Ingenieurstudium: Der Elefant im Assessment-Center
Weil vielen nicht klar ist, was sie im Ingenieurstudium erwartet, verpflichten Unis sie jetzt zu Selbsttests
© photocase/AndreasF.

Viele Studenten haben unklare Vorstellungen von ihrem Studiengang und unterschätzen beispielsweise Mathe.
Die Überraschung kommt im hinteren Drittel: Elefanten. Eine halbe Stunde hat man sich da bereits durch den "Navigator" geklickt, eine virtuelle Studienberatung, die von der Maschinenbau-Fakultät der Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) in Hamburg angeboten wird. Man hat Gleichungen gelöst, die Drehrichtung von Zahnrädern bestimmt und Maßeinheiten umgerechnet, dann tönt auf einmal eine knarzige Stimme aus den Lautsprechern: Drei Arten von Elefanten gebe es, erklärt sie auf Englisch und dann, wie man die Elefanten unterscheiden kann. Die anschließende Frage lautet: Was ist das Thema des Hörbeispiels? Man könnte sich aber auch fragen: Was hat das noch mit Maschinenbau zu tun?
Ziemlich viel, meint die HAW. Eine gute Note in Mathe ist heute keine Garantie mehr für ein erfolgreiches Ingenieurstudium, man muss auch Computerprogramme und Englisch verstehen – selbst wenn es um Elefanten geht. Die Studenten aber sind manchmal nicht darauf eingestellt und werfen dann frustriert das Handtuch. Solche Probleme gibt es auch in anderen Fächern. Fast jeder vierte Student in Deutschland bricht sein Studium vor dem Abschluss ab. Immer mehr Hochschulen setzen darum wie die HAW auf Prävention mittels digitaler Studienberatung: Sie soll Schulabgängern dabei helfen, herauszufinden, ob zum Beispiel ein Ingenieurstudiengang das Richtige für sie ist.
Wer das an der RWTH Aachen probieren will, kommt an Carina nicht vorbei. "Ich habe mich schon immer für Technik interessiert", sagt sie mit strahlendem Lächeln, aber recht blassem Gesicht. Carina ist nur eine Zeichnung, die durch das "Self-Assessment für Maschinenbau" führt. Viel zu sehen bekommt man Carina jedoch nicht, stattdessen gibt es wieder Graphen und Gleichungen, Riemenscheiben und Zahnräder. In Dutzenden Aufgaben muss man zum Beispiel Mach in km/h umwandeln, Flächen berechnen und Logikaufgaben lösen, aber auch Fragen über seine Studienmotivation und sein Engagement beantworten. Mit nüchterner Grafik, einer drei Seiten langen Auswertung zum Schluss sowie einer kleinen Uhr, die die Zeit stoppt, erinnert das "SelfAssessment" der RWTH eher an eine Aufnahmeprüfung als an eine Studienberatung.
Trotzdem sagt Marold Wosnitza, der Leiter des Programms: "Es geht nicht darum, zu sagen: Du kannst studieren, du aber nicht." Ihm gehe es darum, ein Problem zu lösen, das viele Unis haben: "Wie können wir unseren Studenten dabei helfen, das Studium zu finden, das am besten zu ihnen passt?" Eigentlich gibt es dafür Studienberatungen und Infoveranstaltungen. Auch dort bekommt man wahrscheinlich gesagt, dass Mathe und Physik zu einem Ingenieurstudiengang gehören – doch Zeit, zusammen ein paar Gleichungen zu lösen, ist sicher nicht. Das sei der große Vorteil der digitalen Tests, meint Joachim Diercks, der mit seiner Firma Cyquest unter anderem für die HAW den "Navigator" entwickelt hat. "Dort erfahre ich am eigenen Leib, was für Mathekenntnisse gefordert sind und auf welchem Niveau. Entweder werde ich dadurch in meiner Studienwahl bestärkt, oder – und das ist fast genauso gut – ich weiß, dass ich in einem Fach falsch aufgehoben wäre." Im besten Fall ergänzen sich seiner Meinung nach die digitale und analoge Studienberatung: Online werden Routinefragen geklärt, offline bleibt mehr Zeit für individuelle Details.
Im Prinzip kann jeder so einen Selbsttest machen, vor einer Bewerbung an der RWTH sind sie vom kommenden Wintersemester an sogar Pflicht. Ähnlich an der HAW in Hamburg – allerdings mit Ausnahmen: In den Studiengängen Informatik und Maschinenbau sollen keine Bewerber vergrault werden. Deshalb setzt man dort lieber auf ein Bonussystem: Wer den "Navigator" absolviert, erhöht seine Chancen auf einen Studienplatz. Trotzdem sind die Onlinetests der HAW, der RWTH und anderer Hochschulen keine Eignungsprüfungen im engeren Sinn: Welches Ergebnis beim Test erzielt wird, hat keinen Einfluss darauf, ob man einen Studienplatz bekommt oder nicht. Es wird nicht kontrolliert, ob jemand schummelt, und selbst Bewerber, die keine Aufgabe richtig gelöst haben, können sich einschreiben – allerdings wissen sie dann von Anfang an, worauf sie sich eingelassen haben und wo ihre Schwächen liegen. So können sie zum Beispiel Vorkurse besuchen, die von der Uni angeboten werden.
"Mathe ist ein Fach, vor dem man Respekt haben sollte", sagt Jens Krause, "aber es ist auch ein Fach, das man lernen kann." Wer will, kann sich diesen Satz zweimal anhören, dreimal, sooft man will. Er stammt aus einem Video im "Navigator". Krause berichtet dort aus seinem Studienalltag an der HAW. In einem anderen Video erzählt eine Studentin von ihrer Arbeit bei einem Formel-1-Rennstall, wieder eine andere spricht über Partys an der Fakultät. Die Videos geben Einblicke, die eine normale Studienberatung nur selten geben kann – allein schon, weil nicht immer "Anschauungsstudenten" aus allen Fächern greifbar sind. Hinzu kommt: Während die Studienberatung im Universitätsgebäude an Öffnungszeiten gebunden ist, ist die digitale Beratung immer erreichbar.
Ob die Selbsttests wirklich die Abbrecherquoten senken, darüber gibt es keine aussagekräftigen Zahlen. Die Tests sind entweder anonym, oder die Personenangaben dürfen aus Datenschutzgründen nicht ausgewertet werden. Falls die Tests freiwillig sind, wird nie klar, wie viele Studenten ihn wirklich gemacht haben. Der Selbsttest allein wird sich nur bedingt auf die Zahl der Abbrecher auswirken: Zu viele Faktoren spielen in die Abbrecherquoten mit hinein. Studiengebühren, zum Beispiel, oder private Gründe, wie bei Studenten, die in eine andere Stadt ziehen wollen.
Auch wenn der Effekt der Tests schwer messbar ist, werden sie demnächst an etlichen weiteren Unis eingeführt. Joachim Diercks und seine Firma arbeiten im Moment an Versionen für Hochschulen in fast ganz Deutschland, andere – wie die RWTH Aachen – entwickeln die Tests sogar selbst. Unklar ist, wo sie letztendlich verpflichtend eingeführt werden. Sollte das bei zu vielen Unis der Fall sein, könnte das lästig werden: Wer sich an mehreren Unis bewerben will, müsste dann im schlimmsten Fall bei jeder einzelnen extra einen Test machen. Das kann Tage dauern, ist vermutlich aber immer noch besser, als nach vier Semestern das Studium zu schmeißen, weil man von dem englischen Elefanten-Text kein Wort verstanden hat.








Sie wissen sicher sehr viel, aber seit wann wird Standard mit t am Schluss geschrieben? Denken Sie etwa zu oft an Standarte?
So super kann Ihre Deutschnote im Abi auch nicht gewesen sein. Standart??? Meiner Meinung nach immer noch Standard.
Tja, wer sich groß und breit darüber aufregt, wie dämlich seine Mitschüler im Vergleich zu ihm selbst waren, der muss sich nicht wundern, wenn man ihm eigene Fehler vorhält.
PS: Antwort ist ein Substantiv und wird groß geschrieben. SCNR
Tja, wer sich groß und breit darüber aufregt, wie dämlich seine Mitschüler im Vergleich zu ihm selbst waren, der muss sich nicht wundern, wenn man ihm eigene Fehler vorhält.
PS: Antwort ist ein Substantiv und wird groß geschrieben. SCNR
Ich hätte meinen Toaster neulich auch gerne auseinandergebaut weil da was reingefallen ist dass so groß war dass es zwar rein- aber nicht mehr rausging. Leider leider hat mein Toaster (aus "Sicherheits"/Haftungsgründen) Schrauben für die kein normaler Mensch Schraubendreher zu Hause hat.
@ Thema: Wenn nur jeder vierte Student sein Studium nicht beendet - ist das nicht eine ganze Menge? Studiert dieser Abbrecher nach dem Abbruch das was ihn wirklich interessiert (schwenkt von Wirtschaftsmathematik auf reine Mathematik um oder wird Mathelehrer) dann ist doch alles OK oder?
Außerdem finde ich es besser man wird in den ersten Semestern "herausgeprüft" (wie in den Ingenieurwissenschaften üblich) anstatt dass man bis zum Diplom dilettieren darf nur um dann festzustellen dass man das Fach weder mag noch gut ist noch man damit einen Apfel und ein Ei gewinnen kann (Geisteswissenschaft)
3 Kommentare wegen einem Rechtschreibfehler. Göttlich dieses ... pedantische. Aber keine ordentliche antwort auf mein Kommentar. Ach, das ist wieder mal so unheimlich lustig. Also wenn ich die Rechtschreibfehler ihrer Beiträge suchen würde, kämen wir auf ... hmmmm .... mehrere Seiten denke ich.
Da wir gerade beim Korrigieren sind, mache ich auch gleich mit:
Es heißt "wegen eines Rechtschreibfehlers" und nicht "wegen einem Rechtschreibfehler".
"Antwort" wird groß geschrieben, korrekterweise schreibt man auch "Antwort auf meinen Kommentar", nicht "antwort auf mein kommentar".
Gern geschehen!
Da wir gerade beim Korrigieren sind, mache ich auch gleich mit:
Es heißt "wegen eines Rechtschreibfehlers" und nicht "wegen einem Rechtschreibfehler".
"Antwort" wird groß geschrieben, korrekterweise schreibt man auch "Antwort auf meinen Kommentar", nicht "antwort auf mein kommentar".
Gern geschehen!
Vieles zu seinem Fach lernt man ja auch während des Studiums und das mit dem "wölfischen Hunger" kamm mir nur so wieder in Kopf. Aber ich gehe ja nicht in die Wirtschaft, obwhol ich keine Ahnung habe und mich eigentlich dafür kaum interessiere. Oder in ich nehme ja auch nicht das Fach Chemie, obwohl ich Chemie hasse und nur dort reingehe, weil es möglicherweise nicht sooviele Chemiker gibt.
Ich plädiere nur dafür, das Studenten wirklich Fächer nehmen sollten für die sich interessieren und auch wissen was auf sie zukommt.
Sie sollten sich nicht leiten lassen von finanziellen oder mengenmäßigen Gründen.
An unsere "Standard-Fetischisten" : Standard.
Also ich würde mein Allgemeinwissen als gut bezeichnen und wer die Mona Lisa gemalt ist mir bekannt (Mob und Patent auch). Aber unter Ritt der Walküre und Raul Schrott kann ich mir nichts vorstellen. Ich zähle das eher zum "Nice to Know"-Wissen. Es mag sein das Sie sich in diesem Bereich besser auskennen, weil das Ihre Interessen sind. Für mich is es aber ziemlich uninteressant und langweilig. Ihnen sagen bestimmt die Namen Alan Turing, Charles Babbage oder Grace Hopper nichts, obwohl diese Personen herausragendes geleistet haben. Alan Turing würde ich persönlich deutlich über Wagner einordnen.
Tja, wer sich groß und breit darüber aufregt, wie dämlich seine Mitschüler im Vergleich zu ihm selbst waren, der muss sich nicht wundern, wenn man ihm eigene Fehler vorhält.
PS: Antwort ist ein Substantiv und wird groß geschrieben. SCNR
Hab ich wortwörtlich gesagt, ich sei klüger und intelligenter als meine Mitschüler ? Mensch, was einige hier reininterpretieren.
Hab ich wortwörtlich gesagt, ich sei klüger und intelligenter als meine Mitschüler ? Mensch, was einige hier reininterpretieren.
Da wir gerade beim Korrigieren sind, mache ich auch gleich mit:
Es heißt "wegen eines Rechtschreibfehlers" und nicht "wegen einem Rechtschreibfehler".
"Antwort" wird groß geschrieben, korrekterweise schreibt man auch "Antwort auf meinen Kommentar", nicht "antwort auf mein kommentar".
Gern geschehen!
Entfernt. Bitte gehen Sie sachlich auf andere Beiträge ein. Danke, die Redaktion/se
Entfernt. Bitte gehen Sie sachlich auf andere Beiträge ein. Danke, die Redaktion/se
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