BundesverfassungsgerichtDer Bundestag hat das letzte Wort

Karlsruhe erlaubt die Rettung des Euro.

An Karlsruhe wird Europa nicht scheitern. Deutschland darf Griechenland helfen, der vorläufige Rettungsschirm über den Euro ist rechtens. Das hat das Bundesverfassungsgericht am Mittwoch entschieden und damit wieder einmal den großen Konflikt mit der Politik vermieden. Die Richter haben lediglich den Bundestag verpflichtet, sich selbst ernst zu nehmen und allen Zumutungen der Exekutive, allen Eilentscheidungen der Regierung zu widerstehen. Das Parlament ist und bleibt Herr über den Haushalt, niemand sonst, nicht die Kanzlerin, schon gar nicht irgendwelche abstrakten europäischen Rettungsmechanismen. Notfalls, daran lässt das Gericht keinen Zweifel, wird es selbst dafür sorgen, dass die Abgeordneten das letzte Wort über das Geld der Deutschen behalten. Insofern müssten auch die Kläger um den CSU-Mann Peter Gauweiler nicht ganz unglücklich sein.

Dieses Urteil liegt ganz auf der Linie bisheriger Karlsruher Entscheidungen zur europäischen Integration. Sie besagt, brutal verkürzt, dass der Bundestag der Ort des Demokratischen ist und einstweilen bleiben wird. Eine weitere Integration ohne das Parlament oder an ihm vorbei wird es nicht geben. Das kann man altmodisch nennen, weil es national gedacht ist und weil darin, mindestens bei manchen Richtern, tatsächlich einige Integrationsskepsis mitschwingt. Aber wer kann sich im Ernst mehr Integration auf Kosten der Demokratie wünschen? Schon jetzt ist das Legitimationsdefizit der EU manifest und das Unbehagen daran in der Bevölkerung enorm.

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Dieses Unbehagen wird weiter wachsen, je intensiver über den nächsten großen Integrationsschub diskutiert wird. Denn wie eine europäische Wirtschaftsregierung parlamentarisch kontrolliert werden würde, wie das Volk in einem künftigen »Kerneuropa« repräsentiert wäre, all das ist ungeklärt. Schlimmer noch, es wird darüber noch nicht einmal ernsthaft nachgedacht. Und solange das so bleibt, wird Karlsruhe immer wieder den Bundestag stärken, gelegentlich sogar gegen den Willen der Abgeordneten.

Chronik
Die Euro-Krise seit 2009
Mai 2013

Europa wird unbeliebter: Laut einer Studie des US-Meinungsforschungsinstituts Pew ist die Zustimmung zur EU im Vergleich zum Vorjahr von 60 auf 45 Prozent gesunken. Befragt wurden knapp 8.000 Bürger in acht EU-Staaten. In Deutschland wurden das europäische Projekt und die wirtschaftliche Lage noch in Deutschland bewertet, in Frankreich sank die Zustimmung am stärksten. Allerdings ergibt die Studie auch, dass eine Mehrheit der Bürger den Euro behalten will und dass etwa zwei Drittel der Befragten in Krisenländern die Sparpolitik großen Mehrausgaben vorziehen.

28. April 2013

Um sich zukünftige Hilfszahlungen der Troika zu sichern, verabschiedet die griechische Regierung ein neues Sparpaket. Unter anderem sollen bis Ende nächsten Jahres 15.000 Beamte entlassen werden. Ohnehin erreicht die Arbeitslosigkeit immer neue Rekord-Ausmaße: Schon Anfang des Jahres waren in der ganzen Euro-Zone 19 Millionen Menschen ohne Erwerb. In Griechenland und Spanien lag die Arbeitslosenquote bei über 26, bei unter 25-jährigen sogar über 55 Prozent. Immer wieder kommt es in den Krisenländern zu Streiks und heftigen Protesten.

April 2013

Die wissenschaftliche Basis der Sparpolitik bröckelt: Eine maßgebliche Studie von Kenneth Rogoff und Carmen Reinhart kam zu dem Schluss, dass Staatsschulden das Wachstum bremsen, sobald sie einen bestimmten Punkt überschreiten. Jetzt wird die Arbeit massiv angezweifelt. Neue Forschungen ergeben, dass der errechnete Zusammenhang zwischen Schulden und Wachstum weniger stark ausfällt. Das gibt den Kritikern der Sparpolitik neue Argumente.

14. April 2013

Der konservative Protest gegen den Euro formiert sich: Auf ihrem Gründungsparteitag hat die Alternative für Deutschland (AfD) beschlossen, zur Bundestagswahl anzutreten. Die Partei um den Wirtschaftsprofessor Bernd Lucke fordert den Ausstieg aus dem Euro, die Wiedereinführung der D-Mark und das Ende der Rettungspakete. Die AfD gibt sich bürgerlich und versucht, sich von Rechtspopulismus-Vorwürfen abzusetzen. Zustimmung zum Euro-Austritt äußert unter anderem auch der frühere Linken-Vorsitzende Oskar Lafontaine. In Umfragen Anfang Mai erreicht die AfD drei Prozent.

März 2013

Zypern droht die Staatspleite. Ein erster Rettungsplan der Euro-Finanzminister sieht vor, auch die Bankkunden an den Kosten zu beteiligen, die vergleichsweise kleine Summen bei Zyperns Banken angelegt haben. Doch das Parlament in Zypern lehnt die Zwangsabgabe ab. Schließlich werden nur Konten mit über 100.000 Euro belastet, die Troika zahlt zehn Milliarden Euro, Zypern bleibt mit umstrukturiertem Finanzsektor im Euro. Am 28. März öffnen zyprische Banken nach einer zwölftägigen Pause wieder, der befürchtete Ansturm der Kunden auf die Institute bleibt aus.

Januar 2013

In Großbritannien legt die eurokritische Partei UKIP in Umfragen stark zu. In einer Grundsatzrede kündigt Premierminister David Cameron ein Referendum zum Austritt aus der EU an. Er spricht sich für den Verbleib in der Staatengemeinschaft aus – wenn diese sich "möglicherweise bis zur Unkenntlichkeit" verändere. Die EU müsse flexibler, anpassungsfähiger und offener werden, die Schuldenkrise überwinden. Dazu müsste allerdings der Lissabon-Vertrag verändert werden, was für viele EU-Politiker nicht infrage kommt.

November 2012

Die Euro-Finanzminister, die EZB und der IWF einigen sich auf Maßnahmen gegen die griechische Staatsverschuldung. Aus dem zweiten Hilfspaket werden Notkredite in Höhe von 44 Milliarden Euro gewährt. Außerdem bekommt Athen mehr Zeit, um seine Schulden abzubauen – bis zum Jahr 2020 muss die Schuldenlast nun um 120 statt 124 Prozent gesunken sein, für die Rückzahlungen an den EFSF ist auch über 2020 hinaus Zeit. Einen zweiten Schuldenschnitt für Griechenland hatte unter anderem Deutschland zunächst kategorisch abgelehnt.

Oktober 2012

Der Rettungsschirm ESM tritt in Kraft. Insgesamt 500 Milliarden Euro können in Form von Hilfskrediten oder durch das Ankaufen von Anleihen an Krisenstaaten vergeben werden. Die Staaten müssen dazu bestimmte Auflagen erfüllen. In Deutschland lehnte das Bundesverfassungsgericht zuvor Klagen gegen den ESM ab. Geklagt hatten unter anderem Peter Gauweiler (CSU) und die Linke im Bundestag. Das Gericht stellte aber zugleich die Bedingung, dass die deutsche Haftung maximal 190 Milliarden Euro betragen dürfe.

September 2012

EZB-Chef Mario Draghi kündigt an, unbegrenzt Staatsanleihen von Spanien und Italien anzukaufen und so deren Zinsen für Neuverschuldungen zu senken. Bedingung ist, dass die Rettungsfonds EFSF und ESM beantragt und entsprechende Reformen zugesagt werden. Damit setzt die EZB ihre Bemühungen fort, die Kreditvergabe anzuregen und die Konjunktur in Krisenländern zu stärken. Im Juli hatte die Bank zu diesem Zweck den Leitzins von 1,0 auf einen Rekordwert von 0,75 Prozent gesenkt.

29. Juni 2012

In Brüssel treffen sich die Staats- und Regierungschefs der EU zum Krisengipfel. Spanien und Italien verlangen schnelle Hilfen. Merkel lehnt Euro-Bonds oder ein Eingreifen der EZB, um die Finanzmärkte zu stabilisieren, ab. Spanien und Italien aber verhandeln hart. Am Ende wird ein Pakt für Wachstum und Beschäftigung beschlossen. Rettungsgeld soll zukünftig "flexibler" vergeben werden. Die spanischen Banken sollen direkt Geld aus Brüssel erhalten. Die Staatschef verabreden die Schaffung einer Bankenunion.

25. Mai 2012
bankia

Eine Zahl schreckt die Finanzwelt auf. In die Welt gesetzt hat sie José Ignacio Goirigolzarri, der Chef von Bankia, der viertgrößten Bank Spaniens. 19 Milliarden Euro braucht die Bank demnach an Staatshilfen, um zu überleben – weit mehr als bisher angenommen. Die Meldung untergräbt das Vertrauen in spanische Anleihen weiter, auch die Börsenkurse rutschen weltweit ab. Eine neue Debatte beginnt: Angela Merkel schlägt vor, Europas systemrelevante Banken unter eine gemeinsame Aufsicht zu stellen.

6. Mai 2012
hollande

Frankreich wählt einen neuen Präsidenten: Der Sozialist François Hollande weckt vor allem bei Frankreichs Linken die Hoffnung, die Krisenagenda in Europa verändern zu können. Hollande war im Wahlkampf mit der Forderung nach Euro-Bonds aufgetreten – anders als sein Vorgänger Nicolas Sarkozy. Auch kritisierte er, Europas Politik setze zu sehr auf Sparen und zu wenig auf Wachstum.

6. Mai 2012
griechenland opposition

Die Parlamentswahl in Griechenland endet im Chaos: Mehr als eine Woche lang gelingt es den Parteichefs von Konservativen, Linksradikalen und Sozialisten sowie den kleineren Demokratischen Linken nicht, eine Koalition zu bilden. Am Ende fällt die Entscheidung für Neuwahlen im Juni. Die Unsicherheit in Griechenland beunruhigt nicht nur die Finanzmärkte in Europa, sondern auch die griechischen Bürger: Viele räumen ihre Konten und bringen das Geld außer Landes. In Europa wächst die Sorge vor einer Kapitalflucht im Süden.

8. März 2012
Griechenland

Die griechische Regierung verschickt eine Erfolgsmeldung: An dem angekündigten Schuldenschnitt beteiligen sich nach Angaben des Finanzministeriums rund 86 Prozent aller Gläubiger, die Papiere nach griechischem Recht halten. Damit ist das nötige Quorum erreicht, um auch die anderen Gläubiger zum Umtausch zu zwingen. Insgesamt wären dann rund 95 Prozent der Investoren im Boot. Rund 197 Milliarden der 206 Milliarden Euro an griechischen Staatsschulden können nun umgeschuldet werden. Die Anleger erhalten Papiere mit längerer Laufzeit und niedrigerem Zinssatz. Griechenland bekommt mehr Zeit.

21. Februar 2012
Venizelos und Juncker

Die EU-Finanzminister bringen ein zweites Rettungspaket für Griechenland auf den Weg. Es umfasst neue Kredite in Höhe von 130 Milliarden Euro; private Gläubiger sollen auf mehr als 50 Prozent ihrer Forderungen verzichten. Die Euro-Gruppe bannt damit die Gefahr, dass Griechenland am 20. März endgültig zahlungsunfähig wird – an diesem Tag werden 14,5 Milliarden Euro an Zahlungen aus Anleihen fällig. Für die griechischen Staatseinnahmen soll ein Sperrkonto eingerichtet werden, das die vorrangige Bedienung der Kredite sichert.

31. Januar 2012
Evangelos Venizelos

Die Staats- und Regierungschefs der EU verabschieden in Brüssel den Fiskalpakt. 25 Staaten stimmen dem Regelwerk zu; Großbritannien und Tschechien bleiben außen vor. Die neuen Regeln sollen ab 2013 gelten. Künftig kann die Kommission ein Defizitverfahren auch ohne die Zustimmung der Finanzminister eröffnen, immer dann, wenn die Defizitquote eines Landes drei Prozent überschreitet. Das strukturelle Defizit in den Haushalten darf in der Regel nicht mehr die Grenze von 0,5 Prozent überschreiten. Die Krisenstaaten müssen ihre Schulden um fünf Prozent jährlich abbauen. Beschlossen wird auch der dauerhafte Krisenmechanismus ESM, der ab Juli in Kraft treten soll.

13. Januar 2012
fillon-frankreich-rating

Die Rating-Agentur Standard & Poor's stuft Frankreichs Kreditwürdigkeit herab. Einen Tag später entzieht sie neun weiteren Ländern die Bestnote. Auch der Krisenfonds EFSF verliert sein AAA-Rating. Die Folgen sind begrenzt: Die Zinsaufschläge für einige Krisenländer bleiben zwar hoch, sinken aber in der Tendenz. Die erste Auktion des EFSF nach seiner Herabstufung verläuft reibungslos. Allerdings nimmt die Flucht in sichere Häfen zu: Wenige Tage vor der Herabstufung von Frankreich zahlt Deutschland erstmals negative Zinsen auf kurzfristige Staatspapiere – wie zuvor die Schweiz und Dänemark.

Mitte November 2011
Mario Monti

Nach wachsendem Druck der Finanzmärkte auf Italien tritt Regierungschef Silvio Berlusconi zurück. Sein Nachfolger wird der frühere EU-Kommissar Mario Monti. Im Dezember stimmt das Parlament in Rom seinem Spar- und Sanierungsprogramm zu. Auch in Spanien wechselt die Regierung: Bei der vorgezogenen Parlamentswahl am 20. November werden die Sozialisten abgewählt, die konservative Volkspartei (PP) mit ihrem Spitzenkandidaten Mariano Rajoy siegt. Er löst im Dezember José Luis Rodríguez Zapatero als Regierungschef ab.

Anfang November 2011
Lucas Papademos (r.) mit seinem Amtsvorgänger Giorgos Papandreou

Am 31. Oktober kündigt Griechenlands Ministerpräsident Papandreou überraschend an, er wolle seine Bevölkerung über die EU-Rettungshilfen abstimmen lassen. Europas Regierungen setzten Griechenland daraufhin unter Druck: Die nächste Kredittranche, von den Euro-Finanzministern eigentlich schon gebilligt, wird auf Eis gelegt. Am 3. November sagt Papandreou das Referendum wieder ab. Sechs Tage später kündigt er seinen Rücktritt an. Das frühere EZB-Ratsmitglied Lucas Papademos wird neuer griechischer Ministerpräsident.

Oktober 2011

Am 26. Oktober stimmt der Bundestag schon wieder über eine Ausweitung des Rettungsfonds EFSF ab. In ihrer Regierungserklärung appelliert Kanzlerin Merkel an die Abgeordneten, ihre Rettungspolitik zu unterstützen: "Scheitert der Euro, scheitert Europa", sagt sie. 503 von 596 Abgeordneten stimmen für die Erweiterung. Auf dem anschließenden EU-Gipfel beschließen die Staats- und Regierungschefs einen Schuldenschnitt für Griechenland, eine Ausweitung des EFSF und eine Rekapitalisierung der Banken. Italien verspricht, stärker zu sparen.

29. September 2011

Der Bundestag billigt die von den Euro-Ländern geplante Aufstockung des Rettungsfonds EFSF auf 780 Milliarden Euro, von denen 440 Milliarden an überschuldete Euro-Staaten verliehen werden können. Treten die geplanten Änderungen in Kraft, steigen die deutschen Garantien um 88 Milliarden auf 211 Milliarden Euro. Zudem erhält der Fonds dann weitere Kompetenzen: Künftig soll er an der Börse Staatsanleihen von Krisenstaaten kaufen, um deren Kurse zu stabilisieren. Von 611 anwesenden Abgeordneten im Bundestag stimmen 523 dem Gesetzentwurf der Koalitionsfraktionen zu.

7. September 2011
Bundesverfassungsgericht

Erneut weist das Bundesverfassungsgericht Verfassungsbeschwerden gegen die Griechenland-Hilfen ab. Die Richter entscheiden, dass die deutsche Beteiligung am Rettungsfonds EFSF mit dem Grundgesetz vereinbar ist. Sie setzen aber voraus, dass der Haushaltsausschuss des Bundestages allen Rettungsmaßnahmen zustimmen muss. Bisher musste sich Finanzminister Wolfgang Schäuble lediglich um ein Einvernehmen mit dem Parlament bemühen.

August/September 2011
Banken Frankfurt

Die europäischen Banken misstrauen einander zunehmend. Statt sich gegenseitig Geld zu leihen, bemühen sie die EZB. Der Liquiditätsfluss im Finanzsektor droht auszutrocknen, die Angst vor einer neuen großen Bankenpleite wächst. Christine Lagarde, Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), fordert deshalb, die Banken mit neuem Kapital auszustatten, das direkt vom Rettungsfonds EFSF kommen soll. Auch die Bankenaufsicht (EBA) zeigt sich besorgt. EZB-Chef Trichet und Deutsche-Bank-Chef Ackermann hingegen kritisieren die Vorstöße.

31. August 2011

Das Bundeskabinett bringt das "Gesetz zur Übernahme von Gewährleistungen im Rahmen eines europäischen Stabilisierungsmechanismus" auf den Weg. Damit setzt es die Beschlüsse des Euro-Gipfels vom 21. Juli um. Deutschland bürgt nun für weitere 211 Milliarden Euro. Knackpunkt in der deutschen Diskussion ist die Beteiligung des Bundestages: Künftig soll das Parlament über alle neuen Hilfen abstimmen. Unter anderem haben die Unions- und die FDP-Fraktion dies gefordert.

August 2011

Die Debatte über Euro-Bonds entflammt. Euro-Gruppen-Chef Juncker ist dafür, die Krisenstaaten im Süden auch. In Deutschland drängen SPD und Grüne auf die gemeinsamen Anleihen; auch in der CDU bröckelt der Widerstand. Die FDP ist weiterhin strikt gegen Euro-Bonds, auch Angela Merkel lehnt sie ab. Unterdessen sorgen Gerüchte, Frankreich könnte sein AAA-Rating verlieren, für Turbulenzen an den Börsen. Der Dax fällt zeitweise um bis zu sechs Prozent im Vergleich zum Vortag. Sarkozy kündigt weitere Sparpläne an.

8. August 2011

Die Europäische Zentralbank kauft erstmals auch italienische und spanische Staatsanleihen am Sekundärmarkt. Sie will damit verhindern, dass die Zinsen für die Krisenstaaten weiter steigen. Mit Erfolg: Der Druck auf die beiden Länder nimmt in den kommenden Wochen etwas ab. Italien erklärt sich bereit, ein weiteres Sparpaket aufzulegen: Bis 2013 soll der Haushalt um weitere 45 Milliarden Euro gekürzt werden.

21. Juli 2011

Die Euro-Länder beschließen das zweite Rettungspaket für Griechenland. Es umfasst neue Kredite in Höhe von 109 Milliarden Euro und soll bis 2014 reichen. Erstmals beteiligen sich freiwillig private Gläubiger: Banken sollen 37 Milliarden Euro beisteuern, indem sie griechische Staatsanleihen in neue Bonds mit geringeren Zinsen umtauschen. Ein Erfolg für die Bundesregierung, die sich für die Beteiligung privater Gläubiger eingesetzt hat.

Juli 2011

Die Sorge um Italien lässt die Gemeinschaftswährung abrutschen. Die Staatsverschuldung der drittgrößten Volkswirtschaft Europas ist, gemessen am Bruttoinlandsprodukt, mit fast 120 Prozent höher als die Irlands und Portugals. Die Renditen auf ihre Anleihen steigen. Die Regierung plant, in vier Jahren knapp 48 Milliarden Euro einzusparen, etwa im öffentlichen Dienst und im Gesundheitswesen. Berlusconi meint trotzdem: "Wir sind stabil."

7. April 2011

Auch Portugal will unter den Rettungsschirm. Das ärmste Land Westeuropas sieht keine Alternative, nachdem die Opposition im März ein geplantes Sparprogramm der Minderheitenregierung ablehnte. Nach dreiwöchigen Verhandlungen bekommt Portugal 78 Milliarden Euro zugesprochen – und mehr Zeit für den Schuldenabbau: Die Neuverschuldung des Staates darf in diesem Jahr nun statt 4,6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts 5,9 Prozent betragen.

April 2011

Innerhalb der schwarz-gelben Koalition regt sich Widerstand gegen den ESM: Mehr als 30 FDP-Politiker fordern, den Rettungsfonds auf dem Parteitag im Mai abzulehnen. Außerdem wollen sie ein Insolvenzverfahren für EU-Staaten mit starker Gläubigerbeteiligung und ein Verbot für die EZB, Anleihen aufzukaufen. Sie scheitern: Zwei Drittel der Liberalen sprechen sich gegen ein Nein zum ESM aus. Außenminister Westerwelle sagt: "Europa liegt im deutschen Interesse."

11. März 2011

Die Staats- und Regierungschefs der EU-Länder beschließen, die Kreditvergabekapazität des EFSF auf 440 Milliarden aufzustocken. Außerdem einigen sich die Staaten auf den "Pakt für den Euro" – die Selbstverpflichtung, sich in der Haushalts-, Steuer- und Sozialpolitik enger abzustimmen – und verpflichten sich zum Sparen. Gleichzeitig wird der Stabilitäts- und Wachstumspakt verschärft. Die von Deutschland geforderten automatischen Sanktionen scheitern allerdings am Widerstand der Mitgliedsstaaten.

16. Dezember 2010 /25. Januar 2011

Die EZB verdoppelt ihr Grundkapital auf elf Milliarden Euro, um ihre Anleihekäufe abzusichern. Zu diesem Zeitpunkt hat sie bereits für 72 Milliarden Euro Anleihen aufgekauft – griechische, irische, portugiesische, spanische. Einen Monat später gibt der Rettungsfonds EFSF erstmals selbst Anleihen auf dem Kapitalmarkt aus. Das Interesse der Anleger an den EFSF-Anleihen ist enorm, unter anderem wegen seines Top-Ratings.

28. November 2010

Die Finanzminister der Euro-Länder einigen sich auf einen dauerhaften Krisenfonds, den Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM). Er soll 2013 den Rettungsfonds EFSF ablösen. Der ESM umfasst 700 Milliarden Euro, von denen maximal 500 Milliarden an Not leidende Staaten verliehen werden können. Der Rest dient als Sicherheitseinlage. Sie soll die Rating-Agenturen überzeugen, auch dem ESM Bestnoten zu verleihen. Im Gegensatz zum EFSF wird der neue Fonds mit einer Bareinlage in Höhe von 80 Milliarden Euro ausgestattet. In Einzelfällen können auch private Gläubiger beteiligt werden.

21. November 2010

Irland muss vom Euro-Rettungsschirm aufgefangen werden. Das Land hat seine Banken mit Milliardenbeträgen vor dem Zusammenbruch gerettet und ist dadurch selbst in eine Schieflage geraten. Die Euro-Finanzminister beschließen Hilfskredite in Höhe von 85 Milliarden Euro, im Gegenzug muss Irland wie zuvor schon Griechenland hart sparen. Die irischen Bürger sind wütend: Bis zuletzt hatte ihre Regierung bestritten, Hilfe aus Brüssel beantragen zu wollen.

30. September 2010

Die Rating-Agentur Moody's stuft Spanien herab, die viertgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone. Sie bewertet die Bonität des Landes nun nicht mehr mit der Bestnote. Vor dem Platzen der Immobilienblase befand sich Spanien noch im Aufschwung. Seitdem kämpft das Land mit den Folgen der Finanzkrise. Ministerpräsident Zapatero bestreitet, finanzielle Hilfe der EU zu brauchen. Spanien hat auf einen rigorosen Sparkurs geschwenkt – genau wie der ebenfalls hoch verschuldete Nachbar Portugal.

7. Juni 2010

Die Euro-Finanzminister gründen in Luxemburg die Europäische Finanzstabilisierungsfazilität (EFSF), den sogenannten Euro-Rettungsschirm. Die Zweckgesellschaft soll im Notfall am Kapitalmarkt Kredite aufnehmen, um klamme Staaten finanziell zu stützen. Die Euro-Länder sollen für die Kredite bürgen, Deutschland mit bis zu 148 Milliarden Euro. Der EFSF umfasst insgesamt 750 Milliarden Euro. Die tatsächliche Kreditvergabekapazität liegt niedriger, weil für ein AAA-Rating hohe Garantien erforderlich sind.

10. Mai 2010

Die Europäische Zentralbank (EZB) beschließt, Staatsanleihen kriselnder Staaten aufzukaufen. Sie will verhindern, dass die Länder ihre Schulden nicht mehr bedienen können, weil die Zinsen immer weiter steigen. Ihre Statuten verbieten ihr, Anleihen direkt von den Emittenten zu erwerben; also wird sie am öffentlichen und privaten Anleihemarkt – dem sogenannten Sekundärmarkt – tätig. Mit der Ankündigung bricht die EZB mit einem Tabu: Bisher hat sie derartige Mittel zur Krisenbekämpfung stets abgelehnt.

2. Mai 2010

Die EU-Finanzminister beschließen, Griechenland Kredite in Höhe von 110 Milliarden Euro zu gewähren: 80 Milliarden kommen von den Euro-Staaten, 30 vom IWF. Nur zehn Tage später fließt die erste Tranche nach Athen. Im Gegenzug wird Griechenland verpflichtet, hart zu sparen, die Wirtschaft zu reformieren und staatliche Unternehmen zu privatisieren. An den Kapitalmärkten kann sich Griechenland nur noch zu hohen Zinsen refinanzieren. Standard & Poor's bewertet die Anleihen des Landes als hochspekulativ (B).

11. Februar 2010

Die Staats- und Regierungschefs der EU erklären sich bereit, Griechenland finanziell zu unterstützen, um die Stabilität der Währungsunion zu sichern. Die EU fordert Griechenland jedoch gleichzeitig auf, die Sparanstrengungen zu verstärken. Zuvor bescheinigte die Kommission ihren Finanzstatistiken qualitative Mängel. Die griechische Regierung verkündet zusätzliche Sparmaßnahmen in Höhe von 4,8 Milliarden Euro. Das entspricht rund zwei Prozent des griechischen BIPs.

16. Dezember 2009

Als erste Rating-Agentur stuft Fitch die Kreditwürdigkeit Griechenlands herab; die anderen Agenturen folgen. Die Sparmaßnahmen Griechenlands reichten nicht aus, um das Defizit nachhaltig zu verringern, begründet Standard & Poor's die Entscheidung. In der EU wächst die Angst vor einem Staatsbankrott, der andere Länder anstecken könnte. In Griechenland kommt es zu ersten Streiks gegen die Sparpolitik der Regierung.

Oktober 2009

Die griechische Regierung revidiert die Schätzung des Staatsdefizits für 2009 nach oben – von sechs auf mehr als zwölf Prozent des BIPs. Bereits zuvor enthielt die Schuldenstatistik des Landes gravierende Fehler: Im Jahr 2004 wurde bekannt, dass die Neuverschuldung in den Jahren 1998 und 1999 – also kurz vor Einführung des Euro – deutlich über den im Maastricht-Vertrag festgeschriebenen drei Prozent des BIPs lag. Ende 2010 werden Griechenlands Schulden mehr als 140 Prozent der Wirtschaftsleistung betragen.

Wen das irritiert, wen das nervt, wie manche Minister in Berlin, der sollte eben, wenn er in Zukunft »Mehr Europa, mehr Integration!« ruft, besser gleich im nächsten Halbsatz erklären, wie er diesem Europa zu mehr Demokratie verhelfen will. Und da wird nicht mehr die Aufforderung genügen, das Europäische Parlament möge sich halt mehr Mitspracherechte erkämpfen. Ja, das wäre schön, aber bislang hat es nicht funktioniert. Und auch die Direktwahl eines EU-Präsidenten wird das Problem nicht lösen.

Mehr Demokratie, das ist nicht der Zuckerguss auf der Euro-Torte. Ohne Demokratie wird die ganze Torte ungenießbar. Das ist keine Idee der Verfassungsrichter. Sie sprechen es nur lauter aus als alle anderen.

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Leserkommentare
  1. der endgültige Tod der Demokratie in Deutschland.
    Ein Verrat ohnegleichen in unserer Geschichte.

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    Das BVerfG hat ja gerade der Regierung verboten, Politik zu Lasten der Demokratie zu betreiben.

    Keine Hinterzimmerentscheidungen, keine TINA, keine Eilverordnungen mehr, wenn die Regierung dem Urteil des BVerfG folgt.

    Ob sie es AUCH TUT, steht freilich auf einem anderen Blatt!

    Wäre nicht das erste Mal, das die Regierung GEGEN die expliziten Urteile des BVerfG handelt.

    Das Parlament kann die Regierung aber zurückpfeifen.

    Allerdings müssen wir Bürger unseren Parlamentariern dazu viel öfter auf die Finger schauen und hauen, um das Parlament auf Kurs zu bringen, sonst wird da einfach alles abgenickt.

    Der Zustand der Demokratie liegt auch in der Hand jedes Bürgers! Das war schon immer so.

    Wenn wir die Politik die Demokratie ALLEINE machen lassen, kann das nicht funktionieren.

    Warum Sie allerdings bei dem pro-demokratischen Urteil des BVerfG gleich von Verrat sprechen wollen, entzieht sich mir.

    Das Urteil sagt wohl eher: Leute, lasst die Parlamente ran - die Parlamente bestimmen in Deutschland, wo es lang geht, nicht ihr (die Regierung)..

    Deren Zusammensetzung wird aber von UNS gesteuert.

    Das BVerfG hat ja gerade der Regierung verboten, Politik zu Lasten der Demokratie zu betreiben.

    Keine Hinterzimmerentscheidungen, keine TINA, keine Eilverordnungen mehr, wenn die Regierung dem Urteil des BVerfG folgt.

    Ob sie es AUCH TUT, steht freilich auf einem anderen Blatt!

    Wäre nicht das erste Mal, das die Regierung GEGEN die expliziten Urteile des BVerfG handelt.

    Das Parlament kann die Regierung aber zurückpfeifen.

    Allerdings müssen wir Bürger unseren Parlamentariern dazu viel öfter auf die Finger schauen und hauen, um das Parlament auf Kurs zu bringen, sonst wird da einfach alles abgenickt.

    Der Zustand der Demokratie liegt auch in der Hand jedes Bürgers! Das war schon immer so.

    Wenn wir die Politik die Demokratie ALLEINE machen lassen, kann das nicht funktionieren.

    Warum Sie allerdings bei dem pro-demokratischen Urteil des BVerfG gleich von Verrat sprechen wollen, entzieht sich mir.

    Das Urteil sagt wohl eher: Leute, lasst die Parlamente ran - die Parlamente bestimmen in Deutschland, wo es lang geht, nicht ihr (die Regierung)..

    Deren Zusammensetzung wird aber von UNS gesteuert.

  2. "An Karlsruhe wird Europa nicht scheitern."

    "Deutschland darf Griechenland helfen."

    "Die Renten sind sicher."

    "Niemand hat vor eine Mauer zu bauen."

    36 Leserempfehlungen
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    Blüm meinte die Umlagerente.

    BILD wollte die privaten Renten.

    Nach der Finanzkrise sollte auch dem Letzten klar geworden sein, dass Blüms Umlagerente tatsächlich sicher ist und nur die privaten Renten existenziell vom Finanzcrash bedroht sind.

    Blüm meinte die Umlagerente.

    BILD wollte die privaten Renten.

    Nach der Finanzkrise sollte auch dem Letzten klar geworden sein, dass Blüms Umlagerente tatsächlich sicher ist und nur die privaten Renten existenziell vom Finanzcrash bedroht sind.

  3. "Die Richter haben lediglich den Bundestag verpflichtet, sich selbst ernst zu nehmen und allen Zumutungen der Exekutive, allen Eilentscheidungen der Regierung zu widerstehen. Das Parlament ist und bleibt Herr über den Haushalt, niemand sonst, nicht die Kanzlerin, schon gar nicht irgendwelche abstrakten europäischen Rettungsmechanismen. Notfalls, daran lässt das Gericht keinen Zweifel, wird es selbst dafür sorgen, dass die Abgeordneten das letzte Wort über das Geld der Deutschen behalten. Insofern müssten auch die Kläger um den CSU-Mann Peter Gauweiler nicht ganz unglücklich sein."

    Entschuldigung, aber das ist das Naivste, was ich in Sachen Verschwendungsucht unserer Parlamentarier und deren Kontrollorganen in letzter Zeit gelesen habe. Als ob es bloß am mangelnden Ernst unserer Bundestagsabgeordneten läge. Nein, die Interessenlage ist doch nur allzuklar, denn wer lebt denn prächtig von der völlig undurchsichtigen EU Bürokratie und den dort üppig sprießenden Pöstchen? Das Bundesverfassungsgericht hat sich einfach um eine Entscheidung gedrückt und statt dessen Wischiwaschi präsentiert. Dass den höchsten Richtern in unserem Land eine solche Inszenierung nicht peinlich ist, erschreckt mich am meisten. Das Verfassungsgericht büßt mit dieser Entscheidung einmal mehr die Glaubwürdigkeit in seine Unabhängigkeit ein. Das Gericht hat sich unverantwortlich darum gedrückt, eine saubere Begründung für seine Ablehnung zu formulieren; wohl aus blanker Not.

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    Das Urteil zeigt m.E. klar, dass ein ESM nach dem entwurf, der der Öffentlichkeit bisher bekannt geworden ist, verfassungswidrig wäre, da er keine Kontrollmöglichkeit des Parlaments beinhaltet. Deutschland muss das Recht haben, per Parlamentsbeschluss jederzeit aus dem ESM aussteigen zu können und weitere Zahlungen zu verweigern.

    Das Problem dabei ist eher, dass die Mehrheit der Parlamentarier der Ausplünderung Deutschlands routinemäßig zustimmen wird.

    Man muss also grundsätzlich nur Abgeordnete wählen, die öffentlich eine eidesstattliche Versicherung abgeben, diesen Wahnsinn nicht mitzumachen. Ach, ich vergaß, Bundestagswahlen sind ja seit dem 01.07.2011 unmöglich geworden, da es kein gültiges verfassungsgemäßes Wahlrecht mehr gibt.

    ...die institutionell mangelhafte Gestaltung der EU und der €-Gruppe zu regeln.

    EU und €-Länder sind auf eine empfindliche Grenze geraten, die dringend eine Änderung im Sinne der Bewahrung der demokratischen Rechtsstaatlichkeit verlangt.

    Die EU Institutionen und besonders €-Gruppe braucht dringend neue rechtliche, demokratisch kontrollierte Gestaltung.

    ...den ihr Vorschlag? Sollen die Richter etwa Legislative Aufgaben übernehmen?

    Das Urteil zeigt m.E. klar, dass ein ESM nach dem entwurf, der der Öffentlichkeit bisher bekannt geworden ist, verfassungswidrig wäre, da er keine Kontrollmöglichkeit des Parlaments beinhaltet. Deutschland muss das Recht haben, per Parlamentsbeschluss jederzeit aus dem ESM aussteigen zu können und weitere Zahlungen zu verweigern.

    Das Problem dabei ist eher, dass die Mehrheit der Parlamentarier der Ausplünderung Deutschlands routinemäßig zustimmen wird.

    Man muss also grundsätzlich nur Abgeordnete wählen, die öffentlich eine eidesstattliche Versicherung abgeben, diesen Wahnsinn nicht mitzumachen. Ach, ich vergaß, Bundestagswahlen sind ja seit dem 01.07.2011 unmöglich geworden, da es kein gültiges verfassungsgemäßes Wahlrecht mehr gibt.

    ...die institutionell mangelhafte Gestaltung der EU und der €-Gruppe zu regeln.

    EU und €-Länder sind auf eine empfindliche Grenze geraten, die dringend eine Änderung im Sinne der Bewahrung der demokratischen Rechtsstaatlichkeit verlangt.

    Die EU Institutionen und besonders €-Gruppe braucht dringend neue rechtliche, demokratisch kontrollierte Gestaltung.

    ...den ihr Vorschlag? Sollen die Richter etwa Legislative Aufgaben übernehmen?

  4. sagt im Bundestag: Scheitert der Euro, scheitert auch Europa
    Hahha Europa hat unzählige Kriege "überstanden" und ist(oh Wunder) immer noch da.
    Was ist mit den Ländern die nicht in der Eurozone sind, die müssten ja dann schon längst "gescheitert" sein..

    Jedenfalls ist der Euro längst gestorben. Die Beerdigungskosten werden zum großen Teil von Deutschland getragen, abgesegnet vom Verfassungsgericht.
    Deutschland ist tatsächlich "gescheitert".. an unfähigen Politikern und Verfassungsrichtern die keinen A... in der Robe haben.

    24 Leserempfehlungen
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    der euro ist keinesfalls gestorben.
    dem geht es eigentlich auch gut.
    geldumlauf zu weirtschaftskraft, da gibts nichts zu meckern.
    auch dank deutschland.

    wem es schlecht geht, das sind die banken.
    die haben geld, was sie gar nicht haben, an staaten verliehen,
    die es auch nicht haben.

    den zusammenbruch soll nun der griff ins vermögen der volkswirtschaften, also der bürger, verhindern.

    das hat mit dem euro als währung herzlich wenig zu tun.
    genausogut könnte man den rettungschirm in dollar, yen oder sonstewas ausweisen.

    das ist nur der name, dahinter stehen staaten, die diese beträge als wert auftreiben müssen. sie nehmen es ihrer volkswirtschaft weg und geben es den banken.

    absolut sinnlos für die länder, für die banken ein gewinn.

    "Jedenfalls ist der Euro längst gestorben. Die Beerdigungskosten werden zum großen Teil von Deutschland getragen, abgesegnet vom Verfassungsgericht.
    Deutschland ist tatsächlich "gescheitert".. an unfähigen Politikern und Verfassungsrichtern die keinen A... in der Robe haben."

    Nicht ganz: Die Richter haben nur zu prüfen, ob ein Gesetz mit dem Grundgesetz übereinstimmt. Wenn die Volksvertreter legal beschließen, das deutsche Vermögen zu verschleudern, kann das BVG sie daran nicht hindern. Das müssen wohl die Wähler ihren Vertretern einbläuen; es ist also primär eine Frage der Politik. Verhindern muß das BVG nur, daß sich der Bundestag und die deutsche Demokratie selbst kastrieren, indem sie ihre Souveränität an ein demokratisch nicht legitimiertes Gebilde abtreten.

    Weder Europa,noch Deutschland wird scheitern am Euro, sondern einzig und allein Frau Merkel!!!
    Ich finde, die Kanzlerin hat einen baldigen Abgang verdient, so wie sie mit dem Geld der deutschen Steuerzahler umgeht.
    Griechenland ist ein Fass ohne Boden, denn mit dem Geld werden nur Gläubiger - Banken - bezahlt, aber keine Wirtschaft aufgebaut. Die Arbeitslosigkeit und Firmenpleiten in diesem Land sind an der Tagesordnung. Die Wirtschaft liegt am Boden!

    der euro ist keinesfalls gestorben.
    dem geht es eigentlich auch gut.
    geldumlauf zu weirtschaftskraft, da gibts nichts zu meckern.
    auch dank deutschland.

    wem es schlecht geht, das sind die banken.
    die haben geld, was sie gar nicht haben, an staaten verliehen,
    die es auch nicht haben.

    den zusammenbruch soll nun der griff ins vermögen der volkswirtschaften, also der bürger, verhindern.

    das hat mit dem euro als währung herzlich wenig zu tun.
    genausogut könnte man den rettungschirm in dollar, yen oder sonstewas ausweisen.

    das ist nur der name, dahinter stehen staaten, die diese beträge als wert auftreiben müssen. sie nehmen es ihrer volkswirtschaft weg und geben es den banken.

    absolut sinnlos für die länder, für die banken ein gewinn.

    "Jedenfalls ist der Euro längst gestorben. Die Beerdigungskosten werden zum großen Teil von Deutschland getragen, abgesegnet vom Verfassungsgericht.
    Deutschland ist tatsächlich "gescheitert".. an unfähigen Politikern und Verfassungsrichtern die keinen A... in der Robe haben."

    Nicht ganz: Die Richter haben nur zu prüfen, ob ein Gesetz mit dem Grundgesetz übereinstimmt. Wenn die Volksvertreter legal beschließen, das deutsche Vermögen zu verschleudern, kann das BVG sie daran nicht hindern. Das müssen wohl die Wähler ihren Vertretern einbläuen; es ist also primär eine Frage der Politik. Verhindern muß das BVG nur, daß sich der Bundestag und die deutsche Demokratie selbst kastrieren, indem sie ihre Souveränität an ein demokratisch nicht legitimiertes Gebilde abtreten.

    Weder Europa,noch Deutschland wird scheitern am Euro, sondern einzig und allein Frau Merkel!!!
    Ich finde, die Kanzlerin hat einen baldigen Abgang verdient, so wie sie mit dem Geld der deutschen Steuerzahler umgeht.
    Griechenland ist ein Fass ohne Boden, denn mit dem Geld werden nur Gläubiger - Banken - bezahlt, aber keine Wirtschaft aufgebaut. Die Arbeitslosigkeit und Firmenpleiten in diesem Land sind an der Tagesordnung. Die Wirtschaft liegt am Boden!

  5. Das Urteil zeigt m.E. klar, dass ein ESM nach dem entwurf, der der Öffentlichkeit bisher bekannt geworden ist, verfassungswidrig wäre, da er keine Kontrollmöglichkeit des Parlaments beinhaltet. Deutschland muss das Recht haben, per Parlamentsbeschluss jederzeit aus dem ESM aussteigen zu können und weitere Zahlungen zu verweigern.

    Das Problem dabei ist eher, dass die Mehrheit der Parlamentarier der Ausplünderung Deutschlands routinemäßig zustimmen wird.

    Man muss also grundsätzlich nur Abgeordnete wählen, die öffentlich eine eidesstattliche Versicherung abgeben, diesen Wahnsinn nicht mitzumachen. Ach, ich vergaß, Bundestagswahlen sind ja seit dem 01.07.2011 unmöglich geworden, da es kein gültiges verfassungsgemäßes Wahlrecht mehr gibt.

    10 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Arg naive Sichtweise"
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    Vor dem Hintergrund der heutigen Entscheidung wird die Etablierung des ESM noch spannend werden.
    "Die ESM-Mitglieder verpflichten sich hiermit bedingungslos und unwiderruflich, ihre Einlage auf das Grundkapital gemäß dem in Anlage 1 aufgeführten Beitragsschlüssel zu leisten. Sie haben allen Kapitalabrufen fristgerecht und gemäß den in vorliegendem Vertrag geregelten Bestimmungen Folge zu leisten." Soweit ein Zitat aus dem Vertragsentwurf
    Der ESM ist also quasi für die Ewigkeit konzipiert; unbegrenztes Wachstum is möglich.

    Deine Gedanken sind ja durchaus vernünftig. Bis auf den klitzekleinen Fehler zu Glauben, die Wahl von Marionetten sei entscheident für unsere Freiheit.

    Das System schafft sich gerade selbst ab. Wir befinden uns im Krieg. Es ist nur eine Frage der Betrachtung.

    Bitte begründen Sie Ihre Aussagen mit sachlichen Argumenten. Danke. Die Redaktion/lv

    Der ESM ist eine unausgegorene Sache. Und zwar deshalb, weil die Union meint, schlau zu sein und eine europäische Regierung damit verhindern zu können.
    Sie sind daher einerseits bereit, das Budgetrecht an Brüssel abzugeben, weil sie wissen, dass ihr schöner bürgerlicher Laden mit Laptop, Lederhose und Lebensversicherung sonst auseinander fliegt. Im Gegenzug soll so getan werden, als ob ein souveränes Deutschland mit Bundestag, Bundesrat und Regierung dann noch weiter handlungsfähig existiert, als ob nichts gewesen sei. "Wasch mich, aber mach mir den Pelz nicht nass", ist das Motto.
    Nur wie soll das gehen, wenn quasi unbegrenzte Mittel ohne Kontrolle, ohne Rechtfertigung, ohne Klagemöglichkeiten innerhalb von 7 Tagen überwiesen werden müssen?
    Wie weit will man eigentlich noch gehen um das "Vertrauen der Märkte" wieder herzustellen? Und woher soll eigentlich das Geld dafür kommen?

    Und wieso, in 3 Teufels Namen wird nur reagiert und nicht ENDLICH agiert? Finanztransaktionssteuer, Vermögenssteuer. Das Geld bei denen abschöpfen, die mit dem Staatsschuldenelend grosse Kasse machen! Ja, Frau Merkel, das muss man international halt durchsetzen! Ich kann "TINA" nicht mehr hören. Dann lieber gleich Ackermann als Bundeskanzler, der scheint von seinem Geschäft wenigstens was zu verstehen.
    Sehr ungewöhnliche Zeiten, manchmal glaubt man, das kann alles nicht wahr sein.

    Vor dem Hintergrund der heutigen Entscheidung wird die Etablierung des ESM noch spannend werden.
    "Die ESM-Mitglieder verpflichten sich hiermit bedingungslos und unwiderruflich, ihre Einlage auf das Grundkapital gemäß dem in Anlage 1 aufgeführten Beitragsschlüssel zu leisten. Sie haben allen Kapitalabrufen fristgerecht und gemäß den in vorliegendem Vertrag geregelten Bestimmungen Folge zu leisten." Soweit ein Zitat aus dem Vertragsentwurf
    Der ESM ist also quasi für die Ewigkeit konzipiert; unbegrenztes Wachstum is möglich.

    Deine Gedanken sind ja durchaus vernünftig. Bis auf den klitzekleinen Fehler zu Glauben, die Wahl von Marionetten sei entscheident für unsere Freiheit.

    Das System schafft sich gerade selbst ab. Wir befinden uns im Krieg. Es ist nur eine Frage der Betrachtung.

    Bitte begründen Sie Ihre Aussagen mit sachlichen Argumenten. Danke. Die Redaktion/lv

    Der ESM ist eine unausgegorene Sache. Und zwar deshalb, weil die Union meint, schlau zu sein und eine europäische Regierung damit verhindern zu können.
    Sie sind daher einerseits bereit, das Budgetrecht an Brüssel abzugeben, weil sie wissen, dass ihr schöner bürgerlicher Laden mit Laptop, Lederhose und Lebensversicherung sonst auseinander fliegt. Im Gegenzug soll so getan werden, als ob ein souveränes Deutschland mit Bundestag, Bundesrat und Regierung dann noch weiter handlungsfähig existiert, als ob nichts gewesen sei. "Wasch mich, aber mach mir den Pelz nicht nass", ist das Motto.
    Nur wie soll das gehen, wenn quasi unbegrenzte Mittel ohne Kontrolle, ohne Rechtfertigung, ohne Klagemöglichkeiten innerhalb von 7 Tagen überwiesen werden müssen?
    Wie weit will man eigentlich noch gehen um das "Vertrauen der Märkte" wieder herzustellen? Und woher soll eigentlich das Geld dafür kommen?

    Und wieso, in 3 Teufels Namen wird nur reagiert und nicht ENDLICH agiert? Finanztransaktionssteuer, Vermögenssteuer. Das Geld bei denen abschöpfen, die mit dem Staatsschuldenelend grosse Kasse machen! Ja, Frau Merkel, das muss man international halt durchsetzen! Ich kann "TINA" nicht mehr hören. Dann lieber gleich Ackermann als Bundeskanzler, der scheint von seinem Geschäft wenigstens was zu verstehen.
    Sehr ungewöhnliche Zeiten, manchmal glaubt man, das kann alles nicht wahr sein.

  6. Die Eurozone wird zerbrechen, wenn die Schuldenlast der Eurostaaten nicht reduziert wird.

    Der sogenannte Rettungsschirm bewirkt aber das genaue Gegenteil: Durch ihn wird die Schuldenlasten erhöht - und zwar gleich doppelt: Bei denen, die schon pleite sind und bei denen, wie Deutschland, die es noch werden wollen.

    Ein Schuldenabbau aber ist weit und breit nicht in Sicht. Nicht einmal in Deutschland. Auch hier sollen die Schulden weiter munter erhöht werden (siehe Haushaltsentwurf 2012), wobei man sich bezüglich des Ausmaßes der Erhöung noch kräftig in die Tasche lügt.

    Für die Rettung des Euro, also Schuldenabbau mit Restrukturierung, bedarf es keiner höchstrichterlichen Erlaubnis. Dazu braucht es nur Eier in der Hose.

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