HafenCity Hamburg: Alles am Fluss
In der HafenCity hat das erste Hotel eröffnet. Was Besucher in Hamburgs neuem Stadtteil erleben können.
© Kay Nietfeld dpa/lno

Besucher genießen die Sonne in der HafenCity.
Die Erwartungen sind bescheiden. Das Gebäude ist backsteinig-bieder, so eines von der Sorte, in denen man ein Etap- oder vielleicht ein Ibis-Hotel vermutet. Zudem liegt es mitten im Herzen der HafenCity , des Orts, von dem es in Hamburg immer heißt, er sei tot oder, freundlicher: steril. Vor der Tür aber stehen Menschen im Nieselregen Schlange, die nicht so aussehen, als ob sie das häufig tun. Und ein echter Shanty-Chor, der sich an der frischen Seeluft einbrummt.
Grund für die Party: Das 25hours HafenCity, auch »Seemannsheim« genannt, macht auf – das erste Hotel im jüngsten Viertel der Stadt. Touristen müssen nun nicht mehr bei Einbruch der Dunkelheit flüchten, sie finden fortan ein Bett zwischen Elbe und Speicherstadt.
Drinnen stehen sich die Leute schon auf den Füßen. In der Lobby prangt als Wandverkleidung die Vorderseite eines Frachtcontainers, riesige Bojen stehen im Holzregal an der Fensterfront, ein Stapel alter Perser macht auf Sofa. Ein bisschen bemüht, das alles, aber die Bemühungen waren durchaus erfolgreich. Im Aufzug fährt es sich wie in einer Holzverladekiste, das Hafengefühl soll den Gast beim Etagenwechsel nicht verlassen. Oben im sechsten Stock riecht es nach frischem Holz. Hinter der anderen Hälfte des Containers ist eine Sauna eingerichtet. Pressefotografen nutzen die Frischluftterrasse, um Menschen abzulichten, die man von irgendwoher zu kennen meint, darunter eine Frau mit einer interessanten Miniberglampe auf dem Kopf. Für den Glamourfaktor der Party spricht, dass manche Gäste sogar aus Sylt angereist sind. »Vor der Autofähre hat es sich gestaut«, berichtet eine Insulanerin auf dem Rückweg ins Erdgeschoss. Wie es sich für ein Szenehotel gehört, hat das Seemannsheim eine eigene Band, sie heißt Feinkost . H.P. Baxxter von der Umta-Umta-Band Scooter ist auch da, aber die fünf Jungs schaffen es zum Glück ohne seine Unterstützung. Der Shanty-Chor (»man kennt uns aus dem Fernsehen«) muss natürlich einstimmen.
- HafenCity: Anreise und Unterkunft
-
Mit der Buslinie 6 vom Hamburger Hauptbahnhof. Die Elbphilharmonie erreicht man am besten mit der U-Bahn-Linie 3, Haltestelle Baumwall.
25 hours Hotel HafenCity, Überseeallee 5, Tel. 040/2577770, www.25hours-hotels.com/hafencity, DZ ab 105 Euro
- Museum
Kaispeicher B, Koreastraße 1, Tel. 040/30092300. Eintritt: 12 Euro, ermäßigt 8,50 Euro. Öffnungszeiten: Di–So 10 bis 18 Uhr, Do bis 20 Uhr, www.imm-Hamburg.de
- Verpflegung
-
Chilli Club am Sandtorkai, Am Sandtorkai 54, Tel. 040/357035, www.chilliclub.de/hamburg
Kaiserperle, Am Kaiserkai 47, Tel. 040/30068895, www.kaiserperle.de
Carls an der Elbphilharmonie, Am Kaiserkai 69, Tel. 040/300322400, www.carls-brasserie.deInformationen:www.hafencity.com
Vielleicht darf sich die HafenCity unter diesen neuen Umständen wirklich Stadt nennen. Aber reicht es schon für 25 Stunden Ferien? Eine Nacht im 25hours und ein Tag in der City sollen die Antwort bringen, gefolgt von einer Erkundung des Nachtlebens mit den Popstars des neuen Viertels. Immerhin ziehen die fünf Jungs ja in den Keller des Hotels, zumindest zum Proben, wofür sie im Gegenzug am Feinkost-Freitag Kultur frei Haus liefern. Der Sänger Julian sieht Bedarf, sich seine neue künstlerische Heimat schönzutrinken: »Als Hamburger Jung fühl ich mich hier immer noch wie in einer fremden Stadt.«
Beim Aufwachen am Morgen blickt der Gast auf eine Tapete mit Seemannssprüchen, die Hamburg-Neulinge in die Irre führen: »Nach dem Regen kommt Sonne.« Natürlich weckt einen nicht die Sonne, sondern eher ein dezent dumpfes Stampfen. Es kommt von der Riesenbaustelle vor der Tür, die dafür sorgen wird, dass bald der Blick auf den Hafen selbst im sechsten Stock verstellt ist. Lärmphobiker sollten das Hotel bis dahin besser meiden.
Für Menschen, die gern Kräne und Bagger gucken, gibt es allerdings kaum ein besseres Ziel. Kein Wunder, dass der HafenCity Wahrzeichen und größtes Ärgernis zwar immer noch nicht fertig, aber bereits eine Riesenattraktion ist. Karten für die monatlichen Führungen über die Baustelle der Elbphilharmonie sind regelmäßig nach zehn Minuten weg. »Wir könnten hier jeden Tag 200 Leute durchschleusen, wenn wir wollten«, sagt die Pressesprecherin. Journalistentrupps dürfen auch außer der Reihe hinein und sich vor Ort überzeugen: Hier ist wirklich noch nicht viel fertig. Im künftigen Konzertsaal tropft zwischen dunkelroten Stützpfeilern Regen auf den Beton. Die Rundumaussicht auf der Plaza am westlichsten Zipfel des Viertels wird sicher mal sehr schön sein. Man kann der HafenCity einiges vorwerfen, aber nicht, dass es zu wenig Aussicht gäbe.






ist wie früher die City-Nord in Hamburg (nur ohne Wasser).
Langeweile in architektonischem Müll.
Und sehen wir uns doch mal die Elbphilharmonie richtig an, dass ist ein normaler Blockbau mit geschwungenen Fenstern und einem geschwungenen Dach. Das ist nicht etwas, worüber die Menschen lange staunen werden. Sich da mit Sydney zu vergleichen entspricht nicht dem hamburger Understatement.
Hafencity? Da ist Wilhelmsburg zukunftsträchtiger.
Man kann's wohl nicht recht machen. Nun ist Ihnen die Hafencity zu "langweilig". Andere dagegen hätten es gerne etwas dezenter, einheitlicher und weniger ausgefallen. Selbst die Elbphilharmonie haut Sie nicht vom Hocker -- weil es vielleicht nicht zu den fünf bedeutsamsten Gebäuden auf Erden gehören wird. Nun, dann denke ich, daß die hamburgischen Planer einen ganz guten Kompromiß gefunden haben. ;)
Der Vergleich zur City Nord ist etwas weit hergeholt. All die Fehler, vor allem in den Strukturen, waren bei der Hafencity ja bereits bekannt und sind berücksichtigt geworden. Recht haben sie aber damit, daß in Wilhelmsburg viel Potential vorhanden ist. Es gibt dort ja auch viel mehr Platz und vorhandene Einrichtungen. Aber Gebäude für ein paar Milliarden Euro werden Sie dort wohl eher nicht finden. Das ist auch gut.
"1. HafenCity ...
ist wie früher die City-Nord in Hamburg (nur ohne Wasser).
Langeweile in architektonischem Müll."
Erstens vergleichen Sie Äpfel mit Birnen, zweitens sahen Neubausiedlungen in den 60er Jahren auch erst einmal kalt und seelenlos aus, da man auf der Grünen Wiese gebaut hatte, es also erst einmal nichts weiter gab, außer Beton. Die gleichen Siedlungen sehen zwar architektonisch heute auch nicht viel besser aus, aber sie bekamen im Laufe der Zeit eine Seele, weil Bäume, Büsche und Pflanzen eben eine Zeit brauchen, bis sie erkennbar gewachsen sind. Da, wo ich wohne, sehen die Bilder aus den 60er und 70er Jahren ziemlich kahl aus, heute sieht man teilweise den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr. Warten Sie ein paar Jahre und Sie werden sehen, auch die Hafencity bekommt eine Seele.
Man kann's wohl nicht recht machen. Nun ist Ihnen die Hafencity zu "langweilig". Andere dagegen hätten es gerne etwas dezenter, einheitlicher und weniger ausgefallen. Selbst die Elbphilharmonie haut Sie nicht vom Hocker -- weil es vielleicht nicht zu den fünf bedeutsamsten Gebäuden auf Erden gehören wird. Nun, dann denke ich, daß die hamburgischen Planer einen ganz guten Kompromiß gefunden haben. ;)
Der Vergleich zur City Nord ist etwas weit hergeholt. All die Fehler, vor allem in den Strukturen, waren bei der Hafencity ja bereits bekannt und sind berücksichtigt geworden. Recht haben sie aber damit, daß in Wilhelmsburg viel Potential vorhanden ist. Es gibt dort ja auch viel mehr Platz und vorhandene Einrichtungen. Aber Gebäude für ein paar Milliarden Euro werden Sie dort wohl eher nicht finden. Das ist auch gut.
"1. HafenCity ...
ist wie früher die City-Nord in Hamburg (nur ohne Wasser).
Langeweile in architektonischem Müll."
Erstens vergleichen Sie Äpfel mit Birnen, zweitens sahen Neubausiedlungen in den 60er Jahren auch erst einmal kalt und seelenlos aus, da man auf der Grünen Wiese gebaut hatte, es also erst einmal nichts weiter gab, außer Beton. Die gleichen Siedlungen sehen zwar architektonisch heute auch nicht viel besser aus, aber sie bekamen im Laufe der Zeit eine Seele, weil Bäume, Büsche und Pflanzen eben eine Zeit brauchen, bis sie erkennbar gewachsen sind. Da, wo ich wohne, sehen die Bilder aus den 60er und 70er Jahren ziemlich kahl aus, heute sieht man teilweise den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr. Warten Sie ein paar Jahre und Sie werden sehen, auch die Hafencity bekommt eine Seele.
wie die Stadt ist auch ihr architektonisches Aushängeschild. Anfang des Jahrtausends ging es los mit Herrn Teheranis Glaskästen, damals und heute Fremdkörper, Ruinen des IT-Hypes. Wer möchte in Büros arbeiten, die mit ihren Vollglasfronten wie Puppenhäuser aussehen? Vermutlich Personen, deren Job ihre ausschließliche Identitätsquelle ist und die nach Büroschluss freiwillig noch weiter in der öden Gegend abhängen, in After-Work-Clubs. Denn nur, wenn jeder mitmacht, funktioniert der ganze Unsinn.
die verglasten (Puppen-)Häuser so ihre Schwierigkeiten mit dem Energiemanagement haben; Gewächshäuser für Menschen statt Tomaten.
die verglasten (Puppen-)Häuser so ihre Schwierigkeiten mit dem Energiemanagement haben; Gewächshäuser für Menschen statt Tomaten.
Man kann's wohl nicht recht machen. Nun ist Ihnen die Hafencity zu "langweilig". Andere dagegen hätten es gerne etwas dezenter, einheitlicher und weniger ausgefallen. Selbst die Elbphilharmonie haut Sie nicht vom Hocker -- weil es vielleicht nicht zu den fünf bedeutsamsten Gebäuden auf Erden gehören wird. Nun, dann denke ich, daß die hamburgischen Planer einen ganz guten Kompromiß gefunden haben. ;)
Der Vergleich zur City Nord ist etwas weit hergeholt. All die Fehler, vor allem in den Strukturen, waren bei der Hafencity ja bereits bekannt und sind berücksichtigt geworden. Recht haben sie aber damit, daß in Wilhelmsburg viel Potential vorhanden ist. Es gibt dort ja auch viel mehr Platz und vorhandene Einrichtungen. Aber Gebäude für ein paar Milliarden Euro werden Sie dort wohl eher nicht finden. Das ist auch gut.
Da gibt es die Elbphilharmonie, wo die Steuergelder verschwendet werden und städtebauliche Konzeptlosigkeit, wo vielleicht nur die Gesichtslosigkeit vor geschichtsträchtiger Kulisse die Ideenlosigkeit überdecken soll.
Es wurde eher wirtschaftliche als architektonische Gründe im Fordergrund gestanden, als man sich für diese Bauten entschied. Ich finde zwar einige Kopien von Gebäuden aus Rio de Janeiro und London, aber halt kein Konzept.
Da gibt es die Elbphilharmonie, wo die Steuergelder verschwendet werden und städtebauliche Konzeptlosigkeit, wo vielleicht nur die Gesichtslosigkeit vor geschichtsträchtiger Kulisse die Ideenlosigkeit überdecken soll.
Es wurde eher wirtschaftliche als architektonische Gründe im Fordergrund gestanden, als man sich für diese Bauten entschied. Ich finde zwar einige Kopien von Gebäuden aus Rio de Janeiro und London, aber halt kein Konzept.
das Elbufer von Altona bis HafenCity architektonisch völlig verunstaltet, verglast.
Und dennoch stehen sämtliche Verursacher fröhlich unter der Schulter-Klopfmaschine.
"Nicht jedem erschließt sich die schimmernde Perlenoptik mit den Löchern drin, die stilisierte Stimmgabeln darstellen."
-----
So wird in Hamburg jedes architektonische Verbrechen gerechtfertig.
jeder architektonischer Müll oder Kitsch verweist hier auf irgendwas maritimes wie Segel oder Schiffsbüge. Hier sind die optik-zerstörenden Löcher in der Fassade also "stilisierte Stimmgabeln".
Vermutlich sind diese Löcher aus einer nutzungsbegründeten Notwendigkeit in der Fassade ... im zur Schau gestellten Architektur-Entwurf waren Sie meiner Erinnerung nach nicht enthalten. "Stilisierte Stimmgabeln", unglaublich. Eckige Löcher wären besser.
So schlecht, so schlicht.
Wie schlecht, wie schlicht.
Da gibt es die Elbphilharmonie, wo die Steuergelder verschwendet werden und städtebauliche Konzeptlosigkeit, wo vielleicht nur die Gesichtslosigkeit vor geschichtsträchtiger Kulisse die Ideenlosigkeit überdecken soll.
Es wurde eher wirtschaftliche als architektonische Gründe im Fordergrund gestanden, als man sich für diese Bauten entschied. Ich finde zwar einige Kopien von Gebäuden aus Rio de Janeiro und London, aber halt kein Konzept.
die verglasten (Puppen-)Häuser so ihre Schwierigkeiten mit dem Energiemanagement haben; Gewächshäuser für Menschen statt Tomaten.
Ich versteh nicht, wie man sich ständig über die HafenCit aufregen kann, immerhin ist es ein richtiger Weg die Gentrifizierung zwar nicht aufzuhalten, aber immerhin zu verlangsamen.
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren