Leihfahrräder sind die Buddy-Bären der zehner Jahre: Sie stehen im öffentlichen Raum herum, und sie sind bunt und hässlich (müssen halt stabil sein und wiedererkennbar, schon klar). Von Kunst-Leistungskursen bemalt werden sie aber nicht. Sie sind ja nicht zum Angucken, sondern zum Fahren da: Wer sie stundenweise mieten will, ruft eine Telefonnummer an – und schon darf er losradeln.

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Diese Systeme sind schön für Städte, die Besuchern beweisen wollen, wie fahrradfreundlich sie doch sind. Radwege zu bauen ist zum Beispiel viel aufwendiger. Und so sind die Leihräder – die Idee stammt aus Frankreich, entstanden um die Jahrtausendwende – heute in fast jeder größeren Stadt zu finden. (Um die Karte zu vergrößern, klicken Sie bitte hier)

In Studentenstädten wie Bremen oder Freiburg, Städten mit vielen Radfahrern, gibt es indessen nur wenige Leihräder. Münster, laut ADFC die fahrradfreundlichste Stadt des Landes, verweigert sich der Idee sogar ganz. Das liegt vielleicht auch daran: Geübte Radfahrer haben Angst vor jenen, die nur, wenn sie Touristen sind, mal radeln.