Alkoholverbot Wer Verbote erlaubt
Jugendliche dürfen vielerorts in der U-Bahn nicht mehr trinken. Der Schutz der Jungen ist einigen nur ein Vorwand
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In der Hamburger U-Bahn ist das Alkoholtrinken ab 1. September verboten.
In Hamburg gilt nun also auch, wie schon in München, Nürnberg oder einigen anderen Städten, ein Alkoholverbot in öffentlichen Verkehrsmitteln. Vor allem die Zahl der Jugendlichen, heißt es, habe bedrohlich zugenommen, die sich schon auf der Fahrt zu Klubs und Partys in die geeignete Stimmung bringen zu müssen glauben. "Vorglühen" lautet der erstaunliche Begriff für diese Praxis. Offenbar ist etwas, das bei modernen Dieselmotoren nicht mehr nottut, bei Jugendlichen für das Erreichen einer partytauglichen Betriebstemperatur nötig geworden.
Indes steigt sie auch gerne weit darüber hinaus, und dabei entstehen Probleme akustischer und medizinischer, manchmal auch explosiver Art, vor denen sich die Kommunen zu fürchten begonnen haben. Manchmal verlagern sich die Saufexzesse sogar komplett in den öffentlichen Raum; München hat deswegen schon mit dem Gedanken gespielt, auch für öffentliche Plätze ein Alkoholverbot zu erlassen. Solche Eingriffe in den privaten Lebensstil der Bürger haben immer etwas Unerfreuliches, aber man wird kaum sagen können, dass mit ihnen ein entscheidender Nerv individueller Selbstbestimmung getroffen wird.
Rauchverbote schützen Nichtraucher vor dem Anblick eines Lasters
Bedenklich ist allerdings die Begründung. Es geht keineswegs nur um Wohl und Wehe der Jugendlichen. Sie können, wenn sie in der U-Bahn nicht mehr trinken dürfen, mühelos andere Lokalitäten finden; und wenn ihnen der Ausweg auf öffentliche Straßen und Plätze versperrt würde (wie München erwägt), dann würde sich immer noch ein alter Schuppen oder ein vermodertes Kellerloch anbieten. Es geht, wie der Münchner Verkehrsverbund mit wünschenswerter Deutlichkeit zu erkennen gegeben hat, um den Schutz der erwachsenen Fahrgäste – nämlich vor Belästigungen und sicher auch schon vor dem Anblick erbrechender oder hilflos in Flaschenscherben sich wälzender Teenies.
In Hamburg konnte man diesen Anblick bisher an jedem Abend eines Wochenendes haben, und neben der ästhetischen Herausforderung stellte sich auch jedes Mal das Erste-Hilfe-Dilemma: Wem hilft man zuerst und mit welchen Mitteln? Die U-Bahn-Passagiere standen sozusagen stellvertretend für die ganze Gesellschaft dem Problem einer Jugend von Desperados gegenüber, die gerne bereit ist, dem Rausch die Gesundheit und eine Zukunft zu opfern, an deren Glück sie ohnehin nicht glaubt. Was vermag dagegen ein Alkoholverbot?
- Datum 01.09.2011 - 11:16 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 1.9.2011 Nr. 36
- Kommentare 168
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noch der Schutz der Nichtraucher vorgeschoben, ist es beim Alkohol nun die Ästhetische Beleidigung! Bin mal gespannt was es beim Helm für Fahrradfahrer sein wird. Mir ist zum kotzen ganz ohne Alkohol.
Guter Artikel
. .das diese moralische Gängelung durch interessierte Kreise Sinnvolles zum Schaden der Menschen unterbindet.
Z.B. der Fahrradhelm. Ist völlig sinnvoll, habe bereits den Dritten. Die andern zwei wurden beim Aufprall zerstört, aber nicht mein Gehirn.Durch meinen Beruf kenne ich die Fakten, wie ein beschädigtes Gehirn den Menschen beeinträchtigt und im Leben behindert.
Saufgelage, nun, neben meist langfristig eintretenden Gesundheitlichen Schäden ist es auch klar, dass unter Alkoholeinfluss die Gewalttätigkeiten bis hin zum Tötungsdelikt zu nehmen.
Mache ich aber Verbote daraus, opponiert der Mensch. Gut für diese interessierten Kreise, die können ihr Feindbild sozusagen mit Inhalt füllen ;-)und immer so weiter machen.
Für die Menschen selber bringt es gar nix, mit Verboten werden Konflikte ausgelöst, Selektion und Spaltung der Bevölkerung betrieben und die Denunziation gefördert. Wer will wirklich als Bürger so leben ? Brauchbare Konzepte müssen her.
Danke für diesen bereichernden Artikel. Schon alleine das Anzweifelns eines Alkoholverbotes in der Öffentlichkeit ( "Saufexzesse" müssen ja immer schlimm sein) entspricht meinem Wunsch eines bereichernden Artikels. Zusätzlich dazu stimme ich diesem in vollem Maße zu. Würde es in erster Linie darum gehen, junge Menschen vom Trinken abzuhalten, würden Präventionsmaßnahmen greifender sein, als das für Jugendliche leicht zu umgehende Verbot, Alkohol in der Öffentlichkeit zu trinken. Demnach ist es meiner Meinung nach gerade angebracht, in öffentlichen Verkehrsmitteln zu trinken (solange Grundrespekt vor anderen etc. noch erhalten ist). Soll das Bildungsbürgertum, das solche Exzesse wohl am ehesten kritisiert und wegen welchen ein solches Verbot überhaupt entsteht, lieber das teurere Taxi nehmen oder der Realität ins Auge sehen. Denn ein alkoholisierter Jugendlicher ist wohl nicht so schlimm, wie die Probleme der Finanzmärkte. Sollen sie sich doch lieber darum Gedanken machen und uns die Freiheit lassen, die wir in unserer Jugend brauchen! Am morgen danach diskutiere ich dann gerne über die Eurokrise.
Ich habe mit meinem Steuergeld die Schule der Jugendlichen bezahlt, jetzt möchte ich, dass diese arbeiten und mit ihren beiträgen meine Rente bezahlen.
Mit meinen Kassenbeiträgen möchte ich auch nicht die Alkoholsucht, das Raucherbein und die Kopfverletzung des Radfahrers bezahlen, der keinen Helm trug! Aber das kann ich gar nicht verhindern!
Hier wird die Gesellschaft entsolidarisiert wie sie auf dem Finanzmarkt schon längst entsolidariosiert ist. Jeder macht dass was er will und nimmt keine Rücksicht auf seine Mitmenschen.
Ach was, ich gehe jetzt zu meinem Nachbarn, sauf mir einen, rauche ihm die Bude voll, und pinkel ihm ins Wohnzimmer - siehe Depardieu - ist ja alles so easy!
Tschüss Deutschland
Bitte verzichten Sie auf ironische Kommentare, da diese oft missverständlich sind. Danke, die Redaktion/mk
nur vorgeschoben? sagen sie mal, wissen sie eigentlich wie belastend dieser krebserregende gestank allerorten für nichtraucher war? wohl kaum, sie süchtiger ignorant.
. .das diese moralische Gängelung durch interessierte Kreise Sinnvolles zum Schaden der Menschen unterbindet.
Z.B. der Fahrradhelm. Ist völlig sinnvoll, habe bereits den Dritten. Die andern zwei wurden beim Aufprall zerstört, aber nicht mein Gehirn.Durch meinen Beruf kenne ich die Fakten, wie ein beschädigtes Gehirn den Menschen beeinträchtigt und im Leben behindert.
Saufgelage, nun, neben meist langfristig eintretenden Gesundheitlichen Schäden ist es auch klar, dass unter Alkoholeinfluss die Gewalttätigkeiten bis hin zum Tötungsdelikt zu nehmen.
Mache ich aber Verbote daraus, opponiert der Mensch. Gut für diese interessierten Kreise, die können ihr Feindbild sozusagen mit Inhalt füllen ;-)und immer so weiter machen.
Für die Menschen selber bringt es gar nix, mit Verboten werden Konflikte ausgelöst, Selektion und Spaltung der Bevölkerung betrieben und die Denunziation gefördert. Wer will wirklich als Bürger so leben ? Brauchbare Konzepte müssen her.
Danke für diesen bereichernden Artikel. Schon alleine das Anzweifelns eines Alkoholverbotes in der Öffentlichkeit ( "Saufexzesse" müssen ja immer schlimm sein) entspricht meinem Wunsch eines bereichernden Artikels. Zusätzlich dazu stimme ich diesem in vollem Maße zu. Würde es in erster Linie darum gehen, junge Menschen vom Trinken abzuhalten, würden Präventionsmaßnahmen greifender sein, als das für Jugendliche leicht zu umgehende Verbot, Alkohol in der Öffentlichkeit zu trinken. Demnach ist es meiner Meinung nach gerade angebracht, in öffentlichen Verkehrsmitteln zu trinken (solange Grundrespekt vor anderen etc. noch erhalten ist). Soll das Bildungsbürgertum, das solche Exzesse wohl am ehesten kritisiert und wegen welchen ein solches Verbot überhaupt entsteht, lieber das teurere Taxi nehmen oder der Realität ins Auge sehen. Denn ein alkoholisierter Jugendlicher ist wohl nicht so schlimm, wie die Probleme der Finanzmärkte. Sollen sie sich doch lieber darum Gedanken machen und uns die Freiheit lassen, die wir in unserer Jugend brauchen! Am morgen danach diskutiere ich dann gerne über die Eurokrise.
Ich habe mit meinem Steuergeld die Schule der Jugendlichen bezahlt, jetzt möchte ich, dass diese arbeiten und mit ihren beiträgen meine Rente bezahlen.
Mit meinen Kassenbeiträgen möchte ich auch nicht die Alkoholsucht, das Raucherbein und die Kopfverletzung des Radfahrers bezahlen, der keinen Helm trug! Aber das kann ich gar nicht verhindern!
Hier wird die Gesellschaft entsolidarisiert wie sie auf dem Finanzmarkt schon längst entsolidariosiert ist. Jeder macht dass was er will und nimmt keine Rücksicht auf seine Mitmenschen.
Ach was, ich gehe jetzt zu meinem Nachbarn, sauf mir einen, rauche ihm die Bude voll, und pinkel ihm ins Wohnzimmer - siehe Depardieu - ist ja alles so easy!
Tschüss Deutschland
Bitte verzichten Sie auf ironische Kommentare, da diese oft missverständlich sind. Danke, die Redaktion/mk
nur vorgeschoben? sagen sie mal, wissen sie eigentlich wie belastend dieser krebserregende gestank allerorten für nichtraucher war? wohl kaum, sie süchtiger ignorant.
Der Artikel verkennt, daß durch saufende und pöbelnde Fahrgäste die anderen belästigt oder gar geschädigt werden. Es ist Aufgabe jedes Verkehrsunternehmens, solche Konsequenzen auszuschließen. Daher gilt das Alkoholverbot entgegen dem Anschein, den der Artikel in journalistischer Larmoyanz ("Verbot untergräbt die Freiheit")erwecken will, auch für Erwachsene. Richtig so!
Wenn Sie in diesem Artikel Larmoyanz auffgefunden haben wollen, dann ist Ihnen beileibe nicht mehr zu helfen.
Wenn Sie in diesem Artikel Larmoyanz auffgefunden haben wollen, dann ist Ihnen beileibe nicht mehr zu helfen.
Der Autor ist Raucher, nehme ich an? Diese völlige Überhöhung der eigenen Bedeutung und des eigenen "Lasters" (ein Euphemismus!) ist typisch.
Bei Rauchverboten geht es darum, dass Raucher andere Menschen schädigen. Wenn derselbe Effekt mit anderen Mitteln verursacht würde (z.B. Versprühen giftiger und stinkender Substanzen), wäre es sogar eine Straftat und kein irgendwie "individueller Lebensstil". Nein, es geht nicht um den Schutz des Rauchers, selbstverständlich nicht, das anzuführen ist nur ein Strohmann. Und der Anblick eines Rauchers ist erbärmlich, aber ertragbar. Es geht nur und ausschließlich um den Schutz der Nichtraucher vor einem Verhalten, das nur erlaubt ist, weil es eine gewisse Tradition hat - und selbstverständlich auch institutionalisiert wie im Arbeitsrecht oder in der Öffentlichkeit, wo ein einzelner Raucher in der Gruppe oder als Chef die Freiheit aller Nichtraucher in der Gruppe oder am Arbeitsplatz vernichten kann. Da ist nur noch der Raucher frei, auf Kosten aller anderen. Auf die Rücksicht von Rauchern zu setzen ist komplett schiefgegangen, in der Drogensucht und unter Rechtfertigungsdruck (vor sich selber) geht diese selbst bei sonst vernünftigen Menschen verloren.
Alkoholverbote, Heroinverbote und ähnliches haben tatsächlich einen völlig anderen Normzweck.
Nein, beim sogenannten "Nichtraucherschutz" geht es definitiv in erster Linie um Rauchverbote für Erwachsene. Das gab sogar der EU-Gesundheitskommissar John Dalli zu als er von dem Ideal eines "rauchfreien Europas" schwärmte.
Denn ginge es wirklich - wie oft für eine bessere Akzeptanz in der Öffentlichkeit vorgeschoben - um Nichtraucherschutz warum dürfen in Bayern Erwachsene nicht mal mehr dort rauchen wo der Nichtraucherschutz gewährleistet wäre.
-In Raucherräume , -
-in Räumen mit Luftfilteranlagen, die sauberere Luft bringen als in Nichtraucherkneipen - TÜV geprüft!!!
-in Zigarrenlounges...usw..
Also alles Orte wo nie ein Nichtraucher jemals einen Fuss reinsetzen muss.
In Spanien ist es den Spaniern sogar teilweise verboten worden UNTER FREIEM HIMMEL zu rauchen.
Ihr Vergleich mit dem Versprühen giftiger Substanzen stimmt einfach nicht.
Sonst müssten die lungenkrankmachenden Laserstrahldrucker auch vor die Tür- wie Raucher.
Krebserregende Dieselabgasse - 24 Std. täglich "Besprühung" - aber man begnügt sich mit Filter.
Flughäfen müssten gesperrt werden, weil nachweislich das Krebsrisiko dort besonders hoch ist.
In 2 Drittel der Studien zur Gefährlichkeit von Passivrauchs hat man nichts gefunden.
In der Studie , die von d. Politik als Hauptargument für Rauchverbote diente, waren 2 Drittel der sog. Passivrauchtoten ÜBER 75-Jährige!
Welchen Normzweck erfüllt den das Heroinverbot, bzw. wem nützt es etwas?
(z.B. Versprühen giftiger und stinkender Substanzen)
Na dann mal los: Schnell die Autos verbieten!!!
Nein, beim sogenannten "Nichtraucherschutz" geht es definitiv in erster Linie um Rauchverbote für Erwachsene. Das gab sogar der EU-Gesundheitskommissar John Dalli zu als er von dem Ideal eines "rauchfreien Europas" schwärmte.
Denn ginge es wirklich - wie oft für eine bessere Akzeptanz in der Öffentlichkeit vorgeschoben - um Nichtraucherschutz warum dürfen in Bayern Erwachsene nicht mal mehr dort rauchen wo der Nichtraucherschutz gewährleistet wäre.
-In Raucherräume , -
-in Räumen mit Luftfilteranlagen, die sauberere Luft bringen als in Nichtraucherkneipen - TÜV geprüft!!!
-in Zigarrenlounges...usw..
Also alles Orte wo nie ein Nichtraucher jemals einen Fuss reinsetzen muss.
In Spanien ist es den Spaniern sogar teilweise verboten worden UNTER FREIEM HIMMEL zu rauchen.
Ihr Vergleich mit dem Versprühen giftiger Substanzen stimmt einfach nicht.
Sonst müssten die lungenkrankmachenden Laserstrahldrucker auch vor die Tür- wie Raucher.
Krebserregende Dieselabgasse - 24 Std. täglich "Besprühung" - aber man begnügt sich mit Filter.
Flughäfen müssten gesperrt werden, weil nachweislich das Krebsrisiko dort besonders hoch ist.
In 2 Drittel der Studien zur Gefährlichkeit von Passivrauchs hat man nichts gefunden.
In der Studie , die von d. Politik als Hauptargument für Rauchverbote diente, waren 2 Drittel der sog. Passivrauchtoten ÜBER 75-Jährige!
Welchen Normzweck erfüllt den das Heroinverbot, bzw. wem nützt es etwas?
(z.B. Versprühen giftiger und stinkender Substanzen)
Na dann mal los: Schnell die Autos verbieten!!!
für diesen Artikel. Ma ne andere, sehr interessante, Sicht der Dinge. Mich, als junger mehr oder weniger gesund lebender Mensch, der sich nie am Rauchen anderer und dem Alkoholkonsum gestört gefühlt hat, sind die Raucherschutzgesetze von anfang an aufgestoßen. Jeder kann sich sein Restaurant oder Kneipe selbst raussuchen- ist ja nicht so dass man da täglich abhängt und so den schnellen Rauchertod stirbt...
Erstaunlich, dass scheinbar nicht alle einen Realitätsverlust erlitten haben. Die Verlagerung des Problems auf ausweichstellen ist ja wohl Fakt und Das Flatratesaufen sich im großen und ganzen nicht durchgesetzt hat wohl auch aber gerade in einer Stadt wie HH (Kiez,Schanze etc.) Wird ein Alkoholverbot eher für mehr aggressive Zwischenfälle sorgen als eine gewisse Toleranz. Dass sich der HVV aus der Affäre ziehen will ist auch nachvollziehbar aber meiner bescheidenen Meinung nach nicht umsetzbar. Einer der aufgewecktesten Artikel der letzen Monate. Danke
Ja Klar, mit gelegentlichen Saufgelagen zerstört man Zukunft und Gesundheit !
Gelegentliche Saufelage zerstören weder Gesundheit noch Zukunft..... aber Saufgelage in der Bahn oder auf dem Bahnhof sind ziemlich nervig für all diejenigen, die nicht zum "inner circle" der saufenden Meute gehören.
Man kann auf einem Bahnsteig oder in einem Waggon nicht gut ausweichen und wer seinen Konsum oder sein Verhalten beim/nach Konsum nicht unter Kontrolle hat, ist in meinen Augen so unreif, daß er vor sich selbst geschützt werden sollte.
Natürlich können sich die potentiellen Mitfahrer auch schon vor Fahrtantritt die Kante geben - trotzdem finde ich das Alkoholverbot gut, weil ich mir eine Minderung der zur Zeit alltäglichen Belästigungen durch pöbelnde Kampftrinker verspreche.
Ich bin übrigens KEIN Abstinenzler.
Gelegentliche Saufelage zerstören weder Gesundheit noch Zukunft..... aber Saufgelage in der Bahn oder auf dem Bahnhof sind ziemlich nervig für all diejenigen, die nicht zum "inner circle" der saufenden Meute gehören.
Man kann auf einem Bahnsteig oder in einem Waggon nicht gut ausweichen und wer seinen Konsum oder sein Verhalten beim/nach Konsum nicht unter Kontrolle hat, ist in meinen Augen so unreif, daß er vor sich selbst geschützt werden sollte.
Natürlich können sich die potentiellen Mitfahrer auch schon vor Fahrtantritt die Kante geben - trotzdem finde ich das Alkoholverbot gut, weil ich mir eine Minderung der zur Zeit alltäglichen Belästigungen durch pöbelnde Kampftrinker verspreche.
Ich bin übrigens KEIN Abstinenzler.
"Es löst allerdings nicht das Gerechtigkeitsproblem, das dem jugendlichen Suff zugrunde liegt: dass eine ganze Gesellschaft auf Kosten einer Jugend lebt, deren Zukunft sie durch Staatsverschuldung, Umweltzerstörung und nicht zuletzt grotesk überzogene Leistungsforderungen (bei gleichzeitigem Ruin der Bildungseinrichtungen) gründlich verdüstert hat."
Wer verursacht die Staatsverschuldung? Ich persönlich habe darauf keinen Einfluss.
Was kann ich persönlich gegen den Ruin der Bildungseinrichtungen tun?
Ich glaube, wer dem "jugendlichen Suff" frönt, macht sich gar keine Gedanken über Umweltzerstörung und Staatsverschuldung. Und es gibt mehr Jugendliche, die dabei sind ihre Zukunft zu gestalten, als Suffkes.
Recht gebe ich Ihnen, dass es an den Gymnasien "grotesk überzogene Leistungsforderungen" gibt. Aber keine Elternvertretung ist in der Lage, Bildungspläne zu ändern.
Eltern und Schüler haben keine Lobby.
Ich war durchaus gespannt, wie Sie Ihre doch recht gewagte These, dass es sich bei solchen Gesetzgebungen um die Befriedigung des Wunsches eines Bevölkerungsteils ginge, "einen anderen Bevölkerungsteil gängeln zu wollen", begründen würden. Aber gerade diese Begründung fand ich doch stark enttäuschend und eigentlich dem üblichen Niveau ihres Blattes entsprechend.
Dass betrunkene Jugendliche in öffentlichen Verkehrsmitteln nur eine "ästhetische Herausforderung" für die Fahrgäste darstellen würden, kann man nicht einmal als Euphemismus bezeichnen. Ihnen ist theoretisch sicher bewusst, dass durch den Alkohol Aggressionen gefördert werden. Aber wie sich das in Bus oder U-Bahn auf andere Fahrgäste auswirken kann, muss man wohl in der Praxis erlebt haben. Ich glaube Ihnen gerne, dass Sie nicht oft mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs sind.
Zuletzt erscheint jedenfalls Ihre These, dass sich der „Suff“ der Jugend, aus Staatsverschuldung, Umweltzerstörung und Leistungsforderungen, ergeben habe, für leicht widerlegbar. Trinkt denn die Jugend in Ländern, wo die von Ihnen aufgezählten Bedingungen weniger stark ausgeprägt sind, weniger? Nehmen wir als Beispiel Skandinavien. Wenn Sie sich hier die staatlichen Maßnahmen gegen Alkoholkonsum anschauen, wird Ihnen schnell klar, dass diese These nicht zutrifft.
Auch Ihre Argumente, dass ein Rauchverbot gar nicht dem Schutz der Nichtraucher (z.B. Kinder) dienen, sind keinesfalls neu und per logischer Argumentation längst schon widerlegt.
Ich finde den Tenor des Artikels eher larmoyant denn konstruktiv. Zitat: "dass eine ganze Gesellschaft auf Kosten einer Jugend lebt, deren Zukunft sie durch Staatsverschuldung, Umweltzerstörung und nicht zuletzt grotesk überzogene Leistungsforderungen (bei gleichzeitigem Ruin der Bildungseinrichtungen) gründlich verdüstert hat." : das trifft zwar teilweise zu (Staatsverschuldung, Umweltzerstörung, Ruin der Bildungseinrichtungen), hat aber mit dem konkreten Thema nicht viel zu tun. Der Entschluss zu saufen (den der Einzelne doch freiwillig trifft) baut schließlich nicht auf einer Aporie - sondern eher auf einer nicht immer, aber doch häufig an Individuen festmachbaren Vorbildfunktion. "Die Gesellschaft" ist mit dem Versagen der in aller Regel vorhandenen Eltern konfrontiert - und mit dem Ausputzen überfordert. Dass sie legitimiert ist, sich gegen Auswüchse zu wehren, und sei es mit Verboten, wird niemand vernünftigerweise bestreiten. Allenfalls hapert es mit der Durchsetzung (meinetwegen auch Durchsetzbarkeit) solcher Verbote, aber auch das ist wieder ein anderes Thema.
Ich finde den Tenor des Artikels eher larmoyant denn konstruktiv. Zitat: "dass eine ganze Gesellschaft auf Kosten einer Jugend lebt, deren Zukunft sie durch Staatsverschuldung, Umweltzerstörung und nicht zuletzt grotesk überzogene Leistungsforderungen (bei gleichzeitigem Ruin der Bildungseinrichtungen) gründlich verdüstert hat." : das trifft zwar teilweise zu (Staatsverschuldung, Umweltzerstörung, Ruin der Bildungseinrichtungen), hat aber mit dem konkreten Thema nicht viel zu tun. Der Entschluss zu saufen (den der Einzelne doch freiwillig trifft) baut schließlich nicht auf einer Aporie - sondern eher auf einer nicht immer, aber doch häufig an Individuen festmachbaren Vorbildfunktion. "Die Gesellschaft" ist mit dem Versagen der in aller Regel vorhandenen Eltern konfrontiert - und mit dem Ausputzen überfordert. Dass sie legitimiert ist, sich gegen Auswüchse zu wehren, und sei es mit Verboten, wird niemand vernünftigerweise bestreiten. Allenfalls hapert es mit der Durchsetzung (meinetwegen auch Durchsetzbarkeit) solcher Verbote, aber auch das ist wieder ein anderes Thema.
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