Dreigliedriges Schulsystem: Uns braucht keiner
Der Hauptschulabschluss hat einen üblen Ruf. Wer nicht mehr vorweisen kann, muss sich auf viele Absagen gefasst machen. Unsere Autorin hat drei Hauptschulabgänger zwei Jahre lang begleitet.
Sie haben alles versucht, um aus diesem Tag etwas Besonderes zu machen. Ein letztes Mal sitzen Michelle Mohr, Ivan Chapanidi und Florian Barthold in ihrer Aula. Sie sind drei von 97 Schülern, die heute die Hauptschule Wuppertal-Wichlinghausen verlassen.
Es ist ein warmer Tag im Juni 2009. Michelle hält eine Rose in der Hand, das kurze blonde Haar hat sie toupiert. Florian, der sonst gern Muskelshirts trägt, hat sich ein Hemd angezogen. Und Ivan war extra beim Friseur. So sorgfältig geschnitten wie heute werden seine dunklen Haare in den nächsten zwei Jahren nie wieder sein. Um die schmalen Hüften trägt er seinen Lieblingsgürtel, die Metallschnalle hat er bei einem Praktikum selbst gemacht.
Auf ihren Knien haben die Schüler ein Geschenk ihrer Lehrer: ein Foto, das sie an ihrem ersten Hauptschultag zeigt. Es ist nicht lange her, dass sie diese Kinder waren, die mit großen Augen in die Kamera schauten. Jetzt sitzen sie da und wollen erwachsen werden.
Michelle, die heute noch ein kindlich rundes Gesicht hat, fast wie auf dem Foto, die aber oft so verloren blickt, dass man sie am liebsten an die Hand nehmen mag. Der hübsche, bleiche Ivan, dessen Körper schon die Maße eines Mannes hat, dessen Gesichtszüge aber noch die eines Jungen sind. Und Florian, der seinen eigenen Kopf hat, der nie das tut, was alle machen, und oft auch nicht das, was von ihm verlangt wird.
Die drei haben in diesem letzten Schuljahr oft davon geträumt, wie ihr Leben aussehen soll. Die 16-jährige Michelle wünscht sich einen sicheren Job, am liebsten in einem Blumenladen. Sie hat sich gerade verliebt. Mit ihrem Freund hätte sie gern eine Wohnung und Geld auf dem eigenen Konto.
Ivan, 17, träumt von einer Maschine – einer wie der, mit der er die Metallschnalle an seinem Gürtel gemacht hat. Mit Maschinen muss man nicht sprechen. Vielleicht schätzt Ivan, dem man die Kindheit in Kasachstan noch am rollenden R anhört, sie deshalb so. Etwas mit den Händen zu schaffen, das sei das Größte, sagt er.
Florian kann lange über seine Träume sprechen. Der 17-Jährige denkt in großen Kategorien. Er will seine Familie und sein Land vor Gefahren schützen, sagt er. Der Mann seiner älteren Schwester ist bei der Bundeswehr, auch Florian will Soldat werden, weil er glaubt, dass all das, was er sich wünscht, dann möglich ist. Von den Eltern der drei ist niemand arbeitslos, sie sind Verkäufer, Arbeiter, Michelles Mutter macht einen Minijob. Vom Staat leben – das wollen Michelle, Ivan und Florian auf keinen Fall.
Die drei gehören als Hauptschulabsolventen zu einer schwindenden Spezies. Die Schulform, die einmal zwei von drei deutschen Kindern auf das Berufsleben vorbereitete, existiert seit ein paar Jahren nur noch in fünf Bundesländern. In Nordrhein-Westfalen, wo die drei leben, gehen gerade einmal neun Prozent jedes Jahrgangs in die Hauptschule. Restschule nennen sie viele.
80 Prozent der Hauptschüler glauben, dass sie für dumm gehalten werden. Dabei kommen die Schulstudien Iglu und Pisa seit Jahren zu dem Ergebnis, dass in der Grundschule die Leistungen der Schüler noch relativ nahe beieinander sind, zwischen einem späteren Hauptschüler und einem künftigen Gymnasiasten liegen in der Regel nicht, wie vielfach vermutet, Welten.
Den Lehrern fällt es offensichtlich schwer, zu entscheiden, wer auf welche Schule soll. 30 bis 50 Prozent der Schulempfehlungen in der vierten Klasse seien falsch, sagen Wissenschaftler, sie entsprächen nicht der Leistung der Schüler. Vor allem Kinder von Nichtakademikern werden oft auf die Hauptschule geschickt, obwohl sie mit den anderen hätten mithalten können.
Michelle hat rote Wangen, als sie ihr Zeugnis abholt. Es ist gut. »Englisch: 2, Deutsch: 2. Ich finde das Hammer«, sagt sie. Ivan hat gute Noten in Mathe und Technik. Allerdings saß er oft nicht beim ersten Gong in der Klasse. Florian hat den Abschluss gerade so geschafft. Aber auch er fühlt sich bereit, jetzt eine Lehre zu beginnen.
Direktor Volker Zimmermann erzählt nach der Rede auf der Abschlussfeier, gestern sei er noch einmal durch die Klassen gegangen und habe alle 97 gefragt, in welchem Betrieb sie ihre Ausbildung beginnen würden. »Das, was ich gehört habe, war eine Katastrophe«, sagt er. Kein einziger seiner Schüler hatte eine feste Zusage für eine Lehrstelle.





Wo sind die klugen Leute in diesem Land, die anpacken und diesen
jungen Leuten eine Chance und ggf. auch einfach eine Hand und
eine Hilfe anbieten?
Sie einfach wieder mitnehmen in diese Gesellschaft, als
arrogant auf dem Finger auf sie zu zeigen.
Es wäre wünschenswert und sinnvoll, wenn auch die örtliche und regionale Wirtschaft (z. B. über die IHK und die HWK) in den Curricula wie in den konkreten Notengebungen und Versetzungen ein Mitspracherecht erhielte, so dass nicht so viele Schüler wie gegenwärtig am tatsächlichen ökonomischen Bedarf vorbei oder in falschen Bildungswegen produziert würden.
In diesem Zusammenhang könnte eine Abschaffung der allgemeinen Schulpflicht und ein finanzieller Pflichtbeitrag für Bildungswillige (allgemein als Schulgeld bekannt) gute Dienste leisten.
Bekanntlich hat nur das einen Wert, was auch seinen (finanziellen) Preis hat.
"Es wäre wünschenswert und sinnvoll, wenn auch die örtliche und regionale Wirtschaft (z. B. über die IHK und die HWK) in den Curricula wie in den konkreten Notengebungen und Versetzungen ein Mitspracherecht erhielte, so dass nicht so viele Schüler wie gegenwärtig am tatsächlichen ökonomischen Bedarf vorbei oder in falschen Bildungswegen produziert würden."
Naja, Wirtschaft in die Schulbildung heineinagieren zu lassen ist sehr zweischneidig. Was Sie schreiben, mag zwar anfangs recht schlüssig gelten, aber zwischen Einschulung und Abschluss vergehen viele Jahre, in denen sich die Nachfrage stark umkrempeln kann. Außerdem sollte man bedenken: In die Schule gehen Kinder! Viele empfinden schon die Schule selbst als Gängelung - wenn man ihnen dann auch noch wirtschaftliche Interessen vor die Nase setzt, wäre das der absolute Abschuss; ganz zu schweigen davon, dass sie sich nicht nach ihrem Charakter, sondern nach der Nachfrage der Märkte entwickeln müssten, was schon menschenrechtlich bedenklich ist!
"In diesem Zusammenhang könnte eine Abschaffung der allgemeinen Schulpflicht und ein finanzieller Pflichtbeitrag für Bildungswillige (allgemein als Schulgeld bekannt) gute Dienste leisten."
Gerade das nicht! Wollen wir noch mehr und noch krasser gescheiterte Schicksale produzieren? Abgesehen davon hängt dann die Zukunft nicht nur von der Bildungswilligkeit ab, sondern vom Geldbeutel der Eltern!
"Bekanntlich hat nur das einen Wert, was auch seinen (finanziellen) Preis hat."
Zukunft??
Werter Freiheitsfreund,
Sie sprechen mir ja beinahe aus der Seele! Wie ungern ich 14 Jahre meines Lebens verplempert habe (Ehrenrunde eingerechnet), mir dieses oftmals (vor allem für die lokale Wirtschaft) unnützes Wissen eintrichtern zu lassen! Ich wurde beinahe dazu gezwungen, Ihnen nun dies zu schreiben:
Bitte stellen Sie sich einmal vor, ich wäre ein südostasiatischer Kleinbauer mit fünf Töchtern. Eine Bande von Bordellbesitzern würde zu sagen haben, was diese zu wissen und zu können hätten und was nicht.
Das ist zugegebenermassen ein Extrembeispiel. Halt meine Art, mit Konjunktiv umzugehen.
Meine Antithese: Schule darf nicht nur marktwirtschaftlich gedacht werden. Sie soll den Lernenden einen Zugang zu Wissen und zu Fähigkeiten verschaffen, die ihnen ein würdiges Dasein ermöglichen.
Gegebenenfalls also auch entgegen den Vorstellungen derjenigen, die gesellschaftlich und ökonomisch das Sagen haben.
Was Sie da denken und schreiben ist völlig vorbei an der Realität.
Das mag, das nett sein in Theorie, in der Realität scheiter es schon bei ersten Tests.
Der Reihe nach:
Wie stellen Sie sich bitte die Notenvergabe durch die Wirtschaft in den allgemeinbildeden Schulen vor?
Was verstehen sie bitte unter "Bedarf", wer definiert den wie?
Nur mal um einige grundsätzliche Sachen anzusprechen, ihre Ideen würden in die Hoheitsrechte des Staates aus Art. 7 GG eingreifen, außerdem dürften Ihre Ideen gegen Art. 5 und Art. 1 GG verstoßen.
Denn Sie würden, damit einem Menschen, einen nur beschränkt geschäftsfähigen Menschen, zur reinen wirtschaftlichen Verfügungsmasse erklären.
Auch Ihr Ansatz mit dem Schulgeld dürfte wenig sinnvoll sein, denn das Problem ist ja nicht, dass man Bildung keinen Wert mehr beimißt, weil sie nichts kostet, sondern weil man durch die Medien und insbesondere das Privat-TV praktisch ständig gezeigt kriegt, dass es doch auch ohne "Bildung" geht, man muss eben nur nett aussehen, bisschen "Tump" tun und einen "auf dicke Hose" machen.
Dabei wird man dann von Menschen angeleitet, wie Dieter B., bei denen man aber vergißt, dass Menschen wie er lägst seine "Schäfchen im trockenen haben".
... nur so kann man die Spräu vom Weizen trennen.
Ich sehe es ähnlich wie bei öffentlichen Toiletten - sobald man nicht selbst für die Sauberkeit aufkommt ist sie total verdreckt.
Ganz analog zum Schulsystem: Wer öffentliche Schule besucht, wo schon alles von Vater Staat bezahlt wird - ohne mit der Wimper zu zucken - es sogar Gesetze gibt die ZWINGEND vorschreiben, dass man in die Schule gehen muss, wird die Motivation bei den Schülern gute Schulleistungen zu erbringen nicht sehr hoch sein ... ihre Bildung und ihr Wissenstand 'verdreckt' um die Analogie abzuschließen.
Erst durch ein Schulgeld kann der Staat entlastet und das Bildungssystem verbessert werden. Nur der lernen will, soll lernen, für die anderen könnte man ja Fortbildungszentren für körperliche Arbeit anbieten; wie bspw. ein paar Monate auf dem Bau, oder eventuell sogar Leiharbeit ins Ausland (Griechenland, Polen, Frankreich, Italien, etc.), um dem ehemaligen Exportweltmeister Deutschland in Sachen Export gerecht zu werden. Ich denke wenn die Leute - wenn sie nicht lernen wollen - arbeiten müssen um Geld zu verdienen, wird das Eigentum aller und jedes einzelnen viel mehr geschätzt. Außerdem gibt es nicht mehr Bildungsschmarotzer die vom Gesetz her verpflcihtet sind bis zu ihrem 18. Lebensjahr in der Schule zu sein, jedoch in einer 'mir-ist-alles-scheiß-egal'-Einstellung auf der Schulbank dahinvegetieren und den Unterrichtsfluss und Lehrgeschwindigkeit absichtlich herunterziehen. Dieser Zustand ist unhaltbar!
Ich bin nun wirklich verwirrt, ich lese aus ihrem Artikel einfach keine offene Ironie, kann mir aber gleichzeitig unmöglich vorstellen, dass wirklich ein Mensch so denkt, insofern klingt das ganze für mich doch wieder wie Ironie.
Einfach dem Falle gemäß, dass sie das ernst meinen und der Möglichkeit halber, dass es vielleicht noch andere gibt die so denken.
Das kann es doch unmöglich sein! In Spanien und Griechenland demonstrieren die Jungen, in der Zeit ersscheinen Artikel über das ende des Kapitalismus und eine menge Artikel die bemängeln, dass wir den Märkten (der Wirtschaft) zu viel Macht gegeben haben und sie fordern wirklich den Menschen vollkommen der Wirtschaft auszuliefern.
Ich dachte immer die Wirtschaft sei geschaffen worden oder dazu gut dem Menschen zu dienen, was sie hier aufstellen wollen ist ein verdrehtes Bild! Der Mensch muss der WIrtschaft dienen, dabei ist das Individuum vollkommen bedeutungslos geworden.
Ist es wirlich das, was sie wollen? Kann es das sein? Ich kann diese Bitte einfach nicht mit dem denken eines Individuums verstehen.
Nextresse
damals vor langer Zeit, da war es möglich auch mit Hauptschulabschluss einen Start ins Berufsleben zu bekommen.
In meinem Bekanntenkreis sind nicht wenige Menschen, die es über den zweiten Bildungsweg sogar bis zum Abschluss eines Studiums gebracht haben.
Diese Menschen zahlen heute Steuern und Abgaben, haben Familien gegründet und übernehmen Verantwortung.
Man hat ihnen die Möglichkeit gegeben sich zu entwickeln und viele habe diesen genutzt.
Junge Menschen zu demoralisieren, indem sie als überflüssigen Rest bezeichnet werden, erzeugt solche wie im Artikel dargestellten Karrieren.
Das hat mit der Schulform rein gar nichts zu tun.
Kostenlose Praktika bezahlt von der Gesellschaft - es ist nicht zu fassen..
Das kommt bei einer "marktwirtschaftlich" organisierten Bildung heraus. Das ist gewollt.
Ungebildete Arbeitskräfte die man mit Verweis auf auf das Heer der Arbeitslosen in prekäre Arbeitsverhältnisse pressen kann.
So wird heute Staat organisiert. Das versteht man heute unter freiheitlichem Denken.
DAS WIRD EUCH EINES TAGES WIEDER AUF DIE FÜßE FALLEN!
Ihr Freigeister.
.
"... Schule muss marktwirtschaftlich gedacht werden ..."
Tottenham lässt grüssen.
Die Zerstörung der Europäischen Gesellschaften durch führende Sektenmitglieder dieser willfährigen Marktwirtschaftsbüttel hat uns doch eigentlich schon genug gekostet.
Die ehemals NICHT zweckgebundene, gesellschaftsformende Bildung ist zur schnöden Ausbildung mit Verwertungszwang verkommen, Die Arbeit ist inzwischen so verteilt dass die einen krank davon werden dass sie nicht mehr mitarbeiten dürfen, die anderen hingegen krank davon werden dass sie die Arbeit der Ausgebooteten auch noch mitstemmen müssen, die Einkommensverteilung hat sich völlig krankhaft ungleich entwickelt, von den Vermögen ganz zu schweigen ... und trotzdem haben immer noch ein paar Ewiggestrige die Stirn zu behaupten, auch noch die "Schule muss marktwirtschaftlich gedacht werden".
Der blindwütig-ökonomisierenden Unterwerfung des Menschen unter die Vorstellungen von ein paar Gewinnlern dieser faschistioden Ideologie der Märkte ist dringend und so schnell wie möglich umfassend Einhalt zu gebieten.
Sofern wir nicht Zustände wie zuletzt in England als völlig normal akzeptieren lernen wollen.
Nicht die Schule muss marktwirtschaftlicher werden, sondern die Marktwirtschaft muss endlich wieder an eine sehr enge gesellschaftliche und politische Kandare genommen werden, da deren Entfesselung offensichtlich zu verheerenden Ergebnissen geführt hat.
Und danach können wir überlegen, was wir den Hauptschülern anzubieten haben.
"wenn auch die örtliche und regionale Wirtschaft (z. B. über die IHK und die HWK) in den Curricula wie in den konkreten Notengebungen und Versetzungen ein Mitspracherecht erhielte,"
weil die Vertreter der IHK und HWK oder wem auch immer alle Lehrer sind. Weil die so richtig wissen, was in der Schule abgeht. Ich hab selten so was dämliches gehört, wirklich. Ah doch: Es gab mal eine Mutti, die sagte, das Beaufsichtigen von 30 Schülern könne ja nich so schwer sein. Daraus ist dann die Unterrichtsgarantie Plus in Hessen erwachsen.
Wenn wir anfangen, die Schule marktwirtschaftlich zu denken, dann können wir den Laden dicht machen. Es geht in der Schule um Bildung, nicht um Ausbildung. Um Sozialfähigkeiten, Kulturtechniken. Wenn die IHK entscheidet, dass Goethe Blödsinn ist, was dann? Oder das Kant hinderlich ist, weil man sonst ja zum Nachdenken angeregt würde? Marx? Gefährlich für die Marktwirtschaft.
Bei Schule meint jeder sich äußern zu können, weil ja jeder lang genug da war.
Warum teilen wir die Grundschüler nach der vierten Klasse auf, wenn sie doch noch so nah beieinander sind? Warum nicht erst nach der siebten Klasse? Vielleicht sind sie dann immernoch so nah beieinander.. Aber die armen Kinder aus den bürgerlichen Haushalten..
Freiheits Freund sind Sie denn? Nach Ihren Einlassungen zu schließen, plädieren Sie für die Freiheit der Sklavenhalter.
Dieses Kommentar ist schlichtweg menschenfeindlich, zumindest jedoch bedenklich.
Alleine die Aussage: dass:"|...| viele Schüler am ökonomischen Bedarf vorbei |...| produziert werden" erschüttert mich. Ich selber kann von mir zwar behaupten das Abitur gemacht zuhaben aber selbstverständlich lassen mich solche Schicksale wie die in diesem Artikel keines Wegs kalt. Im Gegenteil, als eines von zwei Kindern einer immigrierten, allein erziehenden Mutter kann ich beinahe von Glück reden nicht auf der Hauptschule gelandet zu sein. Meiner Auffassung nach ist nicht ein einziges Kind auf der Hauptschule richtig aufgehoben. Im Grunde sind es einfach nur diejenigen für die das deutsche Bildungssystem nicht mehr Zuwendung übrig hat, unterstützt von denen die sich sorgen darum machen dass ihr eigenes Kind aus gehobenem Elternhaus vielleicht Konkurrenz bekommen könnte wenn man sich tatsächlich mal um alle gleichermaßen kümmerte.
Genau wegen Menschen die der Auffassung sind dass "nur das einen Wert hat, was auch einen finanziellen Preis hat" entstehen eben solche Misstände im Bildungssystem.
Kinder hat jemand der so eine Aussage tätigt mit Sicherheit nicht,(weiß also ganz genau wozu er da ein Kommentar gibt;) ansonsten kann er uns ja mal Ihren finanziellen Preis nennen...
"Es wäre wünschenswert und sinnvoll, wenn auch die örtliche und regionale Wirtschaft (z. B. über die IHK und die HWK) in den Curricula wie in den konkreten Notengebungen und Versetzungen ein Mitspracherecht erhielte, so dass nicht so viele Schüler wie gegenwärtig am tatsächlichen ökonomischen Bedarf vorbei oder in falschen Bildungswegen produziert würden."
Naja, Wirtschaft in die Schulbildung heineinagieren zu lassen ist sehr zweischneidig. Was Sie schreiben, mag zwar anfangs recht schlüssig gelten, aber zwischen Einschulung und Abschluss vergehen viele Jahre, in denen sich die Nachfrage stark umkrempeln kann. Außerdem sollte man bedenken: In die Schule gehen Kinder! Viele empfinden schon die Schule selbst als Gängelung - wenn man ihnen dann auch noch wirtschaftliche Interessen vor die Nase setzt, wäre das der absolute Abschuss; ganz zu schweigen davon, dass sie sich nicht nach ihrem Charakter, sondern nach der Nachfrage der Märkte entwickeln müssten, was schon menschenrechtlich bedenklich ist!
"In diesem Zusammenhang könnte eine Abschaffung der allgemeinen Schulpflicht und ein finanzieller Pflichtbeitrag für Bildungswillige (allgemein als Schulgeld bekannt) gute Dienste leisten."
Gerade das nicht! Wollen wir noch mehr und noch krasser gescheiterte Schicksale produzieren? Abgesehen davon hängt dann die Zukunft nicht nur von der Bildungswilligkeit ab, sondern vom Geldbeutel der Eltern!
"Bekanntlich hat nur das einen Wert, was auch seinen (finanziellen) Preis hat."
Zukunft??
Werter Freiheitsfreund,
Sie sprechen mir ja beinahe aus der Seele! Wie ungern ich 14 Jahre meines Lebens verplempert habe (Ehrenrunde eingerechnet), mir dieses oftmals (vor allem für die lokale Wirtschaft) unnützes Wissen eintrichtern zu lassen! Ich wurde beinahe dazu gezwungen, Ihnen nun dies zu schreiben:
Bitte stellen Sie sich einmal vor, ich wäre ein südostasiatischer Kleinbauer mit fünf Töchtern. Eine Bande von Bordellbesitzern würde zu sagen haben, was diese zu wissen und zu können hätten und was nicht.
Das ist zugegebenermassen ein Extrembeispiel. Halt meine Art, mit Konjunktiv umzugehen.
Meine Antithese: Schule darf nicht nur marktwirtschaftlich gedacht werden. Sie soll den Lernenden einen Zugang zu Wissen und zu Fähigkeiten verschaffen, die ihnen ein würdiges Dasein ermöglichen.
Gegebenenfalls also auch entgegen den Vorstellungen derjenigen, die gesellschaftlich und ökonomisch das Sagen haben.
Was Sie da denken und schreiben ist völlig vorbei an der Realität.
Das mag, das nett sein in Theorie, in der Realität scheiter es schon bei ersten Tests.
Der Reihe nach:
Wie stellen Sie sich bitte die Notenvergabe durch die Wirtschaft in den allgemeinbildeden Schulen vor?
Was verstehen sie bitte unter "Bedarf", wer definiert den wie?
Nur mal um einige grundsätzliche Sachen anzusprechen, ihre Ideen würden in die Hoheitsrechte des Staates aus Art. 7 GG eingreifen, außerdem dürften Ihre Ideen gegen Art. 5 und Art. 1 GG verstoßen.
Denn Sie würden, damit einem Menschen, einen nur beschränkt geschäftsfähigen Menschen, zur reinen wirtschaftlichen Verfügungsmasse erklären.
Auch Ihr Ansatz mit dem Schulgeld dürfte wenig sinnvoll sein, denn das Problem ist ja nicht, dass man Bildung keinen Wert mehr beimißt, weil sie nichts kostet, sondern weil man durch die Medien und insbesondere das Privat-TV praktisch ständig gezeigt kriegt, dass es doch auch ohne "Bildung" geht, man muss eben nur nett aussehen, bisschen "Tump" tun und einen "auf dicke Hose" machen.
Dabei wird man dann von Menschen angeleitet, wie Dieter B., bei denen man aber vergißt, dass Menschen wie er lägst seine "Schäfchen im trockenen haben".
... nur so kann man die Spräu vom Weizen trennen.
Ich sehe es ähnlich wie bei öffentlichen Toiletten - sobald man nicht selbst für die Sauberkeit aufkommt ist sie total verdreckt.
Ganz analog zum Schulsystem: Wer öffentliche Schule besucht, wo schon alles von Vater Staat bezahlt wird - ohne mit der Wimper zu zucken - es sogar Gesetze gibt die ZWINGEND vorschreiben, dass man in die Schule gehen muss, wird die Motivation bei den Schülern gute Schulleistungen zu erbringen nicht sehr hoch sein ... ihre Bildung und ihr Wissenstand 'verdreckt' um die Analogie abzuschließen.
Erst durch ein Schulgeld kann der Staat entlastet und das Bildungssystem verbessert werden. Nur der lernen will, soll lernen, für die anderen könnte man ja Fortbildungszentren für körperliche Arbeit anbieten; wie bspw. ein paar Monate auf dem Bau, oder eventuell sogar Leiharbeit ins Ausland (Griechenland, Polen, Frankreich, Italien, etc.), um dem ehemaligen Exportweltmeister Deutschland in Sachen Export gerecht zu werden. Ich denke wenn die Leute - wenn sie nicht lernen wollen - arbeiten müssen um Geld zu verdienen, wird das Eigentum aller und jedes einzelnen viel mehr geschätzt. Außerdem gibt es nicht mehr Bildungsschmarotzer die vom Gesetz her verpflcihtet sind bis zu ihrem 18. Lebensjahr in der Schule zu sein, jedoch in einer 'mir-ist-alles-scheiß-egal'-Einstellung auf der Schulbank dahinvegetieren und den Unterrichtsfluss und Lehrgeschwindigkeit absichtlich herunterziehen. Dieser Zustand ist unhaltbar!
Ich bin nun wirklich verwirrt, ich lese aus ihrem Artikel einfach keine offene Ironie, kann mir aber gleichzeitig unmöglich vorstellen, dass wirklich ein Mensch so denkt, insofern klingt das ganze für mich doch wieder wie Ironie.
Einfach dem Falle gemäß, dass sie das ernst meinen und der Möglichkeit halber, dass es vielleicht noch andere gibt die so denken.
Das kann es doch unmöglich sein! In Spanien und Griechenland demonstrieren die Jungen, in der Zeit ersscheinen Artikel über das ende des Kapitalismus und eine menge Artikel die bemängeln, dass wir den Märkten (der Wirtschaft) zu viel Macht gegeben haben und sie fordern wirklich den Menschen vollkommen der Wirtschaft auszuliefern.
Ich dachte immer die Wirtschaft sei geschaffen worden oder dazu gut dem Menschen zu dienen, was sie hier aufstellen wollen ist ein verdrehtes Bild! Der Mensch muss der WIrtschaft dienen, dabei ist das Individuum vollkommen bedeutungslos geworden.
Ist es wirlich das, was sie wollen? Kann es das sein? Ich kann diese Bitte einfach nicht mit dem denken eines Individuums verstehen.
Nextresse
damals vor langer Zeit, da war es möglich auch mit Hauptschulabschluss einen Start ins Berufsleben zu bekommen.
In meinem Bekanntenkreis sind nicht wenige Menschen, die es über den zweiten Bildungsweg sogar bis zum Abschluss eines Studiums gebracht haben.
Diese Menschen zahlen heute Steuern und Abgaben, haben Familien gegründet und übernehmen Verantwortung.
Man hat ihnen die Möglichkeit gegeben sich zu entwickeln und viele habe diesen genutzt.
Junge Menschen zu demoralisieren, indem sie als überflüssigen Rest bezeichnet werden, erzeugt solche wie im Artikel dargestellten Karrieren.
Das hat mit der Schulform rein gar nichts zu tun.
Kostenlose Praktika bezahlt von der Gesellschaft - es ist nicht zu fassen..
Das kommt bei einer "marktwirtschaftlich" organisierten Bildung heraus. Das ist gewollt.
Ungebildete Arbeitskräfte die man mit Verweis auf auf das Heer der Arbeitslosen in prekäre Arbeitsverhältnisse pressen kann.
So wird heute Staat organisiert. Das versteht man heute unter freiheitlichem Denken.
DAS WIRD EUCH EINES TAGES WIEDER AUF DIE FÜßE FALLEN!
Ihr Freigeister.
.
"... Schule muss marktwirtschaftlich gedacht werden ..."
Tottenham lässt grüssen.
Die Zerstörung der Europäischen Gesellschaften durch führende Sektenmitglieder dieser willfährigen Marktwirtschaftsbüttel hat uns doch eigentlich schon genug gekostet.
Die ehemals NICHT zweckgebundene, gesellschaftsformende Bildung ist zur schnöden Ausbildung mit Verwertungszwang verkommen, Die Arbeit ist inzwischen so verteilt dass die einen krank davon werden dass sie nicht mehr mitarbeiten dürfen, die anderen hingegen krank davon werden dass sie die Arbeit der Ausgebooteten auch noch mitstemmen müssen, die Einkommensverteilung hat sich völlig krankhaft ungleich entwickelt, von den Vermögen ganz zu schweigen ... und trotzdem haben immer noch ein paar Ewiggestrige die Stirn zu behaupten, auch noch die "Schule muss marktwirtschaftlich gedacht werden".
Der blindwütig-ökonomisierenden Unterwerfung des Menschen unter die Vorstellungen von ein paar Gewinnlern dieser faschistioden Ideologie der Märkte ist dringend und so schnell wie möglich umfassend Einhalt zu gebieten.
Sofern wir nicht Zustände wie zuletzt in England als völlig normal akzeptieren lernen wollen.
Nicht die Schule muss marktwirtschaftlicher werden, sondern die Marktwirtschaft muss endlich wieder an eine sehr enge gesellschaftliche und politische Kandare genommen werden, da deren Entfesselung offensichtlich zu verheerenden Ergebnissen geführt hat.
Und danach können wir überlegen, was wir den Hauptschülern anzubieten haben.
"wenn auch die örtliche und regionale Wirtschaft (z. B. über die IHK und die HWK) in den Curricula wie in den konkreten Notengebungen und Versetzungen ein Mitspracherecht erhielte,"
weil die Vertreter der IHK und HWK oder wem auch immer alle Lehrer sind. Weil die so richtig wissen, was in der Schule abgeht. Ich hab selten so was dämliches gehört, wirklich. Ah doch: Es gab mal eine Mutti, die sagte, das Beaufsichtigen von 30 Schülern könne ja nich so schwer sein. Daraus ist dann die Unterrichtsgarantie Plus in Hessen erwachsen.
Wenn wir anfangen, die Schule marktwirtschaftlich zu denken, dann können wir den Laden dicht machen. Es geht in der Schule um Bildung, nicht um Ausbildung. Um Sozialfähigkeiten, Kulturtechniken. Wenn die IHK entscheidet, dass Goethe Blödsinn ist, was dann? Oder das Kant hinderlich ist, weil man sonst ja zum Nachdenken angeregt würde? Marx? Gefährlich für die Marktwirtschaft.
Bei Schule meint jeder sich äußern zu können, weil ja jeder lang genug da war.
Warum teilen wir die Grundschüler nach der vierten Klasse auf, wenn sie doch noch so nah beieinander sind? Warum nicht erst nach der siebten Klasse? Vielleicht sind sie dann immernoch so nah beieinander.. Aber die armen Kinder aus den bürgerlichen Haushalten..
Freiheits Freund sind Sie denn? Nach Ihren Einlassungen zu schließen, plädieren Sie für die Freiheit der Sklavenhalter.
Dieses Kommentar ist schlichtweg menschenfeindlich, zumindest jedoch bedenklich.
Alleine die Aussage: dass:"|...| viele Schüler am ökonomischen Bedarf vorbei |...| produziert werden" erschüttert mich. Ich selber kann von mir zwar behaupten das Abitur gemacht zuhaben aber selbstverständlich lassen mich solche Schicksale wie die in diesem Artikel keines Wegs kalt. Im Gegenteil, als eines von zwei Kindern einer immigrierten, allein erziehenden Mutter kann ich beinahe von Glück reden nicht auf der Hauptschule gelandet zu sein. Meiner Auffassung nach ist nicht ein einziges Kind auf der Hauptschule richtig aufgehoben. Im Grunde sind es einfach nur diejenigen für die das deutsche Bildungssystem nicht mehr Zuwendung übrig hat, unterstützt von denen die sich sorgen darum machen dass ihr eigenes Kind aus gehobenem Elternhaus vielleicht Konkurrenz bekommen könnte wenn man sich tatsächlich mal um alle gleichermaßen kümmerte.
Genau wegen Menschen die der Auffassung sind dass "nur das einen Wert hat, was auch einen finanziellen Preis hat" entstehen eben solche Misstände im Bildungssystem.
Kinder hat jemand der so eine Aussage tätigt mit Sicherheit nicht,(weiß also ganz genau wozu er da ein Kommentar gibt;) ansonsten kann er uns ja mal Ihren finanziellen Preis nennen...
schicken wir die kinder doch gleich arbeiten. so erwirtschaften sie als billiglohnarbeiter gleich ihr recht auf der welt zu sein.
und zusätzlich bekommen wir noch Billigarbeiter, dann können wir endlich wieder mit China konkurieren! Juche!
und zusätzlich bekommen wir noch Billigarbeiter, dann können wir endlich wieder mit China konkurieren! Juche!
Wenn große Teile der Gesellschaft, begleitet von solchen Artikeln, den Hauptschülern seit Jahren weismachen, sie seien nicht erwünscht, dann glauben diese es auch. Es nutzt nichts, allen einen Abschluss - wenn möglich Abitur oder sogar einen akademischen Abschluss - zu garantieren, der dann nichts mehr über die Qualifikation aussagt. Das ist aber schon seit Jahren der Fall, angeblich in manchen Bundesländern mehr als in anderen. Diese Entwicklung ist aber die Ursache dafür, dass Arbeitgeber glauben, auf Nummer sicher gehen zu können, wenn sie für ausgeschriebene Lehrstellen besser Realschüler oder gar Abiturienten nehmen als Hauptschüler. Mancher Hauptschüler ist aber besser motiviert als die Absolventen der Realschule, des Gymnasiums oder vielleicht einer Gesamtschule. Trauen wir uns doch endlich wieder, Schülern etwas abzuverlangen, damit sie wissen, was sie können, und mögliche Arbeitgeber endlich wieder ein Zeugnis als etwas Aussagekräftiges sehen können und nicht nur als ein bloßes Stück Papier! Mittlerweile gibt es Schüler (nicht nur Hauptschüler!), die weder richtig schreiben noch rechnen können. Das gilt es zu ändern. Die Abschaffung der Hauptschule löst das Problem nur scheinbar. Für konsequente Lösungen fehlt aber der Mut, weil der gesellschaftliche Mainstream nunmal das Stück Papier für wertvoller ansieht als die dahinterstehende Bildung.
@von Kleist: Zustimmung!
Es sind Artikel wie dieser die den Hauptschülern das Leben erschweren. Ein solcher Artikel ist nicht von meiner Welt. Micht interessiert nicht der Schulabschluß - mich interessieren die Noten. Deutsch 2, Englisch 2... ist einstellbar. Deutsch 4, Mathe 5, Englisch 4 jedoch nicht, wenn jemand IT Kaufmann lernen will.
Kurzum: Verallgemeinungen und ZEIT Artikel wie der vorliegende schaden den Hauptschülern mehr als die Schulform. (Und ja - wer 2x den Hauptschulabschluß nicht besteht - der hat ein Problem. ABer das wäre dann wohl ein neuer ZEIT Artikel. Allerdings löst schon alleine der Gedanken Grausen aus.)
"ich kann alles schaffen" Einstellung, wenn mich keiner will?
Ich finde, der Artikel zeigt, dass Hauptschüler eine Lehrstellen wollen, dass sie arbeiten wollen! Aber keiner will sie. So schlagen sie sich von Maßnahme zu Maßnahme (übrigens unbezahlt). Die Maßnahmen haben oft nichts mit dem Berufswunsch zu tun.
Das soll ein Apell an die Unternehmen sein!
Keine Entmutigung für die Jugendlichen!
@von Kleist: Zustimmung!
Es sind Artikel wie dieser die den Hauptschülern das Leben erschweren. Ein solcher Artikel ist nicht von meiner Welt. Micht interessiert nicht der Schulabschluß - mich interessieren die Noten. Deutsch 2, Englisch 2... ist einstellbar. Deutsch 4, Mathe 5, Englisch 4 jedoch nicht, wenn jemand IT Kaufmann lernen will.
Kurzum: Verallgemeinungen und ZEIT Artikel wie der vorliegende schaden den Hauptschülern mehr als die Schulform. (Und ja - wer 2x den Hauptschulabschluß nicht besteht - der hat ein Problem. ABer das wäre dann wohl ein neuer ZEIT Artikel. Allerdings löst schon alleine der Gedanken Grausen aus.)
"ich kann alles schaffen" Einstellung, wenn mich keiner will?
Ich finde, der Artikel zeigt, dass Hauptschüler eine Lehrstellen wollen, dass sie arbeiten wollen! Aber keiner will sie. So schlagen sie sich von Maßnahme zu Maßnahme (übrigens unbezahlt). Die Maßnahmen haben oft nichts mit dem Berufswunsch zu tun.
Das soll ein Apell an die Unternehmen sein!
Keine Entmutigung für die Jugendlichen!
kommentare von freiheitsfreund lese, summe ich immer georg kreisler vor mich hin.
http://www.youtube.com/wa...
Danke Ihnen für den sehr treffenden Kommentar.
"Diesen" Kreisler kannte ich noch gar nicht! =)
Danke Ihnen für den sehr treffenden Kommentar.
"Diesen" Kreisler kannte ich noch gar nicht! =)
Abiturienten als Köche und Maurer? Was soll das denn?
Da plädiere ich für eine Anpassung des Schulsystems an die gesellschaftlichen Gegebenheiten, d.h. ein eingliedriges Schulsystem mit den entsprechenden Spezialisierungen im Alter von 16-19.
Sehr guter Artikel, er ist spannend zu lesen und regt zum Nachdenken an. Es gibt offenbar eine Diskrepanz zwischen dem, was die Medien öfter vermitteln ("...finden nicht genügend Bewerber für Lehrstellen"), und dem, was die Realität zeigt.
Vielleicht sollten die Unternehmen anfangen, die Menschen eben als Menschen zu sehen (Menschsein beinhaltet "Mängel", sowohl im Lebenslauf als auch im Charakter), und dafür zu sorgen, mit dem was man nun mal hat möglichst viel anzufangen.
Offenbar geht man aber auch als Arbeitgeber lieber den einfachsten Weg und gibt Menschen, die vielleicht Rechtschreibfehler im Anschreiben hatten oder eben einen Hauptschulabschluss, nicht einmal die Chance sich persönlich vorzustellen. Hauptsache, man kann danach mosern, dass man niemanden für seine unbesetzte Lehrstelle findet (und sich vom Staat bezahlte umsonst-Praktikanten vermitteln lassen).
aber wie auch im Berufsleben wollen Firmen Lehrlinge die sofort einsetzbar sind und bereits nach ein/zwei Monaten ein volle Stelle besetzen können. Schauen sie sich mal diesen Artikel an http://www.zeit.de/karrie...
und die Implikationen für den Stellenwert dieser Ausbildung. Da wird selbst im Staatsdienst billige Arbeitskraft gesucht und wenn sie dann Kosten werden sie aussortiert.
Und für das von Ihnen geforderte Mensch sein, fehlt es den meisten dt. Personalverantwortlichen an Charakter. Menschen sind nur noch Kapital und damit austauschbar.
@Thema
Das man keine Arbeit/Lehre mehr findet ist ja nun auch kein Problem der Hauptschüler. Wenn man liest, dass das eine Mädel vierzig Bewerbungen geschrieben und keine Antwort bekommen hat, so ist das auch für alle anderen Gruppen bis zum promovierten Akademiker in D-land imho der Normalfall, dass hat nichts mit Bildung zu tun, sondern mit der dt. Unternehmenskultur und der politischen Kultur die Leute so zu demütigen und zu brechen, so dass sie alle Arbeit annehmen zu jedem Preis.
Zum Thema ohne Qualifizierung auch nicht nur ein Problem der Hauptschüler, hier mal eine Stelle im Osten der Republik natürlich befristet, http://www.mbeg.de/images...
Um die Stelle antreten zu können muss man, Volkswirt, Betriebswirt, Pumpenbauer, Maschinenbauing., Wasserbauing, Hydrologe, Informatiker, Geologe,Geotechniker, Kartograf und Mathematiker sein. Das ist D-land.
Wieso sich mittlerweile so viele (einschließlich der Autorin des Artikels) so gut auf Verallgemeinerung von Einzelfällen verstehen, zeigt, wie weit es mittlerweile mit der Bildung ist: Drei Einzelfälle als Beleg für die Minderwertigkeit eines Schultyps anzuführen, obwohl es genügend Gegenbeispiele gibt, ist schon gewagt. Dann als Konsequenz davon sich wieder in seiner Ansicht bestätigt zu sehen, dass mal wieder die Arbeitgeber an allem schuld sind. Schlussfolgerung davon: Mit der Abschaffung der Hauptschule wird das Problem gelöst!
Wenn man den Artikel liest, hat man den Eindruck, dass hier gezielt drei ehemalige Hauptschüler (obendrein ohne den nötigen familiären Zusammenhalt) ausgesucht wurden, deren schwierige Arbeitssuche dann die eigene These stützen soll. Ähnliche Fälle gibt es übrigens auch bei Realschülern und Gymnasiasten. Dann müsste man auch diese Schultypen abschaffen. Und weil es auch viele Studienabbrecher gibt, das Studium gleich mit dazu.
Es ist schon interessant, wie einerseits eine Vereinheitlichung der Schulbildung und andererseits eine individuelle schulische Förderung von ein und denselben Personen gefordert werden. Das dreigliedrige Schulsystem hatte eigentlich genau diesen Anspruch: junge Leute nach ihren Möglichkeiten (zugegeben: nicht immer waren es nur die intellektuellen Fähigkeiten) zu fördern. Das soll nun alles am besten in einer einzigen Schule passieren, obwohl man weiß, dass die Gesamtschulen es nicht können.
Florian ist ein Top-Beispiel für jemanden, der sich alle Chancen selbst verbaut, weil er den Hintern schlicht nicht hoch bekommt.
Euphemistisch heißt es zu beginn, dass er "nicht immer vor dem ersten Klingeln" anwesend war, was wohl meinte, dass er zu spät kam. Dann ging es weiter mit einem Sabbatical von einem halben Jahr, das er auf Kosten seiner Eltern auslebte, um dann weiter mit Unzuverlässigkeit aufzufallen.
Bei Michelle kam von dem ehemals begeisterten potentiellen Lehrherrn eine ähnliche Rückmeldung und ich halte ihn für freundlich ihr gegenüber, dass er sie nicht ein Jahr für lau behielt, sondern ihr den Weg frei machte, sich umzuorientieren.
Und Ivans Geschichte - er hat sich beworben, kam in die engere Wahl und verlor. Das passiert und nicht nur Hauptschulabsolventen. Dazu wird er straffällig, hat sich scheinbar nicht im Griff und inszeniert sich auf dem Foto für die ZEIT wie ein kleiner Mafioso... möchte man den als Lehrling wirklich einstellen?
Und in allen Fällen ist es das Gleiche: Die Eltern ziehen sich raus bzw. lassen die Kinder vor sich hin laborieren.
Vielleicht unterscheidet genau das - die Erziehung und das Einwirken der Familie - diese Absolventen von anderen, die erfolgreicher sind.
Mein Beispiel aus der Firma: ein Sohn, der Hauptschulabschluss absolvierte, die Eltern mit ihm unterwegs zu Firmen, die einstellen könnten und bekam eine Lehrstelle im Wunschberuf. Er hat allerdings neben ganz guten Noten in seinem Abschlusszeugnis einiges gehabt, das ihm den Einstieg in den Beruf erleichterte: Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit, Höflichkeit, Umgangsformen - das dürfte es sein.
aber wie auch im Berufsleben wollen Firmen Lehrlinge die sofort einsetzbar sind und bereits nach ein/zwei Monaten ein volle Stelle besetzen können. Schauen sie sich mal diesen Artikel an http://www.zeit.de/karrie...
und die Implikationen für den Stellenwert dieser Ausbildung. Da wird selbst im Staatsdienst billige Arbeitskraft gesucht und wenn sie dann Kosten werden sie aussortiert.
Und für das von Ihnen geforderte Mensch sein, fehlt es den meisten dt. Personalverantwortlichen an Charakter. Menschen sind nur noch Kapital und damit austauschbar.
@Thema
Das man keine Arbeit/Lehre mehr findet ist ja nun auch kein Problem der Hauptschüler. Wenn man liest, dass das eine Mädel vierzig Bewerbungen geschrieben und keine Antwort bekommen hat, so ist das auch für alle anderen Gruppen bis zum promovierten Akademiker in D-land imho der Normalfall, dass hat nichts mit Bildung zu tun, sondern mit der dt. Unternehmenskultur und der politischen Kultur die Leute so zu demütigen und zu brechen, so dass sie alle Arbeit annehmen zu jedem Preis.
Zum Thema ohne Qualifizierung auch nicht nur ein Problem der Hauptschüler, hier mal eine Stelle im Osten der Republik natürlich befristet, http://www.mbeg.de/images...
Um die Stelle antreten zu können muss man, Volkswirt, Betriebswirt, Pumpenbauer, Maschinenbauing., Wasserbauing, Hydrologe, Informatiker, Geologe,Geotechniker, Kartograf und Mathematiker sein. Das ist D-land.
Wieso sich mittlerweile so viele (einschließlich der Autorin des Artikels) so gut auf Verallgemeinerung von Einzelfällen verstehen, zeigt, wie weit es mittlerweile mit der Bildung ist: Drei Einzelfälle als Beleg für die Minderwertigkeit eines Schultyps anzuführen, obwohl es genügend Gegenbeispiele gibt, ist schon gewagt. Dann als Konsequenz davon sich wieder in seiner Ansicht bestätigt zu sehen, dass mal wieder die Arbeitgeber an allem schuld sind. Schlussfolgerung davon: Mit der Abschaffung der Hauptschule wird das Problem gelöst!
Wenn man den Artikel liest, hat man den Eindruck, dass hier gezielt drei ehemalige Hauptschüler (obendrein ohne den nötigen familiären Zusammenhalt) ausgesucht wurden, deren schwierige Arbeitssuche dann die eigene These stützen soll. Ähnliche Fälle gibt es übrigens auch bei Realschülern und Gymnasiasten. Dann müsste man auch diese Schultypen abschaffen. Und weil es auch viele Studienabbrecher gibt, das Studium gleich mit dazu.
Es ist schon interessant, wie einerseits eine Vereinheitlichung der Schulbildung und andererseits eine individuelle schulische Förderung von ein und denselben Personen gefordert werden. Das dreigliedrige Schulsystem hatte eigentlich genau diesen Anspruch: junge Leute nach ihren Möglichkeiten (zugegeben: nicht immer waren es nur die intellektuellen Fähigkeiten) zu fördern. Das soll nun alles am besten in einer einzigen Schule passieren, obwohl man weiß, dass die Gesamtschulen es nicht können.
Florian ist ein Top-Beispiel für jemanden, der sich alle Chancen selbst verbaut, weil er den Hintern schlicht nicht hoch bekommt.
Euphemistisch heißt es zu beginn, dass er "nicht immer vor dem ersten Klingeln" anwesend war, was wohl meinte, dass er zu spät kam. Dann ging es weiter mit einem Sabbatical von einem halben Jahr, das er auf Kosten seiner Eltern auslebte, um dann weiter mit Unzuverlässigkeit aufzufallen.
Bei Michelle kam von dem ehemals begeisterten potentiellen Lehrherrn eine ähnliche Rückmeldung und ich halte ihn für freundlich ihr gegenüber, dass er sie nicht ein Jahr für lau behielt, sondern ihr den Weg frei machte, sich umzuorientieren.
Und Ivans Geschichte - er hat sich beworben, kam in die engere Wahl und verlor. Das passiert und nicht nur Hauptschulabsolventen. Dazu wird er straffällig, hat sich scheinbar nicht im Griff und inszeniert sich auf dem Foto für die ZEIT wie ein kleiner Mafioso... möchte man den als Lehrling wirklich einstellen?
Und in allen Fällen ist es das Gleiche: Die Eltern ziehen sich raus bzw. lassen die Kinder vor sich hin laborieren.
Vielleicht unterscheidet genau das - die Erziehung und das Einwirken der Familie - diese Absolventen von anderen, die erfolgreicher sind.
Mein Beispiel aus der Firma: ein Sohn, der Hauptschulabschluss absolvierte, die Eltern mit ihm unterwegs zu Firmen, die einstellen könnten und bekam eine Lehrstelle im Wunschberuf. Er hat allerdings neben ganz guten Noten in seinem Abschlusszeugnis einiges gehabt, das ihm den Einstieg in den Beruf erleichterte: Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit, Höflichkeit, Umgangsformen - das dürfte es sein.
nicht gebraucht zu werden, wenn ich diverse Beratungsinstitutionen um Rat gefragt habe.
Es ist so wie bei Kafka "Vor dem Gesetz".
Man sitzt vor einer Tür, die sich am Ende des Lebens schließt mit der Botschaft: Diese Eingang war für Dich gedacht!
Sagt den Jungen solange sie jung sind, daß diese Tür für sie offen da steht!!!! Wartet nicht damit bis sie alt und grau geworden sind!
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