HafenCity Hamburg Alles am Fluss
In der HafenCity hat das erste Hotel eröffnet. Was Besucher in Hamburgs neuem Stadtteil erleben können.
© Kay Nietfeld dpa/lno

Besucher genießen die Sonne in der HafenCity.
Die Erwartungen sind bescheiden. Das Gebäude ist backsteinig-bieder, so eines von der Sorte, in denen man ein Etap- oder vielleicht ein Ibis-Hotel vermutet. Zudem liegt es mitten im Herzen der HafenCity, des Orts, von dem es in Hamburg immer heißt, er sei tot oder, freundlicher: steril. Vor der Tür aber stehen Menschen im Nieselregen Schlange, die nicht so aussehen, als ob sie das häufig tun. Und ein echter Shanty-Chor, der sich an der frischen Seeluft einbrummt.
Grund für die Party: Das 25hours HafenCity, auch »Seemannsheim« genannt, macht auf – das erste Hotel im jüngsten Viertel der Stadt. Touristen müssen nun nicht mehr bei Einbruch der Dunkelheit flüchten, sie finden fortan ein Bett zwischen Elbe und Speicherstadt.
Drinnen stehen sich die Leute schon auf den Füßen. In der Lobby prangt als Wandverkleidung die Vorderseite eines Frachtcontainers, riesige Bojen stehen im Holzregal an der Fensterfront, ein Stapel alter Perser macht auf Sofa. Ein bisschen bemüht, das alles, aber die Bemühungen waren durchaus erfolgreich. Im Aufzug fährt es sich wie in einer Holzverladekiste, das Hafengefühl soll den Gast beim Etagenwechsel nicht verlassen. Oben im sechsten Stock riecht es nach frischem Holz. Hinter der anderen Hälfte des Containers ist eine Sauna eingerichtet. Pressefotografen nutzen die Frischluftterrasse, um Menschen abzulichten, die man von irgendwoher zu kennen meint, darunter eine Frau mit einer interessanten Miniberglampe auf dem Kopf. Für den Glamourfaktor der Party spricht, dass manche Gäste sogar aus Sylt angereist sind. »Vor der Autofähre hat es sich gestaut«, berichtet eine Insulanerin auf dem Rückweg ins Erdgeschoss. Wie es sich für ein Szenehotel gehört, hat das Seemannsheim eine eigene Band, sie heißt Feinkost. H.P. Baxxter von der Umta-Umta-Band Scooter ist auch da, aber die fünf Jungs schaffen es zum Glück ohne seine Unterstützung. Der Shanty-Chor (»man kennt uns aus dem Fernsehen«) muss natürlich einstimmen.
- HafenCity: Anreise und Unterkunft
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Mit der Buslinie 6 vom Hamburger Hauptbahnhof. Die Elbphilharmonie erreicht man am besten mit der U-Bahn-Linie 3, Haltestelle Baumwall.
25 hours Hotel HafenCity, Überseeallee 5, Tel. 040/2577770, www.25hours-hotels.com/hafencity, DZ ab 105 Euro
- Museum
Kaispeicher B, Koreastraße 1, Tel. 040/30092300. Eintritt: 12 Euro, ermäßigt 8,50 Euro. Öffnungszeiten: Di–So 10 bis 18 Uhr, Do bis 20 Uhr, www.imm-Hamburg.de
- Verpflegung
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Chilli Club am Sandtorkai, Am Sandtorkai 54, Tel. 040/357035, www.chilliclub.de/hamburg
Kaiserperle, Am Kaiserkai 47, Tel. 040/30068895, www.kaiserperle.de
Carls an der Elbphilharmonie, Am Kaiserkai 69, Tel. 040/300322400, www.carls-brasserie.deInformationen:www.hafencity.com
Vielleicht darf sich die HafenCity unter diesen neuen Umständen wirklich Stadt nennen. Aber reicht es schon für 25 Stunden Ferien? Eine Nacht im 25hours und ein Tag in der City sollen die Antwort bringen, gefolgt von einer Erkundung des Nachtlebens mit den Popstars des neuen Viertels. Immerhin ziehen die fünf Jungs ja in den Keller des Hotels, zumindest zum Proben, wofür sie im Gegenzug am Feinkost-Freitag Kultur frei Haus liefern. Der Sänger Julian sieht Bedarf, sich seine neue künstlerische Heimat schönzutrinken: »Als Hamburger Jung fühl ich mich hier immer noch wie in einer fremden Stadt.«
Beim Aufwachen am Morgen blickt der Gast auf eine Tapete mit Seemannssprüchen, die Hamburg-Neulinge in die Irre führen: »Nach dem Regen kommt Sonne.« Natürlich weckt einen nicht die Sonne, sondern eher ein dezent dumpfes Stampfen. Es kommt von der Riesenbaustelle vor der Tür, die dafür sorgen wird, dass bald der Blick auf den Hafen selbst im sechsten Stock verstellt ist. Lärmphobiker sollten das Hotel bis dahin besser meiden.
Für Menschen, die gern Kräne und Bagger gucken, gibt es allerdings kaum ein besseres Ziel. Kein Wunder, dass der HafenCity Wahrzeichen und größtes Ärgernis zwar immer noch nicht fertig, aber bereits eine Riesenattraktion ist. Karten für die monatlichen Führungen über die Baustelle der Elbphilharmonie sind regelmäßig nach zehn Minuten weg. »Wir könnten hier jeden Tag 200 Leute durchschleusen, wenn wir wollten«, sagt die Pressesprecherin. Journalistentrupps dürfen auch außer der Reihe hinein und sich vor Ort überzeugen: Hier ist wirklich noch nicht viel fertig. Im künftigen Konzertsaal tropft zwischen dunkelroten Stützpfeilern Regen auf den Beton. Die Rundumaussicht auf der Plaza am westlichsten Zipfel des Viertels wird sicher mal sehr schön sein. Man kann der HafenCity einiges vorwerfen, aber nicht, dass es zu wenig Aussicht gäbe.
© Bodo Marks dpa/lno

Eine Barkasse fährt durch den Magdeburger Hafen in der HafenCity.
Die meisten Touristen müssen sich vorerst mit dem Modell der Philharmonie im kleinen Pavillon begnügen. Der Mann, der dort sitzt, hat drei Dinge zu sagen: 2150. 2013. Und: Nein. So viele Leute passen in den Konzertsaal, dann soll der Bau fertig werden (wobei nach letztem Stand in dieser Sache selbst 2014 utopisch wird), und: Nein, da wird keine Folie vom Gebäude gezogen, »das soll so«. Nicht jedem erschließt sich die schimmernde Perlenoptik mit den Löchern drin, die stilisierte Stimmgabeln darstellen.
Optisch weniger umstritten sind die Terrassen im Zentrum der HafenCity, benannt nach Ferdinand Magellan und Marco Polo. Von ihren Bänken oder Stufen kann man auf den Grasbrook- und den Sandtorhafen schauen, wo alte Segelboote im Wasser ruhen. Touristen machen hier Fotos, Arbeiter ihre Mittagspause. Manchmal wird auf den Steinflächen auch Tango getanzt oder kopfgestanden (im Yoga-Unterricht).
Über alldem wacht der verschachtelte Apartment-Komplex Marco Polo Tower mit seinen wellenhaften Rundungen, gebaut vom kürzlich verstorbenen Architekten Günter Behnisch. In der Werbung fürs Wohnen in der HafenCity wird die Elbe gern mit einem tiefen Azurblau veredelt, das sich heute gerade mal nicht zeigt. Zur Höhe des Turms passen die Preise. In der HafenCity können 40 Quadratmeter am oberen Ende schon mal 1.200 Euro warm kosten. Da bleibt man vielleicht doch lieber Gast auf Zeit. Für Hamburger lohnt es sich, auf einen Imbiss direkt am Wasser in der kleinen Kaiserperle vorbeizuschauen. Lecker ist auch der Flammkuchen im Kaffeehaus Klein und Kaiserlich.
Wer sich erschlagen fühlt von der örtlichen Architektur, die einem dieses Gefühl von Kleinsein vermittelt, wie es sonst nur Kirchen vermögen, der sollte genau dort hingehen – in die Kirche. Sie liegt hinter einem grauen Klotz des IT-Unternehmens SAP nicht weit von den Marco-Polo-Terrassen. Ein kleiner Container aus Glas, Holz und Pressspan, an dem Pastorin Antje Heider-Rottwilm eine Glocke läutet. 15 Minuten raus aus Baulärm und Trubel, ein bisschen Klezmermusik, ein paar Worte, viel Stille. Ein Besucher kommt aus dem Büro mit Laptop unterm Arm, ein anderer direkt von der Baustelle, zwei Touristen sind auch da. Es gibt Tage, an denen die Pastorin sich allein mit ihrem Mann wiederfindet in dem Raum mit der großen verwitterten Schiffsplanke, die als Altar dient. Dann wieder genügen die 18 Plätze nicht. Auch im geplanten Neubau der Ökumene in der Shanghaiallee im Osten der HafenCity wird die integrierte Kapelle überschaubar bleiben, der Rohbau steht schon.
Neben dem Kirchencontainer wiegen sich in einem umzäumten Kreis ein paar Halme und Wiesenblumen im Wind und machen erst so richtig bewusst, wie wenig Grün hier noch ist. Aber die Stadt arbeitet daran, das zu ändern. Überall finden sich zarte Bäumchen, die zum Schutz noch einen Mantel aus Reisig tragen. Die Bäume braucht es auch für Vögel und die Vögel für oder vielmehr gegen die Spinnen, denen es in der HafenCity von Anfang an gefiel. Vor einigen Jahren sammelten Biologen auf einem Quadratmeter schon mal 70 Exemplare der Sorte Brückenspinne ein. Mittlerweile sind die Tiere auf dem langsamen Rückzug. »Wir sind verschont, aber viele unserer Nachbarn müssen, zurück aus dem Urlaub, erst mal den Balkon frei fegen«, erzählt die Pastorin.
Ein bisschen Natur ist überall zu finden; zu Füßen von Claas Störtebeker, nahe dem Maritimen Museum, haben sich wilde Pilze angesiedelt. Das Museum im Zentrum der HafenCity eignet sich gut als Rückzugsort bei maritimer Witterung. Schon allein der Breitbandleinwand wegen, auf der sich nichts als Wellen rauschend brechen, immer wieder von vorn und doch nie gleich. Es ist ein Geschichten erzählendes Museum, in dem die Holzplanken unter den Füßen so schön quietschen, als sei man auf hoher See. Kompasse, Karten und Fahnen aus vergangenen Zeiten lassen sich hier studieren. Bei der ultimativen Urlaubsentschleunigung hilft ein Plausch mit den Schiffsmodellbauern, die in der Werkstatt gerade die Endeavour von James Cook im Maßstab 1:60 zusammenfieseln.
Zurück zum Hotel, auf ins Nachtleben. Julian, Fabio, Leo, Sandro und Michele, alle Mitte bis Ende 20, trudeln ein. Sänger Julian kommt fast rockstarmäßig achteinhalb Minuten zu spät, in seiner Tasche ist ein krümeliges Brötchen. Er traut der gastronomischen Versorgung hier offenbar noch nicht so ganz. Die erste Trinkstation ist die Heimat Bar im 25hours. Nach einer Runde Grundlagenessen kommt Bio-Rotwein auf den Tisch. Gitarrist Leo versucht derweil, die Barlage in der Umgebung zu eruieren, aber sein iPhone zeigt nur eine weiße Seite an.
Vor der Tür scheint zur Abwechslung ein bisschen Restsonne, und sofort stellt man fest: Das Abendlicht steht der HafenCity, es haucht den architektonisch anspruchsvollen Betonblöcken ein bisschen Wärme ein. Die Band wandert auf Verdacht in Richtung Terrassen, vorbei an einer Galerie mit der Aufschrift Meisterbildhauer Simbabwe. »Seltsame Läden«, sagt Julian. Der nicht ganz so überzeugende Bio-Rotwein hat seinen ersten Eindruck von dem Viertel entscheidend geprägt: »Beide sind teuer und etwas charakterlos.«
© Kay Nietfeld dpa/lno

Die Elbphilharmonie am Abend
Hinter der Glasfassade an den Marco-Polo-Terrassen schummert noch Licht. »Chilli Club« klingt vielversprechend. Ebenerdig hängt ein Schild an der Tür: »Bitte den Haupteingang nutzen.« Der liegt am Ende einer steilen Treppe. An der Sushibar sitzt ein Pärchen, auf dem Schoß haben sie Hunde im kleineren Handtaschenformat. Im hinteren Teil des Restaurants verbirgt sich eine Lounge mit schwarzen Sitzklötzen und großen Kissen. Fabio lässt sich fallen und verstaucht sich dabei fast den Rücken. Vielleicht sitzen die erfolgreichen, hart arbeitenden Menschen, die man hier vermutet, auch in ihrer Freizeit lieber hart. Die Cocktails kosten 8,50 Euro, dafür wurde beim Mojito nicht an Zucker gespart. Der Fernseher im Hintergrund zeigt, passend zu Micheles Grasshopper, Riesenheuschrecken und andere wilde Tiere. An den schwarzen Wänden sind eindeutig ein paar Flecken. Irgendwann muss hier gefeiert worden sein.
Früher sei es trostlos gewesen, sagt die Besitzerin der Minihunde, eine Anwältin. Sie wohnt schon seit 2005 hier. »Im ersten Sommer hab ich mich verliebt in die HafenCity, im Winter darauf hatte ich die erste Krise.« Nun, wo es Bars wie diese gebe, sei sie versöhnt. Vielleicht lehrt einen dieser Stadtteil doch Demut.
Ohne Menschen sind die Terrassen der Entdecker fast noch schöner. Mondlicht glitzert im Wasser und in den verglasten Balkonen der Klinkerbauten, die übers Wasser ragen. »Ich weiß nicht ein noch aus, ich bin hier nicht zu Haus«, zitiert Julian sich selbst aus dem Feinkost-Lied Herzrasen.
Wohin jetzt? Vielleicht ins Carls nahe der Elbphilharmonie. Vorher noch ein Schlenker an die Elbe. In der Auslage vom Unileverhaus mit Markenshop hat Julian Du darfst, Knorr und Langnese entdeckt: »So stellt man sich das vor, den Konsum des Hipsters in der HafenCity. Und ab und an gönnt er sich dann auch mal ein Eis.«
Am Wasser steht Der Anker des Lebens von Hinz und Kunzt, ein stilisierter Schiffsanker aus schwerem Guss. Menschen, die ihr Testament dem Obdachlosen-Magazin widmen, bekommen eine Plakette auf den Anker gesetzt. Daneben auf einer sandigen Wiese etwas verloren ein Kunstwerk, ein grünes Gerüst. Bassist Michele klettert hoch.
Auf der Elbpromenade weht einem Seeluft in die Nase. Blinkende Lichter unter rosadunstigem Himmel. Die Elbe schwappt friedlich vor sich hin. Es riecht nach Urlaub. In solchen Momenten macht die HafenCity einen schwach. »Vielleicht doch nicht so schlecht, hier zu wohnen«, sagt Julian.
Das Café im Unileverhaus hat natürlich schon zu, und am Ende der Kaimauer liegt ein pfützenübersäter Parkplatz. Sieht nach einer Sackgasse aus, aber es findet sich doch noch ein Weg. Endlich angekommen im Carls. Bloß Gäste sind keine mehr da. Der Kellner winkt von drinnen durch die Glasscheibe ab: geschlossen! Um 22.30 Uhr klappt die HafenCity die Bürgersteige hoch. Irgendwann sollen hier einmal 12.000 Menschen wohnen und 45.000 arbeiten. Aber mindestens so lange, wie die Elbphilharmonie nicht fertig wird, muss gut zu Fuß sein, wer sich hier betrinken will.
Während einzelne Bandmitglieder verkünden, längst schon wieder nüchtern zu sein, geht die Wanderung parallel zur Speicherstadt an riesigen Bürobauten vorbei. Wie gut, dass das 25hours wegen seines Namens überhaupt nie zumachen darf. In der Heimat Bar sitzen tatsächlich noch ein Mann und zwei Frauen auf dem Teppichstapel – Party! Julian lässt das neueste Lied der Band auflegen, Wenn du wiederkommst. »Betrunken klingt es immer zu schnell, aber es ist genau richtig«, sagt er. Zwei Gin Tonic und eine Ramazzotti-Runde später die Erkenntnis: Wer sich hier betrinken will, darf sich einfach nicht vom Fleck bewegen. Oder er muss später wiederkommen.
- Datum 25.08.2011 - 06:37 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 25.8.2011 Nr. 35
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ist wie früher die City-Nord in Hamburg (nur ohne Wasser).
Langeweile in architektonischem Müll.
Und sehen wir uns doch mal die Elbphilharmonie richtig an, dass ist ein normaler Blockbau mit geschwungenen Fenstern und einem geschwungenen Dach. Das ist nicht etwas, worüber die Menschen lange staunen werden. Sich da mit Sydney zu vergleichen entspricht nicht dem hamburger Understatement.
Hafencity? Da ist Wilhelmsburg zukunftsträchtiger.
Man kann's wohl nicht recht machen. Nun ist Ihnen die Hafencity zu "langweilig". Andere dagegen hätten es gerne etwas dezenter, einheitlicher und weniger ausgefallen. Selbst die Elbphilharmonie haut Sie nicht vom Hocker -- weil es vielleicht nicht zu den fünf bedeutsamsten Gebäuden auf Erden gehören wird. Nun, dann denke ich, daß die hamburgischen Planer einen ganz guten Kompromiß gefunden haben. ;)
Der Vergleich zur City Nord ist etwas weit hergeholt. All die Fehler, vor allem in den Strukturen, waren bei der Hafencity ja bereits bekannt und sind berücksichtigt geworden. Recht haben sie aber damit, daß in Wilhelmsburg viel Potential vorhanden ist. Es gibt dort ja auch viel mehr Platz und vorhandene Einrichtungen. Aber Gebäude für ein paar Milliarden Euro werden Sie dort wohl eher nicht finden. Das ist auch gut.
"1. HafenCity ...
ist wie früher die City-Nord in Hamburg (nur ohne Wasser).
Langeweile in architektonischem Müll."
Erstens vergleichen Sie Äpfel mit Birnen, zweitens sahen Neubausiedlungen in den 60er Jahren auch erst einmal kalt und seelenlos aus, da man auf der Grünen Wiese gebaut hatte, es also erst einmal nichts weiter gab, außer Beton. Die gleichen Siedlungen sehen zwar architektonisch heute auch nicht viel besser aus, aber sie bekamen im Laufe der Zeit eine Seele, weil Bäume, Büsche und Pflanzen eben eine Zeit brauchen, bis sie erkennbar gewachsen sind. Da, wo ich wohne, sehen die Bilder aus den 60er und 70er Jahren ziemlich kahl aus, heute sieht man teilweise den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr. Warten Sie ein paar Jahre und Sie werden sehen, auch die Hafencity bekommt eine Seele.
Man kann's wohl nicht recht machen. Nun ist Ihnen die Hafencity zu "langweilig". Andere dagegen hätten es gerne etwas dezenter, einheitlicher und weniger ausgefallen. Selbst die Elbphilharmonie haut Sie nicht vom Hocker -- weil es vielleicht nicht zu den fünf bedeutsamsten Gebäuden auf Erden gehören wird. Nun, dann denke ich, daß die hamburgischen Planer einen ganz guten Kompromiß gefunden haben. ;)
Der Vergleich zur City Nord ist etwas weit hergeholt. All die Fehler, vor allem in den Strukturen, waren bei der Hafencity ja bereits bekannt und sind berücksichtigt geworden. Recht haben sie aber damit, daß in Wilhelmsburg viel Potential vorhanden ist. Es gibt dort ja auch viel mehr Platz und vorhandene Einrichtungen. Aber Gebäude für ein paar Milliarden Euro werden Sie dort wohl eher nicht finden. Das ist auch gut.
"1. HafenCity ...
ist wie früher die City-Nord in Hamburg (nur ohne Wasser).
Langeweile in architektonischem Müll."
Erstens vergleichen Sie Äpfel mit Birnen, zweitens sahen Neubausiedlungen in den 60er Jahren auch erst einmal kalt und seelenlos aus, da man auf der Grünen Wiese gebaut hatte, es also erst einmal nichts weiter gab, außer Beton. Die gleichen Siedlungen sehen zwar architektonisch heute auch nicht viel besser aus, aber sie bekamen im Laufe der Zeit eine Seele, weil Bäume, Büsche und Pflanzen eben eine Zeit brauchen, bis sie erkennbar gewachsen sind. Da, wo ich wohne, sehen die Bilder aus den 60er und 70er Jahren ziemlich kahl aus, heute sieht man teilweise den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr. Warten Sie ein paar Jahre und Sie werden sehen, auch die Hafencity bekommt eine Seele.
wie die Stadt ist auch ihr architektonisches Aushängeschild. Anfang des Jahrtausends ging es los mit Herrn Teheranis Glaskästen, damals und heute Fremdkörper, Ruinen des IT-Hypes. Wer möchte in Büros arbeiten, die mit ihren Vollglasfronten wie Puppenhäuser aussehen? Vermutlich Personen, deren Job ihre ausschließliche Identitätsquelle ist und die nach Büroschluss freiwillig noch weiter in der öden Gegend abhängen, in After-Work-Clubs. Denn nur, wenn jeder mitmacht, funktioniert der ganze Unsinn.
die verglasten (Puppen-)Häuser so ihre Schwierigkeiten mit dem Energiemanagement haben; Gewächshäuser für Menschen statt Tomaten.
die verglasten (Puppen-)Häuser so ihre Schwierigkeiten mit dem Energiemanagement haben; Gewächshäuser für Menschen statt Tomaten.
Man kann's wohl nicht recht machen. Nun ist Ihnen die Hafencity zu "langweilig". Andere dagegen hätten es gerne etwas dezenter, einheitlicher und weniger ausgefallen. Selbst die Elbphilharmonie haut Sie nicht vom Hocker -- weil es vielleicht nicht zu den fünf bedeutsamsten Gebäuden auf Erden gehören wird. Nun, dann denke ich, daß die hamburgischen Planer einen ganz guten Kompromiß gefunden haben. ;)
Der Vergleich zur City Nord ist etwas weit hergeholt. All die Fehler, vor allem in den Strukturen, waren bei der Hafencity ja bereits bekannt und sind berücksichtigt geworden. Recht haben sie aber damit, daß in Wilhelmsburg viel Potential vorhanden ist. Es gibt dort ja auch viel mehr Platz und vorhandene Einrichtungen. Aber Gebäude für ein paar Milliarden Euro werden Sie dort wohl eher nicht finden. Das ist auch gut.
Da gibt es die Elbphilharmonie, wo die Steuergelder verschwendet werden und städtebauliche Konzeptlosigkeit, wo vielleicht nur die Gesichtslosigkeit vor geschichtsträchtiger Kulisse die Ideenlosigkeit überdecken soll.
Es wurde eher wirtschaftliche als architektonische Gründe im Fordergrund gestanden, als man sich für diese Bauten entschied. Ich finde zwar einige Kopien von Gebäuden aus Rio de Janeiro und London, aber halt kein Konzept.
Da gibt es die Elbphilharmonie, wo die Steuergelder verschwendet werden und städtebauliche Konzeptlosigkeit, wo vielleicht nur die Gesichtslosigkeit vor geschichtsträchtiger Kulisse die Ideenlosigkeit überdecken soll.
Es wurde eher wirtschaftliche als architektonische Gründe im Fordergrund gestanden, als man sich für diese Bauten entschied. Ich finde zwar einige Kopien von Gebäuden aus Rio de Janeiro und London, aber halt kein Konzept.
das Elbufer von Altona bis HafenCity architektonisch völlig verunstaltet, verglast.
Und dennoch stehen sämtliche Verursacher fröhlich unter der Schulter-Klopfmaschine.
"Nicht jedem erschließt sich die schimmernde Perlenoptik mit den Löchern drin, die stilisierte Stimmgabeln darstellen."
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So wird in Hamburg jedes architektonische Verbrechen gerechtfertig.
jeder architektonischer Müll oder Kitsch verweist hier auf irgendwas maritimes wie Segel oder Schiffsbüge. Hier sind die optik-zerstörenden Löcher in der Fassade also "stilisierte Stimmgabeln".
Vermutlich sind diese Löcher aus einer nutzungsbegründeten Notwendigkeit in der Fassade ... im zur Schau gestellten Architektur-Entwurf waren Sie meiner Erinnerung nach nicht enthalten. "Stilisierte Stimmgabeln", unglaublich. Eckige Löcher wären besser.
So schlecht, so schlicht.
Wie schlecht, wie schlicht.
Da gibt es die Elbphilharmonie, wo die Steuergelder verschwendet werden und städtebauliche Konzeptlosigkeit, wo vielleicht nur die Gesichtslosigkeit vor geschichtsträchtiger Kulisse die Ideenlosigkeit überdecken soll.
Es wurde eher wirtschaftliche als architektonische Gründe im Fordergrund gestanden, als man sich für diese Bauten entschied. Ich finde zwar einige Kopien von Gebäuden aus Rio de Janeiro und London, aber halt kein Konzept.
die verglasten (Puppen-)Häuser so ihre Schwierigkeiten mit dem Energiemanagement haben; Gewächshäuser für Menschen statt Tomaten.
Ich versteh nicht, wie man sich ständig über die HafenCit aufregen kann, immerhin ist es ein richtiger Weg die Gentrifizierung zwar nicht aufzuhalten, aber immerhin zu verlangsamen.
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