Atheismus Der Gottlose
Wer glaubt, irrt. Sagt Andreas Kyriacou, Kopf der Freidenker. Und spricht damit vielen aus dem Herzen.
Schon im zarten Alter von zehn Jahren, sagt Andreas Kyriacou, sei er zum Atheisten geworden. Ort seines Abfalls vom Glauben war die Aula einer Staatsschule im südenglischen Worthing. Es geschah während der allmorgendlichen Versammlung. Da stand er, der Neue aus der Schweiz, in seiner noch steifen Schuluniform und musste mit seinen Kameraden religiöse Hymnen singen. Er wollte nicht, er konnte nicht. Kurz: Es war ihm ein Graus. Sagt er.
Heute prangert der 44-jährige Präsident der Zürcher Freidenker-Vereinigung derlei Praktiken öffentlich als »religiöse Indoktrination« an; Kyriacou hält Religiosität für reine Privatsache und jegliche Vermischung von Religion und Staat für fehl am Platz. Ganz besonders an Schulen.
In seinem Elternhaus war Religion nie ein Thema gewesen. Die Mutter machte sich als reformierte Zürcherin nichts aus ihrer Konfession, der Vater hatte sich als Emigrant aus Zypern schon als Jugendlicher vom griechisch-orthodoxen Glauben seiner Familie distanziert. Als in den siebziger Jahren die Schwarzenbach-Initiative gegen »Überfremdung« die Schweiz für Ausländer verdunkelte, übersiedelten die Eltern mit den drei Kindern kurzerhand für vier Jahre nach England.
Stellt man sich den zierlichen Mann an den religiös angehauchten Schulversammlungen seiner Frühpubertät vor, sieht man einen scheuen, nervösen Buben vor sich, der sich mit jeglichem Singen in Gegenwart anderer, ob der Inhalt nun himmlischer oder weltlicher Art ist, schwertut. Jetzt ist der Junge zu einem selbstbewussten Mann geworden. Er sitzt im Speisewagen der SBB, im Hals ein hartnäckiges Räuspern, die Arme verschränkt. Nur ein Arm befreit sich immer wieder aus dieser Haltung, gestikuliert, greift sich ans Kinn. Nicht an Gott zu glauben ist für Andreas Kyriacou naheliegend und vernünftig; was soll daran so interessant sein, was gibt es da womöglich Seltsames in seine Biografie reinzuinterpretieren? »Es braucht nicht unbedingt ein einschneidendes Ereignis, um gottlos zu werden«, sagt er. »Ich bin nicht Atheist, weil ich das schöner finde, sondern weil es mir ehrlicher erscheint. Die Überzeugung, selbst für das eigene Leben verantwortlich zu sein, ist aber auch ungemein befreiend – und gleichzeitig eine Verpflichtung an sich selbst, das Beste daraus zu machen.«
»Wir treten ein für einen Kosmos, in dem es mit rechten Dingen zugeht«
Bei Debatten auf TeleZüri und im Schweizer Fernsehen wirkt Kyriacou selbstsicher, und er scheut sich nicht, religiöse Gesprächspartner verbal anzugreifen. Überhaupt hält Kyriacou mit seinen Meinungen nicht hinterm Berg, ein gewisses Sendungsbewusstsein geht ihm nicht ab. In Artikeln und Blogs, auf Facebook und Twitter kommentiert er Kirchliches und Esoterisches scharfzüngig und ironisch. Er wolle aufzeigen, wo der Glauben Schaden anrichten könne, sagt er. »Der Glaube gaukelt Menschen Dinge vor, die falsch sind.«
Kyriacou belässt es aber nicht beim Debattieren und Kommentieren. Er will Ergebnisse, er will Wirkung. Atheistische Plakatkampagnen, Einmischungen in politische und gesellschaftliche Diskussionen, eine geplante Initiative gegen Kirchensteuern juristischer Personen – seit er vor drei Jahren das Präsidium der Zürcher Freidenker übernommen hat, ist Bewegung gekommen in den über 100-jährigen Verein. Kyriacous bisher wichtigstes Anliegen betrifft die Schule: In einer Arbeitsgruppe setzt er sich dafür ein, dass das im Entstehen begriffene Zürcher Fach Religion und Kultur »nicht zur religiösen Angebotspalette verkommt«. Vielmehr soll darin auch ein Dasein ohne Gott, ohne jegliche Religion, als Möglichkeit vorkommen.
Und für dieses Jahr hat Kyriacou ein Projekt angepackt, das für Freidenker-Verhältnisse so groß ist wie für Gläubige der Petersdom. Zum ersten Mal wird auf seine Initiative hin diesen Herbst ein internationaler Skeptikerkongress im deutschsprachigen Raum stattfinden. Unter dem Titel Denkfest werden Naturwissenschaftler, Philosophen, Autoren und Künstler vom 8. bis 11. September in Zürich nicht nur Gott und den Menschen als Mittelpunkt des Universums entschieden in Frage stellen, sondern auch esoterische bis scheinbar fortschrittliche Ansätze zerlegen, von der Alternativmedizin bis zu Brain-Gym. 34 Redner werden auftreten, Hunderte von Zuhörern werden erwartet.
Als Vorbild für seine Veranstaltung dient Andreas Kyriacou The Amazing Meeting (TAM), ein alljährlicher Kongress des Zauberkünstlers und Oberskeptikers James Randi. Dieser hat dem Ersten, der ein paranormales Phänomen unter streng wissenschaftlichen Bedingungen beweisen kann, eine Million Dollar versprochen. Der seit vielen Jahren offerierte Preis wurde bis heute nicht abgeholt.
- Datum 25.08.2011 - 08:00 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 25.8.2011 Nr. 35
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….“denn atheistisch dominierte Gesellschaften laufen Gefahr, die natürlichen Rechte der Menschen, also die Menschenrechte, zu relativieren“. Das sagt ausgerechnet der Vertreter einer Kirche und eines Staates (Vatikan) welcher sich hartnäckig weigert, die europäische Menschrechtskonvention zu unterschreiben. Pressefreiheit, das Recht auf freie Meinungsäusserung, die Möglichkeit (k)eine Religion zu wählen, Frauenrechte usw. wurden gegen den erbitterten Widerstand der katholischen Kirche und zum Teil blutig(!) errungen.
Die Behauptung, dass für Leute wie Randi, Dawkins und Kyriacou alles was geschieht, wissenschaftlich nachvollziehbaren Gesetzen folgt, ist missverständlich formuliert und tönt nach einem „Glauben an die Wissenschaft“. Genau das ist der Knackpunkt. Naturwissenschaft ist nicht einfach eine „andere Art von Glauben“. Kyriacou als auch Dawkins sagen, dass man zur Beschreibung der Natur, am Besten die kritisch rationale Methodik der Naturwissenschaft anwendet. Denn die Natur folgt nicht naturwissenschaftlichen Gesetzten, sondern naturwissenschaftliche Gesetzte, die einem Falsifikationsprozess unterliegen, beschreiben die Natur. Das ist ein fundamentaler Unterschied.
Ich habe ein paar mal gelesen, Atheismus sei genauso wie ein Glaube wie Nicht-Briefmarken-Sammeln ein Hobby sei.
Seltsamerweise habe ich aber noch nie von einer Vereinigung der Nicht-Briefmarken-Sammler gehört oder Bücher über die Vorzüge des Nicht-Briefmarken-Sammelns gesehen.
Organisierte Atheisten scheinen mir unter seltsamen Realitätsverzerrungen und Missionierungsdrang zu leiden, wie man sie sonst hauptsächlich von Evangelikalen kennt. Religion und Kirche, welche in westlichen säkularisierten Ländern lediglich eine von vielen Freizeitbeschäftigungen ist, wie bspw. Sport oder Musik auch, wird zur dunklen Macht, welche sich hinter praktisch allem bösen verbirgt.
Anders als die Evangelikalen, die schon mal in Jemen reisen und bei ihren Missionierungsversuchen getötet werden, verwenden die organisierten Atheisten ihre Energie lieber für Mission vor der Haustür, obwohl eigentlich jedem der mit offenen Augen durch die Welt geht klar sein muss, das Religion nicht das größte Problem ist, sondern dutzende weit wichtigere Probleme auf eine Lösung warten.
Der organisierte Atheist kümmert sich trotzdem zuerst um die Religion und hauptsächlich dort wo sie das kleinste Problem darstellt.
Aus Ihrer Sicht mag es unwichtig erscheinen, dass ein Bewohner des Wallis nicht weiss, wie viel Kirchensteuern er der kath. Kirche bezahlt, oder dass man in vielen katholischen Gemeinden nicht aus der Kirche austreten kann (im Jahr 2011!). Ihnen macht es nichts aus, dass der Papst den Gebrauch von Kondomen verurteilt, aber an jedem in der Schweiz verkauften Kondom, mit verdient. Sie finden das nicht wichtig, anderswo sterben Menschen deswegen. Menschen, die nach allem was wir heute wissen, nur dieses eine Leben hatten.
Es mag Ihnen auch unwichtig erscheinen, dass im Sudan 95% aller Frauen die Klitoris aus religiösen Gründen abgeschnitten kriegen, meist ohne Narkose.
Es stört sie wenig, dass Buddhisten Frauen als „wandelnde Latrinen“ bezeichnen und sicher finden sie die „Lifestyle-Buddhisten“ in Europa überaus „sexy“. Dass die Lamas gerne ihren Kot, Urin und Sperma in Form von allerlei „Wunderwässerchen“ zu horrenden Preisen unters das schwach gebildete Folk bringen, ist für Sie unwichtig.
Was würden sie sagen wenn ihr Sohn plötzlich fromm wird, sich „Jugend mit einer Mission“ anschließt, nach Jemen reist und dort von Fundamentalisten ermordet wird? Fänden Sie das unwichtig? Würde es Sie nicht interessieren wer ihr Kind dazu gebracht hat, sein Leben leichtsinnig aufs Spiel zu setzten?
Auch wenn Sie das alles nicht interessiert, uns schon. Die Freidenker sind im Übrigen eine Mischung aus Agnostikern, Atheisten, Naturalisten, Rationalisten, Pantheisten…
„Seltsamerweise habe ich aber noch nie von einer Vereinigung der Nicht-Briefmarken-Sammler gehört“
Ich auch nicht. Das liegt vermutlich daran, dass Briefmarkensammler überwiegend zurückhaltende und angenehme Zeitgenossen sind, die ihre nicht-briefmarkensammelnden Mitbürger in Ruhe lassen. Sie entlassen keine Lehrer, die sich weigern, im Schulzimmer Briefmarken aufzuhängen. Sie treiben keine Steuern ein und bedrohen niemanden, der Witze über Briefmarken macht.
Die Freidenker sind seit 1908 als Verein organisiert und geben dem Anteil von mittlerweile 25% konfessionslosen Schweizern eine politische Stimme. In einer Zeit in der 64% der Landeskirchenmitglieder nicht mehr aktiv am Kirchenleben teilnehmen, bilden die Konfessionslosen, die am schnellsten wachsende weltanschauliche Gruppe in der Schweiz. Nicht überraschend hat sich die Anzahl Mitglieder der FRB in den letzten drei Jahren mehr als verdoppelt.
Zu den Freidenkern gehören Personen mit verschiedenen weltanschaulichen Hintergründen. 64% bezeichnen sich als Atheisten, 22% als Agnostiker, 10% als Humanisten oder Pantheisten, 4% ordnen sich keiner engeren Bezeichnung zu.
Die zentralen Anliegen der Freidenker sind:
Die vollständige Trennung von Kirche und Staat
Trennung von Schule und Religion (Unterricht über Religionen nicht in Regionen)
Angebot von weltlichen Zeremonien als Alternativen zu kirchlichen Diensten
Abschaffung der juristischen Kirchensteuer
Ethik (fair / unfair) statt Moral (metaphysische Werte wie Gut / Böse)
Etablierung des evolutionären Humanismus als Leitkultur
Die Freidenker vertreten eine kritisch rationale und wissenschaftliche Position. Das heisst: Wir gehen davon aus, dass es im Universum „mit rechten Dingen zugeht“ und das weder Götter, Geister, noch Kobolde oder Dämonen in die Naturgesetze eingreifen (Schmidt-Salomon)
Aus Ihrer Sicht mag es unwichtig erscheinen, dass ein Bewohner des Wallis nicht weiss, wie viel Kirchensteuern er der kath. Kirche bezahlt, oder dass man in vielen katholischen Gemeinden nicht aus der Kirche austreten kann (im Jahr 2011!). Ihnen macht es nichts aus, dass der Papst den Gebrauch von Kondomen verurteilt, aber an jedem in der Schweiz verkauften Kondom, mit verdient. Sie finden das nicht wichtig, anderswo sterben Menschen deswegen. Menschen, die nach allem was wir heute wissen, nur dieses eine Leben hatten.
Es mag Ihnen auch unwichtig erscheinen, dass im Sudan 95% aller Frauen die Klitoris aus religiösen Gründen abgeschnitten kriegen, meist ohne Narkose.
Es stört sie wenig, dass Buddhisten Frauen als „wandelnde Latrinen“ bezeichnen und sicher finden sie die „Lifestyle-Buddhisten“ in Europa überaus „sexy“. Dass die Lamas gerne ihren Kot, Urin und Sperma in Form von allerlei „Wunderwässerchen“ zu horrenden Preisen unters das schwach gebildete Folk bringen, ist für Sie unwichtig.
Was würden sie sagen wenn ihr Sohn plötzlich fromm wird, sich „Jugend mit einer Mission“ anschließt, nach Jemen reist und dort von Fundamentalisten ermordet wird? Fänden Sie das unwichtig? Würde es Sie nicht interessieren wer ihr Kind dazu gebracht hat, sein Leben leichtsinnig aufs Spiel zu setzten?
Auch wenn Sie das alles nicht interessiert, uns schon. Die Freidenker sind im Übrigen eine Mischung aus Agnostikern, Atheisten, Naturalisten, Rationalisten, Pantheisten…
„Seltsamerweise habe ich aber noch nie von einer Vereinigung der Nicht-Briefmarken-Sammler gehört“
Ich auch nicht. Das liegt vermutlich daran, dass Briefmarkensammler überwiegend zurückhaltende und angenehme Zeitgenossen sind, die ihre nicht-briefmarkensammelnden Mitbürger in Ruhe lassen. Sie entlassen keine Lehrer, die sich weigern, im Schulzimmer Briefmarken aufzuhängen. Sie treiben keine Steuern ein und bedrohen niemanden, der Witze über Briefmarken macht.
Die Freidenker sind seit 1908 als Verein organisiert und geben dem Anteil von mittlerweile 25% konfessionslosen Schweizern eine politische Stimme. In einer Zeit in der 64% der Landeskirchenmitglieder nicht mehr aktiv am Kirchenleben teilnehmen, bilden die Konfessionslosen, die am schnellsten wachsende weltanschauliche Gruppe in der Schweiz. Nicht überraschend hat sich die Anzahl Mitglieder der FRB in den letzten drei Jahren mehr als verdoppelt.
Zu den Freidenkern gehören Personen mit verschiedenen weltanschaulichen Hintergründen. 64% bezeichnen sich als Atheisten, 22% als Agnostiker, 10% als Humanisten oder Pantheisten, 4% ordnen sich keiner engeren Bezeichnung zu.
Die zentralen Anliegen der Freidenker sind:
Die vollständige Trennung von Kirche und Staat
Trennung von Schule und Religion (Unterricht über Religionen nicht in Regionen)
Angebot von weltlichen Zeremonien als Alternativen zu kirchlichen Diensten
Abschaffung der juristischen Kirchensteuer
Ethik (fair / unfair) statt Moral (metaphysische Werte wie Gut / Böse)
Etablierung des evolutionären Humanismus als Leitkultur
Die Freidenker vertreten eine kritisch rationale und wissenschaftliche Position. Das heisst: Wir gehen davon aus, dass es im Universum „mit rechten Dingen zugeht“ und das weder Götter, Geister, noch Kobolde oder Dämonen in die Naturgesetze eingreifen (Schmidt-Salomon)
Aus Ihrer Sicht mag es unwichtig erscheinen, dass ein Bewohner des Wallis nicht weiss, wie viel Kirchensteuern er der kath. Kirche bezahlt, oder dass man in vielen katholischen Gemeinden nicht aus der Kirche austreten kann (im Jahr 2011!). Ihnen macht es nichts aus, dass der Papst den Gebrauch von Kondomen verurteilt, aber an jedem in der Schweiz verkauften Kondom, mit verdient. Sie finden das nicht wichtig, anderswo sterben Menschen deswegen. Menschen, die nach allem was wir heute wissen, nur dieses eine Leben hatten.
Es mag Ihnen auch unwichtig erscheinen, dass im Sudan 95% aller Frauen die Klitoris aus religiösen Gründen abgeschnitten kriegen, meist ohne Narkose.
Es stört sie wenig, dass Buddhisten Frauen als „wandelnde Latrinen“ bezeichnen und sicher finden sie die „Lifestyle-Buddhisten“ in Europa überaus „sexy“. Dass die Lamas gerne ihren Kot, Urin und Sperma in Form von allerlei „Wunderwässerchen“ zu horrenden Preisen unters das schwach gebildete Folk bringen, ist für Sie unwichtig.
Was würden sie sagen wenn ihr Sohn plötzlich fromm wird, sich „Jugend mit einer Mission“ anschließt, nach Jemen reist und dort von Fundamentalisten ermordet wird? Fänden Sie das unwichtig? Würde es Sie nicht interessieren wer ihr Kind dazu gebracht hat, sein Leben leichtsinnig aufs Spiel zu setzten?
Auch wenn Sie das alles nicht interessiert, uns schon. Die Freidenker sind im Übrigen eine Mischung aus Agnostikern, Atheisten, Naturalisten, Rationalisten, Pantheisten…
"Es mag Ihnen auch unwichtig erscheinen, dass im Sudan 95% aller Frauen die Klitoris aus religiösen Gründen abgeschnitten kriegen, meist ohne Narkose."
Sehen Sie, hier illustrieren Sie eindrucksvoll meinen Punkt: Tatsächlich ist Tradition die stärkste Motivation für die Beschneidung und daneben existieren noch diverse andere nicht-religiöse Gründe. Religion ist tatsächlich ein schwacher Grund und Rüdiger Nehberg zeigt sogar eindrucksvoll, wie die Religion genutzt werden kann um sehr wirkungsvoll gegen diese grausame Tradition anzukämpfen. Die Religionsphobie führt hier dazu das entscheidende Fakten übersehen werden und effektive Maßnahmen zur Verbesserung der Situation nicht ergriffen werden.
"Ihnen macht es nichts aus, dass der Papst den Gebrauch von Kondomen verurteilt, (.. )Sie finden das nicht wichtig, anderswo sterben Menschen deswegen."
Wieder die gleiche Problematik, das Vorurteil verbirgt die Sicht auf die tatsächlichen Fakten: Denn der Papst verbieten nicht bloß Kondome, sondern fordert auch ein äußerst strenge Sexualmoral, welche bei konsequenter Einhaltung die Übertragung von HIV sehr stark verhindert. Nun halten sich in der Praxis Menschen weder konsequent an die Sexualmoral des Papstes, noch an das Gebot der konsequenten Kondomnutzung. Wenn man nun auf die Statistiken der HIV Raten in Afrika schaut, dann findet sich dort keinerlei Hinweis darauf, das Ländern mit hohem Katholikenanteil besonders hohe HIV Raten aufweisen, tatsächlich findet sich sogar ein schwach negative Korrelation zwischen HIV Raten und Anteil der Katholiken in einem Land.
Auch bei den Buddhisten gibt sehr berechtigte Gründe anzunehmen, das hier eher die Religion gesellschaftliche Vorurteile reflektiert als das gesellschaftliche Vorurteile durch die Religion entstehen.
"Was würden sie sagen wenn ihr Sohn plötzlich fromm wird, sich „Jugend mit einer Mission“ anschließt, nach Jemen reist und dort von Fundamentalisten ermordet wird?"
Ich habe keine derartige Befürchtungen und bin fest davon überzeugt, das eine Erziehung welche weder ein übertrieben positives, noch ein übertrieben negatives Bild von Religionen zeichnet, extremistischen Tendenzen am besten entgegen wirkt. Vor allem aber sollte jeder auch im Jemen sagen und glauben dürfen was er möchte. Die Religionsfreiheit ist ein universelles Gut, welches auch im Jemen gelten muss und auch für Personen, deren Ansichten man nicht teilt. Ein Minarettverbote in der Schweiz ist da sind schädlich.
Alle diese Beispiele zeigen doch, das Religionen zwar eine Rolle spielt, aber nicht ansatzweise den alleinigen oder entscheidender Grund für diese Probleme darstellen. Die "Freidenker" sind eben nicht frei in ihrem Denken, sondern gefangen in einem Argumentationsmuster, welches sie die Religion hinter fast allen Problemen der Welt vermuten lässt. So wie der Evangelikalen den Unglauben oder den falschen Glauben hinter allem schlechten vermutet, glaubt der Freidenker die Religion hinter allem Bösen zu entdecken. Zu einer rationalen Beurteilung der Situation sind beide kaum mehr in der Lage. Sobald man bei oberflächlicher Betrachtung ein religiöses Problem vermuten kann, ist die Sache für den Freidenker schon klar, alternative Hypothesen werden gar nicht mehr geprüft.
"Es mag Ihnen auch unwichtig erscheinen, dass im Sudan 95% aller Frauen die Klitoris aus religiösen Gründen abgeschnitten kriegen, meist ohne Narkose."
Sehen Sie, hier illustrieren Sie eindrucksvoll meinen Punkt: Tatsächlich ist Tradition die stärkste Motivation für die Beschneidung und daneben existieren noch diverse andere nicht-religiöse Gründe. Religion ist tatsächlich ein schwacher Grund und Rüdiger Nehberg zeigt sogar eindrucksvoll, wie die Religion genutzt werden kann um sehr wirkungsvoll gegen diese grausame Tradition anzukämpfen. Die Religionsphobie führt hier dazu das entscheidende Fakten übersehen werden und effektive Maßnahmen zur Verbesserung der Situation nicht ergriffen werden.
"Ihnen macht es nichts aus, dass der Papst den Gebrauch von Kondomen verurteilt, (.. )Sie finden das nicht wichtig, anderswo sterben Menschen deswegen."
Wieder die gleiche Problematik, das Vorurteil verbirgt die Sicht auf die tatsächlichen Fakten: Denn der Papst verbieten nicht bloß Kondome, sondern fordert auch ein äußerst strenge Sexualmoral, welche bei konsequenter Einhaltung die Übertragung von HIV sehr stark verhindert. Nun halten sich in der Praxis Menschen weder konsequent an die Sexualmoral des Papstes, noch an das Gebot der konsequenten Kondomnutzung. Wenn man nun auf die Statistiken der HIV Raten in Afrika schaut, dann findet sich dort keinerlei Hinweis darauf, das Ländern mit hohem Katholikenanteil besonders hohe HIV Raten aufweisen, tatsächlich findet sich sogar ein schwach negative Korrelation zwischen HIV Raten und Anteil der Katholiken in einem Land.
Auch bei den Buddhisten gibt sehr berechtigte Gründe anzunehmen, das hier eher die Religion gesellschaftliche Vorurteile reflektiert als das gesellschaftliche Vorurteile durch die Religion entstehen.
"Was würden sie sagen wenn ihr Sohn plötzlich fromm wird, sich „Jugend mit einer Mission“ anschließt, nach Jemen reist und dort von Fundamentalisten ermordet wird?"
Ich habe keine derartige Befürchtungen und bin fest davon überzeugt, das eine Erziehung welche weder ein übertrieben positives, noch ein übertrieben negatives Bild von Religionen zeichnet, extremistischen Tendenzen am besten entgegen wirkt. Vor allem aber sollte jeder auch im Jemen sagen und glauben dürfen was er möchte. Die Religionsfreiheit ist ein universelles Gut, welches auch im Jemen gelten muss und auch für Personen, deren Ansichten man nicht teilt. Ein Minarettverbote in der Schweiz ist da sind schädlich.
Alle diese Beispiele zeigen doch, das Religionen zwar eine Rolle spielt, aber nicht ansatzweise den alleinigen oder entscheidender Grund für diese Probleme darstellen. Die "Freidenker" sind eben nicht frei in ihrem Denken, sondern gefangen in einem Argumentationsmuster, welches sie die Religion hinter fast allen Problemen der Welt vermuten lässt. So wie der Evangelikalen den Unglauben oder den falschen Glauben hinter allem schlechten vermutet, glaubt der Freidenker die Religion hinter allem Bösen zu entdecken. Zu einer rationalen Beurteilung der Situation sind beide kaum mehr in der Lage. Sobald man bei oberflächlicher Betrachtung ein religiöses Problem vermuten kann, ist die Sache für den Freidenker schon klar, alternative Hypothesen werden gar nicht mehr geprüft.
„Seltsamerweise habe ich aber noch nie von einer Vereinigung der Nicht-Briefmarken-Sammler gehört“
Ich auch nicht. Das liegt vermutlich daran, dass Briefmarkensammler überwiegend zurückhaltende und angenehme Zeitgenossen sind, die ihre nicht-briefmarkensammelnden Mitbürger in Ruhe lassen. Sie entlassen keine Lehrer, die sich weigern, im Schulzimmer Briefmarken aufzuhängen. Sie treiben keine Steuern ein und bedrohen niemanden, der Witze über Briefmarken macht.
"Es mag Ihnen auch unwichtig erscheinen, dass im Sudan 95% aller Frauen die Klitoris aus religiösen Gründen abgeschnitten kriegen, meist ohne Narkose."
Sehen Sie, hier illustrieren Sie eindrucksvoll meinen Punkt: Tatsächlich ist Tradition die stärkste Motivation für die Beschneidung und daneben existieren noch diverse andere nicht-religiöse Gründe. Religion ist tatsächlich ein schwacher Grund und Rüdiger Nehberg zeigt sogar eindrucksvoll, wie die Religion genutzt werden kann um sehr wirkungsvoll gegen diese grausame Tradition anzukämpfen. Die Religionsphobie führt hier dazu das entscheidende Fakten übersehen werden und effektive Maßnahmen zur Verbesserung der Situation nicht ergriffen werden.
Die dreifache Antwort auf ein simples Posting spricht für sich selber. Dass der Autor seine Kommentare nicht mal unter seinem eigenen Namen verfasst, sondern sich hinter dem Pseudonym _bla_ verstecken muss, lässt ebenfalls tief blicken.
Bitte diskutieren Sie zum konkreten Artikelthema und beteiligen Sie sich konsruktiv. Danke, die Redaktion/mk
Die dreifache Antwort auf ein simples Posting spricht für sich selber. Dass der Autor seine Kommentare nicht mal unter seinem eigenen Namen verfasst, sondern sich hinter dem Pseudonym _bla_ verstecken muss, lässt ebenfalls tief blicken.
Bitte diskutieren Sie zum konkreten Artikelthema und beteiligen Sie sich konsruktiv. Danke, die Redaktion/mk
"Ihnen macht es nichts aus, dass der Papst den Gebrauch von Kondomen verurteilt, (.. )Sie finden das nicht wichtig, anderswo sterben Menschen deswegen."
Wieder die gleiche Problematik, das Vorurteil verbirgt die Sicht auf die tatsächlichen Fakten: Denn der Papst verbieten nicht bloß Kondome, sondern fordert auch ein äußerst strenge Sexualmoral, welche bei konsequenter Einhaltung die Übertragung von HIV sehr stark verhindert. Nun halten sich in der Praxis Menschen weder konsequent an die Sexualmoral des Papstes, noch an das Gebot der konsequenten Kondomnutzung. Wenn man nun auf die Statistiken der HIV Raten in Afrika schaut, dann findet sich dort keinerlei Hinweis darauf, das Ländern mit hohem Katholikenanteil besonders hohe HIV Raten aufweisen, tatsächlich findet sich sogar ein schwach negative Korrelation zwischen HIV Raten und Anteil der Katholiken in einem Land.
Auch bei den Buddhisten gibt sehr berechtigte Gründe anzunehmen, das hier eher die Religion gesellschaftliche Vorurteile reflektiert als das gesellschaftliche Vorurteile durch die Religion entstehen.
"Was würden sie sagen wenn ihr Sohn plötzlich fromm wird, sich „Jugend mit einer Mission“ anschließt, nach Jemen reist und dort von Fundamentalisten ermordet wird?"
Ich habe keine derartige Befürchtungen und bin fest davon überzeugt, das eine Erziehung welche weder ein übertrieben positives, noch ein übertrieben negatives Bild von Religionen zeichnet, extremistischen Tendenzen am besten entgegen wirkt. Vor allem aber sollte jeder auch im Jemen sagen und glauben dürfen was er möchte. Die Religionsfreiheit ist ein universelles Gut, welches auch im Jemen gelten muss und auch für Personen, deren Ansichten man nicht teilt. Ein Minarettverbote in der Schweiz ist da sind schädlich.
Alle diese Beispiele zeigen doch, das Religionen zwar eine Rolle spielt, aber nicht ansatzweise den alleinigen oder entscheidender Grund für diese Probleme darstellen. Die "Freidenker" sind eben nicht frei in ihrem Denken, sondern gefangen in einem Argumentationsmuster, welches sie die Religion hinter fast allen Problemen der Welt vermuten lässt. So wie der Evangelikalen den Unglauben oder den falschen Glauben hinter allem schlechten vermutet, glaubt der Freidenker die Religion hinter allem Bösen zu entdecken. Zu einer rationalen Beurteilung der Situation sind beide kaum mehr in der Lage. Sobald man bei oberflächlicher Betrachtung ein religiöses Problem vermuten kann, ist die Sache für den Freidenker schon klar, alternative Hypothesen werden gar nicht mehr geprüft.
Die dreifache Antwort auf ein simples Posting spricht für sich selber. Dass der Autor seine Kommentare nicht mal unter seinem eigenen Namen verfasst, sondern sich hinter dem Pseudonym _bla_ verstecken muss, lässt ebenfalls tief blicken.
Bitte diskutieren Sie zum konkreten Artikelthema und beteiligen Sie sich konsruktiv. Danke, die Redaktion/mk
"Die dreifache Antwort auf ein simples Posting spricht für sich selber."
Grob vereinfachenden Unfug in die Welt setzen ist einfach, ein Thema wirklich differenziert zu betrachten, erfordert immer mehr Text. Wenn sie einfach nur danach gehen, wie kurz man etwas formulieren kann, müssten sie eigentlich ja auch den Kreationismus ganz toll finden, dessen Grundaussage lässt sich immerhin problemlos in einem Satz formulieren, für ein ansatzweise korrekte und verständliche Darstellung der Evolutionstheorie hingegen wird sehr viel länger.
Wenn Ihnen auf eine differenziertere Betrachtung, der von ihnen ins Spiel gebrachte Themen nicht mehr einfällt als ein plumpes Ad hominem Argument, dann bleibt einem kaum etwas anderes als die eigene Meinung bestätigt zu sehen.
Dabei wäre bspw. eine detaillierte Erklärung, warum die Beschneidung von Mädchen in erster Linie ein religiöses Problem ist, obwohl sie sowohl bei Muslimen, als auch Christen, Juden und traditionellen Religionen vorkommt und obwohl sie schon in vorchristlicher und vormuslimischer Zeit existiert eine äußerst spannende Sache gewesen.
"Die dreifache Antwort auf ein simples Posting spricht für sich selber."
Grob vereinfachenden Unfug in die Welt setzen ist einfach, ein Thema wirklich differenziert zu betrachten, erfordert immer mehr Text. Wenn sie einfach nur danach gehen, wie kurz man etwas formulieren kann, müssten sie eigentlich ja auch den Kreationismus ganz toll finden, dessen Grundaussage lässt sich immerhin problemlos in einem Satz formulieren, für ein ansatzweise korrekte und verständliche Darstellung der Evolutionstheorie hingegen wird sehr viel länger.
Wenn Ihnen auf eine differenziertere Betrachtung, der von ihnen ins Spiel gebrachte Themen nicht mehr einfällt als ein plumpes Ad hominem Argument, dann bleibt einem kaum etwas anderes als die eigene Meinung bestätigt zu sehen.
Dabei wäre bspw. eine detaillierte Erklärung, warum die Beschneidung von Mädchen in erster Linie ein religiöses Problem ist, obwohl sie sowohl bei Muslimen, als auch Christen, Juden und traditionellen Religionen vorkommt und obwohl sie schon in vorchristlicher und vormuslimischer Zeit existiert eine äußerst spannende Sache gewesen.
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