihren derzeitigen Rechten ausgestattet bleibt, wird bereits der Grundstein gelegt für einen Zerfall Europas, für neue Bewegungen zur Demokratisierung, für neue Separatismusbewegungen. Das falscheste, was man tun kann, ist die Europäische Einigung unter dem Diktat der Finanzmärkte zu erzwingen. Hoffentlich gibt es jemand in dieser Brüsseler oder Berliner Bürokratenwelt, der dafür ein Gespür hat.
Ich denke ich teile in vielen Punkten Ihre Auffassung: Wir brauchen das Initiativrecht für das Europäische Parlament, eine stärkere Kontrolle für die Exekutive, eine Stärkung der BürgerInnenrechte, mehr demokratische Mitbestimmung der BürgerInnen, mehr Transparenz, mehr Subsidiarität.
Und sicher stimmen Sie mir zu, dass wir dafür allerdings auch europäische denkende BürgerInnen brauchen, welche diese Veränderungen von ihren Politikern aktiv einfordern, anstatt sich in einer kleinstaaterischen Nationalitätsromatik einzuigeln und auf alles einzuprügeln, was mit der EU zu tun hat.
In einem Punkt will ich Ihnen aber widersprechen: Ich denke nicht, dass die Aufgabe der nationalstaatlichen Souveränität bzw. die Einführung von Eurobonds bedeuten würde, sich dem Diktat der Märke zu fügen. Die Entwicklungen hin zu Eurobonds mögen von den Entwicklungen auf den Märkten angetrieben werden, ja. Sie wären aber m.E. die richtige Reaktion, das Primat der Politik vor den Märkten teilweise zurückzugewinnen und die Märkte in ihre Schranken zu weisen.
Die Krise kann zur Chance werden, wenn sie 1. die politische Integration Europas beschleunigt, wenn 2. aus ihren Ursachen nicht nur gelernt würde, sondern auch die richtigen politischen Schlüsse folgten und wenn sie 3. uns BürgerInnen dazu brächte, für ein demokratisch Verfasstes Europa der BürgerInnen zu streiten und es notfalls durch den Druck der Straße, zivilen Ungehorsam und politische Aktionen einzufordern.
Ich denke ich teile in vielen Punkten Ihre Auffassung: Wir brauchen das Initiativrecht für das Europäische Parlament, eine stärkere Kontrolle für die Exekutive, eine Stärkung der BürgerInnenrechte, mehr demokratische Mitbestimmung der BürgerInnen, mehr Transparenz, mehr Subsidiarität.
Und sicher stimmen Sie mir zu, dass wir dafür allerdings auch europäische denkende BürgerInnen brauchen, welche diese Veränderungen von ihren Politikern aktiv einfordern, anstatt sich in einer kleinstaaterischen Nationalitätsromatik einzuigeln und auf alles einzuprügeln, was mit der EU zu tun hat.
In einem Punkt will ich Ihnen aber widersprechen: Ich denke nicht, dass die Aufgabe der nationalstaatlichen Souveränität bzw. die Einführung von Eurobonds bedeuten würde, sich dem Diktat der Märke zu fügen. Die Entwicklungen hin zu Eurobonds mögen von den Entwicklungen auf den Märkten angetrieben werden, ja. Sie wären aber m.E. die richtige Reaktion, das Primat der Politik vor den Märkten teilweise zurückzugewinnen und die Märkte in ihre Schranken zu weisen.
Die Krise kann zur Chance werden, wenn sie 1. die politische Integration Europas beschleunigt, wenn 2. aus ihren Ursachen nicht nur gelernt würde, sondern auch die richtigen politischen Schlüsse folgten und wenn sie 3. uns BürgerInnen dazu brächte, für ein demokratisch Verfasstes Europa der BürgerInnen zu streiten und es notfalls durch den Druck der Straße, zivilen Ungehorsam und politische Aktionen einzufordern.
"stellen. Schuldenlimits in den nationalen Verfassungen, neue Reformen."
Sicher könnten sie - "die Deutschen" - das.
"Eine in der Verfassung verankerte Schuldenbremse, die Anhebung des Rentenalters, die Senkung der Löhne, der Verzicht auf inflationsangepasste Leistungen und die „Harmonisierung“ der Sozialpolitik – mit anderen Worten „Hartz IV für Europa“."
http://www.nachdenkseiten...
Icvh würde doch vorschlagen, zurückzukehren zu der bewährten Sprechweise "im deutschen Namen"
Wenn alle unsere Dumpingstratiegie fahren, wie sollen dann weiterhin die gewaltigen Exportüberschüsse entstehen?
Müssen dann weitere Fabriken nach Rumänien (s. Nokia) verrlagert werden und die Dumpingspirale beginnt von vorne?
Wenn alle unsere Dumpingstratiegie fahren, wie sollen dann weiterhin die gewaltigen Exportüberschüsse entstehen?
Müssen dann weitere Fabriken nach Rumänien (s. Nokia) verrlagert werden und die Dumpingspirale beginnt von vorne?
ansonsten müssten man ja über Schuldenerlass und/oder die Abschaffung des Euros oder zumindest den Austritt einzelner Länder nachdenken. Dass aber darf ja angelbich keineswegs sein.
Ergebnis wird sein, dass die Existenz des Euros und die damit verbundenen falschen Strukturen auf ewig zementiert sind. Die Schulden bleiben, die einzelnen Länder verlieren noch mehr an Selbstständigkeit, demokratische Prozesse werden weiter ausgehölt (Wirtschaftsregierung, Stimmentzug)
Die SPD geht voran, rafft natürlich nichts und kann nach dem "sozial", jetzt auch das "demokratisch" streichen, Merkel wartet noch ("Verrat ist eine Frage des Zeitpunkts") und die FDP wird von Zeit und SZ schon mal als Sündenbock aufgebaut, auf den dann die sich getäuschten Wähler enschlagen dürfen.
Ein abgekartetes, widerliches Spiel, aber eines das durchgezogen werden wird.
gibt's da eigentlich nicht mehr zu sagen.
---
Ausser:
Das Ende wird vermutlich sehr hässlich und sehr blutig werden.
Einige von uns werden wieder im Stechschritt marschieren und aufeinender schießen...
Innerhalb der nächsten 10 bis 15 Jahren, vermute ich mal.
Bitte beteiligen Sie sich sachlich und konstruktiv an der Diskussion. Danke, die Redaktion/mk
Hoffen wir, dass es so kommen wird - damit unsere Kinder in einer vereinten Welt aufwachsen, die keine Kriege kennt und keine Nationalstaaten, in der die Menschen, die auf verschiedenen Breiten- und Längengraden leben, solidarisch miteinander sind.
Diese Entwicklung würde ganz im Zeichen von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit stehen und die bisherigen Errungenschaften von Demokratisierung und Aufklärung in den Schatten stellen. Da der jämmerliche Gruppengedanke in Menschen so tief verankert ist, dass sie es selber nicht auf die Reihe bekommen, wäre es ein Glück, wenn die wirtschaftliche Notwendigkeit es für uns übernehmen würde.
gibt's da eigentlich nicht mehr zu sagen.
---
Ausser:
Das Ende wird vermutlich sehr hässlich und sehr blutig werden.
Einige von uns werden wieder im Stechschritt marschieren und aufeinender schießen...
Innerhalb der nächsten 10 bis 15 Jahren, vermute ich mal.
Bitte beteiligen Sie sich sachlich und konstruktiv an der Diskussion. Danke, die Redaktion/mk
Hoffen wir, dass es so kommen wird - damit unsere Kinder in einer vereinten Welt aufwachsen, die keine Kriege kennt und keine Nationalstaaten, in der die Menschen, die auf verschiedenen Breiten- und Längengraden leben, solidarisch miteinander sind.
Diese Entwicklung würde ganz im Zeichen von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit stehen und die bisherigen Errungenschaften von Demokratisierung und Aufklärung in den Schatten stellen. Da der jämmerliche Gruppengedanke in Menschen so tief verankert ist, dass sie es selber nicht auf die Reihe bekommen, wäre es ein Glück, wenn die wirtschaftliche Notwendigkeit es für uns übernehmen würde.
»Ich schließe Euro-Bonds aus, solange die Mitgliedsstaaten eine eigene Finanzpolitik betreiben und wir unterschiedliche Zinssätze benötigen, um finanzpolitische Solidität zu erzwingen«, so der Finanzminister
Übersetzung:
"Erst wenn Europa den Kotau vor dem deutschen Neoliberalismus vollzogen hat, wird der Spuk ein Ende finden und Deutschland sein Placet zu den Eurobonds verkünden."
http://www.nachdenkseiten...
Also ich würde mich als Redakteur nicht so für den Euro einsetzen, wenn ich nicht irgendwann mal von der Daily Mail das Attribut Nazi verpasst bekommen möchte.
Lest halt mal dies
http://www.dailymail.co.u...
Man fragt sich zwar, was das soll, steht aber so bei denen.
PS: Meine Meinung zum Thema: Ich wähle niemanden, der Eurobonds einführt und damit deutschen Interessen zuwiederhandelt. Die einzig vernünftigen sind die Finnen.
Sie haben natürlich Recht, die Engländer.
Aber nicht jeder kann Englisch, und kluge Leuten hätten wir auch. (Nur, dass die niemand liest.)
wenn das eintreten würde, was dailymail prophezeit, wäre ich sofort anhänger der euro bonds:D
danke für den link, war sehr amüsant
Danke für den interessanten Artikel. Unglaublich, was da in britischen Massenmedien verbreitet wird: Nachdem es im Dritten Reich militärisch nicht gelungen ist, Europa zu erobern, gelingt es im Vierten Reich durch eine Euro-Wirtschaftsregierung. Wenn die Mehrheit der Briten so denkt, haben sie wirklich nichts in der EU verloren, dann können sie auf ihrer Insel weiter von ihrer eigenen Kolonial-Vergangenheit träumen und die Zukunft verpassen. Wenn die anderen EU-Staaten, die ja eigentlich mangels Insel-Status etwas mehr von Zusammenarbeit verstehen, auch so denken, ist eine Wirtschaftsregierung reiner Selbstmord. Zumal ich noch keinen Deutschen getroffen habe und noch keinen deutschen Politiker gehört habe, der ein von Deutschland unterworfenes Europa will, eher im Gegenteil, viele würden sich am liebsten zurückziehen aus Europa. Das haben die Kommentatoren wohl großzügig übersehen.
Sie haben natürlich Recht, die Engländer.
Aber nicht jeder kann Englisch, und kluge Leuten hätten wir auch. (Nur, dass die niemand liest.)
wenn das eintreten würde, was dailymail prophezeit, wäre ich sofort anhänger der euro bonds:D
danke für den link, war sehr amüsant
Danke für den interessanten Artikel. Unglaublich, was da in britischen Massenmedien verbreitet wird: Nachdem es im Dritten Reich militärisch nicht gelungen ist, Europa zu erobern, gelingt es im Vierten Reich durch eine Euro-Wirtschaftsregierung. Wenn die Mehrheit der Briten so denkt, haben sie wirklich nichts in der EU verloren, dann können sie auf ihrer Insel weiter von ihrer eigenen Kolonial-Vergangenheit träumen und die Zukunft verpassen. Wenn die anderen EU-Staaten, die ja eigentlich mangels Insel-Status etwas mehr von Zusammenarbeit verstehen, auch so denken, ist eine Wirtschaftsregierung reiner Selbstmord. Zumal ich noch keinen Deutschen getroffen habe und noch keinen deutschen Politiker gehört habe, der ein von Deutschland unterworfenes Europa will, eher im Gegenteil, viele würden sich am liebsten zurückziehen aus Europa. Das haben die Kommentatoren wohl großzügig übersehen.
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren