Dreigliedriges Schulsystem: Uns braucht keiner
Der Hauptschulabschluss hat einen üblen Ruf. Wer nicht mehr vorweisen kann, muss sich auf viele Absagen gefasst machen. Unsere Autorin hat drei Hauptschulabgänger zwei Jahre lang begleitet.
Sie haben alles versucht, um aus diesem Tag etwas Besonderes zu machen. Ein letztes Mal sitzen Michelle Mohr, Ivan Chapanidi und Florian Barthold in ihrer Aula. Sie sind drei von 97 Schülern, die heute die Hauptschule Wuppertal-Wichlinghausen verlassen.
Es ist ein warmer Tag im Juni 2009. Michelle hält eine Rose in der Hand, das kurze blonde Haar hat sie toupiert. Florian, der sonst gern Muskelshirts trägt, hat sich ein Hemd angezogen. Und Ivan war extra beim Friseur. So sorgfältig geschnitten wie heute werden seine dunklen Haare in den nächsten zwei Jahren nie wieder sein. Um die schmalen Hüften trägt er seinen Lieblingsgürtel, die Metallschnalle hat er bei einem Praktikum selbst gemacht.
Auf ihren Knien haben die Schüler ein Geschenk ihrer Lehrer: ein Foto, das sie an ihrem ersten Hauptschultag zeigt. Es ist nicht lange her, dass sie diese Kinder waren, die mit großen Augen in die Kamera schauten. Jetzt sitzen sie da und wollen erwachsen werden.
Michelle, die heute noch ein kindlich rundes Gesicht hat, fast wie auf dem Foto, die aber oft so verloren blickt, dass man sie am liebsten an die Hand nehmen mag. Der hübsche, bleiche Ivan, dessen Körper schon die Maße eines Mannes hat, dessen Gesichtszüge aber noch die eines Jungen sind. Und Florian, der seinen eigenen Kopf hat, der nie das tut, was alle machen, und oft auch nicht das, was von ihm verlangt wird.
Die drei haben in diesem letzten Schuljahr oft davon geträumt, wie ihr Leben aussehen soll. Die 16-jährige Michelle wünscht sich einen sicheren Job, am liebsten in einem Blumenladen. Sie hat sich gerade verliebt. Mit ihrem Freund hätte sie gern eine Wohnung und Geld auf dem eigenen Konto.
Ivan, 17, träumt von einer Maschine – einer wie der, mit der er die Metallschnalle an seinem Gürtel gemacht hat. Mit Maschinen muss man nicht sprechen. Vielleicht schätzt Ivan, dem man die Kindheit in Kasachstan noch am rollenden R anhört, sie deshalb so. Etwas mit den Händen zu schaffen, das sei das Größte, sagt er.
Florian kann lange über seine Träume sprechen. Der 17-Jährige denkt in großen Kategorien. Er will seine Familie und sein Land vor Gefahren schützen, sagt er. Der Mann seiner älteren Schwester ist bei der Bundeswehr, auch Florian will Soldat werden, weil er glaubt, dass all das, was er sich wünscht, dann möglich ist. Von den Eltern der drei ist niemand arbeitslos, sie sind Verkäufer, Arbeiter, Michelles Mutter macht einen Minijob. Vom Staat leben – das wollen Michelle, Ivan und Florian auf keinen Fall.
Die drei gehören als Hauptschulabsolventen zu einer schwindenden Spezies. Die Schulform, die einmal zwei von drei deutschen Kindern auf das Berufsleben vorbereitete, existiert seit ein paar Jahren nur noch in fünf Bundesländern. In Nordrhein-Westfalen, wo die drei leben, gehen gerade einmal neun Prozent jedes Jahrgangs in die Hauptschule. Restschule nennen sie viele.
80 Prozent der Hauptschüler glauben, dass sie für dumm gehalten werden. Dabei kommen die Schulstudien Iglu und Pisa seit Jahren zu dem Ergebnis, dass in der Grundschule die Leistungen der Schüler noch relativ nahe beieinander sind, zwischen einem späteren Hauptschüler und einem künftigen Gymnasiasten liegen in der Regel nicht, wie vielfach vermutet, Welten.
Den Lehrern fällt es offensichtlich schwer, zu entscheiden, wer auf welche Schule soll. 30 bis 50 Prozent der Schulempfehlungen in der vierten Klasse seien falsch, sagen Wissenschaftler, sie entsprächen nicht der Leistung der Schüler. Vor allem Kinder von Nichtakademikern werden oft auf die Hauptschule geschickt, obwohl sie mit den anderen hätten mithalten können.
Michelle hat rote Wangen, als sie ihr Zeugnis abholt. Es ist gut. »Englisch: 2, Deutsch: 2. Ich finde das Hammer«, sagt sie. Ivan hat gute Noten in Mathe und Technik. Allerdings saß er oft nicht beim ersten Gong in der Klasse. Florian hat den Abschluss gerade so geschafft. Aber auch er fühlt sich bereit, jetzt eine Lehre zu beginnen.
Direktor Volker Zimmermann erzählt nach der Rede auf der Abschlussfeier, gestern sei er noch einmal durch die Klassen gegangen und habe alle 97 gefragt, in welchem Betrieb sie ihre Ausbildung beginnen würden. »Das, was ich gehört habe, war eine Katastrophe«, sagt er. Kein einziger seiner Schüler hatte eine feste Zusage für eine Lehrstelle.





Ist dieser Artikel wirklich repräsentativ für die Situation der Hauptschüler? Die SchülerInnen des Abschlussjahrgangs 2011 an unserer Hauptschule sind zu 90% versorgt. Alle Schüler hatten eine reelle Chance eine Lehrstelle zu bekommen, einige haben sich für eine weiterführende Schule entschieden, über 20% der SchülerInnen erhielten die Fachoberschulreife mit Qualifikation für die gymnasiale Oberstufe. Unsere Schule hat in der Region einen sehr guten Ruf und wir arbeiten gut mit der hiesigen Wirtschaft zusammen - es geht also.
Auch wenn es an anderen Hauptschulen- z.B. in sozialen Brennpunkten- evtl. anders aussieht, finde ich es doch bedenklich, mit einem solchen Artikel zu suggerieren, dass es den meisten Hauptschülern so geht wie diesen drei Schülern.
Viele Hauptschulen leisten gute Arbeit,es wird viel für die Berufswahlvorbereitung getan, die Handwerkskammern kommen u.a. mit
Programmen wie "Startklar" auf die Schüler zu - finanziert von der Regierung. Gerade dem Handwerk ist klar, dass ihm in den nächsten Jahren Fachkräfte fehlen werden.
Egal wie das Schulsystem sich in Zukunft gestalten wird, der demographische Wandel arbeitet für die Schulabgänger. Das Problem ist nicht, keinen Ausbildungsplatz zu finden, sondern den richtigen und die Ausbildung dann auch durchzuhalten.
Ob man dann allerdings nach der Ausbildung übernommen wird oder einen guten Arbeitsplatz findet, das steht auf einem ganz anderen Blatt....
"..Egal wie das Schulsystem sich in Zukunft gestalten wird, der demographische Wandel arbeitet für die Schulabgänger. Das Problem ist nicht, keinen Ausbildungsplatz zu finden, sondern den richtigen und die Ausbildung dann auch durchzuhalten..."
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Es ist ein Trugschluss zu glauben, der demographische Wandel wird es schon richten, da ein Mangel an Auszubildenden für den Ausbildungsbetrieb die Notwendigkeit herstellen würde, zu nehmen was kommt.
Ein gravierendes Versäumnis in einer insgesamt 10jährigen Hauptschulausbildung kann der Ausbildungsbetrieb niemals kompensieren.
Qualifizierte Berufe müssen auch ´gelernt´ und in der ganzen Tiefe ´gekonnt´ werden; und das in 3 Jahren!
Hier ist der vorausgehende schulische Ausbildungsstand entscheidend.
Ehemals war die originäre Hauptschule in ihrer 5jährigen Ausbildungszeit (nach der Grundschule) darauf angelegt, jenen Schülern mit einer in der persönlichen Tendenz angelegten guten praktischen Befähigung die schultheoretische und erzieherische Qualifikation so weit nahe zu bringen, daß sie in der anschließenden dualen Berufsausbildung keine Nachteile im Berufsschulunterricht erlitten.
Heutzutage scheint es mir, als würde ein Teil der vereinten Lehrerschaft der Hauptschulen ihre Verantwortlichkeit für die Schüler dadurch legitimieren, daß man einerseits selbst desillusioniert ist, und andererseits dies hinter nicht gerechtfertigten guten Zeugnisnoten versteckt.
bin ich und meine Kollegen keinesfalls, denn wie Sie unschwer meinem Beitrag entnehmen konnten, sprechen die Zahlen für unsere Arbeit (auch die Zahlen der Schüler, die eine Ausbildung zu Ende bringen). Ich verwehre mich entschieden dagegen, dass hier und anderswo pauschal geurteilt wird - ist ja auch viel einfacher, als zu differenzieren.
Sie haben allerdings nicht ganz unrecht, dass manche Notengebung sehr zu Gunsten der Schüler ausfällt. Dies ist aber an allen Schultypen der Fall! Mittlerweile umso mehr, weil angesichts der geringer werdenden Schülerzahlen jede Schule ihre Schüler halten möchte.
So lange diese Noten nicht völlig am tatsächlichen Leistungsvermögen des Schülers/der Schülerin vorbeigehen, ist dies aber ein marginales Problem. Viel wichtiger ist es, dem Schüler Selbstbewusstsein und Stehvermögen mitzugeben, eben weil er in der Ausbildung und der Berufsschule vor nicht unerhebliche Anforderungen gestellt wird.
Unsere Schule - auch andere Hauptschulen i.d. Region - arbeiten, wie schon in meinem ersten Beitrag erwähnt, eng mit örtlichen Betrieben und der Handwerkskammer zusammen, u.a. mit dem Projekt "Startklar" und einer sehr erfolgreichen Schülerfirma. In beiden Fällen bekommen die Schüler einen guten Einblick in die Berufswelt und ihre Anforderungen.
Also bitte, schauen Sie doch einfach mal genauer hin, vielleicht auch in Ihrer Umgebung, bevor Sie sattsam bekannte Vorurteile schüren - d i e Hauptschüler haben eine differenziertere Berichterstattung verdient.
Kritik an der Moderation richten Sie gerne an community@zeit.de Die Kommentarfunktion ist laut Netiquette der Diskussion des Artikelthemas vorbehalten. Danke, die Redaktion/fk.
"..Egal wie das Schulsystem sich in Zukunft gestalten wird, der demographische Wandel arbeitet für die Schulabgänger. Das Problem ist nicht, keinen Ausbildungsplatz zu finden, sondern den richtigen und die Ausbildung dann auch durchzuhalten..."
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Es ist ein Trugschluss zu glauben, der demographische Wandel wird es schon richten, da ein Mangel an Auszubildenden für den Ausbildungsbetrieb die Notwendigkeit herstellen würde, zu nehmen was kommt.
Ein gravierendes Versäumnis in einer insgesamt 10jährigen Hauptschulausbildung kann der Ausbildungsbetrieb niemals kompensieren.
Qualifizierte Berufe müssen auch ´gelernt´ und in der ganzen Tiefe ´gekonnt´ werden; und das in 3 Jahren!
Hier ist der vorausgehende schulische Ausbildungsstand entscheidend.
Ehemals war die originäre Hauptschule in ihrer 5jährigen Ausbildungszeit (nach der Grundschule) darauf angelegt, jenen Schülern mit einer in der persönlichen Tendenz angelegten guten praktischen Befähigung die schultheoretische und erzieherische Qualifikation so weit nahe zu bringen, daß sie in der anschließenden dualen Berufsausbildung keine Nachteile im Berufsschulunterricht erlitten.
Heutzutage scheint es mir, als würde ein Teil der vereinten Lehrerschaft der Hauptschulen ihre Verantwortlichkeit für die Schüler dadurch legitimieren, daß man einerseits selbst desillusioniert ist, und andererseits dies hinter nicht gerechtfertigten guten Zeugnisnoten versteckt.
bin ich und meine Kollegen keinesfalls, denn wie Sie unschwer meinem Beitrag entnehmen konnten, sprechen die Zahlen für unsere Arbeit (auch die Zahlen der Schüler, die eine Ausbildung zu Ende bringen). Ich verwehre mich entschieden dagegen, dass hier und anderswo pauschal geurteilt wird - ist ja auch viel einfacher, als zu differenzieren.
Sie haben allerdings nicht ganz unrecht, dass manche Notengebung sehr zu Gunsten der Schüler ausfällt. Dies ist aber an allen Schultypen der Fall! Mittlerweile umso mehr, weil angesichts der geringer werdenden Schülerzahlen jede Schule ihre Schüler halten möchte.
So lange diese Noten nicht völlig am tatsächlichen Leistungsvermögen des Schülers/der Schülerin vorbeigehen, ist dies aber ein marginales Problem. Viel wichtiger ist es, dem Schüler Selbstbewusstsein und Stehvermögen mitzugeben, eben weil er in der Ausbildung und der Berufsschule vor nicht unerhebliche Anforderungen gestellt wird.
Unsere Schule - auch andere Hauptschulen i.d. Region - arbeiten, wie schon in meinem ersten Beitrag erwähnt, eng mit örtlichen Betrieben und der Handwerkskammer zusammen, u.a. mit dem Projekt "Startklar" und einer sehr erfolgreichen Schülerfirma. In beiden Fällen bekommen die Schüler einen guten Einblick in die Berufswelt und ihre Anforderungen.
Also bitte, schauen Sie doch einfach mal genauer hin, vielleicht auch in Ihrer Umgebung, bevor Sie sattsam bekannte Vorurteile schüren - d i e Hauptschüler haben eine differenziertere Berichterstattung verdient.
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Ich bin nun wirklich verwirrt, ich lese aus ihrem Artikel einfach keine offene Ironie, kann mir aber gleichzeitig unmöglich vorstellen, dass wirklich ein Mensch so denkt, insofern klingt das ganze für mich doch wieder wie Ironie.
Einfach dem Falle gemäß, dass sie das ernst meinen und der Möglichkeit halber, dass es vielleicht noch andere gibt die so denken.
Das kann es doch unmöglich sein! In Spanien und Griechenland demonstrieren die Jungen, in der Zeit ersscheinen Artikel über das ende des Kapitalismus und eine menge Artikel die bemängeln, dass wir den Märkten (der Wirtschaft) zu viel Macht gegeben haben und sie fordern wirklich den Menschen vollkommen der Wirtschaft auszuliefern.
Ich dachte immer die Wirtschaft sei geschaffen worden oder dazu gut dem Menschen zu dienen, was sie hier aufstellen wollen ist ein verdrehtes Bild! Der Mensch muss der WIrtschaft dienen, dabei ist das Individuum vollkommen bedeutungslos geworden.
Ist es wirlich das, was sie wollen? Kann es das sein? Ich kann diese Bitte einfach nicht mit dem denken eines Individuums verstehen.
Nextresse
damals vor langer Zeit, da war es möglich auch mit Hauptschulabschluss einen Start ins Berufsleben zu bekommen.
In meinem Bekanntenkreis sind nicht wenige Menschen, die es über den zweiten Bildungsweg sogar bis zum Abschluss eines Studiums gebracht haben.
Diese Menschen zahlen heute Steuern und Abgaben, haben Familien gegründet und übernehmen Verantwortung.
Man hat ihnen die Möglichkeit gegeben sich zu entwickeln und viele habe diesen genutzt.
Junge Menschen zu demoralisieren, indem sie als überflüssigen Rest bezeichnet werden, erzeugt solche wie im Artikel dargestellten Karrieren.
Das hat mit der Schulform rein gar nichts zu tun.
Kostenlose Praktika bezahlt von der Gesellschaft - es ist nicht zu fassen..
Das kommt bei einer "marktwirtschaftlich" organisierten Bildung heraus. Das ist gewollt.
Ungebildete Arbeitskräfte die man mit Verweis auf auf das Heer der Arbeitslosen in prekäre Arbeitsverhältnisse pressen kann.
So wird heute Staat organisiert. Das versteht man heute unter freiheitlichem Denken.
DAS WIRD EUCH EINES TAGES WIEDER AUF DIE FÜßE FALLEN!
Ihr Freigeister.
"Junge Menschen zu demoralisieren, indem sie als überflüssigen Rest bezeichnet werden, erzeugt solche wie im Artikel dargestellten Karrieren."
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Dazu muss man leider oft genug lesen, von den in Deutschland zT beheimateten Berufshetzern, dass "Hauptschüler" vielfach die Schule schwänzen würden.
Das ergibt bei gesundem Menschenverstand die zwingende Frage:
Weshalb denn soll ein Hauptschüler überhaupt noch in die Schule gehen, wenn man den jungen Menschen sagt: "Ihr habt doch sowieso keine Chance im Leben, wir werden euch auch keine Überlebenschance geben, wir brauchen euch einfach nicht".
Es ist doch geradezu eine unmenschliche deutsche Gesellschaft, welche mit unseren Verfassungsgrundwerten nichts mehr gemein hat, wenn man einer Gruppe von Menschen sagt:
Wir geben euch keine Überlebenschance.
Wer von diesen Menschen dann erwartet, dass sich diese dann auch noch auf die Seite eines Staates stellen, der im Prinzip sagt:
Wir vernichten euch, weil ihr "zu dumm" seid (wenn man das Ganze mal auf den Punkt bringt) der sollte mal zum Arzt gehen.
Im Thema Familie werden auch Details diskutiert und das gehört auch zur Familie.
Solange es in Deutschland keinerlei Grundorientierung mehr gibt, was wir denn in Deutschland überhaupt wollen, solange es keinerlei Grundorientierung gibt, in was für einer Gesellschaft wir überhaupt leben wollen, solange könnte man das Parlament schließen, denn alle Maßnahmen sind für die Katz, weil man sich der Ursachenanalyse verweigert.`
"Junge Menschen zu demoralisieren, indem sie als überflüssigen Rest bezeichnet werden, erzeugt solche wie im Artikel dargestellten Karrieren."
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Dazu muss man leider oft genug lesen, von den in Deutschland zT beheimateten Berufshetzern, dass "Hauptschüler" vielfach die Schule schwänzen würden.
Das ergibt bei gesundem Menschenverstand die zwingende Frage:
Weshalb denn soll ein Hauptschüler überhaupt noch in die Schule gehen, wenn man den jungen Menschen sagt: "Ihr habt doch sowieso keine Chance im Leben, wir werden euch auch keine Überlebenschance geben, wir brauchen euch einfach nicht".
Es ist doch geradezu eine unmenschliche deutsche Gesellschaft, welche mit unseren Verfassungsgrundwerten nichts mehr gemein hat, wenn man einer Gruppe von Menschen sagt:
Wir geben euch keine Überlebenschance.
Wer von diesen Menschen dann erwartet, dass sich diese dann auch noch auf die Seite eines Staates stellen, der im Prinzip sagt:
Wir vernichten euch, weil ihr "zu dumm" seid (wenn man das Ganze mal auf den Punkt bringt) der sollte mal zum Arzt gehen.
Im Thema Familie werden auch Details diskutiert und das gehört auch zur Familie.
Solange es in Deutschland keinerlei Grundorientierung mehr gibt, was wir denn in Deutschland überhaupt wollen, solange es keinerlei Grundorientierung gibt, in was für einer Gesellschaft wir überhaupt leben wollen, solange könnte man das Parlament schließen, denn alle Maßnahmen sind für die Katz, weil man sich der Ursachenanalyse verweigert.`
Das zeigt den ganzen Irrsinn, wohin Deutschland senkrecht abgestürzt ist.
Es ist mehr als unklar, ob "den Deutschen" bewußt ist, was das heißt.
[...]
Übrigens gab es kürzlich hier einen Beitrag aus der Wirtschaft, nach welcher man sehr wohl auch die einfachen Arbeitnehmer brauche.
Dass diese dann aber doch nicht eingestellt werden, zeigt nur auf, wie krank dieses Deutschland ist.
Bitte verzichten Sie auf geschmacklose Vergleiche und Provokationen. Danke, die Redaktion/fk.
"..Egal wie das Schulsystem sich in Zukunft gestalten wird, der demographische Wandel arbeitet für die Schulabgänger. Das Problem ist nicht, keinen Ausbildungsplatz zu finden, sondern den richtigen und die Ausbildung dann auch durchzuhalten..."
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Es ist ein Trugschluss zu glauben, der demographische Wandel wird es schon richten, da ein Mangel an Auszubildenden für den Ausbildungsbetrieb die Notwendigkeit herstellen würde, zu nehmen was kommt.
Ein gravierendes Versäumnis in einer insgesamt 10jährigen Hauptschulausbildung kann der Ausbildungsbetrieb niemals kompensieren.
Qualifizierte Berufe müssen auch ´gelernt´ und in der ganzen Tiefe ´gekonnt´ werden; und das in 3 Jahren!
Hier ist der vorausgehende schulische Ausbildungsstand entscheidend.
Ehemals war die originäre Hauptschule in ihrer 5jährigen Ausbildungszeit (nach der Grundschule) darauf angelegt, jenen Schülern mit einer in der persönlichen Tendenz angelegten guten praktischen Befähigung die schultheoretische und erzieherische Qualifikation so weit nahe zu bringen, daß sie in der anschließenden dualen Berufsausbildung keine Nachteile im Berufsschulunterricht erlitten.
Heutzutage scheint es mir, als würde ein Teil der vereinten Lehrerschaft der Hauptschulen ihre Verantwortlichkeit für die Schüler dadurch legitimieren, daß man einerseits selbst desillusioniert ist, und andererseits dies hinter nicht gerechtfertigten guten Zeugnisnoten versteckt.
Da also zu erwarten ist, daß es hier keine maßgeblich positive Entwicklung, auch nicht durch die Umbenennung, der Hauptschulen geben wird, denn inhaltlich steht man weiterhin vor einer Schülerschaft deren persönliche Veranlagung die praktische Befähigung ist, so bietet sich eher an, daß die Hauptschulen im Verbund mit der IHK und HWK und Kultusministerium darauf drängen, die Berufsausbildungen zu unterteilen.
Bisherige mehrjährige Berufsausbildungen in 1jahres- Schritten unterteilen, mit entsprechenden Teil-Abschlüssen versehen, und darauf aufbauend nach erfolgreichem Erreichen der einjährigen Teilausbildungen den großen Abschluss als mögliches Ziel eröffnen.
Sofern also ein Auszubildender den großen Abschluss nicht erreicht, so hat er/sie wenigstens seine qualifizierten Teilabschlüsse.
"Junge Menschen zu demoralisieren, indem sie als überflüssigen Rest bezeichnet werden, erzeugt solche wie im Artikel dargestellten Karrieren."
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Dazu muss man leider oft genug lesen, von den in Deutschland zT beheimateten Berufshetzern, dass "Hauptschüler" vielfach die Schule schwänzen würden.
Das ergibt bei gesundem Menschenverstand die zwingende Frage:
Weshalb denn soll ein Hauptschüler überhaupt noch in die Schule gehen, wenn man den jungen Menschen sagt: "Ihr habt doch sowieso keine Chance im Leben, wir werden euch auch keine Überlebenschance geben, wir brauchen euch einfach nicht".
Es ist doch geradezu eine unmenschliche deutsche Gesellschaft, welche mit unseren Verfassungsgrundwerten nichts mehr gemein hat, wenn man einer Gruppe von Menschen sagt:
Wir geben euch keine Überlebenschance.
Wer von diesen Menschen dann erwartet, dass sich diese dann auch noch auf die Seite eines Staates stellen, der im Prinzip sagt:
Wir vernichten euch, weil ihr "zu dumm" seid (wenn man das Ganze mal auf den Punkt bringt) der sollte mal zum Arzt gehen.
Im Thema Familie werden auch Details diskutiert und das gehört auch zur Familie.
Solange es in Deutschland keinerlei Grundorientierung mehr gibt, was wir denn in Deutschland überhaupt wollen, solange es keinerlei Grundorientierung gibt, in was für einer Gesellschaft wir überhaupt leben wollen, solange könnte man das Parlament schließen, denn alle Maßnahmen sind für die Katz, weil man sich der Ursachenanalyse verweigert.`
Wenn ich Ihnen auch umfassend recht gebe, so möchte ich doch darauf verweisen, daß es eine neue politische und wirtschaftliche Grundorientierung gibt.
Nur ist diese Grundorienierung europäisch.
Politik und Wirtschaft haben sich unabhängig von den Bevölkerungen für ein europäischen Zusammenleben entschieden, das geprägt sein soll durch die ´Liberalisierung des Marktes´, also Neoliberalismus als Gesellschaftsform. Für Deutschland hieß das die Beendigung des Rheinischen Kapitalismus, unter Einführung der Agenda 2010. Die Fortsetzung dieser Zielsetzung erklärt sich über die EU-Agenda 2020.
Wobei natürlich entsprechende Kreise nicht nachteilig betroffen sind, sondern profitieren.
Damit nun so etwas wie ein gleiches Kräfteverhältnis auf dem europäischen Arbeitsmarkt entsteht, sollen alle europäischen Arbeitskräfte miteinander wetteifern.
Dass dies in einer hochtechnisierten europäischen Welt und aufgrund des globalen Marktes zu Lasten der Minderqualifizierten geht, wird dabei billigend in Kauf genommen.
Ich weiß, daß Sie das wissen, aber mir ist es wichtig, noch einmal darauf hinzuweisen.
Für mich wäre das Bedingungslose Grundeinkommen auf europäischer Ebene die Alternative.
Wenn ich Ihnen auch umfassend recht gebe, so möchte ich doch darauf verweisen, daß es eine neue politische und wirtschaftliche Grundorientierung gibt.
Nur ist diese Grundorienierung europäisch.
Politik und Wirtschaft haben sich unabhängig von den Bevölkerungen für ein europäischen Zusammenleben entschieden, das geprägt sein soll durch die ´Liberalisierung des Marktes´, also Neoliberalismus als Gesellschaftsform. Für Deutschland hieß das die Beendigung des Rheinischen Kapitalismus, unter Einführung der Agenda 2010. Die Fortsetzung dieser Zielsetzung erklärt sich über die EU-Agenda 2020.
Wobei natürlich entsprechende Kreise nicht nachteilig betroffen sind, sondern profitieren.
Damit nun so etwas wie ein gleiches Kräfteverhältnis auf dem europäischen Arbeitsmarkt entsteht, sollen alle europäischen Arbeitskräfte miteinander wetteifern.
Dass dies in einer hochtechnisierten europäischen Welt und aufgrund des globalen Marktes zu Lasten der Minderqualifizierten geht, wird dabei billigend in Kauf genommen.
Ich weiß, daß Sie das wissen, aber mir ist es wichtig, noch einmal darauf hinzuweisen.
Für mich wäre das Bedingungslose Grundeinkommen auf europäischer Ebene die Alternative.
Sie können das doch ganz erheblich besser...
Hier schreiben Sie einfach den Inhalt der Fernsehreportage "Auf Euch wartet hier keiner" ab. Das ist nicht neu, sondern längst durch.
Ihr Buch "Deutschland dritter Klasse" ist auch nur eine Abschrift der Reportage "Leben in der Unterschicht"; längst durch....
Schade. Sie waren so gut mit Ihrem Buch: "Gestatten. Elite". Habe ich gelesen und war von Ihrer Schreibe begeistert.
Jetzt schreiben Sie leider nur noch ab. Warum? Sie könnten es so viel besser.
Der Betrag den Sie da nennen, der ist von Frau Friedrichs und der Zeitpukt ist ja auch gut gewählt.
Das Ausbildungsjahr beginnt.
Der Betrag den Sie da nennen, der ist von Frau Friedrichs und der Zeitpukt ist ja auch gut gewählt.
Das Ausbildungsjahr beginnt.
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